Raimund Harmstorf wurde am 7. Oktober 19391) als Sohn eines Arztes in Hamburg geboren und wuchs in seiner Geburtsstadt auf. Nach Abschluss der Schule studierte er zunächst Medizin, später wechselte er zur "Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst" in Hamburg, da er sich für den Beruf des Schauspielers entschieden hatte. Erste Bühnenengagements erhielt Harmstorf dann in Hamburg und Berlin sowie bei Tournee-Theatern, die ihn auch nach Südamerika führten. Ende der 1960er Jahre wurde auch das Fernsehen auf ihn aufmerksam, nach ersten kleinen Rollen erlangte er dann 1971 mit seiner Rolle des Wolf Larsen in dem ZDF-4-Teiler "Der Seewolf"2) nach Jack London über Nacht Berühmtheit. Die Szene, in der Harmstorf mit der bloßen Hand eine rohe Kartoffel zerquetscht, machte Filmgeschichte; siehe auch: www.jack-london.org.
Auch auf der Leinwand bediente der athletische Schauspieler das Image des Abenteurers, so in weiteren Jack London-Verfilmungen: Harald Reinl besetzte ihn als Jack Harper in "Der Schrei der schwarzen Wölfe"3) (1972), in der internationalen Produktion "Ruf der Wildnis" (1972, Call of the Wild) war er neben Stars wie Charlton Heston und Michèle Mercier zu sehen. Lucio Fulci drehte mit Franco Nero und Virna Lisi die Abenteuer "Jack Londons Wolfsblut"3) (1973, Zanna Bianca") sowie "Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe"3) (1974, Il Ritorno di Zanna Bianca) und gab Harmstorf die Rolle des Kurt Jansen. In nachhaltiger Erinnerung bleibt Harmstorf als Terroristenführer Heinz Klett in Rolf Olsens reißerischem Thriller "Blutiger Freitag"3) (1972). Bis Ende der 1970er folgten Auftritte in eher mittelmäßigen Produktionen, meist verkörperte er seinem sportlichen Image gemäß auf der Leinwand "Action-Heroen" und seinen Nimbus als stahlharter "Seewolf " überführte er auch in den Italowestern internationaler Produktionen wie in "Nobody ist der Größte"3) (1975, Un genio, due compari, un pollo), "Der Mann aus Virginia"3) (1977, California) oder "Sie nannten ihn Mücke"3) (1978, Lo chiamavano Bulldozer) an der Seite von Terence Hill, Giuliano Gemma und Bud Spencer.
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Raimund Harmtorf; Copyright Virginia Shue
Raimund Harmtorf; Copyright Rainer Binder Eine Paraderolle hatte Harmstorf 1976 im Fernsehen: Hier glänzte er  mit der Titelrolle in dem ZDF-Vierteiler "Michael Strogoff"2) nach dem Roman "Der Kurier des Zaren" von Jules Verne. Unter der Regie von Jean-Pierre Decourt spielte er den den heldenhaften Hauptmann Michael Strogoff, der allen Gefahren trotzend von Moskau nach Irkutsk reist und die sibirische Stadt vor den Tartarenhorden rettet. Während seiner geheimen Mission begegnet Strogoff der Gräfin Nadia Fedorowa alias Lorenza Guerrieri, die zur Schlüsselfigur wird…

Aufwendige Action-Szenen bestimmten Wolfgang Liebeneiners Literaturverfilmung "
Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand"3) (1979) mit einem für diese Verfilmung überzeugenden Harmstorf in der Titelrolle. Danach begann der Stern des Schauspielers in den 1980er Jahren zu sinken, die Rollenangebote wurden spärlicher, nicht zuletzt, weil er auf das Image des furchteinflößenden Kraftprotzes festgelegt zu sein schien. Eine Wandlung gelang ihm nur sporadisch, wie 1985 mit seiner Rolle des Brinkmann-Cousins "Florian in der TV-Kultserie "Die Schwarzwaldklinik"3) oder zwei Jahre vor seinem Tod als Hannes Müller in der ARD-Reihe "Klinik unter Palmen"3).
  
Foto: © Rainer Binder
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke verwandt werden.)
Raimund Harmtorf, der bis zuletzt abwechselnd in Bayern und in der Karibik lebte, erhängte sich am 3. Mai 1998 auf seinem Bauernhof in Selbensberg (Marktobersdorf) bei Kempten. Die Presse vermeldete, dass Harmstorf durch die Medikamente, die er wegen seiner Parkinsonschen Krankheit nehmen musste, psychische Probleme gehabt haben soll. Seine letzte Ruhe fand der Schauspieler auf dem Friedhof in Bad Oldesloe → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Raimund Harmstorf war zuletzt mit Gudrun Staeb liiert → Artikel bei www.focus.de.  
Textbausteine des Kurzportraits aus 
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 145
Siehe auch Wikipedia sowie den Artikel bei www.focus.de
1) Einige Biografien nennen 1940 als Geburtsjahr, die Grabinschrift  (Foto bei knerger.de) nennt aber eindeutig 1939.
Link: 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia
   
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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