Filmografie
Little Richard wurde am 5. Dezember 1932 als Richard Wayne Penniman und drittes von zwölf Kindern einer Baptisten1)-Familie im schwarzen Ghetto von Macon1) (Georgia1)) geboren. Er verbrachte seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, Vater Charles "Bud" Penniman (1910 – 1952) hielt die Familie mit dem Handel schwarzgebrannten Schnapses über Wasser und soll ermordet worden sein, als Richard noch ein Teenager war. So musste er schon früh zum Lebensunterhalt seiner Mutter Leva Mae (1912 – 1984) und den Geschwistern – sechs Brüder und fünf Schwestern – beitragen. "Bereits als Heranwachsender verspürte Little Richard homosexuelle Neigungen, die in seinem familiären Umfeld auf Spott und bei seinem Vater auf Ablehnung stießen." vermerkt Wikipedia.
Little Richard 2007 bei dem "Forty Acres Festival" an der Universität von Texas; Urheber: Wikimedia-User Anna Bleker; Lizenz: Dieses Foto wurde durch den Autor, Annableker auf wikipedia, in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Er nahm alle möglichen Gelegenheitsjobs an, zog mit "Dr. Hudson’s Traveling Medicine Show" durch die Lande und trat als Musiker in Bars und Kneipen auf. Schon bald machte er sich als "Rhythm & Blues"1)-Musiker in der afro-amerikanischen Musikszene einen Namen, erhielt 1951 einen Plattenvertrag von "RCA Records"1), nachdem er bei einem Talentwettbewerb gewonnen hatte. Man produzierte im Oktober 1951 den Titel "Get Rich Quick" sowie eine weitere Single mit Richard, doch niemand nahm Notiz davon.
 
Little Richard 2007 bei dem "Forty Acres Festival"
an der Universität von Texas
Urheber: Wikimedia-User Anna Bleker
Lizenz: Dieses Foto wurde durch den Autor, Annableker
auf Wikipedia, in die Gemeinfreiheit übergeben.
Dies gilt weltweit. Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia Commons
So arbeitete er einige Jahre zunächst wieder unter anderem als Tellerwäscher, gab seinen Traum, ein bekannter Sänger zu werden, jedoch nicht auf. Er schickte Mitte der 1950er Jahre ein Demo-Band an die kleine Firma " Specialty Records"1) in Los Angeles, auf dem sich auch sein selbst geschriebener Titel "Tutti Frutti"1) befand.
Dies war der Start zu einer unglaublichen Karriere: Im Januar 1956 schaffte "Tutti Frutti" den Sprung die Pop Charts bis auf Platz 17. Little Richards Schlachtruf "A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!" dröhnte aus allen Musicboxen und die Nonsens-Zeile bzw. Lautmalerei sprach der damaligen Teenagergeneration aus der Seele. In Folge erschienen weitere Stücke von dem schrillen Musiker, allein durch sein Outfit machte er auf sich aufmerksam. Seine Auftritte waren "der nackte Wahnsinn", er war bunt und einzigartig, benutzte ausgeflippte Klamotten, Lippenstift und Augen-Make-Up. An seinen Fingern steckten goldene Ringe mit Diamanten besetzt, mit gefletschten Zähnen traktierte er bei seinen Auftritten auch schon mal mit den Füßen das Piano, grinste ins Publikum und kreischte zusammen mit seinen Fans, was das Zeug hielt. Mit Titeln wie "Long Tall Sally"1) (1956) , "Ready Teddy"1) (1956), "Rip It Up" (1956; → Wikipedia (englisch)), "The Girl Can't Help It" (1957; → Wikipedia (englisch)), "Jenny, Jenny" (1957; → Wikipedia (englisch)), "Lucille" (1957; → Wikipedia (englisch)), "Keep A-Knockin'" (1957: → Wikipedia (englisch)), "Good Golly Miss Molly" (1958;  → Wikipedia (englisch)) oder "Baby Face"1) (1958) stürmte er die Hitparaden und wurde zu einem der populärsten Rock-Musiker seiner Zeit, nicht nur in den USA. Allein "Long Tall Sally" hielt sich acht Wochen lang auf Platz 1 der Charts. In dieser Zeit trat er unter anderem mit seiner Band auch in den Kinoproduktionen "The Girl Can't Help It"1) (1956, "Schlagerpiraten") und "Don't Knock The Rock" (1956, "Außer Rand und Band 2. Teil"), der Fortsetzung des mit Bill Haley gedrehten Streifens  "Rock Around the Clock"1) (1956, "Außer Rand und Band") in Erscheinung → Wikipedia (englisch).
  
