Hellmut Lange mit Margitta Scherr 1964 in dem Krimi "Die letzte Folge"; Mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR Hellmut Lange wurde am 19. Januar 1923 als Sohn eines Beamten in Berlin geboren und wuchs auch dort auf; bereits als 13-Jähriger sprach er Kinderrollen (unter anderem zusammen mit Wolfgang Kieling) beim Berliner Rundfunk. Während des 2. Weltkrieges wurde er mit 18 Jahren zur Marine eingezogen, drei Jahre später machte man ihn zum Kommandanten eines Minen-Suchbootes.
Hellmut Lange überstand den Krieg unbeschadet, entschied sich für die Bühne und ließ sich ab 1946 in Hannover zwei Jahre lang zum Schauspieler ausbilden. Ein erstes Engagement erhielt er anschließend am "Jungen Theater" in München, wenig später wechselte er nach Stuttgart, wo er bis 1953 viele schöne Rollen spielte. Danach arbeitete er wieder für den Hörfunk, war bei Radio Bremen als Sprecher und Regisseur bis 1960 tätig.
Ende der 1950er Jahre begann Langes umfangreiches Wirken für Film und Fernsehen, zu einer seiner ersten vielbeachteten Rollen zählt der schwedische Pfarrer Tornqvist, der in John Oldens TV-Drama "Waldhausstraße 20" in seiner Kirche Juden versteckt, um sie vor der Deportation zu retten bzw. ihnen zur Flucht nach Schweden zu helfen. Wilm ten Haaf besetzte Lange neben Rudolf Platte als Kommissar Bergen in "Der Mann von drüben" (1961), in nachhaltiger Erinnerung bleibt er auch als Edward Collins und Bruder des Mordopfers in dem mehrteiligen Durbridge-Straßenfeger "Das Halstuch"1) (1962) sowie als engagierter Sozialarbeiter Bill Richmond und Partner von Violetta Ferrari in dem Taubstummendrama "Johnny Belinda", das Franz Josef Wild 1961 eindrucksvoll für das Bayerische Fernsehen inszeniert hatte.
 

Foto: Hellmut Lange mit Margitta Scherr1) 1964 in dem Krimi "Die letzte Folge"
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
( → Infos zur Sendung "Die Krimihomepage)
Mit weiteren Einzelproduktionen und Gastauftritten in beliebten Krimiserien wie "Die Fünfte Kolonne"1) oder "Stahlnetz"1) avancierte der Schauspieler in den 1960er Jahren fast zum Dauergast auf den heimischen Bildschirmen. Selbst zum Serienstar wurde Lange mit der populären 26-teiligen Reihe "John Klings Abenteuer"1) (1965 – 1969), wo er als Titelheld zusammen mit Uwe Friedrichsen (als Jones Burte) spektakuläre Fälle aufklärte. Eine andere schöne Serienfigur war der "Mischa" in der Erfolgsserie "Salto Mortale"1) (1969 – 1972); hier mimte er einen Artisten, der unter der Zirkuskuppel nicht mehr seine Künste zeigen kann, seit er sich bei einem Unfall schwere Verletzungen zugezogen hat und mit dieser Situation nicht fertig wird.
Zu den Highlights in Langes Fernsehschaffen zählt ohne Zweifel die Figur des Trappers Nathanael "Natty" Bumppo in dem Vierteiler "Die Lederstrumpferzählungen"1) (1969) nach dem Roman von James Fenimore Cooper; Lange wurde damit so populär, dass er die Rolle auch in zahlreichen Hörspieladaptionen von Coopers Werken übernahm.

Hellmut Lange mit Hannelore Elsner1)
in dem TV-Spiel "Das Rätsel von Piskov" (1969)
Regie: Karl Peter Biltz; Drehbuch: Zdenek Bláha
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Hellmut Lange mit Hannelore Elsner in dem TV-Spiel "Das Rätsel von Piskov" (1969); Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR
Szenenfoto mit Hellmut Lange aus dem Katastrophendrama " Fähre in den Tod"; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film" In den 1970er Jahren drehte Lange im Durchschnitt zwei TV-Filme und rund sechs Fernsehspiele im Jahr, agierte weiterhin in zahlreichen Serien wie "Der Kommissar"1) , "Der kleine Doktor"1) , "Eurogang"2) oder "Der Alte"2). Kinofreunden ist Lange auch als Moderator der Quiz-Sendung "Kennen Sie Kino?" in Erinnerung geblieben, die erfolgreich von 1971 bis 1981 im Fernsehen lief. Langes Fernseh-Filmografie der 80er Jahre weist weitere beliebte Serienproduktionen aus, beispielsweise die Rolle des Charles A. Laurent in "Die Laurents" (1981), den Freund Toffer und Widerpart von Klaus Löwitsch in der ARD-Vorabendserie "Der Hafendetektiv" (1987) oder den Wolf Kremer in "Rivalen der Rennbahn"2) (1989).
Bis Mitte der 1990er Jahre tauchte Hellmut Lange immer wieder mal mit interessanten Rollen auf dem Bildschirm auf, sei es beim "Landarzt" (1991) oder beim "Nelkenkönig" (1994); zu seinen letzten TV-Aktivitäten zählt der Film "Ein Unvergeßliches Wochenende… in Kanada" (1995) sowie der SAT 1-Thriller "Fähre in den Tod"3) (1996), wo er den Leiter der Untersuchungskommission Herwegh mimte.
 
