Filmografie
Édith Piaf erblickte am 19. Dezember 1915 als Édith Giovanna Gassion im "Quartier de Belleville"1), einem damals als "Armenviertel" geltenden Stadtteil von Paris1), (vermutlich) in der "Rue de Belleville" das Licht der Welt. Ihr aus der Normandie1) stammender Vater Louis Alphonses Gassion (1881 – 1944; → Wikipedia (englisch)) arbeitete unter anderem als Akrobat ("Schlangenmensch"1)) bei einem Wanderzirkus, Mutter Annetta Giovanna (1895 – 1945; geborene Maillard), seit 4. September 1914 mit Louis verheiratet, hatte italienisch-marokkanische Wurzeln und betätigte sich unter dem Künstlernamen "Line Marsa" (→ Wikipedia (englisch)), trat in Café-Häusern, Kneipen oder auf der Straße als Sängerin sowie im Zirkus als Reiterin auf. Das Paar hatte mit Sohn Herbert (31.08.1918 – 1997) ein weiteres Kind, aufgrund Annettas Alkoholproblemen wurde die Ehe am 4. Juni 1929 geschieden.
Édith Piaf am 13. Dezember 1962 in Rotterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 914-6440); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Mutter Annetta lehnte die kleine Édith seit der Geburt ab und ließ sie anfangs von ihrer eigenen Mutter Emma (1876 – 1930), ebenfalls Zirkuskünstlerin → Wikipedia (englisch)), versorgen, die sich jedoch kaum um das Mädchen kümmerte, das bei ihr verwahrloste und sogar Hunger litt. So gab der überforderte Vater seine Tochter mit zwei Jahren in die Obhut seiner eigenen Mutter Louise Léontine (1860 – 1937), die in der Normandie als "Maman Tine" ein Bordell betrieb. Als Édith sieben Jahre alt war, holte der Vater sie wieder zu sich und zog mit ihr in einem Wanderzirkus umher. wo sie ihm abends in der Manege assistierte. "Piaf wurde geprägt von der Gewalttätigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs, und vom Alkoholismus des Vaters."2) Mit 15 Jahren trennte sie sich von ihm, da sie genug von dem Streunerleben hatte und ging nach Paris. Zunächst hielt sie sich mit eigenen Chansontexten, die sie zusammen mit ihrer Freundin Simone Berteaut1) in Pariser Cafés, Bars und Revuetheatern vortrug, über Wasser. 1932 wurde die damals 16-Jährige von dem Gelegenheitsarbeiter Louis Dupont (1915 – 1965) schwanger und brachte am 11. Februar 1933 Tochter Marcelle, genannt "Cécelle", zur Welt, die von deren Vater Louis aufgenommen wurde, bei diesem lebte und am 7. Juli 1935 im Alter von zwei Jahren an einer Meningitis1) ("Hirnhautentzündung" verstarb. "Edith Piaf schreibt in ihrer Autobiografie: "Mein Leben", sie sei für 10 Francs mit einem Freier aufs Zimmer gegangen, um das Begräbnis bezahlen zu können. Angeblich weinte sie aber so sehr, dass der Mann Mitleid bekam und ihr das Geld ohne Gegenleistung überließ."3)
    
Édith Piaf am 13. Dezember 1962 in Rotterdam1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 914-6440)
Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo;
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Édith Piaf tingelte weiterhin als Sängerin mit Simone Berteaut durch die Pariser Straßen und Bars, dabei wurde sie im Herbst 1935 von Louis Leplée1) (1883 – 1936), der unweit der "Champs Élysées" das exklusive Kabarett "Le Gerny's" besaß, entdeckt und aus der armen Straßensängerin wurde die berühmteste Chansonsängerin aller Zeiten. Leplée gab der jungen Frau den Namen "La môme piaf", was übersetzt "der kleine Spatz" bedeutet. Mit ihrem ersten Auftritt im Oktober 1935 begann für