Fita Benkhoff beim Kameradschaftsabend anlässlich der Tagung der Reichsfilmkammer in der "Kameradschaft der Deutschen Künstler" in Berlin am 4. März 1938; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Ausschnitt des Fotos: Bild 183-H02865; Fotograf: unbekannt / Datierung: 4. März 1938 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Fita Benkhoff wurde am 1. November 1901 als Frieda Elfriede Benkhoff und siebtes von acht Kindern in Dortmund geboren. Der frühe Tod des Vaters, welcher in Dortmund gemeinsam mit seiner Frau eines der größten Amüsieretablissements betrieb, beeinflusste ihre Kindheit. Sie besuchte ein Mädchen-Lyzeum, nach einer Aufführung von Humperdincks "Hänsel und Gretel" stand für das junge Mädchen rasch fest, Schauspielerin zu werden. Um eine Ausbildung bei Emil Binder in Dortmund finanzieren zu können, arbeitete sie als Zahnarzthelferin und als Telefonistin bei einer Großhandelsfirma. 1925 erhielt Fita Benkhoff ein erstes Engagement am Stadttheater von Dortmund, debütierte mit der winzigen Rolle eines Pagen in Schillers "Don Karlos"1) und gab in der Folge Naiv-Sentimentale, aber auch schon mal Salondamen. Eine weitere Verpflichtung führte die junge Schauspielerin dann bis 1928 nach Lübeck, wo sie unter anderem als Gretchen in Goethes "Faust"1), als Hai-tang in Klabunds "Der Kreidekreis"1), als Lulu in Frank Wedekinds "Erdgeist"1) oder als Wallensteins Tochter Thekla in Schillers "Wallenstein"1) Erfolge feierte. Von Lübeck kam sie dann bis 1931 nach Düsseldorf zu der berühmten Luise Dumont1) (1862 – 1932), von der sie "unser Madönnchen mit der reinen Ausstrahlung" genannt und mit entsprechenden Rollen besetzt wurde.
 
Foto: Fita Benkhoff beim Kameradschaftsabend anlässlich der Tagung der
Reichsfilmkammer in der "Kameradschaft der Deutschen Künstler" in Berlin am 4. März 1938
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Ausschnitt des Fotos: Bild 183-H02865;
Fotograf: unbekannt / Datierung: 4. März 1938 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv Bild 183-H02865 bzw. Wikimedia Commons
Weitere Stationen ihrer Karriere als Theaterschauspielerin wurden dann Breslau (1931/32) sowie die "Kammerspiele" in Wien (1932/33). In Wien spielte sie neben Käthe Gold und Hans Moser in der Premiere (02.09.1932) des Volksstücks "Essig und Öl"1) und wurde bei dieser Gelegenheit von der Ufa für den Film entdeckt, wo sie bald festen Fuß fassen konnte. Parallel dazu trieb sie ihre Karriere als Theaterschauspielerin weiter voran, wirkte in Berlin an der "Volksbühne" sowie dem "Deutschen Theater", wo sie von 1933 bis 1945 – mit kleinen Unterbrechungen – zu den beliebtesten Schauspielerinnen gehörte. So glänzte Fita Benkhoff beispielsweise 1936 als Orinthia in George Bernard Shaws1) politischen Komödie "Der Kaiser von Amerika" oder 1937 als Klara in der Hebbel-Tragödie "Maria Magdalena"1).
  
Auf der Leinwand war sie anfangs fast nur in Kurzspielfilmen zu sehen, ehe sie 1935 als keifende Dienerin Andria, die von Gott Merkur in Gestalt ihres Gatten Sosias (Paul Kemp) listig getäuscht wird, in Reinhold Schünzels musikalischen Komödie "
Amphitryon"1) ihre ersten großen Erfolg hatte. Weitere Kinoproduktionen folgten, oft als komische Partnerin von Paul Kemp, wie beispielsweise 1936 erneut als dessen Filmehefrau Bianca in der heiteren Verwicklungsgeschichte "Boccaccio"2). Spielfreude, Pfiff und Verstand zeichneten die junge Fita Benkhoff aus, doch wohl aufgrund ihres biederen Aussehens wurde die Charakterdarstellerin im Film immer nur mit Nebenrollen, die jedoch durchaus ihre Wirkung hatten, besetzt.
Insgesamt agierte Fita Benkhoff in über 70 Filmen auf der Leinwand, ihr Part war meist die zweite weibliche Heldin, die neben der Hauptfigur weniger gut davon kam. Ihre Rollen waren facettenreich, so glänzte sie 1936 als die nach Luxus gierende Salondame Lisa in "Die Un-erhörte Frau", mimte 1939 die Ehefrau in der Filmadaption von Hans Müller-Schlössers kölnischem Volksstück "Schneider Wibbel", konnte aber auch 1949 als herb-tragische Auguste Wolff in "Der Biberpelz"1) nach Gerhart Hauptmann überzeugen. Selbst der an sich anspruchslosen Rolle der Frau des Schmierenkomödianten Striese im bekannten Schwank "Raub der Sabinerinnen"1) (1954 verfilmt von Kurt Hoffmann) verlieh die Schauspielerin noch nachhaltige Züge. Neben Grethe Weiser gehörte Fita Benkhoff zu den komischsten Nebendarstellerinnen des deutschen Films, ihre kessen Frauenfiguren bestachen durch Witz, Intelligenz, Schlagfertigkeit und Ironie. Sie beherrschte das Repertoire der komischen Heldin, von der Klatschfreudigen, Schrulligen über die Schalkhafte und Superkluge. Niemand war ihrem boshaften Mundwerk gewachsen.3)
 
