Auszeichnungen / Filmografie
Walter Matthau, Sohn litauisch-jüdischer Emigranten, wurde am 1. Oktober 1920 als Walter John Matthow in New York City1) geboren und wuchs wie sein älterer Bruder Henry in New Yorks Lower East Side1) in bescheidenen Verhältnissen auf. Der Vater Milton Matthow, ein aus Kiew stammender Elektriker, verließ die Familie als Walter erst drei Jahre alt war, Mutter Rose hatte als Näherin nur ein bescheidenes Einkommen; der oft zitierte Geburtsname "Matuschanskayasky" ist wohl eher im Bereich der Legende anzusiedeln. "Im Alter von vier Jahren spielte Matthau in religiösen Bühnenstücken mit, in der Grundschule las er bei Versammlungen Gedichte vor. Er arbeitete als Süßigkeitenverkäufer in jüdischen Theatern, übernahm Kleinstrollen in Bühnenstücken und entschied sich, die Schreibweise seines Namens zu ändern, weil er "Matthau" eleganter fand." vermerkt Wikipedia.
Bereits als Elfjähriger gehörte Matthau zu Komparserie der jüdischen Theater an der 2nd Avenue in New York und spielte seine erste Rolle. Nach der "High School" versuchte er sich in unterschiedlichen Jobs – unter anderem als Eisverkäufer, Bodenreiniger, Box- und Baseballtrainer –, wurde schließlich während des 2. Weltkriegs im April 1942 zur "US Army"1) eingezogen. Ab 1943 in Großbritannien stationiert, diente er bei der "453rd Bombardment Group" der "8th Air Force"1) und brachte es zum "Staff Sergeant"1). "Matthau wurde während des Krieges mehrfach verwundet. Er selbst hat seine Kriegserlebnisse immer heruntergespielt und beispielsweise erzählt, er sei während des Krieges "Tischtennismeister der Streitkräfte" gewesen." notiert Wikipedia und führt weiter aus: "Nach dem Krieg profitierte Matthau davon, dass die Regierung an ehemalige Soldaten großzügige Ausbildungsstipendien vergab. Er studierte zunächst Journalismus und wechselte dann zum "Dramatic Workshop"1) der "New School of Social Research"1), der von Erwin Piscator1) in New York 1940 gegründet und bis 1951 geleitet wurde. Zahlreiche bekannte US-Schauspieler wurden dort von Piscator ausgebildet, deren Leistungen seinen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Schauspielkultur bezeugen. Piscators "Dramatic Workshop" gilt als ein Vorläufer des "Actors Studios"1). Matthau studierte zusammen mit Kollegen wie Rod Steiger, Tony Curtis, Eli Wallach1) oder Harry Belafonte, die so wie er später in Hollywood Karriere machten. Er sammelte erste Erfahrungen als Schauspieler und spielte in Sommertheatern und am "Orange County Playhouse" in New York. Sein Einkommen besserte er mit Jobs als Kellner oder Bürstenverkäufer auf. Für das Bühnenstück "Twilight Walk" von A. B. Shiffrin bekam Matthau den Preis der New Yorker Theaterkritiker. Ab 1950 übernahm er Rollen im Fernsehen, bei dem damals kurze Stücke live aufgeführt wurden, was den Schauspielern ein hohes Maß an Können und Disziplin abforderte. Zahlreiche bekannte Darsteller wie Jack Lemmon, Paul Newman oder Charlton Heston lernten ihr Handwerk beim Live-TV und eigneten sich so das Können an, das sie später als Filmschauspieler einsetzen konnten. Matthau, der bis Mitte der 1960er durchweg für das Fernsehen tätig war, spielte unter anderem mehrfach in der Serie "Alfred Hitchcock präsentiert"1). Parallel dazu arbeitete er weiterhin als Bühnenschauspieler und feierte Erfolge in Stücken wie "Will Success Spoil Rock Hunter?" (von George Axelrod1)) oder "A Shot In The Dark" nach dem Bühnenstück "Die aufrichtige Lügnerin" ("L'idiote") von Marcel Achard1) in der englischsprachigen Bearbeitung von Harry Kurnitz1). Er erhielt für seine Theaterarbeit drei "Tony Awards"1). Da Matthau bereits seit frühester Jugend der Spiel- und Wettleidenschaft frönte, war seine finanzielle Lage meist angespannt. Einmal setzte er sein gesamtes Jahresgehalt auf den Ausgang eines Baseball-Schauturniers."
  
