|
Johnny Hallyday wurde am 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Léo Smet in der
französischen Hauptstadt Paris1) geboren; sein Vater
Léon Smet2)
(1908 1989), ein Schauspieler, Sänger und Tänzer, stammte
aus Belgien, Mutter Huguette Clerc (1920 2007) aus Frankreich. Bereits acht Monate nach der Geburt trennten sich die Eltern,
da sich Huguette nun als Mannequin betätigte und wenig Zeit für ihr Kind hatte,
wuchs der kleine Jean-Philippe bei seiner Tante väterlicherseits Hélène Mar auf; diese
unterstützte ihre Töchter Menen und Desta
auf Tourneen und nahm ihn stets mit. Desta Mar heiratete Ende der 1940er
Jahre den US-Amerikaner Lemoine Ketcham (1927 2023; → Wikipedia (englisch)),
der unter dem Namen "Lee Halliday" als Tänzer und Varieté-Künstler
auftrat; mit den Schwestern bildete er auch das Akrobatik-Tanztrio
"Desta, Menen und Lee", mit dem er drei Jahre lang durch ganz
Europa zog. Nachdem Menen die Formation verließ, gründeten Desta und Lee das Duo
"Les Halliday's" und zeigten weitere sechs Jahre lang auf verschiedenen europäischen Bühnen ihre Kunst,
stets begleitet von Hélène Mar, die sich um Logistik, Kostüme sowie Jean-Philippes schulische und
künstlerische Ausbildung kümmerte. So kam Jean-Philippe früh mit dem Show-Business in Berührung,
lernte schon als Jugendlicher Gitarre und Violine spielen Lee Halliday
wurde zu einer Art "Ersatzvater" sowie Mentor für ihn; bereits zu Beginn seiner Karriere nahm er
"Hallyday" als Künstlernamen an.
Johnny Hallyday 2009 bei den
"Internationalen Filmfestspielen von Cannes"1)
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA
3.0
Quelle: Wikimedia Commons
|
Sein großes Idol war Elvis Presley1)
und durch ihn beeinflusst, brachte er im Februar 1960 beim Label "Disques Vogue"1)
mit "T'aimer follement", einer Coverversion des umstrittenen Floyd Robinson-Songs
"Makin' Love" (→ Wikipedia (englisch)), seine erste Single heraus,
gefolgt von unter anderem im Juni 1960 "Itsy bitsy, petit bikini", der französischen Version
des Brian Hyland1)-Hits
"Itsy
Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini"1), und im November
"Le P'tit clown de ton coeur", der Coverversion des
Milionensellers "Cathy's Clown"1) der
"Everly Brothers"; im selben Jahr kam
am 31. Oktober 1960 auch das
Debüt-Album "Hello Johnny" heraus damit läutete Johnny Hallyday die
"Rock'n'Roll"1)-Ära in Frankreich ein.
Nach seinem Wechsel (1961) zum Label
"Philips"1),
bei dem er (über die Nachfolgefirma "Universal"1))
bis 2006 unter Vertrag blieb, erfolgten weitere, kommerziell erfolgreiche Veröffentlichungen,
mit "Viens danser le twist", seiner französischen Version
des Chubby Checker-Songs
"Let's Twist Again" (→ Wikipedia (englisch)), in der er
französische und englische Worte mixte, erlangte er im
September 1961 auch internationale
Aufmerksamkeit bzw. Star-Status und avancierte zum Teenie-Idol. Der Titel
verkaufte sich Millionenfach und brachte ihm eine "Goldene Schallplatte"1) ein,
weitere Hits verzeichnete er beispielsweise mit "Da dou ron ron" (1963),
der Coversion von "Da Doo Ron Ron"1)
der US-amerikanischen Girlgroup "The Crystals"1),
oder "O Carole" (1964), seiner Interpretation des Chuck Berry-Titels
"Carol" → Wikipedia (englisch), die auch auf seinem fünften Studio-Album "Johnny, reviens! Les Rocks les plus terribles" im
Juli 1964 erschien.
Am 12. April 1965 heiratete Hallyday seine Sangeskollegin Sylvie Vartan1),
die als Top-Star der französischen Yéyé1)-Generation
galt, und feierte als Sänger weiterhin Erfolge: Konzerte im legendären Pariser "Olympia"1) unter anderem 1966
mit Jimmy Hendrix noch als Vorband waren stets
ausverkauft, Tourneen rund um den Globus brachten ihm bald den Ruf eines
französischen Elvis Presley1) ein.
