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"Kapitän Harmsen Geschichten um eine Hamburger Familie"
hieß die Serie, die am 24. August 1969 zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr
im ZDF auf Sendung ging. Zunächst
wurden sechs Folgen bis 12. Oktober 1969 ausgestrahlt, ab 4. Januar 1970
kamen die Zuschauer in den Genuss sieben weiterer Episoden, mit der
Geschichte "Das Quiz" (EA: 05.04.1970) verabschiedete sich
die Familie vom TV-Publikum. Erzählt wurden
immer Sonntags 45-minütige, eher
harmlose Situationen aus dem Alltagsleben von Kapitän Wilhelm Harmsen,
gespielt von Hans Musäus, und seiner Familie. Regie führte
Claus Peter Witt1), die Drehbücher
stammten von verschiedenen Autoren, unter anderem
"Seekadetten" (Folge 6) von Helga Feddersen,
die zudem in der zweiten Episode "Das Wrack" als Silke
mitspielte.
Der manchmal etwas grantige Seebär Harmsen verzichtete seiner Familie zuliebe auf
die ganz große Karriere und verdient den Lebensunterhalt als Schlepperkapitän auf der
Elbe. Zusammen mit seiner Familie wohnt er in Hamburgs vornehmem Stadtteil
Blankenese1) in einer Villa, die ihm eine alte Dame vererbt hat und gleich zu
Beginn der Serie muss sich der bodenständige Mann mit dieser neuen
Lebenssituation erst einmal anfreunden. Verheiratet ist er mit Anna (Marianne Lindner),
die erwachsenen Kinder Ulla (Brigitte Rohkohl) und Karl,
genannt "Kuddel" (Gerhard Borman)
sowie "Nesthäkchen" Fiete (Hartmut Bordel) sorgen für mancherlei
Aufregung.
Abbildung DVD-Cover mit freundlicher
Genehmigung von Pidax Film,
welche die Serie
am 30.03.2018 auf DVD veröffentlichte |
Auch Opa Harmsen (Rudolf Beiswanger), der als ehemaliger Elb-Lotse
viel Erfahrung mit der Schifffahrt hat, verursacht oft ungewollt manch
turbulente Situation. In weiteren Rollen sah man unter anderem den
dänischen Schauspieler Folmer Rubæk (1940 2016) als Karls Freund Olaf Torkilsen sowie
den Hamburger Schauspieler und Regisseur Friedrich-Wilhelm Timpe1) als Werner,
Freund von Harmsen-Tochter Ulla.
Jede Folge begann noch vor dem Vorspann mit einem kurzen Dialog zwischen Kapitän Harmsen und seinem Decksmann
Puttfarken (Jürgen Wulf1)), der jeweils in einem Kalauer endete.
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Die Familie Harmse: Szenenfoto mit freundlicher
Genehmigung von Pidax Film,
welche die Serie
am 30.03.2018 auf DVD veröffentlichte |
Die vergnügliche Familienserie mit zum Teil abenteuerlich-melodramatischen
Ansätzen kam beim Publikum bezogen auf die Einschaltquoten gut an, wurde jedoch
von der Kritik nicht immer freundlich beurteilt. So schrieb die
Programmzeitschrift "Funk Uhr"1) (6/1970, S. 17)
beispielsweise nach Beginn der 2. Staffel: "'Kapitän Harmsen soll vor allem in Süddeutschland viele Freunde haben.
An der Waterkant jedoch betrachtet man dies fernsehgerecht gesponnene Seemannsgarn eher kritisch."
Die kurzen Episodenbeschreibungen findet man bei www.bamby.de.
Siehe auch Wikipedia,
fernsehserien.de
Weitere Links bei wunschliste.de;
Vollständige Besetzungsliste bei der Internet
Movie Database
Die Familie Harmsen:
(Fremde Links: Wikipedia, wenn nicht anders vermerkt)
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Hans Musäus
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Hans Musäus als
Kapitän Harmsen
Foto mit freundlicher
Genehmigung von Pidax Film;
DVD-Veröffentlichung der
Serie am 30.03.2018
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spielte den Kapitän Wilhelm Harmsen.
Geboren am 28. November 1910 in Bielefeld,
gestorben am 9. Juli 1981 im Alter von 70 Jahren in München.
Musäus, der aus einer Künstlerfamilie stammte, verbrachte seine Kindheit
in Hamburg und erhielt dort auch seine künstlerische Ausbildung. Zum Theater stieß er
Ende der 1920er Jahre, zu seinen frühen Bühnenstationen gehörten
Neuss,
Frankfurt/Oder und
Schneidemühl
(heute: Piła, Polen).
Am Theater der letztgenannten Stadt lernte er seine spätere
zweite Ehefrau, die Schauspielerin Maria Singer (1914 2003),
kennen, die er 1936 heiratete. Der 1939 geborene Sohn Peter Musäus
machte sich ebenfalls einen Namen als erfolgreicher Schauspieler
sowie als Sprecher.
Seine ersten wichtigen Bühnenerfahrungen sammelte Musäus, aus
Memel
(heute: Klaipėda, Liauen) kommend, ab der zweiten Hälfte der
1930er Jahre im preußischen Königsberg
(heute:
Kaliningrad, Russland), wo man ihn im Fach des Charakterhelden
einsetzte, ließ ihn dort
bis Kriegsbeginn 1939 gelegentlich auch Regie führen. Obwohl
während des 2. Weltkrieg als Soldat eingezogen, blieb Musäus
den "Städtischen Bühnen" der ostpreußischen Landeshauptstadt bis 1945 nominell verbunden.