den "Spatz von Paris" eine fulminante Karriere als Chanson-Sängerin, etwa zeitgleich nahm sie mit "Les mômes de la cloche" (→ Wikipedia (englisch)) eine ihrer ersten Schallplatte auf. Als Leplée am 6. April 1936 in seiner Pariser Wohnung ermordet aufgefunden wurde, bezichtigte man sie der Mitwisserschaft. Obwohl vom Gericht freigesprochen, verließ sie Paris und kehrte dorthin erst 1937 zurück. In Raymond Asso (1901 – 1968) fand sie einen neuen Mentor und Förderer, der auch den Text zu dem von Marguerite Monnot1) komponierten und ursprünglich der Chansonnette Marie Dubas1) gewidmeten Chanson "Mon légionnaire"1) schrieb, das die Piaf am 28. Februar 1937 beim Label "Polydor"1) aufnahm und damit einen ungeheuren Bekanntheitsgrad erlangte. "Im Frühjahr 1937 überredete Asso den Direktor des "Théâtre de l'A. B. C.", Mitty Goldin (1895 – 1956), Edith Piaf eine Chance zu geben. Die 1,47 Meter groß:e Sängerin trat in einem schwarzen Kleid mit weißem Spitzenkragen auf – und überzeugte das Publikum."3) Als Asso im August 1939 zur französischen Armee eingezogen wurde, endete nicht nur die künstlerische, sondern auch die private Beziehung mit ihm. Mit der Komponistin und Konzertpianistin Marguerite Monnot verband sie eine lebenslange Freundschaft sowie weitere Zusammenarbeit. 
Die Piaf ihrerseits "entdeckte" talentierte Sänger und Songschreiber, die es zu Weltruhm brachten: Hier sind an erster Stelle Georges Moustaki1) (1934 – 2013), Charles Aznavour (1924 – 2018), Eddie Constantine (1913 – 1993), Yves Montand (1921 – 1991) und Gilbert Bécaud (1927 – 2001) zu nennen, die ihre Karriere Édith Piaf verdankten.
 
Wikipedia (Stand: 24.02.2026) notiert: "In den Jahren danach gelang ihr der endgültige Durchbruch. Bühnenauftritte in ganz Europa und zahlreiche Schallplattenaufnahmen folgten. Sie setzte ihre Karriere auch während der deutschen Besatzungszeit Frankreichs1) im 2. Weltkrieg fort. Das von Michel Emer1) geschriebene Chanson "L'accordéoniste"1) (erstmals am 16.02.1940 vorgetragen  im "Bobino"1)) beschreibt die Liebe einer Prostituierten vor dem Hintergrund des Krieges. 1940 gab sie Konzerte im Kriegsgefangenen-Stammlager "Stalag III D"1) in Berlin-Lichterfelde1). (Anmerkung: "Stalag III D" war eines der größten Lager, in dem überwiegend französische Soldaten interniert waren. Sie nutzte ihre Auftritte zu einer gewagten Widerstands-Aktion: Durch das Anfertigen von Fotos mit den französischen Gefangenen ermöglichte sie die Erstellung gefälschter Arbeitsausweise, was schätzungsweise bis zu 300 Häftlingen zur Flucht verhalf.) 1942 wohnte Piaf im vornehmen 16. Arrondissement1) von Paris (heute "Rue Paul Valéry"1)) oberhalb von "L’Étoile de Kléber"1), einem Nachtklub/Bordell, der zum Umfeld des Gestapo1)-Hauptquartiers gehörte. 1943 war sie mit weiteren französischen Künstlern/Künstlerinnen, darunter Loulou Gasté1), Raymond Souplex (1901 – 1972), Viviane Romance1) sowie Albert Préjean1), auf einer Konzertreise in Berlin und posierte für Fotografen vor dem "Brandenburger Tor"1). Im Frühjahr 1944 kam es zu ihrer ersten Zusammenarbeit mit Yves Montand im "Moulin Rouge"1); sie stellte ihm unter anderem Joseph Kosma1), Henri Crolla1), Loulou Gasté1), Jean Guigo (1909 – 1982), Henri Contet (1904 – 1998), Bob Castella (1910 – 1993) und Francis Lemarque1) vor. Ihre Liebe zu de sechs Jahre jüngeren, griechischen Schauspieler Dimitris Horn1) blieb unerwidert.