"Hallyday unternahm zudem einige Versuche, auch auf dem deutschen Plattenmarkt
Fuß zu fassen, unter anderem mit "Ja, der Elefant" (1962;
Original: "Wap-dou-Wap"), "Das alte Haus in New Orleans"
(1963; Oroginal: "The House
of the Rising Sun"1) von "The Animals"1)),
"Mein Leben fängt erst richtig an" (1964; deutsche
Version von "Pour moi la vie va commencer"), oder zusammen mit
Achim Reichel1) und
den "Rattles"1)
"Lass' die Leute doch reden" (1965; Original:
"Keep Searchin' (We'll Follow the Sun)" von Del Shannon1))
alle erschienen auch auf der LP/CD "Johnny Hallyday meets the Rattles".
Seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland in der "Musikhalle Hamburg"
(heute: Laeiszhalle1))
im Rahmen einer Studio-Session sah
die Boulevardzeitung "Bild"1)
mit einer "gewissen Katastrophengeilheit", das Magazin "DER SPIEGEL"1) fragte "Was kommt da auf uns zu?". Nach einem Auftritt Hallydays auf
dem Pariser "Place
de la Nation"1) randalierten Anfang
der 1960er rund 150.000 Personen, zerstörten
Schaufenster, U-Bahnhöfe und Pkws, lieferten sich Straßenkämpfe mit der
Polizei. Dieses Phänomen setzte sich bei Hallydays Konzerten im übrigen Land
fort. Überwiegend jugendliche Fans aus der Arbeiterschaft versammelten sich
um seine Konzerte und brachten ihre Unzufriedenheit über ihre
gesellschaftliche Lage zum Ausdruck." (Quelle: nach Wikipedia)
Gegen Ende der 1960er Jahre wandelte sich sein
Musik-Stil mehr hin zum "Rythm and Blues"1),
Mitte der 1970er Jahre sattelte er voll auf
"Hard Rock"1) um und 1980 integrierte er den
Synthesizer1).
Bis zuletzt blieb Johnny Hallydays, auch durch seine schillernde Bühnenpräsenz
geprägter Starruhm ungebrochen, zum Konzert am Fuße des
Eiffelturms1) am 10. Juli 2000 pilgerten Hunderttausende aus aller Welt, um
ihr Idol zu sehen. Während seiner über 50-jährigen Karriere
verkaufte er über 85 Millionen Tonträger mit rund 1.000 Songs,
absolvierte über 180 Tourneen bei denen er mehr als 15 Millionen
Zuschauer/-innen begeisterte.
Als Filmschauspieler verbuchte Johnny Hallyday ebenfalls Erfolge, sein
Leinwanddebüt gab er zwar noch ungenannt in
dem von Henri-Georges Clouzot1)
nach dem Roman "Celle qui n'était plus" von Pierre Boileau1)
und Thomas Narcejac1) gedrehten,
berühmten Psychothriller
"Die Teuflischen"1) (1955,
"Les diaboliques") und mimte einen der Schüler des Internats, das von dem
sadistischen Michel Delasalle (Paul Meurisse1)),
Ehemann von Christina (Véra Clouzot1))
sowie Geliebter der Lehrerin Nicole Horner (Simone Signoret),
geleitet wird. Nach seinem Auftritt in dem Episodenfilm "Pariserinnen"3)
(1962, "Les Parisiennes") in dem Segment "Sophie" als
Partner von Catherine Deneuve
untermauerte er als Titelheld in dem Krimi "Wo
kommst Du her, Johnny?"3) (1963,
"D'où viens-tu Johnny?") an der Seite von Sylvie Vartan1)
seinen Star-Status. Ab Mitte der 1960er Jahre war er
dann regelmäßiger auf der Leinwand präsent, zeigte sich beispielsweise als
der seinen Bruder rächende Hud (in der deutschen Synchronfassung:
Brad), der sich in dem Italo-Western "Fahrt zur Hölle, ihr Halunken"1) (1969,
"Gli specialisti") mit dem mächtigen "El Diablo"
(Mario Adorf) anlegt,
spielte sich selbst in der von Claude Lelouch1)
mit Jacques Brel,
Lino Ventura
und Charles Denner1) in Szene gesetzten Gaunerkomödie
"Die Entführer lassen grüßen"1) (1972,
"L'aventure, c’est l'aventure") oder mimte unter der Regie von Costa-Gavras
den Ex-Häftling/Familienvater Louis in der Krimikomödie "Ehrbare
Ganoven"1) (1986, "Conseil de
famille"). Mit der Rolle des alternden Rockstars Lennox blickte der Sänger, Komponist und Schauspieler
Johnny Hallyday in "Love Me!"4) (2000; Regie:
Laetitia Masson1))
vielleicht auf sein eigenes Leben zurück.