Szenenfoto aus dem Katastrophendrama " Fähre in den Tod"
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film",
welche die Produktion am 10. Juli 2013 auf DVD herausbrachte.
Sein Leinwanddebüt hatte Hellmut Lange 1961 als Oberscharführer Nietermann in Werner Klinglers Kriegsdrama "Lebensborn" gegeben, der Enthüllungsstory über die geheimnisvolle und infame NS-Organisation, es folgte die Rolle des Peter Clifton in dem Wallace-Krimi "Der Fälscher von London"2) (1961). Horst Hächler besetzte ihn in dem Krimi "Mord in Rio" (1963), Franz Peter Wirth in "Ein Mann im schönsten Alter" (1964, mit Karl-Michael Vogler) und Michael Pfleghar in der eher missglückten Agenten-Parodie "Serenade für zwei Spione" (1965). Gemeinsam mir Curd Jürgens und Lilli Palmer stand Lange für den humorvollen Spionagestreifen "Zwei Girls vom roten Stern"2) (1966) vor der Kamera, mit Regisseur Jürgen Roland drehte er den Krimi "Vier Schlüssel"2) (1966), im gleichen Jahr tauchte er in dem Thriller "Im Nest der gelben Viper – Das FBI schlägt zu" auf. Weitere Kinoproduktionen waren beispielsweise "Mädchen, Mädchen" (1967) von Regisseur Roger Fritz, die Konsalik-Verfilmung "Liebesnächte in der Taiga" (1967) sowie Franklin J. Schaffners Oscar-prämierte Hollywood-Produktion "Patton"2) (1970, Patton – Rebell in Uniform), unter anderem mit George C. Scott und Karl Malden. Zuletzt war Lange als Untersuchungsrichter in Ottokar Runzes Gerichtsdrama "Das Messer im Rücken" (1975) sowie in Hans-Jürgen Syberbergs kontrovers diskutiertem Sieben-Stunden-Epos "Hitler – ein Film aus Deutschland"2) (1978) als Hitlers Kammerdiener, Goebbels-Puppenspieler und SS-Mann auf der Leinwand zu sehen.

Einen Namen machte sich der Schauspieler auch in zahlreichen Hörspielen sowie als vielbeschäftigter Synchronsprecher; so lieh er unter anderem Charlton Heston ("Schlacht um Midway"), Richard Harris ("Ein Mann in der Wildnis"), Paul Newman ("Mr. und Mrs. Bridge") und Roy Scheider ("Das fliegende Auge") seine markant-rauchige Stimme.
In den letzten Jahren war es um Hellmut Lange stiller geworden, er hatte sich aus der Öffentlichkeit bzw. ins Privatleben zurückgezogen und versuchte nun ein bisschen das nachzuholen, was in den Jahren seiner intensiven Film- und Fernseharbeit auf der Strecke geblieben war: Familie, Freunde, Gartenarbeit und gute Bücher lesen. Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass Hellmut Lange an Demenz erkrankt sei; am 13. Januar 2011 starb der populäre Schauspieler nach längerer Krankheit – wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf (Brandenburg) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Der Schauspieler war mit Ehefrau Ingrid verheiratet und Vater von Tochter Katharina und Sohn Tobias; Sohn Jonas kam 1965 mit erst drei Jahren bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben.
   Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) filmportal.de
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Beschreibung innerhalb dieser HP, filmportal.de)
  • 1983: Mandara (TV-Serie)
  • 1986: Miko – aus der Gosse zu den Sternen
  • 1987: Hafendetektiv (TV-Serie)
  • 1989: Rivalen der Rennbahn (TV-Serie)
  • 1992: Wiedersehen in Kanada
  • 1995: Ein Unvergessliches Wochenende in Kanada (TV)
  • 1996: Fähre in den Tod (TV)

Abbildung DVD-Cover "Die Lederstrumpferzählungen" (erschienen Dezember 2005) mit freundlicher Genehmigung von "Concorde Home Entertainment"; Copyright Concorde Home Entertainment 

Abbildung DVD-Cover "Die Lederstrumpferzählungen"
(erschienen Dezember 2005) mit freundlicher Genehmigung
von "Concorde Home Entertainment"
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