"Keine Ehe nach Maß" (→ jussenhoven-fischer.de) heißt eine Komödie von Curth Flatow1), in deren Mittelpunkt die erfolgreiche Inhaberin eines Schneiderateliers, Gertrud Stranitzky steht. Das Lustspiel, welches nicht nur bei der Uraufführung 1993 an der Berliner "Komödie am Kurfürstendamm"1) mit dem brillant aufspielenden Ehepaar Edith Hancke und Klaus Sonnenschein1) das Publikum begeisterte, wurde im Laufe der Jahre an vielen Boulevardbühnen gezeigt.
Gertrud Stranitzki/Ida Rogalski: Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"; www.ardvideo.de Bereits Mitte der 1960er Jahreschrieb Curth Flatow das Drehbuch zu der von Georg Tressler1) in Szene gesetzten Familienserie "Gertrud Stranitzki", deren erste Episode "Mißtrauen"2) am 6. Januar 1966 im ARD1)-Vorabendprogramm zur Ausstrahlung gelangte. Protagonistin ist die patente Mitfünfzigerin Gertrud Stranitzki, gespielt von Inge Meysel, die eine kleine Schneiderei in Berlin betreibt. Resolut und mit dem Herzen auf dem rechten Fleck steht sie nicht nur im Beruf "ihre Frau", auch für ihre Familie, allen voran ihr Ehemann Albert (Peter Dornseif) ist sie unermüdlich im Einsatz. Gertrud Stranitzki stellt in ihrer Werkstatt gemeinsam mit ihren Angestellten Modellkleider für das von Gerd Weniger (Raymond Joob1)) geführte Berliner Modehaus "Weniger & Wolf" her, kümmert sich um die Sorgen und Nöte ihrer Mitarbeiter/-innen und ist immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Ihr gutes Herz beweist Gertrud zum Beispiel, wenn sie eine Vorbestrafte einstellt, um sich resozialisieren zu können. In einer anderen Folge planen Albert & Gertrud, ihre Hochzeitsreise nachzuholen. Dabei geht einiges schief und so landen sie schließlich auf einer Kreuzfahrt im Nordmeer. Schließlich haben sie es auch mit Kinderkrankheiten zu tun. konnte man bei einer Fan-Seite lesen (TV-Serien; Seite nicht mehr abrufbar).
Am 29. Februar 1968 war dann nach der 13. Folge "Die Traumhochzeit"2) für die über zwei Jahre hinweg stückweise gedrehte und gesendete Serie zunächst einmal Schluss.
 
Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher
Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"
Auch mit dieser Figur untermauerte Inge Meysel ihrem Ruf als "Mutter der Nation", auf Grund des Erfolgs der Serie kam Inge Meysel dann rund ein Jahr später am 21. Januar 1969 als verwitwete Ida Rogalski, Zwillingsschwester von Gertrud Stranitzki, wieder auf den Bildschirm zurück. "Ida Rogalski – Mutter von fünf Söhnen" hieß die neue 13-teilige Vorabend-Serie der ARD, deren Drehbuch ebenfalls aus der Feder von Curth Flatow stammte. Regie führte nun bei allenFolgen Tom Toelle1), die musikaöische Untermalug komponierte Martin Böttcher, der bereits den Soundtrack zu "Gertrud Stranitzki" abgeliefert hatte.
Im Mittelpunkt der anfangs noch schwarz-weißen 25-minütigen Geschichten – ab Staffel 2 kam dann Farbe ins Spiel – steht die verwitwete Ida Rogalski mit ihren fünf erwachsenen Söhnen. In der ersten Episode "Werner"2) drehte sich alles um Sohn Werner (Rolf Schimpf), der von seiner Mutter zum Teilhaber ihrer Lederwarenhandlung in Berlin-Neukölln1) gemacht wird. Folge 2 "Stefan"2) war Sohn Stefan (Walter Ambrock) gewidmet, der als Tankstellenbesitzer kurz vor dem Bankrott stand und auch noch um seine Ehe mit Margot (Liane Hielscher1)) zu kämpfen hatte. 
Weiter ging es dann in der dritten Folge "Thomas"2) mit Sohn Thomas (Andreas Mannkopff) und einer anfangs unglücklichen Liebesgeschichte, Idas jüngster Sohn, der Student Michael (Claus Ringer), stand in Episode 4 "Michael"2) im Zentrum des Geschehens. In fünften Story "Dieter"2) musste sich Mutter Ida schließlich um ihren Sohn Dieter (Jochen Schmidt), der als Zahnarzt arbeitet, und dessen Ehe mit Ilse (Eva Berthold1)) kümmern. Ida schaffte es mit ihrem Durchsetzungsvermögen und so manchem Trick immer wieder, dass sich alles zum Guten wendete. Auch in den weiteren, recht unterhaltsamen Geschichten gelang es der resoluten Frau, so manches wieder ins rechte Lot zu bringen, in Folge 10 "Trudchen"2) tauchte Inge Meysel, wie in Folge 1, auch noch einmal als Gertrud Stranitzki auf, allerdings diesmal ohne Ehemann Albert, da dieser sie laut Drehbuch wegen einer Jüngeren nach 27 Ehejahren verlassen hatte. Mit "Der Umzug"2) endete die Serie nach ebenfalls 13 Folgen am 29. April 1970.
Am 7. Dezember 2018 brachte "Pidax Film" beide Serien in einer Komplettbox auf DVD heraus.
"Gertrud Stranitzki"/"Ida Rogalski": Szenenfoto mit Inge Meysel mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film" "Gertrud Stranitzki"/"Ida Rogalski: Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film"
Szenenfoto sowie Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film"

"Gertrud Stranitzki" bei Wikipedia, fernsehserien.de (mit Episodenguide),
weitere Links zu  bei wunschliste.de 
"Ida Rogalski" bei Wikipedia, fernsehserien.de (mit Episodenguide),
Die Krimihomepage (Spezial); weitere Links bei wunschliste.de

Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de

Die Hauptdarsteller/-innen:
(Weitere Mitwirkende: "Gertrud Stranitzki" / "Ida Rogalski" bei der "Inrernet Movie Database";
Fremde Links: Wikipedia, wenn nicht anders vermerkt)
Inge Meysel
 
Inge Meysel
… spielte die Gertrud Stranitzki bzw. die Ida Rogalski.
  