Als Soldat war Musäus auf dem Balkan stationiert und geriet bei Kriegsende in
jugoslawische Gefangenschaft. Nach
seiner Entlassung vier Jahre später folgte der Bielefelder 1950 einem Ruf
an das "Tiroler Landestheater" in
Innsbruck.
Drei Jahre später wechselte er 1953 an das "Landestheater"
in Tübingen und gestaltete dort viele tragende Rollen sowohl in
Klassikern als auch Stücken der Moderne. So brillierte er
beispielsweise als
Kreon, Berater der
Titelfigur Ödipus, in
dem Drama "König
Ödipus" des Sophokles, als Capulet,
Vater von Julia, in
der Shakespeare-Tragödie "Romeo und
Julia" oder als
Herzog von Alba in dem Schauspiel "Don Karlos"
von Friedrich Schiller. Er gab
die Titelfigur des Fliegergenerals Harras in dem Drama "Des Teufels
General" von Carl Zuckmayer oder den Bauer
John Proctor in
dem Stück "Hexenjagd"
von Arthur Miller,
wusste auch in Komödien wie beispielsweise als Verleger Quilling in "Sturm im
Wasserglas" von Bruno Frank zu
überzeugen.
Seit den 1960er Jahren wirkte Hans Musäus an Theatern in Essen,
Kassel,
Braunschweig und Frankfurt am
Main, 1966 ging er nach München und
bereicherte bis 1979 das Ensemble der "Kammerspiele". "Er war ein eindringlicher Charakterspieler, verlieh jeder Rolle ein unverwechselbares Gesicht"
hieß es einem Nachruf.*) Einem
breiteren Publikum wurde erstmals 1964 bekannt, als im Fernsehen eine
von Intendant William Dieterle bei den
"Bad Hersfelder Festspielen" inszenierte
Aufführung der Shakespeare-Tragödie "Macbeth" gesendet
wurde, in der er neben Hanns Otto Ball in der Titelrolle des
Feldherrn Macbeth den schottischen König
Duncan
gestaltete → IMDb.
Seit Mitte der 1960er Jahre wandte sich Musäus, dessen Leidenschaft vornehmlich dem Theater
galt, der Arbeit vor der Kamera zu und trat überwiegend in in verschiedenen
TV-Produktionen in Erscheinung. Zu einer seiner ersten
Bildschirmauftritte zählte unter der Regie von Gerhard Klingenberg der Part des
Streifenpolizisten Magruder in
"Brooklyn-Ballade"1) (EA: 23.12.1965) nach dem Schauspiel
"The Gentle People" von Irwin Shaw und ebenfalls unter
Klingenbergs Regie die TV-Fassung (1965) des Shakespeare-Schauspiels
"Das Wintermärchen" mit
Peter Lühr als König Leontes und
Agnes Fink als
dessen Gattin Hermione, in
der er den Lord Antigonus darstellte → IMDb. In dem von
Dieter Lemmel2) (auch Regie)
verfassten Dokumentarspiel
"Die letzte Reise
des Kapitän Scott"1)
(EA; 14.01.1966) zeigte er neben Werner Uschkurat
(Polarforscher Robert Falcon Scott) als
Lieutenant Henry Bowers,
bei "Guten Abend, Mrs. Sunshine"1) (EA: 07.08.1966) handelte es sich um ein an der Münchener
"Kleinen Komödie" mit
Ursula Herking gezeigtes Lustspiel nach
der Vorlage "Goodnight Mrs. Puffin"3) von Arthur Lovegrove (1913 1981) und seiner Rolle des Stephen Parker,
Vater von Victor (Bruno Dietrich),
dessen Hochzeit mit der ältesten Tochter der Fordyces, Jacqueline (Carine Christian),
kurz bevorsteht (Regie: Jochen Blume).
Vor allem mit der Figur des Kapitän Harmsen in der gleichnamigen
Serie (1969/70 ist er dem
älteren Fernsehpublikum wohl in nachhaltigster Erinnerung
geblieben, den titelgebenden Schiffsführer legte der stämmige, bullige Künstler als kantig-knorrigen Seebär aus ganzem Schrot und Korn an.
An weiteren Auftritten in den 1960ern sind Episodenrollen in beliebten
Serien wie unter anderem "Die Tintenfische" (Inspektor
Knieriemen in"Nasse Spuren"4))
"Kommissar Freytag"
(Dr. Wenauer in "Fahrerwechsel"1)), "Hafenpolizei"
(Beißel in "Die Pokerpartie"1)),
"Das Kriminalmuseum" hier
als Kriminalbeamter Seifert in "Die Briefmarke" (EA: 26.05.1967)
und als Dr. Fuchs in "Die
Kamera" (EA: 07.07.1967) oder die mit Götz George und
Karin Baal als Ehepaar Sonntag
gedrehten Geschichten "Ein Jahr ohne Sonntag" zu
nennen, wo er in der Episode "Gerüchte"4) (EA: 05.03.1970) als Manfred Kürten auftauchte.
Eine schöne Rolle war der Schuhmachermeister Bengler in der Posse
"Der Datterich"1) (EA: 06.02.1972)
nach der Darmstädter Lokalposse "Datterich" von
Ernst Elias Niebergall mit
Johannes Schauer als
Particulier Datterich,
als Beamter gehörte er zur Besetzung der Krimi-Komödie "Blüten der Gesellschaft"1)
(EA: 06.05.1972) aus der Feder des Autorenduos Rolf und
Alexandra Becker (Regie: Werner Schlechte5)). einer seiner
letzten Arbeiten/Rollen vor der TV-Kamera war der von Karl Fruchtmann mit
Tilo Prückner als
der Archäologe Heinrich Schliemann gedrehte Zweiteiler
"Der Schatz des Priamos" (EA: 27.05.1981). in dem er als Kaufmann Lyschina auftrat,
Vater von Schliemanns ersten Ehefrau Jekaterina Petrowna
(1826 –1896), dargestellt von Angela Schmid.
