Filmografie
Friedrich Georg Beckhaus (Friedrich G. Beckhaus) wurde am 11. Dezember 1927 in Berlin geboren. Sein schauspielerisches Handwerk erlernte er bei Gustaf Gründgens (1899 – 1963) in Düsseldorf, Engagements am "Städtebundtheater Hof"1), den "Städtischen Bühnen Regensburg"1) sowie an verschiedenen Theatern in Hamburg und Berlin schlossen sich an. Bekannt wurde der Schauspieler vor allem durch das Fernsehen.
Friedrich G. Beckhaus mit Ehefrau Erika; Copyright Helga Schlack Erste Erfahrungen vor der Kamera sammelte Beckhaus bereits in der "Stahlnetz"-Folge "Das zwölfte Messer"1) (1958), Anfang der 1960er Jahre tauchte er mit kleineren Nebenrollen in den Edgar Wallace-Krimis1) "Das Rätsel der roten Orchidee"1) (1962) und "Das Gasthaus an der Themse"1) (1962) auf. 
Seine erste große Hauptrolle spielte er unter der Regie von Robert A. Stemmle1) als Józef Jakubowski in der zweiteiligen TV-Doku "Der Fall Jakubowski – Rekonstruktion eines Justizirrtums"2) (1964). Stemmle inszenierte die Handlung nach der authentischen Geschichte des polnischen Landarbeiters Jakubowski1) (1895 – 1926), der während der 1920er Jahre wegen Mordes an einem kleinen Jungen trotz mangelnder Beweise und offensichtlich falscher Zeugenaussagen zum Tode verurteilt wurde; der Justizirrtum erregte damals viel Aufsehen und rief Gegner der Todesstrafe auf den Plan → Die Krimihomepage.
 
Friedrich G. Beckhaus mit Ehefrau Erika
Foto mit freundlicher Genehmigung von Helga Schlack,
Witwe des Schauspielers Peer Schmidt (1926 – 2010)
© Helga Schlack
Eine schöne Rolle war auch die des Autors Karl May1) in dem von Hans Heinrich1) in Szene gesetzten semi-dokumentarischen TV-Spiel "Freispruch für Old Shatterhand"1) (1965) mit dem Untertitel "Dokumentarspiel über den Prozess Karl Mays gegen Rudolf Lebius", das sich mit der Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Charlottenburg am 12. April 1910 beschäftige, da Karl May seinen Widersacher Rudolf Lebius1) (gespielt von Toni Herbert1)) wegen Beleidigung verklagt hatte. Unter anderem nannte Journalist Lebius den Schriftsteller einen "geborenen Verbrecher", die Klage wurde jedoch abgewiesen. → Wikipedia
   
"Freispruch für Old Shatterhand": Szenenfoto mit Friedrich G. Beckhaus als Karl May (r.) und Peter Schiff als Priegel, einst Kumpan Mays während seiner Zeit im Arbeits- und Zuchthaus; mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Februar 2018 auf DVD herausbrachte. "Freispruch für Old Shatterhand": Abbildung DV-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion Mitte Februar 2018 auf DVD herausbrachte.
"Freispruch für Old Shatterhand": Abbildung DV-Cover sowie Szenenfoto
mit Friedrich G. Beckhaus als Karl May (r.) und Peter Schiff als Priegel,
einst Kumpan Mays während seiner Zeit im Arbeits- und Zuchthaus.
Mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Produktion
Mitte Februar 2018 auf DVD herausbrachte.
  
In Rudolf Jugerts1) Dokumentarspiel "Paris muß brennen! – Die Rettung der französischen Hauptstadt durch den General von Choltitz"2) (1965), mit Wolfgang Büttner als deutschem General Dietrich von Choltitz1), der sich im August 1944 Hitlers Wahnsinns-Befehl wiedersetzte, stellte er den Pariser Oberbürgermeister Taittinger dar. So richtig populär wurde Beckhaus durch seine Rolle des Leutnants Atan Shubashi in der Kultserie "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" (1966). Ein Wiedersehen mit dem "Astrogator" des schnellen Raumkreuzers konnte man 2003 auf der Leinwand in "Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino"1) feiern.
  