Geboren am 30. Mai 1910 in Rixdorf (heute: Berlin-Neukölln),
gestorben am 10. Juli 2004 im niedersächsischen Seevetal (Landkreis Harburg)
im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus im Ortsteil Bullenhausen von Seevetal.
 
Kurzbiografie zu Inge Meysel innerhalb dieser Homepage. 

Siehe auch Wikipedia, filmportal.de, prisma.de
sowie den Nachruf bei www.stern.de
 
Weitere Filme*) mit Inge Meysel

 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Peter Dornseif
(Josef Peter Dornseif)
… spielte den Ehemann Albert Stranitzki in der Serie "Gertrud Stranitzki".
 
Geboren am 20. Mai 1907 als Josef Peter Dornseif in Borbeck
(heute Stadtteil von Essen),
gestorben am 25. November 1972 im Alter von 65 Jahren in München.
 
Nach dem Besuch einer Oberrealschule absolvierte Dornseif eine Ausbildung zum Schauspieler und debütierte 1927 in Bochum. Weitere Stationen seiner Bühnenkarriere waren dann Leipzig, Schwerin und Wiesbaden. In den 1950er Jahren wirkte Dornseif an verschiedenen Berliner Spielstätten, so am "Deutschen Theater", am "Maxim-Gorki-Theater" und an der "Volksbühne", wo er sich als "zuverlässiger und prägnanter" Darsteller erwies. Zum Ende des Jahrzehnts siedelte Dornseif in die Bundesrepublik über und setzte seine Laufbahn an Theatern in West-Berlin und Saarbrücken fort.
Seit 1950 stand der Charaktermime zudem regelmäßig für DEFA-Produktionen vor der Kamera. Sein Leinwanddebüt gab er als Betriebsarzt/Klinikchef Dr. Benthin, Bruder von Theo Benthin (Hans-Georg Rudolph) und Gustav Benthin (Werner Pledath), in der von Slatan Dudow, Kurt Maetzig und Richard Groschopp in Szene gesetzten Drama "Familie Benthin" (1950 → filmportal.de, defa-stiftung.de). Es folgten Nebenrollen in der Komödie "Modell Bianka" (1951), den Propagandastreifen "Sein großer Sieg" (1952), "Das verurteilte Dorf" (1952) und "Geheimakten Solvay" (1953), in dem Krimi "Alarm im Zirkus" (1954) tauchte er als Volkspolizei-Oberkommissar auf, in "Tatort Berlin" (1958) ala Anstaltsleiter und in dem von Frank Beyer gedrehten Drama "Eine alte Liebe" (1959) als Uhland. Zudem wirkte Dornseif in einigen DFF-Produktionen mit, beispielsweise in dem TV-Spiel "Die Entscheidung der Lene Mattke" (1958) aus der Feder von Helmut Sakowski mit dem markanten Part von Lenes  Ehemann, dem trunksüchtigen und jähzornigen Melkermeister Mattke (→ siehe auch Info zum Hörspiel 1959), Bei der Ausstrahlung der Sendung "Volpone"1) (1958) handelte es sich um eine Inszenierung der Berliner "Volksbühne"(Regie: Otto Tausig) nach der von Stefan Zweig nach Motiven von Ben Jonson (1572 – 1637) verfassten gleichnamigen Komödie mit Franz Kutschera in der Titelrolle des reichen Levantiners Volpone ("Fuchs"), wo er den habgierigen Venezianer/Kaufmann Corvino ("Rabe") gestaltete.
In der Bundesrepublik blieb Dornseif ein beliebter Darsteller vor allem in westdeutschen Fersehspielen und -serien, wurde dem Publikum nicht zuletzt durch die Geschichten um "Gertrud Stranitzki" (1966–1968) bekannt, in welcher er 13 Folgen lang Gertruds Ehemann (Inge Meysel) mimte; auch in "Ida Rogalski" (1969) war noch in zwei Epidoden mit dabei. In dem von Frank Wisbar nach dem Sachbuch "Flucht übers Meer" von Cajus Bekker in Szene gesetzten Dokumentarspiel "Flucht über die Ostsee" (1967) gehörte Dornseif als Gauamtsleiter Paul Dargel zur Besetzung, als Herr Prisa zeigte er sich neben Protagonist Siegfried Lowitz in der "Der Trinker"2) (EA: 31.10.1967), realisiert von Dietrich Haugk nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada, überwiegend waren es jedoch Episodenrollen in beliebten Serien in denen er auf dem Bildschirm in Erscheinung trat. Zur Serien-Filmografie zählten die Reihe "Das Kriminalmuseum" – hier als Alfons Weisenfeld in "Die Telefonnummer" (EA: 17.02.1967) und als das Opfer, der Steinmetzmeister Wilhelm Nowacki, in "Die Rote Maske" (EA: 12.03.1967) –, der Kommissar Altberg in "…geborene Lipowski" (EA: 21.07.1967) aus der Reihe "Interpol" und auch in dem Quotenrenner "Der Kommissar" trat er zwei Mal mit kleinen Parts auf. Zwischen 1969 und 1971 präsentierte er sich mit wechselnden Rollen in sieben Geschichten um das "Königlich Bayerische Amtsgerichts", eine der letzten Arbeiten vor der TV-Kamera war war das von Helmuth Ashley mit Hans Peter Hallwachs als Politiker Ferdinand Lassalle gedrehte Biopic "Ferdinand Lassalle" (1972) und seiner Rolle des Oberst Wilhelm Rüstow → IMDb.
Mitunter übernahm Dornseif kleine Aufgabe in westdeutschen Kinoproduktionen, so unter anderem als Wirt in dem Musikstreifen "Melodie und Rhythmus" (1959) oder als Herr Holm in dem eher zu vernachlässigenden Sexfilmchen "Schulmädchen-Report: Was Eltern nicht für möglich halten" (1970).
 