Auf der Leinwand war Musäus selten präsent, zu nennen ist
die von May Spils
gedrehte, amüsante
Geschichte "Hau drauf, Kleiner" (1974),
in der er sich als Oberst zeigte, und das von Werner Herzog
in Szene gesetzte Drama "Jeder für sich und Gott gegen alle" (1974)
über das von Bruno S. verkörperte
rätselhafte Findelkind Kaspar Hauser,
in dem er einen "unbekannten Mann" mimte.
Sporadisch beteiligte sich Musäus an Hörspielen, sprach unter anderem
Richards Gefolgsmann Sir William Catesby in
"König Richard III."6) nach dem Drama "Richard III."
von William Shakespeare (EA: 03.02.1973; Regie:
Hans Hausmann) mit
Helmuth Lohner als
Richard, Herzog von Gloucester (später Richard III.),
oder den Wachtmeister Braubecke in dem Krimi "Tödlicher Sand"6)
nach dem gleichnamigen Werk von
Bernhard Horstmann alias Stefan Murr (EA: 04.11.1978; Regie:
Heinz Wilhelm Schwarz).
Quelle (teilweise): Wikipedia
(Stand September 2015)
Weitere
Filme*) mit Hans Musäus
*) "Deutsches Bühnenjahrbuch
1982" (S. 768)
Link: 1) Die Krimihomepage, 2) filmportal.de, 3) theatertexte.de,
4) fernsehserien.de, 5) deutsches-filmhaus.de, 6) ARD Hörspieldatenbank
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| Marianne Lindner |
spielte Harmsens Ehefrau Anna.
Geboren am 11. Dezember 1922 als Marianne Lang in Bad Blankenburg
(Thüringen),
gestorben am 24. November 2016 im Alter von 93 Jahren in Gmund am
Tegernsee (Bayern).
Die Tochter eines Schuhhändlers wuchs bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Thüringen
auf, absolvierte nach der so genannten "Mittleren Reife" eine dreijährige kaufmännische Lehre.
Als Sekretärin kam sie nach Bayern, nahm dann Schauspielunterricht in Salzburg
bei Fritz Haneke (1906 1989) und in München bei Nestor Lampert
(1882 1950), gab ihr Bühnendebüt 1946
am "Oberstdorfer
Bauerntheater". Von 1948 bis 1968 leitete sie gemeinsam
mit Siegfried Lindner die
"Siegfried-Lindner-Bühne";
Lindner, den sie 1951 heiratete, war ihr zweiter Ehemann.
Mit Beginn der 1960er betraute sie Olf Fischer in dem
im Rahmen des
"Komödienstadel" aufgeführten Bauernschwank "Die drei Eisbären"
(EA: 12.08.1961) von Maximilian Vitus
an der Seite der Protagonisten Franz Fröhlich,
Michl Lang und
Maxl Graf
mit dem Part der tyrannischen "Heiratsvermittlerin" Haslocherin, womit
sie schlagartig zum Publikumsliebling avancierte → br.de.
Bis 2007 sollten etwa zwanzig weitere "Komödienstadel"-Klassiker folgten,
in denen Lindner meist die temperamentvolle "Beißzange" mit der spitzen
Zunge gab. Zu nennen ist beispielsweise die
- Babett, Ehefrau von Josef Schrumm,
in "Graf Schorschi"
von Carl Borro Schwerla,
in der 1962er Fassung mit Maxl Graf in der
Titelrolle und Michl Lang als Josef Schrumm (EA: 12.05,1962
→ fernsehserien.de)
sowie
- in der 1977er Version mit Michael Ande als Schorschi Graf und
Beppo Brem als
Josef Schrumm (EA: 29.04.1977 → br.de),
- Schneidersfrau Rosa Witt in "Wenn der Hahn kräht"
von August Hinrichs,
(EA: 04.10.1964
→ br.de)
- Nanni, Frau des reichen Bauern Haslinger (Alexander Golling), in
"Der verkaufte Großvater" von Anton Hamik alias Franz Streicher
mit Michl Lang als Großvater (EA: 04.02.1967 → br.de),
- Frau des Schneidermeisters Zitzelsberger (Beppo Brem) in
"Der Ehrengast" von
Georg Lohmeier
mit Gerd Fitz als Ehrengast Kammersänger Karl Koller (EA: 09.05.1970),
- Mühlenwirtin in "Alles fü die Katz" von
August Hinrichs, mit
Beppo Brem als deren Kontrahent, der Großbauer Pfaffinger (EA: 15.08.1970
→ br.de),
- Emerantia, Köchin bei Pfarrer Schanderl (Alfred Pongratz), in
"Josef Filser"1) von Hans Fitz mit Beppo Brem als Landtagsabgeordneter
Josef Filser
und unter anderem Fritz Strassner als Dr. Ludwig Thoma (EA: 05.08.1972 → volkstheater-fan.de,
br.de),
- Amalie, Schwester des Bäckermeisters Alois Weinzierl
(Gustl Bayrhammer) in
"Die kleine Welt"
von Franz Gischel (EA: 1973 → br.de)
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Szenenfoto mit Gustl Bayrhammer
und Marianne Lindner aus dem
"Komödienstadel"-Lustspiel
"Die kleine Welt"
