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| Der schwedische Tenor Jussi Björling wurde am 5. Februar 1911*) als Johann Jonathan Björling und zweiter von vier Söhnen in der schwedischen Stadt Borlänge1) (Provinz Dalarnas län1)1)) geboren. Sein Vater Karl David Björling (1873 1926) war Stimmpädagoge und soll ein renommierter Tenor gewsen sein, der in Wien und in New York auftrat. Mutter Ester Elisabet (* 1882) machte sich einen Namen als Pianistinm, starb jedoch gerade mal 35-jährig kurz nach der Geburt des vierten Sohnes Karl David (1917 1975). Vater Johann, der auch einen Leitfaden zur Stimmbildung verfasste, sah er seine wesentliche Aufgabe in der Ausbildung seiner Söhne Karl Johan Olof, genannt "Olle" (1909 1965), Karl Gustav, genannt "Gösta" (1912 1957), vor allem Jussi den Vornamen hatte seine finnische Großmutter eingeführt, So erhielt Jussi von seinem Vater bereits im Alter von fünf Jahren eine Gesangsausbildung, stand gemeinsam mit ihm sowie den Brüdern Olle und Gösta als "Björling Male Quartet" auf der Bühne, das nicht nur in Schweden sondern auch in den USA Konzerte gab. | ||||
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Auch mit Sendungen im Rundfunk wurde Björling populär, bereits 1928 hörte man ihn im Radio. dass Björling (unter dem Pseudonym Erik Odde) auch die belanglosesten Schnulzen singen konnte und sie durch den Adel seiner Stimme erträglich machte, man höre sich daraufhin einmal Björlings Operettenaufnahmen an, etwa die Emmerich-Kálmán1)-Aufnahmen von Beginn der dreißiger Jahre oder das mit unwiderstehlichem Charme gesungene Lied des "Paris" aus Offenbachs1) "La Belle Helene"1). Diese Aufnahmen sind fast alle in der schwedischen Sprache seiner Heimat gesungen, in der er auch noch gastierte, als er seine ersten internationalen Auftritte machte. Die ersten italienisch gesungenen Arienaufnahmen des internationalen Repertoires machten vor allem in den USA Furore und begünstigten seinen fulminanten Start an der "Met" 1938. Die Charakterisierung dieser Stimme fällt gar nicht so leicht. Björling feierte seine größten Erfolge im italienischen Fach bei Puccini1) und Verdi1), war aber von der Stimme her eher kein typischer italienischer Tenor. Es ist wohl, kurz gesagt, die Verbindung eines elegisch-melancholisch getönten Timbres mit der Strahlkraft eines "lirico-spinto"-Tenors (Jugendlicher Heldentenor), die den besonderen Reiz dieses Singens ausmacht. Es mangelte seiner Stimme an der warmen Sinnlichkeit der großen Italiener, andererseits war dieser Mangel kein Manko, wie man es wohl bei Björlings Landsmann Nicolai Gedda bei aller Bewunderung feststellen muss. Es war eine verdeckte, latent schlummernde Sinnlichkeit, die unter der immer etwas spröden, allen stimmlichen Exzessen aus dem Weg gehenden Haltung Björlings zu spüren war, eine Mischung aus Distanz und Anziehungskraft. Nur wenige Monate vor seinem plötzlichen Herztod sang er in einem Konzert im schwedischen Göteborg1) zum ersten Mal in seinem Leben die Gralserzählung aus "Lohengrin"1), angeblich eine Partie, auf die er sich vorzubereiten gedachte. Wenn dies wirklich stimmt, dann ist Björlings Tod der größte Verlust für den Wagner1)-Gesang gewesen, den man sich vorstellen kann, denn hier hört man die Lohengrin-Stimme par excellence, die aufgebaut sein muss aus Distanz und Weltenferne und schmerzlich getönter Sinnlichkeit.***) Zwei Mal konnte man ihn auch in schwedischen Kinoproduktionen bewundern, so trat er mit der männlichen Hauptrolle des Künstlers Tore Nilsson in dem von Gunnar Skoglund (1889 1983) gedrehten Drama "Fram för framgång" (1938; → Wikipedia (englisch)) auf, zeigte sich als er selbst in der von Stig Olin1) in Szene gesetzten, romantischen Komödie "Resan till dej" (1953, "Reise zu Dir"2)) an der Seite der Protagonisten Alice Babs und Sven Lindberg (1918 2006) → Wikipedia (englisch).
