Neuigkeiten 2020

  
12.2020 Updates / Ergänzungen
31.12.2020 Am 31. Dezember 2020 starb, einen Tag nach seinem 93. Geburtstag, der französische Schauspieler und Regisseur Robert Hossein in der Gemeinde Essey-lés-Nancy1) an den Folgen einer COVID19-Infektion1). Berühmt und über die Theaterszene hinaus bekannt wurde er vor allem mit der Figur des mysteriösen Jeoffrey, Comte de Peyrac, und Liebhaber von Titelheldin Michèle Mercier1) in den vier "Angélique"1)-Filmen (1963–1967) nach der Roman-Reihe1) von Anne Golon1). Weitere Rollen spielte er beispielsweise als René Brunel neben seiner damaligen ersten Ehefrau Marina Vlady in der modernisierten Dostojewski-Verfilmung "Schuld und Sühne"2) (1956, "Crime et châtiment"). Oft wurde er als Gangster oder zwielichtige Charaktere besetzt, ein Rollenprofil, das er als Priester Jean Rastaud neben der jungen Claude Jade1) in dem bewegenden Résistance- und Zölibatsdrama "Der Abbé und die Liebe" (1973, "Prêtres interdits") erstmals hinter sich ließ. Neben künstlerischen Filmen wie diesem war er beispielsweise 1981 als Kommissar Rosen der Gegenspieler von Jean-Paul Belmondo in dem Action-Streifen "Der Profi" ("Le Professionnel"). Etliche Kinoproduktionen trugen seine Handschrift, wobei seine Regie-Arbeiten öfter vom Film noir1) beeinflusst waren. Hossein, der in seiner sieben Jahrzehnte währenden Karriere in über 100 Filmen mitspielte, blieb bis zuletzt ein bedeutender kultureller Botschafter des französischen Theaters; zwischen 2000 und 2008 leitete er als Direktor das "Théâtre Marigny", übernahm aber immer mal wieder sporadisch Aufgaben für Film und Fernsehen. Die "Süddeutsche Zeitung" (sueddeutsche.de) schrieb unter anderem in einem Nachruf "Von den 80er Jahren an entwickelte Hossein eine Vorliebe für spektakuläre Inszenierungen, mit denen er ein möglichst breites Publikum anziehen wollte. So setzte er etwa das Musical "Les Misérables"1) nach dem Roman "Die Elenden"1) von Victor Hugo1) oder "Notre-Dame de Paris" (Anm.: nach "Der Glöckner von Notre-Dame"1)) in Szene. Sein Motto dabei lautete: "Theater, wie man es nur im Kino sehen kann."
 
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23.12.2020 Am 22. Dezember 2020 starb im Alter von 84 Jahren der französische Schauspieler Claude Brasseur. Er gehörte zu den bekanntesten Darstellern des französischen Kinos und wurde in Deutschland vor allem durch die Komödien "Ein Elefant irrt sich gewaltig"1) (1976, "Un éléphant ça trompe énormément") und "La Boum – Die Fete" (1980) bekannt, der 1982 mit "La Boum 2 – Die Fete geht weiter"1) eine Fortsetzung folgte. Der im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine1) als Sohn des Schauspieler-Ehepaares Pierre Brasseur1) (1905 – 1972, eigentlich Pierre-Albert Espinasse) und Odette Joyeux1) (1914 – 2000) geborene Künstler wirkte seit den 1950er Jahren in mehr als 150 Film- und Fernsehproduktionen mit und stand noch im hohen Alter vor der Kamera. Zuletzt spielte er in der Liebeskomödie "Liebe bringt alles ins Rollen"1) (2018, "Tout le monde debout") als Vater des Protagonisten und Schürzenjägers Jocelyn (Franck Dubosc1)) mit. Claude Brasseur, Vater des 1971 geborenen Schauspielers Alexandre Brasseur, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1980 mit dem französischen Filmpreis "César"1) als "Bester Schauspieler" in dem gesellschaftskritischen Krimi "Der Polizeikrieg"2) (1980, "La guerre des polices"). Einen "César" als "Bester Nebendarsteller"1) erhielt er für den Publikumshit "Ein Elefant irrt sich gewaltig" mit Jean Rochefort sowie für die Komödie "Der große Angeber"1) (1976, "Le grand escogriffe") mit Yves Montand.
DER SPIEGEL titelte in einem Nachruf: "Ein Kino-Ritter von zerknautschter Gestalt. Mal grimmig, mal elegant: Der Schauspieler Claude Brasseur verkörperte die Rolle des französischen Jedermann – und wurde auch durch seichte Kinohits wie "La Boum" ein prägendes Gesicht des Kinos." → spiegel.de; weitere Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, www.zeit.de
 
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04.12.2020 Am 3. Dezember 2020 starb, wenige Tage vor ihrem 83. Geburtstag, in Berlin die Schauspielerin Jutta Lampe1). Als Peter Stein1) 1970 in Berlin an die "Schaubühne am Halleschen Ufer"1) ging, war Jutta Lampe eine der ersten Schauspielerinnen des legendären Ensembles. Dort war sie fast drei Jahrzehnte lang lang tätig und arbeitete – außer mit Stein –– mit so bedeutenden Theaterregisseuren wie Klaus Michael Grüber1), Luc Bondy1) und Robert Wilson1) zusammen. Am 4. Januar 2009 war Jutta Lampe am "Schauspielhaus Zürich"1) mit dem Part der Heilsarmee-Generalin in ihrer letzten Theaterpremiere zu erleben. Das von Peter Zadek1) in Szene gesetzte Stück "Major Barbara" von George Bernard Shaw1) war zugleich auch Zadeks († 30.07.2009) letzte Arbeit für das Theater. Auf der Leinwand feierte Jutta Lampe vor allem in Filmen der Regisseurin Margarethe von Trotta Erfolge, so als Maria Sundermann in "Schwestern oder Die Balance des Glücks"1) (1979) – hierfür erhielt sie das "Filmband in Gold"1) –, als Juliane in "Die bleierne Zeit"1) (1981) und als gealterte Ruth Weinstein in "Rosenstraße"1) (2003). Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin, unter anderem mit dem "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" (1989), dem "Theaterpreis Berlin"1) (1992), dem "Gertrud-Eysoldt-Ring"1) (1998) und dem "Joana-Maria-Gorvin-Preis"  der "Berliner Akademie der Künste"1) (2010), war von 1967 bis 1984 mit Regisseur Peter Stein verheiratet, der sie als Schauspielerin 1964 am "Theater Bremen"1) entdeckt hatte und ihre berufliche Hingabe später als "quasi religiös" bezeichnete. Seit geraumer Zeit hatte sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, laut Medienberichten litt sie an Altersdemenz. Im Nachruf der "Schaubühne" heißt es: "Wer Jutta Lampe einmal gehört hat, wird ihre Sprachmelodie nicht vergessen, die gedankliche Schärfe, mit der sie Texte zum Leben erweckte, wer sie einmal sah, die Grazie nicht, mit der sie und mit ihr zusammen alle Beteiligten die Bühne zu einer Welt, zu einem Raum werden ließen, der Erkenntnis forderte und Fantasie zuließ – einen Raum, den es nur geben kann, wenn sich in einem Theater Menschen versammeln, um ein Theaterstück zu sehen." → Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei sueddeutsche.de, www.spiegel.de, www.welt.de, www.zeit.de, www.nachtkritik.de, www,br.de
 
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03.12.2020
Buchcover: "Im Herzen Gaukler. Armin Mueller-Stahl – Ein Leben vor der Kamera"; Abbildung Buchcover mit freundlicher Genehmigung von "Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH" Anlässlich des 90. Geburtstags (17.12.2020) von Armin Mueller-Stahl erschien von dem Filmhistoriker und Filmpublizisten Frank-Burkhard Habel bereits am 20. November 2020 im Verlag "Neues Leben" das Buch "Im Herzen Gaukler. Armin Mueller-Stahl – Ein Leben vor der Kamera", mit dem der Autor den Werdegang des Multitalents nachzeichnet und zeigt, wer der Mann ist, der Hollywood wie seine Westentasche kennt und doch nichts so sehr liebt wie die heimische Ostsee. Auf der Buchdeckel-Rückseite kann man lesen: "In der DDR geliebt – Im Westen verehrt – In Hollywood ein Star: Er ist Musiker, Schriftsteller, Maler, war Clown und Chansonnier mit eigenen Liedern. Weltbekannt wurde der gelernte Konzertgeiger Armin Mueller-Stahl aber als Schauspieler – erst am Theater, bald auch im Film. Sein Komödiantentum, sein zweifelnder und zugleich warmherziger Blick und nicht zuletzt seine sonore Stimme machen ihn von Anfang an zum Publikumsliebling. Der Filmhistoriker F.-B. Habel zeichnet Armin Mueller-Stahls überaus erfolgreichen Weg vor und hinter der Kamera nach und lässt ihn selbst zu Wort kommen. Dabei nimmt er den Leser mit auf eine packende Reise durch die Welt des deutschen und internationalen Films."
Und bei presseportal.de wird vermerkt: "Armin Mueller-Stahl selbst ist höchst beeindruckt von diesem Buch. Denn nicht einmal er kann sich noch an alle Filme erinnern, in denen er mitgewirkt und die der Filmhistoriker Frank-Burkhard Habel hier zusammengetragen hat. Aber natürlich weiß er noch, wie er damals mit Manfred Krug von der Schauspielschule flog, sich von Fidel Castro1) Freundin und Cadillac lieh oder mit Robin Williams1) im Privatjet zum Dreh düste … Nun inspiriert von den aufkommenden Erinnerungen, erzählt er uns Mueller-Stahl davon – in seinem unnachahmlichen Ton. Armin Mueller-Stahl ist eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Schauspielern. Sein Komödiantentum, sein mimisches Spiel und die Aura bedeutungsvoller Unscheinbarkeit, die ihn stets herausgehoben haben, findet man so kein zweites Mal in unserer Filmlandschaft. Gedreht hat er mit den Größen seines Fachs, von Frank Beyer1) über Rainer Werner Fassbinder1) oder Heinrich Breloer1) bis zu Jim Jarmusch1)." → www.eulenspiegel.com
  
Abbildung Buchcover mit freundlicher Genehmigung von "Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH"
11.2020 Updates / Ergänzungen
  • 30.11.2020: Burt Lancaster † (neu: Ergänzung Filmografie, Auszeichnungen)
  • 27.11.2020: Sir Peter Ustinov † (neu: Ergänzung Filmografie, Fotos, Auszeichnungen)
  • 25.11.2020: Richard Burton † (neu: Ergänzung Filmografie, Fotos, Auszeichnungen)
  • 25.11.2020: Vanessa Redgrave (neu: Auszeichnungen)
  • 24.11.2020: Walter Matthau † (neu: Ergänzung Filmografie, Fotos, Auszeichnungen)
  • 22.11.2020: Robert Mitchum † (neu: Ergänzung Filmografie (Fotos), Auszeichnungen)
  • 20.11.2020: Sir Alec Guinness † (neu: Ergänzung Filmografie (Fotos), Auszeichnungen)
  • 20.11.2020: Lee Marvin † (neu: Ergänzung Filmografie)
  • 19.11.2020: Joan Fontaine † (neu: Filmografie)
  • 18.11.2020: Charlton Heston † (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie)
  • 17.11.2020: Peter O'Toole † (Ergänzung Filmografie (Fotos), Auszeichnungen)
  • 14.11.2020: Klaus Maria Brandauer  (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie, Auszeichnungen)
  • 12.11.2020: Sir Laurence Olivier † (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie, Auszeichnungen)
  • 09.11.2020: Stewart Granger † (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie)
  • 09.11.2020: Jean Simmons † (neu Ergänzung Filmografie)
  • 08.11.2020: Pierre Brice † (neu: Ergänzung Filmografie)
  • 07.11.2020: Antje Weisgerber † (neu: Ergänzung Filmografie, Fotos)
  • 06.11.2020: Kurt Weinzierl † (neu: Filmografie, Hörspiel)
  • 04.11.2020: Ernst Waldow † (neu:; Ergänzung Filmografie)
  • 02.11.2020: Wolfgang Wahl † (neu: Filmografie, Hörspiel)
24.11.2020 Am 23. November 2020 starb in Hamburg mit Karl Dall1) einer der bekannten Komiker des Landes. Der 79-Jährige habe sich von einem Schlaganfall, den er zwölf Tagen zuvor erlitten hatte, nicht mehr erholt, hieß es in den Medien. Die Karriere des im ostfriesischen Emden1) geborenen Künstlers begann, als er 1967 mit Ingo Insterburg1), Jürgen Barz1) und Peter Ehlebracht1) die Komiker-Band "Insterburg & Co."1) gründete, der er bis Ende der 1970er Jahre angehörte. Vor allem durch die von "Radio Bremen"1) produzierte Reihe "Musikladen"1) wurde das Quartett, mitunter als "Blödelbarden" bezeichnet, ungemein populär. Nach seinem Ausstieg bewies Dall im Laufe der Jahrzehnte, dass er ein vielseitiger Künstler war, der in den unterschiedlichsten TV-Formaten immer wieder sein komödiantisches Talent unter Beweis stellte. So trat er beispielsweise 1979 in der Musik- und Comedyshow ""Plattenküche"1) in mehreren Folgen als Kantinenkoch "Karl Toffel" auf, in der von Kurt1) und Paola Felix1) präsentierten Unterhaltungssendung "Verstehen Sie Spaß?"1) kam er von 1983 bis 1990 als chaotischer Filmvorführer und Spaßtelefonierer daher. In zahlreichen TV-Sendungen war der Mann mit den charakteristischen Gesichtszügen vertreten, so moderierte er die jeweils bei RTl1) gesendete, vierzehntägliche Comedy-Talkshow "Dall-As"1) (1985–1991), weiterhin "Karls Kneipe" (1997) und "Die Karl Dall-Show" (1999) sowie die von Sat.11) ausgestrahlte Sendung "Jux & Dallerei" (1992–1994). 1996 war er Mitglied im Anfangsensemble der von Rudi Carrell produzierten, satirischen RTL-Talkshow "7 Tage, 7 Köpfe"1) – um nur einiges zu nennen. Karl Dall trat in etlichen TV-Shows als Gast auf und zeigte sich ab Anfang der 1960er Jahre mit kleineren Parts zudem schauspielerisch sowohl in Kino- als auch Fernsehfilmen. Mitte September 2006 veröffentlichte Dall seine Autobiografie unter dem Titel "Auge zu und durch". Im Oktober 2012 feierte er mit dem Ein-Mann-Theaterstück "Der Opa" des isländischen Autors Bjarni Haukur Thorsson Premiere und stand damit auch zum ersten Mal für ein Theaterstück auf der Bühne. Von Mai 2015 bis Oktober 2016 war er mit seinem letzten Live-Programm "Der alte Mann will noch mehr" unterwegs, in dem er einen Querschnitt aus allen Jahrzehnten seines Schaffens präsentierte. Zuletzt hatte er Anfang November 2020 die Gastrolle des Alt-Rockstars Richie Sky in der ARD-Telenovela "Rote Rosen"1) übernommen, aber noch während Dreharbeiten erlitt er einen Schlaganfall.
Karl Dall war seit 1971 mit Ehefrau Barbara verheiratet, mit der er im Hamburger Stadtteil Eppendorf1) lebte, und hinterlässt neben seiner Witwe eine Tochter, die als Stuntfrau in Kanada arbeitet, sowie eine Enkelin. → Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, sueddeutsche.de, spiegel.de, www.br.de
 
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11.11.2020 Wie mir seine Witwe mitteilte, starb bereits am 28. März 2020 im Alter von 90 Jahren im hessischen Groß-Zimmern1) der Schauspieler Gerhard Friedrich; er lebte zuvor lange Jahre in Berlin. Friedrich, der sich in erster Linie als Theaterschauspieler verstand, machte seit Ende der 1950er Jahre immer wieder regelmäßig Ausflüge vor die Kamera und zeigte sich auf dem Bildschirm meist mit prägnanten Nebenrollen. Sowohl in Einzelproduktionen als auch mit Gastrollen in etlichen Serien tauchte er im Verlaufe der Jahrzehnte auf. In den 1980er Jahren wirkte er in so beliebten Unterhaltungsserien wie "Drei Damen vom Grill"1), "Ich heirate eine Familie"1), "Praxis Bülowbogen"1) oder "Ein Heim für Tiere"1) mit. Am bekanntesten dürfte wohl seine Rolle des leichtlebigen Junggesellen Bernhard "Bernie" Tenstaag, Chef der Firma "Möbel Union" sein, der in der Serie "Die Wicherts von nebenan"1) schon immer ein Auge auf Mutter Wichert (Maria Sebaldt) geworfen hat; diesen Charmeur verkörperte Friedrich zwischen 1986 und 1991 mehr als 60 Folgen lang durchgehend.
 