Zur Serien-Filmografie zählten wiederholte Auftritte in beliebten Krimiserien/-reihen wie "Stahlnetz", "Das Kriminalmuseum", "Der Kommissar", "Der Alte"1), "Tatort"1) oder "Wolffs Revier", aber auch Unterhaltungsserien wie "Café Wernicke"1), "Die Koblanks"1), "Jakob und Adele"1) oder der Quotenrenner "Die Schwarzwaldklinik"1). In etlichen Einzelproduktionen bewies Beckhaus immer wieder seine schauspielerische Vielseitigkeit. Zu nennen sind vor allem ambitionierte, szenische TV-Dokumentationen wie "Der Fall der Generale"1) (1966) über die Blomberg-Fritsch-Krise1), wo Beckhaus erstmals den Gestapo-Chef Heinrich Müller1) darstellte. In "Reinhard Heydrich – Manager des Terrors" (1977) mit Dietrich Mattausch als SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich1) und in "Die Wannseekonferenz"1) (1984) über die Wannseekonferenz1) am 20. Januar 1942 – erneut mit Mattausch als Heydrich – schlüpfte er wieder in diese Rolle. Tom Toelle1) besetzte ihn in seinem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess" (1967) über den Reichstagsbrandprozess1) gegen Marinus van der Lubbe1) (Jules Hamel), für Theo Metzger1) mimte er in "Der Fall Liebknecht-Luxemburg"1) (1969), dem Zweiteiler über Karl Liebknecht1) (Richard Lauffen) und Rosa Luxemburg1) (Edith Heerdegen), einen der Mörder Rosa Luxemburgs, den Jäger Otto Wilhelm Runge1). In dem von Axel Eggebrecht1) und Inge Stolten1) verfassten, sowie von Günter Gräwert1) gedrehten Dokumentarspiel "Der Röhm-Putsch"1) (1967) verkörperte er den SS-Gruppenführer Sepp Dietrich1), in Wolfgang Schleifs1) Fünfteiler "Bürgerkrieg in Rußland"1) (1967) überzeugte er neben Nikolaj Rytkov1) (als Lenin1)) als der Revolutionär Leo Trotzki1).
Mit dem Stück "Die Verschwörung"3) (1969) stellte Autor Walter Jens die Hypothese auf, dass der römische Diktator Caesar1) nicht einer Verschwörung unter Führung von Brutus1) und Cassius1) zum Opfer fiel, sondern sterben wollte, um unsterblich zu werden. Unter der Regie von Franz Josef Wild1), der das Drama ohne historische Kostüme und ohne aufwendige Dekorationen inszenierte, gab Beckhaus neben Hannes Messemer (Caesar) den Senator Caecilius Metellus, ebenfalls 1969 sah man ihn als Maler Paul Gauguin in "Van Gogh" nach dem gleichnamigen Theaterstück4) von Alfred Matusche1) über Vincent van Gogh1) mit Herbert Fleischmann in der Titelrolle, sowie als Serienmörder John Christie1) in "Gnade für Timothy Evans"1), dem Dokumentarspiel über den Fall des Timothy Evans1). Im darauffolgenden Jahr präsentierte er sich neben Protagonist Arno Assmann als General Uritzky in "Der Fall Sorge"2) (1970) über den Spion Richard Sorge1), als Generalmajor Hellmuth Stieff1) in "Claus Graf Stauffenberg"2) mit den Untertitel "Porträt eines Attentäters" (1970) über Claus Schenk Graf von Stauffenberg1) mit Horst Naumann in der Titelrolle und als Ingenieur Helmut Gröttrup1), Assistent von Wernher von Braun1) (gespielt von Dieter Kirchlechner) in dem Zweiteiler über das NS-Raketenprogramm1) mit dem Titel "Peenemünde"1) (1970).
In der siebenteiligen deutsch-französischen Serie "Die rote Kapelle"1) (1972) über die Widerstands- und Spionagegruppe "Rote Kapelle"1) erlebte man Beckhaus als Alfred Corbin1), am 1. Dezember 1972 gelangte unter der Regie von Rainer Wolffhardt1) das Doku-Drama "Auf Befehl erschossen"2) mit dem Untertitel "Die Brüder Sass, einst Berlins große Ganoven" mit Christoph Felsenstein1) als Erich Sass und Jürgen Prochnow als Franz Sass zur Ausstrahlung, in dem dich Beckhaus als Kommissar Fiebach zeigte. Weitere interessante Rollen spielte Beckhaus unter anderem in TV-Produktionen wie den Mehrteilern "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus" (1975) und "Jauche und Levkojen" (1979), man sah ihn in "Freund mit Rolls Royce"5) (1984) aus der "Mrs. Harris"5)-Reihe mit Inge Meysel, in "Die Friedenmacher" (1984), dem Live gesendeten Spiel um die Mechanik der sich abzeichnenden Weltkrise von 1938, verkörperte er den französischen Politiker und mehrfachen Premierminister Édouard Daladier1). Seit Mitte der 1980er Jahre erschien Beckhaus eher sporadisch auf dem Bildschirm, zu einer seiner letzten Auftritte zählte 1995 die Episode "Das dritte Auge" aus der Krimiserie "Wolffs Revier"1) → Übersicht TV-Produktionen.
  
