Olivia (Mary) De Havilland wurde am 1. Juli 1916 in der japanischen Hauptstadt Tokio geboren. Die Tochter des britischen Patentanwalts Walter Augustus de Havilland (1872 – 1968), Cousin des Flugpioniers und Ingenieurs Geoffrey de Havilland1), und der Schauspielerin Lillian Fontaine1) (1896 – 1975) ist die ältere Schwester der Schauspielerin Joan Fontaine2) (1917 – 2013), die zeitgleich ihre Filmkarriere begann. Schon in jungen Jahren erhielt Olivia gemeinsam mit ihrer Schwester Schauspielunterricht von der Mutter, nachdem sich die Familie in Kalifornien niedergelassen hatte, da man sich dort bessere Heilungschancen für die gesundheitlich labile Mutter versprach, besuchte sie die High School in Los Angeles. Während einer Schulaufführung von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", wo sie die Rolle der Hermia spielte, wurde Olivia De Havilland von Regisseur Max Reinhardt entdeckt. Sofort erhielt sie von "Warner Brothers" einen Langzeit-Vertrag und interpretierte 1935 die Figur der Hermia auch in der legendären Hollywood-Adaption "A Midsummer Night's Dream"3) (Ein Sommernachtstraum1)). In dieser phantasievoll-skurrilen Inszenierung von Max Reinhardt und William Dieterle fiel Olivia De Havilland erstmals als Charakterdarstellerin auf, später sah man sie häufig in den Abenteuer-Filmen von Michael Curtiz, so als Partnerin von Hollywood-Star Errol Flynn in "Unter Piratenflagge"3) (1935, Captain Blood1)), "Die Attacke der leichten Brigade"1) (1936, The Charge of the Light Brigade), "Robin Hood, der König der Vagabunden"3) (1938, The Adventures of Robin Hood1)), "Herr des Wilden Westen"1) (1939, Dodge City) sowie "Günstling einer Königin"3) (1939, The Private Lives of Elizabeth and Essex1)) an der Seite von Bette Davis –  Klassiker des amerikanischen Kinos, die in nachhaltiger Erinnerung geblieben sind.
 
Mit Regisseur Mervyn LeRoy sowie Fredric March als Partner drehte sie den pathetischen Historienstreifen "Ein rastloses Leben"3) (1935, Anthony Adverse1)), 1939 erhielt sie für ihre Rolle der engelsgleichen, gütigen Melanie Hamilton in Victor Flemings Kriegsepos "Vom Winde verweht"3) (Gone with the Wind1)) nach dem Bestseller von Margaret Mitchell  (mit Clark Gable und Vivien Leigh) eine Oscar-Nominierung, insgesamt wurde dieser legendäre Klassiker mit zehn Oscars ausgezeichnet und zählt somit zu den erfolgreichsten und berühmtesten Filme des internationalen Kinos.
Es folgten Produktionen wie "Land der Gottlosen"1) (1940, Santa Fe Trail), "Das Goldene Tor"1) (1941, Hold Back the Dawn), "Sein letztes Kommando"1) (1941, They Died with Their Boots On), "Schönste der Stadt"3) (1941, The Strawberry Blonde1)), "Ich will mein Leben leben"1) (1942, In This Our Life) oder "Der Pilot und die Prinzessin"1) (1943, Princess O'Rourke). Für Aufregung sorgte ihre Klage gegen "Warner Brothers", die ihren Sieben-Jahres-Vertrag zwar weiter verlängert hatte, sie dann aber suspendierte, da sie sich weigerte, eine Rolle zu spielen. Eine Zeit lang war die De Havilland dann von der Leinwand verschwunden.
Sie war mehrfach für den "Oscar" nominiert und erhielt ihn schließlich für die glänzende Darstellung der aufopferungsvollen Mutter in Mitchell Leisens Drama "Mutterherz"1) (1946, To Each His Own). Noch beeindruckender war sie in der Doppelrolle der guten und der bösen Schwester Collins in Robert Siodmaks Film noir "Der schwarze Spiegel"1) (1946, The Dark Mirror). Eine ihrer überraschendsten Filmfiguren war die Darstellung der Patientin einer Nervenanstalt, Virginia Stuart Cunningham, in Anatole Litvaks Irrenhausdrama "Die Schlangengrube"1) (1948, The Snake Pit).; auch für diese Interpretation erhielt sie eine "Oscar"-Nominierung. Einen zweiten "Academy Award" schließlich brachte ihr 1949 an der Seite von Montgomery Clift die Hauptrolle in William Wylers "Die Erbin"1) (1949, The Heiress) ein, wo sie als die reiche, aber unscheinbare und ungeliebte Catherine Sloper brillierte, die durch die Aufmerksamkeiten des Lebemanns und Mitgiftjägers Morris Townsend (Montgomery Clift) aufblüht und den Betrüger zu ihrem Liebhaber macht, um sich endlich als Frau fühlen zu können. Als Catherine feststellen muss, dass Townsend sie hintergeht, wird sie zum gnadenlosen Racheengel…
 
