Bing Crosby (Harry Lillis Crosby) wurde am 3. Mai 19031) als viertes von sieben Kindern einer irisch-amerikanischen Familie in Tacoma (Washington) geboren. Der Vater Harry Lowe Crosby, Sr. (1870–1950) arbeitete als Buchhalter, die Mutter Catherine Helen–"Kate" (1873–1964) kümmerte sich um die große Familie, zu der neben Bing die Söhne Larry (1895–1975), Everett (1896–1966), Ted (1900–1973) und Bob Crosby2) (1913 – 1993), der sich später einen Namen als Bandleader machte, sowie die beiden Töchter Catherine (1904–1974) und Mary Rose (1906–1990) gehörten.
Nach dem Besuch der "Gonzaga High School" und der juristischen Fakultät der "Gonzaga University" war Crosby 1922 zunächst Drummer und Sänger der Band "The Musicaladers". 1926 wurde Crosby von Bandleader Paul Whiteman2) als einer der "Rhythm Boys" seines Orchesters engagiert und hatte 1930 sein Filmdebüt mit der Gruppe in dem Revuefilm "King of Jazz"2). Gleichzeitig trat er in einigen kurzen Musikfilmen unter anderem von Mack Sennett2) auf. Durch Rundfunk-Sendungen aus dem "Cocoanut Grove" in Los Angeles avancierte er außerdem schnell zum Radio-Star.
1931 erhielt Crosby einen langjährigen Vertrag von "Paramount" und schon im folgenden Jahr spielte er sich selbst in Frank Tuttles "The Big Broadcast" (1932). Der Sänger wurde schnell einer der populärsten amerikanischen Entertainer, dessen Lieder Verbreitung in der ganzen Welt fanden. Einige seiner Songs wurden mit "Oscars" ausgezeichnet. 

Foto: Portrait von Bing Crosby, 1977 aufgenommen
hinter der Bühne des "Palladium Theater"
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia 
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Portrait von Bing Crosby, 1977 aufgenommen hinter der Bühne des "Palladium Theater"; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Lizenz Foto Bing Crosby (Urheber Allan Warren): Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Nach Steifen wie "Mississippi" (1935) oder "Rhythm on the Range" (1936) verzeichnete Crosby 1936 neben Madge Evans und Louis Armstrong mit der Hauptrolle des entlassenen Häftlings Larry Poole in Norman Z. McLeods heiteren Geschichte "Pennies From Heaven"2) einen Riesenerfolg. Ende der 1930er Jahre traten im kalifornischen Del Mar zwei Komiker zusammen vor das Mikrophon und zogen eine Show ab, die Aufmerksamkeit erregte – Hollywoods Talentsucher bogen sich vor Lachen. Obwohl Bing Crosby und Bob Hope3) (1903 – 2003) ihre ersten Filmauftritte bereits hinter sich hatten, wurden sie nun neu entdeckt. Die amerikanische "Paramount", damals einer der größten Filmkonzerne, konnte die beiden verpflichten. Harlan Thomas, ein Produzent mit Fingerspitzengefühl, nahm die beiden unter Vertrag und verstand es, sie in einer Filmserie herauszubringen und populär zu machen. Als dritte im Bund stellte er dem Duo die attraktive Partnerin Dorothy Lamour3) (1914 – 1996) zur Seite. So begann mit Victor Scherzingers "Road to Singapore" (1940) die "Road to…"-Serie. In diesen "Weg"-Streifen waren Bing, Bob und "Dottie" 13 Jahre lang die Zwerchfell-Akrobaten des amerikanischen Films. Bekannte Drehbuchautoren wie das Tandem Norman Panama und Frank Lloyd, die oft auch für Produktion und Regie ihrer Filme verantwortlich zeichneten, Frank Butler und Hal Kanter, Don Hartman und Jack Rose schrieben die kauzigen Drehbücher. Crosby und Hope trugen eine Reihe von eigenen Ideen am Set bei. Die Filme waren so populär, dass sich die "Paramount" nach Ende der Serie Gedanken machte, wie man an dem Erfolg weiterbasteln könnte. Eines der markantesten Kennzeichen der "Weg"-Filme war die für Hollywood zu der Zeit ungewöhnliche Selbstironie einer mächtigen Produktionsfirma. In jedem dieser Filme gab es eine Reihe satirisch-ironischer Anspielungen einerseits auf das Filmgeschäft selbst und seine oft burlesken Tricks, andererseits spezifisch auf die Firma und ihre Eigenarten.
Da wetterleuchtete in der Wüste plötzlich über dem Berg das Paramount-Firmenzeichen (wie später auch in einigen Jerry-Lewis-Filmen), und als Bob Hope einmal seinem Partner Bing eine sehr erstaunte Frage darüber vorlegte, warum plötzlich mitten in der Wüste aus einer Negerhütte ein Herr im Frack heraustritt, die Leinwand überquert und hinter einem Busch verschwindet, antwortete Crosby leichthin, das sei ein guter Freund, dem er eine Rolle versprochen habe. Ein andermal lehnte sich Bing an einen Baum, ganz schräg, ein Bein hoch. Auf der anderen Seite sägte gerade jemand, der Baum fiel um, Bing blieb in der völlig grotesken, irrealen Haltung schweben, worauf ihm Bob verärgert sagte, er könne ihm doch nicht die Szene vermasseln, warum er nicht umfalle. Darauf sagte Crosby seelenruhig, ohne eine Miene zu verziehen, das könne ja die Paramount nicht zahlen, wenn er sich dabei den Arm breche.
 
