Claus Biederstaedt; Copyright Virginia Shue Claus Biederstaedt wurde am 28. Juni 1928 im damals pommerschen Stargard als Sohn eines Studienrates und einer Musikpädagogin geboren.
Kurz vor Kriegsende wurde er noch zum Militär eingezogen. Nach dem Abitur begann er ein Medizinstudium, das er jedoch zugunsten einer Schauspielausbildung an der Hamburger Musikakademie, unter anderem bei Joseph Offenbach1) (1904 – 1971), abbrach.
Sein erstes Theaterengagement erhielt er 1950 am Staatstheater Wiesbaden, Engagements in in Hamburg, Berlin, München und Köln sollten folgen.
1952 holte ihn Regisseur Rolf Hansen für den Dieter-Borsche-Streifen "Die große Versuchung"2) erstmals vor die Kamera und übertrug ihm die Rolle des jungen Assistenzarztes Huber. Für seine überzeugende Darstellung wurde Biederstaedt auf Anhieb mit dem "Bundesfilmpreis" als "Bester Nachwuchsdarsteller" ausgezeichnet.
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
1953 folgte die Rolle des Rautenkranz in der heiteren Geschichte in "Liebeskrieg nach Noten", anschließend übernahm er prägnante Nebenrollen in Produktionen wie "Ewiger Walzer"2) (1954), "Sauerbruch – Das war mein Leben"2) (1954) oder "Kinder, Mütter und ein General"2) (1955). 1954 erlebte man ihn als Robert in "Feuerwerk"1) neben Lilli Palmer und Romy Schneider, 1955 mimte er in der Kästner-Verfilmung "Drei Männer im Schnee"2) den Dr. Fritz Hagedorn neben Paul Dahlke und Günther Lüders.
Von nun an war Biederstaedt auf den Typ des Sonnyboys, dem die Herzen der Frauen zufliegen, festgelegt. Er zeigte sich an der Seite vieler weiblicher Stars der 1950er Jahre, so in "Schwarzwaldmelodie"2) (1957) und "Die Christel von der Post"2) (1956) neben Gardy Granass, in "Das Donkosakenlied"2) (1956) mit Sabine Bethmann, in "Kleines Zelt und große Liebe"3) (1956) mit Susanne Cramer, in "Kindermädchen für Papa gesucht"2) (1957) und "Die Beine von Dolores"2) (1957)  mit Germaine Damar, in "Scala – total verrückt"2) (1958) mit Maj-Britt Nilsson und in "Mandolinen und Mondschein"2) (1959) mit Christine Görner und Monika Dahlberg.
 

DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von www.e-m-s.de

Mandolinen und Mondschein
In den 1960er Jahren folgten Rollen in Unterhaltungsstreifen wie beispielsweise "Willy, der Privatdetektiv"2) (1960), "Was macht Papa denn in Italien?"3) (1961), "Wenn die Musik spielt am Wörthersee"2) (1962), "Übermut im Salzkammergut"2) (1963) oder "Hotel der toten Gäste"2) (1965) – bis Mitte der 1960er Jahre war Biederstaedt regelmäßig auf der Leinwand präsent. Seine letzte Arbeit für das Kino war der Streifen "Auch ich war nur ein mittelmäßiger Schüler"2) (1974), danach widmete sich der Schauspieler vermehrt seiner Theaterarbeit und übernahm Rollen in Fernsehspielen.
Neben Gastauftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Sonderdezernat K1", "Der Alte" oder "Derrick" war er unter anderem als Antipholus von Syrakus in "Komödie der Irrungen" (1964) auf dem Bildschirm zu sehen, oder als Ingenieur Lewitzki in "Hava, der Igel" (1966). In den 1970er und 1980er Jahren erlebte man ihn beispielsweise in TV-Stücken wie "Tausend Francs Belohnung" (1974), "Haben Sie nichts zu verzollen?" (1977), "Villa zu vermieten" (1982) oder als Dieter in der beliebten Serie "Unsere schönsten Jahre"2) (1983).
Auch wenn er nicht immer die ganz großen Hauptrollen spielte, entwickelte sich Biederstaedt in seinen rund 50 Kinofilmen zu einem der beliebtesten Filmstars der 1950er und 1960er Jahre. Er war der nette junge Herr des deutschen Nachkriegslustspiels, ein fröhlicher Zeitgenosse, der unbekümmert seinen Charme versprühte und die Lage meisterte. Er war in Melodram und Schnulze, sogar in Kriegsfilmen zu Hause und gab diesen Werken durch sein augenzwinkerndes Auftreten aber immer den Tonfall eines vertrauten Heimatfilms.4)
 
