Übersicht (Auswahl) Theater / Film / Hörspiel
Der am 17. März 1939 im oberschlesischen Beuthen1) (heute Bytom, Polen) geborene Schauspieler Peter Aust wollte nach einer Maurerlehre anfangs Sänger werden, entschied sich dann für die Schauspielerei. Zwischen 1960 und 1964 besuchte er die "Staatliche Schauspielschule"1) (heute "Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin") in Berlin-Niederschöneweide, nach Abschluss der Studien schlossen sich Engagements an den Theatern in Zittau1) und Görlitz1) an. Mit dem Wechsel an das "Deutsche Theater"1) gehörte Aust mit seinem präzisen Spiel bald zur ersten Riege der Ost-Berliner Theater-Szene, arbeitete mit legendären Regisseuren wie Adolf Dresen1), Wolfgang Heinz1) oder Manfred Wekwerth1) zusammen. So gestaltete er unter anderem Anfang der 1970er Jahre den König Edward IV.1) in Wekwerths Inszenierung von Shakespeares "Leben und Tod Richard des Dritten"1), positive Kritiken erhielt er für die Rolle des Journalisten Billing1) in "Ein Volksfeind"1) von Henrik Ibsen (Premiere: 28.09.1975), in Szene gesetzt von Klaus Erforth1) und Alexander Stillmark1) mit Kurt Böwe als Dr. Tomas Stockmann und Inge Keller als dessen Ehefrau Kathrine. Ende der 1970er Jahre wurde Aust an das "Berliner Ensemble"1) berufen, wo er ebenfalls seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte. Unvergessen sein Feldwebel in "Mutter Courage und ihre Kinder"1) von Bertolt Brecht mit Gisela May in der Titelrolle (Regie: Peter Kupke1); Premiere: 03.10.1978). Eine seiner letzten Rollen war dort 1981 der Vorsitzende des Tui-Verbandes2) Hi Wie in "Turandot oder der Kongress der Weißwäscher" von Bertolt Brecht mit Hans-Peter Minetti als Kaiser von China und Renate Richter1) als dessen Tochter Turandot → berliner-schauspielschule.de. Seine Liebe galt auch stets weiterhin dem Gesang, immer wieder trat Aust im Verlaufe seiner Karriere als Chansoninterpret in Erscheinung → mehr zum Theater-Wirken.
 
Seit Mitte/Ende der 1960er Jahre stand Peter Aust für die DEFA1) bzw. den "Deutschen Fernsehfunk"1) (DFF) vor der Kamera und wurde so einem breiten Publikum bekannt. Nach anfänglich kleineren Aufgaben in Kinoproduktionen feierte er mit der Figur des Teufels Flammfuß in dem Märchenfilm "Hans Röckle und der Teufel"1) (1974), gedreht nach der Erzählung "Meister Hans Röckle und Mister Flammfuß" von Ilse Korn1) und Vilmos  Korn1) mit Rolf Hoppe in der Titelrolle, seinen wohl größten Leinwanderfolg. Über diese Rolle sagte Aust später einmal, dass diese ihm "am meisten Spaß machte, weil ich hier die für mich wesentlichen Seiten – Intellekt und Gefühl – in eine inhaltsgemäße Form einbringen konnte."*) Weitere beachtenswerte Aufgaben fand er als der aus der KZ-Haft geflohene Widerstandskämpfer Arno Laube in dem Drama "Am Ende der Welt"3) (1974), als Vater des kleinen Mathias in "Ikarus"1) (1975) und als Mathematiker Herbert bzw. Ehemann der Protagonistin Cox Habbema in "Die unverbesserliche Barbara"1) (1977).
Auf dem Bildschirm erlebte man den Charakterdarsteller neben Übertragungen von Inszenierungen aus dem "Deutschen Theater" in etlichen Gegenwartsfilmen, Literaturadaptionen, aber auch Krimis. In "Der Fall der Ulmer Reichswehroffiziere"4) (1967) einem TV-Spiel über den Ulmer Reichswehrprozess1) aus der der populären "Fernseh-Pitaval"-Reihe1), verkörperte Aust den Offizier Richard Scheringer1), mehrfach tauchte er in den 1970er Jahren in der beliebten Serie "Der Staatsanwalt hat das Wort" auf, unter anderem als westdeutscher Kunstschieber Albrecht Schubert in der Story "2,5 Karat"4) (1975) und als besessener Heizungsmonteur Peter Findeisen, der sein "Haus am Meer"4) mit Betrügereien ausbaut und dabei Schulden anhäuft (1978). Mit Annekathrin Bürger beispielsweise spielte er in "Don Gil von den grünen Hosen"4) (1969) und gab in der Verwechslungskomödie von Tirso de Molina1) den Don Martin, in der Jean Anouilh1)-Komödie "Colombe oder Das Glück der Liebe"4) (1974) war er als Armand Partner der von Christine Schorn dargestellten Titelheldin. Nach Beendigung der Dreharbeiten für die Titelrolle in der zweiteiligen Romanverfilmung "Kippenberg"4) (1981) verließ Aust die DDR, wirkte zunächst in West-Berlin am "Schillertheater"1), ließ sich dann in Hamburg als freischaffender Schauspieler nieder.
 
