Tommy und Jimmy Dorsey
Die beiden Brüder Tommy und Jimmy Dorsey gründeten 1934 das "Dorsey Brothers Orchestra" und wurden rasch überaus populär; bis 1935 brachten sie es auf rund 25 Hits und ihr Orchester gehörte zu den ganz großen Tanzbands jener Swing-Ära.
Beide wurden in Shenandoah (Pennsylvania) geboren, Jimmy am 29. Februar 1904 als James Francis Dorsey, sein jüngerer Bruder Tommy am 19. November 1905 als Thomas Francis Dorsey. Schon in jungen Jahren bekamen sie von ihrem Vater, der ursprünglich Bergarbeiter gewesen war und später Musiklehrer wurde, Unterricht und erlernten verschiedene Instrumente. Vater Dorsey war Leiter der örtlichen "Elmore Band" und schon mit sieben Jahren spielte Jimmy Cornett in dieser Band bei lokalen Veranstaltungen. 1915 wechselte er zu Altsaxophon und Klarinette und gilt bis heute als einer der besten Techniker auf diesen Instrumenten. Tommy hat sich als einer der größten Posaunisten der Jazz-Geschichte einen Namen gemacht.  

Bereits um 1917 herum hatten die Brüder eine Gruppe namens "Dorsey's Novelty Six" gegründet, die Formation später in "Dorsey's Wild Canaries" umbenannt. Sie traten in Baltimore auf und waren bereits zu dieser Zeit im örtlichen Rundfunk zu hören. In den folgenden Jahre bis zur Gründung des "Dorsey Brothers Orchestra" gingen sie manchmal auch getrennte Wege und waren Mitglieder bei den verschiedensten Bands, wie z. B. bei dem berühmten Orchester von Paul Whiteman.
Zu den größten Erfolgen des "Dorsey Brothers Orchestra", zu dem u. a. der Schlagzeuger Ray McKinley, der legendäre Glenn Miller und der Sänger Bob Crosby gehörten, zählen die Titel "Lullaby Of Broadway" und "Chasing Shadows", die 1935 Spitzenreiter in den USA wurden.
Nachdem sich der Musikgeschmack geändert und die enge Zusammenarbeit der Brüder zu Differenzen geführt hatte, gingen sie getrennte Wege und waren auch mit ihren eigenen Orchestern überaus erfolgreich.
    
Jimmy Dorsey gründete eine neue Band, das "Jimmy Dorsey Orchestra", zu der auch die populären Sänger Helen O'Connell und Bob Eberly gehörten. Zwischen 1935 und 1950 brachte Tommy Dorsey es auf exakt 100 Hits, von denen viele zur Nummer 1 in den Charts wurden. Seine größten Erfolge waren 1936 "Is It True What They Say About Dixie?", 1938 "Change Partner", 1940 "The Breeze and I", 1941 "I Hear A Rhapsody", "High On A Windy Hill", "Amapola", "My Sister And I", "Green Eyes", "Maria Elena" und "Blue Champagne"; 1942 war "Tangarine" ein Riesenerfolg, 1944 ging "Besame Mucho" rund um die Welt.  

Wie sein Bruder verfolgte auch Tommy Dorsey, der als der temperamentvollere der Brüder galt, eine Solokarriere; er hatte das Tanzorchester von Joe Haymes übernommen und nach einigen Veränderungen hatte er mit der neuen Formation zwischen 1935 und 1953 rund 180 Hits, davon alleine 17 Mal eine Nummer 1. Zu seinen millionenfach verkauften Stücken zählen u. . "Marie" (1937, gesungen von Jack Leonard), "Boogie Woogie" (1938), "I'll Never Smile Again" (1940), "There Are Such Things" (1942) – bei den beiden letztgenannten Stücken wirkte Frank Sinatra als Sänger mit –  und "I Dream Of You" (1945). Seine Tantiemen legte Tommy Dorsey überaus gewinnbringend an – er hatte u. a. eine eigene Musikfirma, ihm gehörten ein Magazin und ein Tanzsaal; zwischen 1945 und 1946 war er Unterhaltungschef bei "Mutual Radio Network".  

Nach langer Pause kamen die Dorsey-Brüder 1953 wieder zusammen, nannten sich nun "The Fabulous Dorsey's Orchestra" und hatten mit "My Friend The Ghost" noch einmal einen gemeinsamen Erfolg. Außerdem wirkten sie beide bei der Verfilmung ihrer Biografie "The Fabulous Dorseys" mit und hatten zwischen 1955 und 1956 ihre eigene Radioshow, die "Stage Show", bei CBS, die überaus populär war.
Tommy Dorsey, den man "The Sentimental Gentleman of Swing" nannte, verstarb völlig unerwartet kurz nach seinem 51. Geburtstag am 26. November 1956 – er erstickte im Schlaf. Nach seinem Tod wurde das "Tommy Dorsey Orchestra" von Warren Covington weitergeführt und belegte im Sommer  1958 mit dem "Tea For Two Cha Cha" einen Platz 7 in den USA. 1989 wurde Tommy Dorsey posthum in die "Radio Hall of Fame" aufgenommen.
Im Januar 1957 unterschrieb Jimmy Dorsey einen neuen Plattenvertrag; im Februar kam "So Rare" in die Hitparaden und erreichte Platz 2. Wenig später, am 12. Juni 1957 erlag Jimmy Dorsey mit nur 53 Jahren seinem Lungenkrebsleiden. Sein Orchester wurde zunächst von Lee Castle weitergeführt, spätere Orchesterleiter waren Jim Miller und in jüngster Zeit Bill Tole.
  

Einige Textpassagen stammen aus Frank Laufenbergs "Rock- und Pop-Lexikon".
Siehe auch Wikipedia zu Tommy Dorsey und Jimmy Dorsey
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