Jerry Lee Lewis wurde am 29. September 1935 in Ferriday (Louisiana) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Dennoch förderten seine Eltern Elmo und Mamie Lewis schon früh das musikalische Talent ihres Sohnes. Als Lewis 10 Jahre alt war, nahmen sie eine Hypothek auf ihre kleine Farm auf, kauften ihm ein Klavier und als Teenager trat Lewis bereits in örtlichen Bars auf. Beeinflusst durch Country-Musik, Gospel und Blues fand er bald seinen eigen Stil und begann dann Mitte der 1950er Jahre wie Elvis Presley und Johnny Cash bei der kleinen Plattenfirma "Sun Records" in Memphis (Tennessee). 1957 erschien seine erste Single "Crazy Arms", gefolgt von "Whole Lotta Shakin' Goin' On"1), die zunächst wegen ihrer angeblichen Obszönität von zahlreichen Radiostationen boykottiert wurde, dann den 3. Platz in den amerikanischen Charts belegte, in Großbritannien immerhin auf Platz 8 kam und Lewis über Nacht zum Star machte.

Jerry Lee Lewis bei einem Konzert in Memphis am 30. April 2011
Urheber: Larry Philpot → www.soundstagephotography.com
Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons 

Jerry Lee Lewis bei einem Konzert in Memphis am 30. April 2011; Urheber: Larry Philpot; Www.soundstagephotography.com; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Ende 1957 geriet dann "Great Balls Of Fire"1) zum Millionenseller, erreichte den 2. Platz in den USA und wurde in Großbritannien zum Spitzenreiter. Im Frühjahr 1958 erschien mit "Breathless" erneut eine Nummer 1 und mit seinem Boogie-mäßigen Instrumentalstil sowie ausgelassenem, hemmungslosem Gesang avancierte Lewis, der sich selbst "Killer" nannte, zur Rock-Legende. Lewis hatte es geschafft, ging auf Tournee, gab unzählige Konzerte und war in den Teenie-Streifen "Jamboree" (1957) und "Highschool Confidential!" (1958) auch auf der Leinwand präsent; in letztgenanntem Film sang er den bekannten Titelsong.
War Elvis Presley1) (1935 – 1977) der "King of Rock" und Johnny Cash2) (1932 – 2003) der "King of Countrymusic", so wurde Lewis zum "King der Schlagzeilen". Seine Konzerte waren unbeschreiblich: Er bearbeitete das Klavier mit Händen und Füßen, sprang auch schon einmal auf das Instrument, manchmal ging die Bühneneinrichtung zu Bruch; so soll er einmal sein Piano auf der Bühne verbrannt haben, um dem danach auftretenden Chuck Berry2) die Show zu stehlen. Seinen letzten "Top-10"-Erfolg hatte Lewis Mitte 1961 noch einmal mit seiner Version von "What'd I Say", in den späten 1960ern konnte er sich mit "Another Place Another Time" und "What Made Milwaukee Famous" in den Charts platzieren. Mitte der 1970er Jahre knüpfte er im Zuge der Nostalgiewelle wieder an alte Zeiten an, hatte in den frühen 1980ern eine Serie von Country-Hits und begeistert noch heute mit den legendären Songs sein Publikum. In jüngerer Zeit brachte er anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahre 1995 recht erfolgreich das Album "Young Blood" heraus und 2000 ging er zusammen mit Chuck Berry und Little Richard2) mit dem Programm "The Legends of Rock 'n' Roll" auf Europatournee. Regelmäßig veröffentlicht Lewis neue Alben, seine in den letzten Jahren eingespielten Alben tragen die bezeichnenden Titel "Last Man Standing" (2006), und "Mean Old Man" (2010).
Durch sein fortschreitendes Alter und sein exzessives Leben – lange Zeit war er drogenabhängig – ist Jerry Lee Lewis mittlerweile körperlich schwer gezeichnet. Trotzdem tritt er noch regelmäßig auf und unternimmt sogar Tourneen mit anderen Rock-Legenden wie Chuck Berry und Little Richard.3)