Zu Hallydays jüngeren Arbeiten für das Kino zählte seine
glänzend gespielte, mit einem "Jean-Gabin-Preis"1)
prämierte Rolle des wortkargen "Fremden", der in der
von Patrice Leconte1) kammerspielartig inszenierten Geschichte "Das
zweite Leben des Monsieur Manesquier"1) (2002,
"L'Homme du train") auf den pensionierten Lehrer Monsieur Manesquier
(Jean Rochefort)
trifft. Überwiegend positive Kritiken erhielt die von Brad Mirman1)
gedrehte, französisch-kanadische Gaunerkomödie "Crime
Spree Ein gefährlicher Auftrag"1) (2003,
"Crime Spree"), hier tauchte er als Marcel Burot auf, der die Einbrecher-Gruppe
Daniel Foray (Gérard Depardieu1)),
Julien Labesse (Stéphane Freiss1))
und Raymond Gayet (Albert Dray) sowie Sami Zerhouni
(Saïd Taghmaoui1))
und den Killer Zero (Renaud1))
im Auftrag von Boss
Laurent Bastaldi (Richard Bohringer1))
begleitet. "Flotte Actionkomödie mit einem Feuerwerk an Gags und inszenatorischen Einfällen, die auch
die Technik des Splitscreen1) zum sinnvollen Einsatz bringen. Ein ebenso humorvoller
wie intelligenter Filmspaß."
meint filmdienst.de.
Für cinema.de
war die Produktion ein "deftiger Ganovenklamauk", die sich "zu einer handfesten
Gangsterposse entwickelt: finster, grotesk, wendungsreich und stylish. Fazit: Spaßiger Raubzug durch Krimi und Komödie."
In dem Action-Thriller "Die
purpurnen Flüsse 2 Die Engel der Apokalypse"1) (2004,
"Les rivières pourpres II Les anges de
l'apocalypse") gab er neben den
Protagonisten Jean Reno1)
und Benoît Magimel1)
den einäugigen Eremiten. Nach einem kleinen Auftritt in der Komödie
"Der
rosarote Panther 2"1) (2009,
"The Pink Panther 2") erschien er in dem Action-Streifen "Vengeance – Killer
unter sich"1) (2009, "Vengeance") als der sich auf einem
Rachefeldzug befindende, französische Ex-Gangster bzw. nun Restaurantbesitzer Francis Costello,
dessen Familie von drei bewaffneten Männer aus Hongkong fast vollständig getötet
worden war. "Ebenso spannender wie witziger Culture-Clash-Thriller, der
dem französischen Alt-Rocker Johnny Hallyday auf den Leib geschrieben wurde.
Johnnie To1) inszeniert brillant, indem er neben ausgefeilten Action-Sequenzen
immer wieder für Ruhe und Gaumenfreuden sorgt." urteilt filmdienst.de
→ Übersicht Filmografie.
Zu seinem 60. Geburtstag am 15. Juni 2003 bezeichneten manche französische Boulevardblätter
den Alt-Rocker, der nach wie vor mit dunkler Sonnenbrille, Lederjacke, Cowboystiefeln und
Goldkettchen auf der Brust auftrat, als "Gott der Musikszene".
Er feierte diesen runden Geburtstag mit einem Mega-Spektakel im riesigen
Pariser Stadion "Parc des Princes"1) zusammen mit mehr als 75 000 Fans.
Über die Jahrzehnte realisierte und produzierte er immer wieder auch bei Kritikern vielbeachtete Konzeptalben bis hin zu
"Hamlet" (1976), die sich mit dem Lebensgefühl der älter werdenden Fangemeinde befassten. 20 seiner Alben erreichten Platin-Status.
Er schrieb zahlreiche Chansons und wirkte an der Musik vieler Filme mit.