Trotz starker Nachfrage der Filmindustrie blieb die De Havilland immer dem Theater verbunden und stand in den 1950er und 1960er Jahren nur sporadisch vor der Kamera. 1951 feierte sie mit "Romeo and Juliet" einen erneuten großen Erfolg am Broadway.
Die Filmografie der 1950er Jahre weist nur wenige Produktionen auf, so unter anderem Henry Kosters Daphne Du Maurier-Adaption "Meine Cousine Rachel"1) (1952, My Cousin Rachel) mit Richard Burton als Partner, Stanley Kramers Melodram "…und nicht als ein Fremder"1) (1955, Not as a Stranger) mit Robert Mitchum und Frank Sinatra, Michael Curtiz' "Der Stolze Rebell" (1958, The Proud Rebel) mit Alan Ladd sowie das Krimi-Melodram "Die Nacht ist mein Feind"3) (1959, Libel) mit Dirk Bogarde. 1964 trat sie in zwei Horrorstreifen in Erscheinung, in Walter Graumanns "Lady in a Cage" und neben Bette Davis in dem Psychothriller "Wiegenlied für eine Leiche"3) (Hush… Hush Sweet Charlotte1)) von Regisseur Robert Aldrich.
In den 1970er und 1980er Jahren zeigte sie sich neben sporadischen Kinoauftritten wie als Mutter Oberin in "Papst Johanna"1) (1972, Pope Joan) oder als Emily Livingston in "Verschollen im Bermuda-Dreieck"1) (1978, Airport '77) auch des öfteren im Fernsehen: So unter anderem in dem Mehrteiler "Roots 2 Die nächsten Generationen" (1979), in der TV-Romanze von Charles und Diana "The Royal Romance of Charles and Diana" (1982; als Queen Elizabeth), dem Südstaaten-Epos "Fackeln im Sturm1) (1985) oder "Anastasia" (1986, Anastasia: The Mystery of Anna"). Letztmalig stand sie für den TV-Film "König ihres Herzens" (1988, The Woman He Loved) vor der Kamera und mimte die Tante Bessie; erzählt wird die Geschichte des britischen Königs Eduard VIII.1) (Anthony Andrews), der am 11. Dezember 1936 abdankte, um seine große Liebe, die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson1) (Jane Seymour) zu heiraten.

Von 1946 bis 1953 war der einstige Hollywood-Star mit dem Kriegsveteranen und Schriftsteller Marcus Goodrich (1897 – 1991) verheiratet, ihr zweiter Ehemann wurde 1955 der französische Journalist Pierre Galante (1909 – 1998), von dem sie sich 1979 scheiden ließ, ihm aber bis zu dessen Tod verbunden blieb. Aus der Ehe mit Marcus Goodrich stammte der 1949 geborene Sohn Benjamin, der am 1. Oktober 1991 an einem Hodgkin-Lymphom starb. Mit Pierre Galante hat sie die 1956 geborene Tochter Gisele, die in die Fußstapfen ihres Vaters trat und ebenfalls eine erfolgreiche Journalistin wurde.
1962 erschienen ihre Memoiren "Every Frenchman Has One", Ende der 1980er Jahre weitere Erinnerungen unter dem einfachen Titel "Olivia De Havilland". Derzeit soll sie gemeinsam mit Maureen O'Brien an weiteren Memoiren arbeiten.
Olivia De Havilland und US-Präsident George W. Bush 2008 anlässlich der Verleihung der "National Medal of Arts"; Urheber: James Kegley für "National Endowment for the Arts"; Quelle: Wikimedia Commons bzw. "National Endowment for the Arts" Die inzwischen über 95-jährige Olivia De Havilland lebt seit Mitte der 1950er Jahre in Paris und hat sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, lässt sich aber mitunter noch auf cineastischen Events wie beispielsweise im Februar 2011 bei der "César"-Verleihung blicken, oder wenn ihr eine Ehrung zuteil wird. Am 17. November 2008 erhielt sie aus der Hand des damaligen US-Präsidenten George W. Bush mit der "National Medal of Arts"1) die bedeutendste Auszeichnung, die durch den Kongress der Vereinigten Staaten an Künstler und Förderer der Künste verliehen wird. Am 8. September 2010 wurde die Hollywood-Legende, letzter noch lebender Star des Filmklassikers "Vom Winde Verweht", vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zum "Ritter der Ehrenlegion" (Chevalier of the Légion d'honneur) ernannt.
Nach dem Tode von Luise Rainer2) am 30. Dezember 2014 ist De Havilland derzeit die älteste noch lebende Oscar-Preisträgerin; seit 8. Februar 1960 hat sie einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame" (6762 Hollywood Blvd) → Wikimedia Commons.
 
Olivia De Havilland und US-Präsident George W. Bush 2008 anlässlich der Verleihung der "National Medal of Arts"
Urheber: James Kegley für "National Endowment for the Arts"
Quelle: Wikimedia Commons bzw. "National Endowment for the Arts"
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) prisma.de
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