Piaf stand nach dem Krieg im Verdacht, Kollaborateurin gewesen zu sein, doch entging sie einem Auftrittsverbot, da ihre Sekretärin Andrée Bigard sich als Mitglied der "Résistance"1) bekannte und für Piafs aufrechte Gesinnung bürgte. Fotos von Piaf mit kriegsgefangenen französischen Soldaten seien genutzt worden, um gefälschte Arbeitserlaubnisse auszustellen und einigen zur Flucht zu verhelfen. Piaf musste mehrmals vor dem französischen "Säuberungsausschuss" aussagen, zuletzt am 30. November 1945. Zwar wurde sie vom Kollaborationsvorwurf freigesprochen, dennoch hing ihr der Ruf einer Kollaborateurin an. So wurde im französisch besetzten Saarbrücken1) am 11. April 1946 einer ihrer Auftritte vom Militärgouverneur im Saarland, Gilbert Grandval1), einem ehemaligen Widerstandskämpfer, unterbrochen und endete in einem lautstarken Disput zwischen Piaf und Grandval vor dem Publikum. Die Berichterstattung über das Konzert wurde behördlich unterbunden. Bereits im März 1946 waren bei der französischen Militärverwaltung Bedenken laut geworden, ob Piaf die Kultur der französischen Nation glaubwürdig im Ausland vertreten könne."
 
Bereits vor und während des 2. Weltkrieges in ihrer Heimat gefeiert, trat sie nach Kriegsende unter anderem gemeinsamt  mit der Gruppe "Les Compagnons de la Chanson" erfolgreich auf zahlreichen europäischen Bühnen auf. Mit dem von ihr getexteten, berühmten Lied "La vie en rose"1) über eine klischeehafte Verherrlichung der Liebe – erstmals aufgenommen 1946 im Pariser Tonstudio "Pathé1)-Marconi" – erlangte sie 1950 mit der englischen Version (Text: Mack David1)) auch internationale Berühmtheit. Das Lied verkaufte sich millionenfach, errang sogar in den USA eine Platzierung in den Charts, wurde von etlichen anderen Künstlern wie unter anderem Tony Martin1), Bing Crosby, Ralph Flanagan1) und Victor Young1) oder später (1977) Grace Jones1) erfolgreich gecovert. Marlene Dietrich interpretierte den Titel auf Französisch in dem von Alfred Hitchcock1) gedrehten Film noir1) "Die rote Lola"1) (1950, "Stage Fright"), in mindestens 32 weiteren Kinofilmen wurde er ebenfalls verwendet; im Jahre 1998 nahm man das Chanson in die "Grammy Hall of Fame"1) auf.
Ebenfalls 1950 belegte sie in Frankreich mit dem aus ihrer Feder stammenden Lied "Hymne à l'amour" (Musik: Marguerite Monnot1)), das in Frankreich noch heute zu den beliebtestenn Liebesliedern zählt, den 1. Platz in der Hitparade → Wikipedia (englisch). Es folgte so erfolgreiche Titel wie "Padam … padam"1) (1951), "Bravo pour le clown" (1952), "Johnny tu n'est pas un ange" (1953; → Wikipedia (englisch)), "C'est à Hambourg" (1955), "Mon Dieu"1) (1960) oder mit "Exodus" (1961) eine Neuinterpretation des Songs aus dem von Otto Preminger1) nach dem gleichnamigen Roman1) von Leon Uris1) realisierten Monumentalfilm "Exodus"1) (1960).  Das von Georges Moustaki komponierte "Milord", im Frühjahr 1959 aufgenommen, wurde zum Spitzenreiter in Deutschland und erreichte Platz 24 in Großbritannien.
