Eva Bartok am 7. Juli 1958 auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 909-6944); Urheber/Fotograf: Bilsen, Joop van / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Eva Bartok wurde am 8. Juni 1927*) als Éva Ivanova Márta Szőke und Tochter eines Journalisten in der ungarischen Hauptstadt Budapest*) geboren. Nach dem Krieg begann sie in ihrem Heimatland eine Karriere als Schauspielerin, spielte unter anderem zwischen 1945 und 1947 am Budapester Theater. 19-jährig floh sie 1948 mit ihrem zweiten Mann, dem US-Produzenten Alexander Paal, aus Ungarn; die im gleichen Jahr geschlossene Ehe dauerte nur zwei Jahre und wurde 1950 geschieden. Zuvor war sie ab 1941 kurze Zeit mit dem ungarischen Offizier Géza Kovács verheiratet gewesen; die Verbindung soll annulliert worden sein. Im Oktober 1951 folgte eine dritte Ehe mit dem englischen Filmintendanten William Wordsworth (dem Ururenkel des englischen Dichters1) (1770 – 1850)), durch den sie britische Staatsbürgerin wurde. Doch auch dieser Beziehung war kein Glück beschieden, nach nur vier Jahren ließ sich das Paar 1955 scheiden. Für Aufsehen sorgte danach ihre Liaison mit David Michael Mountbatten, einem Verwandten der britischen Königin.
In Großbritannien begann Eva Bartoks Karriere als Filmschauspielerin, sie drehte die Streifen "Madeleine" (1950) und "Fünf Mädchen und ein Mann" (1951, A Tale of Five Cities), musste sich jedoch zunächst mit kleinen Nebenrollen begnügen. Der internationale Durchbruch gelang der Schauspielerin 1951 mit der Rolle der Consuelo in der der Piraten-Story "Der rote Korsar"1) (The Crimson Pirate) an der Seite von Burt Lancaster, einer Parodie auf den amerikanischen Abenteuerfilm und wohl einer ihrer bekanntesten Arbeiten für das Kino. Rasch galt sie als eine der schönsten Frauen Hollywoods und drehte jedoch vor allem in Deutschland eine ganze Reihe von Erfolgsfilmen, die überwiegend im melodramatischen Unterhaltungsgenre angesiedelt waren.

Ankunft Eva Bartok am 7. Juli 1958 auf dem Amsterdamer
Flughafen Schiphol mit Tochter Deana
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 909-6944)
Urheber/Fotograf: Bilsen, Joop van / Anefo;  mehr bei → www.gahetna.nl
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL

Am 13. August 1955 hatte Eva Bartok unter großem Medienrummel den deutschen Filmstar Curd Jürgens2) (1915 – 1982) geheiratet. Gemeinsamen Auftritte in Filmen wie "Der letzte Walzer" (1953), "Rummelplatz der Liebe"1) (1954) oder "Orient Express (1954) waren dem Medienspektakel vorausgegangen. Wenige Monate nach der Blitzheirat und einer fünfzehnmonatigen turbulenten Ehe ließen sich die beiden Kinostars am 6. November 1956 bereits wieder scheiden. Ob Jürgens der offizielle Vater ihrer 1957 geborenen Tochter Deana ist, bleibt Spekulation. Eva Bartok gab in verschiedenen Interviews Frank Sinatra2) (1915 – 1998) als Vater an, mit dem sie 1956 eine kurze Affäre hatte; Sinatra selbst ließ diese Äußerung stets unkommentiert.
Eva Bartok war Filmpartnerin der Stars jener Jahre, so drehte sie mit Karlheinz Böhm und Ivan Desny das Melodram "Dunja"1) (1955), Josef von Bákys Remake der Puschkin-Novelle "Der Postmeister"1) aus dem Jahre 1940 mit Heinrich George. Mit Peter Arens entstand unter der Regie von G.W. Papst die Romanze "Durch die Wälder, durch die Auen"1) (1956) um den jungen Komponisten Carl Maria von Weber1), mit O. E. Hasse das Kriegsdrama "Der Arzt von Stalingrad"3)  (1958), das Géza von Radvanyi nach dem gleichnamigen Bestseller von Heinz G. Konsalik1) in Szene gesetzt hatte und wo Eva Bartok als russische Ärztin Alexandra Kasalinsskaja überzeugte. Neben internationalen Produktionen mimte sie die Titelrolle des Callgirls in "Madeleine Tel. 13 62 11"1) (1958), war in dem Rührstück "Ein Student ging vorbei" (1960) nach dem in der HörZu veröffentlichten Roman von Hans-Ulrich Horster1) zu sehen oder agierte neben Peter van Eyck und Marianne Koch in dem Gerichtsdrama "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"1) (1961). Die Filmadaption des Simmel-Bestsellers "Es muss nicht immer Kaviar sein"1) (1961) und die Fortsetzung "Diesmal muss es Kaviar sein"1) (1961) zeigten sie an der Seite von O. W. Fischer, gemeinsam mit Carlos Thompson stand sie für den eher zu vernachlässigenden Streifen "Eheinstitut Aurora"1) (1962) vor der Kamera, dessen Partnerin sie auch in der Krimi-Komödie "Ferien wie noch nie"1) (1963) war.
  

Eva Bartok als Viktoria in "Viktoria und ihr Husar" (1954) → filmportal.de
Fotografie (Postkarte) von Paul Filipp/"Sonorfilm GmbH"/"Allianz Film GmbH" (München)
Sammlung der Kostümbildnerin Annelies Rose
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2009-a_0000069)
Eigentümer/© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Filipp/Sonor/Allianz
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Eva Bartok als Viktoria in "Viktoria und ihr Husar" (1954); Fotografie (Postkarte) von Paul Filipp/"Sonorfilm GmbH"/"Allianz Film GmbH" München); Sammlung der Kostümbildnerin Annelies Rose; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2009-a_0000069); Eigentümer/© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Filipp/Sonor/Allianz; Quelle: www.deutschefotothek.de
Danach zog sich Eva Bartok aus privaten Gründen fast vollständig vom Filmgeschäft zurück. 1958 plante sie eine Heirat mit einem indischen Prinzen, dessen Vater jedoch seine Zustimmung verweigerte. Ein erneuter Versuch, wieder in der Filmbranche Fuß zu fassen, scheiterte. Ein Bühnen-Comeback gelang Eva Bartok 1965 noch einmal in London mit dem Stück "Paint me black" auf, im Berliner "Theater des Westens" gab sie ein Gastspiel als "Frau Luna" in der gleichnamigen Operette1) von Paul Lincke.
1980 hatte der ehemalige Star einen erneuten Anlauf genommen, ihr privates Glück zu finden und in Los Angeles den Amerikaner Dag Molin geheiratet; 1983 wurde auch diese fünfte Ehe geschieden.
    
Eva Bartok, die als Filmdiva wie auch durch ihr turbulentes Privatleben die Klatschspalten der 1950er Jahre beherrschte, starb am 1. August 1998 mit 69 Jahren fast vergessen und verarmt in einem Londoner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarktes.
Die Asche ihrer sterblichen Überreste wurde im Ozean vor Sydney verstreut.
  Siehe auch Wikipedia
sowie den Artikel in DER SPIEGEL (30/1954)
*) andere Quellen geben den 18. Juni 1929  und als Geburtsort Kecskemét an.
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) filmportal.de
   
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia (deutsch/englisch), prisma.de, filmportal.de)
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