Bernhard Wicki wurde am 28. Oktober 1919 im niederösterreichischen St. Pölten als Sohn eines Schweizer Ingenieurs und einer Österreicherin mit ungarischen Vorfahren geboren. Er wuchs in Wien auf und war seit dem zwölften Lebensjahr Mitglied in der "Bündischen Jugend"1). 1938 machte er Abitur in Bad Warmbrunn/Schlesien, studierte anschließend in Breslau Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik. Dann entschied er sich für eine künstlerische Laufbahn, besuchte die Schauspielschule des "Staatlichen Theaters" in Berlin bei Gustaf Gründgens.
Wegen seiner Arbeit an der Jugend-Malklasse in Dessau wurde er denunziert und saß zwischen 1938 und 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen, erhielt dann Stadtverbot für Berlin. Mit 19 Jahren ging er an das Wiener "Max-Reinhardt-Seminar"1) und debütierte 1940 mit der Titelrolle in Goethes "Urfaust" am "Schönbrunner Schlosstheater" in Wien. Weitere Theaterstationen wurden unter anderem Bremen (1941 – 1943), das "Bayerische Staatsschauspiel" in München (1943/44 und 1950 – 1954) sowie zwischen 1944 und 1950 das "Schauspielhaus Zürich" und das Theater in Basel. Bei letztgenannten Engagements wurde er Schweizer Staatsbürger, danach war Wicki als freischaffender Schauspieler tätig.

Bernhard Wicki in der Hauptrolle des Staatsanwalts Martin in dem TV-Spiel
"Graf Öderland" (1968), von Rolf Hädrich für den Hessischen Rundfunk
in Szene gesetzt
nach dem gleichnamigen Drama1) von Max Frisch
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film",
welche die Produktion Mitte Februar 2013 auf DVD herausbrachte.

Bernhard Wicki in der Hauptrolle des Staatsanwalts Martin in dem TV-Spiel "Graf Öderland" (1968), von Rolf Hädrich für den Hessischen Rundfunk in Szene gesetzt nach dem gleichnamigen Drama von Max Frisch; Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von "Pidax film"
Vielen klassischen Bühnenfiguren hauchte Wicki in jenen Jahren Leben ein, so interpretierte er glänzend in Bremen den Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", gab 1943 den Pylades in Goethes "Iphigenie auf Tauris" bei den Salzburger Festspielen oder drei Jahre später in Zürich den Pierre in der deutschen Erstaufführung von Giraudoux' "Die Irre von Chaillot". Weitere herausragende Rollen waren beispielsweise der Soldat Ämilian in der Uraufführung von Dürrenmatts Komödie "Romulus der Große" (1948, Basel), der Neffe in Lorcas "Dona Rosita" (1950) oder der Dauphin in Shaws "Die heilige Johanna" (1952), jeweils am "Bayerischen Staatsschauspiel" in München. Brillant auch sein Hemingway in der Uraufführung von Hochhuts "Tod eines Jägers" bei den Salzburger Festspielen (1977).  
Als Theaterregisseur gehört Wicki ebenfalls zu den Großen seines Fachs, wichtige Inszenierungen waren beispielsweise am Schauspielhaus Zürich Shakespeares "Antonius und Cleopatra" (1968, mit Ehefrau mit Agnes Fink), am Wiener Burgtheater Shakespeares "Der Sturm" (1968) oder Giraudoux' "Die Irre von Chaillot" am Wiener "Theater in der Josefstadt" (1978, mit Joana Maria Gorvin).