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01.11.2010 Einer der ganz großen Stars der internationalen Filmszene ist tot: Am 31. Oktober 2020 starb – rund zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag – in Nassau1), der Hauptstadt des karibischen Inselstaates Bahamas1), der Schauspieler Sean Connery. Berühmt wurde der Brite bzw. Schotte als Darsteller des Geheimagenten James Bond1), den er erstmals 1962 in "James Bond – 007 jagt Dr. No"1) nach der gleichnamigen Romanvorlage1) von Ian Fleming1) mimte. Bis 1967 folgten mit "Liebesgrüße aus Moskau"1) (1963), "Goldfinger"1) (1964), "Feuerball"1) (1965), "Man lebt nur zweimal"1) (1967) zunächst vier weitere spannende Stories mit Connery als dem smarten "MI6-Agenten 007", dann überließ er zunächst seinem Nachfolger George Lazenby1) das Feld. 1971 kehrte er in "Diamantenfieber"1) als Bond auf die Leinwand zurück um sich dann mit "Sag niemals nie"1) (1983) endgültig von dieser Figur zu verabschieden. Obwohl Connery nur insgesamt sieben Mal den "Geheimagenten seiner Majestät" spielte, gilt er für viele bis heute als der beste "Bond" aller Zeiten, den er stets lässig und nobel zugleich spielte. "Connerys hünenhafte Statur und sein gutes Aussehen leisteten dabei ihren Beitrag. Ausschlaggebender jedoch war sein Charisma, eine faszinierende Mischung aus Eleganz und lauernder Gefährlichkeit. Diese Ausstrahlung manifestierte sich in seinem Gang, den die Frau des "Bond"-Produzenten Albert Broccoli1) Panther-artig nannte: Während die Arme lässig an der Seite herabhingen, machte der Schauspieler große Schritte, wirkte zurückgenommen und aggressiv zugleich. Eine Körperbeherrschung, die er bei dem schwedischen Tänzer Yet Malmgren erlernt hatte. All das trug dazu bei, dass Connerys Name zum Inbegriff selbstbewusster Männlichkeit wurde – daran änderte sich auch nichts, als er nach über 20 Jahren im Geheimdienst ihrer Majestät endgültig seinen Hut nahm und das ihm schon immer verhasste Toupet in die Ecke pfefferte." kann man in einem Nachruf bei www.br.de lesen. Obwohl sich Connery nie ganz von seinem "Bond"-Image lösen konnte, bleibt er als Charakterdarsteller mit zahlreichen Erfolgsfilmen in nachhaltiger Erinnerung. Man denke nur an Kassenschlager wie das Abenteuer "Robin und Marian"1) (1976) als Partner von Audrey Hepburn, die Literaturadaption "Der große Eisenbahnraub"1) (1979), den Fantasy-Streifen "Highlander – Es kann nur einen geben"1) (1986) mit Christopher Lambert1), vor allem aber an "Der Name der Rose" (1986) nach dem gleichnamigen Bestseller1) von Umberto Eco1), wo Connery als Franziskanermönch William von Baskerville1) Furore machte und für sein Spiel 1988 den "British Academy Film Award"1) als "Bester Hauptdarsteller" erhielt. Trotz seiner vielen herausragenden Leinwandrollen konnte der Brite nur ein Mal den begehrten "Oscar"1) nach Hause tragen – 1988 in der Kategorie "Bester Nebendarsteller"1) für seinen Part des Streifenpolizisten Jim Malone, der in dem Thriller "The Untouchables – Die Unbestechlichen"1) (1987) dem von Kevin Costner1) gespielten Agenten Eliot Ness1) zur Seite steht; zuvor hatte er bereits den "Golden Globe"1) ebenfalls in der Kategorie "Bester Nebendarsteller"1) entgegennehmen können. Danach zeigte sich Connery in Filmen wie dem Abenteuer "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug"1) (1989) mit Harrison Ford1), der Roman-Adaption "Das Rußland-Haus"1) (1990), dem Öko-Märchen "Medicine Man – Die letzten Tage von Eden"1) (1992), der Komödie "A Good Man in Africa"1) (1994) oder dem Krimi "Verlockende Falle"1) (1999). Letzte große Auftritte vor der Kamera hatte er als Schriftsteller William Forrester in dem Drama "Forrester – Gefunden!"1) (2000) sowie als Allan Quatermain1) in dem Fantasy-Actionstreifen "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen"1) (2003). Danach zog sich Connery vom Filmgeschäft zurück, lediglich in den schottischen Animationsfilmen "Sir Billi the Vet" (2006) und "Sir Billi" (2012) wirkte er noch einmal mit und sprach den Sir Billi.
Der legendäre Star hinterließ seine zweite Ehefrau, die 1929 geborene französisch-marokkanischen Malerin und Kunstsammlerin Micheline Roquebrunne, die er am 6. Mai 1975 geheiratet hatte, sowie seinen 1963 geborenen Jason Connery1) (1933 – 2011 aus der ersten Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cileno1)
Volker Herres1), Programmdirektor der ARD, würdigte den Schauspieler mit den Worten: "Als Schotte hat er eine Weltkarriere gemacht. Der Gentleman Sean Connery verkörperte seine Figuren auf besondere, charismatische Weise und hat über Generationen hinweg sein Publikum in den Bann gezogen. Besonders als James Bond setzte er Maßstäbe, an die sich alle Nachfolger heute noch orientieren. Ein Weltstar der alten Schule ist gestorben." Aus Anlass des Todes von Sean Connery änderte die ARD sein Abendprogramm und strahlte am 31.10.2020 um 23:50 Uhr den filmischen Nachruf von Thorsten Mack unter dem Titel "Mein Name ist Connery, Sean Connery" aus → presseportal.de.
→ Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, www.zeit.de, tagesspiegel.de, www.welt.de, deutschlandfunkkultur.de
 
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10.2020 Updates / Ergänzungen
08.10.2020 Der Tod zweier Künstler ist zu beklagen, die beide am 6. Oktober 2020 im Alter von 83 Jahren starben:
  • Der am 15. Juni 1937 in österreichischen Zell am See geborene Journalist, Kabarettist, Schauspieler und Entertainer Herbert Feuerstein1) wurde einem breiten Publikum vor allem durch das Fernsehen bzw. die Zusammenarbeit mit Harald Schmidt1) bekannt – als Mitglied des Rateteams der Spielshow "Pssst …"1) (1990–1995, 2007) sowie als Co-Moderator und Chefautor von "Schmidteinander"1) (1990–1994) bzw. Schmidts kongenialer Partner; für die Satire- und Comedy-Show "Schmidteinander" wurde Feuerstein 1994 mit dem "Adolf-Grimme-Preis"1) ausgezeichnet. Bei tagesschau.de kann man lesen: "Komisch und nachdenklich, absurd und manchmal todernst. Der Kabarettist und Autor Herbert Feuerstein prägte die deutsche Humor-Kultur. (…) Der endgültige Durchbruch gelang Feuerstein als Sidekick von Harald Schmidt in der TV-Sendung "Schmidteinander". Es wurde eine Hassliebe, die absurd-komischen Humor hervorbrachte. Feuerstein saß dabei immer im Hintergrund, während Schmidt vorne durch die Sendung führte. Trotz seiner Dauerrolle als Prügelknabe gewann Feuerstein zunehmend an Popularität. (…) Im Herbst 1994 erhielt Feuerstein den Fernsehpreis "Bambi"1) für "Kreativität", seine nach Meinung der Jury "anarchistische Originalität" und den "hemmungslosen Mut zum Chaos"." Feuerstein war ein äußerst vielseitiger Künstler, nach einem abgebrochenen Musikstudium (1956–1958) am Salzburger "Mozarteum"1) zog es ihn in die USA, wo er in New York als Journalist arbeitete. Ende der 1960er Jahre nach seiner gescheiteten ersten Ehe zurück in Deutschland, wurde er Verlagsleiter beim Verlag "Bärmeier &Nikel"1), der unter anderem die Satirezeitschrift "Pardon"1) herausgab. Anschließend war er bis 1991 Chefredakteur des deutschen "MAD-Magazins"1), sein Motto: "Die Welt ist blöd, aber man selber auch." Sein Debüt als Theaterschauspieler gab Feuerstein 1998 in Berlin, unter anderem spielte er zwischen 2003 und 2008 an der "Oper Köln" in 75 Vorstellungen den Amtsdiener Frosch in der Operette "Die Fledermaus"1). Neben Episodenrollen in diversen TV-Serien sah man ihn auch auf der Leinwand, so mimte er unter anderem in der Komödie "Bis zum Horizont, dann links!"1) (2012) den Senior Herbert Miesbach.
    Der in dritter Ehe mit der Redakteurin Grit Bergmann verheiratete Feuerstein starb im nordrhein-westfälischen Erftstadt1), wo er zuletzt lebte. Vor seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit im Jahre 2015 produzierte er für "WDR 5"1) seinen eigenen Nachruf in Form eines knapp zweistündigen Hörspiels. Seit 1990 war der Vater eines Kindes deutscher Staatsangehöriger → herbertfeuerstein.de; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei www.zdf.de, spiegel.de, sueddeutsche.de, www.zeit.de
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  • Der am 7. August 1937 in Berlin geborene Folker Bohnet1) machte sich vor allem als Theaterregisseur und Bühnenautor einen Namen. Noch während seiner Ausbildung am "UFA-Nachwuchsstudio"1) stand er kurz hintereinander für drei Kinofilme vor der Kamera, darunter für Bernhard Wickis weltberühmten Antik-Kriegsfilm "Die Brücke"1) (1959), wo er als Hans Scholten den besonnensten und erwachsensten der sieben Jungen spielte, die am Ende des 2. Weltkrieges eine Brücke verteidigen sollen. In Frank Wisbars1) Literaturadaption "Fabrik der Offiziere"1) (1960) sah man ihn als Fähnrich Böhmke, in der Familienserie "Großer Mann – was nun?" (1967) als Adoptivsohn des Fabrikdirektors Heinrich König (Gustav Knuth) und dessen Ehefrau Marie (Camilla Spira).
    Vornehmlich konzentrierte sich Bohnet jedoch auf seine Arbeit am Theater und nahm nur sporadisch Aufgaben als Schauspieler für Film und Fernsehen an – zu nennen ist unter anderem die Rolle des Josef Kainz1) in Luchino Viscontis1) Kino-Klassiker "Ludwig II."1) (1973). Er erhielt feste Engagements und gab Gastspiele an renommierten Schauspielhäusern, darunter am "Thalia Theater"1) Hamburg, "Renaissance-Theater"1) Berlin, "Schauspielhaus Frankfurt"1), "Ernst-Deutsch-Theater"1) Hamburg, "Residenztheater"1) München, "Theater in der Josefstadt"1) Wien, an den "Städtischen Bühnen Köln"1), der "Freien Volksbühne Berlin"1), den "Hamburger Kammerspielen"1), und an fast allen bekannten Komödienhäusern Deutschlands sowie bei Festspielen (z. B. "Bad Hersfelder Festspiele"1)) und Tourneeproduktionen. Neben seiner Arbeit als Schauspieler führte Folker Bohnet regelmäßig Theaterregie. Seit 1977 hatte er zahlreiche Komödien produziert, die im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus aufgeführt wurden.2)
    Seit Jahrzehnten machte sich der Künstler einen Namen als Autor und Regisseur, inszenierte am Hamburger "Ohnsorg-Theater"1) Erfolgsstücke wie "Pension Schöller"1) oder "De Queen vun Quekenbüttel". Bis zuletzt zeichnete der leidenschaftliche Theatermann für zahlreiche andere Publikumsrenner vornehmlich in niederdeutscher Sprache an der berühmten Volksbühne verantwortlich, so auch für das Lustspiel "Allens Böse to'n Geburtsdag", welches aus seiner Feder stammt und am 2. März 2008 eine plattdeutsche Erstaufführung im "Ohnsorg-Theater" feierte. Nach den grandiosen Erfolgen von "De spaansche Fleeg" (2013, "Die spanische Fliege") und "Dat Schörengericht" (2014) nach dem Kleist-Klassiker "Der zerbrochne Krug"1) inszenierte er jüngst das Lustspiel "Wenn de Katt ut 'n Huus is", welches am 10. Januar 2016 Premiere feierte, sowie "Die Katze lässt das Mausen nicht" (2017) → Weitere Theateraufführungen bei Wikipedia.
    Bohnet war mit der Schauspielerin Ann-Monika Pleitgen1)3) verheiratet, aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der Physiker und Schriftsteller Ilja Bohnet1). Er hatte einen weiteren Sohn, den Schauspieler Markus Lorenz-Bohnet. 2001 ging Folker Bohnet mit Alexander Alexy, Zahnarzt und Kompagnon bei einer Vielzahl seiner Theaterstücke, und mit dem er seit den 1980er Jahren liiert war, offiziell eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein. Er war noch mit über 80 Jahren als Bühnenschauspieler und -regisseur tätig. Er starb im Oktober 2020 im Alter von 83 Jahren in Hamburg nach kurzer schwerer Krankheit.2) → Siehe auch den Nachruf bei www.ohnsorg.de
Fremde Links: 1) Wikipedia
2) Quelle: Wikipedia
3) Ann-Monika Pleitgen war von 1981 bis zu dessen Tod im Februar 2018 mit dem Schauspieler Ulrich Pleitgen verheiratet.
09.2020 Updates / Ergänzungen
24.09.2020 Zwei namhafte Künstler sind von uns gegangen:
  • Große Betroffenheit rief die Nachricht hervor, dass der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek am 22. September 2020 nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie im Alter von 78 Jahren gestorben sei; der passionierter Raucher und Koi-Züchter lebte zuletzt mit seiner zweiten Ehefrau, der der Schriftstellerin Gabriela Lehmann, in der brandenburgischen Gemeinde Schorfheide1) vor den Toren Berlins.
    Bereits zu DDR-Zeiten war Gwisdek bei Film und Fernsehen ein Star, auch nach der so genannten "Wende" zählte er zu den renommiertesten Darstellern sowohl auf der Leinwand als auch auf dem Bildschirm. Etliche Auszeichnungen belegen Gwisdeks herausragendes filmisches Schaffen, so erhielt er unter anderem 1991 den "Deutschen Filmpreis in Gold"1) in der Kategorie "Bester Schauspieler" für seine Rolle des Ex-Häftlings Dr. Hans Peter Dallow in Roland Gräfs1) Literaturadaption "Der Tangospieler"1) (1991), sein Part des Peschke in Andreas Dresens1) Episodenfilm "Nachtgestalten"1) brachte ihm 1999 den "Silbernen Bären"1) der "Berlinale"1) in der Kategorie "Bester Darsteller" und 2000 den "Ernst-Lubitsch-Preis"1) ein. Den "Deutschen Fernsehpreis"1) in der Kategorie "Bester Schauspieler in einer Nebenrolle" konnte er 2008 für die Rolle des schnoddrigen Stalingrad-Überlebenden und Spätheimkehrers Walter Kaiser in Roland Suso Richters1) TV-Film "Das Wunder von Berlin"1) (2008) entgegennehmen, 2013 folgte ein weiterer "Deutscher Filmpreis" in der Kategorie "Beste darstellerische Leistung – männliche Nebenrolle" für die Figur des alten Friedrich in der Tragikomödie "Oh Boy"1) (2012). Zuletzt ehrte man Gwisdek 2015 beim "Hessischen Film- und Kinopreis"1) mit dem "Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten" für "Besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich". Seine Filmografie ist beeindruckend, auf der Leinwand glänze er beispielsweise in erfolgreichen Produktionen wie "Olle Henry"1) (1983), "Wachtmeister Zumbühl"1) (1994), "Good Bye, Lenin!"1) (2003), "Der Baader Meinhof Komplex"1) (2008), "Die Abenteuer des Huck Finn"1) (2012), "Miss Sixty"1) (2014), "Kundschafter des Friedens"1) (2017), "Das schweigende Klassenzimmer"1) (2018) sowie zuletzt in "Traumfabrik"1) (2019). Als Regisseur setze Gwisdek nach eigenen Drehbüchern "Treffen in Travers"1) (1989), "Abschied von Agnes"3) (1994) und "Das Mambospiel"2) (1998) in Szene.  Auf dem Bildschirm erlebte man Gwisdek zuletzt als alten, eigenwilligen Familienvater Kurt Lehmann in der Tragikomödie "So einfach stirbt man nicht"1) (EA: 29.08.2019) sowie als Heinz Kolatschek und Filmehemann von Uschi Glas in der "Traumschiff"1)-Episode "Antigua"2) (EA: 26.12.2019). Das der Titel des Film "So einfach stirbt man nicht" nur wenige Monat später für den Schauspieler bittere Wahrheit werden sollte, konnte man nicht ahnen.
    Freunde. Kollegen und Personen des öffentlichen Lebens würdigten das künstlerische Schaffen Gwisdeks, so bezeichnete unter anderem Heike Hempel, stellvertretende ZDF-Programmdirektorin, den Schauspieler als "Ausnahmetalent". "Mit Michael Gwisdek verlieren wir nicht nur einen großartigen Schauspieler, ein Ausnahmetalent auf der Bühne und vor der Kamera, sondern auch einen Regisseur und Zeitgenossen, der als humorvoller Beobachter der deutsch-deutschen Geschichte Brücken zwischen Ost und West baute." (Quelle: presseportal.de)
    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke1) betonte in seinem Kondolenzschreiben an die Familie: "Mit Michael Gwisdek ist ein Großer seiner Zunft von uns gegangen. Sein überragendes Können brachte ihm verdientermaßen künstlerischen Erfolg und viele Auszeichnungen ein." Gwisdek war für Woidke ein Charakterschauspieler, wie es sie nicht mehr häufig gebe: "Schnoddrig, immer ein wenig zerkratzt, hat er eigenwillige Typen gespielt. Michael Gwisdek war ein Original mit Herz und Schnauze, ein Alleskönner, der auch in melancholischen Rollen glänzte. Fürwahr ein Publikumsliebling, auch ich war ein Fan von ihm." (Quelle: www.brandenburg.de)
    Weitere Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, www.zdf.de, spiegel.de (Nachruf von Henry Hübchen/Leander Haußmann), tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, www.zeit.de
      