Sporadisch arbeitete Dornseif als Sprecher sowohl för die Synchronisation (→ synchronkartei.de) als auch das Hörspiel, die "ARD Hörspieldatenbank" weist zwischen Ende der 1940er und Anfang der 1960er Jahre rund 25 Produktionen aus, an denen er sich beteiligte. Beispielsweise sprach er den Clitandre, Geliebter von Henriette (Annelies Lange), in "Die gelehrten Frauen"3) nach der Moliere-Komödie "Les femmes savantes" (EA: 10.06.1948; Regie: Rudolf Hahn), den La Roche, Subalterner des Ministers (Ludwig Anschütz), in "Der Parasit"3) nach dem auf der Vorlage von Louis-Benoît Picard fußenden, gleichnmigen Lustspiel von Friedrich Schiller (EA: circa 1949; Regie: Carl Nagel), den Pedro Jaquéras, Bruder der Teresa Carrar (Annemarie Hentschel), in "Die Gewehre der Frau Carrar"3) nach dem gleichnamigen Theaterstück von Bertolt Brecht (EA: nach 16.07.1949; Regie: Werner Wieland) und den Pfarrer Rösselmann in "Wilhelm Tell"3) nach dem gleichnamigen Schiller-Drama (EA: 22.02.1950; Regie: Carl Nagel) mit Maximilian Larsen als Wilhelm Tell. Man hörteDornseif unter anderem als Lorenz Löffelholz, Feldschreiber des fränkischen Reichsritters Florian Geyer (Maximilian Larsen) in "Florian Geyer"3) nach dem gleichnamigen Revolutionsdrama von Gerhart Hauptmann (EA: 27.09.1950; Regie: Carl Nagel), als Schreiber Vansen in "Egmont"3) nach dem gleichnamigen Goethe-Trauerspiel (EA: 17.12.1951; Regie: Kurt Jung-Alsen) mit Hans-Peter Thielen (Graf Egmont) oder als Orgon, Ehemann von Elmire (Lore Schubert), in "Tartuffe"3) nach der Moliere-Komödie "Le Tartuffe ou l'imposteur" (EA: 29.11.1955; Regie: Werner Wieland) mit Otto Stübler als der Frömmler Tartuffe. Letzte Arbeiten waren der Part des Direktors P. Malyschkin in der vom "Saarländischen Rundfunk" produzierten Sendung "Iwan Matwejewitsch und das Krokodil"3) nach der Erzählung "Das Krokodil" von Fjodor Dostojewski (EA: 30.06.1962; Regie: Jörg Franz) mit Walter Hirt als der Beamte Iwan Matwejewitsch und beim "Hessischen Rundfunk" ein Ordensgeneral in "Der Stellvertreter"3) nach dem gleichnamigen Schauspiel von Rolf Hochhuth (EA: 21.10.1963: Regie: Erwin Piscator) mit Dieter Borsche als Papst Pius XII → Hörspiele (Auszug) bei Wikipedia.
     
Peter Dornseif war der Vater von Kerstin Sanders-Dornseif (* 17.06.1943), die in der ehemaligen DDR bereits in den 1960er Jahren in verschiedenen TV-Produktionen mitspielte. 1984 übersiedelte auch sie in den Westen und arbeitete dort vornehmlich als viel beschäftigte Synchronsprecherin, wirkte aber auch am Theater und stand ebenfalls vereinzelt im Hörspiel-Studio.

Quelle (teilweise): Wikipedia sowie defa-sternstunden.de (Artikel nicht mehr abrufbar)

Weitere Filme*) mit Peter Dornseif
 
Link: 1) fernsehenderddr.de, 2) Die Krimihomepage, 3) ARD Hörspieldatenbank

Rolf Schimpf

Rolf Schimpf

… spielte Ida Rogalskis Sohn Werner.
 
Geboren am 14. November 1924 in Berlin,
gestorben am 22. März 2025 im Alter von 100 Jahren
in Pullach im Isartal.
 
Kurzbiografie zu Rolf Schimpf  innerhalb dieser Homepage.
 
Siehe auch Wikipedia, deutsches-filmhaus.de
 
Weitere Filme*) mit Rolf Schimpf
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Walter Ambrock … spielte Ida Rogalskis Sohn Stefan.
 
Geboren am 14. Februar 1934,
gestorben am 24. Oktober 2021.
 
Weitere Filme*) mit Walter Ambrock
Andreas Mannkopff
        
Andreas Mannkopff: Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von dem Fotografen Sandro Most; Copyright Sandro Most
Foto freundlicherweise
zur Verfügung gestellt
von dem Fotografen
Sandro Most
© Sandro Most
… spielte Ida Rogalskis Sohn Thomas.
 
