77 Sunset Strip
Die amerikanische Krimiserie "77 Sunset Strip" gilt wohl als der Klassiker des Genres und war mit 206 Folgen eine der erfolgreichsten. Am 16. April 1957 gingen die beiden Ex-Agenten Stuart "Stu" Bailey (Efrem Zimbalist Jr.) und Jeff Spencer (Roger Smith) in der einstündigen Pilotsendung "Anything for money" auf Verbrecherjagd. Beide arbeiten nun als Privatdetektive in Hollywood, Stützpunkt ihrer Aktionen ist der "77 Sunset Strip" in Los Angeles, von wo aus sie ihre Ermittlungen vornehmlich in der High Society von Hollywood starten. Ein weiterer Protagonist ist Gerald Lloyd Kookson III, genannt "Kookie" (Ed Byrnes), der vom anfänglichen Parkplatzwächter des benachbarten Nobel-Restaurants "Dino's" bald zum unverzichtbaren Assistenten des Detektiv-Duos wird. Nicht zuletzt wegen dieser etwas leicht schrägen Figur wurde die Reihe so populär, der smarte, attraktive "Kookie" geriet zum heimlichen Star der Serie, der seine Beliebtheit in Deutschland auch der exzellenten Synchronisation durch Hans Clarin1) verdankte, der dem "Kookie" seine selbst erdachte, berühmt gewordene kieksige Stimme verpasste. Dann ist da noch der in die Jahre gekommene Roscoe (Louis Quinn) zu nennen, dessen Leidenschaft Pferdewetten sind und der ganz gute Kontakte zur Unterwelt hat; weiterhin bringt die attraktive, wenn auch etwas dümmliche französische Suzanne Fabray (Jacqueline Beer) als Sekretärin und Telefonistin des Detektivbüros eine leicht erotische Komponente ins Spiel. Lieutnant Gilmore (Byron Keith2)) ist oft hilfreich, wenn bei der Lösung komplizierter Fälle Kontakte zur Polizei notwendig werden. Detektiv Rex Randolph (Richard Long3)) trat erst ab der 3. Staffel auf den Plan, nachdem die Serie "Bourbon Street Beat"3) (New Orleans, Bourbon Street) nach knapp 40 Folgen eingestellt worden war, in der er ebenfalls den Ermittler Rex Randolph gemimt hatte.
 
Die spannenden Geschichten wurden von der ARD erstmals am 11. Januar 1960 ausgestrahlt, allerdings kamen die deutschen Zuschauer bis März 1966 nur in den Genuss von 61 synchronisierten Folgen zu je 45 Minuten; bis in jüngere Zeit brachten verschiedene Sender diverse Wiederholungen. Die Serie basierte ursprünglich auf drei Geschichten von Roy Huggins, die in Zeitschriften abgedruckt wurden: "Death and the skylark" (1952), "Appointment with fear" (1956) und "Now you see it" (1956). … Während der Laufzeit von "77 Sunset Strip" gab es immer wieder Episoden mit Stars aus den Serien "Hawaiian Eye" und "Surfside Six" (Quelle: www.kabeleins.de). Roy Huggins2) (1914 – 2002) war übrigens auch der Autor so populärer TV-Serien wie "Auf der Flucht"1) (Dr. Kimble), "Rockford"1) und "Maverick"1).

Bereits mit der Titelmusik, die von Mack David3) und Jerry Livingston3) stammte, wurde das Publikum auf spannende Fernsehunterhaltung um das Detektiv-Duo Stuart Bailey und Jeff Spencer eingestimmt; der stets elegante und höfliche Stuart ist ein ehemaliger Offizier des Geheimdienstes und zeichnet sich durch seine Bildung und Sprachkenntnis aus, Partner Jeff hatte Jura studiert und als Untercover Geheimagent gearbeitet und ist wie Stuart Judo-Experte. Der smarte Stuart Bailey ist ein Frauenheld, in vielen Szenen ist er bei seiner Jagd nach Mördern oder sonstigen Straftätern von kurvenreichen Verdächtigen umgeben. Den Reiz der Serie machten nicht allein die kriminalistisch-hartgesottenen Geschichten aus, vielmehr war es grade der Witz, mit dem die Reihe daher kam. "Kookie" sorgte mit seinen Mätzchen und seinem Yuppie-Slang für den notwendigen Unterhaltungswert, wurde von seinen jungen weiblichen Fans geradezu angehimmelt und kann wohl als Pop-Idol jener Jahre bezeichnet werden. "Kookie" stand mit seiner gestylten Haar-Tolle und dem im Beat-Rhythmus schnippenden Fingern für die Rock'n Roll-Generation, die deutsche Synchronisation trug dem Rechnung und legte ihm Worte wie "Wuchtbrumme" und "Steiler Zahn" in den Mund. Aufgrund seiner immensen Popularität wurde die Rolle des "Kookie" auf Drängen von Ed Byrnes im Verlauf der Serie ausgebaut – der coole Parkplatzwächter stieg zum clownesken Assistenten des Detektiv-Duos auf und stellte diese bald in den Schatten. Ob der Song "Kookie, Kookie, lend me your comb!" (Kookie, leih mir mal den Wagen) die Macher später bei "Derrick" zu "Harry, hol schon mal den Wagen" inspirierte, kann nicht bewiesen werden; Ed Byrnes brachte den Song 1958 übrigens mit Connie Stevens als Platte auf den Markt und konnte damit sogar die Charts erobern.