"Während eines Konzertes in Stockholm1) Ende der 1950er Jahre erlitt Piaf einen Schwächeanfall, woraufhin man bei ihr eine unheilbare Krebserkrankung diagnostizierte; Piaf setzte ihre Tournee trotzdem fort. Auf Reisen wurde sie seither von einer Krankenschwester begleitet, die ihr im Bedarfsfall Morphium gegen ihre Schmerzen verabreichte. Am 20. September 1959 brach Piaf auf der Bühne des "Waldorf Astoria"1) in New York City1) zusammen und musste die meisten für 1960 geplanten Auftritte absagen."
2)
  
Das am 10. November 1960 mit dem Orchester von Robert Chauvigny (1916 – 1963) in den Pariser "Pathé-Marconi"-Tonstudios von "EMI Records"1) aufgenommen Lied "Non Je ne regrette rien"1) (1960) gehört wohl zu ihren weltweit berühmtesten Chansons, zählt zu den Höhepunkten ihrer Karriere und unterstreicht mit dem Text "Nein, ich bereue nichts" das Lebensmotto der Künstlerin. "Am Eröffnungsabend des Pariser "Olympia"1), dem 30. Dezember 1960, warteten Tausende von Kartenbesitzern (auch Regierungsbeamte und Generäle) auf Einlass. Piaf trug beim Auftritt ein altes Kleid von Pierre Balmain1) (1914 – 1982), wurde von einem 15-minütigen Applaus empfangen und eröffnete mit "Les mots d’amour" ("Worte der Liebe"), dem zweiten Titel der A-Seite der "EP"1), das Konzert. Am Tag nach der Veranstaltung titelten die Pariser Zeitungen: "Die Liebe hat Piaf wiederbelebt." Bis Ende 1961 wurden alleine in Frankreich 1 Million Platten hiervon verkauft. Die EP verharrte insgesamt –– mit Unterbrechungen – für 21 Wochen auf Rang eins der französischen Hitparade, und zwar vom 23. Januar 1961 bis 12. Februar 1961, zwischen dem 27. Februar und 5. März 1961 und nochmals vom 12. Juni bis 2. Juli 1961." schreibt Wikipedia. Zuvor feierte sie Triumphe mit dem von ihrem neuen Liebhaber Georges Moustaki1) (1934 – 2013) getextete Titel "Milord"1) – im Frühjahr 1959 mit der Musik von Marguerite Monnot1) aufgenommen, geriet er zum Spitzenreiter in Deutschland und erreichte Platz 24 in Großbritannien; ihr letztes Lied "L'homme de Berlin" entstand wenige Wochen vor ihrem Tod.
  
Die Sängerin mit der kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme begeisterte das Publikum nicht nur wegen der Melodien, sondern auch die oft tragischen und dramatischen Inhalte ihrer Balladen sprachen die Menschen an. Bei ihren Auftritten trug sie stets ein schwarzes Kleid und als einzigen Schmuck ein goldenes Kreuz, das sie von Marlene Dietrich geschenkt bekommen hatte – ihre Erscheinung unterstrich das Expressive ihrer Lieder. Édith Piaf machte auf diese Weise das französische Chanson über die Grenzen ihres Heimatlandes auf Tourneen rund um den Globus berühmt. Ermutigt durch ihren Freund und Kollegen Maurice Chevalier, wirkte sie seit Mitte der 1930er Jahre zudem sporadisch in einigen Kinoproduktionen als Sängerin bzw. Schauspielerin mit. Zu nennen ist unter anderem das Melodram "Étoile sans lumière"4) (1946, "Chanson der Liebe"), in dem sie sich als Madeleine, ehemalige Zofe des Stummfilmstars Stella Dora (Mila Parély1)) präsentierte, die dieser ihre Stimme leiht, um selbst ein Star zu werden. In der Komödie "Boum sur Paris"4) (1953, "Parfum explosive") trat sie als sie selbst in Erscheinung, in dem von Sacha Guitry1) inszenierten, prominent besetzten Film-Epos "
Si Versailles m'était conté"1) (1954, "Versailles – Könige und Frauen") mimte sie ein Mädchen aus dem Volk und in dem mit Jean Gabin und Françoise Arnoul1) gedrehten, musikalischen Sstreifen "French Cancan"1) (1955, "French Can Can") stellte sie unter der Regie von Jean Renoir1) die berühmte französische Volkssängerin Eugénie Buffet (1866 – 1934 → Foto bei Wikimedia Commons) dar. Letzte Leinwandauftritte hatte sie in den Produktionen "Música de siempre" (1958) und "Les amants de demain"  (1959) → Übersicht Filmografie.