2009 begann er seine Abschiedstour, die im November nach einer Bandscheibenoperation ein jähes Ende fand und er sich
nach Komplikationen mehrere Tage im künstlichen Koma
befand. Nach der künstlichen Beatmung musste er das Sprechen und Singen erneut erlernen und stand erst wieder am 15. Juni 2010
anlässlich seines Geburtstages auf einer Bühne. In dieser Zeit revidierte Hallyday seine Entscheidung bzgl. der Tourneen und veröffentlichte 2011
sein neues Album "Jamais Seul", sein letztes Live-Album "Rester
vivant" erschien 2016..5)
Johnny Hallyday Ende März 2014
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
|
|
Doch nicht nur als Sänger und Filmschauspielwe war Hallyday aktiv, ab März 2005 gab
er gemeinsam mit seinem offiziellen Fan-Club das dreimonatlich erscheinende
Magazin "Limited Access"
heraus, mit seinem Freund, dem Designer Christian Audigier1) (1958 2015), führte er bis 2011 das
Mode-Label
"Smet". Auf der Theaterbühne konnte man ihn erstmals 2011 ebenfalls
bewundern, in der französischsprachigen Fassung des Einakters "Kingdom on Earth"
("Le paradis sur terre") von
Tennessee Williams1), das Ende
März 1968 am New Yorker "Broadway"1) unter dem Titel "The Seven Descents of Myrtle"
(dt. "Myrtles sieben Abstiege") zur Uraufführung gelangte, gab
der damals 68-Jährige seit der Premiere am 6. September 2011
unter der Regie des Intendanten Bernard Murat1) im Pariser "Théâtre Edouard VII"
(→ Wikipedia (englisch))
sein Debüt mit der
Figur des scherzhaft genannten "Chicken", Julien Cottereau spielte dessen
Halbbruder, den neurotischen, an Tuberkulose erkrankten und heimlichen
Transvestiten Lot (Loth), Audrey Dana1) Lots Ehefrau bzw. das einstige Showgirl bzw.
die zeitweilige Prostituierte Myrtle. Die Aufführungen waren ein voller
Erfolg, die Tickets schon Monate vorher ausverkauft und Hallydays
eindrucksvolle, nuancenreiche Bühnenpräsenz wurde hoch gelobt. Die
Tageszeitung "Le Figaro" schrieb unter anderem "In einem prachtvollen Bühnenbild, mit perfekt
abgestimmter Beleuchtung und Musik, hätte Bernard Murat keine schönere Kulisse für Johnny Hallydays
Bühnendebüt schaffen können. (
) Er hat eine echte Präsenz, körperlich, animalisch,
ungeschliffen, schmerzhaft, die eines rauen Wesens, das unter der Unfähigkeit leidet, seine
inneren Qualen auszudrücken. Er ist bewegend." Die letzte
Vorstellung am 19. November 2011 wurde live vom Pay-TV-Sender "Paris Première"
ausgestrahlt → Foto bei Wikimedia Commons
sowie Info zum Stück bei Wikipedia (englisch)
Im März 2017 ging durch die Presse, Hallyday sei an Lungenkrebs erkrankt, am 6. Dezember 2017 starb er im Alter von 74 Jahren in Marnes-la-Coquette1),
westlich von Paris an den Folgen dieser Krankheit. Noch im Sommer war mit den beiden Chanson-Größßen
Jacques Dutronc1) und Eddy Mitchell1) unter dem
selbstironischen Titel
"Vieilles Canailles" ("Alte Halunken") durch Frankreich, Belgien und die
Schweiz getourt; das gleichnamige Live-Album ("Les vieilles canailles
Les Best of Dutronc / Hallyday / Mitchell")
"mit ihren jeweils größten Erfolgen erschien posthum Anfang
November 2019.