Geboren am 17. Mai 1939 in Berlin,
gestorben am 9. Oktober 2015 im Alter von 76 Jahren ebenda.
 
Nach einem abgeschlossenen Schauspiel- und Gesangsstudium an der "Fritz-Kirchhoff-Schule" in Berlin, wandte sich Mannkopff zunächst dem Kabarett zu, stand am Düsseldorfer "Kom(m)ödchen" sowie in Heidelberg und Berlin auf der Bühne. Danach folgten Rollen am Theater, unter anderem auch am Berliner "Schlosspark Theater" bzw. an den "Staatlichen Schauspielbühnen".
Erste Erfahrungen vor der Kamera sammelte der junge Schauspieler in dem von Jürgen Büchmann gedrehten Kinodrama "Das Geständnis eines Mädchens" (1967) und erregte mit der Rolle des Kutte die Aufmerksamkeit der Filmszene. Im Laufe der Jahrzehnte sollten weitere Kinoproduktionen mit mehr oder weniger prägnanten Parts folgen, beispielsweise der Inspektor Selby in dem mit Klaus Kinski gedrehten Horrorstreifen "Jack the Ripper" (1976), der Gastwirt in der Adaption "Fabian" (1980) nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner mit Hans Peter Hallwachs in der Titelrolle, ein Polizist in der ganz auf Harald¨Juhnke zugeschnittenen Komödie "Sigi, der Straßenfeger" (1984) oder der Bankräuber Herr Haenlein in dem Gag-reichen Streifen "Otto – Der Film" (1985) mit Otto Waalkes. Zuletzt wirkte er als Polizist in der Hape Kerkeling-Komödie "Samba in Mettmann" (2004) sowie als Onkel Peter in dem Comedy-Klamauk "Männersache" (2009) in einer Kinoproduktion mit.
 
Doch es war vor allem das Fernsehen, mit dem Mannkopff eine bundesweite Popularität erlangte, die Figur des Thomas in der Serie "Ida Rogalski" gehörte zu seinen frühen TV-Aktivitäten. Mit legendären ZDF-Mehrteilern wie "Jack Holborn" (1982), "Patrik Pacard" (1984) und "Oliver Maass" (1985) wurde er bald zu einem bekannten Gesicht auf dem Bildschirm, in zahlreichen beliebten Unterhaltungsserien wie beispielsweise "Die Schwarzwaldklinik", "Die Wicherts von nebenan" oder "Freunde fürs Leben" gehörte er mit Gast- oder Dauerrollen zur prominenten Besetzungsliste, gab überwiegend bodenständige Typen. In der preisgekrönten Familienserie "Nicht von schlechten Eltern" mimte er ab 1993 den Hauptbootsmann Wutzki, war gleichzeitig in "Immer wieder Sonntag", den Geschichten um das turbulente Familienleben des Berliner Busfahrers Franz Sonntag (Gerhard Olschewski) zu sehen, wo er sich als Halbbruder von Hilde Sonntag (Grit Boettcher) präsentierte, um den sich die Familie immer wieder Sorgen machen muss. Wiederholte Gastauftritte/Episodenrollen in Quotenrennern wie "Tatort", "Das Traumschiff", "Großstadtrevier", "Küstenwache", "Unser Charly", "Der Landarzt" oder "Sperling" gehören ebenso zu seiner TV-Filmografie wie verschiedenste Einzelproduktionen, in denen der vielseitige Schauspieler sich nie auf ein bestimmtes Rollenprofil festlegen ließ.
Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler arbeitete Mannkopff konsequent als Synchronsprecher und Sprachkünstler für Film und Fernsehen. So lieh er beispielsweise Benny Hill in der "Benny Hill Show" seine Stimme, Garfield oder auch Kenneth Connor in der legendären britischen Filmreihe "Carry on".
Mannkopff erntete zudem als Underground-Filmer mit dem satirischen Film "Nie wieder Alkohol" Anerkennung, an der Seite von Barbara Schöne und Christiane Maybach. In den 1990er Jahren wurde der Film Kult, der u. a. im Wilmersdorfer Szene-Lokal "Komma Melina" am Fasanenplatz neben der "Galerie Bremer" von Rudolf Van der Laak (1920–2006) in Berlin gedreht wurde, wo einst Melina M und Gérôme Castell regelmäßig auftraten. Mannkopff schrieb das Buch, führte Regie und war Hauptdarsteller.
1)
Mannkopffs Arbeit für die Synchronisation ist beachtlich, die Synchronkartei (synchronkartei.de) weist über 1.000 Sprechrollen aus. So lieh er beispielsweise John Candy in zehn Filmen seine Stimme, darunter in "Der kleine Horrorladen" (1986, "Little Shop of Horrors"), "Mel Brooks’ Spaceballs" (1987) und "Wer ist Harry Crumb?" (1989, Who’s Harry Crumb?). Aufgrund seiner stimmlichen Ähnlichkeit mit Wolfgang Gruner, der in den beiden Realfilmen "Yeah! Yeah! Yeah!" (1964, "A Hard Day’s Night") und "Hi-Hi-Hilfe!" (1965, "Help!") den Paul McCartney sprach, übernahm er den Part des Paul in dem Zeichentrickfilm "Yellow Submarine" (1968; Originalsprecher: Geoffrey Hughes).
Die "ARD Hörspieldatenbank" listet ab Mitte der 1960er bis Anfang 2015 rund 100 Produktionen, an denen Mannkopff beteiligt war. Zu nennen ist beispielsweise der Satan in dem Krimi "Kein Orpheus für die Unterwelt"2) nach dem Roman von George Baxt (EA: 15.04.1974; Regie: Robert Matejka), in den Krimis nach den Romanen von Janwillem van de Wetering mit Hans-Peter Hallwachs als Erzähler und Wolfgang Büttner als "der Commissaris" sprach er unter der Regie von Peter Michel Ladiges den Cardozo von der Amsterdamer Mordkommission, so in "Der Tote am Deich"2) (EA: 15.01.1984), "Tod eines Straßenhändlers"2) (EA: 19.02.1984), "Der blonde Affe"2) (EA: 24.06.1984), "Rattenfang oder Die Sachen der Friesen"3) (EA: 31.01.1988) und "Der Feind aus alten Tagen"2) (EA: 27.03.1988). Dass er auch die kleinen Zuhörer/-innen erfreuen konnte, zeigte er beispielsweise als der gute König Wihissesdochnoch, Vater von Roger (Andreas Pietschmann) in "Der Fluch des Lachens"2) nach dem Kinderbuch von Jules Feiffer (EA: 13.10.2001; Regie: Leonhard Koppelmann) oder als Heinz in "Der faule Heinz"2) nach dem Märchen "Lazy Dick" (EA: 01.01.2002; Regie: Uwe Schareck). In "Rico, Oskar und die Tieferschatten"2) nach dem gleichnamigen Kinderroman von Andreas Steinhöfel hörte man ihn als den griesgrämigen Herrn Fitzke (EA: 13.05.2010; Regie: Judith Lorentz), in dem Dreiteiler "Bartimäus – Das Amulett von Samarkand"2) nach "The Amulet of Samarkand" aus der "Bartimäus"-Fantasy-Buchreihe von Jonathan Stroud als den 5.000 Jahre alten Dschinn Bartimäus (EA: 24./25./26.12.2010; Regie: Robert Schoen). Ein weiteres Kinderhörspiel war "Ampelmännchen sind keine Haustiere"2) von Anna Böhm mit seinem Part des kleinen grünen Ampelmännchens Orje (EA: 01.05.2012; Regie: Judith Lorentz).
  