1942 spielte Crosby neben Fred Astaire in Mark Sandrichs musikalischen Komödie "Holiday Inn"2) (Musik, Musik), aus welcher der weltberühmte Irving Berlin-Song "White Christmas"2) stammt, der die meistverkaufte Schallplatte aller Zeiten wurde. Später nahm Michael Curtiz den Welterfolg zum Anlass, um den Streifen "White Christmas"4) (1954, Weiße Weihnachten2)) zu drehen. Einen "Oscar" erhielt der Star 1944 als singender Pater Chuck O'Malley in Leo McCareys Musikfilm "Going My Way"2) (Der Weg zum Glück), für die Fortsetzung an der Seite von Ingrid Bergman in "The Bells of St. Mary's"2) (1945, Die Glocken von St. Marien) wurde ihm eine "Oscar"-Nominierung zuteil, ebenso wie 1954 für die Verkörperung des zum Alkoholiker gewordenen Bühnen-Star Frank Elgin in "The Country Girl"4) (Ein Mädchen vom Lande2)), wo er als Partner von Grace Kelly glänzte. Zu erwähnen ist auch seine Hauptrolle in Billy Wilders Filmmusical "The Emperor Waltz"2) (1948, Ich küsse Ihre Hand, Madame) an der Seite von Joan Fontaine.
1956 hatte Crosby seinen letzter großer Filmerfolg neben Grace Kelly, Frank Sinatra und Louis Armstrong in Charles Walters "High Society"4) (Die Oberen Zehntausend2). Das Leinwand-Musical mit Musik von Cole Porter zählt zu den Klassikern und schrieb nicht zuletzt wegen etlicher eingängiger Songs wie etwa dem Liebeslied "True Love"2) Filmgeschichte. So notiert beispielsweise das "Lexikon des Internationalen Film": "Ein perfekt inszeniertes Musical mit parodistischen Zügen; durch witzige Dialoge und schmissige Musik sehr unterhaltsam."
Zu Crosbys letzten Aktivitäten vor der Filmkamera zählt die Gangsterparodie "Robin and the 7 Hoods"2) (1964, Sieben gegen Chicago) unter anderem mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.
 
Bing Crosby, der Weltenbummler, Sportsmann und Lebenskünstler, wurde jedoch vor allem als Schlagersänger weltberühmt: 300 Millionen Platten verkaufte er zu seinen Lebzeiten. Darunter waren Hits wie "High Society", "Joobala!" und "I'm Dreaming of a White Christmas" Deshalb wohl auch gehörte Crosby lange Jahre zu den meistverdienenden Schauspielern und Sängern; siehe auch die Wikipedia-Information "Bing Crosby als Jazzsänger" sowie Diskografie.
Er begeistert als Sänger gleichermaßen wie als Schauspieler, sowie durch seine zurückhaltende, charmante Art. Darüber hinaus gab Bing Crosby zwischen seinen Rollen Gesangsunterricht und trainierte den Nachwuchs an der Schauspielschule. Seine Karriere nährte die unverwüstliche Legende vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
1953 hatte Bing Crosby, oft auch als "Mr. White Christmas" tituliert, seine Memoiren unter dem Titel "Call Me Lucky" veröffentlicht.