Laut Angaben der Polizei nahmen am 9. Dezember 2017 zwischen 800.000 und eine Million Menschen Abschied von
"ihrer " Rock-Legende. Mit einem Trauerzug, dem rund 700 Motorradfahrer folgten,
wurde der Sarg mehrere Kilometer durch die französische Hauptstadt Paris bis
hin zur zur Kirche "La Madeleine"1)
geleitet. Bei der anschließenden
Trauer-Zeremonie, welche die Franzosen live im Fernsehen verfolgen konnten,
waren neben Stars aus der Musik- und Filmbranche auch der französische
Staatspräsident Emmanuel Macron1) sowie seine Vorgänger
Nicolas Sarkozy1) und
François Hollande1)
mit ihren Gattinnen anwesend. Macron sprach in seiner bewegenden Trauer-Rede von einer
"Liebesbeziehung" der Franzosen zu Hallyday, er sei "ein Teil Frankreichs"
gewesen. "Ähnlich große Menschenmengen kamen für einen verstorbenen Künstler
nur zweimal in der jüngeren französischen Geschichte zusammen: Nach dem Tod
von Chanson-Sängerin Edith Piaf 1963 begleiteten rund 500.000 Menschen ihren
Sarg bis zum Friedhof "Père Lachaise"1); im Jahre 1885 kamen zu der nationalen
Trauerfeier für den Schriftsteller Victor Hugo1) laut der Presse der damaligen
Zeit rund zwei Millionen Menschen." schrieb spiegel.de
in einem Nachruf.
Die letzte Ruhe fand der Künstler auf dem Friedhof der katholischen
"Église de Lorient" auf der zum
französisches
Überseegebiet gehörenden Karibik-Insel
Saint-Barthélemy1), wo er
ein Anwesen besaß → Foto der Grabstätte bei Wikimedia Commons
sowie knerger.de.
|
Das Allround-Talent Johnny Hallyday war vom 12. April 1965 bis 4. November 1980 mit
Sylvie Vartan1)
verheiratet; aus der Verbindung ging der am 14. August 1966 geborene Sohn David Michael Benjamin Smet
hervor,
der unter dem Künstlernamen David Hallyday1)
in die Fußstapfen seines Vaters trat und ebenfalls ein
erfolgreicher Musiker/Songwriter wurde. Nach der Scheidung ehelichte er am 1. Dezember 1981
das Model Babeth Étienne,
von der er sich bereits nach zwei Monaten und zwei Tagen wieder scheiden ließ.
Danach lebte Hallyday ab 1982 mit der französischen Schauspielerin Nathalie Baye1) zusammen, 1983 erblickte
die gemeinsame Tochter Laura Smet1)
das Licht der Welt, 1986 trennte sich das Paar. Seit 1990 war er mit der Schauspielerin Adeline Blondiau
(* 1971) verheiratet, die er nach der Scheidung im Jahre 1992 ein zweites Mal (1994)
heiratete, um sich nach weniger als einem Jahr erneut von Blondieu scheiden zu
lassen. Seit 25. März 1996 war die "lebende Rock-Legende" Hallyday mit
der über 30 Jahre jüngeren Laeticia Boudou (* 18.03.1975)
verheiratet. Das Ehepaar adoptierte im November 2004
bzw. am 24. Dezember 2008 zwei in Vietnam geborene
Mädchen, die sie Jade (* 03.ß8.2004) und Joy (* 27.07.2008)
nannten.
Johnny Hallyday Ende November 2012
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
|
 |
Zu den Auszeichnungen, die Johnny Hallyday im Laufe seiner Karriere erhielt und mit denen man sein
künstlerisches Schaffen würdigte, zählten die "Médaille de la Ville de Paris"1) (1985),
die ihm der damalige Pariser Bürgermeister und spätere Staatspräsident
19952007) Jacques Chirac1) überreichte.
1995 wurde er von Kulturminister Jacques Toubon1) zum "Ritter" ("Chevalier")
des "Ordre des Arts et des Lettres"1)
ernannt, 1997 von Staatspräsident Jacques Chirac zum "Ritter" der Ehrenlegion1)
("Chevalier de la Légion d’Honneur"). 1999 erhielt er die
Ehrenmedaille der Stadt Carcassonne1), 2001 folgte der
Offiziers-Rang des belgischen
"Ordre de la Couronne"1)
("Kronenorden"). Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Musikpreise,
darunter mehrfach bei den "Victoires
de la Musique"1), wo er unter anderem 1987
in der Kategorie "Künstler des Jahres" und 2001 in der Kategorie
"Musical, Tour und Konzert des Jahres" für seine Konzerte am
"Eiffelturm", im Pariser "Olympia" sowie die Tournee ausgezeichnet
wurde. 2009 konnte er ebenso wie Jean-Loup Dabadie1) den "Ehrenpreis"
entgegennehmen insgesamt bekam er diesen, häufig als französische
Version des "Grammy"1)
angesehenen Musikpreis zwischen 1987 und 2016 zehn Mal, so zuletzt
am 12. Februar 2016 in der Kategorie "Album des Jahres" für "De l’amour".