Im Herbst 1958 begann Little Richard – seinem Kindheitswunsch entsprechend – eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Priester der "Siebenten-Tags-Adventisten"1) im "Oakwood Bible College" in Huntsville1) (Alabama1)) und zog sich nach seinem Examen sowie der Priesterweihe 1961 vorerst aus dem Showgeschäft zurück. Doch bereits 1963 war er als Rockmusiker wieder da und trat unter anderem bei einer England-Tournee Mitte 1963 mit den damals noch recht unbekannten "Rolling Stones"1) auf. Ab Mitte der 1970er Jahre nahm er dann vermehrt Platten mit Gospel1)-Songs auf und thematisierte darin seinen Glauben. Neben seinen Auftritten in zahlreichen TV-Shows war er seit den 1980er Jahren zudem wieder öfter auf der Leinwand oder in TV-Produktionen als Schauspieler präsent, zeigte sich unter anderem in der Kinokomödie "Down and Out in Beverly Hills"1) (1986, "Zoff in Beverly Hills") mit dem Part des Orvis Goodnight und sang darin den Titel "Great Gosh A Mighty" (aus seinem Album "Lifetime Friend" → Wikipedia (englisch)), der sowohl in die US-amerikanischen "Billboard Hot 100"1) als auch in die britische Hitparade gelangte und in Deutschland Platz 15 belegte. Man sah ihn beispielsweise auf der Leinwand als Bürgermeister in dem Kinderfilm "Purple People Eater"2) (1988, "Der kleine lila Menschenfresser"; → Wikipedia (englisch)) und im Fernsehen als Friseur Alphonso in dem Fantasy-Film "Goddess of Love"3) (1988, "Die Frau, die vom Himmel fiel"). Den "Old King Cole" mimte er in dem TV-Musical "Mother Goose Rock 'n' Rhyme"1) (1990; → Wikipedia (englisch)), den Mode-Designer Brandon in dem Thriller "Sunset Heat"1) (1992, "Heiße Nächte in L.A."), den Airborne Mustard Lover in der zu vernachlässigenden Krimi-Komödie "The Naked Truth"4) (1992) oder den Präsidenten in der heiteren Geschichte "The Pickle"4) (1993, "Stage Fright – Eine Gurke erobert Hollywood"). In etlichen Filmen und TV-Serien spielte er sich selbst bzw. trat als Rockmusiker in Erscheinung wie in der Folge "Columbo and the Murder of a Rock Star"1) (1991, "Tödliche Liebe") aus der mit Peter Falk gedrehten, populären Krimiserie "Columbo" oder in der Action-Komödie "Last Action Hero"1) (1993) mit Arnold Schwarzenegger. Des öfteren übernahm er Episodenrollen in TV-Serien, unter anderem in "Miami Vice"1), "Baywatch"1) oder "NightMan"2). "Zudem stand er als Interviewpartner für filmische Dokumentationen über Rockmusiker zur Verfügung oder spielte sich selbst in Real-Dokumentationen, darunter 1973 in einem Film über Jimi Hendrix und 1998 in "Why Do Fools Fall in Love"1) über Frankie Lymon1)." vermerkt Wikipedia. Eine seiner letzten Arbeiten war der Zeichentrickfilm "Der Schwan mit der Trompete"4) (2001, "The Trumpet Of The Swan"), wo man ihn mit dem Titelsong "Louie, Louie, Louie" hörte → Übersicht Filmografie.
Im September 1984 brachte Charles White, auch genannt "Dr Rock" (→ Wikipedia (englisch)), die Lebensgeschichte des Künstlers unter dem Titel "The Life and Times of Little Richard. The Authorised Biography" auf den Markt. 1986 war Little Richard, der mit seinem schnellen und kraftvollen Pianospiel, seinem lauten und überdrehter Gesang sowie seinen energiereichen Konzerten viele Musiker der nachfolgenden Generationen prägte, einer der ersten, dem man in der gerade gegründeten "Rock and Roll Hall of Fame"1) ein Denkmal setzte. Am 21. Juni 1990 wurde ihm ein "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (Adr.: 6840 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording") gewidmet.

Little Richard liest 1984 in seiner Biografie
Quelle: Wikimedia Commons von
"UCLA Library Digital Collection"; Urheber: Ian Dryden/
"Los Angeles Times"1); Lizenz: CC BY 4.0 Deed

Little Richard liest 1984 in seiner Biografie: Quelle: Wikimedia Commons von "UCLA Library Digital Collection"; Urheber: Ian Dryden/"Los Angeles Times"; Lizenz: CC BY 4.0 Deed
Seine Aufnahme in die "Songwriters Hall of Fame"1) erfolgte 2003, jene in die "Blues Hall of Fame"1) im Jahr 2015. 1994 erhielt Richard den "Lifetime Achievement Pioneer Award" der Rhythm and Blues Foundation1). Das Musikmagazin "Rolling Stone"1) führt in seiner populären Liste der 500 besten Songs aller Zeiten1) Little Richard mit "Long Tall Sally", "Good Golly Miss Molly", "The Girl Can't Help It" und "Keep A Knockin'" vier Mal. Sein Debüt-Album auf "Specialty Records" "Here's Little Richard" schaffte es in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten1) auf den 50. Platz. In der Wahl der 365 "Songs of the Century"1) platzierte sich "Tutti Frutti"1) auf Rang 130. Darüber hinaus listete der "Rolling Stone" Little Richard auf Rang 8 der "100 größten Musiker"1) sowie auf Rang 12 der "100 besten Sänger aller Zeiten"1). notiert Wikipedia. Er selbst soll einmal über sich gesagt haben: "Elvis mag der König des Rock-'n'-Roll  sein, aber ich bin die Königin". Außerdem ist Little Richard, der neben den erwähnten Auszeichnungen 1997 auch den "American Music Award of Merit"1) erhielt, noch in etlichen weiteren "Ruhmeshallen" vertreten, so auch in der "Georgia Music Hall of Fame"1) (seit 1984), der "Louisiana Music Hall of Fame" in Baton Rouge1) (seit 2009) und in der "National Rhythm & Blues Hall of Fame" (seit 2015) → Wikipedia (englisch).
  