 
Der Mann mit dem zerknautschten Hut, der viel zu großen buntkarierten Jacke und dem schalkhaften Lächeln im Blick war einer der sympathischsten und liebenswertesten Superstars des amerikanischen Kinos. Obwohl er zu den Multimillionären gehörte, wirkte er, wo immer er auftrat, bescheiden und mildtätig. Kaum ein Großer Hollywoods hat sich so stark für Waisenhäuser, Hospitäler und sozial Schwache eingesetzt. Darüber hinaus pflegte er seine Hobbys: Er angelte gerne, züchtete Pferde, ritt und frönte seiner Leidenschaft, dem Golf.
Als Bing Crosby sich 1975 in Bremen dem südafrikanischen Profi Dale Hayes zum Golf-Duell stellte, waren die Zuschauer von der Fitness des 74-jährigen fasziniert und überrascht. "Golf hält mich fit, und so werde ich hundert Jahre alt." Das hat er nicht geschafft, der Sänger, Clown und Komiker mit dem schrägen Charme: Ausgerechnet auf einem Golfplatz in Madrid brach er zwei Jahre später zusammen und starb am 14. Oktober 1977 in Madrid an einem Herzinfarkt. Die letzte Ruhe fand er auf dem "Holy Cross Cemetery" in Culver City (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
 
Der legendäre Entertainer, Sänger und Schauspieler war zwei Mal verheiratet. Ende September 1930 hatte er die damals 18-Jährige Wilma Winifred Wyatt (geb. 1911) geehelicht, die als Jazz-Sängerin unter dem Namen Dixie Lee2) äußerst populär war und mit der er bis zu deren frühen Tod am 1. November 1952 glücklich zusammen lebte; Dixie Lee, welche Alkoholabhängig gewesen sein soll, erlag drei Tage vor ihrem 41. Geburtstag einem Krebsleiden. Aus der Verbindung stammen vier Söhne, Gary Crosby2) (1933 – 1995), die Zwillinge Phillip5) (1934 – 2004) und Dennis Crosby5) (1934 – 1991) sowie Lindsay Crosby5) (1938 – 1989); Lindsay Crosby setzte am 11. Dezember 1989 mit nur 51 Jahren seinem Leben durch einen Kopfschuss ein Ende, ebenso wie Bruder Dennis, der sich im Mai 1991 56-jährig ebenfalls erschoss. 
Zweite Ehefrau Crosbys wurde am 24. Oktober 1957 Schauspielerin Kathryn Grant2), die ihm drei weitere Kinder schenkte. Sohn Harry Crosby5) wurde 1958 geboren, Tochter Mary Crosby2) erblickte 1959, 1961 folgte Sohn Nathaniel Crosby5)
Der älteste Sohn Gary Crosby (nicht zu verwechseln mit dem britischen Bassisten gleichen Namens) trat später in die Fußstapfen seiner Eltern und wurde ebenfalls Sänger und Schauspieler, konnte den Starstatus seines Vaters jedoch nicht erreichen. 1983 veröffentlichte er seine Autobiografie "Going My Own Way", in der er unter anderem seine schwierige, durch die Alkoholsucht seiner Mutter und seinem autokratisch-gestrengen Vater geprägte Kindheit sowie seine eigenen Problemen mit Alkohol enthüllte. Phillip Crosby konnte, als er 2004 im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb, ebenfalls auf eine, wenn auch kurze Karriere im Showbusiness zurückblicken.
Harry Crosby war anfangs als Schauspieler und Sänger aktiv und stand für einige Filme und TV-Shows vor der Kamera, seit den 1980er Jahren arbeitete er als Banker. Mary Crosby ist/war eine erfolgreiche Schauspielerin, die unter anderem Ende der 1970er Jahre in dem Dauerbrenner "Dallas" als Sue Ellens Schwester Kristin Shepard auftrat. Nathaniel Crosby machte sich als exzellenter Golf-Spieler einen Namen, bereits mit 19 Jahren gewann er 1981 als jüngster Teilnehmer die amerikanische "Amateur Championship", ein Rekord, der erst 1994 von Tiger Woods gebrochen wurde. 
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia 
1) Laut Wikipedia geben die meisten Quellen das Jahr seiner Geburt mit 1903 an, jedoch trägt sein Grabstein – auf Anweisung seiner Familie – als Geburtsjahr das Datum 1904.
Link: 2) Wikipedia (deutsch), 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) www.moviemaster.de, 5) Wikipedia (englisch)
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)

Comedy-"Road"-Filme mit Bob Hope und Dorothy Lamour:

  • 1940: Road to Singapore
  • 1941: Road to Zanzibar
  • 1942: Der Weg nach Marokko (Road to Morocco)
  • 1946: Der Weg nach Utopia (Road to Utopia)
  • 1948: Road to Rio
  • 1952: Road to Bali
  • 1962: Road to Hong Kong (Dorothy Lamour in einer Gastrolle)
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