Privat verlief das Leben der gefeierten Sängerin eher unglücklich – seit der Geburt geprägt von einer freudlosen, lieblosen Kindheit und Jugend, dem Verlust ihrer Tochter durch den plötzlichen Kindstod sowie etliche, unglücklich verlaufenden Liebesbeziehungen. Ihre große Liebe, der am 22. Juli 1916 geborene, verheiratete Boxweltmeister Marcel Cerdan1), kam am 28. Oktober 1949 bei einem Flugzeugabsturz mit nur 33 Jahren ums Leben, als die Piaf grade in New York City auf der Bühne stand. Auch andere, zahlreiche gescheiterten Beziehungen – darunter die mit Raymond Asso (1901 – 1968), den Schauspielern Paul Meurisse1), Yves Montand und Eddie Constantine oder Georges Moustaki1)  – setzten ihr zu. Ein schwerer Autounfall 1951 war wohl auch mit ein Auslöser für ihre Drogensucht. Die Drogen- und Alkoholsucht der Künstlerin war immer wieder ein gefundenes Fressen für die einschlägigen Gazetten; so brach sie mehrmals während eines Konzertes auf der Bühne zusammen. 
Édith Piaf hatte zeit ihres Lebens schwere gesundheitliche Probleme. Der durch den Unfalltod ihrer großen Liebe, des Boxers Marcel Cerdan, im Oktober 1949 erlittene Schock löste nach Angabe ihrer Sekretärin die chronische, rheumatoide Arthritis1) aus, unter welcher sie fortan litt. Die damit verbundenen Schmerzen bekämpfte die Sängerin mit starken und überdosierten Medikamenten, von denen sie abhängig wurde. Das führte dazu, dass fortan das Stigma der Drogensucht an ihr haftete. Hinzu kamen Alkoholexzesse. Sie machte sieben Operationen und ungezählte Entziehungskuren durch. Schlagzeilen machte in Frankreich Édith Piafs anschließende Affäre mit dem populären Radrennfahrer Louis Gérardin1). "Toto" Gerardin verließ für Édith Piaf seine Frau, die das Paar von einem Privatdetektiv beschatten ließ.2)
Seit Juli 1952 war Édith Piaf mit dem Sänger, Songschreiber und langjährigen Freund Jacques Pills1) (1906 – 1970) verheiratet, von dem sie sich 1956 wieder scheiden ließ. Ihr letzter Lebensgefährte und zweiter Ehemann war der 20 Jahre jüngere, griechisch-stämmige Sänger Théo Sarapo1) (1936 – 1970), den sie im Herbst 1962 heiratete.
Das Leben der Piaf war beeinflusst von Ruhm und Erfolg ebenso wie von Not, Enttäuschung und Tragik. Ihren Liedern haftet das Unvergängliche an, als Sängerin ist sie Vorbild und oft kopiert worden. Der Mensch Édith Piaf war eine tragische Gestalt, ihr Leben eine Aneinanderreihung von Exzessen, Affären, Alkoholismus, Opium- und Morphinsucht sowie Entziehungskuren, Krankheit und Zusammenbrüchen, ein Wechsel zwischen Höhen- und Tiefpunkten, Erfolgen und Desastern.