Den "Jean-Gabin-Preis"1)
(ab 2008: "Patrick-Dewaere-Preis") gewann er 2003 für seine Rolle in dem
Film "Das
zweite Leben des Monsieur Manesquier" (2002, "L'homme du train").
 |
Zudem tragen ihm zu Ehren verschiedene Straßen/Plätze seinen Namen, unter
anderem seit 5. Juni 2019 in Toulouse1)
die "Esplanade Johnny Hallyday". Auf dem "Chemin des étoiles",
einer französischen Variante des "Hollywood Walk of Fame"1),
auf der "L'esplanade Georges Pompidou" in Cannes1),
findet sich auf der entsprechenden Platte sein Namenszug mit einem Handabdruck
→ Foto bei Wikimedia Commons.
Im 9. Pariser Arrondissement1) erinnert an dem Wohnhaus (3 rue de la Tour-des-Dames),
in dem er aufwuchs,
eine Gedenkplakette an den gefeierten Künstler.
Gedenkplakette für Johnny Hallyday am
ehemaligen Wohnhaus in Paris
Urheber des Fotos: Wikimedia-User Polymagou;
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia
Commons
|
|
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie) |
- 1955: Die
Teuflischen / Les Diaboliques (nach dem Roman "Celle qui n'était
plus" von Pierre
Boileau und
Thomas
Narcejac; R: Henri-Georges
Clouzot; als einer der Schüler des Internats, das von dem
sadistischen
Michel Delasalle (Paul
Meurisse),
dem Ehemann von Christina (Véra
Clouzot), geleitet wird; Simone
Signoret
als Lehrerin Nicole Horner, mit der Delassalle ein Verhältnis hat) → prisma.de,
filmdienst.de,
wunschliste.de
- 1962: Pariserinnen / Les Parisiennes (Episodenfilm; als der
arme, junge Gitarrist Jean Allard, erste Liebe der Schülerin
Sophie (Catherine Deneuve)
in Segment 1 "Sophie"; R: Roger
Vadim) → filmdienst.de,
Wikipedia (englisch)
- 1963: Wo kommst Du her, Johnny? / D'où viens-tu Johnny? (R: Noël
Howard (19201987); als der junge Musiker Johnny,
mit einer Leidenschaft für "Rock 'n' Roll", der unwissentlich in Mafia-Geschäfte verwickelt wird;
Sylvie
Vartan
als dessen Verlobte Gigi) → filmdienst.de,
IMDb
- 1968: À tout casser (R: John
Berry; als Frankie, Anführer einer Gruppe "Halbstarker", der über dem Versteck
des
Gangsters Morelli (Michel
Serrault) einen Jugendclub eröffnet und von dem Abenteurer Ric Benton
(Eddie
Constantine)
Unterstützung im Kampf gegen Morelli erhält) → IMDb
- 1969: Fahrt
zur Hölle, ihr Halunken / Gli specialisti (R: Sergio
Corbucci; als der Einzelgänger Hud (in der deutschen
Synchronfassung: Brad), Bruder von Charlie, der zu Unrecht gelyncht
wurde)
- 1970: Zwei im Visier / Point de chute (von (Regie) und mit Robert
Hossein als Gangsterboss "Le Caïd";
als Gangster Vlad, genannt "Le Roumain" ("Der
Rumäne"), der die entführte Schülerin Catherine (Pascale Rivault)
bewachen soll) → filmdienst.de, IMDb
- 1972: Die
Entführer lassen grüßen / L’aventure, c'est
l'aventure (R: Claude
Lelouch; mit Jacques Brel als Schmuggler Jacques,
Lino
Ventura als Kunstfälscher Lino Massaro und Charles
Denner als Reifendieb Simon Duroc; als er selbst)
- 1977: Ein
irrer Typ / L'animal (R: Claude
Zidi; mit Jean-Paul
Belmondo in der Doppelrolle des Mike Gaucher
sowie Kinohelden Bruno Ferrari; Gastauftritt als männlicher Star) → IMDb
- 1985: Détective
(R: Jean-Luc
Godard; als Jim Fox Warner, Manager des Boxers Tiger Jones (Stéphane Ferrara))
→ filmdienst.de
