Engelbert Humperdinck 2009 in Las Vegas; Urheber: Wayne Dilger; Lizenz CC-BY-2.0 US amerikanisch; Quelle: Flickr: Engelbert Humperdinck bzw.Wikipedia / Wikimedia Commons Engelbert Humperdinck wurde am 2. Mai 1936 als Arnold George Dorsey und eines von zehn Kindern in der indischen Millionenstadt Madras1) (heute: Chennai) geboren, die damals zum "British Empire"1) ("British India"1)) gehörte. Sein Vater Mervyn Dorsey diente dort als Offizier in der "British Indian Army"1) und war irischer Abstammung, Mutter Olive, die laut Aussagen des Sängers deutsche Vorfahren hatte, gab Geigenunterricht und verfügte zudem über eine recht gute Gesangsstimme. Seine Kindheit verlebte Arnold mit seinen neun Geschwistern in Indien, als er zehn Jahre alt war, verließ die Familie 1946 das Land, da die Lage in Indien wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen1) nicht mehr sicher genug war und kehrte nach Großbritannien bzw. Leicester1) zurück. Arnold besuchte dort die Schule, erlernte unter anderem das Saxophon, machte seinen Abschluss und wollte eigentlich Ingenieur werden. Schon als Schüler hatte er "nur so zum Spaß" gesungen und einige erfolgreiche Auftritte in örtlichen Pubs bewogen ihn dann mit 17 Jahren, sein Glück als Sänger in London zu versuchen.
 
Foto: Engelbert Humperdinck 2009 in Las Vegas1)
Urheber: Wayne Dilger; Lizenz CC BY 2.0
Quelle: Flickr: Engelbert Humperdinck bzw.
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Daraus wurde zunächst nichts, Mitte der 1950er für zwei Jahre zur "British Army"1) eingezogen, diente er beim "Royal Corps of Signals"1). Nach der Entlassung nahm er seine Pläne, Sänger zu werden, erhielt beim Label "Decca Records"1) 1959 einen ersten Plattenvertrag. Doch zunächst blieb er – noch unter dem Namen George Dorsey – mit Titeln wie "Crazy Bells" oder nach dem Wechsel zu "Parlophone"1) mit "I'll Never Fall in Love Again" wenig erfolgreich. In den folgenden Jahren ging es mit seiner Karriere auf und ab, mal hatte er einen Plattenvertrag, mal wieder keinen, mal hatte er ein festes Engagement mit einer Tanzkapelle oder in Nachtclubs, mal hatte er keines. Zudem erkrankte er im Juni 1961 an Tuberkulose und musste neun Monate lang pausieren, kehrte dann jedoch ins Show-Geschäft zuück.
Seine bis dahin eher schleppend verlaufene Karriere änderte sich schlagartig, als er 1965 auf seinen ehemaligen Bekannten Gordon Mills (1935 – 1986 → Wikipedia (englisch)) traf, der inzwischen Tom Jones managte. Mills war auf der Suche nach einem romantischen Gegen-Typ zu "Tiger" Jones und glaubte diesen in Dorsey gefunden zu haben. Er verpasste ihm als Künstlernamen den des deutschen, spätromantischen Komponisten Engelbert Humperdinck1) (1854 – 1921) – berühmt geworden vor allem durch die Märchenoper "Hänsel und Gretel"1). "Der Beweggrund für die Wahl dieses Namens war nicht dessen Bekanntheit, sondern die Skurrilität seines Namens. In Deutschland trat Dorsey nur als "Engelbert" auf, nachdem die Erben Humperdincks mit juristischen Mitteln gegen die Verwendung des Künstlernamens vorgegangen waren, zumal keine verwandtschaftlichen Beziehungen mit dem Komponisten bestehen." vermerkt Wikipedia.
  
