Tom Jones wurde am 7. Juni 1940 als Thomas Jones Woodward im Stadtteil Treforest1) der walisischen1) Stadt Pontypridd1) (UK1)) geboren. Der Sohn des Bergarbeiters Thomas Woodward (1910 – 1981) und dessen Ehefrau Freda (1914 – 2003) wuchs mit seinen zwei Geschwistern im walisischen Kohlerevier auf, zeigte schon als Kind musikalisches Talent und sang bei Familienfeiern sowie im örtlichen Kirchenchor. Wegen einer Tuberkulose-Erkrankung konnte er erst spät eingeschult werden, brach mit 15 Jahren seine nicht immer erfolgreiche Schulausbildung ab. Am 2. März 1957 heiratete er seine ehemalige Klassenkameradin Melinda Trenchard, wenig später wurde der 17-Jährige Vater eines Sohnes.
Tom Jones am 5. Dezember 1967 vor einem Auftritt im niederländischen Fernsehen; Rechteinhaber: Nationaal Archief) (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 920-9037); Urheber/Fotograf: Ron Kroon / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright) Während dieser Zeit hielt er seine Familie mit diversen Gelegenheitsjobs in der Fabrik oder beim Bau über Wasser, trat in den 1960ern als Sänger in Pubs oder Arbeiterclubs auf und machte sich bald regional einen Namen als "Tommy Scott".
1963 wurde er als Sänger seiner Band "Tommy Scott & The Senators" zwar überregional bekannt, doch schon bald entschloss er sich zu einer Solokarriere. Er tingelte zunächst abends unter dem Pseudonym "Tiger Tom" – der Spitzname "Tiger"blieb bis heute – durch die walisischen Arbeiterkneipen sowie ab 1964 durch Londoner Bars. Dort erregte er die Aufmerksamkeit des  Managers Gordon Mills (1935 – 1986; → Wikipedia (englisch)), der mit ihm Platten produzierte und ihm den Künstlernamen "Tom Jones" verpasste. Die erste Single "Chills and Fever" war zwar noch wenig erfolgreich, doch schon mit dem zweiten, von Les Reed1) und Gordon Mills geschriebenen und im Januar 1965 veröffentlichten Titel "It's Not Unusual"1) landete Jones einen Nummer-1-Hit in den britischen Charts. Der Song platzierte sich auch außerhalb Großbritanniens in den Hit-Paraden, Tom Jones wurde international bekannt und zu einem lukrativen Export-Artikel der britischen Popmusik.
Mills, der 1986 verstarb, fungierte bis zu seinem Tod als Manager von Tom Jones.
 
Tom Jones am 5. Dezember 1967 vor einem
Auftritt im niederländischen Fernsehen 
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag,
Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 920-9037)
Urheber/Fotograf: Ron Kroon / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Mit seiner Interpretation des Titelsongs in dem Kassenschlager "Was gibt’s Neues, Pussy?" (1965, "What's New, Pussycat?") und dem Song "Thunderball"1) in dem Bond-Streifen "Feuerball"1) (1965, "Thunderball") festigte er seinen Star-Status. Am 15. März 1966 gewann Jones einen "Grammy Award"1) in der Kategorie "Bester neuer Künstler" ("Best New Artist"). Ebenfalls 1966 gelang ihm mit dem Country1)-Song "Green Green Grass of Home"1) erneut einen Spitzenplatz in den britischen Charts. Den nachhaltigsten, internationalen Erfolg verzeichnete er wohl 1968 mit dem Titel "Delilah"1), von dem allein in den USA mehr als eine Million Platten verkauft wurden und der in den nachfolgen Jahrzehnten von etlichen Kollegen, unter anderem Peter Alexander, gecovert wurde. Tom Jones erschien regelmäßig in den britische, US-amerikanischen und auch deutschen Hitparaden. "I'll Never Fall In Love Again" (1967; → Wikipedia (englisch)), "Help Yourself"1) (1968), "Without Love" (1969;  → Wikipedia (englisch)) oder "She's A Lady" (1971; → Wikipedia (englisch)) aus der Feder von Paul Anka brachten Tom Jones sowohl in Europa als auch in den USA "Top-10"-Erfolge und gerieten zu Millionen-Sellern; allein bis Ende der 1970er Jahre wurden über 30 Millionen Tonträger weltweit von seinen Songs verkauft. Seine Live-Konzerte, bei denen er in hautengen Hosen und mit weit geöffneten Hemden auftrat bzw. mit seinem Sex-Appeal1) spielte, waren stets ausverkauft und mit kreischenden, weiblichen Fans überfüllt.
 