Auf der Leinwand waren es immer wieder die kleinen, unverzichtbaren Randfiguren, denen Beckhaus Kontur verlieh. Regisseur Alfred Vohrer1) besetzte in als Richter Dr. Gloggnigg in dem nach dem gleichnamigen Roman1) von Johannes Mario Simmel1) entstandenen Streifen "Und Jimmy ging zum Regenbogen"1) (1971), auch in Vohrers weiteren Simmel-Adaptionen "Liebe ist nur ein Wort"1) (1971), "Der Stoff, aus dem die Träume sind"1) (1972) sowie n der Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein"1) (1976) nach dem gleichnamigen Roman1) von Hans Fallada1) gehörte Beckhaus zur Schauspieler-Riege. Weitere Auftritte hatte er unter anderem in dem Wallace-Streifen "Die Tote aus der Themse"1) (1971), in der Komödie "Wer spinnt denn da, Herr Doktor?"1) (1981) oder mit der Rolle des Bürgermeisters Zinngruber in der deutsch-französischen Produktion "Eine Liebe in Deutschland"1) (1983), in Szene gesetzt von Andrzej Wajda1) nach dem Roman von Rolf Hochhuth1). In der Hallervorden-Komödie "
Didi – Der Doppelgänger"1) (1984) präsentiete er sich wieder mal als Kommissar, zu seinen letzten Arbeiten für das Kino zählte der von Gustav Ehmck1) mit dem Volksschauspieler und Kabarettisten Walter Roderer1) gedrehte, deutsch-schweizerische Leinwandspaß "Ein Schweizer namens Nötzli"1) (1988), wo er als Arribert Müller den kleinlichen Vorgesetzten des Buchhalters Joseph Nötzli (Roderer) mimte; die Produktion gehört übrigens zu den kommerziell erfolgreichsten Schweizer Kinoproduktionen → Übersicht Kinofilme.

Seit Ende der 1980er Jahre Wurde es um den vielseitigen Darsteller Friedrich Georg Beckhaus ruhiger. Er arbeitete hauptsächlich für die Synchronisation und betätigte sich als Sprecher bei verschiedenen Audio-Produktionen. So sprach er einigen Jahre lang den "Baron von Zwiebelschreck" in den erfolgreichen Hörspielen um "Benjamin Blümchen"1) und "Bibi Blocksberg"1), in "Geisterjäger John Sinclair"1) übernahm er unterschiedliche Rollen. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem mehrfach Hector Elizondo1), Ian Holm1), Harry Dean Stanton1), Donald Pleasence1) und Robert Duvall seine einprägsame Stimme. Zu nennen sind beispielsweise auch Marty Feldmann (1983, "Dotterbart"1)), Christopher Plummer (1987, "Wagnis der Liebe"1)), Tony Curtis (1989, "Tarzan in Manhattan"1)), Jean-Louis Trintignant (1995, "Fiesta"1)), Tony Randall (2003, "Zum Teufel mit der Liebe!"1)) oder Franco Nero (2010, "Augustinus"5)). Mit weit über 1.500 Einsätzen zählte Beckhaus in der Film-Synchronisation seit Jahrzehnte zu den meistbeschäftigten Akteuren → mehr bei Wikipedia sowie www.synchronkartei.de.
Erst Anfang November 2023 verabschiedete er sich im Alter von 95 Jahren als Synchronsprecher in den "Ruhestand". Sein Lebenswerk würdigte man am 23. Mai 2019 mit dem Ehrenpreis des "Deutschen Synchronpreises"1)
 
Der Schauspieler und Sprecher Friedrich Georg Beckhaus, Vater von drei Töchtern, starb am 5. Februar 2026 im hohen Alter von 98 Jahren (vermutlich in Berlin). Er war der letzte noch lebende Hauptdarsteller der Kultserie "Raumpatrouille".
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Die Krimihomepage, 3) filmportal.de, 4) theatertexte.de, 5) fernsehserien.de
   
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage, fernsehserien.de,
karl-may-wiki.de,  bundesarchiv.de, deutsches-filmhaus.de, bamby.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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