Sein Leinwanddebüt gab Matthau 1955 als peitschenschwingender "Bösewicht" Stan Bodine in dem von und mit Burt Lancaster inszenierten Western "Der Mann aus Kentucky"1) ("The Kentuckian"). Aber er spielte auch etwas differenzierteren Figuren wie den Mel Miller in Elia Kazans1) Gesellschaftssatire "Das Gesicht in der Menge"1) (1957, "A Face in the Crowd") der Geschichte "Your Arkansas Traveler" von Budd Schulberg1), Rollen, die ihn allmählich zum Star machten. Den richtigen "Kick" erhielt seine Karriere aber erst, als der bekannte Bühnenautor Neil Simon1) ihm eine Rolle extra auf den Leib schrieb, in der Komödie "Ein seltsames Paar" spielte Matthau bereits 1965 den schusseligen Oscar Madison an der Seite von Art Carney1) bzw. Jack Klugman1) am "Broadway"1), bevor 1967 der unvergessene gleichnamige Film1) entstand.
Als Matthau bereits 45 Jahre alt war, legte Billy Wilder1), der so viele Talente gesucht und gefunden hat, die komische Begabung des Mannes mit dem Charakterkopf frei und gleich seine erste Starrolle als schmieriger Winkeladvokat Willy Gingrich in "Der Glückspilz"1) (1965, "The Fortune Cookie") brachte ihm einen "Oscar" als "Bester Nebendarsteller" ein – und auch auf der Leinwand begann eine kongeniale Zusammenarbeit mit Jack Lemmon. Mit der Verfilmung von "Ein seltsames Paar"1) (1967, "The Odd Couple") war der Durchbruch dann endgültig geschafft: Oscar Madison, der Bier trinkende, Poker spielende Sportreporter im Film wurde Matthaus "Alter Ego". Die schnurrige, skurrile Männer-WG war so erfolgreich, dass sie in den 1970er Jahren ihre Fortsetzung in einer gleichnamigen Fernsehserie mit Jack Klugman und Tony Randall fand, die bei uns unter dem Titel "Männerwirtschaft"1) ausgestrahlt wurde.
Von da an lief das Telefon bei Matthau heiß und er konnte sich vor Angeboten kaum retten. Jack Lemmon wurde für ihn zu einem wahren Freund und die beiden sollten in Zukunft noch häufig zusammen auf der Leinwand erscheinen. Matthau gehörte fortan gemeinsam mit Jack Lemmon, zu Billy Wilders bevorzugten Komödiendarstellern. In den nachfolgenden Jahren drehte das Gespann Kassenschlager wie "Extrablatt"1) (1974, "The Front Page") und "Buddy, Buddy"1) (1981), in den 1990ern ließ das gegensätzliche Gespann mit "Ein verrücktes Paar – Alt, verkracht und frisch verliebt"1) (1993, "Grumpy Old Men"), "Der dritte Frühling – Freunde, Feinde, Fisch & Frauen"1) (1995, "Grumpier Old Men") und "Immer noch ein seltsames Paar"1) (1998, "The Odd Couple II") die irrwitzige Männerfreundschaft wieder aufleben. Ein herrlicher Spaß war auch die turbulente Komödie "Tango gefällig?"1) (1997, "Out to Sea") mit Lemmon und Matthau als spätberufene "Eintänzer". Matthaus Knautschgesicht und sein Schmuddel-Image passten hervorragend zu Lemmons überdrehtem, auf Korrektheit bedachten Charakter.
Abbildung DVD-Cover zu "Der Champion" mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Anfang September 2017 auf DVD herausbrachte. Szenenfoto zu "Der Champion" mit Walter Matthau als Pferdetrainer und Steve Burns als dessen Sohn bzw. Jockey Randy; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Anfang September 2017 auf DVD herausbrachte.

