Maureen O'Hara im Oktober 1942 in den "RKO Studios" in Hollywood; Urheber "Office for Emergency Management" / "Office of War Information"; Ausschnitt des Originalfotos; Lizenz: gemeinfrei; Quelle: U.S. National Archives and Records Administration bzw. Wikimedia Comons Maureen O'Hara wurde am 17. August 1920 als Maureen FitzSimons und zweitälteste von sechs Kindern in Ranelagh, einem Vorort und heute Wohngebiet im Süden der irischen Hauptstadt Dublin1), geboren. Die Eltern, der Geschäftsmann bzw. Betreiber eines Bekleidungsgeschäfts Charles Stewart Parnell FitzSimons und die vor der Ehe renommierte Altistin Marguerita Lilburn FitzSimons, bestärkten die Tochter darin, ihre Stimme und ihr Schauspieltalent ausbilden zu lassen und bereits im Alter von acht Jahren hatte Maureen O'Hara ihren ersten Radioauftritt. In den folgenden Jahren absolvierte sie in London eine musikalische Ausbildung an der "Guildhall School of Music and Drama"1) um Opernsängerin zu werden, schon während des Tanz- und Musikstudiums spielte sie regelmäßig bei der "Dublin Operatic Society". Ihr Studium beendete O'Hara in London, damals war sie die jüngste Studentin, die je ihren Abschluss machte. Ihre Schauspielkarriere begann sie mit einer Ausbildung an der "Abbey Theatre School"1) und das attraktive Mädchen war auf dem besten Weg, ein erfolgreicher Theaterstar zu werden, als Regisseur Walter Forde1) die 18-Jährige für den Streifen "Kicking The Moon Around" (1938) vor die Filmkamera holte. In London war sie dem "Oscar"-Preisträger Charles Laughton und dessen Film-Gesellschafter, dem berühmten UFA-Produzenten Erich Pommer1) vorgestellt worden; Laughton und Pommer erkannten das schauspielerische Potential der jungen Frau und boten ihr einen Sieben-Jahres-Vertrag an. Charles Laughton änderte sofort ihren Namen "FitzSimons" in "O'Hara". Weil ihr Vater das Schauspielgeschäft als zu unsicher ansah, musste O'Hara neben ihrer beginnenden Filmkarriere eine Ausbildung als Buchhalterin und Stenotypistin absolvieren. 
    
Maureen O'Hara im Oktober 1942 in den "RKO Studios"1) in Hollywood1)
Urheber "US-Office for Emergency Management" / "Office of War Information"
Ausschnitt des Originalfotos; Lizenz: gemeinfrei
Quelle: U.S. National Archives and Records Administration bzw.
Wikimedia Commons; weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
Ende der 1930er Jahre erhielt Maureen O'Hara dann als die irische Waise Mary ihre erste wichtige Rolle in dem Abenteuer "Riff-Piraten"1) (1939, "Jamaica Inn") an der Seite von Charles Laughton, gedreht von Alfred Hitchcock1) nach dem Roman "Gasthaus Jamaika" ("Jamaica Inn") von Daphne du Maurier1). Laughton war es auch, der Maureen O'Hara in die Vereinigten Staaten "exportierte". Ihr US-Filmdebüt gab sie mit der Figur der schönen Esmeralda in der von William Dieterle in Szene gesetzten Literaturadaption "Der Glöckner von Notre Dame"1) (1939, "The Hunchback of Notre Dame") nach dem Roman "Notre-Dame de Paris"1) von Victor Hugo1) mit Laughton als der missgestaltete Glöckner Quasimodo. Nach den Dreharbeiten wollte Maureen O'Hara zurück nach Europa, doch der gerade angebrochene Zweite Weltkrieg ließ sie in Hollywood bleiben.
Anfang der 194oer Jahre drehte Maureen O'Hara ihren ersten Film unter der Regie von John Ford1), die Literaturadaption "So grün war mein Tal"1) (1941, "How Green Was My Valley") nach dem gleichnamigen Roman von Richard Llewellyn1) bildete den Beginn einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit. Ford erkannte, wo ihre Stärken lagen, und setzte die Schauspielerin immer wieder als selbstbewusstes irisches Temperamentsbündel ein. Ihre feuerroten Haare und die leuchtend grünen Augen machten sie schon bald zur Königin des gerade aufkommenden Farbfilms und Abenteuer-Genres. Maureen O'Hara drehte an der Seite von Tyrone Power den Piratenfilm "Der Seeräuber"1) (1942, "The Black Swan"), wurde nach dem Krieg eine bevorzugte Partnerin von John Wayne, mit dem sie für Produktionen wie "Rio Grande"1) (1950), "Der Sieger"1) (1952, "The Quiet Man"), "Dem Adler gleich"1) (1957, "The Wings of Eagles"), "McLintock"1) (1963) und "Big Jake"1) (1971) vor der Kamera stand.
 
