Rita Hayworth
Rita Hayworth wurde am 17. Oktober 1918 als Margarita Carmen Cansino in New York City (USA) geboren; sie hatte zwei jüngere Brüder, Vernon und Eduardo Cansino, Jr. (1919 – 1974), von denen letzterer ebenfalls Schauspieler wurde. Die Eltern, der spanische Tänzer Eduardo Cansino (1895 – 1968) und das ehemalige Showgirl Volga Haworth (1897 – 1945), ließen die Tochter aus Familientradition zur Tänzerin ausbilden und so stand die kleine Margarita bereits im Alter von acht Jahren zusammen mit ihrem Vater auf der Bühne. Ihr professionelles Bühnendebüt als Tänzerin gab sie 1932 in Los Angeles. Zwei Jahre war sie dann mit ihrem Vater als "The Dancing Cansinos" in mexikanischen und kalifornischen Night-Clubs unterwegs.
1934 wurde sie von der amerikanischen "Fox" entdeckt und mit ihrer Rolle als  Tänzerin – noch unter dem Namen Rita Cansino – in Harry Lachmanns "Dante's Inferno"1) (1935, Das Schiff des Satans) begann ihre Filmkarriere. Als die "Fox" mit der Filmfirma "Twentieth Century" fusionierte, wurde sie entlassen, doch sogleich von "Columbia"-Boss Harry Cohn entdeckt und gefördert. Zunächst war sie – jetzt unter dem Namen Rita Hayworth – in mehr als zwanzig unbedeutenden B-Pictures überwiegend als Tänzerin zu sehen, dann wuchs ihr Ruhm jedoch stetig und sicher. Eine erste herausragende Schauspieler-Rolle als Judy und Partnerin Cary Grants erhielt die rothaarige Schönheit in dem Howard Hawks' Fliegerfilm "Only Angels Have Wings"1) (1939, SOS – Feuer an Bord).

Regisseure wie Allan Dwan, Herbert Biberman, Howard Hawks und George Cukor drehten mit ihr Filme, einen der Höhepunkte ihrer Karriere zeigte Rita Hayworth 1941 als "femme fatale" in Rouben Mamoulians Remake des Rudolpho-Valentino-Films "König der Toreros"1) (Blood and Sand), in dem Streifen lässt sie als verruchte Dona Sol ihren Helden, den von Tyrone Power gespielten Stierkämpfer Juan Gallardo am Ende zu Gunsten des neuen Stars der Arena, Manola de Palma (Anthony Quinn), fallen.
Wie sie im Leben von den Männern geliebt wurde, war Rita Hayworth im Film Partnerin der großen Leinwandstars jener Jahre. Neben Fred Astaire agierte sie als intrigantes Chormädchen Sheila Winthrop in Sidney Lanfields Cole-Porter-Musical "Reich wirst Du nie"1) (1941, You'll Never Get Rich) und als unterkühlte Tochter in William A. Seiters "Du warst nie berückender"1) (1942, You Were Never Lovelier). Als Gegenspielerin der sanften Olivia De Havilland sorgte sie zwischen James Cagney und Jack Carson für Verwirrung in der turbulenten Komödie "Schönste der Stadt"1) (1941, The Strawberry Blonde) von Regisseur Raoul Walsh. Irving Cummings besetzte sie als Partnerin von Victor Mature in dem musikalischen Biopic "Die Königin vom Broadway"1) (1942, My Gal Sal), mit Charles Boyer drehte sie unter der Regie von Julien Duvivier die Komödie "Manhattan-Ballade" (1942, Tales of Manhattan), neben Gene Kelly gab sie als Tänzerin Rusty Parker das "Cover Girl"1) (1944, Es tanzt die Göttin) in Charles Vidors gleichnamigem Film, der sich durch einige herausragende Tanznummern auszeichnet.
Zum Kino-Mythos und zur "Liebesgöttin" hochstilisiert schließlich wurde die Hayworth in Charles Vidors Streifen "Gilda"1) (1946, Gilda2)): Die gefährlich schöne Frau und ihr Ex-Geliebter Ballin (George Macready) treiben ein finsteres Spiel mit Gildas Ehemann Farrel alias Glenn Ford. Dieser "film noir", eine Mischung aus Kriminalfilm und Melodram, mit einer ständig emotionsgeladenen, schwülen Atmosphäre und einer Fülle erotischer Anspielungen festigte Rita Hayworths Position als populärem Hollywoodstar mit Sex-Symbol-Charakter endgültig. Höhepunkt ist zweifellos die legendäre Szene, in der sich Rita Hayworth im schwarzen Satinkleid mit trägerlosem Oberteil während der Gesangsnummer "Put The Blame On Mame" ihres armlangen Handschuhs entledigt, die beim – vor allem männlichen – Publikum überbordende Phantasien hervorrief. (Quelle: prisma.de; siehe auch www.arte.tv sowie www.dieterwunderlich.de)