von Franz Gischel
Quelle: Wikimedia Commons
bzw. "Bayerischen
Rundfunk" (BR);
© BR/Foto Sessner |
- Uschi, Frau des Großbauern und potentiellen Bürgermeisters Hilgermoser (Gustl Bayrhammer), in
"Die drei Dorfheiligen" nach dem des
gleichnamigen
Schwank von Max Neal und
Max Ferner,
mit Karl Tischlinger (Schmied Riedlechner) und
Hans Löscher (Bäckermeister Söllböck)
als die beiden anderen "Dorfheiligen" (EA: 13.01.1973 → br.de),
- Therese, Frau des Bauern Thomas Stangassinger (Gustl Bayrhammer),
die Eltern von Sepp (Gerhart Lippert) und Toni
(Bernd Helfrich), in
"Das sündige Dorf" nach dem
gleichnamigen Schwank von
Max Neal
(EA; 12.01.1974 → br.de),
- Kammleitnerin von Röhrmoos in "Der ledige Hof" von
Ludwig Anzengruber,
mit Katharina de Bruyn als die junge, verwaiste Bäuerin Agnes Bernhofer
(EA: 15.07.1978 → br.de),
- Notburga, Wirtin zur "Seerose", in "St. Pauli in St. Peter" von
Maximilian Vitus (EA: 16.09.1977 → br.de),
- Wirtin in "Der Doppelselbstmord"1), frei nach der
Bauernkomödie von Ludwig Anzengruber (EA: 06.09.1987 → br.de),
- Haushälterin Zenzi in "Die hölzerne Jungfrau"1) von
Ridi Walfried (EA: 20.08.1990 → br.de),
- Großmutter Nannerl in "Der Fischerkrieg vom Chiemsee"1)
von (auch Regie) Werner Asam (EA: 21.01.2007 → IMDb)
Neben
ihren zahlreichen Gastspielen auf den Theaterbühnen oder den
Auftritten beim "Komödienstadel" erlebte man die Volksschauspielerin in etlichen Fernsejspielen und
-serien. Auß:er ihrem Part der Ehefrau des "Kapitän Hansen" zeigte
sie sich beispielsweise in der Serie "Familie Meier" (19811983)
ebenfalls als Mutter bzw. Ehefrau, diesmal des Taxifahrers Alois Meier
(Karl Obermayr).
Sie trat in den legendären Geschichten "Königlich Bayerisches
Amtsgericht" (Frau Held in Folge "Das Damenkränzchen"1),
EA: 04.12.1070)) in
Erscheinung, tauchte 1979 drei Mal in der Krimiserie "Der Alte"
auf (Verkäuferin in "Der Abgrund"1), Trauergast in "Nach Kanada"1) und Hausbesitzerin
in "Alte Kameraden"1)),
als Mutter von Sepp (Elmar Wepper) in der Episode "Eine von
uns" (EA: 11.12.1986) aus der
mit Ottfried Fischer gedrehten Serie "Irgendwie und Sowieso"
oder als resolute Großmutter in der Folge "Fasanenjagd" (1991) aus der
Kultserie "Löwengrube".
Zwischen 1992 und 1994 mimte sie in der Seifenoper "Marienhof" 29 Episoden lang
die Jüdin Rosa Sievenich, in der Miniserie "Zur Sache, Lena!"1) (2008) die
Ehefrau des Brauereibesitzers Leopold Raitmeier (Erich Hallhuber sen.) bzw. Mutter
der Protagonistin Lena Raitmeier (Uschi Glas) um nur
einiges
zu nennen.
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"Familie Meier": Abbildung DVD-Cover
sowie Szenenfoto mit Karl Obermayr und Marianne Lindner
Mit freundlicher Genehmigung von Pidax
Film, welche die Serie Ende Juli 2019 auf DVD herausbrachte.
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Marianne Linder wirkte in etlichen Einzelproduktionen, oftmals,
heiteren, bayerischen Kolorits
aber auch anderen Genres mit, präsentierte sich unter anderem als
Frau des Schlossermeisters Hallberger (Karl Tischlinger) in der von
Karlheinz Bieber nach der
gleichnamigen Erzählung von Ludwig Thoma mit
Michl Lang (Bürgermeister Natterer)
und Beppo Brem (Postwirt Blenninger)
in Szene gesetzten Adaption "Altaich"2) (EA: 09.11.1968)
oder als Maria Strobel in in dem von Rainer Erler
gedrehten, mit dem "Adolf-Grimme-Preis"
ausgezeichneten Dokumentarspiel "Der Attentäter"2)
(EA: 09.11.1969) mit Fritz Hollenbeck
als Georg Elser,
dessen Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler
am 8. November 1939 im Münchener "Bürgerbräukeller"
scheiterte. In der amüsanten Story "Fettaugen Eine Idylle aus der deutschen
Provinz"2) (EA: 03.05.1972) aus der Feder von
Leopold Ahlsen kam sie als Anna
Breitnagel daher, deren geschäftstüchtiger Ehemann Josef (Gustl Bayrhammer) sich dank ihrer Mitgift eine erfolgreiche Baufirma aufbaute, als Moarin in
"Das Familienfest"2) (EA: 23.06.1973) nach dem Volksstück von
Georg Lohmeier
oder als Hebamme in "Kreuzwege"1)
(1998).