Im Januar 1967 geriet dann seine Version der von Eddie Miller1) und Robert Yount (1929 – 2005) bereits Ende der 1940er geschriebenen Pop-Ballade "Release Me"1) auf Anhieb zum Welthit. Den Song, den Engelbert erstmals in der beliebten britischen TV-Show "Sunday Night at the London Palladium" darbot, schlug wie eine Bombe ein, erreichte Platz 1 in der britischen Charts, wo er sich 56 Wochen lang in den "Top 50" hielt, sowie Platz 4 in den US-amerikanischen "Billboard Hot 100!"1). Weltweit soll das Lied im Laufe der Zeit mehr als 8 Millionen Mal verkauft worden sein und  und "Engelbert" avancierte damit zum Superstar. Sein lässiger Stil und nicht zuletzt sein gutes Aussehen brachten ihm rasch zahllose Fans, insbesondere beim weiblichen Publikum ein. Auch die B-Seite der Single mit dem Titel "Ten Guitars" wurde überraschend, vor allem in Neuseeland1) ein Erfolg  und ist dort bis heute populär → Wikipedia (englisch).
Der Künstler erhielt nun sowohl in Großbritannien (bei "ATV") als auch in den USA (bei "ABC"1)) mit  "The Engelbert Humperdinck Show" eine eigene Sendung im Fernsehen und in den nächsten drei Jahren erschienen weitere erfolgreiche Schmuse-Hits. Zu nennen sind unter anderem die Coverversionen "There Goes My Everything" (1967; → Wikipedia (englisch)) und "The Way It Used To Be" (1969; → Wikipedia (englisch)), die Titel "The Last Waltz" (1967; → Wikipedia (englisch)), "Les Bicyclettes De Belsize" (1968; → Wikipedia (englisch)) und "Winter World Of Love" (1969; → Wikipedia (englisch)) oder das Album "A Man Without Love" (1968; → Wikipedia (englisch))  – um nur Einiges zu nennen.
Danach ließen die Plattenverkäufe ein wenig nach und "Engelbert" verdiente sich sein Geld – ähnlich wie Tom Jones – mit Shows in den großen Clubs von Las Vegas1). Im Herbst 1976 verzeichnete er mit dem Titel "After The Lovin'" noch einmal einen "Top-10-Hit", der erneut weltweit zum Millionen-Seller geriet  → Wikipedia (englisch).
  
