Fats Domino wurde am 26. Februar 1928 als Antoine "Fats" Domino Jr. in New Orleans1) (Louisiana1)) geboren und war französisch-kreolischer1) Abstammung. Der Sohn von Antoine Caliste Domino (1879 – 1964), der sich unter anderem auch als Geiger betätigte,  und dessen Ehefrau Marie-Donatille Gros (1886 – 1971) wuchs in seiner Geburtsstadt mit acht Geschwistern auf.
Bereits im Alter von sieben Jahren brachte ihm sein älterer Schwager, der Jazz-Musiker Harrison Verrett1) (1907 – 1965) das Klavierspielen bei, mit zehn Jahren sang er in und vor den Kneipen seiner Geburtsstadt für ein paar Pennies.
Mit 14 Jahren verließ er die Schule, arbeitete tagsüber in einer Fabrik und trat abends als Sänger und Pianist (im Boogie1)-Stil) in lokalen Nachtclubs auf.. Ende der 1940er Jahre lernte er dort den Produzenten und Bandleader Dave Bartholomew1), ehemals Trompeter bei Duke Ellington, kennen, der ihm die Chance bot, in seiner Band zu spielen. Fats Domino wurde Pianist in Bartholomew's Tanzorchester und schrieb später mit ihm zusammen die meisten seiner Hits. 1949 erhielt er vom Label "Imperial Records"1) einen Plattenvertrag, nahm mit "The Fat Man"1) seine erste Solo-Platte auf, die im Februar 1950 auf Platz 2 der "R&B-Charts"1) stand und sich innerhalb von drei Wochen zum Millionenseller des "Rhythm & Blues"1) entwickelte; von da an war "Fat Man" (der "Dicke") auch der Spitzname des schwergewichtigen Künstlers.

Fats Domino 1962 in Amsterdam1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 914-4777);
Urheber/Fotograf: Gelderen, Hugo van / Anefo
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos);
Lizenz: CC BY-SA 3.0 NL bzw. CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Fats Domino 1962 in Amsterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 914-4777); Urheber/Fotograf: Gelderen, Hugo van / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
Im Laufe der nächsten Jahre avanciere Fats Domino mit seiner Mischung aus "Traditional Jazz"1), Boogie-Woogie1), Cajun-Musik1), Blues1) und lateinamerikanischen Elementen sowie seiner ganz speziellen Art Klavier zu spielen zu einem der ersten und erfolgreichsten Stars des "Rock'n'Roll"1). Beeinflusst wurde seine Musik unter anderem von den Boogie-Woogie Pianisten Albert Ammons1), Fats Waller1) und Meade Lux Lewis1), sein unverkennbares Piano-Spiel erinnerte an Little Willie Littlefield1).
Fats Domino 1973 in der Musikhalle Hamburg; Urheber: Heinrich Klaffs (www.hklaffs.de); Quelle: Wikimedia Commons von www.flickr.com; Lizenz: CC-BY-SA 2.0. Bis 1964 – dem Zeitpunkt, wo "The Beatles"1) die USA überrollten – konnte Fats Domino einen Hit nach dem anderen landen und war regelmäßig in den internationalen Charts unter den ersten 10 zu finden; erstaunlicherweise erreichte er nie einen Nr. 1 Hit in den US-Pop-Charts. Seine mit rauchiger Stimme vorgetragenen Songs zählen bis heute zu Pop-Klassikern: "Ain’t That A Shame" (1955; → Wikipedia (englisch)), "I'm In Love Again" (1956; → Wikipedia (englisch)), "Blueberry Hill"1) (1956), "Blue Monday" (1957, → Wikipedia (englisch)), "I'm Walkin'" (1957;  → Wikipedia (englisch)), "Valley Of Tears" (1957;   → Wikipedia (englisch)), "It's You I Love" (1957), "Whole Lotta Loving'" (1958; → Wikipedia (englisch)), "I Want To walk You Home" (1959;  → Wikipedia (englisch)), "Be My Guest" (1959; → Wikipedia (englisch)) oder "Walking To New Orleans" (1960; → Wikipedia (englisch)) waren alles "Top-10-Hits", mit denen er bei zahlreichen Konzerten bis weit in die 1990er Jahre sein Publikum begeisterte. Seinen letzten großen Hit hatte er 1963 mit seiner Version des Liedes "Red Sails In The Sunset" → Wikipedia (englisch). Er nahm auch einige alte Hank Williams1)-Titel wie "Jambalaya (On The Bayou)"1) oder "You Win Again" auf, 1968 coverte er den Beatles-Song "Lady Madonna"1).
 