  • Am 23. September 2020 starb im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in der südfranzösischen Gemeinde Ramatuelle1) an der Côte d'Azur1) im Kreise ihrer Familie die weltberühmte, französische Chansonsängerin Juliette Gréco. "Die Welt" titelte in einen Nachruf "Die schwarze Sonne von Paris ist erloschen". "Bis zum letzten Tag mit 93 Jahren verkörperte diese Legende vom Rive Gauche gerade in den beiden Nachkriegsdeutschlands das gute, das nonkonformistische, immer taktvolle Chanson-Gewissen." "Die Süddeutsche Zeitung" notierte unter anderem in einem Nachruf: "In ihren Liedern ging es leidenschaftlich und stürmisch zu." Sie habe mit ihrer dunklen Stimme die schönsten Lieder über Liebe und Leid ins Mikrofon gehaucht. Und hinterlässt der Nachwelt "Hunderte von Interpretationen", darunter Chansons von Jacques Brel und Vertonungen der Texte von Françoise Sagan1) und Albert Camus1). "Als Muse der Existenzialisten prägte sie eine ganze Generation", schrieb auch die F.A.Z. "Durch Jean-Paul Sartre1) wurde sie in die künstlerisch-intellektuelle Elite der damaligen Zeit eingeführt. So wie sie kleidete sich Gréco schwarz. Blasses Gesicht, schwarze Haare und schwarze Kleider. Diesem Stil blieb sie ihr ganzes Leben lang treu." Auch als Schauspielerin machte sich die Französin einen Namen, so führt Wikipedia aus: "1953 erhielt sie die erste Hauptrolle in Jean-Pierre Melvilles1) Film noir "Quand tu liras cette lettre"1). 1957 holte Darryl F. Zanuck1) sie für die Hemingway-Verfilmung "The Sun Also Rises"1) mit Tyrone Power, Ava Gardner, Mel Ferrer und Errol Flynn erstmals nach Hollywood. Weitere größere Rollen in von Zanuck produzierten Filmen sollten folgen, 1958 "The Roots of Heaven"1) unter der Regie von JohnHuston1), 1960 "Crack in the Mirror" mit Orson Welles unter der Regie von Richard Fleischer1), 1961 "The Big Gamble", ebenso Rollen in europäischen Filmproduktionen. 1965 spielte Gréco eine Hauptrolle in der TV-Miniserie "Belphégor oder das Geheimnis des Louvre"; in der Neuverfilmung des zu Grunde liegenden Romans von Arthur Bernède1) von 2001 mit Sophie Marceau1), "Belphégor"1), hatte sie einen Cameo-Auftritt."
    Weitere Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, spiegel.de, www.zeit.de
Fremde Links: Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) fernsehserien.de
11.09.2020 Am 10. September 2020 starb 82-jährig in London die britische Schauspielerin Diana Rigg. Internationale Berühmtheit erlangte sie Mitte der 1960er Jahre durch ihre Rolle der attraktiven Agentin Emma Peel1) in der oft mit skurril anmutenden Handlungssträngen durchsetzten Kultserie "Mit Schirm, Charme und Melone" ("The Avengers"). In den Staffeln 4 und 5 unterstützte sie den von Patrick Macnee (1922 – 2015) stets elegant dargestellten Agenten John Steed1) und erlangte damit auch bei uns ungeheure Popularität. "Witzig, intelligent und mit gezielten Karateschlägen setzte sie sich gegen Bösewichte zur Wehr. Rigg wurde zum Sexsymbol der Sixties – auch wegen ihrer hautengen Leder- und Vinyl-Outfits. Doch als sie herausfand, dass selbst die Kameramänner mehr verdienten als sie, stieg sie nach zwei Staffeln aus." notiert tagesschau.de.
Nach ihrem Ausstieg aus der Serie trat Diana Rigg in etlichen Kino- und TV-Produktionen in Erscheinung, unter anderem mimte sie in dem Bond-Streifen "On Her Majesty's Secret Service"
1) (1969, "Im Geheimdienst Ihrer Majestät") an der Seite von Protagonist George Lazenby1) die geheimnisvolle Teresa "Tracy" di Vincenzo, Tochter des korsischen Mafia-Bosses Marc Ange Draco (Gabriele Ferzetti1)). Immer wieder stand Diana Rigg im Laufe der nächsten Jahrzehnte mehr oder weniger regelmäßig vor der Kamera, die Popularität, die sie als "Emma Peel" erreicht hatte, konnte sie jedoch nicht wiederholen. Stattdessen sammelte sie sowohl mit klassischen als auch modernen Rollen auf der Theaterbühne viele Auszeichnungen.
In jüngerer Zeit erregte sie zwischen 2013 und 2017 in der Fantasy-Serie "Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer"1) als zynische und intrigante "Königin der Dornen" Lady Olenna Tyrell1), Großmutter von Loras1) (Finn Jones1)) und Margaery Tyrell1) (Natalie Dormer1)) noch einmal Aufmerksamkeit; für ihre Darstellung wurde sie drei Mal für den "Emmy"1) als "Beste Gastdarstellerin" nominiert.
Bis ins hohe Alter blieb Diana Rigg aktiv, so übernahm sie 2018 am Broadway ("Vivian Beaumont Theatre"1)) in dem Musical "My Fair Lady"1) mit Lauren Ambrose1) als Eliza Doolittle den Part der Mutter von Professor Higgins (Harry Hadden-Paton1)). Eine letzte Arbeit vor der Kinokamera war der Horror-Thriller "Last Night in Soho"1), die Dreharbeiten fanden von Mai bis August 2019 in London statt; als allgemeiner Kinostart wird 2021 genannt.
Die 1994 von der britischen Königin Elisabeth II.1) für ihre Verdienste um Film und Theater in den Adelsstand erhobene und zur "Dame Commander of the Order of the British Empire"1) ernannte Schauspielerin erlag einer Krebserkrankung; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei spiegel.de und www.welt.de.
Übrigens war wenige Monate zuvor am 5. April 2020 im britischen Lewes1) 94-jährig ihre "Vorgängerin" Honor Blackman1) gestorben, die zwischen 1962 und 1964 in "Mit Schirm, Charme und Melone" die Figur der Dr. Catherine "Cathy" Gale1) gespielt hatte und Steed bei der Lösung von Fällen unterstützte.
 
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09.09.2020 Wie erst jetzt bekannt wurde, starb bereits am 4. Juli 2020 im Alter von 76 Jahren der beliebte Schauspieler Frithjof Vierock. In nachhaltiger Erinnerung ist er vor allem mit der Bayerischen Kultserie "Münchner Geschichten"1) (1974) geblieben. Hier präsentierte er sich unter der Regie von Helmut Dietl1) und Herbert Vesely1) in allen neun Folgen als Versicherungsangestellter Gustl Seiler, treuer Freund des noch immer bei seiner Oma (Therese Giehse) wohnenden Lebenskünstlers und schlitzohrigen "Berufsjugendlichen" Karl "Tscharlie" Häusler (Günther Maria Halmer). Begonnen hatte Vierocks Filmkarriere, der bereits als 14-Jähriger Mitglied der von Ilse Fitz (Mutter von Veronika Fitz1)), geleiteten Münchener "Fitz-Kinderbühne" wurde, Ende der 1950er Jahre mit Auftritten in diversen Kinofilmen. Unter anderem mimte er in der Tragikomödie "Max, der Taschendieb"1) (1962) den Egon Schilling, Sohn des von Heinz Rühmann dargestellten Titelhelden bzw. Gentleman-Diebs Max.
Vierock, der im Laufe seiner langen Karriere an etlichen Theatern wirkte, unter anderem in München an der "Kleinen Komödie am Max II"1) (1968–1982) und "Die Kleine Freiheit"1) (1979–1985), trat bis Mitte der 2000er Jahre in zahlreichen TV-Einzelproduktionen und Serien in Erscheinung, so zuletzt 2006 mit einer Episodenrolle in dem Dauerbrenner "Die Rosenheim-Cops"1).
Die letzte Ruhe fand der Schauspieler auf dem Münchner "Waldfriedhof"1); er lebte zuletzt zurückgezogen im Münchner Stadtteil Laim und trat kaum noch in der Öffentlichkeit auf.
 
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08.2020 Updates / Ergänzungen
12.08.2020 Am 11. August 2020 starb im Alter von 83 Jahren im "Desert Regional Medical Center" im kalifornischen Palm Springs1) an den Folgen von COVID-191) der US-amerikanische Pop-Sänger Trini Lopez. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Künstler mit mexikanischen Wurzeln wurde 1963 schlagartig mit dem von Pete Seeger1) komponierten Titel "If I Had a Hammer"1) auch international bekannt. Die Mixtur aus mexikanischer "Folk-Music" und "Happy Time Music" geriet weltweit über Nacht zum Spitzenreiter und verkaufte sich millionenfach. Im Laufe der nächsten Zeit folgten weitere Hits, die Trini Lopez zum Teil selbst schrieb oder coverte. Mit seinen Konzerten rund um den Globus sowie Auftritten im Fernsehen oder auf Galaveranstaltungen verdiente der einstmals arme Straßenmusiker Millionen. Der Pop-Folk-Sänger und Gitarrist sowie überzeugte Junggeselle Trini Lopez tourte rund um den Globus und begeisterte mit seiner warmen Stimme und dem unverwechselbaren Sound bis in jüngere Zeit seine Fans; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, orf.at
 
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07.2020 Updates / Ergänzungen
27.07.2020 Am 25. Juli 2020 starb, wenige Wochen nach ihrem 104. Geburtstag, die Schauspielerin Olivia de Havilland in ihrem Haus in Paris eines natürlichen Todes. Nach dem Ableben von Elmo Williams1) am 25. November 2015 war die Filmlegende der "Goldenen Ära Hollywoods"1) die älteste noch lebende Person, die einen "Oscar" gewann. Die ältere Schwester der Schauspielerin Joan Fontaine (1917 – 2013) begann ihre Filmkarriere Mitte der 1930er Jahre, weltberühmt wurde sie als engelsgleiche, gütige Melanie Hamilton in dem Kino-Klassiker bzw. Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht"1) (1939, "Gone with the Wind"), gedreht nach dem gleichnamigen Bestseller von Margaret Mitchell1) mit Clark Gable und Vivien Leigh, eine "Oscar"-Nominierung als "Beste Nebendarstellerin" war der Lohn; de Havilland, unterlag jedoch Hattie McDaniel1), die den Part der Mammy spielte. Ihren ersten "Oscar" erhielt die Schauspielerin dann 1947 in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin"1) für die glänzende Darstellung der aufopferungsvollen Mutter in Mitchell Leisens Drama "Mutterherz"1) (1946, "To Each His Own"), "Oscar" Nummer zwei folgte 1950 ebenfalls in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" für die Figur der Catherine Sloper in William Wylers Literaturadaption "Die Erbin"1) (1949, "The Heiress"). Mit der Rolle der bösartigen Miriam Deering, die Cousine Charlotte Hollis (Bette Davis) in dem preisgekrönten Psychothriller "Wiegenlied für eine Leiche"1) (1954, "Hush… Hush Sweet Charlotte") um den Verstand bringen will, damit sie an deren Vermögen kommt, hinterließ auch Olivia de Havilland nachhaltigen Eindruck. Bis Ende der 1980er Jahre stand die in Tokio geborene Künstlerin vor der Kamera, verabschiedete sich dann ins Privatleben. Lange Zeit wohnte sie in Kalifornien, 1953 zog sie der Liebe wegen nach Paris. Ihr zweiter Ehemann wurde 1955 der französische Journalist bzw. "Paris Match"1)-Mitarbeiter Pierre Galante (1909 – 1998), von dem sie sich 1979 scheiden ließ, ihm aber bis zu dessen Tod verbunden blieb. Aus der Ehe mit Pierre Galante ging die 1956 geborene Tochter Gisèle hervor, die in die Fußstapfen ihres Vaters trat und ebenfalls eine erfolgreiche Journalistin wurde. Neben den beiden "Oscar"-Trophäen konnte Olivia de Havilland unter anderem zwei hohe Ehrungen entgegennehmen: Am 17. November 2008 erhielt sie aus der Hand des damaligen US-Präsidenten George W. Bush1) mit der "National Medal of Arts"1) die bedeutendste Auszeichnung, die durch den Kongress der Vereinigten Staaten an Künstler und Förderer der Künste verliehen wird. Im Juni 2017, zwei Wochen vor ihrem 101. Geburtstag, wurde sie von Königin Elisabeth II.1) als bis dahin älteste Frau zur "Dame Commander of the Order of the British Empire"1) geschlagen; siehe auch die Nachrufe bei tagesschau.de, zdf.de, sueddeutsche.de, spiegel.de
 
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18.07.2020 Am 17. Juli 2020 starb im Alter von 96 Jahren im Schweizerischen Tolochenaz1) am Nordufer des Genfersees die französische Künstlerin Zizi Jeanmaire, die weltweit als Ballett-Tänzerin, Chanson-Sängerin, aber auch Schauspielerin gefeiert wurde. Berühmt wurde sie 1949 mit ihrer Darstellung der Titelrolle in dem von Roland Petit1) kreierten, spektakulären Ballett "Carmen" nach der gleichnamigen Oper von Georges Bizet1), das im Februar 1949 im Londoner "Prince's Theatre" Premiere feierte. Eine lebenslange, nicht nur künstlerische Zusammenarbeit bestand zwischen der Primaballerina und dem Tänzer und Choreografen, seit 1954 war das Paar verheiratet. Ihre gemeinsamen Ballettaufführungen und Shows begründeten auch Jeanmaires weiteren, internationalen Ruhm. Verschiedentlich machte sie zudem Ausflüge auf die Leinwand, unter ihrem Mädchennamen Renée Jeanmaire drehte sie beispielsweise an der Seite des Titelhelden Danny Kaye als dänischem Märchendichter Hans Christian Andersen1) den von Charles Vidor1) in Szene gesetzten musikalischen, pseudobiografischen Liebesfilm "Hans Christian Andersen und die Tänzerin"1) (1952).
"Ob sie in hautenger Smoking – Jacke, Federboa oder Leotard auf die Bühne fegte, dabei High Heels oder Spitzenschuhe trug: Sie vermochte das Publikum förmlich zu hypnotisieren, bis es ihr wie ein gezähmter Tiger zu Füßen lag. Auch als Seniorin, ja selbst im Witwenstand blieb Zizi Jeanmaire ein typischer Fall von: oh là là, Mademoiselle!" schrieb "Die Süddeutsche Zeitung" in einem Nachruf → sueddeutsche.de; weitere Nachrufe unter anderem bei www.welt.de, www.stern.de
 
