Amos Burke
Burke's Law
Die amerikanische Krimiserie "Amos Burke" ging in den USA erstmals bei ABC im September 1963 auf Sendung und endete mit insgesamt 81 Folgen im Januar 1966; ein knappes Jahr zuvor hatte die ARD im April 1965 mit der Ausstrahlung von 12 synchronisierten Episoden begonnen, die bis Juni 1966 gezeigt wurden; weitere Folgen waren in Deutschland nicht zu sehen.
Protagonist der Geschichten ist Amos Burke (Gene Barry), der als Polizeichef gemeinsam mit den beiden Kriminalbeamten Detective Tim Tilson (Gary Conway) und Detective Les Hart (Regis Toomey) in Los Angeles spektakuläre Mordfälle löst; später kam noch der weibliche Sergeant Ames (Eileen O'Neill) dazu. Das wäre für eine Krimi-Serie eigentlich nichts besonderes, bemerkenswert ist jedoch, dass der Polizeichef ein Millionär ist, durch seine Eleganz besticht, eigentlich überhaupt keiner geregelten Arbeit nachgehen müsste und sich von seinem Chauffeur Henry (Leon Lontoc) im Rolls Royce zu den jeweiligen Tatorten kutschieren lässt.  
Seine Fälle löst er meist in Kreisen der High Society und der Film- und Fernsehwelt. Burke lebt in einer palastartigen Villa und lässt sich von Chauffeur Henry standesgemäß in einem Rolls Royce zum Tatort fahren. Henry sorgt auch dafür, dass es zu Hause immer pikobello aussieht. Auf Frauen übt Burke eine magische Anziehungskraft aus – und nur zu oft haben seine Romanzen etwas mit dem aktuellen Mordfall zu tun, an dem Burke arbeitet.1) 
Die einzelnen Folgen hatten immer das gleiche Strickmuster, was schon durch die jeweiligen Titel "Who killed…" (gefolgt von dem Namen des jeweiligen Mordopfers), unterstrichen wurde. Die Serie zeichnete sich durch ein ungeheures Aufgebot an Gaststars wie beispielsweise Sammy Davis jr. oder David Niven aus, allein mehr als 60 Hollywoodgrößen gaben sich in den ersten acht Folgen die Klinke in die Hand. Die Figur des "Amos Burke" war in den USA erstmals 1961 innerhalb der Serie "Dick Powell Theatre" (Heute Abend, Dick Powell!) in der Folge "Who killed Julia Greer" aufgetaucht, damals spielte Dick Powell2) den Detektiv.
   
Schon in der ersten spannenden Geschichte "Who Killed Holly Howard?" (Wer hat Holly Howard umgebracht?) bestach Gene Barry mit stets blankpoliertem Schuhwerk als eleganter Ermittler, den er in gewohnter Manier bis zum Schluss spielte. Vielleicht grade deshalb ließ der Reiz der Serie wegen des immer gleichen Schemas bzw. der sich wiederholenden Dialoge mit der Zeit nach. Mit der dritten und letzten Staffel des Originals wurde die Serie in "Amos Burke, Secret Agent" umbenannt und gründlich verändert, von den ursprünglich geplanten 32 Folgen wurden jedoch nur 17 gezeigt. Nun arbeitete Amos Burke als international agierender Spionagespezialist für den Geheimdienst, fuhr immer noch mit dem Rolls Royce durch die Gegend, seine ehemaligen Mitstreiter in Sachen Verbrechensbekämpfung tauchten jedoch nicht mehr auf.
  