Doch auch "solo" konnte Matthau immer wieder, meist in Komödien, überzeugen und war Garant für vergnügliche Kinostunden. Produktionen wie "Leitfaden für Seitensprünge"1) (1966, "A Guide for the Married Man"), "Die Kaktusblüte"1) (1969, "Cactus Flower"), "Keiner killt so schlecht wie ich"1) (1970, "A New Leaf"), "Hotelgeflüster"1) (1970, "Plaza Suite"), "Opa kann's nicht lassen"1) (1971, ("Kotch"; Regie: Jack Lemmon), "Die Bären sind los"1) (1976, "Bad News Bears"), "Der Champion"2) (1977, "Casey's Shadow") und "Das verrückte California Hotel"1) (1978, "California Suite") zeigen den Schauspieler in der Rolle des liebenswerten Alltags-Chaoten und machten ihn zu einem der gewinnbringendsten Stars der 1960er und 1970er Jahre.
   
Abbildung DVD-Cover zu "Der Champion" sowie Szenenfoto mit Walter Matthau
als Pferdetrainer und Steve Burns1) als dessen Sohn bzw. Jockey Randy; 
mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion
Anfang September 2017 auf DVD herausbrachte.

Ganz entgegen seinem sonst so beliebten Film-Image präsentierte er sich zusammen mit Henry Fonda in dem Thriller "Angriffsziel Moskau"1) (1964, "Fail-Safe") und in "Die 27. Etage"1) (1965, "Mirage"), prägnante Nebenfiguren mimte er beispielsweise in dem Melodram "Fremde, wenn wir uns begegnen"1) (1960, "Strangers When We Meet") an der Seite von Kirk Douglas und Kim Novak und in der Krimikomödie "Charade"1) (1963) neben Cary Grant und Audrey Hepburn.
Dass Matthau im Musical ebenfalls eine gute Figur zu machen wusste, bewies er 1969 unter der Regie von Gene Kelly als millionenschwerer, griesgrämiger und geiziger Horace Vandergelder in "Hello Dolly!"1) an der Seite von Barbra Streisand. Bei Matthaus zahlreichen komischen Rollen werden seine Parts in Streifen anderen Genres leicht vergessen, beispielsweise glänzte er als ehemaliger Kunstflugpilot Charley Varrick bzw. berechnender Verbrecher mit Herz in Don Siegels1) packendem Gangsterfilm "Der große Coup"1) (1973, "Charley Varrick") , in dem Thriller "Massenmord in San Francisco"1) (1973, "The Laughing Policeman") mimte er als Detective Jake Martin einen mürrischen, versierten Beamten der Mordkommission, der Actionthriller "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123"1) (1974, "The Taking Of Pelham One Two Three") zeigt den Schauspieler als Lieutenant Garber, der vier Gangstern den Kampf angesagt hat.
In den 1980er Jahren bekam Matthau eine Zeit lang immer seltener geeignete Stoffe angeboten und wirkte bis auf wenige Ausnahmen nur noch in mäßig witzigen Komödien wie "Die Überlebenskünstler"1) (1983, "The Survivors") mit. Sehenswert ist jedoch beispielsweise der Spionagefilm "Agentenpoker"1) (1980, "Hopscotch"), brillant seine Figur des gefürchteten Freibeuters Captain Red in Roman Polanskis witzigem Abenteuer "Piraten"1) (1986, "Pirates"). Obwohl die Produktion an den Kinokassen kein großer Erfolg wurde, ist der opulent ausgestattete Streifen dennoch, nicht zuletzt durch Matthaus säbelrasselnden Piratenkapitän – mit Holzbein, Goldschmuck und übertriebener Kleidung, – ein Riesenspaß.

Abbildung DVD-Cover zu "Agentenpoker" sowie Szenenfoto mit Walter Matthau als
CIA-Agent Miles Kendig und Glenda Jackson als dessen Geliebte bzw. die ehemalige
Geheimdienst-Mitarbeiterin IIsobel von Schönenburg; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Anfang November 2013 auf DVD herausbrachte.