Im Verlaufe seiner Karriere verkaufte der exzentrische Musiker über 30 Millionen Platten und tourte bis vor wenigen Jahren – bevorzugt mit anderen Rock-Veteranen – erfolgreich durch die Lande. Am 5. Dezember 2002 feierte der selbst ernannte "Architekt" des Rock'n'Roll seinen 70. Geburtstag und gab bekannt, dass er sich nun zur Ruhe setzen wolle; er habe vor, in seinem Heimatstaat Georgia sesshaft werden. Doch so ganz konnte er immer noch nicht von der Bühne lassen, tourte mit seinen Rock-'n'-Roll-Klassikern weltweit durch die Konzertsäle. Rund zehn Jahre später setzte sich der inzwischen über 80-Jährige offensichtlich nach mehrmaliger Ankündigung seines Ausscheidens aus dem Rock-'n-Roll-Geschäft dann doch zur Ruhe. 2013 erklärte der Rock-'n-Roll-Veteran in einem Interview mit der Zeitschrift "Rolling Stone" seinen endgültigen Abschied mit den Worten: "I am done!".
Sein Leben wurde von Robert Townsend1) unter dem Titel "Little Richard"1) (2000, "Die Little Richard Story") für das Fernsehen verfilmt, der Schauspieler Leon Robinson1) stellte die Rock-Legende dar. "Schonungslose, gut gespielte Biografie mit fetzigen Musikeinlagen" notiert prisma.de. "Auch besonders düstere Episoden werden nicht ausgespart: Nicht umsonst findet man Little Richard in der Rolle des Co-Produzenten. Leon wirkt in der Rolle des Popstars überzeugend und authentisch." meint filmdienst.de. Bereits 1980 entstand unter der Mitwirkung von Little Richard von dem berühmten Fotografen und Regisseur William Klein1) ein 90-minütiges filmisches Portrait für das deutsche Fernsehen unter dem Titel "Die Little Richard Story", das in "tollen Bildern den Mythos des legendären Rock-'n'-Rollers"5) nachzeichnete.

Little Richard wird am 11. April 1988 anlässlich der
"Oscar"1)-Verleihung auf dem "Roten Teppich" von dem
"Variety"1)-Kolumnisten Army Archerd (1922–2009) interviewt
Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0
Quelle: Wikimedia Commons

Little Richard wird am 11. April 1988 anlässlich der "Oscar"-Verleihung auf dem "Roten Teppich" von dem "Variety"-Kolumnisten Army Archerd (1922–2009) interviewt; Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons
Der Rock'n'Roll-Pionier Little Richard starb am 9. Mai 2020 im Alter von 87 Jahren in Tullahoma1) (Tennessee1)), laut Medienberichten bzw. seinem langjährigen Anwalt Bill Sobel sei Knochenkrebs die Todesursache gewesen; er hinterließ Adoptivsohn Danny Penniman. "Little Richard brauchte nur ein paar kleine Platten, um den Rock'n'Roll zu prägen. Mit ihm ist nun einer der letzten Urahnen der modernen Popmusik gestorben." schrieb DIE ZEIT in einem Nachruf → www.zeit.de.
Die letzte Ruhe fand er am 20. Mai 2020 auf dem "Oakwood University Memorial Gardens Cemetery", dem Friedhof seiner ehemaligen theologischen Universität, in Huntsville1) (Alabama) → findagrave.com.
Little Richard war nur ein Mal verheiratet, er lernte die Sekretärin Ernestine Harvin im Oktober 1957 bei einer evangelikalen Veranstaltung kennen und ehelichte sie am 12. Juli 1959 im kalifornischen Santa Barbara; die Verbindung endete im Mai 1964 vor dem Scheidungsrichter. Während der kurzen Ehe adoptierte das Paar den eineinhalb Jahre alten Danny Jones, Sohn eines verstorbenen Kirchengemeinde-Mitglieds. Mit Danny, der später oft als einer seiner Bodyguards fungierte, blieb der Künstler stets eng verbunden.   
Siehe auch die ausführlichen Artikel bei Wikipedia (deutsch; mit Diskografie)
und Wikipedia (englisch) sowie das Kurzportrait bei www.laut.de
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de, 3) wunschliste.de, 4) fimdienst.de
Quelle:  5)  cinema.de
    
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(Fremde Links: Wikipedia, fernsehserien.de;  R = Regie)
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