Sowohl "Burke's Law" als auch "Amos Burke, Secret Agent" ähnelten vom Typus des Hauptdarstellers her sehr einer anderen Serie, in der Gene Barry bereits die Titelrolle gespielt hatte: In der im Western-Milieu angesiedelten Reihe "Bat Masterson", die in den USA zwischen 1958 und 1961 über die Bildschirme flimmerte, mimte er 108 Folgen lang den Dandyhaften und lässig-eleganten Gesetzeshüter Bat Masterson2), der in Amerika zwischen 1853 (oder 1856) bis 25. Oktober 1921 gelebt hatte und unter anderem als Büffeljäger und U.S. Marshal berühmt geworden war.
1994 wurde "Burke's Law" wieder aus der Versenkung geholt und Gene Barry ging als gereifter, inzwischen über 70-jähriger "Amos Burke" und Chef der Mordkommission 27 Folgen lang erneut mit Charme und Witz in Beverly Hills auf Verbrecherjagd – immer noch mit Chauffeur Henry (diesmal gespielt von Danny Kamekona3)) und dem obligatorischen silbernen Rolls Royce. Unterstützt wird er von Sohn Peter (Peter Barton3)), der als lässiger Student der Kriminologie über die modernsten Erkenntnisse in Sachen Mord verfügt. Das Remake der Detektivserie aus den 60er Jahren setzt die Abenteuer von Amos Burke, einem erfahrenen Police Officer und Millionär in L.A., fort. Burke liegt die Damenwelt zu Füßen, doch er würde niemals eine Affäre mit einer Frau beginnen, die in einen Fall verwickelt ist – so lautet "Burkes Gesetz"!  (Quelle: www.kabeleins.de) Bei uns zeigte RTL zwischen März und Mai 1995 zunächst neun dieser Episoden unter dem Titel "Burkes Gesetz", ab Februar 1998 kamen weitere 18 Storys hinzu.

Siehe auch www.tvder60er.de, fernsehserien.de
Weitere Links bei ww.wunschliste.de

1) Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf, Der neue Serien-Guide (Bd. 1, S. 151)
Link: 2) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch)

Die Hauptakteure
Gene Barry … spielte den eleganten Amos Burke.
 
Geboren am 14. Juni 1919 als Eugene Klass in New York,
gestorben am 9. Dezember 2009 in Woodland Hills (Kalifornien, USA).

Der Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie zeichnete sich schon früh durch sein musikalisches Talent aus und sollte eigentlich Geiger werden, außerdem bestach er mit seiner wunderschönen Bariton-Stimme. Während seiner Zeit in der High School trat er als Sänger in Nightclubs und bei örtlichen Veranstaltungen auf, nach seinem Abschluss bekam er Engagements bei VarietÚ-Bühnen und beim Rundfunk, erregte am Broadway erste Aufmerksamkeit in dem Musical "Catherine Was Great" (1944) mit der legendären Mae West1); bei dieser Gelegenheit lernte er auch seine spätere Frau Betty Claire Kalb kennen, die unter dem Künstlernamen Julie Carson auftrat.
Bis Ende der 1940er Jahre agierte Gene Barry, der den Nachnamen "Barry" in Erinnerung an sein Idol, den berühmten Schauspieler John Barrymore1) (1882 – 1942) gewählt hatte, in verschiedensten Theaterstücken und Musicals auf, ohne dass ihm der Durchbruch zum populären Darsteller gelang. 1950 tauchte der Schauspieler dann erstmals mit einer kleinen Rolle in einer TV-Serie auf, weitere Fernsehproduktionen und eher unbedeutende Kinofilme wie "The Atomic City"2) (1952, Die Stadt der tausend Gefahren), "Those Redheads from Seattle" (1953) oder "Alaska Seas" (1954, Weißer Tod in Alaska) schlossen sich an, in denen er nicht einmal mit seiner wunderschönen Stimme brillieren konnte. Der einzige Streifen, wo seine Sangeskunst gefragt war, hieß "Red Garters" (1954), beim Publikum kam der Film jedoch nicht an. Barrys einzige beachtenswerte Rolle jener Zeit war der Wissenschaftler Dr. Clayton Forrester in dem Science-Fiction-Abenteuer "The War of the Worlds"3) (1953, Kampf der Welten), das Byron Haskin nach dem Kultroman von H.G. Wells gedreht hatte.
Ab 1958 verkörperte Barry den legendären Bat Masterson3) in der gleichnamigen TV-Serie3), avancierte damit zum Inbegriff eines höflichen, geschniegelten Western-Gentlemans und verkörperte auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder den eleganten, weltgewandten Typus, obwohl er nach dem Ende der erfolgreichen Reihe im Jahre 1961 eigentlich keinen Serienhelden mehr spielen wollte. Doch schließlich ließ er sich zur ▄bernahme der Titelrolle in der Krimi-Serie "Amos Burke" überreden, welche ihm einen "Golden Globe" einbrachte. Ein weiterer Part, ganz seinem Image entsprechend, war 1971 unter der Regie von Steven Spielberg der Verlegermagnat Glenn Howard in der Episode "Los Angeles 2017" aus der Fernsehserie "The Name of the Game".
In den 1970ern mimte Gene Barry den gefeierte Filmstar und Geheimagenten Gene Bradley in der britischen Spionageserie "The Adventurer"3) (1973, Gene Bradley in geheimer Mission), trat in den folgenden Jahrzehnten eher sporadisch in verschiedensten Fernsehproduktionen auf. Vielmehr konzentrierte er sich wieder verstärkt auf seine Arbeit am Theater, spielte – oft mit seiner Frau als Partnerin – in vielen erfolgreichen Produktionen. Auch seine Karriere als Sänger ließ er wieder aufleben, trat beispielweise 1983 am Broadway in der Bühnenfassung des Ende der 1970er gedrehten Films "La Cage aux folles"3) (1978, Ein Käfig voller Narren) auf und erhielt für seine Leistung eine Nominierung für den "Tony Award"3) als "Bester Darsteller".
Nach der Neuauflage von "Burke's Law" in den 1990er Jahren zog sich der Schauspieler weitgehend vom Filmgeschäft zurück, zuletzt war er als Großvater in Steven Spielbergs H.G. Wells-Remake "War of the Worlds"3) (2005, Krieg der Welten) gemeinsam mit seiner ehemaligen Partnerin Ann Robinson3) zu sehen, die in der Anfang der 1950er Jahre gedrehten Fassung die weibliche Hauptrolle gespielt hatte.