Obwohl Maureen O'Hara ihre besten Leistungen als weiblicher Haudegen in Western sowie Abenteuerfilmen, beispielsweise in "Sindbad der Seefahrer"1) (1947, "Sinbad the Sailor") mit Douglas Fairbanks jr. oder "Gegen alle Flaggen"1) (1952, "Against All Flags") mit
Errol Flynn, zeigte, begeisterte sie gelegentlich auch in Produktionen völlig anderen Genres, in Melodramen wie unter der Regie von Jean Renoir1) sowie einmal mehr neben Charles Laughton in "Dies ist mein Land"1) (1943, "This Land Is Mine") oder in Frauenfilmen wie "Sentimental Journey" (1946) von Regisseur Walter Lang1). Auch in leichten Komödien war sie zu sehen, so beispielsweise in der Weihnachtsgeschichte "Das Wunder von Manhattan"1) (1947, "Miracle on 34th Street") oder in "Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt"1) (1961, "The Parent Trap"), einer amerikanisierten Adaption des Romans "Das doppelte Lottchen"1) von Erich Kästner1).
Bis Ende der 1960er blieb Maureen O'Hara ein gefragter Kinostar, stand für Erfolgsfilme wie "Feuer über Afrika"2) (1954, "Malaga"), "Unser Mann in Havanna"1) (1960, "Our Man in Havana") mit Alec Guinness oder "Mr. Hobbs macht Ferien"1) (1962, "Mr. Hobbs Takes a Vacation") mit James Stewart vor der Kamera. Als Olivia, Ehefrau von Clay Spencer, gespielt von Henry Fonda, und Mutter von neun Kindern zeigte sie sich in der melodramatischen Produktion "Sommer der Erwartung"1)  (1962, "Spencer’s Mountain") nach dem Roman bzw. den Jugenderinnerungen von Earl Hamner jr.1), ein Film, der später zur Grundlage für die Kult-Serie "Die Waltons" (1972–1981, "The Waltons") werden sollte. 
Maureen O'Hara hatte mehr als 50 Filme gedreht, ehe sie 1971 nach Abschluss des Westerns "Big Jake" beschloss, sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, eine Entscheidung, die sie für mehr als vier Jahrzehnte – mit wenigen Ausnahmen – durchhielt. Doch dem Angebot des späteren "Harry Potter"-Regisseurs bzw. Produzenten Chris Columbus1) in seiner Komödie "Mama, ich und wir zwei"1) (1991, "Only the Lonely") den Part der dickköpfigen Irin Rose Muldoon zu übernehmen, konnte Maureen O'Hara dann doch nicht widerstehen, zumal nach rund 35 Jahren bzw. dem Streifen "Die Nacht gehört uns"2) (1955, "The Magnificent Matador") erstmals wieder Anthony Quinn ihr Partner war. Auf die Frage, ob "Mama, ich und wir zwei" der erste Schritt zur Fortsetzung ihrer Karriere sei, antwortet Maureen O'Hara: "Das weiß der Himmel. Wenn das Drehbuch stimmt, vielleicht. Andererseits werden meine alten Filme unentwegt im Fernsehen gezeigt; ich denke, in den nächsten hundert Jahren wird man Maureen O'Hara nicht so schnell los". Vereinzelt übernahm sie danach Aufgaben in TV-Filmen wie "Der Ruf des Engels"2) (1995, "The Christmas Box") oder wie zuletzt in "The Last Dance" (2000) → Übersicht Filmografie.
  
Wenn es etwas gab, was Maureen O'Hara an ihrer legendären Filmkarriere bedauerte, dann war es der Umstand, dass sie nie die Möglichkeit hatte, in einem Musical zu spielen, obgleich sie von ihrer Ausbildung her dafür prädestiniert gewesen wäre.
Im Laufe des Jahres war sie jedoch immer wieder ein gern gesehener und "gehörter" Gesangsgast in Musikshows von Perry Como, Andy Williams1), Gary Moore1) oder Dinah Shore1).
Über ihren Entdecker sagte sie einmal: "Charles Laughton war ein wunderbarer und charmanter Mann, ein großer Bewunderer des amerikanischen Kinos, überhaupt von allem, was amerikanisch war. Zu mir war er ungewöhnlich freundlich. Laughton wünschte sich immer eine Tochter, mich behandelte er wie seine Tochter. Als er mit mir und meiner Mutter nach Amerika fuhr, um 'Der Glöckner von Notre Dame' zu drehen, war er völlig außer sich, als unser Schiff an der Freiheitsstatue vorbeidampfte. Fortwährend sagte er: 'Sieh doch nur, Maureen, ist das nicht großartig?' – Ich war damals siebzehn, hatte wahnsinniges Heimweh, heulte mir die Augen aus, sah überhaupt nichts. Ich wollte nur wieder nach Hause!" Dass ihre roten Haare für sie zum Markenzeichen wurden, kommentierte sie so: "Hollywood hat mich benutzt, um Technicolor zu verkaufen. Gleich welches Genre, ich wurde immer mit Technicolor in Verbindung gebracht und musste alles spielen, Piratenfilme und Western. Aber weiterhin wurden viele großartige Filme in Schwarz-Weiß gedreht – ohne mich. Nicht, dass ich etwas bereue! Ich hatte eine großartige und wundervolle Zeit in Hollywood, und ich habe Filme drehen können, auf die ich wirklich stolz bin."
2004 veröffentlichte Maureen O'Hara ihre Autobiografie unter dem Titel "'Tis Herself", im gleichen Jahr erhielt sie in Dublin den "Lifetime Achievement Award" von der "Irish Film and Television Academy". Am 8. November 2014 konnte die damals 94-Jährige anlässlich der sechsten "Governors Awards" im "Ray Dolby Ballroom" des "Hollywood & Highland Center"1) in Los Angeles dann den "Ehrenoscar"1) für ihr Lebenswerk als Schauspielerin entgegennehmen. Bereits am 8. Februar 1960 war auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in "Stern" für sie eingelassen worden → weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.
 
