Carsta Löck fotografiert von Alexander Schmoll (1880 – 1945); Quelle: www.cyranos.ch Carsta (Betty) Löck wurde am 28. Dezember 1902 in Deezbüll (Ortsteil von Niebüll, Nordfriesland) als Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kiel, wurde später auf Wunsch der Eltern Schriftzeichnerin, nahm jedoch gleichzeitig Schauspielunterricht. 1930 zog sie nach Berlin, stand dort erstmalig als Rosi in Hermann Sudermanns Komödie "Die Schmetterlingsschlacht" auf der Bühne und nahm auch an Gastspielen in der Provinz teil. Seit Mitte der 1930er Jahre war sie an verschiedensten Berliner Theatern eine vielbeschäftigte Darstellerin.
  
Für den Tonfilm wurde sie 1933 von Regisseur Carl Froehlich entdeckt und war erstmalig in der Literaturverfilmung "Reifende Jugend"1) auf der Leinwand zu sehen. Später avancierte Carsta Löck in zahlreichen unterhaltsamen Filmkomödien mit ihrem vitalen Humor zum Publikumsliebling  und verkörperte im Kino der Kriegsjahre mit prägnanten Nebenrollen meist den Typus der "grundguten Deutschen", die kräftig anpacken kann, konnte sich mit diesem Typus Frau der NS-Propagandamaschinerie nicht entziehen.
 
Carsta Löck fotografiert von Alexander Schmoll1) (1880 – 1945)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
"Sie war bald festgelegt auf das einfache Mädel vom Land und spielte, meist in Nebenrollen und oft mit einer Prise Komik, Mägde, Soldatenbräute, Ehefrauen, Hauswirtschafterinnen, Sekretärinnen und Nachbarinnen." schreibt Wikipedia.
An dieses Genre knüpfte sie auch im Nachkriegsfilm an, setzte aber gleichzeitig ihre Theatertätigkeit in Berlin fort. Ausgedehnte Theatertourneen, Auftritte bei Festspielen und Fernsehrollen festigten ihren Ruf als herausragende Charaktermimin.
Auf der Leinwand nun altersbedingt oft mit Mutter- Großmutterrollen besetzt, war sie unter anderem 1949 als lebenslustige Kneipenwirtin Emma in Kurt Maetzigs "Die Buntkarierten"1), der Chronik einer deutschen Arbeiterfamilie über drei Generationen hinweg, sowie in Hans Deppes Unterhaltungsstreifen "Die Kuckucks"1) zu erleben, beides Produktionen der DEFA. In nachhaltiger Erinnerung ist Carsta Löck mit der Figur der standesbewussten Hausgehilfin bzw. des Kindermädchens Ida Jungmann in Alfred Weidemanns zweiteiligen Thomas Mann-Verfilmung "Buddenbrooks"1) (1959) geblieben. Späte Popularität erlangte Carsta Löck noch einmal Anfang der 1970er Jahre als Krösa Maja in den von Olle Hellbom in Szene gesetzten schwedischen Kinderfilmen "Immer dieser Michel" (1971–1973), der dreiteiligen Adaption der Romane über "Michel aus Lönneberga"1)
von Astrid Lindgren; im Jahre 1971 entstand zudem unter dem Titel "Michel aus Lönneberga"1) die deutsch-schwedische Serienfassung der Filme. Letztmalig trat die Schauspielerin 1983 als Mrs. Prietschke in Ottokar Runzes Hallervorden-Komödie "Der Schnüffler"1) auf der Leinwand in Erscheinung, danach zog sie sich vom Filmgeschäft zurück.

Carsta Löck 1942 auf Schloss Güterfelde anlässlich der Truppenbetreuung
Urheber: Willy Pragher1); Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons

Carsta Löck 1942 auf Schloss Güterfelde anlässlich der Truppenbetreuung; Urheber: Willy Pragher; Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg; Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons
Als burschikoser "Trampel vom Lande" trat sie auf der Leinwand in Verwechslungskomödien auf, immer unbeschwert und heiter. Sie spielte nie eine Hauptrolle, war nie der Star, gehörte aber zu den unverzichtbaren Personen der Handlung. Wo immer es eine Sekretärin, Magd oder Wirtschafterin zu spielen gab, trat sie träge, schlaksig, naiv und mit herzhaftem Mutterwitz ihren Dienst an. Ihre komisches Talent bewahrte sie im Film der Kriegszeit auch vor propagandistischen Ausrutschern als Vorzeige-Mädel. So konnte sie danach unbeschwert immer resoluter werdende Mütter und Großmütter spielen, die mit herzlicher, norddeutscher Diktion an die Erziehung des Nachwuchses gehen.2)

Carsta Löck, die noch 1989 das "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" erhalten hatte, starb am 19. Oktober 1993 – zwei Monate vor ihrem 91. Geburtstag – in Berlin; sie war seit 1963 verwitwet. 
Siehe auch Wikipediawww.cyranos.ch, www.film-zeit.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia
Quelle: 2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 
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Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)
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