Inge Egger wurde am 27. August 1923 als Ingeborg Gertrud Josefine Egger und Tochter eines Kaufmanns im österreichischen Linz geboren. Nach dem Besuch eines Mädchenpensionats absolvierte sie, mit dem Abitur in der Tasche, eine Ausbildung zur Schauspielerin am Wiener "Max Reinhardt-Seminar". Anschließend erhielt die junge Frau 1945 ein Engagement am "Theater in der Josefstadt", stand dort bis 1951 auf der Bühne. Unter anderem trat sie in Stücken wie der Komödie "Zum Goldenen Anker" von Marcel Pagnol, Klabunds Märchendichtung "Der Kreidekreis" oder Schillers Drama "Kabale und Liebe" in Erscheinung. Im Jahre 1949 ging sie gemeinsam mit Hauptdarstellerin Paula Wessely und dem Schauspiel "Die Frau vom Meer" von Henrik Ibsen auf eine ausgedehnte Deutschlandtournee.

Foto: Inge Egger 1955 bei einer Autogrammstunde in Frankfurt/M
anlässlich des Erscheinens des Films "Musik, Musik und nur Musik"
Urheber: Kurt Liese/Harald-Reportagen1); Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Inge Egger 1955 bei einer Autogrammstunde in Frankfurt/M anlässlich des Erscheinens des Films "Musik, Musik und nur Musik"; Urheber: Kurt Liese/Harald-Reportagen; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Bereits 1944 hatte Inge Egger erstmals vor der Kamera gestanden und in Géza von Bolvárys weinselig-musikalischem Unterhaltungsstreifen "Schrammeln"1) die Tochter des Anton Strohmayer (Hans Moser) bzw. Verlobte von Josef Schrammel1) (Hans Holt) gemimt. Nach weiteren, eher unbedeutenden Auftritten – etwa als "dicker Engel" in Géza von Cziffras Musikkomödie "Der himmlische Walzer"2) (1949) – begann für Inge Egger mit der Rolle der Handwerkertochter Josefa Schalanter in Eduard von Borsodys Anzengruber-Adaption "Das vierte Gebot"2) (1950) eine steile, wenn auch kurze Leinwandkarriere. Rasch avancierte sie in ganz dem Zeitgeschmack entsprechenden Heimat- und Schlagerfilmen sowie Komödien und Melodramen zum vielbeschäftigten Publikumsliebling. 
  
Zum Kassenschlager geriet Kurt Hoffmanns turbulenter Schwank "Fanfaren der Liebe"1) (1951), basierend auf der gleichen Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan wie Billy Wilders legendärer Film "Manche mögens heiß"1) (1959), mit Frauenschwarm Dieter Borsche und Komiker Georg Thomalla als Partner. Sie gibt sich als "reizendes, frisches Persönchen, dem die eingängigen Schlagerlieder von Franz Grothe wohl anstehen" notierte damals die "Stuttgarter Zeitung" (01.12.1951).*) Aufgrund des riesigen Erfolgs an den Kinokassen setzte Hans Grimm die Story mit "Fanfaren der Ehe"1) (1953) fort.
Dazwischen lagen Produktionen wie die Ganghofer-Verfilmung "Die Alm an der Grenze"1) (1951; Regie Franz Antel/Walter Janssen) an der Seite von Paul Richter, in Robert A. Stemmles sozialkritischem Schmugglerdrama "Sündige Grenze"1) (1951) spielte sie erneut mit Dieter Borsche. In der freien Moličre-Verfilmung "Der eingebildete Kranke"1) (1952; Regie: Hans H. König) tauchte Inge Egger als Tochter des Titelhelden Eusebius Daxenmeyer (Joe Stöckel) auf, Hans Holt musste als frisch verheirateter Chemiker Dr. Robert Bruhn feststellen "Meine Frau macht Dummheiten"1) (1952; Regie: Géza von Bolváry). Wolf Albach-Retty fand in ihr die "ideale Frau" (1952; "Ideale Frau gesucht"1); Regie: Franz Antel), O.W. Fischer meinte "Ich hab' mich so an Dich gewöhnt"2) (1952; Regie: Eduard von Borsody). In Richard Häusslers dramatischem Heimatstreifen "Das Dorf unterm Himmel"3) (1952) kam sie als Gattenmörderin daher, "still und ruhig, ohne die gemachte Forschheit, die sie in anderen Filmen an den Tag legt, ohne pin-up und ohne bewußten sex-appeal" so die "Kölnische Rundschau" (23.05.1953).*)
Mit Peter Pasetti als österreichischem Erzherzog Johann Salvator1) drehte sie die im Wien des 19. Jahrhunderts angesiedelte romantische Liebesgeschichte "Der rote Prinz"3) (1954), mit dem soignierten Herzensbrecher Willy Birgel das Melodram "Konsul Strotthoff"2) (1954).
   
