Barbara Valentin 01 Barbara Valentin wurde am 15. Dezember 1940 als Ursula "Uschi" Ledersteger in Wien geboren. Ihr Vater war der bekannte Filmarchitekt Hans Ledersteger1) (1898 – 1971), ihre Mutter die Schauspielerin Irmgard Alberti, wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges von Ledersteger geschieden und heiratete 1948 im badischen Bruchsal den Mediziner Dr. med. Erwin Valentin. Nach dem Gymnasialabschluss am humanistische Gymnasium in Bruchsal machte die junge Uschi zunächst ihr Diplom als Kosmetikerin. Ende der 1950er Jahre nahm sie Schauspielunterricht, wurde dabei von dem Filmproduzenten Wolf C. Hartwig1) entdeckt und zum Sexstar aufgebaut.
Noch ungenannt debütierte Barbara Valentin, wie sie sich nun nannte, 1959 mit einer kleinen Nebenrolle in dem Gruselfilm "Die Nackte und der Satan"1), die erste größere Rolle als "Babs" hatte die üppige Blondine dann ein Jahr später in Fritz Böttgers erotischem Horrorstreifen "Ein Toter hing im Netz"1). In den 1960er Jahren drehte Barbara Valentin eine Reihe weiterer, meist reißerischer Unterhaltungsfilme, in denen sie vor allem ihre weiblichen Vorzüge zur Geltung bringen konnte.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Erst durch Rainer Werner Fassbinder1) (1945 – 1982) konnte sich das "Busenwunder" von dem Sex-Image lösen und wurde zur anerkannten Charakterdarstellerin. Fassbinder übertrug ihr 1973 in der preisgekrönten, für das Fernsehen realisierten zweiteiligen Zukunftsvision "Welt am Draht"1) die Rolle der Gloria Fromm, ein Jahr später spielte Barbara Valentin in der Ibsen-Adaption "Nora Helmer"2) die Christine Linde sowie in "Martha"1) die Marianne. Die Kinobesucher sahen sie im gleichen Jahr als Barbara in Fassbinders Kultfilm "Angst essen Seele auf"1) sowie als Sängerin Marietta Tripelli in der Literatur-Adaption von Fontanes "Effi Briest"1); 1980 setzte Fassbinder sie als Ida in der hochgelobten Fernsehserie "Berlin Alexanderplatz"3) ein, 1981 dann noch einmal als Eva in dem Kinofilm "Lili Marleen"1)
In den 1970er bis 1990er Jahren stand Barbara Valentin für verschiedenste andere TV- und Filmproduktionen vor der Kamera, wirkte beispielsweise in den TV-Serien "St. Pauli Landungsbrücken" (1979) und "Ein Schloss am Wörthersee" (1990) mit. Man sah sie unter anderem 1982 neben Klaus Schwarzkopf in der von Claus-Peter Witt nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Breitbach in Szene gesetzten TV-Satire "Das blaue Bidet" oder 1983 in dem Kinostreifen "Die Unglaublichen Abenteuer des Guru Jakob". Zuletzt war sie 1991 als Frau Gamshuber in Peter Timms "Go Trabi Go"1) auf der Leinwand präsent und im Fernsehen zeigte sie sich 1993 in "Ein Mann für meine Frau" als Heiratsvermittlerin. Für die TV-Komödie "Die Hunde sind schuld" stand Barbara Valentin dann im November/Dezember 2000 erstmals nach längerer Pause wieder vor der Kamera.
 
Barbara Valentin und Klaus Schwarzkopf 1981 bei den Dreharbeiten zu "Das blaue Bidet" (01) Barbara Valentin und Klaus Schwarzkopf 1981 bei den Dreharbeiten zu "Das blaue Bidet" (02)
Barbara Valentin und Klaus Schwarzkopf 1981 bei den Dreharbeiten zu "Das blaue Bidet" (03) Barbara Valentin
und Klaus Schwarzkopf3)
1981 bei den Dreharbeiten zu
"Das blaue Bidet"
 

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(Link: Kurzportrait innerhalb dieser HP)
   
Die Schauspielerin machte während ihrer Karriere vor allem mit ihrem Privatleben Schlagzeilen: Sie war drei Mal verheiratet – alle Ehen scheiterten; ihr erster Mann war ein erfolgreicher Berliner Kaufmann, der zweite ein Anwalt, der sie bei ihrer ersten Scheidung vertrat. Zuletzt ging sie die Verbindung mit Regisseur Helmut Dietl1) (1944 – 2015) ein. Meldungen über Kokain- und Suchtprobleme machten Jahre lang in der Boulevardpresse die Runde.
In den 1980er Jahre wurde es zunehmend ruhiger um den ehemaligen Busenstar; seit 1983 lebte sie in London mit dem an AIDS erkrankten "Queen"-Sänger Freddie Mercury1) zusammen, der 1991 verstarb. Danach zog sich Barbara Valentin zunehmend aus dem Showgeschäft zurück, engagierte sich aber für die AIDS-Hilfe, für die sie Galaveranstaltungen organisierte und unermüdlich Spenden sammelte.
 
Anfang 2001 erlitt die Schauspielerin eine Gehirnblutung, lag längere Zeit im Koma und war seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Barbara Valentin, die wegen ihrer üppigen Oberweite und ihrer zahlreichen Affären oft als "Skandalnudel" bezeichnet wurde, starb am 22. Februar 2002 im Alter von 61 Jahren nach langer Krankheit in ihrem Haus in München; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen Ostfriedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de
Sie hinterließ Tochter Minki Reichart und Sohn Lars Reichart sowie drei Enkelkindern.
 

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Barbara Valentin 02
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de,
Dirk Jasper FilmLexikon, filmportal.de sowie
den Nachruf bei www.spiegel.de
Link: 1) Wikipedia, 2) deutsches-filmhaus.de, 3) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP
  
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(Link: Wikipedia, filmportal.de)
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