Als Maureen O'Hara am 17. August 2010 ihren 90. Geburtstag beging, bezeichnete die F.A.Z. sie als "Die Königin von Technicolor" und schrieb unter anderem weiter: "Die temperamentvolle irische Schauspielerin verlieh Hollywoods Abenteuern durch ihr feuriges Temperament einen Schuss Eigensinn." (…) Maureen O'Hara tauchte regelmäßig in den Listen der schönsten Frauen der Welt auf, und ihr Ruhm überdauerte schon deswegen ihre in den Sechzigern zu Ende gehende Karriere, weil im Fernsehen jedes Jahr zu Weihnachten "Das Wunder von Manhattan" ausgestrahlt wird – und am "St. Patrick's Day"1) jedes Mal "The Quiet Man"1), eine irische Phantasie, deren Verkörperung Maureen O'Hara ist." → www.faz.net
 
Maureen O'Hara lebte viele Jahre an der Südwestküste Irlands in Glengarriff1), aus gesundheitlichen Gründen zog sie 2012 zu ihrem Enkel in den US-Bundesstaat Idaho1). Wie die Medien berichteten, sollte im irischen Glengarriff ein Museum zu Ehren der Schauspielerin bzw. ein Kulturzentrum entstehen. Es war angedacht, das "Maureen O’Hara Legacy Center" im Jahre 2012 zu eröffnen, letztlich scheiterte der hochtrabende, von der "Maureen O'Hara Foundation" unterstützte Plan an der Finanzierung.
Maureen O’Hara, untere anderem zweifache Urgroßmutter, starb am 24. Oktober 2015 im Alter von 95 Jahren in ihrem Wohnort Boise1) (Idaho) – sie sei friedlich im Kreise ihrer Familie eingeschlafen, hieß es in den Medien. Die letzte Ruhe fand sie auf dem US-amerikanischen Militärfriedhof "Arlington National Cemetery"1) in Arlington County1) (Virginia) in der Grabstätte ihre dritten Ehemannes → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Die erste, Mitte Juni 1939 geschlossene Ehe des Filmstars mit dem britischen Filmproduzenten George H. Brown1) (1913 – 2001) war nach etwas über einem Jahr annulliert worden, am 29. Dezember 1941 heiratete Maureen O'Hara den Drehbuchautor und Regisseur Will Price (1913 – 1962), trotz der 1944 geborenen gemeinsamen Tochter Bronwyn FitzSimons, die Anfang der 1960er-Jahre ebenfalls kurzzeitig als Schauspielerin arbeitete, wurde die Verbindung Mitte August 1953 geschieden. Am 11. März 1968 gab die rothaarige Schönheit dem ehemaligen Brigadegeneral bzw. früheren Chefpiloten von "Pan Am" Charles F. Blair Jr.3) das Ja-Wort, war bis zu dessen tragischen Tod am 2. September 1978 an seiner Seite. "1978 flog Blair mit einer "Grumman G-21"1) im Karibischen Meer, als die Motoren versagten und das Flugzeug abstürzte. Blair und drei seiner Passagiere wurden getötet, sieben weitere schwer verletzt. Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde sie zur Präsidentin seiner Fluggesellschaft "Antilles Airboats", was sie zur ersten Präsidentin einer Fluggesellschaft in den Vereinigten Staaten machte. Später verkaufte sie die Firma." notiert Wikipedia
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
sowie die Nachrufe bei epd-film.de, tagesspiegel.de, faz.net
Fotos bei Wikimedia Commons sowie virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia (deutsch),  2) fil,dienst.de, 3) Wikipedia (englisch)
Lizenz Foto Maureen O'Hara: Diese Datei wurde Wikimedia Commons von der "National Archives and Records Administration" im Zuge eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt. Die "National Archives and Records Administration" hat gemeinfreie und freilizenzierte Bilder der amerikanischen Geschichte und der Weltgeschichte bereitgestellt.
    
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(Kinofilme, wenn nicht anders vermerkt)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Wikipedia (englisch)
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), prisma.de (Originaltitel))
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