Fast 60 Jahre führte Gene Barry mit seiner Frau Betty, die er am 22. Oktober 1944 geheiratet hatte, eine glückliche Ehe; am 31. Januar 2003 verstarb Betty Claire Kalb. Aus der Verbindung stammen zwei gemeinsame Kinder sowie eine Adoptivtochter. Der 1946 geborene Sohn Michael Lewis Barry wurde ein renommierter Regisseur und Drehbuchautor, Frederick James Barry erblickte 1953 das Licht der Welt und Tochter Elizabeth (Liza) komplettierte 1967 die Familie.
Die letzte Ruhe fand Gene Barry an der Seite seiner Ehefrau auf dem "Hillside Memorial Park" in Culver City (Los Angeles County) → www.findagrave.com.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Gene Barry
 
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Filmlexikon, 3) Wikipedia

Leon Lontoc … spielte den Chauffeur Henry.
 
Geboren am 20. Februar 1908 in Manila (Philippinen),
gestorben am 22. Januar 1974 in Los Angeles (Kalifornien).
 
Weitere Filme*) mit Leon Lontoc
Regis Toomey … spielte den Detective Les Hart.
 
Geboren am 13. August 1898 als John Regis Toomey in Pittsburgh (Pennsylvania),
gestorben am 12. Oktober 1991 in Woodland Hills (Los Angeles).