Dass sie auch in Krimis mit Nebenrollen ihren Platz fand, zeigte sich mit ihrem
viermaligen Auftreten in dem Dauerbrenner "Tatort":
So sah man sie neben Gustl Bayrhammer (Kriminaloberinspektor Veigl) als Elsa, Frau des
entlassenen Kaufhaus-Abteilungsleiters Karl Rothermund (Alexander May), in
"Schluß:verkauf" (EA: 21.05.1978)
und als altjüngferliche Nachbarin Fräulein Seufzger in "Usambaraveilchen" (EA: 20.04.1981)
sowie als Kostümverleiherin in "Die chinesische Methode"
(EA: 10.11.1991) und als Nachbarin in "Häschen in der Grube"
(EA: 23.11.2008), jeweils mit dem Ermittler-Duo Batic und Leitmayr
(Miroslav Nemec/Udo Wachtveitl).
Zwei Mal gehörte sie als Magda Bachmaier, Halbschwester des Polizeihauptmeisters Anton Pfeiffer
(Udo Thomer),
zur Besetzung der mit Ottfried Fischer
(Hauptkommissar Benno Berghammer) gedrehten Krimireihe "Der Bulle von Tölz",
so in "Tod im Internat"
(EA: 21.01.1996) und
"Tod in der Brauerei" (EA: 16.02.1997).
Zudem glänzte sie auch auf dem Bildschirm mehrfach in den aus dem "Chiemgauer Volkstheater"
geendeten Lustspielen, so als pfiffige Oma Sofie Hartinger in
"Renn Oma, renn!" (1998 → br.de), als "Dorfratscherin" Babett Graunzer in
"A lästiger Bettg’sell’"1) (EA: 24.04.1998
→ br.de),
als die mit Freundin Paula (Amsi Kern)
zusammenlebende alte Jungfer Emmi Engel in "
und oben wohnen die Engel"1) (EA: 11.12.1998),
als Erni Ferstl, Schwester von Anni (Amsi Kern), in "Die Gangsterfalle"1) (EA: 06.10.2000 → br.de)
und als Nanni, Schwester von Burgl (Amsi Kern) in "A sauberne Welt"1) (EA: 04.05.2001
→ br.de). Bei
dem von Peter Steiner gegründeen "Peter Steiners
Theaterstadl" trat sie ebenfalls auf, spielte als Babett
die Frau des Wirts/Bürgermeisters Alois Filzer (Steiner) in
"Die Lügenglocke" (EA: 05.01.1989).
Zu ihren letzten Arbeiten vor der TV-Kamera gehörte die bayerische Daily Soap
"Dahoam is Dahoam", in der sie in den Episoden "Die falsche Braut"1)
(EA; 16.06.2009) und
"Lansinger Nächte sind lang"1)
(EA; 17.06.2009) die Emilie Bamberger, Großmutter von Roland
(Horst Kummeth)
darstellte.
Auf der Leinwand war Marianne Lindner eher selten vertreten, bereits in
der von Werner Jacobs gedrehten Kinoversion
des Schwanks "Das sündige Dorf" (1966) mimte sie als Therese
die Frau des Bauern Thomas Stangassinger (Michl Lang), Eltern von Herbert
(Hans-Jürgen Bäumler)
und Sepp (Thomas Alder).
Als Sophie von Behring wirkte sie unter der Regie von Markus Bräutigam in dem Streifen
"Love unlimited" (1982 → hff-muenchen.de,
filmportal.de) mit,
als Elfriede Deutlmoser in der ganz auf Gerhard Polt zugeschnittenen Komödie
"Kehraus" (1983 → filmportal.de),
inszeniert von Hanns Christian Müller,
und als Tandlerin in Percy Adlons
Familienchronik "Die Schaukel" (1983(, basierend auf dem
autobiografische Roman von Annette Kolb.
Danach sind noch kleine Auftritte zu nennen, die Vermieterin in
"Moving"3) (1991 → filmportal.de),
die Mutter von Heinz (Thomas Kögel) in dem Kurzfilm "Götterfunke"
(1991 → filmportal.de)
von Steffi Kammermeier,
die Mutter in der Science-Fiction-Story
"Harald Der Chaot aus dem Weltall" (1997 → fernsehserien.de) sowie der Kurzfilm "Tango Americano" (2001) von Frank Wiedemeier → IMDb.
Zudem beteiligte sich Marianne Linder beim "Bayerischen Rundfunk"an
Hörspielproduktionen, die "ARD Hörspieldatenbank"
weist seit Mitte der 1960er rund 50 Sendungen mit ihr aus, zu
denen unter der Regie von Olf Fischer
etliche heitere "Komödienstadel" Volksstücke
zählten. So hörte man sie unter anderem auch hier als Nanni, Frau des reichen Bauern Haslinger
(Alfred Pongratz), in
"Der verkaufte Großvater"4)
nach den gleichnamigen Shwank von Anton Hamik alias Franz Streicher
mit Michl Lang als Großvater (EA: 24.04.1965),
als Mühlenwirtin in "Alles für die Katz"4) nach dem
gleichnamigen
Lustspiel von August Hinrichs (EA: 26.09.1970),
als Haushälterin Kuni Meier in "Spätlese oder Auch der Herbst hat schöne Tage"4)
nach der Vorlage "Spätlese" von Willy Stock (EA: 05.04.1981)
oder als Frau des Straßhoferbauern Bartl (Max Griesser) in "Schneesturm"4) von
Anton Maly (EA: 07.02.1982
→ siehe auch TV-Version 1985).