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07.07.2020 Mit Tilo Prückner hat einer der ganz Großen die Filmszene für immer verlassen – er starb völlig überraschend am 2. Juli 2020 im Alter von 79 Jahren in Berlin an plötzlichem Herzversagen. Nach einer erfolgreichen Bühnenkarriere, unter anderem an der "Schaubühne am Halleschen Ufer"1) (1970–1973), gehörte der Schauspieler seit den 1970er Jahren zum festen Bestandteil auf dem Bildschirm, "in seiner Frühzeit wurde er gern als Kranker oder Behinderter oder Randexistenz besetzt; das schlug später in kauzige Alte, eigensinnige Einzelgänger oder Originale voller Lebenslust um." kann man bei www.welt.de in einem Nachruf lesen. Prückner war stets ein Garant für hohe Einschaltquoten, füllte auch kleine Nebenrollen mit seinem grandiosen Spiel aus. Im Laufe der Jahre spielte er in unzähligen Serien und Einzelproduktionen und wird mit vielen Rollen in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Man denke nur an seinen hypochondrischer Kriminalhauptmeister Gernot Schubert in dem Quotenrenner "Adelheid und ihre Mörder"1) mit Evelyn Hamann, den er von 1992 bis 1998 in der "Mord Zwo" als Mitarbeiter von Hauptkommissar Ewald Strobel (Heinz Baumann) mimte oder an den gewieften Kriminaloberkommissar Eduard Holicek2) in den "Tatort"-Folgen aus Hamburg (2001–2008) mit Robert Atzorn als KHK Jan Casstorff2). Sein komödiantisches Talent konnte Prückner in den Filmen um den ehemaligen Dorfpolizisten Horst Krause alias Horst Krause voll ausleben, tauchte erstmals als Rudi Weisglut in "Krauses Kur"1) (2009) auf. Bis 2020 ("Krauses Umzug") sollten weitere fünf Geschichten folgen, in denen Prückner dieser Figur mitunter skurrile Züge verlieh. Auch mit der Randfigur des meist mürrischen, dennoch herzensguten Vermieters der KHKin  Ellen Lucas (Ulrike Kriener1)) in den Krimis "Kommissarin Lucas"1) erfreute Prückner seit 2003 immer wieder die Zuschauer. Eine neue, interessante Ermittler-Rolle fand er dann ab 2015 in der ARD-Krimiserie "Rentnercops"1), anfangs mit dem am 7. Dezember 2019 gestorbenen Wolfgang Winkler, ab der 4. Staffel bzw. Folge 41 übernahm dann Peter Lerchbaumer1) die Rolle des KHK Günter Hoffmann. "In zwei Wochen sollten die Dreharbeiten für die nächste Staffel der "Rentnercops" beginnen. Darüber muss nun neu nachgedacht werden. Der "Charakterkopf" Tilo Prückner wird von den ARD-Verantwortlichen schon jetzt sehr vermisst. Programmdirektor Volker Herres1) nannte ihn einen "echten Typen", andere sprachen von einem "Vollblut-Schauspieler". " notiert www.br.de.
Auf der Leinwand sah man Prückner erstmals in dem Streifen "Wilder Reiter GmbH"1) (1967), im Gedächtnis geblieben ist er sicherlich als Kleingauner Paganini und Partner von Mario Adorf in der Gaunerkomödie "Bomber & Paganini"1) (1976), ebenso wie mit der Titelrolle in dem von Edgar Reitz1) in Szene gesetzten Film "Der Schneider von Ulm"1) (1978) der Geschichte des Schneidergesellen Albrecht Ludwig Berblinger1), der Ende des 18. Jahrhunderts versuchte, mit einer Flugmaschine nach Vogelart zu fliegen. Dem jüngeren Publikum wurde er durch die Rolle des verschrobenen Reitlehrers bzw. Großvaters Herr Kaan in den "Ostwind"1)-Filmen bekannt, eine Figur, die er erstmals 2013 in "Ostwind – Zusammen sind wir frei" mimte. Die letzte und fünfte Fortsetzung der "Ostwind"-Reihe, "Der große Orkan"1),sollte am 17. Mai 2020 in München Premiere feiern, wurde aber aufgrund der COVID-19-Pandemie1) ebenso wie der Kinostart auf unbestimmte Zeit verschoben.
Prückner gehörte zu den "Fleißigen" der Branche, im seiner fast 60-jährigern Schauspielerkarriere brachte er es auf mehr als 240 Film- und Fernsehrollen. Zudem wirkte er in etlichen Hörspielen mit, schrieb einige Theaterstücke für Kinder und verfasste den Roman "Willi Merkatz wird verlassen" (2013). Tilo Prückner, abboniert auf "schrullige Typen am Rande der Gesellschaft", so www.br.de, wird fehlen.
Anlässlich des Todes ändert die ARD am 15. Juli 2020 das Programm und strahlte noch einmal die unbedingt sehenswerte Komödie "Holger sacht nix"1) aus dem Jahr 2011 aus; siehe auch die Nachrufe bei www.zeit.de, spiegel.de, sueddeutsche.de, tagesspiegel.de, www.zdf.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tatort-fundus.de
04.07.2020 Wie ich erst jetzt erfahren habe, starb bereits am 20. (oder 22.) April 2020 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren die Schauspielerin Eva Kotthaus. Die zwischen 1951 und 1953 an der "Otto-Falckenberg-Schule"1) in München ausgebildete Charakterdarstellerin machte sich vor allem auf der Bühne einen Namen und gestaltete im Laufe ihrer Karriere viele große Rollen sowohl im klassischen Fach als auch in Werken der Moderne. Gleich mit ihrem Leinwanddebüt bei der DEFA in Arthur Pohls1) Fritz Reuter1)-Adaption "Kein Hüsung"1) (1954) und der weiblichen Hauptrolle der Magd Mariken erregte sie Aufmerksamkeit, für die Gestaltung der jungen ostdeutschen Näherin Anna Kaminski in Helmut Käutners1) Melodram bzw. dem Ost-West-Problemstück "Himmel ohne Sterne"1) (1955) wurde sie mit dem "Filmband in Silber"1) als "Beste Nachwuchsschauspielerin" ausgezeichnet. Kleinere Aufgaben übernahm sie auch in US-Produktionen, so in der Hemingway-Verfilmung "In einem anderen Land"1) (1957, "A Farewell to Arms") und in "Geschichte einer Nonne"1) (1959, "The Nun's Story"). In etlichen TV-Produktionen konnte Eva Kotthaus im Laufe der Jahrzehnte ebenfalls ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen, sei es in Literaturadaptionen, Krimiserien wie "Derrick" und "Der Alte" oder auch der Familienserie "Die Buchholzens", wo sie 1973 die Zuschauer als resolute, dennoch herzensgute Matriarchin Wilhelmine Buchholz zu begeistern wusste; siehe auch den Nachruf bei nachtkritik.de.
 
Fremde Links: 1) Wikipedia
01.07.2020
Gernot Endemann in den 1980er Jahren; Foto zur Verfügung gestellt von der Hamhurger Fotografin Virginia Shue; Copyright Virginia Shue Am 29. Juni 2020 starb, fünf Tage nach seinem 78. Geburtstag, in einer Klinik in Hannover der Schauspieler Gernot Endemann1). Laut Medienberichten hatte er nach einer Hüft-Operation (2019), zwei Lungenentzündungen (2018) und einem Herzinfarkt (2017), bei dem ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden war, seit längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
 
Gernot Endemann in den 1980er Jahren
Foto zur Verfügung gestellt von der Hamhurger Fotografin
Virginia Shue; © Virginia Shue
Der am 24. Juni 1942 in Essen geborene Künstler ließ sich nach einer kaufmännischen Lehre an der Essener "Folkwang-Hochschule"1) drei Jahre lang zum Schauspieler ausbilden. Es folgten Engagements am "Theater Oberhausen"1), am "Stadttheater Rheydt", an den "Bühnen der Stadt Köln"1), dann ging Endemann nach Hamburg. Hier glänzte er unter anderem am "Ernst Deutsch Theater"1) und der "Komödie am neuen Wall" Bis 1984 wirkte er an den "Hamburger Kammerspielen"1), wo er beispielsweise als Beckmann in dem Kriegsheimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür"1) von Wolfgang Borchert1) gefeiert wurde.
Die Rolle des fußballbegeisterten Sohnes Rudi Scholz1) in der legendären Reihe "Die Unverbesserlichen" mit Inge Meysel und Joseph Offenbach war ab 1965 eine seiner ersten Arbeiten für das Fernsehen, im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte übernahm er in vielen populären Fernsehspielen und -serien die unterschiedlichsten Aufgaben. Zu seinen jüngeren Auftritten zählte die TV-Serie "Kunden und andere Katastrophen"1) (2003), der Thriller "Das falsche Opfer"2) (2004) sowie die Episode "Tod auf Warteliste"3) (2007) aus der Reihe "Elvis und der Kommissar"1). Danach tauchte er unter anderem bei "Heißmann + Rassau"3) in den Sketch-Geschichten "Alles auf Krankenschein" (2011) und "Otello darf nicht platzen" (2014) neben den Protagonisten Volker Heißmann1) und Martin Rassau1) auf.
Auch durch seine Regiearbeiten und Mitwirkung bei der "Sesamstraße"1) – hier zog er 1986 gemeinsam mit Hildegard Krekel1) (später mit Kirsten Sprick1)) als Fahrradhändler Schorsch in die Sesamstraßen-WG ein (bis 1998) –  ist Endemann bekannt geworden, darüber hinaus wirkte er als Sprecher bei vielen Hörspielen mit. So brillierte er unter anderem als Major Peter Hoffmann in der "Commander Perkins"1)-Reihe und sprach in vielen Folgen der Jugend-Gruselserie "Die drei ???"1).
In den letzten Jahren widmete sich Endemann vornehmlich der Arbeit am Theater, stand oft gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau Sabine Schmidt-Kirchner auf der Bühne, wie beispielsweise in der turbulenten Ehe-Geschichte "Bord-Geflüster"4) von  Kerry Renard4) oder auch im Frühjahr 2009 an der "Komödie Düsseldorf "1) in der von Helmuth Fuschl5) in Szene gesetzten deutschen Erstaufführung des Stücks "Der Rosenkrieg" nach dem gleichnamigen, 1989 verfilmten  Roman1) von Warren Adler1). 2015 präsentierte sich das Paar unter anderem im Essener "Theater im Rathaus"1) in der Verwechslungskomödie "Opa ist der Beste" (25.05. –14.06.2015), einer Produktion der Braunschweiger "Komödie am Altstadtmarkt"1)
Der Schauspieler war mit seiner Kollegin Reinhilt Schneider1) verheiratet, die als Freundin von Rudi auch bei den "Unverbesserlichen" mitspielte; aus der Verbindung gingen zwei gemeinsame Söhne hervor: Jannik Endemann1) (geb. 1983) ist ebenfalls Hörspiel- und Synchronsprecher, während der 1976 geborene Till Endemann1) als Regisseur und Autor in der Filmbranche tätig ist. Außerdem hatte er mit seiner zweiten Ehefrau, der französischen Schauspielerin Jocelyne Boisseau1), zwei Töchter, Marine und Alicia Endemann1). Nach der Scheidung bzw. dem 7. Juli 2009 war er mit der Schauspielkollegin Sabine Schmidt-Kirchner verheiratet und lebte mit ihr in Hannover; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei  sueddeutsche.de und welt.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tittelbach.tv, 3) fernsehserien.de, 4) vbb.de, 5) komoedie-muenchen.de
06.2020 Updates / Ergänzungen
22.06.2020 Drei bekannte und beliebte Schauspieler sind von uns gegangen:
  • Am 21. Juni 2020 starb im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung Jürgen Holtz1), der einem breiten Publikum vor allem mit der Titelfigur in der von Wolfgang Menge1) konzipierten Serie "Motzki"1) (1993) in Erinnerung bleiben wird. "Wirklich zu Hause war er aber auf der Theaterbühne, wo er zuletzt ein großes Wagnis einging. (…) Holtz hatte an mehreren großen deutschen Theatern gearbeitet und wurde im Fernsehen als nörgelnder "Motzki" bekannt. In der ARD-Serie nahm er ab 1993 satirisch die deutsch-deutsche Vereinigung in den Blick. Noch im vergangenen Jahr hatte der Schauspieler eine große Theaterrolle übernommen. Am "Berliner Ensemble"1) spielte er Anfang 2019 im Drama von Bertolt Brecht1) den Physiker Galileo Galilei1) unter der Regie von Frank Castorf1). Die Premiere dauerte fast sechs Stunden – und Holtz spielte das Stück stellenweise splitternackt. Holtz wurde in Berlin geboren, studierte Schauspiel in der DDR und arbeitete dort an mehreren Bühnen und für die DEFA1). Anfang der 1980er Jahre setzte er seine Karriere in Westdeutschland fort. Auch in Filmen war er zu sehen, etwa in der DDR-Komödie "Good Bye, Lenin!"1) und in Margarethe von Trottas1) Porträtfilm "Rosa Luxemburg"1). Eine Theaterrolle brachte Holtz zwei besondere Ehrungen: Für seine Darstellung als der Alte im Drama "Katarakt" von Rainald Goetz1) erhielt er 1993 den "Gertrud-Eysoldt-Ring"1) und wurde vom Magazin "Theater heute"1) zum "Schauspieler des Jahres"1) gekürt." notiert tagesschau.de; siehe auch die Nachruf unter anderem bei sueddeutsche.de, deutschlandfunkkultur.de, www.mdr.de   
  • Am 18. Juni 2020 starb im bayerischen Fürstenfeldbruck1), wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag, Claus Biederstaedt. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zählte der Schauspieler zu den beliebten Leinwandstars und tauchte in zahlreichen Unterhaltungsstreifen an der Seite ebenfalls populärer Kolleginnen und Kollegen auf. Gleich für sein Debüt als junger Assistenzarzt in dem Dieter Borsche-Melodram "Die große Versuchung" wurde er mit dem "Bundesfilmpreis"1) als "Bester Nachwuchsdarsteller"1) ausgezeichnet. Man sah in beispielsweise in in "Feuerwerk"1) (1954) neben Lilli Palmer und der damals 16-jährigen Romy Schneider, in der Kästner-Verfilmung "Drei Männer im Schnee"1) als Partner der beiden anderen "Männer im Schnee" Paul Dahlke und Günther Lüders oder mit Heinz Rühmann in "Charleys Tante" (1956). Auch im Fernsehen spielte er seit den 1960ern etliche schöne Rollen, neben Einzelproduktionen sowie Auftritten in Quotenrennern wie "Der Kommissar", "Sonderdezernat K1", "Der Alte"1) oder "Derrick"1) sind beispielsweise auch die Serien "Meine Frau Susanne"2) (1963) mit Heidelinde Weis und "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger"2) mit dem "Urbayern" Beppo Brem zu nennen, wo er zwischen 1978 und 1982 60 Folgen lang den Kriminaloberinspektor Heiner Kettwig mimte. Seit Ende der 1980er Jahre stand Biederstaedt ausschließlich auf der Theaterbühne, begeisterte vor allem in Boulevardstücken das Publikum, und führte auch Regie. Zudem war er ein gefragter Sprecher, lieh internationalen Filmstars wie beispielsweise Marlon Brando, Charlton Heston, James Mason, James Garner, Yves Montand, Peter Falk ("Columbo") oder Paul Newman seine prägnant-sonore Stimme.
    Im Jahre 2008 musste der damals 79-Jährige Jahren seine beruflichen Engagements aufgeben. Eine Krebserkrankung wurde diagnostiziert, die zahlreiche Operationen erforderlich machte und zum Verlust des größten Teils seiner Zunge führte.
    "Sonnyboy, Gentlemen, Charmeur – so wurde der Schauspieler Claus Biederstaedt oft beschrieben. In Serien wie "Derrick" gehörte er oft dazu. Jedenfalls war er einer der letzten großen Darsteller im Nachkriegsdeutschland." schrieb die "Deutsche Welle" in einem Nachruf; weitere Nachrufe untere anderem bei tagesschau.de, www.faz.net, spiegel.de  
  • Bereits am 19. Mai 2020 starb in Essen im Alter von 96 Jahren Manfred Heidmann. Wie sein Vater Karl Heidmann1) (1889 – 1946) schlug auch er den Berufsweg des Schauspielers ein, gehörte ab 1951 zum Ensemble des "Schauspielhauses Bochum"1), anschließend band er sich nicht mehr fest an ein Haus. Er gab viele Gastspiele, so bis 1972 auch weiterhin in Bochum, trat beispielsweise bei den "Ruhrfestspielen"1) in Recklinghausen auf, war an bedeutenden Bühnen wie dem "Staatstheater Stuttgart"1), dem "Deutschen Schauspielhaus"1) in Hamburg oder dem Berliner "Theater am Kurfürstendamm"1) zu sehen. Außerdem führte er ab den späten 1950er Jahren auch Regie, wie beispielsweise 1959 bei der Bochumer Uraufführung des Einakters "Noch zehn Minuten bis Buffalo" von Günter Grass1).
    Das Fernsehen bot Heidmann seit Ende der 1950er Jahre ein breites Betätigungsfeld, er spielte in etlichen Literaturadaptionen, Krimis und diversen Serien. Ab Dezember 1970 wurde er mit der Rolle des stets korrekten KHK Horst Schäfermann in den "Tatort"1)-Folgen aus Saarbrücken so richtig populär, auch wenn er diese Figur bis 1984 nur acht Mal verkörperte. Nur ein Jahr später beendete er jedoch seine Schauspielkarriere. Bis zu seinem Tod war Manfred Heidmann der älteste noch lebende "Tatort"-Kommissar. Er betätigte sich zudem als Synchron- und Hörspielsprecher sowie als Nachrichtensprecher bei der "Deutschen Welle"1); siehe auch die Nachrufe bei www.welt.de, saarbruecker-zeitung.de
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05.2020 Updates / Ergänzungen
30.05.2020 Mit Wolfgang Höper verließ ein weiterer herausragender Künstler für immer die Bühne. Der 1976 zum "Staatsschauspieler" ernannte und emeritierte Professor starb am 25. Mai 2020 im Alter von 87 Jahren in seinem Wohnort Stuttgart an den Folgen der COVID-19-Infektion1); er war verheiratet und Vater zweier Kinder. "Er galt als einer der Großen der deutschen Theaterszene. 34 Jahre lang stand er auf der Bühne der "Staatstheater Stuttgart"1) und war zuletzt das dienstälteste Mitglied im Ensemble. (…) Als Wolfgang Höper 1997 von der Theaterbühne abtrat, hatte er 224 Rollen in 5.206 Aufführungen hinter sich, alle minutiös festgehalten in einer ledergebundenen Kladde." schreibt der SWR unter anderem in einem Nachruf → www.swr.de. "Der kluge König des Theaters" titelte die "Stuttgarter Zeitung", "Wenn er seine Augen anknipste, seinen Bariton erhob und ins Parkett zwinkerte, lag ihm das Publikum zu Füßen."
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater machte Wolfgang Höper immer mal sporadisch Ausflüge vor die Fernsehkamera und übernahm Aufgaben in ambitionierten TV-Produktionen. Unter anderem stellte er den General Friedrich Wilhelm von Grumbkow1) in dem Zweiteiler "Der Thronfolger" (1979) dar, eine seiner seltenen Serien-Auftritte hatte Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der von Wolfgang Staudte1) in Szene gesetzten 12-teiligen Reihe  "Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1981), in Imo Moszkowiczs Doku-Drama "Weltuntergang" (1984) über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand1) (Hans von Borsody) und dessen Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg1) (Dorothea Parton1)) in Sarajewo am 28. Juni 19141), trat er als Kaiser Wilhelm II.1) in Erscheinung. Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem die Literaturverfilmung "Die schöne Wilhelmine" (1984) sowie die 1987 ausgestrahlten  "Tatort"-Episoden "Eine Million Mäuse"1)  und "Spiel mit dem Feuer"1).
Nicht nur als Darsteller beeindruckte Wolfgang Höper, als Rezitator bzw. mit Lesungen feierte er seit Jahren große Erfolge. Darüber hinaus wirkte er viele Jahre als Mitarbeiter des "Südwestrundfunks" bei zahlreichen Hörspielen mit und engagierte sich für Audio-Produktionen.
 