Zum Film war Wicki Ende der 1930er Jahre gekommen, hatte erste Erfahrungen vor der Kamera – noch als Statist – in Gustav Ucickys Puschkin-Adaption "Der Postmeister"1) (1940) neben dem großen Heinrich George gesammelt. Der Durchbruch zum Leinwandstar gelang ihm im Kino der 1950er Jahre mit prägnanten Parts, überwiegend Hauptrollen, in Streifen wie "Junges Herz voll Liebe" (1953), "Rummelplatz der Liebe"1) (1953), "Das Zweite Leben"1) (1954), "Die Mücke" (1954) oder "Skandal um Dr. Vlimmen"2) (1956). Unvergessen bleiben aber vor allem seine Charakterstudien, so seine Darstellung des Hitler-Attentäters Oberstleutnant von Stauffenberg in dem von Georg Wilhelm Pabst in Szene gesetzten Film über das Hitler-Attentat "Es geschah am 20. Juli"1) (1955), der Hauptmanns Dornberg in Laszlo Benedeks "Kinder, Mütter und ein General"1) (1955) oder der Militärpfarrer Brunner in Falk Harnacks "Unruhige Nacht"2) (1958). Sensibel-eindringlich auch sein Geert von Innstetten in Rudolf Jugerts "Rosen im Herbst"1) (1955) nach dem Fontane-Roman "Effie Briest" mit Ruth Leuwerik in der Rolle der Effie Briest. Dazwischen agierte Wicki immer wieder in leichten, ganz dem Zeitgeschmack entsprechenden heiteren Unterhaltungsstreifen, so etwa mit der Figur des Walzerkönigs Johann Strauss in Paul Verhoevens "Ewiger Walzer" (1954), als Zar Alexander in Wolfgang Liebeneiners "Königin Luise" (1957), mit dem Traumpaar Ruth Leuwerik und Dieter Borsche, oder als Luigi Locatelli in Wolfgang Staudtes "Madeleine und der Legionär"1) (1958) an der Seite von Hildegard Knef. In nachhaltiger Erinnerung bleibt Wicki auch als etwas linkischer Paul Frank, genannt "Büffel", in der von Helmut Käutner inszenierten Dreiecks-Liebeskomödie "Die Zürcher Verlobung"1) (1957) neben Liselotte Pulver und Paul Hubschmid.
Wickis beste schauspielerische Leistung war jedoch zweifelsfrei die des serbischen Partisanenoffiziers Boro in Käutners Meisterwerk "Die letzte Brücke"2) (1954), mit dem der deutsche Film auch international wieder zu einem Begriff wurde. Die Geschichte spielt während der deutschen Besetzung Jugoslawiens, als die Wehrmacht in verlustreichen Partisanenkämpfen verblutete. Nur die junge Feldärztin Helga (Maria Schell) wird zu einem bindenden Glied zwischen den unversöhnlichen Kriegsparteien. In der berühmten Schlussszene wagt sie sich während eines Feuergefechts auf jene die Gegner trennende Brücke, um den typhuskranken Partisanen Medikamente zu bringen. Das Schießen wird eingestellt, die Brücke erhält wieder ihre ursprüngliche und symbolische Bedeutung – die der Vereinigung –, und die schweigenden Waffen verbreiten eine unheimliche gespannte Stille. Aber auf dem Rückweg fällt die Ärztin dennoch einer verirrten Kugel zum Opfer. Der Aufbau der Handlung ging von der symbolischen Suggestionskraft des Brückenmotivs aus. In einer eindrucksvollen Weise wird die schwankende, noch kaum tragfähige Brücke zum Symbol der Versöhnung und des Verstehens.

