David Niven (James David Graham Niven) wurde am 1. März 1910 als Sohn des britischen Berufsoffiziers William Graham Niven (1878 – 1915) und der französisch-britischen Henrietta de Gacher in Kirriemuir in London geboren und wuchs mit seinen drei älteren Geschwistern Margaret Joyce (1900 – 1981), Henry Degacher (1902 – 1953) und Grizel Rosemary (1906 – 2007) auf. Sein Vater wurde 1915 während des 1. Weltkrieges im Alter von 36 Jahren bei der Schlacht von Gallipoli1) getötet – der kleine David war grade sechs Jahre alt. Niven galt als schwer erziehbares Kind und wurde von mehreren Schulen verwiesen, ging dann nach dem Schulabschluss in die traditionsreiche Königliche Militärakademie von Sandhurst (Royal Military Academy Sandhurst1)). Anschließend diente er vier Jahre lang bei der "Highland Light Infantry" und wollte Berufssoldat werden. Er kam nach Malta, dort jedoch verließ er die Armee, ging nach Amerika und arbeitete in den verschiedensten Berufen, verdingte sich als Holzfäller, Brückenbauer, Journalist und Whiskey-Verkäufer. Mit einer in New York gegründeten Rennpferde-Vermittlung scheiterte er, ging daraufhin kurzzeitig nach Kuba, um dann 1934 in Kalifornien bzw. Hollywood zu landen. Dort stand er zunächst als Edelkomparse, Typ "britischer Gentleman", für eine Reihe von Filmen vor der Kamera.
 

Foto: David Niven, aufgenommen im Jahre 1973 in London
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0
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David Niven, aufgenommen im Jahre 1973 in London; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com);  Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
David Niven hatte wohl früh bei seiner Militärausbildung eine Art Schliff erhalten, der ihn oft zu Uniformrollen prädestinierte. Die ersten bedeutenden Rollen hatte er als Major Lockert in William Wylers Literaturadaption "Zeit der Liebe, Zeit des Abschieds"1) (1936, Dodsworth), als Captain Randall in Michael Curtiz' Abenteuer "Der Verrat des Surat Khan"1) (1936, The Charge of the Light Brigade) sowie als Leutnant Scott in dem Kriegsstreifen "The Dawn Patrol" (1938) von Regisseur Edmund Goulding –  beide Male an der Seite von Publikumsliebling Errol Flynn. David Niven drehte bis zum Kriegsausbruch so unterschiedliche Filme wie den Kostümfilm "Der Gefangene von Zenda"1) (1937, The Prisoner of Zenda) von John Cromwell, die Ernst-Lubitsch-Komödie "Blaubarts achte Frau"1) (1937, Bluebeard’s Eighth Wife), die ganz auf Ginger Rogers abgestellte heitere Geschichte "Die Findelmutter"1)  (1939, Bachelor Mother) oder die Emily-Bronté-Verfilmung "Sturmhöhe"1)  (1939, Wuthering Heights) von William Wyler.
Dann wurde Nivense Filmkarriere durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. In den USA schließlich wurde er vom Militärdienst zurückgestellt, weil man ihn in kritischen Kriegsfilmen für Offiziersrollen brauchte. Zwischendurch aber war auch er immer wieder an der Front, er erlebte den Sturm auf Dünkirchen, wurde 1944 zum Oberst befördert, um 1945 sofort wieder vor der Kamera zu stehen. General Eisenhower dekorierte ihn für seine Verdienste mit den Orden der "American Legion of Merit".