"1986 gelang ihm in Zusammenarbeit mit dem deutschen Musikproduzenten Jack White1) insbesondere im deutschsprachigen Europa ein Comeback. Das Album "Träumen mit Engelbert"  erreichte 1987 Platz 1 der deutschen Hitparade. Die Alben "Remember – I Love You" (1987) und "In Liebe – Engelbert" (1988) gelangten beide in Deutschland in die "Top-5-Charts". Das nachfolgendeAlbum "Ich denk an Dich – Ein Abend voller Zärtlichkeit" (1989) wurde von Dieter Bohlen1) produziert und enthielt unter anderem eine Version des von diesem mit Thomas Anders1) als "Modern Talking" veröffentlichten Nummer 1-Hits "You’re My Heart, You’re My Soul"1). Trotz Rang 20 in den deutschen Charts konnte Engelbert nicht an die Erfolge der unmittelbaren Vorgängeralben anknüpfen. In den 1990er Jahren arbeitete er mit verschiedenen europäischen Produzenten wie Leslie Mandoki1), Ralph Siegel1) oder Peter Koelewijn1) zusammen.
Mit dem  Soundtrack "Lesbian Seagull" (→ Wikipedia (englisch)) hörte man ihn in dem US-amerikanischen Zeichentrickfilm "Beavis and Butt-Head Do America"1) (1996), gedreht nach der animierten MTV1)-Sitcom-Serie "Beavis and Butt-Head"1). Durch eine interne Auswahl der "BBC"1) wurde "Engelbert" zum britischen Teilnehmer für den "Eurovision Song Contest 2012"1) bestimmt, mit dem Titel "Love Will Set You Free" ging der damals 76-Jährige am 26. Mai 2012 in Baku1) (Aserbaidschan1)) für Großbritannien beim "Eurovision Song Contest"1) an den Start, konnte jedoch unter 26 teilnehmenden Ländern mit seiner gefühlvollen Ballade nur den vorletzten Platz erringen. Zwei Jahre später erschien das Studioalbum "Engelbert Calling", das ausschließlich Duette, unter anderem mit Elton John1), Cliff Richard und Olivia Newton-John1) enthält. Im November 2017 erschien das Studioalbum "The Man I Want to Be", das er als Hommage an seine seit 2007 an Alzheimer erkrankte Ehefrau Patricia Healey aufnahm." (Quelle: nach Wikipedia) Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlichte Humperdinck fast jährlich ein oder zwei Alben, zu den letzten zählen "Warmest Christmas Wishes" (2018), "Essential" (2021) und "All About Love" (2023).
Sporadisch trat er zudem als Schauspieler in Erscheinung, mimte unter anderem in der Episode "Dunkle Mächte"2) (1984, "Dark Secret"/"The Outrageous Mr. Smith") aus der TV-Serie "Fantasy Island"1) den schüchternen Sänger Bob Smith oder in der Folge "Reprisen"2) (1984, Encores") aus der Serie "Hotel"1) den einst gefeierten, jetzt drogenabhängigen Sänger Danny Maxwell, der im Luxushotel "St. Gregory" ein Comeback versucht. In dem TV-Zweiteiler "Sherlock Holmes und die Primadonna"2) (1991, "Sherlock Holmes and the Leading Lady"), mit Christopher Lee als Meisterdetektiv Sherlock Holmes1) und Patrick Macnee als dessen Freund und Begleiter Dr. Watson1), spielte er den Eberhardt Bohm → Wikipedia (englisch).
"Stern" für Engelbert Humperdinck auf dem "Hollywood  Walk of Fame"; Urheber des Fotos: Like_the_Grand_Canyon; Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons; von www.flickr.com Im  Laufe seiner inzwischen rund 60-jährigen Weltkarriere verkaufte der romantische Balladensänger mit der warmen Bariton-Stimme ("Crooner"1)) mehr als 130 Millionen Platten,  erhielt dafür zahllose "Goldene Schallplatten"1) und "Platin-Platten". Laut einiger Quellen wurde er 1988 mit einem "Golden Globe Award"1) in der Kategorie "Bester Entertainer des Jahres" geehrt, außerdem nominierte man ihn insgesamt für vier "Grammy Awards"1), unter anderem 1978 für das Album "After The Lovin'" in der Kategorie "Best Pop Vocal Performance, Male"1). Am Am 23. Oktober 1989 widmete man ihm einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr.: 7000 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording").
 
"Stern" für Engelbert Humperdinck
auf dem "Hollywood  Walk of Fame"
Urheber des Fotos: Like_the_Grand_Canyon
Lizenz: CC BY 2.0
Quelle: Wikimedia Commons
von www.flickr.com
Ebenfalls 1989 erhielt er von "Radio Schleswig-Holstein"1) den Musikpreis "RSH-Gold"1). 2006 verlieh ihm die "University of Leicester"1) den Ehrendoktor-Titel ("Doctor of Music"). Darüber hinaus stiftete man ihm in Leicester1), wo er seine Jugend verbrachte, 2010 eine Messingtafel auf dem im selben Jahr neu begründeten "Leicester Walk of Fame". Mit dem britischen Ritterorden "Order of the British Empire"1) würdigte man 2021 im Rahmen der "Queen's Birthday Honours"1) seine Verdienste um die Musik und ernannte ihn zum "Member" (MBE).
  
Der britische Künstler, der zu einem der reichsten Männer der Showbiz-Szene zählt, sein Geld unter anderem gewinnbringend in Immobilien anlegte und aus steuerlichen Gründen überwiegend in Los Angeles1) lebt, war seit 1964 mit der Schauspielerin/Sängerin Healey (* 01.01.1936) verheiratet, die am 5. Februar 2021 in Los Angeles nach langjähriger "Alzheimer"1)-Erkrankung im Alter von 85 Jahren an den Folgen von "COVID-19"1)  starb; aus der Verbindung gingen vier gemeinsame Kinder hervor, die Söhne Jason Mervyn, Scott Brandon und Bradley Matthew sowie Tochter Louise Sarah. Am 2. Mai 2026 wird Arnold George Dorsey, der als "Engelbert Humperdinck" Weltruhm erlangte, 90 Jahre alt.
 
Webpräsenz (in englisch): www.engelbert.com
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de

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