"Agentenpoker": Szenenfoto mit Walter Matthau als CIA-Agent Miles Kendig und Glenda Jackson als dessen Geliebte bzw. die ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiterin IIsobel von Schönenburg; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Anfang November 2013 auf DVD herausbrachte. "Agentenpoker": Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Anfang November 2013 auf DVD herausbrachte.
In den 1990er Jahren ging es dann dank der Neuauflage des "verrückten Paares" wieder aufwärts und das Gespann lief mit den Altersrollen zur Hochform auf. Glänzend zudem Matthaus Verkörperung des zerstreuten und liebenswerten Atomphysikers Albert Einstein1) in der Liebeskomödie "I.Q. – Liebe ist relativ"1) (1994, "I.Q.") sowie unter der Regie seines Sohnes Charles die Hauptrolle in der amüsanten TV-Geschichte "Papas zweiter Frühling"3) (1998, "The Marriage Fool"). In der Tragikomödie "Aufgelegt"1) (2000, "Hanging Up"), seinem letzten in Deutschland gezeigten Film, starb Matthau einen vergnüglichen Leinwandtod und hinterließ drei unterschiedlich trauernde Töchter → Übersicht Filmografie (Auszug).
Walter Matthau wirkte im Laufe seiner bemerkenswerten, mehr als 50-jährigen Karriere in Film, Theater und Fernsehen in nahezu 70 Stücken mit. Er wurde zwei Mal für den "Oscar"1) als "Bester Hauptdarsteller"1) nominiert, 1976 für die Rolle des Willy Clark in der Verfilmung der Neil Simon-Komödie "Die Sunny Boys"1) (1975, "The Sunshine Boya") und 1972 für den Titelpart in "Opa kann's nicht lassen"1) (1971, "Kotch"), die begehrte Trophäe hatte er 1967 als "Bester Nebendarsteller"1) für "Der Glückspilz"1) erhalten → weitere Auszeichnungen bei siehe hier.
Matthau schrieb mit seinem hundeähnlichen Gesicht voller runzeliger Knautschfalten sowie seinem hängenden, schlurfenden Gang Kinogeschichte, so war sein typischer "Schlafzimmerblick" auch oft in Nebenrollen vor allem in kleinen Komödien zu sehen. Er konnte von Herzen "granteln", ähnlich wie Hans Moser, er konnte abweisend sein bis zur Unhöflichkeit, er genoss die Rollen der kauzig-komischen Kratzbürste, wie man sie gelegentlich auch am Lenkrad der New Yorker Taxifahrer findet. Er hatte ein körperkomisches persönliches Handwerkszeug und eine stoische Mimik, über die viele ins Schwärmen geraten konnten. Man nannte ihn ein "wandelndes Fragezeichen" und hatte seine Freude an seinem "bärbeißigen Charme". Wolfgang Völz lieh übrigens dem Charakter-Komiker die charakteristische knarrende deutsche Synchronstimme.