Claus Biederstaedt und Heidi Brühl bei Dreharbeiten im Studio Hamburg zu "Geld oder Liebe" (06.04.1981); Copyright Virginia Shue

Claus Biederstaedt und Heidi Brühl1) bei Dreharbeiten
im Studio Hamburg zu "Geld oder Liebe" (06.04.1981)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

In den letzten Jahren spielte Biederstaedt nur noch Theater, begeisterte vor allem in Boulevardstücken das Publikum, und führte auch Regie in Berlin, Frankfurt/Main und Düsseldorf. Zu einer seiner letzten Bühnenrollen zählte das Flatow-Stück "Ach du lieber Geist", mit dem er sich 2003 nach einer langen und erfolgreichen Karriere am Berliner "Theater am Kurfürstendamm" vorerst von seinem Theaterpublikum verabschiedete. Doch so ganz konnte es der Vollblutschauspieler nicht lassen, schon bald ging er wieder auf Tournee wie in jüngerer Zeit mit der flotten, pointenreichen Komödie "Der Neurosen-Kavalier", wo er an der Seite von Karin Dor allabendlich als Kaufhaus-Räuber Felix Bollmann brillierte, der sich in eine Arztpraxis flüchtet und dort unfreiwillig in die Rolle eines Psychiaters schlüpfen muss; auch muss erwähnt werden, dass Biederstaedt für die Regie verantwortlich zeichnete. Bereits 1986 hatte dieser Komödien-Hit von Gunther Beth und Alan Cooper in einer Inszenierung von und mit Claus Biederstadt Premiere gefeiert, wurde in den nachfolgenden Jahrzehnten in zahllosen deutschen Städten, zuletzt 2008 in Essen aufgeführt.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Bühne lieh der Schauspieler internationalen Filmstars wie beispielsweise Marlon Brando, Charlton Heston, James Mason, James Garner, Yves Montand, "Columbo" Peter Falk oder Paul Newman seine prägnant-sonore Stimme.
Auch als Regisseur war er erfolgreich, 1985 inszenierte er unter anderem Carl Zuckmayers Drama "Des Teufels General", ein Jahr später dessen Schauspiel "Der Hauptmann von Köpenick" und 1993 Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang".

Claus Biederstaedt, der in zweiter Ehe seit mehr als 35 Jahren mit seiner Frau Barbara, einer Kieferorthopädin, verheiratet ist, lebt heute in in Eichenau nahe München. Er hat einen Sohn aus erster Ehe.
Am 28. Juni 2008 beging der einstige Sonnyboy des deutschen Films seinen 80. Geburtstag; kurz zuvor hatte er sich einer schweren Hüftoperation unterziehen müssen.
Im Dezember 2011 berichtete Die Bild-Zeitung, dass Biederstaedt aufgrund einer Krebserkrankung nie wieder in seinem Beruf als Schauspieler arbeiten könne → www.bild.de.
 

Foto (Quelle): Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100)
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Claus Biederstaedt; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Udo Grimberg; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.

Siehe auch Wikipedia sowie
den Artikel zum 85. Geburtstag (2013) bei www.abendzeitung-muenchen.de
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) filmportal.de
4) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 37)
Lizenz Foto Claus Biederstaedt (Urheber Udo Grimberg):
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Stand: Februar 2015
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de, prisma.de)
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