Errol Flynn, eigentlich Errol Leslie Thomson Flynn, wurde am 20. Juni 1909 in Hobart (Australien) als Sohn des des renommierten australischen Meeresbiologie-Professors und Zoologen Theodore Thomson Flynn1) (1883 – 1968) und dessen Ehefrau Lily Mary Young, ebenfalls Meeresbiologin, auf der australischen Insel Tasmanien1) geboren; er hatte eine jüngere Schwester, Rosemarie. Sein Leben war in jungen Jahren nicht ganz "blütenweiß", in Sidney handelte sich der schlechte Schüler einst diverse Rausschmisse und sogar Haftstrafen ein, soll unter anderem als Gigolo sein Geld verdient haben, bevor er seine Heimat verließ. Aber nicht Hollywood war zunächst das Ziel, sondern Neuguinea, wo Flynn sich als Goldsucher und Wilderer versuchte. Als er auf einer seiner abenteuerlichen Expeditionen einen Einheimischen erschoss, wurde er wegen Mordes zur Verantwortung gezogen.
Bereits 1930 unternahm Flynn in seinem eigenen Schiff "Sirocco" eine Weltreise. Seine Erlebnisse schilderte er in Reportagen für das "Sydney Bulletin". Zurück in Australien geriet er durch Zufall an den Schauspielerberuf, nachdem er an einem Casting des Regisseurs Charles Chauvel teilgenommen hatte und akzeptiert wurde. Nach diesen ersten Kontakten mit der heimischen Filmproduktion nahm Flynn in England schließlich Schauspielunterricht. Und so wurde aus Flynn letztlich das athletische Mannsbild, der Prototyp des verwegenen Helden aus den frühen Jahren Hollywoods. 
 
Foto: Errol Flynn ca. 1940
Quelle: Wikimedia Commons  bzw. Wikipedia 
von der "National Library of Australia"
Angaben zur Lizenz siehe hier
Errol Flyn agierte vornehmlich in Abenteuer- und Piratenfilmen und zu einem guten Teil spielte er sich dabei selbst, denn bis zu seinem Debüt in dem eher drittklassigen australischen Semi-Dokumentarfilm "In the Wake of the Bounty" (1932) führte er ein Abenteuerleben wie es im Buche steht. Zunächst verdiente er sein Geld in England mit kleinen Bühnenrollen und Gelegenheitsarbeiten, wurde schließlich von einem Geschäftsführer der "Warner Brothers" 1935 nach Hollywood geschickt. Hier benötigte man für "Unter Piratenflagge"1) (1935, Captain Blood2)) dringend einen Darsteller des Piratenkapitäns. Mit Flynn hatte Regisseur Michael Curtiz den idealen Typus für die Rolle des Freibeuters Peter Blood gefunden. Einen Vertrag von "Warner Brothers" in der Tasche, avancierte Flynn, der noch im gleichen Jahr die französische Schauspielerin Lili Damita (1904 – 1994) heiratete, schnell zum draufgängerischen Star zahlreicher Mantel- und Degen-Filme. Häufig spielte der charismatische Filmheld an der Seite von Olivia de Havilland, so etwa in "Die Attacke der leichten Brigade"1) (1936, The Charge of the Light Brigade), in "Robin Hood, der König der Vagabunden"1) (1938, The Adventures of Robin Hood2)) oder in "Dodge City"1) (1939, Herr des wilden Westens). Zu seinen Leinwanderfolgen zählen außerdem als Partner von Bette Davis "Günstling einer Königin"2) (1939, The Private Lives of Elizabeth and Essex1)), "Der Herr der sieben Meere"1) (1940, The Sea Hawk2)), in dem er wieder einen Freibeuter spielte oder der Western "Goldschmuggel nach Virginia"2) (1939, Virginia City1)). Eher zu vernachlässigen ist William Dieterles Somerset Maugham-Adaption "Another Dawn"1) aus dem Jahre 1937, ebenso wie Michael Curtiz' Western "Santa Fe Trail"1) (1940, Land der Gottlosen), in dem erneut Olivia de Havilland die weibliche Hauptrolle spielte. Die Kritiken zu der Krimikomödie "Footsteps in the Dark"1) (1941, Mr. X auf Abwegen) sind unterschiedlich, so urteilt prisma.de "zeitlos-vergnügliche Krimi-Komödie mit parodistischer Eleganz", für "Cinema" ist der Streifen "eher öde, trotz des charismatischen Stars".