Ziemlich genau drei Monate vor seinem 80. Geburtstag besiegelte ein Herzinfarkt das Ende des Anti-Helden. Der leidenschaftliche Spieler hatte bereits eine Bypass-Operation hinter sich. Eine neuerliche Attacke in der Nacht auf den 1. Juli 2000 überlebte er nicht mehr, Walter Matthau starb an einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus im kalifornischen n Santa Monica1). Es heißt, dass er bis zum Schluss gut gelaunt blieb und seine üblichen Scherze riss. Mary Goodhead, die Krankenschwester, die ihn bis zu seinem Tod betreute, erzählte: "An einem Freitag Nachmittag hatte er Atemprobleme und klagte über Kopfschmerzen. Ich bot ihm eine Zigarette an, aber er sagte 'Wollen Sie mich umbringen?'. Er riss immer solche Witzchen."
Die letzte Ruhe fand der Star in einem schlichten Grab auf dem "Westwood Village Memorial Park Cemetery"1) im Stadtteil Westwood1) von Los Angeles1) → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons. Nur ein knappes Jahr später starb am 27. Juni 2001 Jack Lemmon, der neben seinem Freund Matthau beigesetzt wurde – damit ging die Ära zweier hinreißender Leinwandkomödianten endgültig zu Ende.
In einem Nachruf schrieb Gerhard Midding in der "Berliner Zeitung" am 3. Juli 2000 unter anderem: Den zänkischen Griesgram mag er letzthin ein wenig zu oft gespielt haben, zumal nach der (anfangs überaus profitablen) Wiedervereinigung mit Jack Lemmon; aus dem Misanthropen drohte ein harmloser Zausel zu werden. Aber jenseits der Routine und Manierismen war immer noch seine unermüdliche Spielfreude zu spüren, die Lust an der Verstellung und der mit kräftigen Pinselstrichen entworfenen Charaktermaske. Eine gehörige Portion Selbstironie war unweigerlich dabei. Sie verließ ihn auch nicht, als ihn vor wenigen Monaten ein Interviewer nach seiner angeschlagenen Gesundheit fragte. Am Tod würden ihn vor allem die zu erwartenden Schlagzeilen schrecken: "Walter Matthau starb in Jack Lemmons Armen." Diese Befürchtung hat sich nun nur zur Hälfte erfüllt; er erlag, 79-Jährig, in einer Klinik in Santa Monica einem Herzversagen.
 
Walter Matthau, der große Hollywood-Star mit dem Gardemaß von 1,90 Meter, führte zwei Ehen – zuletzt war er seit 21. August 1959 glücklich mit der Schauspielerin Carol Grace4) (1925 – 2003), der Ex-Frau des Schriftstellers William Saroyan1), verheiratet – und Vater von drei Kindern. Seine erste, 1948 geschlossene Ehe mit Grace Geraldine Johnson war nach zehn Jahren geschieden worden; aus der Verbindung gingen Sohn David (geb. 1953) und Tochter Jenny (geb. 1956), Sohn Charles Matthau1) (geb. 1962) aus der Ehe mit Carol Grace wurde ebenfalls Schauspieler, machte sich auch als Regisseur und Produzent einen Namen.
Über  die so genannte "Matuschanskayasky-Legende" kann man bei Wikipedia lesen: "Oft wurde geschrieben, sein richtiger Name sei Matuschanskayasky gewesen. Für das Zustandekommen dieser Fehlinformation war er selbst maßgeblich verantwortlich. Matthau war bekannt dafür, dass er oft scherzhafte Geschichten erfand, die er aber ernst vortrug, insbesondere, wenn er in Interviews immer wieder die gleichen Fragen beantworten musste. So behauptete er oft, sein zweiter Vorname sei Foghorn (englisch für Nebelhorn) oder dass er in der Erbfolge auf den britischen Thron stehe. Teilweise wurden solche Geschichten ernstgenommen, was Matthau amüsierte. Der Name "Matuschanskayasky" erschien erstmals im Abspann des Films "Erdbeben"1), in dem Matthau einen betrunkenen Gast in einer Bar spielte. Ursprünglich als kurzer Cameo-Auftritt gedacht, sollte sein Name eigentlich gar nicht im Abspann erscheinen. Bei der fertigen Schnittfassung wurde Matthau aber klar, dass sein Auftritt eher dem einer Nebenrolle entsprach und sein Name genannt werden würde. Dies war nicht seine Absicht gewesen, und so sorgte er dafür, dass er als "Walter Matuschanskayasky" im Abspann erschien. Wenn er in Interviews darauf angesprochen wurde, antwortete er meist, dass dieser eigentlich sein richtiger Name sei. Die Auskunft schmückte er oft noch mit Geschichten über eine angebliche Spionagekarriere seines Vaters aus, den er auch schon mal zu einem orthodoxen Priester im zaristischen Russland machte."

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Fremde Links: 1) Wikipedia (deutsch), 2) prisma.de, 3) filmdienst.de, 4) Wikipedia (englisch)
   
Zum Tod von Walther Matthau am 1. Juli 2000
 
"Hooooly mooooly!" hat er immer ausgerufen, wenn er Sophia Loren vorbeitippeln sah ("Der dritte Frühling").
"Hooooly mooooly!" hat er gerufen, wenn Jack Lemmon ihm von dem großen Karpfen berichtete ("Ein seltsames Paar").
"Hooooly mooooly!" wird er leider nie wieder für uns ausrufen: Walther Matthau starb am 1. Juli an einem Herzinfarkt, 79 Jahre alt.