In der westdeutschen Fernsehszene konnte der Schauspieler rasch Fuß fassen, wiederholt gehörte er zur Besetzung des Dauerbrenners "Tatort"1), präsentierte sich mit Episodenrollen in etlichen beliebten Serien wie "Der Alte"1), "Rivalen der Rennbahn"1), "Die Männer vom K3"1), "Unsere Hagenbecks"1) oder "Großstadtrevier"1). In "Endstation Harembar"1) (1992) nach dem Roman "Ein ernstes Leben"1) von Heinrich Mann1) erlebte man ihn als Rechtsanwalt Winkel, letzte TV-Auftritte hatte er als Michael Wildanger in der Arzt-Serie "Für alle Fälle Stefanie"1) → mehr Filmografie.
Darüber hinaus war Peter Aust ein gefragter Sprecher, bereits seit den 1970er Jahren wirkte er sporadisch bei einigen Hörspielen mit; eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier. Einen breiten Raum dagegen nahm die Arbeit im Synchron-Studio ein, seine markante Stimme lieh er international bekannten Schauspielern wie Peter Cushing (1957, "Teuflisches Alibi"), Michel Piccoli (1961, "Die Jungfrauen von Rom"), John Lithgow1) (1984, "Footloose"1)), Jean Poiret1) (1985, "Hühnchen in Essig"1)) oder Steven Berkoff1) (1985, "Rambo II – Der Auftrag"1)). Oft synchronisierte er auch Serienrollen wie unter anderem den Staatssekretär "Sir Humphrey Appleby" (Nigel Hawthorne1)) in "Yes, Minister"1), den skrupellosen "Grafen Baltar" (John Colicos1)) in "Kampfstern Galactica"1) und den "Lt. Martin Castillo" (Edward James Olmos1)) in der Krimiserie "Miami Vice"1). Für die Video-Erstveröffentlichung1) von "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert"1) sprach er zudem den Part des Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart1)) → mehr bei www.synchronkartei.de.
 
Peter Aust hatte noch so viele Pläne, als er am 26. Januar 1996 im hessischen Bad Wildungen1) mit nur 56 Jahren an den Folgen einer Hüft-Operation starb; die letzte Ruhe fand der Charakterdarsteller auf See. Er war mit seiner Kollegin, der Schauspielerin und Synchronsprecherin Friederike Aust1) verheiratet.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia sowie
ehemalige Seite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 14)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) filmportal.de, 4) fernsehenderddr.de
2) "Tui" ist bei Brecht die Abkürzung für "Tellekt-Uell-In", ein Anagramm für "Intellektuell".
       
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle (unter anderem): Wikipedia
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie; P = Premiere, UA = Uraufführung)
Filme
Kino / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  filmportal.de, Wikipedia, fernsehenderddr.de,
fernsehserien.de, Die Krimihomepage)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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