Im Grunde waren es, bis auf wenige Ausnahmen, eher banal-belanglose, seichte Kinostreifen, in denen Inge Egger "als schlichtes, bescheidenes und charmantes Girl und Hascherl"*) vermarktet wurde. Das sollte sich in den nachfolgenden Produktionen nicht ändern, in "Ein Mann muß nicht immer schön sein"1) (1956), ein musikalischer, "einfallslos-schmierigen Schwank zwischen Klamauk und Klamotte", so der "Filmdienst"1), spielte sie mit Peter Alexander, in "Kann ein Mann sooo treu sein…"3) (1956), Erik Odes Remake des Rühmann-Lustspiels "Der Mustergatte" aus dem Jahre 1937, mit Harald Juhnke. Nach ihrer Rolle der Privatdetektivin Claudia in dem ganz auf den Schlagerbarden Vico Torriani zugeschnittenen Filmchen "Der Fremdenführer von Lissabon"1) (1956) zog sich Inge Egger krankheitsbedingt, aber auch wegen privater Probleme sowie der negativen Berichterstattung in den Medien, mehr und mehr vom Filmgeschäft zurück. Sie ging nach Berlin und arbeitete am Theater, ihr "Comeback" mit dem Part der Ehefrau des Schornsteinfegers Alois Knopf (Eddi Arent) in der Komödie "Kleine Leute mal ganz groß"1) (1958) brachte nicht den erwünschten Erfolg.
 
Inge Egger stand danach noch für wenige Kinofilme wie "Wir Kellerkinder"2) (1960) und "Die junge Sünderin"2) (1960) mit Nebenrollen vor der Kamera, einen letzten Auftritt hatte sie als Lehrerin Ruth Calthorpe in dem spannenden Durbridge-Mehrteiler "Es ist soweit"4) (1960).
Nach dem endgültigen Rückzug vom Filmgeschäft arbeitete Inge Egger zwischen 1960 und 1973 als medizinisch-technische Assistentin beim Berliner Bundesgesundheitsamt.
Am 5. September 1976 erlag der einstige Publikumsliebling Inge Egger kurz nach ihrem 53. Geburtstag im "Wenkebach-Klinikum" in Berlin-Tempelhof ihrem Krebsleiden.
1984 entstand von Hans Sachs und Hedda Rinneberg der 15-minütige Dokumentarfilm "Nachaufnahme: Inge Egger": Der Film unternimmt es, den Spuren einer Anfang der 50er Jahre sehr erfolgreichen, heute nahezu vergessenen, jungen Filmschauspielerin – Inge Egger – nachzugehen. Er liefert damit ein Stück Filmgeschichte und zugleich ein Beispiel dafür, wie schnell ein Star aus dem Gedächtnis des Publikums verschwindet. Das Thema besitzt eine gewisse Faszination durch die Art, in der hier eine filmische Spurensicherung betrieben wird; es gelingt dem Film aber dennoch nicht, soweit möglich Aufklärung darüber zu geben, warum der gefeierte Star plötzlich abtritt, sich abkapselt und Zuflucht in einem ganz anderen Beruf nimmt.
(Quelle: "Deutsche Filmbewertung und Medienbewertung FBW")
Quellen: Wikipedia sowie
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, LG 10*)
Fotos bei film.virtual-history.com
*) CineGraph LG 10 mit den Quellen
  • Sibylle: Der Regisseur und seine Diva. (Gespräch mit Egger und Max Neufeld) In: "Film-Revue" (Karlsruhe, Nr. 3, 23.02.1954, S.10–11)
  • F. E. O.: Inge Egger. In: "Der Tag" (Berlin, 28.09.1958)
Link: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) Filmlexikon, 4) Beschreibung innerhalb dieser HP
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de, film.at, Filmlexikon, Beschreibung innerhalb dieser HP)
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