Eine andere "Brücke" hat Bernhard Wicki hingegen als Regisseur weltberühmt gemacht. Der 1959 gedrehte Antikriegsfilm "Die Brücke"1) nach dem Roman von Manfred Gregor war nach dem Dokumentarfilm "Warum sind sie gegen uns?" (1958) Wickis zweite Regiearbeit: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges verteidigt eine Handvoll Oberschüler eine Brücke ihrer Heimatstadt vor den heranrückenden amerikanischen Truppen. Bis auf einen sterben die Jungen in diesem sinnlosen Kampf. "Die Brücke" wurde auch ein großer internationaler Erfolg, mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wie der Oscar-Nominierung und einem Golden Globe und spielte mehr als zehn Millionen Mark Gewinn ein. "Die Brücke" ist ein ausgezeichnet inszenierter Film, der das Thema Faschismus in klarer und doch emotionaler Sicht abhandelt. Etliche seiner jungen unbekannten Darsteller wurden durch diesen Film zu Stars, Wicki selbst auch im Ausland über Nacht berühmt. Sein Verhältnis zum amerikanischen Produktionsstil blieb aber immer gebrochen und seine Ausflüge nach Hollywood brachten dem Eigenwilligen mehr ärger als Erfolgserlebnisse ein, da er seine Qualitätsvorstellungen nicht durchsetzen konnte.
Nach einer starken schauspielerischen Leistung 1960 in Michelangelo Antonionis Meisterwerk "Die Nacht" drehte Wicki 1960/61 "Die Wunder des Malachias", und 1961/62 für eine US-Produktion gemeinsam mit Ken Annakin und Andrew Marton eine Episode zu dem Invasionsfilmes "Der längste Tag". Weit weniger erfolgreich war dagegen die Verfilmung des Dürrenmatt-Stoffes "Der Besuch der alten Dame"(1963/64) mit Ingrid Bergmann und Anthony Quinn in den Titelrollen, die Wicki in Hollywood inszenierte. Dass er dennoch ein außergewöhnlicher Regisseur war, bewies er mit seinen Fernsehspielen "Karpfs Karriere" nach Günther Kunert, "Das falsche Gewicht" nach einem Roman von Joseph  Roth (beide 1970/71 entstanden) und "Sansibar oder Der letzte Grund" nach Alfred Andersch. (…)  Wicki war ein Mensch mit einem humanen Weltverständnis und einem rigorosen künstlerischen Wollen. Ihn umgab so etwas wie eine Aura des Integeren, des Unbestechlichen, mit all seiner Unruhe, Wut und Tragik: Er wollte und konnte nicht blenden. "Eigentlich hat mein ganzes Leben lang der Selbstzweifel, der Zweifel an dem, was ich mache, überwogen", ist einer seiner Aussagen.
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In den 1960er Jahren folgten Regiearbeiten auch für internationale Produktionen, etwa die Verfilmung des Dürrenmatt-Stückes "Der Besuch der alten Dame", "The Visit" (1964, Der Besuch1)) mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn oder die Geheimdienst-Story "Morituri"1) (1965) mit Yul Brynner und Marlon Brando. Zwischen 1975 und 1977 arbeitete er an der Verfilmung der Günter-Herburger-Novelle "Die Eroberung der Zitadelle". Im Anschluss war Wicki wieder für das Fernsehen tätig, realisierte ein Porträt über seinen des Freund Curd Jürgens – der Titel des abendfüllenden Dokumentarfilms war "Curd Jürgens – Der Filmstar, der vom Theater kam". Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Wolfgang Kohlhaase arbeitete er 1984 im DEFA-Studio der damaligen  DDR an dem westdeutschen Film "Die Grünstein-Variante": Drei Menschen unterschiedlicher Herkunft kommen sich beim Schachspiel in einer Zelle näher. Es war 1939 in Paris, Zeit des Faschismus, der politischen Wirren. Jahre später denkt einer der damaligen Häftlinge zurück und versucht sich vergeblich an einen raffinierten Schachzug des Juden Grünstein zu erinnern. Erinnerungen werden wach an das Lager, die Stunde der Not, an Menschlichkeit und Kameradschaft in solch extremer Situation. Der Film ist auch eine Studie über Erinnerung und Vergessen. Gemeinsam haben Wicki und Kohlhaase, mit Hilfe eines hervorragenden Ensembles und trotz der tragischen Hintergründe ein dichten, humorvollen Film gedreht. Auffällig im Gegensatz zur Sprachverarmung bundesdeutscher Drehbücher jener Jahre war der exakte Text und die brillanten Dialoge.
1986 beschäftigte sich Wicki noch einmal mit einem Roman von Joseph Roth "Das Spinnennetz"1). Die Arbeit erfolgte in drei Phasen; November, Dezember 1986. Als einer der Hauptdarsteller, Richard Münch starb, verzögerte sich das Projekt, wurde von Juli bis September 1987 fortgesetzt und von Juni bis Dezember 1988 fertiggedreht. Während der anstrengenden Dreharbeiten zu dem für einen Oscar nominierten Film erlitt Wicki in Prag eine Gehirnblutung, was ihn aber nicht daran hinderte, "Das Spinnennetz" zu Ende zu drehen. Die Uraufführung fand am 8. Mai 1989 in Cannes statt. Der Film erzählt eine Geschichte, die beim Zuschauer unglaubliche Unruhe verursacht. Sie beginnt 1923, ein junger Mann steigt auf, heiratet eine Adlige, gelangt ins Justizministerium. Schon bei der Heirat ist er Nationalsozialist, doch noch hält er sich gedeckt, bis alle Zweifel vorbei sind. Bernhard Wicki hat Joseph Roths Roman ausgeweitet, hat das, was danach kam, vorweggenommen und schildert im Verlauf von 180 Minuten den schrecklichen Werdegang eines ganz normalen, bürgerlichen Ungeheuers. Einer der wichtigsten Joseph-Roth- Filme, ein Alterswerk des großen Schauspielers und Regisseurs – faszinierend und überzeugend besetzt.3)   
Wicki gilt als "deutscher Regisseur von außerordentlichem Rang", doch er war nicht nur ein exzellenter Regisseur, sondern auch charismatischer Schauspieler und hervorragender Autor. Als ausgezeichneter Fotograf gab er 1960 den Bildband "Zwei Gramm Licht" heraus, insgesamt umfasst der fotografische Nachlass mehr als 1.000 Fotos.
DVD-Cover: Graf Öderland, Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film" Mehrfach übernahm er als Darsteller seit Anfang der 1960er Jahre zudem Aufgaben im Fernsehen, gab beispielsweise den Schriftsteller und Journalisten Émile Zola in dem Dreiteiler "Affäre Dreyfus"6) (1968; Regie: Franz Josef Wild) mit Karl Michael Vogler als Hauptmann Alfred Dreyfus1) oder gestaltete die Hauptrolle des Staatsanwalts Martin in dem Stück "Graf Öderland" (1968), von Rolf Hädrich für den Hessischen Rundfunk in Szene gesetzt nach dem gleichnamigen Drama1) von Max Frisch: "Der grundlose Mord eines gewissenhaften Bankangestellten (Ernst Jacobi), der einen Hausmeister mit der Axt erschlägt, bildet den Ausgangspunkt der Handlung. Der zuständige Staatsanwalt wacht mitten in der Nacht auf, denn der Fall dieses Axtmörder lässt ihn nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Tat ohne erkennbares Motiv begreift er als ein Ausbruch der Gleichförmigkeit des Alltags, als Anklage gegen ein Leben, das nur aus aufgeschobener Haftung besteht. Während sich seine Frau Elsa (Agnes Fink) verständnislos von ihm abwendet, gesellt sich das junge Dienstmädchen Hilde (Nicole Heesters) zu ihm, und erzählt dem Juristen die Legende vom Grafen Öderland. Nun greift der Staatsanwalt zur Axt und beginnt eine Art Amoklauf gegen die etablierte Ordnung, weil er das Leben zwischen Aktenbündeln nicht mehr ertragen kann. Seine persönliche Utopie ist ein freies Dasein, er träumt von einem Leben in der Inselstadt Santorin. Stattdessen muß er mit seiner Rebellenschar im unterirdischen Kanalisationssystem Zuflucht suchen. Von dort aus erobern sie die Residenz. Doch was als Aufstand zur Freiheit gedacht war, endet in der Errichtung einer neuen, ebenso diktatorischen Ordnung." kann man bei "Pidax film" lesen, welche die Produktion Mitte Februar 2013 auf DVD herausbrachte.
 
Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
In dem Vierteiler "Die Abenteuer des David Balfour"4) (1978) zeigte er sich als Elias Hoseason, Kapitän auf die Brigg "Covenanter", und Geschäftsfreund von Ebenezar Balfour (Patrick Magee), in dem Mehrteiler "Theodor Chindler"4) (1979) als Abgeordneter Helmberger oder in einigen Folgen der ZDF- Erfolgsserie "Das Erbe der Guldenburgs"1) (1990) als Frederico Torres alias Friedrich von Guldenburg. Zuletzt trat er in der Rosamunde Pilcher-Story "Wilder Thymian" (1994) als Sir Kenneth auf dem Bildschirm in Erscheinung. Zuvor hatte er Anfang der 1990er Jahre noch einmal in Kinoproduktionen mitgewirkt, so unter der Regie von Franz Seitz als blinder Bauernführer Dr. Bichler in der Lion Feuchtwanger-Adaption "Erfolg"2) (1991), als kranker Rechtsanwalt Dr. Vergil Schwarz in in Michael Schottenbergs Krimi "Das Geheimnis" (1993) und an der Seite von Ulrich Wildgruber als alter Bademeister Dany in Richard Blanks Spielfilm "Prinzenbad"5) (1994)  – zugleich seine letzte große Rolle vor der Kamera.
Den 70. Geburtstag des großen Künstlers feierten verschiedene Fernsehsender 1989 mit einer umfassenden Werkschau.
Wicki trat oft gemeinsam mit seiner 1994 verstorbenen Ehefrau Agnes Fink4), mit der er seit 1945 verheiratet war und seiner Geliebten und späteren zweiten Ehefrau, der Schauspielerin Elisabeth Endriss1) auf, die beiden Frauen standen auch zuletzt mit ihm gemeinsam vor der Kamera. 1995 hatte Wicki die Schauspielerin Elisabeth Endriss geheiratet, das Paar lebte bis zu Wickis Tod wechselweise in Zürich, München oder auf einem Weingut auf der Insel Elba.