Als die Zuschauerresonanz 1963 allmählich nachließ, versuchte man die Serie zu retten, William Conrad3) (1920 – 1994), der in den 1970ern als schwergewichtiger Detektiv "Cannon"1) Furore machte, übernahm die Regie und produzierte die 6. Staffel gemeinsam mit Jack Webb3). Von dem ursprünglichen Team blieb nicht mehr viel übrig, nur noch Efrem Zimbalist Jr. alias Stuart Bailey ging auf Verbrecherjagd. Als freiberuflicher Ermittler jagte er nun rund um die halbe Welt und befasste sich mit internationalen Spionagefällen, konnte jedoch (oder grade deshalb) den Niedergang der Serie nicht aufhalten. Ohne den gewohnten Handlungsrahmen am "Sunset Strip" und vor allem dem Publikumsliebling "Kookie" war der Misserfolg vorprogrammiert; die Episoden dieser Staffel, die in den USA im Februar 1964 ausliefen, wurden in Deutschland nie ausgestrahlt.

Siehe auch www.tvder60er.de, www.tv-nostalgie.de, Wikipedia, fernsehserien.de
Weitere Links bei www.wunschliste.de

Link: 1) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia (englisch), 3) Wikipedia (deutsch)

Die Hauptakteure
Efrem Zimbalist Jr. … spielte den Detektiv Stuart Bailey.
 
Geboren am 30. November 1918 in New York,
gestorben am 2. Mai 2014 in Solvang (Kalifornien).
 
Kurzbiografie zu Efrem Zimbalist Jr. innerhalb dieser Homepage.
 
Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Efrem Zimbalist Jr.
Roger Smith … spielte den Detektiv Jeff Spencer.
 
Geboren am 18. Dezember 1932 als Roger LaVerne Smith in South Gate (Kalifornien),
gestorben am 4. Juni 2017 in Sherman Oaks (Kalifornien).

Schon im zarten Alter von sechs Jahren wurde Roger Smith von seinen Eltern auf eine Schule geschickt, wo er in professionellem Gesang, Tanz und Spracherziehung unterrichtet wurde, später, als die Familie 1945 nach Nogales, einer Kleinstadt nahe der mexikanischen Grenze in Arizona, umzog, begann der damals Zwölfjährige mit dem Theaterspielen bei Schüleraufführungen. Nach der High School begann Smith ein Studium an der "University of Arizona" in Tucson, machte bei verschiedenen Amateurgruppen mit und gewann einige Talentwettbewerbe als Sänger und Musiker, die ihm schließlich 1948 einen Auftritt in der TV-Sendung "Ted Mack & the Original Amateur Hour" einbrachte. Während seiner Armeezeit in Hawaii lernte Smith die Filmlegende James Cagney kennen, Cagney war von dem attraktiven jungen Mann so angetan, dass er ihm riet, sein Glück in Hollywood zu versuchen.
Mitte der 1950er Jahre erhielt der angehende Schauspieler erste kleine Rollen in TV-Produktionen sowie einen Vertrag von "Columbia Pictures", trat 1957 an der Seite von Protagonist James Cagney in dem Biopic "Man of a Thousand Faces"1) (Der Mann mit den 1000 Gesichtern) über den Gruselschauspieler Lon Chaney2) auf, Wenig später war er in Kinofilmen wie "No Time to Be Young" (1957), "Operation Mad Ball"1) (1957, Selten so gelacht), "Crash Landing" (1958) sowie dem Lustspiel "Auntie Mame"1) (1958, Die tolle Tante; mit Rosalind Russell) zu sehen; eine erneute Zusammenarbeit ergab sich mit Cagney in der musikalischen Tragikkomödie "Never Steal Anything Small" (1959).
Zu dieser Zeit war Roger Smith schon gut im Geschäft, hatte Auftritte in populären TV-Serien wie "Father Knows Best" (Vater ist der Beste) oder "Wagon Train" hinter sich und spielte seit einiger Zeit den Ermittler Jeff Spencer in der populären Krimi-Reihe "77 Sunset Strip".
Noch während der Dreharbeiten hatten die Ärzte bei Smith ein Blutgerinnsel im Gehirn diagnostiziert, die ihm eine weitere Arbeit an der Serie unmöglich machten. Bis Ende der 1960er Jahre trat der Schauspieler noch sporadisch in einigen TV-Produktionen auf, zog sich dann aber wegen fortschreitender gesundheitlicher Probleme – Smith war 1965 an einer schweren Muskelschwäche ("Myasthenia Gravis") erkrankt – endgültig vom Filmgeschäft zurück; seit Mitte der 1980er Jahre stabilisierte sich sein Gesundheitszustand.

