Klaus Löwitsch 01 Klaus Löwitsch wurde am 8. April 1936 als Sohn einer Berliner Balletttänzerin und eines österreichischen Diplomingenieurs in Berlin geboren; 1946 zog die Familie nach Wien, wo der junge Klaus seine Jugend verbrachte. Nach einer klassischen Tanzausbildung an der dortigen "Akademie für Musik und darstellende Kunst"1) sowie einem Studium am "Max-Reinhardt-Seminar"1) in darstellender Kunst hatte Löwitsch seinen ersten Bühnenerfolg in dem Musical "Kiss me Kate"1) an der "Wiener Volksoper"1). 1961 erhielt er ein Engagement an den "Münchner Kammerspielen"1), wo er unter anderem in Brechts "Die Dreigroschenoper"1) zu sehen war. Weitere Stationen seiner Theaterkarriere führten ihn nach Konstanz, Köln, Wien, Hamburg, Zürich und später erneut nach München an das "Bayerischen Staatsschauspiel"1).
 
Zum Film kam der Schauspieler Mitte der 1950er Jahre und war erstmals 1955 in "Dunja", gedreht von Josef von Báky frei nach Alexander Puschkins Novelle "Der Postmeister"
1), auf der Leinwand zu sehen → filmportal.de. Eine Reihe weiterer, meist zweitklassiger Filme schlossen sich an und Löwitsch wurde fast ausschließlich auf die Rolle des Bösewichts festgelegt. Erst 1970 erregte er mit seinem Part des Werner in dem Roger-Fritz-Film "Mädchen… nur mit Gewalt"1) Aufsehen und wurde für seine Leistung mit dem "Deutschen Filmpreis"1) als "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet. Aus der fruchtbaren und intensiven Zusammenarbeit mit seinem Freund und Förderer Rainer Werner Fassbinder resultierten viel beachtete Rollen wie beispielsweise die des Harry Radek in "Der Händler der vier Jahreszeiten"1) (1972), die des Fred Stiller in "Welt am Draht"1) (1973) oder die des Hermann Braun in "Die Ehe der Maria Braun"1) (1979), neben Hanna Schygulla.
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin  Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Der Versuch, in Hollywood Fuß zu fassen und somit auch international Anerkennung zu finden, scheiterte; Löwitsch erhielt zwar 1977 von Sam Peckinpah die Rolle des Unteroffiziers Krüger in dem Landserfilm "Steiner – das Eiserne Kreuz"1) (Cross of Iron) oder wirkte in Delbert Manns "Mit dem Wind nach Westen"1) (1981, Night Crossing) mit, doch weitere nennenswerte Angebote blieben aus.
Stattdessen bot ihm das Fernsehen ein breites Betätigungsfeld und Löwitsch avancierte Ende der 1980er Jahre als raubeiniger Titelheld in der Serie "Peter Strohm"1) zum Publikumsliebling und von vielen als deutscher "James Bond" bezeichnet; wo Fäuste flogen und Autos explodierten war Löwitsch dabei. Sieben Jahre lang jagte er als bärbeißiger Privatdetektiv die Ganoven der Unterwelt und setzte erst 1996 nach 62 Folgen einen Schlussstrich unter die beliebte Actionserie; man sah den als ewigen Macho abgestempelten Draufgänger und Kraftprotz Löwitsch darüber hinaus in Krimi-Serien wie "Kriminalmuseum", "Tatort" oder "Hafendetektiv".
 

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Klaus Löwitsch 02
Klaus Löwitsch 03 Der Schauspieler wollte sich von dem Image des hartgesottenen Verbrecherjägers lösen, hatte er sich doch mit anspruchsvollen Rollen in Literaturverfilmungen wie in Michael Kehlmanns Ödön von Horvath-Adaption "Italienische Nacht" (1966) oder in der Kafka-Verfilmung "Amerika oder der Verschollene" (1969) bereits als vielschichtiger Charakterdarsteller empfohlen; für seine Rolle des Antiquars Siegfried Rabinovicz in Oliver Hirschbiegels kammerspielartigem Psycho-Thriller "Das Urteil"1) (1997) erhielt Löwitsch ein Jahr später den "Adolf-Grimme-Preis"1) und den "Bayerischen Fernsehpreis"1). Einer seiner letzten Filme war der Thriller "Feindliche Übernahme – althan.com" (2001), wo er neben Desiree Nosbusch und Thomas Kretschmann den Willi Konrad spielte, sowie der Action-Film "Extreme Ops"1) (2002) mit Rufus Sewell und Heino Ferch.
 
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Klaus Löwitsch, der während seiner langjährigen Karriere in mehr als 300 Film- und TV-Produktionen mitwirkte, starb am 3. Dezember 2002 im Alter von 66 Jahren in einer Münchner Klinik an Bauchspeicheldrüsenkrebs; seine letzte Ruhe fand er in einem Familiengrab auf dem Münchner Ostfriedhof (Grab Nr. 88-11-4) → Foto bei knerger.de; die Grabrede hielt Dieter Laser2).
Der charismatische Schauspieler war seit vier Jahrzehnten mit seiner Frau Helga, einer ehemaligen Primaballerina, verheiratet und lebte zuletzt in München. Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film- und Fernsehen stand Klaus Löwitsch immer wieder auf der Theaterbühne und war auch als Regisseur erfolgreich; außerdem besprach er Schallplatten mit Texten der Weltliteratur.
 

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Klaus Löwitsch 04
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.whoswho.de,
www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
     
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, deutsches-filmhaus.de, prisma.de)
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