Während des Krieges drehte Niven in Großbritannien die Propagandafilme "Spitfire" (1942, auch: The First of the Few) von Leslie Howard und "The Way Ahead" (1944) von Carol Reed. Nach dem Zweiten Weltkrieg pendelte er zwischen Hollywood und den Londoner Studios hin und her und stand für zahlreiche Kinoproduktionen vor der Kamera. Eine seiner schönsten Rollen spielte er 1946 unter der Regie von Michael Powell und Emeric Pressburger in dem romantisch-heiteren Melodram "Irrtum im Jenseits"1) (1947, A Matter of Life and Death), als englischer Kriegspilot wird er aus Versehen abgeschossen und darf noch einmal ins Leben zurückkehren. Auch die mit Ginger Rogers gedrehte Liebesgeschichte "Die wunderbare Puppe"1) (1946, Magnificent Doll) fand beim Publikum Anklang. 
Danach spielte Niven endgültig in Hollywood-Produktionen, tauchte beispielsweise als Bischof Henry Brougham neben Cary Grant und Loretta Young in Henry Kosters Romanze "Jede Frau braucht einen Engel"1) (1947, The Bishop’s Wife) oder als Operndirektor Jacques Riboudeaux an der Seite von Mario Lanza in "Der Fischer von Louisiana"1) (1950, The Toast of New Orleans) auf. Zu seinen größten Nachkriegserfolgen gehören unter der Regie von Otto Preminger die romantische Komödie "Wolken sind überall"1) (1953, The Moon is Blue) und das Drama "Bonjour Tristesse"1) (1957. Seine glanzvollste Filmfigur jedoch spielte er in Michael Andersons Jules-Verne-Adaption als britischer Gentleman Phileas Fogg in "In 80 Tagen um die Welt"1) (1956, Around the World in Eighty Days2)). Für seine Rolle des Major Pollock in Delbert Manns Drama "Getrennt von Tisch und Bett"1) (1958, Separate Tables), das nach dem erfolgreichen Bühnenstück von Terence Rattigan entstanden war, erhielt Niven 1959 den Oscar als "Bester Hauptdarsteller". 
Weitere brillante Rollen spielte er in den Komödien "Ehegeheimnisse" (1959, Happy Anniversary   →  film.at) und "Die kleine Hütte"2) (1957, The Little Hut), in dem Kriegsfilm "Die Kanonen von Navarone"1) (1960, The Guns of Navarone2)), dem Monumentalfilm "55 Tage in Peking"1) (1963, 55 Days in Peking2)), in der Gaunerkomödie "Der rosarote Panther"1) (1963, The Pink Panther2)), in der heiteren Geschichte "Zwei erfolgreiche Verführer"1) (1964, Bedtime Story) und in der amüsanten Bond-Paodie "Casino Royale"1) (1966, Casino Royale2)). Sehenswert ist auch J. Lee Thompsons Gruselballade "Die schwarze 13"1) (1965, The Eye of the Devil2)), ambivalente Kritiken erhielt die Filmkomödie "Die Pille war an allem schuld"1) (1968, Prudence and the Pill) mit Deborah Kerr als Partnerin.
 
Auch in Kinoproduktionen der späteren Jahre gab Niven mit seinem Auftritt respektive nuancenreichen Spiel dem Film eine eigene Note, so etwa als Graf Dracula in Clive Donners Horrorkomödie "Vampira" (1974), als Dick Charleston in Robert Moores Krimi-Parodie "Eine Leiche zum Dessert"1) (1976, Murder by Death) oder als Colonel Johnny Race in John Guillermins Agatha Christie-Adaption "Tod auf dem Nil"1) (1978, Death on the Nile). In Don Siegels amüsanten Gaunergeschichte "Der Löwe zeigt die Krallen" (1980, Rough Cut) mimte er den Chefinspektor Cyril Willis, der kurz vor seinem Ruhestand auf die schiefe Bahn gerät, in dem Kriegsabenteuer "Die Seewölfe kommen"1) (1980, The Sea Wolves) gab er den Colonel Lewis Pugh an der Seite von Gregory Peck und Roger Moore; eher zu vernachlässigen ist der britische Kriegsfilm "Flucht nach Athena"1) (1979, Escape to Athena) mit Roger Moore und Telly Savalas.