Doch nicht nur als vielbeschäftigter Filmschauspieler und Sprecher machte sich Andreas Mannkopff einen Namen, während seiner Karriere blieb der Künstler, der auch ein Gesangsstudium absolvierte, stets der Bühne treu. Er glänzte in verschiedenen Operetten/Musicals wie "La Cage aux Folles" und "Die drei von der Tankstelle" (nach der gleichnamigen Filmoperette (1930)) oder in "Wie einst im Mai", der Milchmann Tevje in "Anatevka" gehört ebenso zu seinen Paraderollen wie der brummige Vater Doolittle in "My Fair Lady". Zuletzt war Mannkopff Ensemble-Mitglied der "Faust-Festspiele Kronach" unter Intendant Daniel Leistner und gab seit der Premiere am 15. Juli 2015 auf der Freilichtbühne der Kronacher Festung Rosenberg in der Verwechslungskomödie "Der Florentinerhut"3) ("Un chapeau de paille d' Italie") von Eugène Labiche den Onkel Taubstöckel. Das Lustspiel wurde unter anderem Ende der 1930er Jahre erfolgreich mit Heinz Rühmann verfilmt → "Der Florentiner Hut" (1939).
     
Am 9. Oktober 2015 starb Andreas Mannkopff im Alter von 76 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen "Waldfriedhof Dahlem" → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Der Künstler hinterließ einen 1987 geborenen Sohn, Daniel.

Siehe auch Wikipedia (mit Filmografie (Auszug))
sowie synchronkartei.de

Weitere Filme*) mit Andreas Mannkopff
 
1) Quelle: Wikipedia (abgerufen August 2008)
Link: 2) ARD Hörspieldatenbank, 3) theatertexte.de

Claus Ringer
 

Claus Ringer

Foto zur Verfügung gestellt von der
Hamburger Fotografin Virginia Shue
© Virginia Shue
(starfotos@virginia-hamburg.de)
… spielte Ida Rogalskis Sohn Michael.
 
Geboren am 19. März 1943 in München.
 
Nach einer Buchdruckerlehre mit Gesellenprüfung nahm er zwei Jahre lang privaten Schauspielunterricht, gab sein Bühnendebüt 1963 in dem Stück "Nimm sie, sie gehürt mir" ("Take Her, She's Mine" von Phoebe Ephron an der "Kleinen Komödie" in München.
Ringer wirkte in München am Theater "Die Kleine Freiheit", am "Volkstheater" in der Briennerstraße", an den "Kammerspielen", bei den "Burgfestspielen Jagsthausen", am Berliner "Hebbel-Theater", am "Theater am Dom" in Köln, in Frankfurt am Main an dem von Fritz Rémond gegründeten "Theater im Zoo" und an der "Komödie Berlin", ging zudem auf verschiedene Tourneen.
 