In den 1960er Jahren zeigte sich Fita Benkhoff auch vermehrt in TV-Produktionen, spielte unter anderem 1960 in dem Durbridge-Straßenfeger "Es ist soweit"4) die neugierige Lady Barbara Barstow. Weitere Fernsehfilme, in denen Fita Benkhoff mitwirkte, waren beispielsweise "Ein Engel namens Schmitt" (1964), "Geisterkomödie (1965), "Der Raub der Sabinerinnen" (1966) und "Frühling in Baden-Baden" (1967).
Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen war Fita Benkhoff dem Theater immer treu geblieben: Bereits kurz nach dem Krieg spielte sie am Hamburger "Thalia-Theater", brillierte dort unter anderem 1947 mit ihrer Lieblingsrolle, der armen Blumenverkäuferin, Eliza Doolittle, in Shaws "Pygmalion"1). 1948 trat sie an der "Tribüne" in Berlin in Noël Cowards1) "Weekend" auf, 1950 folgte an den "Kammerspielen" in München Noel Cowards "Geisterkomödie". In München veranlasste sie das Publikum erst wieder im März 1960 an der "Kleinen Komödie" in Paul Osborns1) Lustspiel "Erinnerst Du Dich?" ("The Vinegar Tree") zu wahren Lachsalven, nachdem sie sich elf Jahre lang ausschließlich Filmaufgaben gewidmet hatte – sie mimte die Laura Merrick, eine reizende Dame in den allerbesten Jahren; das Stück wurde, von Peter Beauvais in Szene gesetzt, 1961 auch im Fernsehen gezeigt. Noch kurz vor ihrem Tod feierte sie zur Spielzeit 1966/67 als skurrile Giftmischerin Tante Abby in Joseph Kesselring Klassiker des schwarzen Humors "Arsen und Spitzenhäubchen" im "Theater an der Leopoldstraße" Triumphe.
 

Fita Benkhoff in dem Theaterstück "Pygmalion" von George Bernard Shaw
1946 am Hamburger "Thalia-Theater",
fotografiert von Gerd Mingram1) (1910–2001), genannt Germin
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_ger-pos_0000917)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Germin; Datierung: 1946;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Fita Benkhoff in dem Theaterstück "Pygmalion" von George Bernard Shaw 1946 am Hamburger "Thalia-Theater", fotografiert von Gerd Mingram (1910–2001), genannt Germin; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_ger-pos_0000917); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Germin; Datierung: 1946; Quelle: www.deutschefotothek.de
Fita Benkhoff starb am 26. Oktober 1967 kurz vor ihrem 66. Geburtstag in einer Klinik in München an den Folgen eines Leberleidens; ihre letzte Ruhe fand die beliebte Schauspielerin in einer Familiengruft auf dem Dortmunder Südwestfriedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Die Charaktermimin und hinreißende Komikerin war seit 1939 mit dem Kaufmann Wilhelm Strom verheiratet gewesen und führte mit ihrem Ehemann ein großes Haus in der Gemeinde Berg am Starnberger See. Nach dessen Tod im Jahre 1957 lebte Fita Benkhoff dort fünf Jahre lang völlig zurückgezogen, löste dann ihr Domizil am Starnberger See auf und zog nach München. Dort widmete sie sich zuerst zaghaft, dann immer begeisterter der Malerei und entwickelte einen höchst reizvollen Stil.
Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars"
von Adolf  Heinzelmeier und Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 29/30 sowie
Internationales Biographisches Archiv (49/1967)
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, www.defa-stiftung.de, filmportal.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 4) Beschreibung innerhalb dieser HP
Quelle: 3) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier und Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 30
     
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia, prisma.de)
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