Die zur Legende gewordene Künstlerin erlag am 10. Oktober 1963 – wenige Wochen vor ihrem 48. Geburtstag – im südfranzösischen Plascassier, einem Ortsteil von von Grasse1), ihrem Krebsleiden, Die letzte Ruhe fand sie am 14. Oktober in einem Familiengrab auf dem Pariser Prominentenfriedhof "Cimetiére du Père Lachaise"1) (Division 97, Nr. 71), bei der ihr rund 40.000 Trauernde das letzte Geleit gaben → Foto der Grabstelle bei knerger.de und Wikimedia Commons. Noch heute wird ihr Grab, in dem auch ihr 1970 bei einem Autounfall ums Leben gekommener Ehemann Théo Sarapo und ihre Tochter liegen, ständig mit frischen Blumen geschmückt.2) Sie hinterließ rund 300 Chansons, von denen viele unvergessliche Melodien wurden  → Auswahl Diskografie bei Wikipedia

Édith Piaf und Théo Sarapo am 13. Dezember 1962 in Rotterdam1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 914-6437); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)

Édith Piaf und Théo Sarapo am 13. Dezember 1962 in Rotterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 914-6437); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL
"Das dramatische Leben der berühmten Sängerin, die oft als Maßstab für spätere Interpretinnen genannt wurde (etwa für die junge Mireille Mathieu1), deren Stimme ein ähnliches Volumen und Timbre aufwies), wurde seit ihrem frühen Tod in zahllosen Zeitungsartikeln, Büchern und künstlerischen Bearbeitungen für Leinwand und Bühne in Frankreich wie im Ausland dargestellt."2)
Ihre Autobiografie "Au bal de la chance" mit einem Vorwort von Jean Cocteau1) veröffentliche Édith Piaf noch selbst im Jahre 1958, die in Deutschland 1964 posthum unter dem Titel "Mein Leben" erschien. Der Universalkünstler Cocteau, welcher am 11. Oktober 1963 einen Tag nach dem Ableben von Édith Piaf, für die er angeblich mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegte, starb, widmete ihr bereits mehr als zwei Jahrzehnte zuvor seinen höchst erfolgreichen Einakter "Le bel indifférent", der im April 1940 mit Édith Piaf und Paul Meurisse1) am Pariser "Théâtre des Bouffes-Parisiens"1) zur Uraufführung gelangte. "Vielfach wurde kolportiert, dass Cocteaus Herz versagt habe, als er die Nachricht von Piafs Tod erhielt; in einigen Schlagzeilen wurden er und Piaf als "Brautpaar des Todes" bezeichnet."2)
Simone Berteaut1) (1916 – 1978), ihe Weggefährtin aus den frühen Jahren sowie langjährige Freundin, die des Öfteren verbreitete, sie sei die Halbschwester der Piaf, von der sie "Mômone" genannt wurde, publizierte die Bücher  "Piaf" (1969, dt. "Ich hab' gelebt Mylord. Das unglaubliche Leben der Édith Piaf.") und "Mômone" (1972, dt. "Édith Piaf. Der Spatz von Paris"). Das von Monique Lange1)
(1926 – 1996) verfasste Werk "Histoire de Piaf" (1979) kam in deutscher Sprache als "Édith Piaf. Die Geschichte der Piaf – Ihr Leben in Text und Bildern" auf den Markt, von dem deutschen Musikwissenschaftler, Musiker und Komponisten Matthias Henke1) stammt das Buch "Süchtig nach der Sehnsucht – Édith Piaf" (1998). Eine weitere Biografie schrieb Jens Rosteck1) und nannte diese "Édith  Piaf. Hymne an das Leben" (2013) → Literatur bei Wikipedia.
