Karl Lieffen wurde am 17. Mai 1926 als Carel Frantisek Lifka und Sohn eines Bergbeamten und einer Köchin im böhmischen Osek (heute Tschechien) geboren. Da er schon als Kind den Wunsch hatte, Musiker zu werden, bekam der kleine Carel bereits mit acht Jahren bei einem Dorflehrer Geigenunterricht. Als Hitler die Tschechoslowakei, besetzte, entschied Carels Vater, dass sein Sohn die Heeresmusikschule im niedersächsischen Bückeburg besuchen solle. Dort erzwang Carel Lifka dann 1938 mit einem vorgetäuschten Selbstmordversuch sein vorzeitiges Ausscheiden, weil er statt an der Violine mehr an der Waffe ausgebildet wurde. Er ging nach Braunschweig, nahm Schauspielunterricht an der dortigen "Akademie für Musik und Darstellende Kunst", wurde dann aber zum Wehrdienst einberufen. Als Soldat geriet er in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er fliehen konnte und tauchte in Deutschland unter; seinen Geburtsnamen änderte er nach Kriegsende in "Karl Lieffen".

Karl Lieffen als Santamaria in der Dürrenmatt-Verfilmung
"Die Ehe des Herrn Mississippi" (1961)
Quelle/Link: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG" Zürich",
mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich)
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Karl Lieffen als Santamaria in der Dürrenmatt-Verfilmung "Die Ehe des Herrn Mississippi" (1961); Quelle: www.cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG, Zürich", mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); Copyright Praesens-Film AG
Seine Karriere als Schauspieler begann Lieffen 1945 an den Städtischen Bühnen in Freiburg, wo er für zwei Jahre engagiert wurde. Spätere Stationen seiner Theaterlaufbahn waren das "Hessische Staatstheater" in Wiesbaden, die "Städtischen Bühnen" in Frankfurt a.M. und ab 1975 das "Bayerische Staatsschauspiel" in München"; siehe auch die Auswahl der Theateraufführungen, in denen Karl Lieffen auf der Bühne stand, bei Wikipedia. 
Zum Film kam Karl Lieffen bereits 1949 und gab sein Leinwanddebüt unter der Regie von Karl-Heinz Stroux mit einer kleinen Nebenrolle in "Begegnung mit Werther". Ab Mitte der 1950er Jahre war er dann regelmäßiger auf der Leinwand vertreten und mimte meist zwielichtig-fiese Typen und Bösewichte, aber auch auch skurrile Figuren und Comic-Helden, wie 1958 mit seiner ersten und zugleich einzigen Hauptrolle als Meisterdetektiv Nick Knatterton in "Nick Knattertons Abenteuer"1). Drei Jahre später holte ihn Billy Wilder für seinen Kultfilm "Eins, Zwei, Drei"1) (1961, One, two, three) vor die Kamera – herrlich Lieffen in seiner Rolle des ewig und drei Tage salutierenden Fahrers Fritz, neben James Cagney, Lieselotte Pulver und Horst Buchholz. Zuletzt war der Schauspieler 1995 als Budelmeier in der Verfilmung des Kinderbuchs "
Rennschwein Rudi Rüssel"1) von Uwe Timm und ein Jahr später als Großvater Gustav in der schwarzen Komödie "Rohe Ostern"1) im Kino zu sehen.

Auf dem Bildschirm zeigte sich Lieffen ab Anfang der 1960er Jahre mit schöner Regelmäßigkeit, so agierte er unter anderem zwischen 1967 und 1973 als Inspektor Janot in der 22 Folgen umfassenden ZDF-Krimireihe "Dem Täter auf der Spur"1). In nachhaltiger Erinnerung ist der Schauspieler als pedantisch-kauziger Vater Karl Kempowski in "Tadellöser & Wolff"2), der von Eberhard Fechner1) (1926 – 1992) inszenierten zweiteiligen TV-Verfilmung von Walter Kempowskis gleichnamigen Roman, geblieben, dessen Aussprüche wie "Tadellöser & Wolff", "Ansage mir frisch!", "primig" oder "Miesnitzdörfer & Jensen" (was soviel wie "schlecht" bedeutet) eine ganze Fernsehgeneration begleitete. Mehrfache Gastauftritte in dem Dauerbrenner "Derrick" – hier spielte er sowohl in der 1. Episode "Waldweg"1) (1974) wie auch in der letzten Folge "Das Abschiedsgeschenk" (1998) – oder Serien wie "Nicht von schlechten Eltern"1) (1993), wo er als Lateinlehrer Dr. Reckensihl auftauchte, zählen zu Lieffens TV-Filmografie. In der witzigen BR-Vorabendserie "Schlossherren"3) (1986) glänzte er als spleeniger Komponist Sebastian Peukert, der sich mit dem bodenständigen Kfz-Werkstattbesitzer Franz Bauer (Willy Harlander) nach einer Erbschaft zusammenraufen muss, eine schöne Figur war auch die des schlitzohrigen Hardy van Bellen in der heiteren Krimiserie "Lutz & Hardy"3) (1994/96) als Partner von Hans Korte, der den pensionierten Kommissar Robert Lutz mimte.
1991 wurde dem vielbeschäftigten Schauspieler, der in mehr als 200 Kino- und Fernsehproduktionen mitwirkte, der Titel eines "Bayerischen Staatsschauspielers" verliehen.
  
Karl Lieffen, Träger des "Bundesverdienstkreuzes am Bande", starb am 13. Januar 1999 in Starnberg im Alter von 72 Jahren an einem Gehirntumor. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof der oberbayerischen Gemeinde Schäftlarn (Landkreis München) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Nur wenige Jahre zuvor hatte der damals 65-Jährige erstmals den Weg zum Standesamt gewagt und seine Ehefrau Sigrid geheiratet.4)
1974 veröffentlichte er seine Erinnerungen unter dem heute vergriffenen Buchtitel "Was fällt ihnen ein, Lieffen!". 

Siehe auch Wikipedia, www.film-zeit.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) www.fernsehserien.de
Quelle: 4) www.berliner-zeitung.de sowie www.knerger.de (Foto der Grabstelle)
Siehe auch Wikipedia
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, Murnau Stiftung)
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