Claus Ringer wurde 1968 in dem Stück "Geliebtes Scheusal"1) ("The Man Most Likely To" von Joyce Rayburn) von Trude Kolmann, Regisseurin und Chefin der "Kleinen Freiheit" in München, für die Bühne entdeckt. Er spielte in den Folgejahren in den deutschen Erstaufführungen von "Boys in the Band" (von Mart Crowley; 1935–2020) und "Bitte nicht stören" ("Norman, That's You?" von Ron Clark/Sam Bobrick → Wikipedia (englisch)). Ringer war in seiner langjährigen Schauspieltätigkeit an den verschiedensten deutschen Bühnen zu sehen, z.B. in Jagsthausen in "Der Widerspenstigen Zähmung" und "Götz von Berlichingen", am "Berliner Theater" in "So ist meine Frau" (von Marvin Sandberg), am "Volkstheater München" in "Sonnyboys"1) ("Sunshine Boys" von Neil Simon), in den "Kammerspielen  Düsseldorf", der "Komödie Bochum", dem "Stadttheater Fürth" u.v.m. Claus Ringer ist seit der Spielzeit 2001/02 festes Mitglied des "Mainfranken Theaters". Neben der Titelrolle in "Nathan der Weise" wirkte er auch mit dem Monolog "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" in der Trilogie "Der versöhnte Mensch" von Éric-Emmanuel Schmit mit. Weiterhin war er in "Andorra" (von Max Frisch), "Piaf"1) (von Pam Gems über Édith Piaf), "Der Sturm" (von William Shakespeare) und (2004) in "Der nackte Wahnsinn"1) ("Noises Off" von Michael Frayn) zu sehen.
(Der Text wurde einer Info des "Mainfranken Theater Würzburg" entnommen, die jedoch nicht mehr existent ist. Bis wann Claus Ringer zum Ensemble gehörte ist derzeit unklar)
   
Neben seiner regen Arbeit für das Theater wirkte Claus Ringer seit den 1960ern in etlichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Sein Leinwanddebüt gab er in dem Episodenfilm bzw. Aufklärungsstreifen "Hütet eure Töchter!" (1964; Segment 3 "Thema Nr. 1"). Es folgten Auftritte in Kinofilmen wie als Student Erich in der Komödie "Ich suche einen Mann" (1966), als der junge Wiener Peter Seitz in dem Krimi "In Frankfurt sind die Nächte heiß" (1966), als Roderich, Sohn des Goppelmann (Oskar Sima), in der Erotik-Komödie "Die Wirtin von der Lahn" (1967), als Ernst, entführter Sohn des Staatsanwalts Dr. Stauffer (Richard Münch), in dem Gangsterfilm"Heißes Pflaster Köln" (1967), als Jens, älterer Bruder von Peter (Heinz Sonnbichler), in dem Liebesdrama "Peter und Sabine" (1968) oder als Christian in dem Sexfilmchen "69 Liebesspiele" (1968). Bei dem in Deutschland entstandenen, von Radley Metzger gedrehten US-amerikanischen Sexploitationfilm "Carmen Baby" (1966) handelte es sich um eine moderne Interpretation des "Carmen"-Stoffes, wo er neben Uta Levka (Carmen) als der junge Polizeibeamte José in Erscheinung trat.
  
Doch vor allem durch das Fernsehen erlangte Ringer bundesweite Popularität, zeigte sich in Einzelproduktionen, vornehmlich jedoch in zahlreichen Serien. Schon vor seiner Rolle des Sohnes Michael in "Ida Rogalski" (1969) wirkte er in der Serie "Unsere große Schwester"2) (1963/64) als Bruder der "Titelheldin" Karin (Katrin Schaake) mit. Man sah ihn mit Episodenrollen wie in der Folge "Besuch von drüben"3) (EA: 02.11.1965) aus der Krimiserie "Die fünfte Kolone", als Sportwagenfahrer Jürgen Lenz in der zweiten Geschichte um die Familie Scholz "…nichts dazugelernt"4) (EA: 15.06.1966) aus der mit Inge Meysel und Joseph Offenbach gedrehten, beliebten Reihe "Die Unverbesserlichen" und auch bei den "Hesselbachs" tauchte er auf, mimte in "Herr Hesselbach … und das Mündel"4) (EA: 21.12.1966) als Klaus den Sohn des Stadtrats Dr. Moosbauer (Fritz Strassner), der für das Mündel Biggi (Witta Pohl) sein Studium aufgibt. In der Krimiserie "Sonderdezernat K1" trat er ab der 2. Staffel (1974/75)  als Kriminalobermeister Eberhard Seidel in Aktion, der seine Kollegen, unter anderem Kriminalhauptmeister Arnold Matofski (Gert Günther Hoffmann) und Kriminalhauptmeister Kurt Diekmann (Hubert Suschka), bis zur letzte Folge "Tödlicher Ladenschluss"3) (EA: 10.03.1982) bei den Ermittlungen unterstütze → Die Krimihomepage, Wikipedia. Ringer übernahm Gastrollen in anderen Krimiserien wie wiederholt in "Polizeiinspektion 1", "Der Alte" und "Derrick", aber auch in so genannten "Seifenopern" – so zwischen 1993 und 1995 (70 Folgen: 61–287) als Galerist Peter Sommer in "Marienhof" sowie 1995 in "Jede Menge Leben", wo er in 7 Episoden als TV-Star Theo Walter mitwirkte, in den der Teenagers Mia Grasshoff (Mareike Fell), verliebt ist. Danach sah man ihn unter anderem noch als Georg Starringer, Ehemann der an an Syphilis erkrankten Helga (Lisa Kreuzer) in der Folge "Liebe, längst vergessen"4) (EA; 01.04.1997) aus der Serie "Frauenarzt Dr. Markus Merthin" neben Protagonist Sascha Hehn und als Berthold Meiser in der Story "Der Rosenkavalier" (EA: 15.06.1998) aus der RTL-Serie "Stadtklinik".
An Einzelproduktionen ist unter anderen seine Rolle des Schneidergesellen Labakan, der sich zu Höherem berufen fühlt, in dem Märchenspiel "Der falsche Prinz"4) (EA: 25.12.1967) nach der Novelle "Das Märchen vom falschen Prinzen " von Wilhelm Hauff zu nennen, in dem von Rainer Erler realisierten TV-Film "Plutonium" (EA: 26.06.1978) gehörte Ringer als der Ingenieur zur Besetzung. 
Nach langer Pause vor der Kamera übernahm er zuletzt den Part eines alten blinden Mannes in dem von Jean-Luc Julien unter anderem mit Udo Wachtveitl gedrehten Kurzfilm "Drive" (2011) → filmportal.de, crew-united.com.
 