"79…erst?" denkt man, denn irgendwie erschien er uns nach einer kurzen Phase der Jugendlichkeit in den 50ern schon immer als ein altes, zerknittertes Urgestein. Ein alter Kauz, der schon immer alt war und seine Marotten mit Vorliebe an seiner Umwelt ausließ – ganz besonders gerne an Jack Lemmon, der mit Matthau eine geradezu symbiotische Verbindung darstellte.
Für mich war Walter Matthau seit ich denken kann der Garant für schöne Unterhaltung mit brachialem Humor. Amerikanischen Komödien ohne ihn fehlt etwas, das urwüchsige, das unbeholfen-charmante. Ich bin mit Walter Matthau aufgewachsen und ich kann mich nicht erinnern, dass ich beim Zappen durch das Abendprogramm ein Mal an ihm vorbeigezappt hätte.

Kein Gag war derb genug, wenn Matthau sich zum Prellbock der Schadenfreude des Publikums machen konnte. Obwohl der Schauspieler Matthau für die Komödie steht war er unglaublich vielseitig und hatte auch viele ernste Rollen gespielt, wie die eines Großvaters, der in ein Altersheim abgeschoben werden soll ("Opa kann's nicht lassen"). Aber immer verstand es das schlitzohrige Morgenkissengesicht, der Lage noch ein Stückchen trockenen Humor abzuringen.
1966 taten sich Walter Matthau und Jack Lemmon das erste Mal für die Billy-Wilder-Satire "Der Glückspilz" zusammen. Schon damals hieß die Devise: Gegensätze ziehen sich an! Matthau, der schmuddlige Brummbär, und Lemmon, das akkurate Sensibelchen – in keinem anderen Film lebten sie diese Charakterzüge besser aus als in "Ein seltsames Paar" (1968).
 Die beiden waren wirklich ein seltsames Paar – es verband sie aber auch eine innige Freundschaft. Matthau sagte in einem Interview: "Ich liebe Jack. Wäre ich eine Frau, hätte ich ihn geheiratet".
"Deine Haare sind ergraut, deine Ohren größer geworden. Ich merke, wir sind in die Jahre gekommen" brummt Oscar Madison (Walter Matthau) als er nach 17 Jahren wieder seinen alten Kumpel Felix Unger (Jack Lemmon) wiedertrifft. Es wird ein umwerfendes Ereignis. Ihr letzter gemeinsamer Film "Ein wirklich seltsames Paar" lebt vor allem von den Dialogen – herrlich. Die deutsche Synchronisation lebt einmal mehr von den altbewährten Stimmen von Wolfgang Völz (Matthau) und Georg Thomalla (Lemmon).

Quelle: www.seminarpool.de
Ehrungen und Auszeichnungen (Auszug)
(Quelle sowie fremde Links: Wikipedia)
Tony Award

Academy Award (Oscar)

Golden Globe Award – jeweils in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller – Musical/Komödie"

British Academy Film Award (BAFTA Award) – jeweils in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller"

Laurel Awards

  • 1967: Auszeichnung  als "Bester Nebendarsteller" für "Der Glückspilz"
  • 1968: Auszeichnung als "Bester Hauptdarsteller in einer Komödie" für "Ein seltsames Paar"
  • 1968: Nominierung als "Bester männlicher Star"
  • 1970: Nominierung als "Bester männlicher Star"

Emmy Award

  • 1962: Nominierung für "Big Deal in Laredo" (TV-Film aus der Serie "DuPont Show of the Week";
    als Farmer Meredith
    → Wikipedia (englisch)

Weitere Auszeichnungen und Ehrungen

Filme (Auzug)
(Kinofilme, wenn nicht anders vermerkt)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Wikipedia (englisch)
(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de (Originaltitel), fernsehserien.de)
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de