Bernhard Wicki und Agnes Fink
Foto: © Rainer Binder
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke verwendet werden.)

Bernhard Wicki und Agnes Fink; Copyright Rainer Binder
Der Künstler hat zahlreiche Ehrungen und Preise erhalten, alles lässt sich an dieser Stelle nicht aufzählen. So erhielt er unter anderem 1959 seinen ersten "Bundesfilmpreis" (Filmband in Silber1)) für seine Dokumentation "Warum sind sie gegen uns?", 1960 wurde er für seine Regiearbeit "Die Brücke" mit dem "Filmband in Gold"1) geehrt, konnte im gleichen für diese Leistung einen "Golden Globe"1) sowie eine Oscar-Nominierung als "Bester ausländischer Film" einheimsen. Sein Film "Das Wunder des Malachias" errang 1961 auf der Berlinale einen "Silberner Bären"1) in der Kategorie "Beste Regie", eine "Goldene Kamera"1) und das "Filmband in Gold" bekam er 1972 für seine Regiearbeit "Das falsche Gewicht", einen weiteren Preis für seine außergewöhnliche Arbeit als Regisseur erhielt er für "Die Grünstein-Variante" (1985, "Filmband in Gold"). Sein Joseph Roth-Adaption "Das Spinnennetz" wurde 1989 als "Bester ausländischer Film" für einen "Oscar" nominiert, ein Jahr zuvor war Wicki der "Adolf-Grimme-Preis in Gold"1) für "Sansibar oder der letzte Grund" verliehen worden. Für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" hatte man Wicki bereits 1976 mit dem "Filmband in Gold" gehrt. Seit 1982 gehörte er zu den Trägern des "Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland", 1986 folgte der "Helmut-Käutner-Preis"1). 1992 erhielt Wicki den "Ufa Ehrenpreis" und 1998 den "DIVA-Award"1). Noch am Tag vor seinem Tod wurde Wicki am Krankenbett mit dem österreichischen "Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse" ausgezeichnet. Im Dezember hatte die bayerische Landeshauptstadt München den Künstler mit der Medaille "München leuchtet"1) in Gold geehrt. → Liste der Auszeichnungen bei Wikipedia.
  