   
Mehrfach wurde das Leben der legendären Chansonniere verfilmt, so kam die vor Regisseur Guy Casaril1) inszenierte, französisch-amerikanische Produktion "La môme piaf"1) (1974, "Der Spatz von Paris") über Kindheit und Jugend der Ausnahmekünstlerin mit Brigitte Ariel in der Titelrolle in die Kinos. Rund zehn Jahre später entstand von Claude Lelouch1)  das Biopic "Édith et Marcel"4) (1983, "Edith und Marcel") mit Évelyne Bouix1) und Marcel Cerdan Jr., in dessen Mittelpunkt die Liebe der Piaf zu dem Boxweltmeister Marcel Cerdan1) steht. In dem gleichnamigen Theaterstück von Pam Gems1) realisierten,  US-amerikanischen  TV-Film "Piaf" (1984) zeigte sich die britische Schauspielerin Jane Lapotaire1) als die unvergessenen Édith Piaf und spielte diese Rolle wie schon in der Broadway1)-Inszenierung  so überzeugend, dass sie dafür ein Jahr mit einem "Tony Award"1) in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" ausgezeichnet wurde → Wikipedia (englisch). Als weiterer TV-Film ist "Une brève rencontre: Édith Piaf" (1994) zu nennen, der in Frankreich von Michel Wyn mit Sophie Arthur gedreht wurde. Das von Olivier Dahan1) gedrehte, episodenhafte Drama "La môme"1) (2007, "La vie en rose") fand internationale Beachtung und konnte zahlreiche Preisen abräumen. So erhielt unter anderem Marion Cotillard1) für ihre ergreifende Verkörperung der Piaf sowohl als 18-jährige Straßensängerin als auch gealterte, gebrochene Frau im Januar bei den "Golden Globe Awards 2008"1) einen "Golden Globe Award"1) in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical"1) sowie wenig später bei der "Oscarverleihung 2008"1) den begehrten "Oscar"1) in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin"1). Auch die französische Trophäe "César"1) konnte sie Ende Februar 2008 für ihre darstellerische Leistung entgegennehmen, einmal mehr als "Beste Hauptdarstellerin"1) → weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.
Zudem gibt es verschiedenen filmische Portraits/Dokumentationen, so beispielsweise "Piaf, sans amour on n’est rien du tout‎"5) (2003, "Edith Piaf: Ohne Liebe ist man nichts"), "Edith Piaf – le concert idéal"5) (2003, "Edith Piaf – Das ideale Konzert") und "Les derniers jours d'Édith Piaf"5) (2006, "Die letzten Tage einer Legende – Édith Piaf").
  
In jüngerer Zeit fand am "Schauspielhaus Düsseldorf"1) die Uraufführung (13.08.2008) des Theaterstücks "Piaf. Keine Tränen"6) aus der Feder von Juliane Kann (→ theaterregensburg.de) statt. Unter der Regie von Daniela Löffner1) gab Susanne Tremper1) die Piaf. "Kanns Text versteht sich als "Material" und kombiniert lakonisch knappe Dialoge zwischen der Hauptfigur und zahlreichen Weggefährten mit ausufernden Reflexionen über das Phänomen Piaf, die keiner näher bezeichneten Person, sondern wohl eher einer Stimme aus dem Off zuzuordnen sind. (…) Susanne Tremper singt die Evergreens mit treffsicherer Geste und intensivem Ton, die existentielle Hitze des Originals erreicht sie freilich nicht." vermerkt nachtkritik.de. Und bei theatertexte.de kann man lesen: "Juliane Kann setzt an verschiedenen Punkten und von vielen Perspektiven aus an, um den Mythos Piaf auch für ihre ganz eigene Gegenwart als Autorin greifbar zu machen. Weil kaum eine junge Autorin so schutzlos, direkt und emotional schreibt wie Juliane Kann, entsteht dabei ein kongenialer Text." Erneut aufgenommen wurde das Werk im Dezember 2014 in einer Inszenierung von Nikolaos Boitsos am "Theater Paderborn"1) mit der aus Belgien stammenden Künstlerin Anne Bontemps1) in der Titelrolle, deren Darstellung der Chanson-Ikone enorme Aufmerksamkeit hervorrief bzw. mit viel Applaus bedacht wurde → www.nw.de. Das Stück geriet zum "Publikumshit" und wurde für zwei weitere Spielzeiten gezeigt.