Das bewegte Privatleben der inzwischen über 75-jährigen Rock-Legende, besonders seine Vorliebe für junge Mädchen, war stets ein gefundenes Fressen für die Presse: Im Dezember 1957 hatte der 22-Jährige in dritter Ehe seine 13-jährige Cousine zweiten Grades, Myra Gale Brown, geheiratet und die britischen Medien "zerrissen" ihn während einer Konzerttournee. Dass Lewis sich angeblich von seiner zweiten Frau nicht hatte scheiden lassen, bevor er Myra heiratete, gab der Öffentlichkeit weitere Nahrung: Im Februar 1952 hatte er der minderjährigen Dorothy Barton das Ja-Wort gegeben, wenige Monate später erfolgte Anfang Oktober 1953 die Scheidung. Noch bevor die Scheidung rechtskräftig wurde ehelichte er im September 1953 die blutjunge Jane Mitchum, mit der er bis Mitte Mai 1958 offiziell verheiratet war, bereits 1957 war die Trennung erfolgt. Aus der Verbindung stammte der 1954 geborene Sohn Jerry Lee Junior, der am 13. November 1973 mit nur 19 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, ein weiterer Sohn, Ronnie Guy Lewis, erblickte Mitte März 1956 das Licht der Welt.
Lewis musste seine England-Tournee abrechen und zurück in den USA wurden seine Songs von den Rundfunkanstalten boykotiert, seine Plattenfirma trennte sich von ihm. Obwohl Lewis zu einer anderen Firma wechselte, seinen Stil änderte und zur Country-Music wechselte, stellte sich der ehemalige Erfolg nicht mehr ein; Lewis tingelte mehr oder weniger erfolglos durch die Lande. Er machte mit Skandalgeschichten Schlagzeilen, kam wegen Steuer- und Drogenvergehen mit dem Gesetz in Konflikt und musste privat mit Schicksalsschlägen fertig werden: Ende Februar 1959 war Sohn Steve Allen (aus der Ehe mit Myra Gail Brown) zur Welt gekommen, vier Jahre später ertrank das Kind am 22. April 1963 im Swimming-Pool der Familie; Tochter Phoebe Allan Lewis kam Ende August 1963 zur Welt. Nach der bereits einige Monate zuvor vollzogenen Trennung ließ Lewis sich im Mai 1971 von seiner Frau Myra scheiden. Im Oktober 1971 heiratete er in vierter Ehe Jaren Pate, die Scheidung soll 1973 erfolgt sein. Auch das Leben von Lewis' Exfrau Jaren endete tragisch, sie ertrank 1982 im Swimmingpool.
1981 wurde Lewis aufgrund seines angegriffenen Magens – hervorgerufen durch seine Drogensucht – ins Krankenhaus von Memphis eingeliefert und der Sänger entging bei einer Notoperation nur knapp dem Tode. Er erholte sich wieder, tourte wieder voll Energie durchs Land und ging Anfang Juni 1983 die fünfte Ehe mit Shawn Stephens ein, noch im gleichen Jahr starb seine Frau nach nur dreimonatiger Ehe im August 1983 an einer Überdosis Drogen. Ehefrau Nummer 6 wurde anschließend am 24. April 1984 die damals 22-jährige Kerrie McCarver, von der er sich nach über 20 Jahren am 15.Juni 2005 offiziell trennte; aus der Ehe stammt der 1987 geborene gemeinsame Sohn Jerry Lee Lewis III. Aus der Beziehung zu Bonny Lee Bakley4) (1956 – 2001) soll angeblich die Ende Juli 1993 geborene Tochter Jeri Lee Lewis stammen.5)

1986 wurde Jerry Lee Lewis als einer der ersten in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) aufgenommen; zusammen mit Chuck Berry, Little Richard und Elvis Presley gilt er als einer der "Väter des "Rock & Roll". Am 13.2.2005 konnte Jerry Lee Lewis einen "Grammy" für sein Lebenswerk entgegen nehmen.
1989 wurde sein Leben unter dem Titel "Great Balls Of Fire!"1) mit Dennis Quaid in der Hauptrolle verfilmt, Lewis selbst veröffentlichte 1993 seine Autobiografie "Killer".
  

Einige Textbausteine stammen aus Frank Laufenbergs "Rock- und Pop-Lexikon".
Offizielle (englischsprachige) Website: www.jerryleelewis.com 
Siehe auch Wikipedia, www.laut.de
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) Wikipedia (englisch)
Quelle:  3)  Wikipedia (abgerufen 14.01.2012), 5) www.nndb.com und Wikipedia (englisch)
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