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28.05.2020 Mit Irm Hermann starb am 26. Mai 2020 nach kurzer schwerer Krankheit eine preisgekrönte und weltweit verehrte Künstlerin, die sich sowohl auf der Bühne als auch in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen einen Namen als herausragende Charakterdarstellerin machte und auch als Sprecherin in etlichen Hörspielen Spuren hinterließ. Seit Mitte der 1960er Jahre gehörte sie zum engsten Kreis um Rainer Werner Fassbinder1) (1945 – 1982) und wirkte in rund 20 Filmen des Regisseurs mit, unter anderem  in "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972), in "Der Händler der vier Jahreszeiten"1) (1972), wofür sie 1972 mit dem "Filmband in Gold"1) in der Kategorie "Beste Darstellerische Leistungen"1) ausgezeichnet wurde, sowie in "Fontane Effi Briest"1) (1974) und "Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel"1) (1975). 1975 trennte sich Irm Hermann von Fassbinder, zog nach Berlin und arbeitete mit Regisseuren wie Werner Herzog1), H. W. Geißendörfer1), Percy Adlon1) oder auch dem Dramatiker Tankred Dorst1) zusammen. Lediglich Anfang der 1980er Jahre stand sie noch einmal für Fassbinder vor der Kamera, übernahm 1980 die Rolle der Trude in dem TV-Mehrteiler "Berlin Alexanderplatz" sowie ein Jahr später die Rolle einer Krankenschwester in "Lili Marleen"1) (1981). Die Kinofilme, in denen Irm Herman im Verlaufe ihrer Karriere mitwirkte, lassen sich nicht alle aufzählen und ihre Filme der 1980er und 1990er Jahre beweisen, dass sie sich von dem Fassbinder-Klischee des kleinbürgerlich-spießigen Frauentypus lösen konnte und zu den originellsten und eigenwilligsten Stars auf der Leinwand avancierte. Sie fand endlich auch Gelegenheit ihre skurrilen Möglichkeiten zu entfalten, sei es als bildungsbeflissene oder verknöcherte Studienrätin, Sekretärin oder mürrische Gattin – Frauenfiguren die jedoch immer Menschlichkeit ausstrahlten. Für die Gestaltung der Mitgefangenen Else Gebel1) in Percy Adlons Charakterstudie "Fünf letzte Tage"1) (1982) über die letzte Zeit, die der von Lena Stolze1) dargestellten Widerstandskämpferin Sophie Scholl1) im Gefängnis bis zu ihrer Hinrichtung blieb, erhielt Irm Hermann erneut einen "Filmband in Gold" in der Kategorie "Beste darstellerische Leistungen". Beispielsweise besetzte sie Vicco von Bülow alias Loriot als Tante Hedwig in seinem Kult-Film "Pappa ante Portas"1) (1991), in der Paul Maar-Verfilmung "Lippels Traum"1) (1991) mimte sie die böse Tante Frau Jakob und auch für Rudolf Thomes Spielfilm "Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen"2) (2000) stand sie vor der Kinokamera und wurde gemeinsam mit ihren Darsteller-KollegInnen auf der "Berlinale 2000"1) mit dem "Silbernen Bären"1) ausgezeichnet. Den jüngeren Zuschauern wurde Irm Hermann sicherlich durch die Rolle von Ploppis Oma in dem Kassenschlager "Fack ju Göhte 3"1) (2017) bekannt, eine letzte Aufgabe in einer Kinoproduktion übernahm sie als Philomena in dem Film "Zwei Herren im Anzug"2) (2018), den Josef Bierbichler mit sich selbst in der Rolle des alten Pankraz bzw. alten Seewirts nach Motiven seines Romans "Mittelreich" gedreht hatte.
Die Fernsehzuschauer erfreute Irm Hermanns in zahlreichen Produktionen, war in Serien ebenso präsent wie in Literaturadaptionen, Krimis oder Filmen des leichten Unterhaltungsgenres. In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie sicherlich ab 1998 als Haushälterin Hermine des Professors Capellari alias Friedrich von Thun in der Krimireihe "Die Verbrechen des Professor Capellari"1) auf, welche die Aufklärungsarbeit ihres Chefs manchmal unterstützte aber auch mitunter mit ihrer Dickköpfigkeit und Eigenwilligkeit behinderte. Als "vornehme" Schulsekretärin Frau von Ryben erlebte man die charismatische Schauspielerin unter anderem seit Ende Juli 2008 in der ARD-Serie "Die Stein"1) neben der Hauptdarstellerin Julia Stemberger1) als patente Lehrerin, zusammen mit ihren beiden Fassbinder-Kolleginnen Hanna Schygulla und Margit Carstensen bildete sie in dem Bodensee-"Tatort" mit dem Titel "Wofür es sich zu leben lohnt"1) (EA: 04.12.2016) ein perfektes "Trio Infernale". Zuletzt übernahm sie die Rolle der Marianne Labaule, Witwe bzw. intrigant-skrupellose Mutter des Verlegers wider Willen Wolfram Labaule (Uwe Ochsenknecht1)) in der Satire-Serie "Labaule & Erben"1), nach einer Idee von Harald Schmidt1), welche erstmals am 10. Januar 2019 in der ARD ausgestrahlt wurde.
Die "Agentur Schlag" schreibt in ihrer Pressemitteilung: "Wir verneigen uns vor dieser großen Künstlerin, die auf herausragende und bleibende Weise den deutschsprachigen Film, das Theater und unvergessliche Fernsehproduktionen geprägt hat. Sie wird uns durch ihre einzigartige Begabung, ihren unschlagbaren Humor und ihre kreative Eleganz immer in Erinnerung bleiben. Irm Herrmann war modern und klassisch, autonom und eine wahrhaft selbstbestimmte Frau. Chapeau!".
Die Schauspielerin, welche viele Jahre in Berlin lebte, war mit dem Kinderbuchautor Dietmar Roberg verheiratet; aus der Verbindung stammen der 1977 geborene Sohn Franz Tizian sowie Sohn Fridolin (geb. 1981). → Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, sueddeutsche.de, www.br.de, www.zeit.de
 
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27.05.2020 Groß war die Bestürzung über die Meldung, dass die Schauspielerin Renate Krößner am 25. Mai 2020 in der Gemeinde Mahlow1) (Brandenburg) bei Berlin nach kurzer schwerer Krankheit starb – acht Tage nach ihrem 75. Geburtstag. Die Charakterdarstellerin lebte dort mit ihrem Mann, dem Schauspieler Bernd Stegemann1), das Paar hatte am 28. August 2005 nach langjähriger Partnerschaft geheiratet.
Die an der "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin"1) ausbildete Künstlerin machte sich sowohl auf der Bühne als auch bei Film und Fernsehen einen Namen, in nachhaltiger Erinnerung bleibt sie mit ihrer eindrücklichen Darstellung der jungen, unangepassten Rock-Sängerin Sunny in Konrad Wolfs1) und Wolfgang Kohlhaases1) DEFA1)-Gegenwartsfilm "Solo Sunny"1) (1979), eine Rolle, die der Krößner 1980 bei den "Internationalen Filmfestspielen"1) in Berlin einen "Silbernen Bären"1) einbrachte. Im Verlaufe der Jahrzehnte spielte sie die unterschiedlichsten Figuren, überzeugte in ambitionierten Literaturadaptionen oder gesellschaftskritischen Stücken ebenso wie in Krimis, Komödien und Melodramen sowie in zahlreichen Serien. Für ihre Darstellung der allein erziehenden Mutter Theres Spitzer, in die sich der Titelheld Pater Ludger (Dieter Pfaff) in der Serie "Bruder Esel"1) (1996) verliebt, wurde Renate Krößner mit einem "Adolf Grimme-Preis"1) sowie einem "Goldenen Löwen"1) ausgezeichnet. Bereits 1993 hatte sie ein "Filmband in Gold"1) als "Beste Darstellerin" für die Rolle der Kneipenwirtin Uschi Klamm in Adolf Winkelmann1) Fußballfan-Drama "Nordkurve"1) (1993) erhalten. Eine weitere große Serienrolle war ab 1997 (Folgen 12–23) die Filmehefrau des Kriminalhauptkommissar Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph) in der erfolgreichen Krimiserie "Stubbe – Von Fall zu Fall"1), einen Part, den sie bis 2003 verkörperte. Zu ihren letzten Arbeiten vor der Kinokamera zählte die von Neelesha Barthel1) inszenierte amüsante Geschichte "Marry Me"2) mit dem Untertitel "Aber bitte auf indisch"; Kinostart dieser ZDF-Kino-Koproduktion war der 2. Juli 2015, die Erstausstrahlung im Fernsehen erfolgte am 15. Juli 2016 auf ARTE. Zwischen 2017 und 2019 mimte sie in der Serie "Der Lehrer"1) in einigen Episoden als Inga Vollmer die Mutter des Lehrers Stefan Vollmer (Hendrik Duryn1)); siehe auch die Nachrufe unter anderem bei sueddeutsche.de, tagesspiegel.de, spiegel.de
 
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18.05.2020 Bereits am 12. Mai 2020 erlag in seinem Anwesen in der Gemeinde Saint-Philbert-sur-Risle1) (Département Eure1), Normandie) der französische Schauspieler Michel Piccoli, der nicht nur in seinem Heimatland als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller bzw. Jahrhundertschauspieler galt und auch als Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent tätig war, im Alter von 94 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Familie berichtete. Er sei "in den Armen seiner Frau Ludivine und seiner Kinder Inord und Missia dahingeschieden", hieß es in der Mitteilung der Familie, die Piccolis Freund, der frühere Präsident der "Internationalen Filmfestspiele von Cannes", Gilles Jacob1), übermittelte. "Gespielt hat Piccoli fast alles: den leidenschaftlichen Liebhaber, romantischen Verführer, kalten Zyniker, den Mörder, der Polizisten am Spieß brät ("Themroc"1)), den verzweifelten Künstler in "Die schöne Querulantin"1) und den Papst in "Habemus Papam"1) von Nanni Moretti1). Zeitgleich zu seiner Filmkarriere feierte er große Erfolge auf der Bühne. Furore machte er unter anderem in Arthur Schnitzlers1) Tragikomödie "Das weite Land"1), die der Schweizer Theaterregisseur Luc Bondy1) mit Piccoli auch erfolgreich verfilmte2)." notiert tagesschau.de in einem Nachruf. Neben Catherine Deneuve war auch Romy Schneider, mit der er sechs Filme zusammen drehte – unter anderem "Die Dinge des Lebens"1) (1970), "Das Mädchen und der Kommissar"1) (1971) sowie zuletzt "Die Spaziergängerin von Sans-Souci"1) (1982) – eine seiner häufigen Leinwandpartnerinnen. "Der Schauspieler Michel Piccoli verkörperte verfressene Egomanen, zaudernde Liebhaber, sogar den Papst. Sein Geheimnis war die Distanz, die er stets wahrte." kann man bei www.zeit.de lesen; weitere Nachrufe unter anderem bei spiegel.de, www.welt.de, www.sueddeutsche.de,www.faz.net
 
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10.05.2020 Am 9. Mai 2020 starb in Tullahoma (Tennessee1)) im Alter von 87 Jahren der US-amerikanische Sänger und Musiker Richard Wayne Penniman, der unter dem Namen "Little Richard" Weltruhm erlangte, als Pionier des Rock 'n' Roll gilt und im Laufe seiner Karriere weltweit mehr als 30 Millionen Tonträger verkaufte. Laut Medienberichten bzw. seinem langjährigen Anwalt Bill Sobel sei Knochenkrebs die Todesursache gewesen. Als drittes von zwölf Kindern in ärmliche Verhältnisse hineingeboren, lernte Richard bereits früh zu singen und Klavier zu spielen. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Song "Tutti Frutti"1) (1955), der mit der legendären Lautmalerei "A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!" weiterging. Titel wie "Long Tall Sally"1) (1956), "Ready Teddy"1) (1956), "The Girl Can't Help It" (1957), "Good Golly Miss Molly" (1958), "Rip It Up" oder "Baby Face" (1959) erstürmten die Hitparaden und Little Richard avancierte zu einem der populärsten Rock-Musiker seiner Zeit, nicht nur in den USA. Alleine "Long Tall Sally" hielt sich acht Wochen lang auf Platz 1 der Charts. "Sein schnelles und kraftvolles Pianospiel, sein lauter und überdrehter Gesang sowie seine energiereichen Konzerte inspirierten viele namhafte Musiker." notiert Wikipedia. In dieser Zeit trat er unter anderem mit seiner Band auch in den Kinostreifen "The Girl Can't Help It"1) (1956, "Schlagerpiraten") und "Don't Knock The Rock" (1956, "Außer Rand und Band 2. Teil") in Erscheinung. "Nach einem mehrjährigen Rückzug für religiöse Studien begann Little Richard in den 1960er Jahren ein Comeback, für das er seinen Sound in Richtung Soul und Funk weiterentwickelte. Ohne an seine früheren Verkaufserfolge anknüpfen zu können, steigerte er die Extravaganz seiner Bühnenauftritte durch Selbstinszenierung und Elemente der Travestie. Seit den 1980er Jahren stand Little Richard nur noch sporadisch im Aufnahmestudio oder auf der Bühne."2) → siehe auch die Nachrufe bei tagesschau.de, spiegel.de, www.welt.de, www.zeit.de
 