Wie sein Idol Ernest Hemingway nahm auch Flynn am Spanischen Bürgerkrieg teil, wurde aber wegen seiner Kontakte zu einem Spion von der Presse heftig kritisiert. Ein schwerer Schlag für sein Ego war seine Untauglichkeit im 2. Weltkrieg, da er an Tuberkulose und Malaria litt.
Seit Ende der 1940er Jahre griff Flynn immer häufiger zur Flasche. Mit seinem extravaganten Privatleben und Drogen-Experimenten geriet der als Playboy verschriene Frauenheld des öfteren in die Schlagzeilen, etwa mit einer Vergewaltigungsklage, von der er jedoch freigesprochen wurde. Als mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die für Flynn typischen Abenteuerfilme von der Leinwand verschwanden, nahm er Rollen in Western, Kriegsdramen und Kriminalfilmen an. An seine Erfolge als Abenteurer konnte er damit nur selten anknüpfen, "Gentleman Jim, der freche Kavalier"2) (1942, Gentleman Jim1)) bzw. seine Rolle des Protagonisten in Raoul Walshs Boxerbiografie "Die Liebesabenteuer des Don Juan"2) (1948, Adventures of Don Juan1)) gehören zu diesen Ausnahmen. Eine seiner wenigen Charakterrollen spielte Flynn als Soames Forsyte in "Das Schicksal der Irene Forsyte"1)) (1949, That Forsyte Woman) nach dem 1906 erschienen Roman "Ein reicher Mann" (A Man of Property) aus der Trilogie "Die Forsyte-Saga" (The Forsyte Saga) von John Galsworthy. Bis Mitte der 1940er Jahre entstanden mehr oder minder erfolgreiche Produktionen wie " Sein letztes Kommando"1) (1941, They Died with Their Boots On), "Sabotageauftrag Berlin"1) (1942, Desperate Journey), "Aufstand in Trollness"1) (1943, Edge of Darkness), "Der Held von Burma"1) (1945, Objective, Burma!) oder "Ein Mann der Tat"1) (1945, San Antonio).

Flynn hatte allerdings weniger mit seinem Imageverlust, als mit seiner Sucht zu kämpfen. Die Trennung von "Warner Brothers" im Jahre 1950 läutete auch das Ende seiner Filmkarriere ein. Die nach 1952 produzierten Filme gelten mit Ausnahme des Piratenabenteuers "Gegen alle Flaggen"2) (1952, Against All Flags1)) und der Hemingway-Adaption "Zwischen Madrid und Paris"1) (1957, The Sun Also Rises) mehr oder weniger als Flops an den Kinokassen. Für seinen letzten Film "Cuban Rebel Girls" (1959), eine missratene, halbdokumentarische Hommage an Fidel Castro, zeichnete Flynn als Drehbuchautor, Erzähler und Co-Produzent verantwortlich. Daneben gab es 1958 einen Comebackversuch als Bühnendarsteller.
Die mit einem Ghostwriter verfasste Autobiographie "My Wicked, Wicked Ways" erschien 1959 posthum. Sie wurde 1984 von Don Taylor mit Duncan Regehr in der Hauptrolle verfilmt.
 