Nach seinem letzten Film "Das Spinnennetz" (1987) hatte sich Wicki weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, um sich von einer Gehirnblutung zu erholen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt absolvierte Wicki Ende Oktober 1999, als ihn zahlreiche Freunde und Kollegen mit einer "Hommage" zu seinem 80. Geburtstag ehrten. Schon damals wirkte der im Rollstuhl sitzende Regisseur gesundheitlich stark angegriffen.
Zwei Monate nach seinem 80. Geburtstag erlag Bernhard Wicki am 5. Januar 2000 nach langer Krankheit in München einem Herzversagen; seine letzte Ruhestätte fand der Schauspieler und Regisseur auf dem Nymphenburger Friedhof in München → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
 
Seit einiger Zeit arbeitete die Witwe Bernhard Wickis und Gründerin bzw. Initiatorin des "Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V.", Elisabeth Wicki-Endriss, an einer Verfilmung des Lebens ihres Mannes. Der rund zwei Stunden lange Film, eine Kino-Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, trägt den Titel "Verstörung und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki"5) werde "eine Zeitreise durch das letzte Jahrhundert" hieß es in den Medien und gelangte im Juni 2007 in den Verleih; als Schauspieler hat Wicki-Endriss Weggefährten wie Maximilian Schell und Klaus Maria Brandauer engagiert. In einem Interview sagte Elisabeth Wicki-Endriss zu Beginn der Dreharbeiten im Sommer 2006 unter anderem, dass eine "dokumentarische Arbeit mit Dialogen" geplant sei. Als Grundlage für das Projekt dienten unveröffentlichte Tonaufzeichnungen. "Bernhard hat zwei Jahre vor seinem Lebensende sein Leben auf Band gesprochen", berichtete die Schauspielerin, die das Projekt selbst finanziert. Es sei notwendig, das "Vermächtnis dieses Mannes zu erhalten und damit zu warnen" (…) "Mein Mann hat nicht nur Film-, sondern auch Zeitgeschichte geschrieben." Diese dokumentarische Filmerzählung zeigt sehr persönlich Bernhard Wickis Weg von der Geburt bis zum Tod und gleichzeitig ein Stück deutsche Geschichte. Sie lässt teilhaben an Wickis Freuden, seinen Begierden, seinem Hochmut, seiner Unbestechlichkeit, seiner Wucht und seiner Wut; seiner Angst, seiner Einsamkeit, seinen Erschütterungen und seiner Scham. Neben den Video- und Audioaufzeichnungen Bernhard Wickis tritt Maximilian Schell als Erzähler auf, Klaus Maria Brandauer zitiert aus Wickis Gedichten und Michael Mendl ergänzt mit Zitaten, wo keine Aufzeichnungen von Bernhard Wicki existieren. Der Film wurde an Originalschauplätzen der Lebensstationen Wickis gedreht.5)

Von Robert Fischer sowie verschiedenen Autoren wie Alexander Kluge, Laurens Straub oder Wilhelm Roth stammt das 1991 erschienene Buch "Sanftmut und Gewalt – Der Regisseur und Schauspieler Bernhard Wicki", die Biografie "Bernhard Wicki" von Peter Zander kam 1995 auf den Markt. In diesem Buch werden seine Filme erstmals ausführlich gewürdigt. Wicki wird in seiner Persönlichkeit wie in seinen künstlerischen Intentionen bei Zander durchweg lebendig; seine Arbeit dient einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem großen Einzelgänger des neueren deutschen Films., war im "film-dienst" nachzulesen. Ebenfalls von Robert Fischer erschien "Bernhard Wicki. Regisseur und Schauspieler" (1997), Richard Blank veröffentlichte 1999 anlässlich des 80. Geburtstages von Wicki "Jenseits der Brücke. Bernhard Wicki. Ein Leben für den Film. "Die Zeit" schrieb unter anderem Eine "anschauliche" Schilderung Wickis als "authentischer" Schauspieler, den auch Grob seinerzeit, wie er bekennt, als "Idealbild des Neuen Mannes" bewundert hat; dabei hat der spätere Regisseur selbst seine Zeit vor der Kamera eher als vergeudete angesehen. 
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de;
siehe auch www.bernhardwickigedaechtnisfonds.de
sowie Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
und den Nachruf bei www.spiegel.de
Link: 1)  Wikipedia, 2) prisma.de, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 5) filmportal.de, 6) fernsehserien.de
Quelle: 3) www.prisma.de, 5) br-online.de (Seite nicht mehr existent)
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de, prisma.de, Beschreibung innerhalb dieser HP)
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Als Regisseur (überwiegend auch Drehbuch)

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