Ava Gardner
Ava Gardner (Ava Lavinia Gardner) wurde am 24. Dezember 1922 in  Grabtown bei Smithfield (North Carolina) als Tochter eines Tabak-Pachtfarmers geboren. Gemeinsam mit ihren zwei Brüdern Raymond und Melvin sowie den vier Schwestern Beatrice, Elsie Mae, Inez und Myra wuchs sie ärmlichen Verhältnissen auf. Als die Kinder noch klein waren, verlor der Vater Jonas Bailey Gardner die Farm und musste seine Familie als Arbeiter bei einem Sägewerk durchbringen, die Mutter Mary Elizabeth, genannt "Molly", trug zum Lebensunterhalt als Köchin und Dienstmädchen sowie als Hausmeisterin in einer nahe gelegenen Schule bei. Der Umzug nach Newport News (Virginia) – Ava Gardener war 13 Jahre alt – brachte nicht die erhoffte Möglichkeit, bessere Jobs zu finden, und so ließ sich die Familie schließlich in Rock Ridge, einer Vorstadt von Wilson (North Carolina) nieder. Als der Vater 1935 starb, wurde die finanzielle Situation zwar nicht besser, doch Ava Gardner konnte die Schule in Rock Ridge abschließen und anschließend noch ein Jahr lang das "Atlantic Christian College" in Wilson besuchen, um sich zur Sekretärin ausbilden zu lassen. 
Atemberaubende Fotoaufnahmen machten die MGM-Bosse auf die junge attraktive Ava Gardner aufmerksam, nachdem ein Privatfoto ihres Schwagers Larry Tarr in deren Hände gelangt war. Wenig später erhielt sie 1941 einen Fünfjahresvertrag von der Filmgesellschaft "Metro Goldwyn Mayer". Zwischen 1942 und 1946 spielte Ava Gardner kleine Rollen in B-Pictures verschiedener Genres und wurde durch die PR-Maschinerie der MGM für den Starruhm vorbereitet. Das hoffnungsfrohe Nachwuchstalent arbeitete hart daran, ihren Südstaatenakzent zu unterdrücken um auch für größere Rollen in Frage zu kommen und in der Tat schaffte sie es, sich allmählich bei MGM einen Namen zu machen.
In dem Krimi "Whistle Stop" bekam sie 1946 ihre erste Hauptrolle und in Robert Siodmaks Hemingway-Verfilmung "Rächer der Unterwelt"1) (The Killers2)) hatte Ava Gardner als Kitty Collins 1946 ihren Durchbruch als Leinwanddarstellerin, avancierte an der Seite von Burt Lancaster zum Star. Ende der 1940er Jahre löste die gefeierte Liebesgöttin die herrschende Hollywood-Diva Rita Hayworth mit Filmen wie "Venus macht Seitensprünge" (1948, One Touch of Venus), "Der Spieler"2) (1949, The Great Sinner) oder "Geheimaktion Carlotta"2) (1949, The Bribe) ab.

1951 spielte Ava Gardner auch in dem Musikfilm von George Sidney "Mississippi-Melodie"2) (Show Boat) mit. Der Film ist die mitreißende, zuweilen rührende Adaption des berühmten Südstaaten-Musicals von Jerome Kern nach der Novelle " Show Boat" von Edna Ferber; das Libretto und die Liedtexte stammen von Oscar Hammerstein II. Premiere hatte "Show Boat" in den USA 1927 auf der Musical-Bühne; zum ersten Mal wurden in diesem Stück Segregation und Rassenvorurteile kritisiert, ein vom Broadway bis dahin tabuisiertes Thema. Jerome Kern war der erste amerikanische Komponist, der in der Theatermusik mit der europäischen Tradition brach. In dem Film lernt die Tochter eines Schaubootbesitzers (Joe E. Brown) Magnolia, (Kathryn Grayson) den Spieler Gaylord Ravenal (Howard Keel) kennen und heiratet ihn gegen den Willen der strengen Mutter (Agnes Moorehead). Sie verlässt ihre Eltern und reist mit ihrem spielsüchtigen Gatten umher. Als er endlich pleite ist, packt ihn das schlechte Gewissen. Um seiner Frau nicht noch mehr zu schaden, verlässt er sie, ohne zu wissen, dass sie von ihm ein Kind erwartetet. Die attraktive Sängerin Julie LaVerne (Ava Gardner), eine Mulattin, muss das Schiff verlassen, als sie sich mit einem Weißen einlässt. Später verhilft sie der in Not geratenen Magnolia zu einer Anstellung als Sängerin …
Nach Streifen wie "Pandora und der fliegende Holländer"2) (1951, Pandora and the Flying Dutchman) oder "Mann gegen Mann" (1952, Lone Star) hatte Ava Gardner ihre besten Rollen in den 1950er Jahren in Henry Kings Hemingway-Verfilmung "Schnee am Kilimandscharo"2) (1952, The Snows of Kilimanjaro) zusammen mit Gregory Peck und Susan Hayward, in Richard Thorpes aufwendigem Historienabenteuer "Die Ritter der Tafelrunde"2) (1953, Knights of the Round Table) mit Robert Taylor, in John Fords Abenteuerfilm "Mogambo"1) (1953, Mogambo2); Oscar-Nominierung) mit Clark Gable und Grace Kelly sowie in Joseph Mankiewicz' "Die barfüßige Gräfin"1) (1954, The Barefoot Contessa2)), wo die Gardner als selbstzerstörerischer Hollywoodstar Maria Vargas glänzte, neben Humphrey Bogart in der männlichen Hauptrolle; sehenswert ist auch George Cukors Literaturadaption "Knotenpunkt Bhowani"2) (1956, Bhowani Junction).
 