Regis Toomey, der anfangs Rechtsanwalt werden wollte, ließ sich an der Universität seiner Geburtsstadt zum Schauspieler ausbilden, avancierte langsam aber stetig zu einem renommierten Darsteller, der sich vor allem als Sänger auf der Musicalbühne einen Namen machte. Während einer Tournee in Großbritannien erkrankte Toomey an einer Kehlkopfentzündung, die ihn über seine weitere Karriere nachdenken ließ. Er wechselte zum Film, trat in den folgenden Jahrzehnten in fast 200 Kinoproduktionen auf. Sein Leinwanddebüt hatte der Schauspieler 1929 mit einem kleinen Part in dem Streifen "Alibi"1) (Alibi – Achtung! ▄berfallskommando New-York!) gegeben, mit der Zeit wurden die Aufgaben größer und Toomey entwickelte sich zu einem vielbeschäftigten Charakterdarsteller, der an der Seite von Kinostars wie Clara Bow, Constance Bennett oder Barbara Stanwyck zu sehen war. Vor allem Krimis und Abenteuerfilme waren sein Metier, doch ab Ende der 1940er Jahre begann seine Popularität beim Kinopublikum nachzulassen und Toomey fand ein neues Betätigungsfeld beim Fernsehen. Die Figur des erfahrenen Ermittlers Les Hart in der Krimiserie "Burke's Law" ist nur eine von vielen Rollen in weiteren TV-Produktionen, noch mit über 80 Jahren stand der Schauspieler vor der Kamera.
Als Regis Toomey mit 93 Jahren eines natürlichen Todes verstarb, gehörte er zu denjenigen, die sich durch eine lange, solide Karriere als Filmschauspieler ausgezeichnet hatten – auch wenn ihm der Durchbruch zum Topstar nie gelungen war.
Toomey, der zum engeren Freundeskreis von Ronald and Nancy Reagan gehörte, war seit 1925 mit Kathryn Scott verheiratet; aus der Verbindung stammen zwei Kinder.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Regis Toomey
 
Link: 1) Wikipedia
Gary Conway … spielte den Detective Tim Tilson.
 
Geboren am 4. Februar 1936 als Gareth Monello Carmody in Boston (Massachusetts).

Gary Conways Familie war Ende der 1940er Jahre nach Los Angeles gekommen, Vater John Carmody war Beamter in der Schulverwaltung, Mutter Vera Lehrerin. Schon früh zeigte sich bei Sohn Gary eine künstlerische Ader, nach seinem Schulabschluss studierte er zunächst acht Jahre lang Malerei und Kunstgeschichte, belegte dann jedoch Theaterkurse an der "University of California" in Los Angeles und machte in diesem Fach 1958 sein Diplom; das Studium finanzierte der athletische junge Mann zeitweise als Fotomodell.
Bereits während seiner Zeit an der Universität trat Conway als Darsteller bei Studentenaufführungen in Erscheinung und stand für einige B-Movies wie "I Was A Teenage Frankenstein" (1957, Frankensteins Tod) vor der Kamera. Nach seinem Armeedienst ging er zunächst als Sprecher zum Rundfunk, erhielt dann einige kleinere Rollen in TV-Serien wie "Maverick" und "77 Sunset Strip". Die Figur des jungen Ermittlers Tim Tilson in "Burke's Law" wurde dann mit 66 Folgen seine erste durchgehende Rolle in einer Fernsehserie. Selbst zum Serienheld wurde er dann 1968 mit der Hauptrolle des Captain Steve Burton in der Science-Fiction-Serie "Land of the Giants"1) (Planet der Giganten), den er 51 Episoden lang bis 1970 spielte.
In den nachfolgenden Jahrzehnten stand Gary Conway nur noch sporadisch vor der Kamera, arbeitete als Drehbuchautor und versuchte sich auch als Produzent und Regisseur; zuletzt setzte er den Film "Woman's Story" (2000) in Szene, zu dem er auch das Drehbuch geschrieben hatte. Als ausgebildeter Innenarchitekt war er ebenso erfolgreich wie als Maler, veröffentlichte unter anderem das Buch "Art of the Vineyard" mit vielen seiner Gemälde.

Bereits während seiner Studentenzeit hatte Gary Conway seine spätere Frau Marion McKnight2) kennengelernt, die 1957 zur "Miss America" gewählt wurde; ein Jahr später trat das Paar vor den Traualtar, aus der Verbindung stammen die Kinder Kathleen und Gareth. Gemeinsam mit seiner Frau Marion wurde der Schauspieler übrigens einer der erfolgreichsten kalifornischen Weingutbesitzer auf einem Anwesen in der Nähe von Paso Robles.
 
Siehe auch Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Gary Conway
 
Link: 1) fernsehserien.de, 2) Wikipedia (englisch)

*) Link: Internet Movie Database
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