Fats Domino 1973 in der "Musikhalle Hamburg"
(heute: "Laeiszhalle"1))
Urheber: Heinrich Klaffs (www.hklaffs.de)
Quelle: Wikimedia Commons von www.flickr.com
Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Viele seiner Titel wurden ab Mitte der 1950er Jahre erfolgreich von weißen Interpreten wie beispielsweise Pat Boone gecovert. Boones Version von "Ain't That A Shame" erreichte Ende Mai 1955 die Nummer 1 der Charts, Fats Domino konnte im April 1955 nur den 10. Platz belegen – beide Künstler wurden jedoch durch den Titel zum Star. Auch das Teeny-Idol Ricky Nelson startete 1957 seine Karriere mit dem Fats-Hit "I'm Walking".
Fats Domino wirkte ab Mitte der 1950 auch in einigen Musikfilmen als er selbst mit, so auch in der von vielen als bestem "Rock'n'Roll"-Film bezeichneten, von Frank Tashlin1) mit Jayne Mansfield gedrehten Musical-Satire "The Girl Can't Help It"1) (1957, "Schlagerpiraten"), wo er mit seinem Hit "Blue Monday" auftrat. Weiterhin zu nennen sind die Produktionen "Shake, Rattle & Rock!" (1956; → Wikipedia (englisch)), "Jamboree" (1957; → Wikipedia (englisch)) und "The Big Beat" (1958; → Wikipedia (englisch)).
Ende der 1960er Jahre feierte Fats Domino ein Comeback, er unternahm mehrere Europatourneen und trat in Las Vegas1) auf.

Fats Domino 1992 anlässlich eines
Konzerts im französischen Deauville1)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Roland Godefroy; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Foto  cropped by Erik Baas;  Original: Fats Domino018.JPG;
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Fats Domino 1992 anlässlich eines Konzerts im französischen Deauville; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Roland Godefroy, Foto  cropped by Erik Baas; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
In seinen letzten Jahren zog sich Domino zunehmend ins Privatleben zurück. Ausnahme war ein alljährliches Konzert auf dem Musikfestival von New Orleans1) ("New Orleans Jazz & Heritage Festival"1)). Er ließ verlautbaren, seine Heimatstadt nie wieder verlassen zu wollen. Der "Hurrikan Katrina"1) vom 29. August 2005 zwang Fats Domino allerdings wieder in den Blick der Öffentlichkeit, als er zuerst als vermisst gemeldet, später aber unter Verlust eines Großteils seines Besitzes aus dem Katastrophengebiet evakuiert werden konnte. Der US-amerikanische Schriftsteller und Regisseur David Zane Mairowitz1) verarbeitete die Geschichte 2012 in Zusammenarbeit mit dem "SRF"1) als Hörspiel mit dem Titel "Category 5: Wie ich Fats Domino aus dem Hurrikan Katrina rettete" → www.srf.ch. 2007 erschien das Album "Goin’ Home: A Tribute to Fats Domino" ( → Wikipedia (englisch)), an dem verschiedene Rockgrößen mitgewirkt hatten. Teile des Gewinns aus dem Verkauf dieses Albums wurden zum Wiederaufbau des Hauses von Fats Domino in seinem geliebten New Orleans verwendet.2) Er selbst spendete den Verkaufserlös seines letzten veröffentlichten Studioalbums mit dem Titel "Alive and Kickin’" (2006; → Wikipedia (englisch)) der gemeinnützigen Stiftung "Tipitina's Foundation" für den Wiederaufbau des kulturellen, insbesondere musikalischen Lebens in New Orleans nach dem "Hurrikan Katrina".

Der Sänger, Pianist, Songwriter und Rock'n'Roll-Pionier starb am 25. Oktober 2017 im Alter von 89 Jahren in Harvey (Jefferson Parish1)), einem Vorort von New Orleans, eines natürlichen Todes, wie die Medien berichteten. Er sei friedlich im Kreise seiner Familie gestorben, wie seine Tochter im US-amerikanischen Fernsehen mitteilte. Die letzte Ruhe fand er auf dem "Mount Olivet Cemetery and Mausoleum" in New Orleans, wo auch seine Ehefrau beigesetzt worden war → findagrave.com.
Fats Domino war seit 1947 mehr als sechzig Jahre lang bis zu deren Tod mit Ehefrau Rosemary (28.03,1930 –  10.03.2008) verheiratet und hatte mit ihr acht Kinder, Antoine III. (1950 – 2015), Anatole (1954 –2023), Andre (1952 – 1997), Antonio, Antoinette, Andrea, Anola und Adonica. Trotz seiner großen Erfolge wohnte er mit seiner Familie bis zur Zerstörung durch "Hurrikan Katrina"1) im Stadtteil "Lower 9th Ward", in dem vorwiegend die ärmere, afro-amerikanische Bevölkerung lebte; erst danach zog er in den Vorort von New Orleans.
  