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04.2020 Updates / Ergänzungen
27.04.2020 Mit Otto Mellies starb am 26. April 2020 ein herausragender Schauspieler, der sowohl auf der Bühne als auch bei Film- und Fernsehen Spuren hinterlassen hat; er wurde 89 Jahre alt. Sein darstellerisches Rüstzeug erwarb sich der damals erst 16-Jährige an dem von Lucie Höflich geleiteten "Mecklenburgischen Staatstheater"1) in Schwerin. Nach verschiedenen Bühnenverpflichtungen wurde Mellies 1956 von Wolfgang Langhoff1) nach Berlin an das "Deutsche Theater"1) berufen, das für mehr als fünf Jahrzehnte seine künstlerische Heimat bleiben sollte. Hier profilierte sich der hochgewaschene Mime zu einem unverzichtbaren Charakterdarsteller, glänzte in Klassikern ebenso wie in Stücken der Moderne. Zu seinen brillanten Interpretationen zählte die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise"1), die er seit 1987 in einer Inszenierung von Friedo Solter1) mehr als 320 Mal eindrücklich gestaltete – zuletzt im Februar 2006 anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums am "Deutschen Theater". Seit Mitte der 1950er Jahre arbeitete der Schauspieler zudem umfangreich für Film und Fernsehen sowie für die Synchronisation, den Hörfunk bzw. Audio-Produktionen. Enorme Popularität, die ihn auch über die Grenzen der ehemaligen DDR bekannt machten, erlangte Otto Mellies in verschiedenen TV-Mehrteilern, so erstmals als karrierebesessener Chemiker Dr. Martin Schlüter in dem Fünfteiler "DR. Schlüter"2) (1965/66). In dem ebenfalls auf fünf Teile ausgelegten TV-Film "Begegnungen"2) (1967) spielte Mellies den sich im antifaschistischen Widerstand befindenden deutschen Wehrmachtsangehörigen Walter Reinhardt, in dem abenteuerlichen Zweiteiler "Geheimkommando Spree"2) (1968) bzw. der dreiteiligen Fortsetzung "Geheime Spuren"2) (1969) den Oberleutnant Bernd Rolland. Im gesamtdeutschen Fernsehen blieb Otto Mellies ein vielgefragter Charakterdarsteller, der in Literaturverfilmungen, Dramen und Krimis immer wieder zeigte, was für ein großartiger Schauspieler er war. In den letzten Jahren hatte er markante Auftritte in etlichen beliebten Krimiserien, zuletzt erlebte man den 88-Jährigen am 10. November 2019 in der "Tatort"-Story "Das Leben nach dem Tod"1) mit dem Berliner Ermittlerteam Rubin und Karow1) (Meret Becker/Mark Waschke1)) als den alten, gebrechlich wirkenden Gerd Böhnke, der der beim Öffnen seiner Wohnungstür von zwei Mädchen überfallen und ausgeraubt wurde. Noch fand der Zuschauer keine Verbindung zwischen Böhnke und dem zu lösenden Kriminalfall bzw. einer "Tatort"-Geschichte, die sich erstmals mit dem Thema der Todesstrafe in der DDR auseinandersetzte. Später wurde klar, dass es sich bei dem anfangs so harmlos daher kommenden Böhnke um einen ehemaligen hohen DDR-Richter handelte, der sich als Wendeverlierer fühlte und nun als "ewig Gestriger" auf perfide Art Selbstjustiz übte.
Für seine darstellerische Leistung als Vater des tödlich erkrankten Protagonisten (Milan Peschel1)) in dem Kino-Drama "Halt auf freier Strecke"1) (2011) konnte Mellies den "Deutschen Filmpreis 2012"1) ("Lola") als "Bester Nebendarsteller" entgegennehmen. Zuletzt gehörte er als Seniorenheimbewohner Rudolf zur Besetzung des Spielfilms "Sein letztes Rennen"1) (2013) mit Dieter Hallervorden als ehemaligem Marathonläufer Paul Averhoff, der sich im hohen Alter an einem Comeback versucht. In dem von Regisseur Tim Trageser1) in Szene gesetzten Jugendfilm "Die Wolf-Gäng"1), welcher am 12. Januar 2020 Premiere feierte, wirkte Mellies als Erzähler mit.
Siehe auch die Nachrufe bei www.mdr.de, www.faz.net, www.tagesspiegel.de 

Weiterhin ist zu berichten, dass der österreichische Schauspieler Armin Dahlen bereits am 26. Juli 2013 in Hart bei Graz1) im Alter von 93 Jahren unbemerkt von der Öffentlichkeit starb. Wie Wikipedia schreibt, lebte er dort seit 1981 unter dem Namen Armin Theodor Josef Schiestl-Dahlen. Dies habe eine eine Rechercheanfrage beim Bürgerservice und zentralen Melderegister der Gemeinde Hart bei Graz ergeben.
  
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10.04.2020 Erneut ist der Tod zweier Schauspieler zu beklagen
  • Wie erst jetzt bekannt wurde, starb bereits am 29. Februar 2020, rund zwei Wochen nach seinem 78. Geburtstag in Berlin Dieter Laser. Entdeckt und gefördert von dem legendären Gustaf Gründgens (1899 – 1963), brillierte der markante Charakterdarsteller im Laufe seiner Karriere an vielen renommierten Bühnen, arbeitete mit Regisseuren wie Peter Stein1) an den "Münchner Kammerspielen", am "Schauspielhaus Zürich"1) und an der Berliner "Schaubühne am Halleschen Ufer"1) zusammen. Seit 1974 war Dieter Laser freiberuflich tätig und band sich nicht mehr fest an ein Haus, Gastspiele unter anderem in Basel, am "Staatstheater Stuttgart"1), den "Bühnen der Stadt Bonn"1), den "Staatlichen Schauspielbühnen Berlin"1) und dem Wiener "Burgtheater"1) sowie die "Salzburger Festspiele"1) gehörten zu seinen Theaterstationen. Mit einem breit gefächerten Rollenrepertoire, dass von klassischen, aber auch modernen Figuren geprägt war, bewies Dieter Laser immer wieder seine enorme schauspielerische Dominanz. Zuletzt sah man Laser im Sommer 2019 bei den "Bad Hersfelder Festspielen"1) unter der Regie von Joern Hinkel1) in dessen Bühnenversion des unvollendeten Romans "Der Prozess" von Franz Kafka1) als eitlen, profitgierigen Advokaten Huld an der Seite von Ronny Miersch1) als Josef K. sowie unter anderem Marianne Sägebrecht (Frau Gubrach, treuherzige Haushälterin von Josef K.) und Ingrid Steeger (Fräulein Montag).
    Über die Theaterszene hinaus bekannt und populär wurde Dieter Laser seit Anfang der 1970er Jahre durch zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen. Gleich seine erste Leinwandrolle, die Titelfigur in der Literaturverfilmung "John Glückstadt"1) in Anlehnung an die Novelle "Ein Doppelgänger"1) von Theodor Storm1), brachte Laser einen "Deutschen Filmpreis"1) in der Kategorie "Bester Darsteller "ein. Weitere Kinoproduktionen wie beispielsweise "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"1) (1975), "Die Elixiere des Teufels"1) (1976) oder der Science-Fiction-Streifen "Operation Ganymed"1) (1977) sollten folgen. In jüngerer Zeit zeigte er sich in dem internationalen Thriller "The Human Centipede"1) (2008, Regie: Tom Six1)) und trat mit der Hauptrolle des pensionierten, verrückten Chirurgen und Nazi-Psychopathen Dr. Josef Heiter in Erscheinung – der Horrorstreifen wurde 2009 auf dem "Screamfest" in Los Angeles" sowie dem "Fantastic Fest" (USA) als "Best Picture" ausgezeichnet, Laser selbst erhielt dort den Preis "Best Actor 2009". In dem Streifen "The Human Centipede III"1) ("Final Sequence"), der am 22. Juli 2015 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wurde, kam Dieter Laser dann mit der Figur des cholerischen und rassistischen Wahnsinnigen Bill Boss daher. Auf dem Bildschirm war der Mann mit dem durchdringenden Blick seit Ende der 1960er Jahre ebenfalls präsent, mimte oftmals zwielichtige Figuren und bewies auch hier seine darstellerische Vielseitigkeit. Zuletzt gehörte er in Dieter Wedels1) Zweiteiler "Gier"1) (EA: 20./21.01.2010) mit dem kleineren Auftritt des Generals Klaus Habenicht ebenfalls zur prominenten Schauspielerriege; siehe auch die Nachrufe unter anderem bei rp-online.de, www.faz.net
     
  • Am 9. April 2020 starb im Alter von 81 Jahren Ernst-Georg Schwill in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarktes. Der Ur-Berliner, der bereits mit 14 Jahren für dem Jugend-Krimi "Alarm im Zirkus"1) (1954) vor der Kamera stand, zeigte sich seit Mitte der 1950er Jahre in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen überwiegend in Nebenrollen, blieb auch nach der so genannten Wende ein vielbeschäftigter Darsteller. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Schwill wie etliche seiner ostdeutschen Kollegen erlebte, eroberte er sich einen festen Platz im gesamtdeutschen Fernsehen. So richtig populär wurde der stämmige, nur 1,65 Meter große Mann mit dem runden, freundlichen Gesicht in den "Tatort"-Folgen des vom "Sender Freies Berlin"1) (SFB) und "Rundfunk Berlin-Brandenburg"1) (rbb) produzierten Krimis. Hier unterstützte er als Kommissar bzw. Kriminaltechniker Lutz Weber2) ab 2000 dreizehn Jahre lang die Ermittler der 5. Mordkommission des Berliner LKA Ritter & Stark1) alias Dominic Raacke1) und Boris Aljinovic1). Bei Wikipedia wird die kauzige Figur mit der karierten Schiebermütze folgendermaßen charakterisiert: "Kommissar Lutz Weber, gespielt von Ernst-Georg Schwill, ist Mitte der 1940er Jahre geboren und stammt noch aus den Zeiten der Volkspolizei. Er ist ein verlässlicher Mitarbeiter und "ein Mann für alle Fälle". Auch er begann, wie Felix Stark, im Raubdezernat, wechselte später zur Mordkommission, wo auch er es am Anfang mit Till Ritter nicht leicht hatte. Aber er ist ein Gemütsmensch mit gesundem Menschenverstand und solider Grundausbildung. Durch seinen trockenen Berliner Humor gelingt es ihm oft auch mal, die ungeliebten Wahrheiten auszusprechen. Ganz besonders, wenn er, wie fast immer, vor seinen beiden Kollegen am Tatort ist und auch schon mal einen Kaffee besorgt. Meist ist er jedoch im Innendienst, um zu recherchieren, Akten zu bearbeiten oder alle möglichen anderen Kleinigkeiten zu organisieren.".
    Im September 2008 legte Schwill seine Erinnerungen unter dem Titel "Is doch keene Frage nich" vor, beschreibt darin die turbulente Nachkriegszeit, aber auch seinen schwierigen Neustart nach dem Ende der DDR. "Auch kleine Rollen müssen gespielt werden, und zwar mit vollem Einsatz, sie geben den Filmen die Würze." meinte Schwill einmal. Mit "Icke, meine und andere Tatorte. Geschichten" folgte 2012 eine weitere Veröffentlichung.
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tatort-fundus.de
03.04.2020 Bereits am 28. März 2020 starb die Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting im Alter von 92 Jahre an ihrem Wohnort, zuletzt lebte sie im unterfränkischen Michelrieth1), einem zu Marktheidenfeld1) (Bayern) gehörenden kleinen Dorf an der Ostseite des Spessarts. Anfang der 1950er Jahre kam die am 21. November 1927 als Waltraud Irmgard Goltz geborene junge Frau zum Film, bereits für ihren zweiten Leinwandauftritt bzw. die Rolle einer russischen Soldatin in dem Krimi "Die Spur führt nach Berlin"1) (1952) erhielt sie den "Bundesfilmpreis"1) in der Kategorie "Beste Nachwuchsschauspielerin". Furore machte die markant-attraktive Künstlerin als Titelheldin in dem Heimat-Melodram "Die Geierwally"1) (1956), der dritten Verfilmung des gleichnamigen Romans1) von Wilhelmine von Hillern1). Bis Mitte der 1960er Jahre stand Barbara Rütting regelmäßig für Kinoproduktionen vor der Kamera, einen letzten Auftritt hatte sie 1975 als Ehefrau des Gemütsmenschen bzw. Dauerschläfers Traugott Wurster in der turbulenten Komödie "Mein Onkel Theodor oder Wie man im Schlaf viel Geld verdient"1) an der Seite von Gert Fröbe in der Doppelrolle des Traugott Wurster bzw. von dessen Bruder "Onkel Theodor". Auf dem Bildschirm trat sie ebenfalls verschiedentlich in Erscheinung, neben Literaturadaptionen zeigte sie sich mit Episodenrollen in populären Krimiserien wie "Der Kommissar" (1975), "Der Alte"1) (1980), "Derrick"1) (1981), "Ein Fall für zwei"1) (1981) oder "Schwarz Rot Gold"1) (1984). Zuletzt sah man sie 2000 als Lady Catherine in der Rosamunde Pilcher1)-Geschichte "Im Licht des Feuers"2).
Bereits 1952 gab Barbara Rütting in Krefeld ihr Theaterdebüt in dem Stück "Die Tochter des Brunnenmachers" von Marcel Pagnol1). Sie spielte in den kommenden Jahren an allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen und im Rahmen von Tourneen die großen weiblichen Figuren der Weltliteratur von Shakespeares "Lady Macbeth" in "Macbeth"1) über Schillers Prinzessin von Eboli in "Don Karlos"1), Ibsens "Hedda Gabler"1), Strindbergs "Fräulein Julie"1) bis hin zur Martha in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf"1) von Edward Albee1) und Brechts "Mutter Courage"1).
1970 erschien ihr Roman "Diese maßlose Zärtlichkeit". Nachdem sie ein Vollkornbrot (das "Barbara Rütting-Brot") auf den Markt gebracht hatte, schrieb sie 1976 auch ein Kochbuch mit dem Titel "Mein Kochbuch. Naturgesunde Köstlichkeiten aus aller Welt", nochmals 1997 "Grüne Rezepte für den blauen Planeten, 1979 außerdem das Kinderbuch "Ach du grüner Kater" sowie weitere Veröffentlichungen in diesen Kategorien. Nachdem sich die Schauspielerin zur Gesundheitsberaterin hatte ausbilden lassen, folgten eine ganze Reihe weiterer Bücher zum Thema "ökobewusste" Ernährung. Zuletzt publizierte sie 2015 die Autobiografie "Durchs Leben getobt" → Bibliografie siehe Wikipedia.
Im Laufe der Jahrzehnte gewann Rüttimgs Engagement im Umwelt-, Tier- und Menschenschutz immer mehr an Bedeutung, sodass sie Mitte der 1980er Jahre ihre Schauspielkarriere weitgehend beendete. 1982 erfolgte ihr Eintritt bei den "Bündnis 90/Die Grünen"1), 2003 wurde sie von den "Grünen" im Chiemgau, wo sie damals lebte, gebeten, für den "Bayerischen Landtag"1) zu kandidieren. Über die oberbayerische Bezirksliste zog sie im Alter von 75 Jahren als Abgeordnete in den Landtag ein und wurde Alterspräsidentin. Obwohl 2008 für eine weitere Legislaturperiode wiedergewählt, legte sie am 2. April 2009 vorzeitig aus Gesundheits- und Gewissensgründen das Mandat nieder. Aus Protest gegen die Abkehr vom Pazifismus und den mangelnden Tierschutz verließ sie dann im September 2009 die Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Barbara Rütting konzentrierte sich nach ihrer politischen Karriere auf ihre Arbeit als Schriftstellerin, veröffentlichte 2010 das Buch "Wo bitte geht's ins Paradies?" mit dem Untertitel "Burnout einer Abgeordneten und Neuanfang", 2012 folgte das Buch "Was mir immer wieder auf die Beine hilft".
Zwischen 2009 und 2014 unterstützte sie die Kleinpartei "Partei Mensch Umwelt Tierschutz"1). Ende 2016 trat sie in die neu gegründete "Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer"1) (V-Partei³) ein, kandidierte auf Listenplatz 2 der bayerischen Landesliste für die Bundestagswahl 2017 und holte in ihrem Heimatort das beste Zweitstimmenergebnis der Partei.
Barbara Rütting, die nach der Scheidung der 1946 geschlossenen Ehe mit Hans Rütting in zweiter Ehe von 1955 bis 1964 mit Heinrich Graf von Einsiedel1) verheiratet war, führte von 1969 bis 1988 eine Beziehung mit dem Schauspieler, Regisseur und Theaterintendanten Lutz Hochstraate1). Das Paar lebte bis 1980 unter anderem mit zwei Pferden, drei Hunden, zwei Katzen und einem Zwerghuhn auf einem kleinen Bauernhof in der Ortschaft Sommerholz1) bei Salzburg; siehe auch die Nachrufe bei sueddeutsche.de, spiegel.de, www.zdf.de
 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de
03.2020 Updates / Ergänzungen
10.03.2020 Am 8. März 2020 starb im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat Paris der schwedische Schauspieler Max von Sydow; sein Vater war der Ethnologe Carl Wilhelm von Sydow1) (1878 – 1952) mit deutsch-pommerscher Abstammung. Schon früh machte sich von Sydow einen Namen als exzellenter Charakterdarsteller und avancierte sowohl in Schweden als auch im Ausland rasch auf der Leinwand zum Star. Mit Ingmar Bergmans1) Drama "Das siebente Siegel"1) (1957, "Det Sjunde inseglet") und der Hauptrolle des fahrenden Ritters Antonius Blok, der sich während einer Pest-Epidemie auf ein Spiel mit dem Tod einlässt, wurde der Mime auch international gefeiert. Seither sind die Namen Max von Sydow und Ingmar Bergman eng miteinander verbunden, unter der Regie des schwedischen Regisseurs wirkte er in zehn weiteren Werken, so unter anderem in "Wilde Erdbeeren"1) (1957, "Smultronstället"), es folgten "Das Gesicht"1) (1958, "Ansiktet"), "Die Jungfrauenquelle"1) (1959, "Jungfrukällan"), "Die Stunde des Wolfes"1) (1968, "Vargtimmen"), "Schande"1) (1968, "Skammen"), "Passion"1) (1969, "En Passion") und zuletzt in "Die Berührung"1) (1971, "Beröringen"). Doch auch unter anderen Regisseuren zeigte von Sydow als herausragender Darsteller immer wieder seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit. Er drehte zahlreiche, international erfolgreiche Filme, war mythischer Held, undurchschaubarer Finsterling, zwielichtige Typus, Licht- und Schattengestalt, Retter und Verräter oder historische Charaktere sowohl im Kino als auch im Fernsehen. In seinem Hollywood-Debüt verkörperte er in dem biblischen Monumentalfilm "Die größte Geschichte aller Zeiten"1) (1965, "The Greatest Story Ever Told") Jesus von Nazaret1), unvergessen bleibt er als Jesuitenpater Lankester Merrin in den Horrorstreifen "Der Exorzist"1) (1973, "The Exorcist") und "Exorzist II – Der Ketzer"1) (1977, "Exorcist II: The Heretic"). Für seine Rolle des Witwers und Vaters Lasse Karlsson in dem dänischen Drama "Pelle der Eroberer"1) (1987, "Pelle Erobreren") erhielt er 1987 den Europäischer Filmpreis "Felix"1) als "Bester Schauspieler", 1988 die dänischen Filmpreise "Bodil"1) ("Bester Hauptdarsteller"1)) und "Robert"1) ("Bester Hauptdarsteller"1)) sowie 1989 eine "Oscar"-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller", unterlag jedoch Dustin Hoffman in "Rain Man"1). Eine weitere "Oscar"-Nomimierung als "Bester Nebendarsteller" war die Rolle des stummen Untermieters in dem US-amerikanischen Drama "Extrem laut & unglaublich nah"1) (2011,"Extremely Loud & Incredibly Close"), doch auch diesmal ging von Sydow leer aus und musste die begehrte Trophäe Christopher Plummer in "Beginners"1) überlassen. Einem jüngeren Publikum wurde von Sydow, der noch im hohen Alter vor der Kamera stand, mit dem kleinen, dennoch prägnanten Part des Jedi-Forschers Lor San Tekka in siebte Episode der "Star-Wars"1)-Filmreihe mit dem Titel "Star Wars: Das Erwachen der Macht"1) (2015, "Star Wars: The Force Awakens") und als Magier "Dreiäugiger Rabe" in drei Folgen (2016) der erfolgreichen Fantasy-Serie "Game of Thrones"1) bekannt. 
"Die Tagesschau" (→ tagesschau.de) bezeichnete den Schweden als einen "der markantesten Gesichter im Filmgeschäft", der "in mehr als hundert Filmen und Fernsehserien im Laufe seiner weit über ein halbes Jahrhundert langen Karriere zu sehen war und dabei fast jedes Genre streifte."
Weitere Nachrufe unter anderem bei www.spiegel.de, www.zeit.de, www.sueddeutsche.de
 
