Alice Treff
Alice (Martha) Treff wurde am 4. Juni 1906 als Tochter des Kammermusikers Paul Treff in Berlin geboren und wuchs dort auf. Sie besuchte später zunächst die Handelsschule, anschließend die "Max-Reinhardt-Theaterschule". Nach der Ausbildung erhielt sie Engagements in Darmstadt, Bremen, Wiesbaden, München Wien und Hamburg; dazwischen stand sie immer wieder in Berlin auf der Bühne. Besonderen Erfolg hatte Alice Treff mit der Interpretation von Rollen moderner Autoren wie etwa Edward Albee und Jean Giraudoux, aber sie spielte auch hervorragend das gesamte Repertoire klassischer Stücke.

Seit Anfang der 1930er Jahre war Alice Treff für den Film tätig und erschien erstmals 1932 neben Willi Forst in Ewald André Duponts Literaturverfilmung "Peter Voss, der Millionendieb"1) auf der Leinwand.  In den folgenden Jahren wurde sie mit vielen prägnanten Nebenrollen besetzt und wirkte in ihrer langen Schauspielerinnenkarriere bis ins hohe Alter in über 150 Film- und Fernsehproduktionen mit. Man sah sie unter anderem 1948 als Annemie in "Straßenbekanntschaft"1), 1954 als Fräulein Winter in dem Biopic "Canaris"1) oder 1955 als Pastorin in "Kinder, Mütter und ein General"1). Alice Treff zeigte sich als Mutter de Venosta in "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"1) (1957), Douglas Sirks gab ihr die Rolle der Frau Langer in der Remarque-Adaption "Zeit zu lieben, Zeit zu sterben"1) (A Time to Love and a Time to Die). Helmut Käutner besetzte sie 1970 in dem Remake von "Die Feuerzangenbowle"1) und in Niklaus Schillings "Rheingold"1) spielte sie 1978 die Mutter. Auf der Leinwand war die damals 95-Jährige zuletzt 2001 als Witwe Kurländer in der Krimikomödie "Endstation: Tanke"2) sowie in der Rahmenhandlung zu Joseph Vilsmaiers, nach wahren Begebenheiten gedrehtem Film  "Leo und Claire"1) zu sehen.
 
Auch das Fernsehen bot der begabten und vielseitigen Charakterschauspielerin ab den 1960er Jahren ein breites Betätigungsfeld: Man erlebte sie beispielsweise 1961 als Grace Winslow in Franz Peter Wirths Terence Rattigan-Verfilmung "Der Fall Winslow", 1976 als Gräfin Sonsfeld in dem Mehrteiler "Der Winter, der ein Sommer war"3) 1981 als "die Generalin" in dem Fünfteiler "Der Fall Maurizius"3) oder 1998 als Tante Käthe in dem Melodram "Liebe mich bis in den Tod" an der Seite von Christine Neubauer. Serien-Fans ist sie als Elisabeth und Schwester des "Förster Horn"3), gespielt von Heinz Engelmann, in der gleichnamigen Unterhaltungsserie (1966) in Erinnerung geblieben.
Im Film trat die junge Alice Treff meist als Naive auf, bewies mit zunehmender Rollenerfahrung Charakter als "Frau nach Maß" in schwerer Zeit; im Alter verkörperte sie vermehrt abgeklärte Rollenfiguren, die als Mütter oder kluge Vertraute wissen, dass man nicht von allen geliebt werden kann.4)
Daneben war die Schauspielerin als Synchronsprecherin tätig und lieh unter anderem so berühmten Kolleginnen wie Bette Davis, Lotte Lenya oder Thelma Ritter die Stimme.
  
Alice Treff, die zuletzt zurückgezogen in Berlin lebte, starb dort am 8. Februar 2003 im Alter von 97 Jahren in ihrer Wohnung. Die letzte Ruhe fand sie in einer anonymen Grabstätte auf dem Friedhof Lichterfelde in Berlin-Steglitz-Zehlendorf → Foto bei knerger.de.
Der schriftliche Nachlass befindet sich im Archiv der "Akademie der Künste" in Berlin → Alice Treff Archiv.

Siehe auch Wikipedia, www.kuenstlerkolonie-berlin.de, www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Beschreibung innerhalb dieser HP
Quelle: 4) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 353/354)
   
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de, prisma.de)
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