Ein Jahr danach geriet der Krimi "Die Lady von Shanghai"1) (1947, The Lady from Shanghai2)) von Ehemann Orson Welles zum Skandal. Welles präsentierte in seinem Film die eigene Frau als dämonisch böses Weib, Enno Patalas schreibt in "Sozialgeschichte des Stars": "Welles entmystifiziert die amerikanische Frau, deren Symbol Rita Hayworth ist. Erst am Ende des Films erkennt O'Hara/Orson Welles die Abgründe in Elsa, zu spät, um sich selbst noch zu retten." → www.filmzentrale.com
Die späteren Filme der Hayworth sind Wiederholungen, die Rollen oft Kopien ihrer bisherigen Figuren: Da ist die Tänzerin und Ehefrau des Ermordeten in dem Krimi "Affäre in Trinidad"1) (1952, Affair in Trinidad) von Vincent Sherman, die den Mörder ihres Mannes (Glenn Ford) entlarvt, oder die reiche Witwe Vera Simpson, die im Kampf um "Frankie  Boy" Sinatra in George Sidneys Musical "Pal Joey"1) (1957) von ihrer schönen aber mittellosen Rivalin (Kim Novak) geschlagen wird. Rex Harrison war ihr "Diebespartner" in George Marshalls Komödie "Rendezvous in Madrid"1) (1962, The Happy Thieves), mit Gary Cooper zeigte sich in Robert Rossens Western "Sie kamen nach Condura"
1) (1959, They Came to Cordura). Noch einmal mit Glenn Ford stand sie für Burt Kennedys Krimi "Goldfalle"1) (1965, The Money Trap) vor der Kamera, mit Anthony Quinn für Terence Youngs Abenteuer "Ich komme vom Ende der Welt"1) (1967, L'Avventuriero). Danach wurde es still um den ehemaligen Star, letztmalig übernahm sie neben Robert Mitchum und Frank Langella eine Aufgabe in Ralph Nelsons Western "Zum Teufel mit Hosianna"1) (1972, The Wrath of God).

"Es gibt in den Mittvierziger Jahren keine andere Frau in Hollywood, die so groß war wie Rita Hayworth", schreiben die Filmhistoriker Ian und Elizabeth Cameron, Filmpublizist Enno Patalas notiert in seiner "Sozialgeschichte des Stars": "Sie war gewiss keine Ginger Rogers, aber in der Kunst, ihre bemerkenswert langen Beine, ihre Arme und ihre mächtige rotblonde Mähne schimmern zu lassen, übertraf sie ihre Vorgängerinnen."
Von ihren fünf Ehen waren die beiden mit Orson Welles und dem Prinzen Ali Khan die spektakulärsten. Zwar war Rita Hayworths Filmruhm von den privaten Skandalen und Affären in den Klatschspalten gefestigt, doch ihre schauspielerische Ausstrahlung war unbestritten. Als eine schöne Frau bleibt sie zeitlebens in der Erinnerung, ob bei der Hochzeit mit Filmproduzent James Hill, im Alter von 43 Jahren zusammen mit Modezar Emilio Schubarth oder 1978 gemeinsam mit ihrer Tochter Jasmin Khan.
  
Seit 1981 litt die damals Rita Hayworth, die in den 1940er Jahren als "das" Sex-Symbol Amerikas galt, massiv an der Alzheimer-Krankheit, schön früh sollen sich erste Anzeichen bemerkbar gemacht haben. Zu Beginn der 1970er Jahre hatte sich ihr Gesundheitszustand derart verschlechtert, dass sie keine weiteren Rollen mehr annehmen konnte. 1981 wurde sie entmündigt. Ihre Tochter aus der Ehe mit Prinz Aly Khan, Yasmin Aga Khan, nahm sie zu sich und pflegte sie zuhause in New York bis zu ihrem Tod.3) Am 14. Mai 1987 endete ihr jahrelanges "Sterben" mit 68 Jahren in New York. Die letzte Ruhe fand die auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes als "The Love Goddess" (dt.: "Die Liebesgöttin") bezeichnete Schauspielerin auf dem "Holy Cross Cemetery" in Culver City (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Die erste, 1937 in Las Vegas geschlossene Ehe der damals 18-Jährigen mit dem mehr als 30 Jahre älteren Geschäftsmann Edward C. Judson, der gleichzeitig als ihr Manager fungierte, endete im Mai 1942 vor dem Scheidungsrichter. Im darauffolgenden Jahr gab sie am 7. September 1943 dem Schauspieler und Regisseur Orson Welles4) (1915 – 1985) das Ja-Wort, doch trotz der gemeinsamen Tochter Rebecca (17.12.1944 – 17.10.2004) hatte auch diese Beziehung keinen Bestand und endete im Dezember 1948 vor dem Scheidungsrichter. Am 27. Mai 1949 erfolgte in Cannes unter großem Medienrummel Hochzeit Nummer 3 mit dem Playboy Prinz Ali Khan1) (1911 – 1960), dem Sohn des Aga Khan III.1) (1877 – 1957), Tochter Prinzessin Yasmin Aga Khan erblickte am 28. Dezember 1949 das Licht der Welt. Nur drei Jahre später erfolgte Ende Januar 1953 die offizielle Trennung. Im September des gleichen Jahres ehelichte die Hollywoodlegende den argentinischen Sänger Dick Haymes1) (1960 – 1980), auch dieser Verbindung war keine lange Dauer beschieden, im Dezember 1955 erfolgte die Scheidung. Anfang Februar 1958 ging sie die fünfte und letzte Ehe mit dem Regisseur und Filmproduzenten James Hill1) (1916 – 2001) ein, bereits im September 1961 wurde auch diese Ehe offiziell für gescheitert erklärt.

Verschiedene Autoren haben sich mit dem schillernden Leben der Hollywood-Diva beschäftigt, von Gerald Peary stammt das Buch "Rita Hayworth. Ihre Filme, ihr Leben" (1981), Barbara Leaming veröffentlichte "If This Was Happiness: A Biography of Rita Hayworth", Caren Roberts-Frenzel publizierte 2001 den reich bebilderten Band "Rita Hayworth: A Photographic Retrospective" – um nur einiges zu nennen.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de sowie
den ausführlichen Artikel bei Wikipedia (englisch)
Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma.de, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
3) Quelle: Wikipedia
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
Ihre ersten Filme drehte Rita Hayworth unter dem Namen "Rita Cansino",
ab "Criminals of the Air" (1937) trat sie fortan als Rita Hayworth auf.
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