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02.2020 Updates / Ergänzungen
19.02.2020 Am 17. Februar 2020 starb, neun Tage nach ihrem 94. Geburtstag, in München, wo sie zuletzt in einem Seniorenstift gelebt hatte, die Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Sonja Ziemann, wie ihr Bruder gegenüber der "Deutschen Presse-Agentur" bestätigte. In den 1950er Jahren avancierte sie in Deutschland zu einer der beliebtesten Leinwandstars, wurde mit den Heimatstreifen "Schwarzwaldmädel"1) (1950) und "Grün ist die Heide"1) (1951) schlagartig populär. Die von Hans Deppe1) nach der gleichnamigen Operette1) von August Neidhardt1) (Libretto) und Leon Jessel1) (Musik) gedrehte Romanze "Schwarzwaldmädel" war der erste deutsche Farbfilm nach dem Krieg – der erste deutsche Heimatfilm der 1950er Jahre überhaupt und löste einen Boom in diesem Genre aus. In den genannten Produktionen war Rudolf Prack (1905 – 1981) ihr Partner, beide etablierten sich im Kino als "Traumpaar" und drehten noch weitere Filme wie "Die Diebin von Bagdad"1) (1952), "Die Privatsekretärin"2) (1953), "Dany, bitte schreiben Sie"1) (1956) oder "Kaiserball"1) (1956). Sonja Ziemann blieb zunächst dem Klischee des "lieben Mädels" verhaftet, konnte sich dann jedoch von diesem Image lösen und schaffte sowohl auf der Leinwand als auch auf der Theaterbühne erfolgreich den Sprung ins Charakterfach. In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie als Protagonistin in Helmut Käutners Satire "Der Traum von Lieschen Müller"1) (1961) oder mit ihren Rollen in Frank Wisbars ergreifenden Kriegsfilmen "Hunde, wollt ihr ewig leben"1) (1958) und "Nacht fiel über Gotenhafen"1) (1959).
Im Laufe ihres Lebens musste Sonja Ziemann, die man zu Recht als Ikone des deutschen Nachkriegsfilms bezeichnet, tragische Schicksalsschläge verkraften. Ihre erste, 1953 geschlossene Ehe mit dem Wiesbadener Strumpffabrikanten Rudolf Hambach scheiterte trotz eines gemeinsamen Sohnes bereits 1956. Die Verbindung (Heirat 1961) mit dem Dichterrebellen, Ausnahmeschriftsteller und Drehbuchautor Marek Hlasko1) wurde durch dessen Tod, hervorgerufen durch eine Überdosis Schlaftabletten, am 14. Juni 1969 endgültig getrennt. Nur sieben Monate später starb Ziemanns Sohn Pierre aus erster Ehe mit nur 17 Jahren an einer Atemlähmung als Folge einer Tumorerkrankung. Zu den guten Freunden, welche Sonja Ziehmann nach dem Tod ihres Sohnes Pierre beistanden, gehörte der Schauspieler Charles Regnier (1914 – 2001) und dessen Frau, die Schauspielerin und Sängerin Pamela Wedekind1) (1906 – 1986), Tochter des Dramatikers Frank Wedekind1) (1864 – 1918). Nach dem Tod von Pamela Wedekind am 9. April 1986 wurde aus der tiefen Freundschaft zu Charles Regnier eine innige Liebesbeziehung. 1989 heiratete das Paar, lebte unter anderem in Ambach1) am Starnberger See und ging immer wieder gemeinsam auf Tournee, so zuletzt bis Mitte der 1990er Jahre mit dem Dialogstück "Adelaide" von Robert Lamoureux1). Laut Medienberichten soll Sonja Ziemann in Berlin in der Grabstelle ihrer Eltern und ihres Sohn beigesetzt werden → siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesspiegel.de, tagesschau.de, www.faz.net
  
Fremde Links: Wikipedia, 2) filmportal.de
09.02.2020 Am 8. Februar 2020 starb in Berlin – acht Tage vor seinem 81. Geburtstag – der Theater- und Filmschauspieler Volker Spengler1). Geboren am 16. Februar 1939 in der Hansestadt Bremen1), war er ab einem Alter von 14 Jahren als Seemann tätig, mit 18 Jahren begann er eine Kaufmannslehre. Von 1959 bis 1961 studierte Spengler an der Schauspielschule in Salzburg und am Wiener "Max Reinhardt-Seminar"1).
Nach einem längeren Aufenthalt in der USA war er am Theater in Stuttgart zusammen mit Heinz Erhardt, in Hamburg mit Ida Ehre und in Frankfurt mit Fritz Rémond tätig. 1967 begann sein Engagement am Berliner "Schillertheater"1), wo er unter anderem 1968 als Caliban in Fritz Kortners Inszenierung des Shakespeare-Dramas "Der Sturm"1) mitwirkte. Hinzu kamen Engagements an Bühnen in München, Köln, Frankfurt und schließlich wieder in Berlin, unter Regisseuren wie Einar Schleef1), Klaus Emmerich1) und Peter Palitzsch1). Am "Schauspiel Frankfurt"1) wirkte er unter anderem bei den Einar Schleef-Inszenierungen "Vor Sonnenaufgang"1) (1987) von Gerhart Hauptmann1) und in der Uraufführung (12.03.1988) von Schleefs eigenem Stück "Die Schauspieler" (nach Maxim Gorkis "Nachtasyl"1)) mit. Mit Peter Palitzsch arbeitete er ebenfalls in Frankfurt zusammen: In "Edward II"1) (1988) von Christopher Marlowe1) und als Estragon in"Warten auf Godot"1) (1991) von Samuel Beckett. Die Zusammenarbeit mit Palitzsch setzte sich fort: Am "Berliner Ensemble"1) mit dem Shakespeare-Drama "Perikles, Prinz von Tyrus"1) und Brechts "Baal"1) (beide 1993), mit "Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben"1) von Tankred Dorst1) und der deutschen Erstaufführung des Stücks"Ollys Gefängnis" von Edward Bond1) (beide 1994) sowie dem Drama "Endspiel"1) (1995) von Samuel Beckett1), wo er den neben Hermann Beyer (Clov) dessen blinden und gelähmten Herrn Hamm spielte (→ berliner-schauspielschule.de) und 1999 am "Düsseldorfer Schauspielhaus"1) als Protagonist in Becketts Einpersonen-Stück "Das letzte Band"1) und in "Alles Theater – gewidmet Gustaf Gründgens" von Frank M. Raddatz1), einer Revue über das Leben und Wirken von Gustaf Gründgens aus Anlass des 100. Geburtstages. In Düsseldorf interpretierte Volker Spengler zudem 2000 die Titelrolle des Galileo Galilei1) in Brechts "Leben des Galilei"1) (Regie: Klaus Emmerich). In der letzten Inszenierung von Heiner Müller1), dem Brecht-Schauspiel "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"1) am "Berliner Ensemble" (Premiere: 03.06.1995), gestaltete Spengler die Rolle des Gangsters Emanuele Giri an der Seite eines grandiosen Martin Wuttke1) als Arturo Ui → berliner-schauspielschule.de.
In Erinnerung wird Spengler auch als Fassbinder-Darsteller bleiben, übernahm er für Rainer Werner Fassbinder1) zunächst kleinste und kleine Parts, erhielt er in "In einem Jahr mit 13 Monden"1) (1978) eine großartige Hauptrolle: Er mimte in diesem Streifen den Transsexuellen Erwin, der sich aus Liebe zu einem Mann umoperieren lässt und jetzt Elvira Weißhaupt heißt. Leider wird sie von ihrem einstigen Geliebten (Gottfried John) verachtet und begeht Selbstmord. Durch ein äußerst eindrucksvolles Spiel begeisterte Volker Spengler Publikum und Kritiker. Eine nächste Hauptrolle bei Fassbinder spielte Spengler als Lockspitzel bzw. Terrorist August Brem in "Die dritte Generation"1) (1979), in dem vielbeachteten Mehrteiler "Berlin Alexanderplatz" mimte er den Bruno. In der Komödie "Heute spielen wir den Boß – Wo geht's denn hier zum Film?"1) (1981) von Peer Raben1) sah man ihn als Manfred Dietrich auf der Leinwand, in dem von Volker Schlöndorff1) in Szene gesetzten Drama "Der Unhold"1) (1996, "The Ogre") zeigte er sich neben John Malkovich1), Armin Mueller-Stahl und Gottfried John als NS-Generalfeldmarschall Hermann Göring1). In jüngerer Zeit wirkte er in dem Liebesdrama "Kammerflimmern"1) (2004) als "Hundemann" mit, zugleich sein letzter Auftritt in einer Kinoproduktion bzw. vor der Kamera.
Volker Spengler verfasste ein Theaterstück mit dem Titel "Lieber William", inszenierte 1985 am Frankfurter "Theater am Turm"1) (TAT) das Fassbinder-Stück "Die bitteren Tränen der Petra von Kant"1) ausschließlich mit Männern.
Seit 1993 war Spengler als Schauspieler beim "Berliner Ensemble" verpflichtet, spielte jedoch auch häufig bei Rene Pollesch1) an der Berliner "Volksbühne"1) wie auch für Christoph Schlingensief1), der ihn unter anderem als Hank in dem satirischen Horrorstreifen "Das deutsche Kettensägenmassaker"1) (1990) besetzte. → Nachrufe unter anderem bei www.zeit.de, www.tagesspiegel.de, www.nachtkriktik.de
  
Quellen: deutsches-filmhaus.de sowie Wikipedia (abgerufen 20.04.2012/09.02.2020); siehe auch filmportal.de
Fremde Links: 1) Wikipedia
06.02.2020 Trauer rief die Nachricht hervor, dass die Hollywood-Legende Kirk Douglas am 5. Februar 2020 im kalifornischen Beverly Hills1) im hohen Alter von 103 Jahren gestorben sei. Dies teilte sein Sohn, der Schauspieler Michael Douglas in einer Botschaft auf "Instagram" und "Facebook" mit und schrieb unter anderem: "Für die Welt war er eine Legende, ein Schauspieler aus dem "Goldenen Zeitalter" des Films, der bis weit in seine goldenen Jahre hinein gelebt hat …". Für ihn und seinen Bruder sei er jedoch einfach nur "Dad" gewesen.
Der Mann mit dem markanten Grübchen im Kinn war einer der letzten Stars, dessen Name untrennbar mit den großen Hollywood-Produktionen der 1950er und 1960er Jahren verbunden bleibt. In mehr als 80 Filmen wirkte er mit, trug dazu bei, dass etliche Streifen zu Kassenschlagern gerieten. Vor allem als kämpferischer Titelheld Spartacus1) in dem von Stanley Kubrick1) in Szene gesetzten gleichnamigen Monumental- und Historienfilm aus dem Jahre 19601) über den "Spartacus-Aufstand"1) im antiken Rom bleibt der muskulöse Douglas unvergessen, aber auch als widerspenstiger Harpunier Ned Land in der Jules Verne-Verfilmung "20.000 Meilen unter dem Meer"1) (1954), als Odysseus1) in dem Abenteuer "Die Fahrten des Odysseus"1) (1954), als Maler Vincent van Gogh1) in dem Biopic "Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft"1) (1958), als Wikingerfürst Einar in der Geschichte "Die Wikinger" (1958), als Major Steve Garrett in dem Drama "Stadt ohne Mitleid"1) (1961), als Physiker Dr. Rolf Pedersen in dem Kriegsfilm "Kennwort "Schweres Wasser""1) (1965) oder als Offizier David Marcus1) in der Literaturadaption "Der Schatten des Giganten"1) (1966). Im vorgerückten Alter machte sich Douglas als Schriftsteller einen Namen, 1988 publizierte er seine Autobiografie "The Ragmans Son" ("Der Sohn des Lumpensammlers"), der 1997 eine weitere mit dem Titel "Climbing The Mountain: My Search For Meaning" (auch: "My Stroke of Luck") folgte; mit "Ein Fall von Glück" verarbeitete er seinen 1996 erlittenen Schlaganfall und machte damit Menschen in ähnlicher Situation Mut. Im März 2007 kam anlässlich seines ein Jahr zuvor gefeierten 90. Geburtstages die Biografie "Let's Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning" auf den Markt. Auch die Romane "The Broken Mirror", "Young Heros Of The Bible" (beides Kinderbücher), "Dance With The Devil", und "Der letzte Tango in Brooklyn" ("Last Tango in Brooklyn") stammen vom Schriftsteller Kirk Douglas.
Der einstige Frauenschwarm war bis zuletzt in zweiter Ehe mit der aus Hannover stammenden Anne Buydens1) (* 23.04.1919) verheiratet, die er am 29. Mai 1954 geheiratet hatte. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Peter und Eric Anthony hervor; am 6. Juli 2004 wurde Eric tot in einem New Yorker Apartment aufgefunden, er hatte seit Jahren unter Drogen- und Alkoholproblemen gelitten. Aus der am 2. November 1943 geschlossenen und 1951 geschiedenen Verbindung mit der Schauspielerin Diana Dill1) (1923 –M; 2015) stammen die zwei Söhne Michael (* 1944) und Joel Douglas1) (* 1947), ebenfalls als Schauspieler bzw. Produzent im Filmgeschäft tätig.
Siehe auch die Nachrufe unter anderem bei tagesschau.de, www.welt.de, www.zeit.de
 