In Brian Forbes' Kom&oumnl;die "Ein Opa kommt selten allein1) (1982, Better Late Than Never) zeigte Niven mit Partner Art Carney einmal mehr seine außergewöhnliche schauspielerische Vielseitigkeit. In seinen letzten beiden Filmen spielt er noch einmal unter der Regie von Blake Edwards in den Filmen "Der rosarote Panther wird gejagt"1) (1982, Trail of the Pink Panther) und "Der Fluch des rosaroten Panthers"1) (1983, Curse of the Pink Panther) und gab den Sir Charles, den ehemaligen Meisterdetektiv: Inspektor Clouseau alias Peter Sellers ist tot, die Filme spinnen die Geschichte mehr oder weniger originell weiter und Niven ist dabei – zum letzten Mal.
 
David Niven war der Mann mit diesem unnachahmlichen Schnauzbart, mit dieser immer durchscheinenden Ironie, wenn es galt den Gentleman rauszubeißen, besonders den britischen Gentleman, immer formvollendet und doch von einem so eigenen Witz und einer Exzentrik, letztlich aber auch sehr menschlich und transparent.
Neben der Arbeit für den Kinofilm betätigte sich Niven in den 1950er und 1960er Jahren auch erfolgreich für das Fernsehen. 1952 gründete er mit Charles Boyer sowie anderen Kollegen die TV-Produktion "Four Star TV" und trat in den eigenen Serien "The David Niven Show" (1959) sowie "Gauner gegen Gauner"3) (1964 bis 1965; The Rogues) auf; insgesamt wirkte er in über 100 Filmen mit. Niven galt als einer der besten und köstlichsten Geschichtenerzähler Hollywoods. Er hat selbst autobiographische Bücher geschrieben: "The Moon's a Balloon" (1972, Vielleicht ist der Mond nur ein Luftballon. Mein bewegtes Leben) und "Bring On the Empty Horses" (1975, Stars, die nicht vom Himmel fielen. Hollywood und alle meine Freunde), in denen er geistreich über die Branche witzelt. Seine Romane und seine Memoiren gerieten zu Bestsellern. Bereits 1951 hatte er den Roman "Round the Rugged Rocks" veröffentlicht, 1981 folgte mit "Go Slowly, Come Back Quickly" ein weiterer Roman.
Heute erinnern zwei "Sterne" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) an den einstigen Publikumsliebliebling, als Leinwandstar (6384 Hollywood Blvd.) und als Fernsehdarsteller (1625 Vine Street).

Niven, der in den letzten Jahren an der Cote d'Azur sowie in der Schweiz lebte, litt seit Anfang der1980er Jahre an der Nervenkrankheit ALS, die zu Muskelschwund führt, einer tückischen Krankheit, der er am 29. Juli 1983 in seinem Chalet im Schweizerischen Chateau-D'Oex (Kanton Waadt) erlag. Die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Friedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de. Einen Teil seines Vermögens vermachte Niven der Forschung.
 
Seit 1940 war der Schauspieler mit der 1918 geborenen Primula Rollo verheiratet, aristokratische Tochter des angesehenen Anwalts William Hereward Charles Rollo, Enkel des 10. Lord Rollo, und dessen Ehefrau Lady Kathleen Nina Hill, Tochter des 6. Marquess of Downshire1); die beiden aus dieser Verbindung stammenden Söhne David jr.4) und Jamie waren 1942 und 1946 geboren worden. Die Ehe dauerte bis zum tragischen Tod seiner Frau, sie erlag nach einem unglücklichen Sturz im Hause des Schauspielers Tyrone Power5) am 18. Mai 1946 ihren schweren Kopfverletzungen. 1948 heiratete Niven das schwedische Model Hjordis Tersmeden (1921 – 1997), aus dieser Ehe stammen die beiden Adoptiv-Töchter Kristina und Fiona.

Foto: David Niven, aufgenommen im Jahre 1973
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de und www.djfl.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
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Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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