Jens Malte Fischer1) gibt in seinem Werk ""Große Stimmen"***) folgende Literaturhinweise zu Jussi Björling: "An biographischer Literatur herrscht Mangel. Bereits der Mittdreißiger Björling hat eine kleine Autobiographie verfasst (die aber nur schwedisch existiert, "Med bagaget i strupen", Stockholm 1945). Aus dem gleichen Jahr stammt ein Buch des jüngeren Bruders Gösta: "Jussi, boken om storebor" (Stockholm 1945), aus dem Todesjahr 1960 ein Erinnerungsbuch, das von Bertil Hagmann herausgegeben wurde: "Jussi Björling, en minnesbok" (Stockholm 1960). Eine kaum zu übertreffende Diskographie ist Harald Henryssons und Jack W. Porters "A Jussi Björling Phonography" (Stockholm 1984; englisch) mit einer Chronologie seines Lebens und seiner Auftritte." Seit 1994 erinnert in Stockholm eine von dem niederländischem Bildhauer Pieter de Monchy (1916 2011) geschaffene Bronze-Büste an den so früh verstorbenen Künstler → Foto bei Wikimedia Commons. Am 10. März 1998 wurde eine der beiden Wege im zentral gelegenen Stockholmer Stadtpark "Kungsträdgården"1) in "Jussi Björlings Allé" ("Jussi Björling Allee") umbenannt. Die schmale Straße endet in der Nähe der "Königlichen Oper"1) und der "Jussi-Björling-Büste", die auf dem angrenzenden Platz "Jakobs Torg" bei der "Jakobskirche"1) aufgestellt wurde. 1999 widmete auch ihm die schwedische Post eine Briefmarke, in der Reihe "Sänger" sind Alice Babs (1924 2014) für den Jazz und Jussi Björling für die Klassik in einem Doppelportrait abgebildet. Seine Geburtsstadt Borlänge1) errichtete für ihren berühmten Sohn ein Museum, das mit Fotos, Rollen-Kostümen, Auszeichnungen und etlichen Dokumenten seine fulminante Karriere dokumentierte sowie einen Museum-Shop mit Büchern und CDs unterhielt laut Aussagen des britischen Musikkritikers John B. Steane (1928 2011; → Wikipedia (englisch)) "das beste Sänger-Museum der Welt" (Zeitschrift "Gramophone"1) 12/2004). (Quelle: Wikipedia) Nachdem das "Jussi Björling Museum" seit der Eröffnung im Jahre 1994 mehr als 25 Jahre lang die künstlerischen Leistungen des Sängers würdigte, kam es mit Ablauf des Jahres 2020 durch die Stadt zur Schließung, welche einen Teil der Sammlung in die Stadtbibliothek verlegte. Da die Familie die neuen Räumlichkeiten jedoch als ungeeignet ansah, forderte diese ihre privaten Leihgaben zurück, was zu einer Auflösung der ursprünglichen Ausstellung führte. Auf dem "Jussi-Björling-Platz" in Borlänge befindet sich zudem eine von dem schwedischer Bildhauer Willy Gordon1) gestaltete, zwei Meter hohe "Jussi-Björling-Statue", die täglich zu bestimmten Uhrzeiten (12:00 und 16:00 Uhr) "singt" → Foto bei Wikimedia Commons. Wikipedia führt unter anderem aus: "In Deutschland blieb Björling zu Lebzeiten beim breiten Publikum jedoch weitgehend unbekannt. Dieses schätzte vor allem Sänger wie Mario del Monaco und Giuseppe Di Stefano, die genuin italienisches Temperament und italienische Gesangskunst verkörperten. Einem Skandinavier hingegen traute man allgemein nicht zu, Verdi1) oder Puccini1) mit derselben Leidenschaft singen zu können. Zu der größeren Bekanntheit der beiden Italiener mag auch beigetragen haben, dass sie mit den beiden großen rivalisierenden Primadonnen Maria Callas und Renata Tebaldi auf Schallplatten zu hören waren Björling sang zumeist mit "Met"--Spitzenkräften wie Zinka Milanov1), Robert Merrill1) und Leonard Warren. Björling erfuhr in Deutschland eigentlich erst nach seinem Tode (und hier nach Einführen der CD) die Würdigung, die er in den angelsächsischen Ländern bereits zu Lebzeiten hatte einer der führenden Sänger des 20. Jahrhunderts gewesen zu sein." Bereits zu Lebzeiten erhielt Björling etliche Auszeichnungen/Orden, Ehrenbürger-Titel sowie zahlreiche andere Ehrungen sowohl in seiner Heimat Schweden als auch rund um den Globus. Im Jahre 1944 ernannte ihn der damalige schwedische König Gustav V.1) zum "Hovsångare" ("Königlicher Hofsänger"), 1956 wurde er als Mitglied in die "Kungliga Musikaliska Akademien"1) ( "Königlich Schwedische Musikakademie") berufen. Laut einer Umfrage im Juli 1999 unter Musikkritikern des britischen Magazins "Classic CD" hielt man ihn für den "größten Sänger des 20. Jahrhunderts", 2012 wurde er in die "Hall of Fame of Gramophone"1) aufgenommen. In der "Kilbourn Hall" der international renommierten "Eastman School of Music"1), in Rochester1) (New York1)), die als eine der führenden Musikhochschulen der Welt gilt, widmete man ihm einen Ehrenplatz. |
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Informationen (in englischer Sprache) zu dem berühmten Tenor findet man bei "The Jussi Björling Society". Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch mit Diskografie (Auswahl), operissimo.com Fotos bei Wikimedia Commons |
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*) Laut
Geburtsurkunde, die Hebamme nannte den 05.92.1911 als Geburtsdatum; das Kirchenbuch gab fälschlicherweise
den 2. Februar 1911 als Geburtsdatum an, den Jussi Björling selbst aber
als seinen Geburtstag feierte; auch der Grabstein weist dieses Datum aus → Wikimedia
Commons. Quellen: **) Wikipedia (abgerufen 18.12.2011) ***) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer ( Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 306/307) bzw. Literaturhinweise S. 309 Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmdienst.de, 3) Bayerisches Musiker-Lexikon |
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