Nach einer Idee von David Winterberg (* 1987) thematisieren die beiden Autoren Daniel Große Boymann1) und Thomas Kahry1) mit dem szenischen Chanson-Abend "Spatz und Engel"6) die tiefe Freundschaft zwischen zwei Legenden – Édith Piaf und Marlene Dietrich. "Mit 22 zeitlosen Hits – darunter "La vie en Rose", "Milord" und "Where Have All the Flowers Gone" – bietet diese Produktion dem Publikum einen unvergesslichen Theaterabend voller Musik, Glamour und Emotionen." vermerkt theatertexte.de. Die Uraufführung fand am 17. September 2013 am Wiener "Burgtheater"1) unter der Regie von Matthias Hartmann1) mit Maria Happel1) (Piaf) und Sona McDonald1) (Dietrich) statt → theaterkompass.de. Sechs Spielzeiten lang feierte das Werk mit über 70 Vorstellungen dort Erfolge, zudem gab es Gastspiele in Graz1), Bozen1) und Meran1). Neuproduktionen in der Schweiz, in Tschechien und in Deutschland schlossen sich an. Die englischsprachige Erstaufführung "The Angel and the Sparrow" erfolgte im April 2018 am "Segal Center" in kanadischen Montreal1). Seit der Premiere im Juni 2019 am Berliner "Renaissance Theater"1) mit Vasiliki Roussi1) (Piaf) und Anika Mauer1) (Dietrich) wurde das Stück aufgrund des großen Erfolgs mehrfach wieder aufgenommen, so auch zur Spielzeit 2025/26 in Szene gesetzt von Torsten Fischer1) → renaissance-theater.de. Aufführungen in Koproduktion mit dem "Renaissance Theater" wurden unter anderem am Hamburger "Ernst Deutsch Theater"1) (2023) gezeigt → www.welt.de; zudem gab/gibt es etliche andere erfolgreiche Inszenierungen wie beispielsweise an der Stuttgarter "Komödie im Marquardt" (2022; → schauspielbuehnen.de) oder mit dem "Tournee-Theater Thespiskarren" auch am Frankfurter "Fritz Rémond Theater" (2018) → thespiskarren.de.
Édith Piaf am 13. Dezember 1962 in Rotterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 914-6438; Ausschnitt des Originalfotos); Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright) Das von dem Piaf-Biografen (u. a. "Piaf: Emportée par la foule" / "La vraie Piaf") und -Verehrer Bernard Marchois in seiner Privatwohnung in der Pariser "Rue Crespin-du-Gast" im "11. Arrondissement"1) gegründete, kleine "Musée Édith Piaf" präsentiert persönliche Erinnerungsstücke sowie Piafs Porzellansammlung, "Goldene Schallplatten"1) und solche in "Platin", Kleider und Schuhe, Fotografien, Fanbriefe, Notenblätter, Poster u. Ä. Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten, ein Termin muss telefonisch vereinbart werden → stuttgarter-zeitung.de.
Zudem wurde im Pariser "Quartier Saint-Fargeau"1) im "20. Arrondissement"1) der "Place Édith Piaf"1) nach ihr benannt. In der "Rue de Belleville"1) erinnert am Haus Nr. 72, wo Piaf vermutlich geboren wurde, seit 1978 eine Gedenktafel an sie → Foto bei Wikimedia Commons. Im polnischen Kielce1) "verewigte" man auch Édith Piaf auf der "Aleja Sław" (etwa "Allee der Berühmtheiten") in Form einer Bronzebüste → Foto bei Wikimedia Commons.
 
Édith Piaf am 13. Dezember 1962 in Rotterdam1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 914-6438; Ausschnitt des Originalfotos)
Urheber/Fotograf: Koch, Eric / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz:  CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Siehe auch Wikipedia (mit Diskografie (Auszug)),
Wikipedia (englisch; mit Diskografie),
dieterwunderlich.de, whoswho.de, fembio.org sowie
die Artikel bei www.br-klassik.de, www.swr.de, spiegel.de, www1.wdr.de
und "Édith Piaf zum 100." (2015) bei www.dw.com
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4)  filmdienst.de, 5) fernsehserien.de, 6) theatertexte.de
Quelle: 2) Wikipedia (abgerifen 2012 bzw. 24.02.2026), 3) dieterwunderlich.de
   
Filme
Kinofilme / Dokumentationen / Biopics
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, fernsehserien.de;  R = Regie)
Kinofilme (in denen sie auftrat) Filmische Portraits / Dokumentationen Filmbiografien
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