Fats Domino gehörte neben Elvis Presley1) in den 1950er Jahren zu den erfolgreichsten Rock’n’Rollern und seine Plattenverkäufe erreichten mit rund 65 Millionen Rekordhöhe. In Deutschland gelangte er 1992 wieder in die Hitparaden, als das Mineralölunternehmen "ARAL"1) einen TV-Werbespot mit der Nummer seiner früheren Hit-Single "I'm Walkin'" unterlegte. 
Bereits am 8. Februar 1960 widmete man ihm einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr.: 6616 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording"). 1987 wurde der legendäre Künstler bei der Verleihung der "Grammy Awards"1) mit dem "Lifetime Achievement Award"1) für sein Lebenswerk geehrt. Ein Jahr zuvor nahm man ihn 1986 in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) in Cleveland1) (Ohio1)) auf und 2003 in die "Blues Hall of Fame"1), die Ehrengalerie der "Blues Foundation"1), einer gemeinnützigen Einrichtung in Memphis1) (Tennessee1)). Seit 2007 gehörte er zu den Geehrten in der "Louisiana Music Hall of Fame" in Baton Rouge1), verschiedene seiner Songs fanden Eingang in die "Grammy Hall of Fame"1), so "Blueberry Hill"1) (1987), "Ain’t it a Shame" (2002), "The Fat Man"1) (2016) und "I’m Walkin" (2019). Das Magazin "Rolling Stone"1) listet Fats Domino auf Rang 25 der "100 größten Musiker"1) sowie gemeinsam mit Dave Bartholomew1) auf Rang 72 der "100 größten Songwriter aller Zeiten"1).

Fats Domino am 12. März 1987 bei Ankunft
auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag,
Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 933-9199)
Ausschnitt des Originalfotos
Urheber/Fotograf: Bart Molendijk / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Fats Domino am 12. März 1987 bei Ankunft auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 933-9199); Ausschnitt des Originalfotos; Urheber/Fotograf: Bart Molendijk / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
US-Präsident George W. Bush, der Fats Domino das Duplikat der "National Medal of Arts" überreichte; Urheber: "Weiße Haus"-Fotograf Eric Draper; Lizenz: gemeinfrei; Quelle: Wikimedia Comons von whitehouse.gov Mit der "National Medal of Arts"1) erhielt er 1998 durch US-Präsident Bill Clinton1) die bedeutendste Auszeichnung, die durch den "Kongress der Vereinigten Staaten"1) an Künstler und Förderer der Künste vergeben wird. Als diese bei der "Hurrikan Katrina"-Katastrophe verloren ging, besuchte ihn Clintons Nachfolger, US-Präsident George W. Bush1), am 29. August 2006 persönlich und überreichte dem 78-Jährigen einen Ersatz.
 
US-Präsident George W. Bush, der Fats Domino
das Duplikat der "National Medal of Arts" überreichte
Urheber: "Weiße Haus"1)-Fotograf Eric Draper
→ Wikimedia (englisch)
Lizenz: gemeinfrei; weiteres zur Lizenz siehe hier
Quelle: Wikimedia Comons von whitehouse.gov
   
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
sowie die Nachruf bei spiegel.de und "Deutsche Welle"
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons 
Fremde Links: 1) Wikipedia
2) Quelle: Wikipedia (abgerufen 27.03.2011) von rockhall.com/inductees/fats-domino/bio (aufgerufen 25.1.2011)
Lizenz Foto Fats Domino (Urheber: Roland Godefroy): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Lizenz Foto Fats Domino und George W. Bush (Urheber: "Weiße Haus"-Fotograf Eric Draper): Dieses Bild ist ein Werk eines Mitarbeiters des "Executive Office of the President of the United States", aufgenommen oder erstellt als Teil der amtlichen Aufgaben der Person. Als ein Werk der "Bundesregierung der Vereinigten Staaten" ist das Bild gemeinfrei (public domain).
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