In der Reihe "Bayerische Szene" sprach sie beispielsweise die Sophie Solseder in
"Die Heimkehr der Afra Birmbeck"4)
(EA: 19.06.1978; Regie: Hans Eichleiter) von Fritz Meingast (1904 1990) mit
Rosl Mayr in der Titelrolle, die Hebamme Frau Gruber in "Der starke Stamm"4) nach
dem gleichnamigen
Theaterstück5) von Marieluise Fleißer (EA: 15.07.1979; Regie:
Edmund Steinberger) oder
die Frau des Hauserbauern zu Öd
(Egon Biscan) in
"Die Rumplhanni"4) nach dem
gleichnamigen
Roman von Lena Christ (EA: 26.10.1981; Regie: Michael Peter)
mit Lisa Fitz (Magd Hanni). Zu ihren letzten Arbeiten als Sprecherin zählte der Part der Olga Wolz in
"Letzter Wille"4) nach dem
gleichnamigen Bühnenwerk5) von
Fitzgerald Kusz
(EA: 02.11.1997; Regie: Michael Peter) sowie der Maria (alt) in dem zweiteiligen Krimi
"Der Nibelungen Mord"4) von Bernd Grashoff (EA: 16./23.11.2000; Regie: Martina Boette-Sonner) → Hörspiele
bei Wikipedia.
Nach ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2002 zog sich die beliebte
Volksschauspielerin immer
mehr ins Privatleben zurück.
Marianne Lindner, Mutter von zwei Töchtern, war seit 1971 von
ihrem zweiten Ehemann Siegfried Lindner geschieden. Die
Künstlerin lebte zuletzt in der kleinen oberbayerischen Gemeinde Gmund am
Tegernsee, wo sie am 24. November 2016, wenige Wochen vor ihrem 94. Geburtstag,
an den Folgen eines Sturzes starb. Die letzte Ruhe fand sie auf dem
"Bergfriedhof" in Gmund am Tegernsee → Foto der Grabstelle bei
knerger.de.
Quelle (teilweise): Wikipedia;
siehe auch den Nachruf bei www.br.de
Weitere
Filme*) mit Marianne Lindner;
siehe auch Wikipedia
(Auszug), fernsehserien.de
(Auszug)
Link: 1) fernsehserien.de, 2) Die Krimihomepage,
3) filmdienst.de, 4) ARD Hörspieldaten bank, 5) theatertexte.de
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| Gerhard Borman
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spielte den Sohn Karl Harmsen.
Geboren am 24. Mai 1940 als Gerhard Borrmann in Bonn.
Nach seiner Schauspielerausbildung in Lübeck gab
Borman am
Hamburger "Deutschen Schauspielhaus" sein Bühnendebüt. Es folgten Engagements
unter anderem bei verschiedenen Tourneetheatern sowie ab Anfang der
1960er Jahre Aufgaben bei Film und Fernsehen. Auf dem Bildschirm sah
man den Schauspieler, der neben seiner schauspielerischen Tätigkeit
noch Betriebswirtschaft studierte, erstmals in der Episode "Licht im Wasser"1)
(EA: :23.12.1963) aus der populären Krimiserie "Hafenpolizei".
Neben der Rolle des Philip Rathmann in der mit Viktoria Brahms und
Michael Hinz
gedrehten Serie "Hauptstraße Glück"2) (1968) oder der des Sohnes Karl in "Kapitän Harmsen"
(1969/70) wurde er ab Mitte der
1970er Jahre auch durch die Figur des Kriminalassistenten Echterding
in 20 Episoden des Quotenrenner "Derrick"
bekannt zuletzt in Folge 38 "Inkasso"2)
(EA: 18.09.1977).
Überwiegend blieb er jedoch auf Nebenrollen reduziert, beispielsweise
als Taxifahrer in der "Tatort"-Folge "Kressin und der tote Mann im Fleet" (1971) oder als
Kronprinz in dem Dreiteiler "Sachrang" (1978). Zu
Bormans letzten Fernsehauftritten zählte
die Geschichte "Straßenpaganini"2) (EA: 25.04.1989) aus
der einst beliebten Serie "Forsthaus Falkenau",
wo er sich als Herr Weißhaupt zeigte.
Verschiedentlich übernahm der Schauspieler auch kleinere (ungenannte) Aufgaben
in einigen internationalen
Kinoproduktionen, so in dem prominent besetzten Kriegsfilm "Brennt Paris?" (1966,
"Paris brûle-t-il?"),
in dem Spionagestreifen "Der Grausame Job"3) (1968,
"Peau d'espion" → filmportal.de) und
in dem Thriller "Jenseits der Angst"3) (1975, "Au-delà de la
peur").
In dem von Wolfgang Staudte gedrehten
Krimi "Fluchtweg St. Pauli Großalarm für die Davidswache" (1971)
gehörte er als Kriminalassistent Löffler zur Besetzung, in dem zu vernachlässigenden Erotikfilmchen
"Sonne, Sylt und kesse Krabben" (1971) trat er als Markus, Chauffeur
des Konservenfabrikanten Hugo Weber (Achim Strietzel), in
Erscheinung. In jüngerer Zeit
wirkte Borman in dem von Thilo und
Simon Gosejohann
realisierten, auf DVD erschienen, anarchischen
Action-Film "Operation
Dance Sensation" (2003) mit.
Siehe auch Wikipedia
Weitere
Filme*) mit Gerhard Borman
Link: 1) Die Krimihomepage, 2) fernsehserien.de, 3)
filmdienst.de
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Brigitte Rohkohl
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spielte die Tochter Ulla Harmsen.
Geboren am 11. Februar 1946 in Hamburg.