Fremde Links: Wikipedia
01.2020 Updates / Ergänzungen
  • 28.01.2020: Klaus Manchen (neu: Arbeiten für das Hörspiel (mit Fotos))
    Mein Dank geht an den Fotografen Sandro Most für die Fotos, auch zu Gudrun Ritter
  • 26.01.2020: Rudolf Platte † (neu: Ergänzung Filmografie (mit Fotos))
  • 23.01.2020: Günter Lamprecht (neu: Ergänzung Filmografie, Hörspiel (mit Fotos))
    Mein Dank geht an den Fotografen Sandro Most für Fotos, auch zu Tilo Prückner
  • 20.01.2020: Edgar Selge (neu: Theater-Wirken, Ergänzung Filmografie, Hörspiel)
  • 17.01.2020: Günter Pfitzmann † (neu; Fotos, Ergänzung Filmografie, Hörspiel)
  • 15.01.2020: Werner Peters † (neu: Fotos, Ergänzung Filmografie)
  • 13.01.2020: Bruno W. Pantel † (neu: Filmografie)
  • 12.01.2020: Hans Paetsch † (neu: Filmografie, Hörspiel)
  • 08.01.2020: Erik Ode † (neu: Ergänzung Filmografie (mit zwei Fotos), Hörspiel)
  • 06.01.2020: Edwin Noël † (neu: Foto, Filmografie, Hörspiel)
  • 05.01.2020: Horst Niendorf † (neu: Fotos, Filmografie, Hörspiel)
  • 03.01.2020: Horst Michael Neutze(neu: Filmografie, Hörspiel)
  • 01.01.2020: Günther Neutze † (neu: Fotos, Filmografie, Hörspiel)
20.01.2020 Der Tod zweier beliebter Schauspieler/Künstler ist zu beklagen:
  • Am 20. Januar 2020 erlag mit nur 57 Jahren der Schauspieler und Musiker Joseph Hannesschläger1) in einem Münchener Hospiz seiner Bauchspeicheldrüsen-Krebserkrankung. Der ausgebildete Koch erwarb sich sein darstellerisches Rüstzeug zwischen 1987 und 1990 bei Hilde Rehm, Beles Adam, Harald Ludwig, Gaby Rothmüller und Alexander Duda1), stand anschließend unter anderem am Münchener "Prinzregententheater"1) auf der Bühne. Er schrieb und spielte mehrere Kabarettprogramme und arbeitete auch als Theater-Regisseur. Vor der TV-Kamera war er seit Anfang der 1990er Jahre aktiv, große Popularität erlange Hannesschläger mit der Rolle des Kriminalhauptkommissars und Landwirts Korbinian Hofer in der Krimiserie "Die Rosenheim-Cops"1), eine Figur, die er seit 2002 bzw. der ersten Folge in über 400 Episoden sowie drei Specials bis kurz vor seinem Tod mimte. Auch beim Quotenrenner "Forsthaus Falkenau"1) war er zwischen 1999 und 2003 vertreten, spielte hier in 22 Episoden (Staffeln 9–13) den Gastwirt Toni Karger. Darüber hinaus sah man ihn unter anderem in der Krimireihe "Der Bulle von Tölz"1) (1997: "Bauernhochzeit"/ "Tod in der Brauerei"1)) und in der "Polizeiruf 110"-Story "Kopfgeldjäger"1) (1999). Auf der Leinwand erlebte man den gewichtigen Bayern beispielsweise mit einem kleinen Part in dem Kultstreifen "Der Schuh des Manitu"1) (2001) sowie zuletzt als Herr Kornbichl in dem Fantasy-Film "Mara und der Feuerbringer"1) (2015) nach dem ersten Band der gleichnamigen Romantrilogie1) von Tommy Krappweis1) und als Anton Giesinger in der bajuwarischen Komödie "Schmucklos"2) (2019) → mehr bei filmportal.de. Seit Sommer 2018 war Joseph Hannesschläger mit seiner Lebensgefährtin, der Münchnerin Bettina Geyer verheiratet.
    → Nachrufe unter anderem bei www.welt.de, www.focus.de, tagesschau.de
      
  • Am 19. Januar 2020 starb im Alter von 79 Jahren in Berliner "Charité"1) der Schauspieler und Regisseur Christoph Quest1) an Herzversagen. Nur 14 Tage zuvor war seine Ehefrau, die Künstlerin und Malerin Doris Quest, mit der er über 30 Jahre verheiratet war, 69-jährig ihrer Krebskrankheit erlegen; Medienberichten zufolge soll das Paar, welches zwei Söhne hinterließ, am 24. Januar 2020 gemeinsam beigesetzt werden.
    Der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Hans Quest (1915 – 1997) und dessen ersten Ehefrau, der Schauspielerin Charlotte Witthauer1) (1915 – 1980) wuchs in München auf und erhielt dort seine künstlerische Ausbildung an der "Otto-Falckenberg-Schule"1). Anschließend wirkte er an verschiedenen renommierten Bühnen, so in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Zürich. Zudem stand Christoph Quest seit Ende der 1990er Jahre auch auf der Operbühne auf und führte dort auch Regie. Vor der Kamera betätigte er sich seit Mitte der 1960er Jahre, sein Leinwanddebüt gab er als Offizier in der Thomas Mann-Adaption "Wälsungenblut"1) (1964). In den nachfolgenden Jahrzehnten machte sich Quest vor allem mit prägnanten Parts im Fernsehen einen Namen, spielte neben zahlreichen Serien-Episodenrollen in Mehrteilern wie "Goya" (1969) und "Die Geschwister Oppermann" (1983), war beim "Tatort" in "Spuk aus der Eiszeit"1) (1988) und "Zartbitterschokolade"1) (2002) oder in der "Pfarrer Braun"1)-Story "Kein Sterbenswörtchen"1) (2006) vertreten. Darüber hinaus war Quest für den Hörfunk sowie in der Synchronisation tätig. Als Schriftsteller veröffentlichte er 1995 den Gedichtband "Das Morgentor", 2009 den Erzählband "Menschenkinder" sowie 2012 den Gedichtband "Ein Glockenton" und das Theaterstück "Wie ein Hauch".
    → Nachrufe unter anderem bei www.merkur.de, www.derwesten.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
15.01.2020 Am 14. Januar 2020 – an diesem Tag wäre der Schauspieler Jan Fedder 65 Jahre alt geworden – fand auf Wunsch des am 30. Dezember 2019 Verstorbenen eine bewegende Trauerfeier in der Hamburger Hauptkirche "Sankt Michaelis"1) statt, volkstümlich "Michel" genannt – dort war er getauft, konfirmiert und getraut worden und hatte im Knabenchor gesungen. Neben der Familie nahmen Freunde, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Kollegen und Kolleginnen sowie Fans Abschied von dem norddeutschen Urgestein. "Michel"-Hauptpastor Alexander Röder1) führte durch den geistlichen Teil des Gottesdienstes, hob unter anderem Fedders "großes Herz und seinen Sinn für Gerechtigkeit" hervor. Ergreifende Worte fand Witwe Marion Fedder, "Mein geliebter Jan, das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein alles", sagte sie und beendete mit "Mein geliebter Jan, schlaf gut." ihre kurze Trauerrede. Auch der ehemalige NDR Intendant Lutz Marmor1), der Programmdirektor der ARD, Volker Herres1), und der Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer1) würdigten Fedder in ihren Ansprachen. "Der "Michel" klang während der Trauerfeier anders als sonst: Mit dem "Deep Purple"1)-Song "Child in Time"1) und "Knocking On Heavens Door"1) von Bob Dylan (gesungen von Jessy Martens1)) wurden unter anderem auch Musikwünsche von Jan Fedder selbst gespielt. Auch der Hamburger Klassiker "An de Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband"1) erklang. Zum Auszug spielte "Michel"-Organist Manuel Gera1) die Titelmelodie ("Wenn der Schutzmann ums Eck kommt") der Serie "Großstadtrevier". kann man bei www.ndr.de lesen. Sechs Polizisten trugen den mit roten Rosen geschmückten Sarg nach der Trauerfeier zum Leichenwagen, der anschließend, ebenso wie ein langer Trauerkonvoi über die Reeperbahn1) bzw. durch St. Pauli1) fuhr. Vor der Hamburger Kult-Kneipe "Zur Ritze"1) hielt der Autokorso, als Leticia Spormann1) in einem weißen Pavillon die Lieder "Hallelujah"1) und "Ave Maria"1) sang.
Zu den prominenten Trauergästen zählten unter anderem Hamburger Politiker wie der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher1), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegeban1) und der Umweltsenator Jens Kerstan1), der  TV-Koch Tim Mälzer1), die Schauspieler/-innen Uschi Glas, Ben Becker1), Michaela May1), Hugo Egon Balder1) und Axel Milberg1), der Komiker Mike Krüger1), die Moderatoren Judith Rakers1), Carlo von Tiedemann1) und Jörg Pilawa1), die Sänger Sasha1), Klaus Meine1) von den "Scorpions"1) und H.P. Baxxter1) von der Gruppe "Scooter"1), die "Reeperbahn"-Ikone Olivia Jones1), der Boxer Ismail Özen1) sowie natürlich Fedders Mitstreiter vom "Großstadtrevier", unter ihnen Till Demtröder1) und Maria Ketikidou1). Mit Martin Semmelrogge1), Martin May1), Claude Oliver Rudolf1) und Heinz Hönig1) erwies auch die Besetzung des Kultfilms "Das Boot"1) (1981) dem einstigen Weggefährten die letzte Ehre, sowie die Kollegen der NDR Serie "Neues aus Büttenwarder", unter ihnen Peter Heinrich Brix1). "Die Elbschiffe flaggten schwarz auf Halbmast und ließen ihre Schiffshörner erklingen, Taxi-Zentralen ließen schwarze Fahnen wehen. Bereits am Vormittag war im Eingangsbereich des "Michels" ein roter Teppich ausgerollt worden. Der "Norddeutsche Rundfunk"1) (NDR) übertrug die Trauerfeier ab 13:45 Uhr live im "NDR"-Fernsehen, bei "NDR.de" und in der "NDR Hamburg App" sowie für die zahlreichen Hamburger und Fans aus ganz Deutschland auf einer Großbildleinwand vor dem "Michel"." (Quelle: www.ndr.de)  Nach Angaben der Polizei sollen es 1.500 Menschen gewesen sein. Zudem berichtete der Radiosender "NDR 90,3"1) ab 13 Uhr in einer Sondersendung mit Live-Schalten über die Trauerfeier, die um 14 Uhr im "Michel" begann. Enge Freunde begaben sich später gemeinsam mit Fedders Witwe in die Hamburger Kneipe "Zwick" am Millerntor1), wo ganz im Sine des Verstorbenen eine Geburtstagsparty für den Schauspieler stattfand → siehe auch spiegel.de, www.zeit.de.
Laut Medienberichten soll die Beisetzung Fedders im privaten Rahmen bzw. im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Hamburger "Friedhof Ohlsdorf"1) stattfinden.
 
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10.01.2020 Die Älteren unter uns erinnern sich sicherlich an die US-amerikanische Krimiserie "77 Sunset Strip" (1958–1964), die wohl als der Klassiker des Genres gilt und mit 206 Folgen zu den  erfolgreichsten zählt. Unvergessen bleibt Edd Byrnes1), der am 8. Januar 2020 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Santa Monica an den Folgen eines Schlaganfalls starb. Neben den beiden ehemaligen Geheimagenten Stuart Bailey (Efrem Zimbalist Jr.) und Jeff Spencer (Roger Smith1)), die in Los Angeles an der (fiktiven) Adresse "77 Sunset Strip" ein Detektivbüro betreiben, mimte Byrnes den Gerald Lloyd "Kookie" Kookson III, der vom anfänglichen Parkplatzwächter des benachbarten Nobel-Restaurants "Dino's" bald zum unverzichtbaren Assistenten des Detektiv-Duos wurde. Mit dieser Figur avancierte Byrnes zu einem der ersten Teenager-Idole der Fernsehgeschichte, landete, begleitet von Connie Stevens1), mit dem Song "Kookie, Kookie, Lend Me Your Comb" 1959 auch einen Hit in den "Top 5" der Charts. "Die Popularität von Byrnes schwappte auch nach Deutschland über: Er wurde mit vier "Bravo Ottos"1) zwischen 1963 und 1966 ausgezeichnet und galt dem "Spiegel"1) im November 1963 als "derzeit beliebtester Fernsehdarsteller" des Landes." notiert Wikipedia. Der smarte, attraktive "Kookie" geriet zum heimlichen Star der Serie, der seine Beliebtheit in Deutschland auch der exzellenten Synchronisation durch Hans Clarin verdankte, der dem "Kookie" seine selbst erdachte, berühmt gewordene kieksige Stimme verpasste.
Nach dem Ende von "77 Sunset Strip" begann der Stern von Byrnes zu sinken, den Ruhm, den er als "Kookie" geerntet hatte, erreichte er nicht mehr. Lediglich mit der Rolle des lüsternen Fernsehmoderators Vince Fontaine erregte er in dem Kultfilm "Grease"1) (1978) an der Seite von John Travolta1) und Olivia Newton-John1) noch einmal international Aufmerksamkeit. Letztmalig stand er für den TV-Film "Shake, Rattle and Roll: An American Love Story" (1999) vor der Kamera. 1996 veröffentlichte er die Autobiografie "Kookie No More: Televisions 1st Teen Idol" ("Nie wieder Kookie: Der erste Fernseh-Teenie-Schwarm") bei dem Verlag "Barricade Books".  → Siehe auch den Nachruf bei stern.de
 
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12.2019 Updates / Ergänzungen
04.01.2020 Am 2. Januar 2020 starb im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Bad Aibling1) die beliebte Volksschauspielerin Veronika Fitz1); zuletzt lebte sie zurückgezogen im oberbayerischen Prien am Chiemsee1). Sie stammte aus der weitverzweigten Schauspieler-Familie Fitz1), ihr Vater war der deutsche Bühnenautor, Mundartschauspieler und Regisseur Hans Fitz1) (1891 – 1972), Mutter Ilse war ebenfalls Schauspielerin sowie Opernsängerin und gründete das "Würmtaler Kindertheater". Auch die Brüder Walter Fitz1) (1921 – 1992) und Gerd Fitz (1930 – 2015), machten sich als Schauspieler einen Namen. Zu den Mitgliedern des sogenannten "Fitz-Clans", die auf der Bühne und im Film erfolgreich sind, gehört auch die Tochter von Walter Fitz, die Kabarettistin und Schauspielerin Lisa Fitz1), sowie der aus der ersten Ehe von Gerd Fitz stammende Sohn Michael Fitz1); zu nennen ist auch Florian David Fitz1), ein Cousin zweiten Grades von Michael und Lisa Fitz.
Nach ihrer Ausbildung an der "Otto-Falckenberg-Schule"1) trat Veronika Fitz unter anderem am "Münchner Volkstheater"1) auf, in den 1970er Jahren gehörte siez zum Ensemble der "Münchner Kammerspiele"1), zudem wirkte sie am "Bayerischen Staatsschauspiel". Ab den 1960er Jahren war sie in zahlreichen Filmen und Serien vor allem mit bayerischem Kolorit auf dem Bildschirm präsent, dazu zählten unter anderem die Kultserien  "Der Komödienstadel"1) und "Königlich Bayerisches Amtsgericht". Verschiedentlich übernahm sie kleinere Aufgaben in Kinoproduktionen, beispielsweise in den Kassenschlagern "Das Wirtshaus im Spessart"1) (1958) und "Das Spukschloß im Spessart"1) (1960). Mehrfach tauchte sie in den 1970er Jahren beim "Tatort"1) neben Kriminalhauptkommissar Veigl (Gustl Bayrhammer) auf, zeigte sich an der Seite Walter Sedlmayr in der Serie "Der Millionenbauer"1) (1979/1987) als Rosa, Ehefrau des schlitzohrigen Landwirts Josef Hartinger. Doch so richtig populär wurde die Schauspielein mit der Figur der Martha Haslbeck in der Serie "Die Hausmeisterin"1), eine Rolle, die sie ab Ende 1987 drei Staffeln lang bis 1992 spielte. Anschließend mimte sie zwischen 1993 und 1997 in den Geschichten "Ein Bayer auf Rügen" die Agnes Oberauer, Freundin von Michael Gruber (Gerhard Riedmann), Vater des Titelhelden Valentin Gruber (Wolfgang Fierek1)). Eine schöne durchgehende Rolle war von 2006 bis zur Einstellung der Serie im Jahre 2013 auch die Pensionswirtin Marianne Rainders in dem Quotenrenner "Forsthaus Falkenau"1), (Staffeln 18–24) in der vor ihr bereits Bruder Gerd als reicher Waldbauer Walter Brucks zu sehen gewesen war (Staffeln 06–15). "Obwohl ihr das Volkstümliche lag, war die Schauspielerin alles andere als eine bajuwarische Krachnudel, gerade die leisen Töne und der feine Humor lagen ihr." schreibt DER SPIEGEL in einem Nachruf. Zu ihren letzten Auftritten vor der Kamera zählte (neben "Forsthaus Falkenau") das von Rainer Kaufmann1) in Szene gesetzte bayerischen Krimi-Drama "In aller Stille"1). Das Drehbuch stammte aus der Feder von Tochter Ariele Bogenberger1), die aus der Ehe mit dem Schauspieler Willi Anders († 1971) hervorging.
Siehe auch die Nachrufe bei www.br.de, www.focus.de, www.sueddeutsche.de, www.welt.de
 
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