- 1986: Ehrbare
Ganoven / Conseil de famille (nach dem Roman von Francis
Ryck; R: Costa-Gavras;
als der Ex-Häftling/
Familienvater Louis) → filmdienst.de
- 1987: Terminus (R: Pierre-William
Glenn; als der Mitgefangene Stump (Manchot), einer der letzten
"wirklichen" Menschen)
→
filmdienst.de, film.at,
Wikipedia (englisch)
- 1989: Iron Triangle Das Gesetz des Todes / The Iron Triangle (R: Eric Weston;
basierend auf dem Tagebuch
eines unbekannten Soldaten
während des Vietnamkrieges;
mit Beau Bridges als der US-amerikanische Major Keene,
Liem Whatley als der 17-jährige Vietcong Ho; als französischer Soldat Jacques)
→ filmdienst.de, Wikipedia (englisch)
- 1992: La gamine (R: Hervé Palud; als Ex-Polizist/Pilot Franck Matrix, Freund des alten Georges
(Michel Robin),
dem Großvater der 15-jährigen Carole Lambert (Maïwenn),
nach der die Polizei fahndet) → IMDb
- 1998: Pourquoi pas moi? (R:
Stéphane Giusti; als José) → IMDb
- 2000: Love Me! (R: Laetitia
Masson: als der alternde, heruntergekommene Rock ’n’ Roll-Sänger
Lennox, Sandrine Kiberlain
als dessen einstiger Fan Gabrielle Rose) → filmstarts.de, IMDb,
spiegel.de,
berlinale.de
- 2002: Das
zweite Leben des Monsieur Manesquier / L'homme du train (R: Patrice
Leconte; mit Jean
Rochefort
als der pensionierte Lehrer Monsieur Manesquier; als Milan, der Fremde) → filmdienst.de
- 2003: Crime
Spree Ein gefährlicher Auftrag / Crime Spree (R: Brad
Mirman; als Marcel Burot, der die Einbrecher-Gruppe
Daniel Foray (Gérard
Depardieu), Julien Labesse (Stéphane
Freiss) und Raymond Gayet (Albert Dray) sowie
Sami Zerhouni (Saïd
Taghmaoui) und den Killer Zero (Renaud)
im Auftrag von Boss
Laurent Bastaldi (Richard
Bohringer)
begleitet)
- 2004: Die
purpurnen Flüse 2 Die Engel der Apokalypse / Les rivières pourpres II Les anges de
l'apocalypse
(R: Olivier
Dahan: mit Jean
Reno und Benoît
Magimel in den Hauptrollen; als der einäugige Eremit)
- 2005: Quartier V.I.P. (R: Laurent Firode; als der
Gefängnis-Angestelle Alex, Ehemann von Louisette (Catherine
Jacob)
sowie Kollege von René (Pascal
Légitimus), der von dem prominenten Häftlings Bertrand Fussac
(François
Berléand)
den Auftrag erhält, sich um dessen Ehefrau Claire (Valeria Bruni
Tedeschi) zu kümmern)
→ Wikipedia (englisch)
- 2005: Kommissar
Moulin / Commissaire Moulin (TV-Krimiserie (19762006) mit Yves
Rénier; als William Torrano
in Folge 8.05 "Kidnapping")
- 2006: Jean-Philippe (R: Laurent Tuel; als er selbst, Fabrice Luchini als dessen größter Fan Fabrice)
→ filmdienst.de,
Wikipedia (englisch)
- 2009: Der
rosarote Panther 2 / The Pink Panther 2 (R: Harald
Zwart; mit Steve
Martin als der trottelig-genialische
Inspektor Jacques Clouseau; als der tot in einem Hotelzimmer liegende,
vermeintliche Täter Milliken) → fernsehserien.de
- 2009: Vengeance Killer unter sich / Vengeance
(R: Johnnie
To; als der französische Ey-Gangster/Restaurantbesitzer
Francis Costello,
dessen Familie von drei bewaffneten Männer aus Hongkong getötet
wurde; nur die Tochter
Irene (Sylvie
Testud)
überlebte schwer verletzt) → filmdienst.de
- 2017: Rock’n Roll (von (Regie) und mit Guillaume Canet; als er
selbst) → film-rezensionen.de,
Wikipedia (englisch),
IMDb
|
|