Die Tochter des Schriftstellers, TV-Drehbuchautor und -regisseurs Dieter
Rohkohl (1919 1971), dem zeitweiligen Chef der Unterhaltungsabteilung von
"Radio Bremen", absolvierte in den ausgehenden 1960er Jahren
in ihrer Geburtsstadt eine Schauspielausbildung an der von Eduard Marks
und dessen Ehefrau Annemarie :Marks-Rocke gegründeten "Staatlichen Schauspielschule"
(heute "Hochschule für Musik und Theater Hamburg"). Anschließend
erhielt sie eine Anstellung als Sprecherin beim Rundfunksprecherin
sowie zudem zudem Ende der 1960er durchgehende Rollen in den
Fernsehserien "Junger
Herr auf altem Hof" (1969/70) und
"Kapitän Harmsen" (1969/70).
Bald entwickelte Brigitte Rohkohl mehr und mehr Interesse für Rundfunkmoderation und -journalismus,
wirkte zunächst als Reporterin bei
"Radio Bremen". Bekannt wurde sie im norddeutschen Raum vor allem dank ihrer Moderationen von Musiksendungen auf
"NDR 2".
Im Fernsehen trat sie als Moderatorin in den ARD-Reihen
"Video & Co"1) (1984) und "Leute mit Verhältnissen" (1986/87) auf.
Brigitte Rohkohl trat auch als Buchautorin (1979, "Rock-Frauen") in Erscheinung.
Zu ihren späteren, wenigen Rollen in TV-Produktionen zählt der Part
einer Reporterin in der Folge "Das vierte Gebot" (EA: 21.12.2002) aus der Krimireihe
"Stubbe Von Fall zu Fall" mit
Wolfgang Stumph als Kommissar Stubbe.
Brigitte Rohkohl war bis zu dessen Tod am 13. Dezember 2019 mit dem Schauspieler
Gerd Baltus verheiratet
und lebt weiterhin in ihrer Geburtsstadt Hamburg.
Quelle: Wikipedia
Weitere
Filme*) mit Brigitte Rohkohl
Link: 1) fernsehserien.de
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Hartmut Bordel
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spielte den Sohn "Fiete" Harmsen.
Weitere
Filme*) mit
Hartmut Bordel
Foto: Hartmut Bordel als Sohn "Fiete" Harmsen
Mit freundlicher
Genehmigung von Pidax Film.
welche die Serie am am 30.03.2018 auf DVD
veröffentlichte
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Rudolf Beiswanger
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Rudolf Beiswanger als
Opa Harmsen
Foto mit freundlicher
Genehmigung von Pidax Film;
DVD-Veröffentlichung der
Serie am 30.03.2018
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spielte den Opa Harmsen.
Geboren am 22. Februar 1903 Altona (heute
Stadtbezirk von Hamburg),
gestorben am 12. Oktober 1984 in Hamburg.
Nach einer privaten Ausbildung zum Schauspieler sammelte Beiswanger erste Erfahrungen als Darsteller bei einer Wanderbühne, war
dann an verschiedenen Theatern, unter anderem am "Kurtheater Helgoland" engagiert. In Hamburg wirkte er
zunächst am "St. Pauli Theater", kam dann in den 1930er Jahren
an die "Niederdeutsche Bühne", dem späteren "Ohnsorg-Theater".
Nach Kriegsende übernahm er ab 1945 bis zur Spielzeit 1949/50
die Intendanz des berühmten Theaters und trat damit die Nachfolge des Gründers Richard Ohnsorg (1876 1947) an.
Rudolf Beiswanger schrieb zahlreiche niederdeutsche
Stücke, die an der Hamburger Volksbühne, aber auch im Hörfunk
aufgeführt wurden. Oft fungierte er als Regisseur und Darsteller in
Personalunion, fand später auch beim Fernsehen ein weiteres
Betätigungsfeld in Produktionen mit typisch norddeutschem Kolorit.
Sein Debüt vor der Kamera gab er mit einem ungenannten Part in der Episode "Die Party"1)
(EA: 25.11.1963), erste größere Beachtung fand der inzwischen über
65-Jährige in dem von Eberhard Itzenplitz nach dem Drehbuch von
Wolfgang Menge in Szene
gesetzten, mehrfach preisgekrönter Fernsehfilm
"Die Dubrow-Krise" (EA: 09.01.1969) mit der Rolle des
LPG-Vorsitzenden Bruno Roggenbrodt.
Es folgten weitere Auftritte, unter anderem auch in zwei Kinofilmen als
Herr Zapp in
der Komödie "Charley's Onkel" (1969)
und als Opa Jensen in dem amüsanten Episodenstreifen um "Klein Erna auf dem Jungfernstieg" (1969)
mit Heidi Kabel (Tante Frieda Pumeier)
und Heinz Erhardt (Onkel Fritz)
sowie etliche Serie. Neben seinem durchgehenden Part des
Opas in "Kapitän Harmsen" sah man Beiswanger unter
anderem auch im drei Folgen des Dauerbrenners "Tatort", so
als Gärtner Walter Schindler in "Blechschaden" (EA: 13.06-1971),
als Kioskbesitzer Miesbach in "Nachtfrost" (EA: 20.04.1974)
und zuletzt als Baustellenwärter Paul Kalupka in "Wenn alle Brünnlein fließen"
(EA: 26.06.1983). Als der alte Kaufherr Laffarde trat er in zwei
Folgen der Historienserie "Die Melchiors" (1972/73 in
Erscheinung, mimte einmal mehr einen Opa, den Heinrich Petermann,
in der ersten Staffel (1979) der Familienserie "Kümo Henriette"
(→ fernseserien.de) nach einem Drehbuch
von Helga Feddersen,
die zudem als Marta Mewes mitwirkte, oder den
Altbürgermeister Sick in "Landluft"2) (1981) nach dem Roman
"Das Dorf" Hans Peter Renfranz (1941 1990).