Ab Anfang der 1970er Jahre schien die Karriere von Tom Jones zumindest für die "Top 20" beendet zu sein, doch er blieb als Star in Las Vegas1)  und anderen US-amerikanischen Spielcasinos sowie der TV-Show "This is Tom Jones"  (→ Wikipedia (englisch)) eine Attraktion. Neben Frank Sinatra, Sammy Davis jr. oder Elton John1) gehörte er in 1970er Jahren zu den begehrten Entertainern und kassierte für seine Auftritte ungeheure Summen. Nicht zuletzt wegen der hohen Steuern verließ Tom Jones 1977 mit seiner Familie Großbritannien und zog in die USA.
"Tiger" Tom Jones avancierte vom kleinen walisischen Sänger zu einem der gefragtesten Künstler der Pop-Szene, trat in zahlreichen Fernseh-Shows auf und ließ auf weltweiten Tourneen seine gewaltige Stimme und seine hüftenschwingende Dynamik von einem begeisterten Publikum bejubeln; mit seinem vibrierendem Bariton begründete er sein Image als Sexsymbol und Frauenheld.
Doch Anfang der 1980er Jahre ließen seine Erfolge als Sänger mehr und mehr nach, die Platten verkauften sich nur noch schleppend und seine Karriere schien endgültig beendet. Im Dezember 1987 feierte er jedoch mit dem Song "A Boy From Nowhere" ein furioses Comeback und erreichte mit diesem Titel, das aus dem lose auf dem Leben des Stierkämpfers Manuel Benítez Pérez1), genannt "El Cordobés", basierenden Musical "Matador" (→ Wikipedia (englisch)) stammte, den 2. Platz in der britischen Hitparade. Ein Jahr später nahm er zusammen mit der Avantgarde-Band "The Art Of Noise"1) eine elektrifizierte Neuauflage der Prince1)-Nummer "Kiss"1) und konnte sich mit diesen Titeln – gepaart mit einem einprägsamen Video – wieder in den Charts behaupten.
   
In den 1990er Jahren nahm der inzwischen seit 1983 bzw. 1987 zweifache Großvater "Tiger" Jones ebenfalls erfolgreich verschiedenste Platten auf, so unter anderem sehr schöne Titel zusammen mit dem nordirischen Musiker Van Morrison1). Im Februar 1992 stand er mit der Cover-Version des "Beatles"1)-Songs "All You Need Is Love"1) auf der Benefiz-Platte für die "Children's Charity Childline" unter den ersten 20 der britischen Charts und 1994 veröffentlichte er sein 33. Studioalbum "The Lead And How To Swing It" (→ Wikipedia (englisch)). Anfang Februar 2000 schaffte er mit "Sex Bomb"1) einen erneuten Mega-Hit und sein im Dezember 2002 veröffentlichtes 35. Album "Mr. Jones"  (→ Wikipedia (englisch)) enthält gewagte Rap-Experimente ebenso wie schmachtende Balladen, die das Image des damals über 70-Jährigen, aber immer noch unverwüstlichen Popstars als "Tiger" Jones aufrecht erhalten. Auch im fortgeschrittenen Alter begeisterte er bei seinen Auftritten mit gewaltiger Stimme und Hüftschwung vor allem die weibliche Zuhörerschaft weltweit. Sein bisher persönlichstes, von Amy Winehouse1) inspiriertes Album "24 Hours" (→ Wikipedia (englisch)) mit 13 neuen Songs kam Ende November 2008 auf den Markt. Den deutschen Fans stellte der damals 68-Jährige, der laut eines Portraits in der Zeitschrift "Hörzu"1) "aussieht wie 58 und wie mit 28 singt", am 13. Dezember 2008 in der von Thomas Gottschalk1) moderierten TV-Show "Wetten, dass…?"1) die Single-Auskopplung "If He Should Ever Leave You" vor. Neben der Coverversion des Bruce Springsteen1)-Songs "The Hitter"spielte Tom Jones auf dieser CD Titel wie "We Got Love", "I'm Alive" oder "Never" ein. Der Pop-Veteran, der seit Mitte der 1960er mehr als 100 Millionen Tonträger verkaufte, trat übrigens fünf Mal als Interpret/Wettpate bei "Wetten, dass…?" auf, am 4. März 1989 in Hof1), am 18. Februar 1995 in Ravensburg1), am 16. Oktober 1999 in Dornbirn1), am 25. Januar 2003 in Böblingen1) und am 13. Dezember 20082) in Stuttgart1).
Tom Jones am 1. Oktober 2009 bei seinem Konzert in der Düsseldorfer "Philipshalle"; (s/w-Version des Originalfotos "Tom Jones 2009 10 1.jpg"); Urheber: Wikimedia-User Ger1axg; Lizenz: CC-by-SA 3.0; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons

Im Rahmen seiner Tournee durch Deutschland und Österreich trat "Der Tiger" am 1. Oktober 2009 auch in der Düsseldorfer "Philipshalle" auf (heute: "Mitsubishi Electric Halle"1)). Vor rund 3.000 begeisterten Fans bewies er einmal mehr, dass essich bei dem Song "I'm Alive" um keine reine Worthülse handelte. Tom Jones, mittlerweile ergraut, gab wieder richtig Vollgas, auch wenn er in seinen Bewegungen altersbedingt etwas ruhiger geworden war. Er selbst, aber vor allem seine soulige Stimme hatte nichts von der Ausstrahlung verloren, mit der er in den 1960er Jahren vor allem seine weiblichen Fans zu frenetischem Jubelstürmen veranlasste.
Ende Juli 2010 veröffentlichte der Walliser mit "Praise & Blame"  (→ Wikipedia (englisch)) sein 38. Studioalbum und präsentierte darauf Blues- und Gospelsongs, 2012 folgte das Album "Spirit in the Room" (→ Wikipedia (englisch)). Nach "Long Lost Suitcase" (2015; (→ Wikipedia (englisch)) brachte er mit "Surrounded by Time" (2021: (→ Wikipedia (englisch)) sein (bisher) letztes Album heraus.
 
