Ruth Stephan
Ruth Stephan wurde am 27. Oktober 1925 Tochter eines Kaufmanns in Hamburg-Altona geboren. Nach einer Banklehre nahm sie ab 1947 Schauspielunterricht bei Heinz Hohenstein und erhielt anschließend Engagements an Bühnen in Hamburg, München und Frankfurt a. M. Anfang der 1950er Jahre etablierte sie sich auch an Berliner Kleinkunstbühnen. Sie trat neben Brigitte Mira, Gisela Trowe und Walter Gross in Revuen des Kabaretts "Greiffi" auf und gehörte 1951 neben Wolfgang Neuss und Ursula Herking zu den Gründungsmitgliedern des Kabaretts "Die Haferstengels".

Zum Film kam Ruth Stephan 1951 und war erstmals als "Das Persönchen" in Paul Martins kabarettistischem Streifen "Die Frauen des Herrn S."1) auf der Leinwand zu sehen. In den folgenden Jahrzehnten avancierte sie zu einer beliebten Nebendarstellerin, trat an der Seite so großer Komiker wie Heinz Erhardt und Rudolf Platte auf. In zahlreichen, wenn auch eher seichten Unterhaltungsstreifen avancierte Ruth Stephan zur vielbeschäftigten "Ulk-Nudel" des deutschen Nachkriegsfilms, zur "Quasseltante" des deutschen Kintopps.
Deshalb waren das Fräulein vom Amt, die den Chef durchstellt, die schwatzhafte Freundin oder rechte Hand von Vorgesetzten ihre Paraderollen. Mit ihren staunenden Kulleraugen gab sie meist die exaltierte Knallcharge an der Seite großer Hauptfiguren. Nur wenn sie resolute Damen spielte, die ihr Herz in die Hand nehmen, war sie mehr als die Ulknudel vom Dienst.2)
In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie beispielsweise Ende der 1960er Jahre mit der Figur der Studienrätin Dr. Pollhagen bzw. der späteren Ehefrau von Studienrat Dr. Knörz (Rudolf Schündler) neben Theo Lingen als Oberstudiendirektor Dr. Gottlieb Taft in den damals beliebten Produktionen um die "Die Lümmel von der ersten Bank"1) mit Hansi Kraus als unsäglichem Schüler Pepe Nietnagel. Eine letzte Leinwandrolle mimte sie als resolute Haushälterin Josefa in dem ganz auf Roy Black zugeschnittenen Streifen "Kinderarzt Dr. Fröhlich"1)
(1972).
  
In der zweiten Hälfte ihrer Karriere widmete sich Ruth Stephan vermehrt der Arbeit beim Theater, um diesem Rollen-Klischee zu entgehen. So spielte sie ab 1969 bei Boy Gobert in Hamburg, danach ab 1973 am Berliner "Theater am Kurfürstendamm". Darüber hinaus machte sie sich auch einen Namen als Chansonsängerin.
Ruth Stephan starb am 8. August 1975 wenige Wochen vor ihrem 50. Geburtstag in Berlin an Lungenkrebs; die letzte Ruhe fand sie auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Ruth Stephan war eine Zeit lang mit ihrem Schauspielerkollegen Balduin Baas3) (1922 – 2006) verheiratet.
Aufgrund ihrer künstlerischen Tätigkeit an Berliner Bühnen wurde am 19. Februar 1997 in Berlin-Spandau (Ortsteil Haselhorst) eine Straße ihr zu Ehren in "Ruth-Stephan-Straße" benannt.4)  
Siehe auch Wikipedia, www.berlin.friedparks.de
Link: 1) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 
2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 341)
4) Wikipedia (abgerufen 01.12.2011)
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de)
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