Mit der Figur des Heinrich Brockmüller in der Episode "Vom Himmel hoch" aus der
mit Jürgen von Manger
realisierten Comedy-Serie
"Tegtmeier" verabschiedete sich Beiswanger vom
Fernsehpublikum die Ausstrahlung am 21. Dezember 1984 erlebte er
nicht mehr.
Zwischen seinen Arbeiten vor der TV-Kamera machte Beiswanger immer mal wieder mit
kleinen Nebenrollen Ausflüge auf die Leinwand. Außer den bereits
erwähnten beiden
Kinofilmen zeigte er sich als Schäfer in dem unter anderem mit Roy Black: gedrehten Heimat/-Schlagerstreifen
"Grün ist die Heide" (1972),
als Nachbar Tischler neben Protagonist Dieter Laser in "John Glückstadt" (1975)
frei nach der Novelle "Ein Doppelgänger" von
Theodor Storm und als
Leuchtturmwärter Süchtig in
"Panische Zeiten" (1980) von
(Co-Regie/Co-Drehbuch/Musik/Produktion) und mit Udo Lindenberg.
In der Komödie "Jagger und Spaghetti" (UA: 19.01.1984)
mit den Drehbuch-Autoren Stephan Schwartz (Jagger) und
Peter Buchholz
("Spaghetti") gehörte er unter der Regie von Karsten Wichniarz
als Rentner zur Besetzung.
Ausgesprochen umfangreich war Beiswangers Arbeit für das Hörspiel,
die "ARD Hörspieldatenbank"
listet über 40 Produktionen mit ihm als Regisseur sowie über 180 als
Sprecher. Bereits vor dem 2. Weltkrieg beteiligte er sich mehrere
Jahre an Sendungen, vorwiegend in niederdeutscher/plattdeutscher
Mundart der "Nordischen Rundfunk AG"
(NORAG) noch Livesendungen ohne Aufzeichnung und deren Nachfolger, dem "Reichssender Hamburg".
So sprach er beispielsweise den Schlossermeister Boldt in "Peter Pink"3) nach dem Schwank
von Wilfried Wroost (EA: 08.08.1929; Regie:
Richard
Ohnsorg) mit Bruno Wolberts (1885 1964) in der
Titelrolle, Anfang der 1930er folgten Stücke wie "Hein Godenwind"3)
nach dem Roman von Gorch Fock (EA: 27.03.1930)
mit Richard Ohnsorg als Titelheld oder "Pott will heiraten"
nach dem Bühnenwerk "Pott will heiraden" von Paul Schurek (EA: 10.10.1932).
Nach dem Krieg bzw. ab Ende der 1940er wurde das Ensemble des "Ohnsorg-Theaters"
für den Hörfunk "entdeckt" und Beiswanger präsentierte sich auch im Radio
sowohl als Sprecher als auch Regisseur in etlichen Mundarthörspielen.
Zudem gehörte Beiswanger, wie seine "Ohnsorg"-Kollegen,
ab 1955 zu den Darstellern der Kurzhörspielreihe
"Neues aus Waldhagen", die im Rahmen des Schulfunkprogramms des
"NWDR Hamburg" und später des "NDR" ausgestrahlt wurden.
Mehr als drei Jahrzehnte fungierte Heinz Reincke
als Erzähler, Beiswanger sprach die Hauptfigur,
den Bauer Paul Piepenbrink,
Heidi Kabel die Emma Piepenbrink.
Weitere Mitwirkende waren unter anderem Otto Lüthje
(Dorfschuster Emil Ziesemann), Aline BußGmann
(Käthe Ziesemann),
Henry Vahl
(Opa Negenborn),
Ernst Grabbe
(Krämer Schnack),
Heinz Lanker
und Hilde Sicks
(Herr und Frau Grothe),
Karl-Heinz Kreienbaum
(Landarzt Dr. Kraus) oder Carl Voscherau
(Bürgermeister Kienappel). Aus der Vielzahl der Sendungen mit
Beiswanger seien beispielhaft genannt:
(Link: ARD Hörspieldatenbank (mit Datum der
Erstausstrahlung; R = Regie)
- Als Sprecher
- als Regisseur → siehe auch Wikipedia
(Auszug)
- als Autor
1982 wurden Rudolf Beiswangers Verdienste um die plattdeutsche Sprache in der Kultur mit dem "Fritz-Stavenhagen-Preis" der
gemeinnützigen Hamburger "Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S."
gewürdigt. Sein 1940 entstandenes Zwei-Personenstück "Du
!",
welches Ende des "Dreißigjährigen Krieges"
(16181648) angesiedelt ist und sich mit dem
Krieg und seinen Folgen beschäftigt, zählt bis heute zu den gelungensten Stücken der niederdeutschen Theaterliteratur.
"Zehn Jahre später wurde das Werk unter der Regie von Hans Freundt für den Hörfunk adaptiert
und vom NWDR Hamburg am 30. September 1950 erstmals
ausgestrahlt; die Sprecher waren Beiswanger selbst und Heidi Kabel."
vermerkt Wikipedia
Der Schauspieler, Hörfunk- und Hörspielsprecher, Hörspielregisseur, Theaterintendant und Autor
Rudolf Beiswanger war mit Ehefrau Erna (1905 1977) verheiratet. Das Urnengrab des Paares
befand sich bis zum Ablauf der Ruhezeit auf dem "Hauptfriedhof
Altona" → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Siehe auch Wikipedia
Weitere
Filme*) mit Rudolf Beiswanger
Link: 1) Die Krimihomepage, 2) deutsches-filmhaus.de,
3) ARD Hörspieldatenbank
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