Roger Smith war seit 1956 in erster Ehe mit der australischen Schauspielerkollegin Victoria Shaw2) (1935 – 1988) verheiratet, 1965 endete die Beziehung trotz dreier gemeinsamer Kinder vor dem Scheidungsrichter; Tochter Tracey wurde am 3. Juli 1957 geboren, Sohn Jordan kam am 4. Oktober 1958 zur Welt, gefolgt von Sohn Dallas (geb. 23.12.1961). Seine zweite Ehe ging Smith am 8. Mai 1967 mit der Schauspielerin und Sängerin Ann-Margret2) ein, seither war er als Produzent und Manager für seine Frau tätig.
 
Siehe auch Wikipedia, Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Roger Smith
 
Fremde Links: 1) Filmlexikon, 2) Wikipedia 
Edward Byrnes … spielte den legendären "Kookie".
 
Geboren am 30. Juli 1933 als Edward Byrne Breitenberger in New York.

Edward "Edd" Byrnes wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hatte keine besonders glückliche Jugend. Seine Mutter versuchte ihn, Bruder Vincent und Schwester Jo-Ann mit diversen Jobs durchzubringen, ihr alkoholkranker Mann war meist nicht in der Lage, die Familie zu ernähren; als Edd dreizehn Jahre alt war, fand man den Vater tot in einem Keller auf.
Seither verzichtete der Junge auf seinen Nachnamen und nannte sich nur noch Edward Byrnes, auch im Andenken an seinen Großvater mütterlicherseits, den er sehr verehrte.
Um dem tristen Alltag zu entkommen, flüchtete sich Edd in die Welt der Kinohelden, trieb viel Sport und wurde schließlich wegen seiner athletischen Figur selbst für den Film entdeckt.
Mitte der 1950er Jahre war er nach Los Angeles gegangen und ergatterte einige kleinere Rollen beim Fernsehen sowie in eher belanglosen Kinostreifen. Der Durchbruch zum Star gelang ihm mit der Figur des "Kookie" in der TV-Serie ""77 Sunset Strip". Über Nacht wurde Byrnes zum Teenager-Idol, in nur einer Woche soll er mehr als 15.000 Fan-Briefe erhalten haben, seine Single "Kookie, Kookie, Lend Me Your Comb" mit Connie Stevens1) kletterte bis in die Top 5 der Charts.
Privat verkraftete Byrnes den schnellen Erfolg nicht, er begann zu trinken und soll auch Drogen genommen haben, nach dem Ende der Serie spielte er in einigen B-Movies und anderen populären Fernsehreihen wie ""Burke's Law" (Amos Burke), doch mit nur 30 Jahren war seine Karriere nahezu beendet. Bis Ende der 1990er Jahre trat Byrnes noch sporadisch in verschiedenen TV-Produktionen auf – den Ruhm, den er als "Kookie" geerntet hatte, erreichte er nicht mehr.

1962 hatte der Schauspieler seine langjährige Freundin Asa Maynor geheiratet, Mitte September 1965 wurde Sohn Logan geboren. Sechs Jahre später endete die Beziehung 1971 vor dem Scheidungsrichter, danach ging das ehemalige Teenie-Idol keine weitere Ehe mehr ein.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Edward Byrnes
 
Link: 1) Wikipedia
Louis Quinn … spielte den leidenschaftlichen Pferdewetter Roscoe.
 
Geboren am 23. März 1915 im US-Staat Illinois,
gestorben am 14. September 1988 in Los Angeles (Kalifornien) an Krebs.
 
Siehe auch Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Louis Quinn
Jacqueline Beer … spielte die Sekretärin Suzanne Fabray.
 
Geboren am 14. Oktober 1932 in Paris (Frankreich).

Die ehemalige "Miss France" (1954) zog sich Ende der 1960er Jahre vom Filmgeschäft zurück, spielte lediglich 1979 noch einmal eine kleine Rolle in dem TV-Mehrteiler "The French Atlantic Affair"1) (Victor Charlie ruft Lima Sierra).
1991 ehelichte sie den berühmten norwegischen Forscher und Abenteurer Thor Heyerdahl1), der unter anderem durch seine im Jahre 1947 durchgeführte "Kon-Tiki"-Expedition weltbekannt wurde. Sie wurde seine Assistentin und machte sich auch als Fotografin einen Namen. Seit dem Tod ihres Mannes am 13. April 2002 ist Jacqueline Beer aktiv für das "Thor Heyerdahl Research Centre" im britischen Aylesbury tätig.
 
Siehe auch Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Jacqueline Beer
 
Link: 1) Wikipedia
*) Link: Internet Movie Database
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