Sein unvollendeter "Wilhelm Tell"-Film stürzte ihn 1950 in große Schulden. Alkohol und eine Morphium-Sucht ließen ihn vorzeitig altern.
Gezeichnet von Drogen und Alkohol starb Errol Flynn 50-jährig am 14. Oktober 1959 im kanadischen Vancouver an Herzversagen – bei ihm war seine letzte Geliebte, die damals erst 17-jährige Tänzerin Beverly Aadland1) (1943 – 2010). Die letzte Ruhe fand der einstige Leinwandheld auf dem "Forest Lawn Memorial Park Cemetery" in Glendale (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de.
Aus seiner Anfang April 1942 geschiedenen ersten Ehe mit Lili Damita3) (1904 – 1994) stammte der 1941 geborene Sohn Sean Leslie Flynn1), der ebenfalls anfangs in einigen Filmen auftrat, später als Fotojournalist während des Vietnamkrieges arbeitete. Seit einer Reise an die Front nach Kambodscha, zu der er am 6. April 1970 gemeinsam mit seinem Kollegen Dana Stone aufgebrochen war, gilt Sean Flynn als verschollen. Mutter Lily Damita wandte große Summen für die Suche nach ihrem Sohn auf, trotzdem konnte er nie gefunden werden und wurde erst 1984 offiziell für tot erklärt.
Mit seiner zweiten Frau Nora Eddington4) (1924 – 2001), die Flynn 1944 ehelichte, hatte er die beiden Töchter Deirdre (geb. 1945) und Rory (geb. 1947), die als Standbild-Fotografin für den Film arbeitet und mit einem Dokumentarfilmer verheiratet ist; deren 1989 geborener Sohn Sean Flynn1) steht am Anfang einer Karriere als Teenie-Star und ist inzwischen im Film- und Fernsehgeschäft recht erfolgreich.
Nach seiner Scheidung am 7. Juli 1948 heiratete Flynn Ende Oktober 1950 die Schauspielerin Patrice Wymore1) (1926 – 2014), mit der er offiziell bis zu seinem Tod verheiratet war; aus dieser Verbindung stammt die Tochter Arnella (1953 – 1998), die unter anderem als Mannequin arbeitete. Ihr Sohn Luke Flynn, Jahrgang 1976 und in den USA ein bekanntes Top-Model, tritt derzeit in die Fußstapfen des Großvaters: Auf der Basis von Flynns Memoiren arbeitet er für das australische Kino an einem Drehbuch über die frühen, abenteuerlichen Jahre von Errol Flynn vor seiner Zeit als Hollywood-Star. In dem Film verkörpert er auch seinen Großvater.5)

Noch heute gilt Errol Flynn als die Verkörperung des draufgängerischen Filmhelden schlechthin. 1997 wurde er von dem Magazin "Entertainment Weekly" in die Garde der 100 größten Stars aller Zeiten eingereiht. 2013 entstand von Eckhart Schmidt der Dokumentarfilm "Hollywood Rebellen"2), in dem sich der Regisseur neben Hollywood-Ikonen wie Humphrey Bogart, Rudolph Valentino, Robert Mitchum, James Dean, Marlon Brando oder Steve McQueen auch dem unvergessenen Errol Flynn widmet.
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) Wikipedia (englisch)
Quelle: 5) Wikipedia
Lizenz Foto Errol Flynn:
Dieses Bild ist gemeinfrei, weil sein Urheberrecht in Australien abgelaufen ist. Nach dem Informationsblatt über Urheberrecht des ACC (Februar 2012) ist dies in folgenden Fällen der Fall:
  • Es handelt sich um ein Lichtbild, das vor dem 1. Januar 1955 erschaffen wurde
  • Es handelt sich um eine Ausgabe einer Reihe, die vor 25 Jahren veröffentlicht wurde.
  • Es handelt sich um ein Werk der Regierung Australiens oder eines ihrer Bundesstaaten, das vor 50 Jahren, aber vor dem 1. Mai 1969 erschaffen wurde.
  • Es handelt sich um ein anderes Werk, dessen Autor vor dem 1. Januar 1955 verstorben ist.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch www.djfl.de, Wikipedia
Fotos bei www.virtual-history.com
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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