Ringer arbeitete zudem als Sprecher, die Synchronkartei weist rund 65 Sprechrollen aus. So lieh er unter anderem Chuck Connors als Capt. Owen Kincaide in "Schwaches Alibi" (1954, "Naked Alibi") seine Stimme oder sprach für Fabrizio Moroni (1943 – 2006) das Bandmitglied Mirko in "Vier Fliegen auf grauem Samt" (1971, "Quattro mosche di velluto grigio"). Hinzu kamen etliche Episoden in Serien → synchronkartei.de. Im Hörspielstudio war er eher selten zuz finden, beispielsweise, sprach er den FBI-Mann Dave in dem Krimi-Zweiteiler "Eddie Coyle und seine Freunde"5) nach dem Roman "The friends of Eddie Coyle" von George V. Higgins mit Heinz Meier als Kleinganove Eddie Coyle (EA: 06./13.05.1975; Regie: Heiner Schmidt).
Claus Ringer hat sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit und dem Schauspielgeschäft zurückgezogen. 
 
Siehe auch Wikipedia (mit Filmografie (Auszug),
filmportal.de (Filmografie (Auszug)

Weitere Filme*) mit Claus Ringer
 
Link: 1) theatertexte.de, 2) fernsehserien.de, 3) Die Krimihomepage
4) fernsehserien.de, 5) ARD Hörspieldatenbank
Jochen Schmidt
 
Jochen Schmidt;Copyright Virginia Shue
Foto zur Verfügung gestellt von der
Hamburger Fotografin Virginia Shue
© Virginia Shue
(starfotos@virginia-hamburg.de)
… spielte Ida Rogalskis Sohn Dieter.
 
Geboren am 2. April 1928 in Leipzig,
gestorben 17. Oktober 2001 in Düsseldorf.
 
Nach dem Abitur absolvierte Schmidt ein Schauspiel- und Regiestudium bei Peter Lühr (1906 – 1988) sowie an der "Schauspielschule Smolny-Heerdt" in Leipzig. Anschließend erhielt er 1946 ein Engagement an der "Volksbühne Leipzig", der er vier Jahre lang verbunden blieb; 1950 wechselte Schmidt an die "Städtischen Bühnen Erfurt" und gestaltete dort etliche prägnante Rollen → Auszug bei Wikipedia. In den 1950er Jahren siedelte Schmidt in die Bundesrepublik über, weitere Theaterstationen wurden das "Nordmark-Landestheater Schleswig" (1956–1959), das "Staatstheater Braunschweig" (1959–1961), das Hamburger "Thalia Theater" (1961–1968) sowie die "Städtischen Bühnen" in Münster und die"Städtischen Bühnen" in Freiburg im Breisgau (1968–1970). Danach arbeitete er als freischaffender Schauspieler und Regisseur. Zwischen 1984 und 1986 fungierte er als Oberspielleiter und Vize-Intendant der "Bad Hersfelder Festspiele", 1986 gründete er das Freilichttheater "Schloss Eichhof", das seitdem die zweite Bühne der "Bad Hersfelder Festspiele" ist. Nach dem Tod von Karl Vibach am 10. Juni 1987 übernahm er kurzzeitig die Intendanz der "Bad Hersfelder Festspiele" bis Ende 1987.

Zu Schmidts bedeutenden Theaterinterpretationen zählten beispielsweise als Shakespeare-Interpret die Titelrolle in dem Drama "Heinrich VI." und der Jago in der Tragödie "Othello", weiterhin der Feldprediger in dem Werk "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bertolt Brecht. Seine Vielseitigkeit bewies er zudem verschiedensten Stücken des leichteren Fachs, gab beispielsweise den jüdischen Konfektionär Max Salomon in der Komödie "Durchreise"1) mit dem Untertitel "Die Geschichte einer Firma" von Curth Flatow oder glänze als (Schmierentheater)Direktor Emanuel Striese in dem Schwank "Der Raub der Sabinerinnen" von Franz und Paul von Schönthan.
Als Regisseur brachte er vor allem Stücke des britischen Komödienautoren Alan Ayckborn auf die Bühne, zeichnete aber auch für verschiedenste Opern- und Märcheninszenierungen verantwortlich. In Bad Hersfeld inszenierte er unter anderem 1986 das Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter" von August von Kotzebue und im Folgejahr "Der Parasit"3) nach dem auf der Vorlage von Louis-Benoît Picard fußenden, gleichnmigen Lustspiel von Friedrich Schiller, stand in diesen Stücken auch selbst auf der Festspielbühne.