Tom Jones am 1. Oktober 2009 bei
seinem Konzert in der Düsseldorfer "Philipshalle"
(s/w-Version des Originalfotos "Tom Jones 2009 10 1.jpg")
Urheber: Wikimedia-User Ger1axg; Lizenz: CC-by-SA 3.0
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons

Verschiedentlich wirkte Tom Jones in Ftlm- und Frensehproduktionen mit, so mimte er unter anderem den berüchtigten Dick Turpin in der Episode "Auf ein Neues"2) (1984, "Lost And Found"/​"Dick Turpin's Last Ride") aus der TV-Serie "Fantasy Island"1), den Gordon Selfridge in dem von Malcolm McLaren1) unter anderem mit Sinéad O'Connor1) inszeniertem, musikalischen TV-Weihnachtsfilm "The Ghosts of Oxford Street"1) (1991) oder zeigte sich als er selbst in der Folge "Carlton pokert zu hoch"2)(1993, "The Alma Matter") aus der mit Will Smith1) gedrehten Sitcom "Der Prinz von Bel-Air"1) ("The Fresh Prince of Bel-Air"). Ebenfalls als er selbst trat er in der Science-Fiction-Kinokomödie "Mars Attacks!"1) (1996) sowie in der amüsanten Story "Frauen unter sich"1) (1999, "Agnes Browne") mit Anjelica Huston1) in der Titelrolle auf. In dem Zeichentrickfilm "Ein Königreich für ein Lama"1) (2000, "The Emperor's New Groove") übernahm er im Original den Eröffnungssong (in der deutschen Version: Nino  de Angelo1)) → mehr bei der Internet Movie Database.
 
Tom Jones, der seit dem Tod von Gordon Mills (29.07.1986) von seinem Sohn Mark Woodward gemanagt wird, blieb bis zu deren Krebstod am 10. April 2016  – trotz zahlreicher Affären – mit Ehefrau Melinda zusammen; das Paar hielt sich überwiegend in Los Angeles1) auf, verbrachte aber auch einige Zeit im Jahr auf dem Anwesen in Tom Jones' Heimat Wales. Seit Melindas Tod lebt der Künstler wieder in Großbritannien bzw. in London. Aus einer Affäre mit dem US-amerikanischen Model Katherine Berkery stammt Sohn Jonathan Berkery (* 1988), den er trotz eines positiven DNA-Tests nie akzeptierte.
2006 wurde Tom Jones von Königin Elisabeth II.1) zum "Knight Bachelor"1) (Ritter) erhoben und darf sich seither "Sir Thomas"1) nennen.
In Deutschland zeichnete man ihn am 16. November 2017 im Berliner "Stage Theater"1) mit einem "Bambi"1) in dr Kategorie "Legende" für sein Lebenswerk aus, die Laudatio hielt Barbara Schöneberger1). Bereits am 29 Juni 1989 widmete man ihm einen "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr.: 6608 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording").
  
Am 7. Juni 2025 feierte der Pop-Veteran seinen 85. Geburtstag, denkt noch nicht an den Ruhestand und steht nach wie vor auf der Bühne. So sind im Juli 2026 Konzerte in Deutschland in der Kölner "Lanxess Arena"1) (14.07.2026) und in der Frankfurter "Festhalle"1) (16.07.2026) geplant → Tourdaten bei www.tomjones.com.
  

Sir Tom Jones am 21 April 2018 anlässlich der
Geburtstagsparty von Queen Elizabeth II.1)
Urheber: Raph_PH; Lizenz: CC BY 2.0
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
von www.flickr.com

Sir Tom Jones am 21 April 2018 anlässlich der Geburtstagsparty von Queen Elizabeth II.; Urheber: Raph_PH; Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos) von www.flickr.com
Die 2000 von Lucy Ellis und Bryony Sutherland veröffentlichte Biografie "Tom Jones close up" (deutscher Titel: "Tom Jones, der Tiger aus Wales") beleuchtet das Leben des Stars recht gründlich und rückt auf der Basis von umfangreichen Recherchen sowie zahlreichen Interviews manche "Wahrheiten" über den Künstler grade. Viele Bilder, die die Karriere des Sängers dokumentieren, runden dieses Buch ab. 2015 publizierte Tom Jones seine Autobiografie unter dem Titel "Over the Top and Back".
 
Offizielle Webpräsenz (englisch): www.tomjones.com
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch),
www.laut.de, www.whoswho.de sowie den Artikel zum 85. Geburtstag bei www.swr.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons
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