1955 kehrte der Filmstar Hollywood den Rücken und lebte in Europa, zunächst in der Highsociety von Madrid, dann ab 1968 in London. Ava Gardner entwickelte eine große Bewunderung für Europa, lebte hauptsächlich recht zurückgezogen in ihrem Appartement in London in der Nähe des Hyde Parks, auch wenn sie sporadisch immer noch interessante Filmrollen annahm. So sah man sie in dem humorvollen Streifen "Die kleine Hütte"1) (1957, The Little Hut) neben Stewart Granger und David Niven, mit Tyrone Power und Errol Flynn spielte sie in Henry Kings "Zwischen Madrid und Paris"2) (1957, The Sun Also Rises), inszeniert nach dem Hemingway-Roman "Fiesta", Stanley Kramer besetzte sie in dem Drama "Das letzte Ufer"2) (1959, On the Beach).
In den 1960er Jahren brillierte Ava Gardner als Partnerin von Charlton Heston in dem den Boxeraufstand in Peking (Juni 1900) thematisierenden Monumentalfilm "55 Tage in Peking"2) (1963, 55 Days at Peking), eindrucksvoll auch ihre Rolle der Hotelbesitzerin Maxine Faulk in John Hustons "Die Nacht des Leguan"2)  (1964, The Night of the Iguana) an der Seite von Richard Burton. 1966 folgte John Hustons Bibel-Epos "Die Bibel"2) (The Bible: In the Beginning) mit der Figur der Sarah, zwei Jahre später erlebte man sie als österreichische Kaiserin Elizabeth ("Sissi") in Terence Youngs "Mayerling"2) (1968) neben Omar Sharif, Catherine Deneuve und James Mason. In den 1970er Jahren zeigte sich Ava Gardner unter anderem in dem Western "Das war Roy Bean"2) (1972, The Life and Times of Judge Roy Bean), in dem Katastrophenfilm " Erdbeben"2) (1974, Earthquake), in dem Märchenfilm "Der blaue Vogel"2) (1976, The Blue Bird) und dem Thriller "Treffpunkt Todesbrücke" (1978, The Cassandra Crossing). In nachfolgenden Jahrzenht trat sie vereinzelt auch in Fernsehproduktionen auf, beispielsweise in der TV-Produktion "Harem"2) (1986, Rebell der Wüste) – ihre letzte Arbeit vor der Kamera.

Meist spielte Ava Gardner starke, verführerische Frauen, die durch ihre erotische Ausstrahlung wirkten, bisweilen auch in exotischer Umgebung. Von Presse und Kritikern wurde sie mit den Attributen "Venus des 20. Jahrhunderts", "schönste Frau der Welt" und "Königin von Hollywood" bedacht. Mindestens ebenso im Blickfeld der Öffentlichkeit, wie ihre schauspielerische Leistungen standen bei der Gardner immer wieder Ereignisse in ihrem Privatleben. So wurde ihr Lebenswandel viel beachtet und von der Presse verfolgt, insbesondere ihre Ehen mit dem Schauspielerkollegen Mickey Rooney3), mit dem sie kurz zwischen Januar 1942 und Mai 1943 verheiratet war, und dem Jazzklarinettisten bzw. Bandleader Artie Shaw2) (1910 – 2004), von dem sie sich nach zwölf Monaten wieder trennte; am 17. Oktober 1945 hatte das Par geheiratet, am 25. Oktober 1946 erfolgte die Scheidung. Ihre Beziehung zu dem Milliardär Howard Hughes2) (1905 – 1976) war ebenso schlagzeilenträchtig wie ihre dritte und letzte Ehe mit Frank Sinatra3) (1915 – 1998), den sie am 7. November 1951 heiratete; die Ehe wurde Anfang Juli 1957 geschieden, nachdem das Paar schon zwei Jahre lang getrennt gelebt hatte. Sinatras Beziehung zu Ava Gardner kann man in dem Buch "Ava Gardner – Ihre Filme – ihr Leben" von John Daniell (Wilhelm Heyne Verlag, München 1987, deutsche Übersetzung von Cornelia Zumkeller) nachlesen.
Nach ihrer Scheidung von Sinatra war die Hollywood-Diva vor dem Presserummel nach Spanien geflüchtet. Dort traf sie auf den  Torero Luis Miguel Dominguín2) (1926 – 1996), mit dem ihr eine heftige Affäre nachgesagt wird.

Im November 1986 erlitt Ava Gardner einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr so recht erholte. Am 25. Januar 1990 erlag die Hollywood-Diva Ava Gardner, die einmal "mit einer Zigarette in der einen Hand, in der anderen einen Scotch" sterben wollte, im Alter von 67 Jahren in London den Folgen einer Lungenentzündung. Im selben Jahr erschien posthum ihre Autobiographie "Ava". Die letzte Ruhe fand sie auf dem "Sunset Memorial Park" in Smithfield (North Carolina) → Foto der Grabstelle bei knerger.de

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) prisma.de, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
  
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(Link: Wikipedia, prisma.de)
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