Gerhard Riedmann; Privatfoto zur Verfügung gestellt von Eva Probst (Riedmanns ersten Ehefrau); Copyright Eva Probst Gerhard Riedmann wurde am 24. März 1925 in Wien als Sohn eines Bahnbeamten geboren. Er wuchs in seiner Geburtsstadt auf, gehörte zu den Wiener Sängerknaben und schloss die Schule mit der Matura an der Wiener Oberrealschule ab. Anschließend studierte er ein Jahr lang Violine an der "Akademie für Musik", bevor er zum Kriegsdienst einberufen wurde. 1945/46 besuchte Riedmann das "Max-Reinhard-Seminar"1), ließ sich dort in den die Fächern Regie und Schauspiel ausbilden.
Das erste Engagement erhielt er 1947 am Wiener "Theater in der Josefstadt", wo er seinen größten Erfolg als "Achilles" in Kleists "Penthesilea" feierte. Weitere Stationen seiner Theaterlaufbahn waren zwischen 1953 und 1955 die "Münchner Kammerspiele" und das "Residenztheater", Riedmann stand unter anderem in Zürich, Hamburg und an der "Kleinen Komödie" in München auf der Bühne. Sein Fach waren Boulevardkomödien, Operetten und Musicals, er gab zahlreiche Gastspiele, ging auf Tournee – unter anderem mit der "Löwinger-Bühne"1); in den 1980er Jahren inszenierte und wirkte er auch bei den Tiroler Mysterienspielen.
 
 
Privatfoto zur Verfügung gestellt von
Eva Probst (Riedmanns erste Ehefrau)
© Eva Probst
Zum Film kam Riedmann 1948 und gab sein Leinwanddebüt mit einer kleinen Nebenrolle in Rudolf Steinboecks Literaturadaption "Das andere Leben". Bis Anfang der 1950er Jahre folgten eine Reihe weiterer Filme, doch erst 1953 erlangte er mit den Operettenverfilmungen "Der Vogelhändler" – als "Adam" neben Ilse Werner und Eva Probst – sowie "Der Vetter aus Dingsda"1) ungeheure Popularität. Von nun an war der blendend aussehende Riedmann mit vielen Operetten-Produktionen wie beispielsweise der Titelrolle in "Der Graf von Luxemburg" (1957) ein vielbeschäftigter Darsteller, gab oft Naturburschen in Heimatfilmen wie 1956 in "Solange noch die Rosen blüh'n"1) oder 1957 in "Hoch droben auf dem Berg"1). 1956 zeigte er sich mit Marianne Hold in "Die Fischerin vom Bodensee"1), ein Jahr später in "Die Prinzessin von St. Wolfgang"1) oder 1959 in "Bei der blonden Kathrein"1) – beide avancierten dadurch zu einer Art "Nachfolger" von Sonja Ziemann und Rudolf Prack als Liebespaar des deutschen Heimatfilms. In den musikalisch umrahmten Heimatfilmen aus Tirol, die in den fünfziger Jahren das bundesdeutsche Kino eroberten, war Riedmann ein stets optimistisch voranschreitender Liebhaber von Frauen und Natur, der zwar alles erfolgreich anpackte, aber nichts auf die leichte Schulter nahm.2)

Riedmann drehte jedoch nicht nur leichte Unterhaltungsstreifen, sondern war auch in anspruchvolleren Filmen zu erleben, etwa als Hauptmann Angelis in Franz Antels historischem Krimi "Spionage"3) (1955) neben Protagonist Ewald Balser oder als Bahnhofsvorsteher Hudetz in Rolf Hansens melodramatischen Ödön von Horváth-Adaption "… und führe uns nicht in Versuchung"3) (1957) am der Seite von Johanna Matz und Heidemarie Hatheyer. In Gustav Ucickys modernisiertem Remake des melodramatischen Bestsellers "Die Heilige und ihr Narr"3) (1957) von Agnes Günther übernahm er als Partner von Gudula Blau die Rolle des Malers Graf Harro von Thorstein, überzeugte ein Jahr später als Komponist Emmerich Kálmán1) (1882 – 1953) in dem Biopic "Der Czardas-König"1) (1958) – insgesamt drehte Riedmann seit 1951 rund 50 Kinofilme.
Zu Beginn der 1960er Jahre zog sich der Schauspieler mehr und mehr von der Leinwand zurück und spielte meist am Theater oder übernahm Rollen in Fernsehproduktionen. Auch auf dem Bildschirm glänzte er in etlichen Operettenverfilmungen, so beispielsweise 1960 mit seiner Paraderolle des Adam in Carl Zellers "Der Vogelhändler", ein Jahr später als Prinz Sou-Chong in Franz Lehárs "Das Land des Lächelns" oder 1962 als reicher Gutsbesitzer Graf Erminio Saluzzo in Millöckers "Gasparone"; man sah ihn in Fernsehspielen wie "Katharina Knie" (1964) oder als Emil Tavernier in "Ein Florentiner Hut" (1967).
In den 1970er Jahren agierte Riedmann auf dem Bildschirm unter anderem in Kurt Wilhelms Komödie "Das Feuerwerk" (1971), 1977 konnte man ihn mit der Nebenrolle des Herrn Wohlverstand erneut in Horst Hächlers Kinoversion von Ganghofers "Waldrausch"1) erleben. Bereits 1962 hatte Riedmann in der Roman-Adaption unter der Regie von Paul May gespielt, damals war es jedoch die männliche Hauptrolle des Ingenieurs Ambros Lutz gewesen → Waldrausch (1962).
In den 1980er Jahren stand er als Holzschnitzermeister Schönherr in "Kater Lampe" (1981) vor der Fernsehkamera oder mimte den Ulanenoberst Branicki in "Casanova" (1981). Zu Riedmanns letzten Fernsehauftritten zählt Anfang der 1990er Jahre die Rolle des zwielichtigen Bürgermeisters Alois Angerer in "Der Bergdoktor"1) sowie die des Michael Gruber bzw. Vater des Protagonisten Valentin (Wolfgang Fierek) in der beliebten Serie "Ein Bayer auf Rügen"1).

Riedmann war seit 15. Juli 1954 bis 1960 mit der Schauspielerin Eva Probst4) verheiratet; aus der Verbindung stammt die 1955 geborene Tochter Eva Maria. Nach der Heirat mit seiner zweiten Frau, der Industriellentochter Anita Swarovski (ab 1960), arbeitete er zeitweise im Werk seines Schwiegervaters als Leiter einer Projektgruppe der Glas- und Optikindustrie mit. Der beliebte Schauspieler und Vater von sieben Kindern starb am 9. Februar 2004 mit 78 Jahren in der Tiroler Gemeinde Kematen (bei Insbruck; dort lebte er zuletzt mit seiner dritten Ehefrau Gertrud und einem gemeinsamen Kind. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof von Kematen → Foto der Grabstelle bei knerger.de

Siehe auch Wikipedia, filmreporter.de
Link: 1) Wikipedia, 3) filmportal.de, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf   Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 301)
  
Kinofilme
Filmografie bei Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de, Murnau Stiftung)
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