Sporadisch übernahm Schmidt seit Ende der 1950er Jahre Aufgaben für den Film, erste Erfahrungen vor der Kamera sammelte er mit einem kleinen, ungenannten Part in der von Arthur Maria Rabenalt gedrehten Romanze "Glücksritter" (1957) an der Seite der Protagonisten Barbara Rütting, Paul Hubschmid und Heidemarie Hatheyer. Nach seiner Mitwirkung in der Kino-Komödie "Heute kündigt mir mein Mann" (1963) trat er nun vornehmlich in Fernseproduktione in Erscheinung, zeigte sich mit Episodenrollen in Serien wie "Hafenpolizei", "Gestatten, mein Name ist Cox" oder "Dreizehn Briefe".   Außer seinen durchgehenden Rollen des 1. Offizier Selle in der Serie "Das Ferienschiff" (1968/69) und des Sohnes Dieter in der Serie "Ida Rogalski" (1969/70) sah man Schmidt in den 1970er Jahren in weiteren beliebten Serien wie "Hamburg Transit", "PS – Geschichten ums Auto", "Geschichten aus der Zukunft" oder "St. Pauli-Landungsbrücken". Zudem sind verschiedene ambitionirte TV-Spiele zu nennen, unter der Regie von Rudolf Nussgruber entstand das prominent besetzte Dokumentarspiel "Claus Graf von Stauffenberg"2) (EA: 17.07.1970) mit dem Untertitel "Porträt eines Attentäters" über das gescheiterte Attentat auf Hitler mit Horst Naumann als Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, in dem er den Rittmeister Leonhard von Möllendorf (1918 – 1945) darstellte. Günter Gräwert setzte mit Ferdy Mayne in der Titelrolle des Joseph Fouché (1759 – 1820) das Doku-Spiel "Der Polizeiminister" (EA: 06.11.1970) in Szene und betraute Schmidt mit der Rolle des Politikers/Offiziers Lazare Nicolas Marguerite Carnot (1753 – 1823).  Zur TV-Filmografie gehörten Literaturadaptionen wie "Volpone oder Der Fuchs" (1966; Regie: Hansgünther Heyme → IMDb) nach dem gleichnamigen Werk von Ben Johnson (1572 – 1637) mit Walter Richter als der reiche Kaufmann Volpone ("der Fuchs") und Schmidt als Sohn des von Fritz Rasp dargestellten Eddelmanns Corbaccio ("der Rabe") → siehe auch die Bearbeitung "Volpone" von Stefan Zweig. Bei dem Fernsehspiel "Der Kreidegarten"2)  (EA: 17.06.1973 → fernsehserien.de) nach dem Theaterstück "The Chalk Garden" von Enid Bagnold handelte es sich um die Aufzeichnung einer Inszenierung (Regie: Rainer Antoine) des Tournee-Theaters "Der Grüne Wagen"  mit Ida Ehre als die exzentrische Lady Saint Maugham, an deren Seite er als ihr Diener Maitland glänzte, in dem von Claus Peter Witt nach der gleichnamigen Bühnenvorlage1) von Agatha Christie inszeniertn Krimi "Black Coffee" (EA: 03.08.1973) mit Horst Bollmann als der berühmte Detektiv Hercule Poirot mimte Schmidt den Richard, Sohn des später toten Lord Amery (Ernst Fritz Fürbringer). In dem erfolgreichen, von Eberhard Fechner gedrehten Zweiteiler "Tadellöser & Wolff" (EA: 01./03.05.1975), basierend auf dem autobiografischen, gleichnamigen Roman von Walter Kempowski, gehörte er im 2.Teil mit einem kleinen Part ebenfalls zur Besetzung. Auch beim Dauerbrenner "Tatort" war Schmidt vertreten, in "Nachtfrost" (EA: 30.04.1974; Regie: Wolfgang Petersen) mit Klaus Schwarzkopf als Kommissar Finke kam er als Dr. Lehmann daher sowie in "Freund Gregor" (EA: 01.07.1979; Regie: Jürgen Roland) neben Horst Bollmann als MAD-Oberstleutnant Delius mit einer kleinen Nebenrolle. Letzte Arbeiten vor der Kamera waren unter anderem der Part des Claus van Heren in der siebenteikigen Familiensaga "Konsul Möllers Erben"3) (1983 → IMDb) nach dem Roman von Adolph Wittmaack, der Abt in der Kinosatire "Ossegg oder Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"4) (1987 → filmdienst.de) nach der Novelle "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel" von Hans Traxler mit Jean Pierre Léaud als Prof. Georg Ossegg sowie, nach langer Pause, ein Auftritt als Gustav Beckerath in der Episode "Klaras Opfer" (EA: 14.11.1996) aus der RTL-Serie "Stadtklinik".
 
Darüber hinaus beteiligte sich Jochen Schmidt an Hörspielen, die "ARD Hörspieldatenbank" listet ab Anfang der 1960er bis Mitte der 1990 rund 35 Produktionen, in denen er Rollen übernahm. So sprach er beispielsweise den Friedrich Heinrich von Seckendorff in "Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen"5) nach dem Romanfragment von Heinrich Mann (EA: 10.01.1963; Regie: Gerhard Lippert) mit Volker Brandt (Kronprinz Friedrich, der spätere Preußenkönig Friedrich der Große) und unter anderem Hermann Schomberg (dessen Vater Friedrich Wilhelm I.),  den Henrik in "A hard day's night"5) von Anders Bodelsen (EA: 18.03.1967; Regie: Gert Westphal), den Chefarzt Dr. Lecart in dem Krimi ""Schrecklich, einen Chirurgen zu ermorden""5) von Marcelle de Clerck (1904–2009) alias Jean Marsus (EA: 25.11.1971; Regie: Günter Siebert) sowie zuletzt den Ringo in dem Kinderhörspiel "Warum die Apachen Hüte tragen"5) von (auch Regie) Helmut Peters (EA: 21.01.1996) → Auswahl Hörspiele mit Jochen Schmidt bei Wikipedia.
  
Siehe auch Wikipedia (mit Filmografie (Auszug))

Weitere Filme*) mit Jochen Schmidt
 
Link: 1) theatertexte.de, 2) Die Krimohomepage, 3) deutsches-filmhaus.de,
4) filmportal.de, 5) ARD Hörspieldatenbank

*) Link: Internet Movie Database
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