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| Der italienische Tenor Giuseppe Di Stefano wurde am 24. Juli 1921 als einziger Sohn des Polizisten (Carabiniere1)) Salvatore Di Stefano († 1943) und dessen Ehefrau Angela, einer Schneiderin, in der sizilianischen Stadt Motta Santa Anastasia1) (nahe Catania1)) geboren; alser sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Mailand1). Während seiner Schulzeit an einem Jesuiten1)-Seminar unterrichtet, wollte er als Junge eine Zeit lang Priester werden. | ||||||
Über Rom wirkte Di Stefano erstmals an der "Mailänder Scala"1), wo er am 15. März 1947 erneut mit dem Des Grieux in "Manon" brillierte, im Folgejahr gab er im Februar 1948 mit der Partie des schneidigen Herzogs von Mantua in dem Verdi1)-Werk"Rigoletto"1) sein Debüt an die New Yorker "Metropolitan Opera"1). Hier verzeichnete er unter andrem mit der Titelrolle in "Faust"1) von Charles Gounod1), als Rodolfo in der Puccini-Oper"La bohème" und einmal mehr als Des Grieux große Erfolge. Aufgrund von Differenzen mit dem damaligen Intendanten Rudolf Bing1) (1902 1997) blieb er an der "Met" jedoch vorerst nur bis 1950, trat dann dort später wieder regelmäßig auf. Di Stefano, von allen Opernfans nur "Pippo" genannt, feierte weltweit Triumphe, seit 1951 war er festes Mitglied der "Mailänder Scala". In Großbritannien erlebte man ihn erstmals im August/September 1957 mit dem Mailänder Ensemble beim "Edinburgh Festival"1) in "L'elisir d'amore" ("Der Liebestrank") von Gaetano Donizetti1) in der Inszenierung von Franco Enriquez (1927 1980) sowie musikalischen Leitung von Nino Sanzogno1) als den in Adina (Rosanna Carteri1)) verliebten jungen Bauern Nemorino → Wikipedia (englich). Am Londoner "Royal Opera House"1) in Covent Garden1) debütierte er Mitte Mai 1961 als Maler Mario Cavaradossi in der Puccini-Oper "Tosca"1) mit Régine Crespin in der Titelrolle der Floria Tosca und Edward Downes am Dirigentenpult. Ein Mitschnitt dieser beachtlichen Aufführung wurde auf CD veröffentlicht und gilt als bedeutendes Ton-Dokument von Di Stefanos Interpretation des Cavaradossi. Bereits Anfang der 1950er entstand vom Label "EMI"1) unter der musikalischen Leitung von Victor de Sabata1) mit Maria Callas (Tosca), Giuseppe Di Stefano (Cavaradossi) sowie unter anderem Tito Gobbi1) (Scarpia) zusammen mit dem Chor und Orchester der "Mailänder Scala" ein(e) Mitschnitt/Gesamtaufnahme "Tosca"1) (1953), die von vielen Musik-Kritikern als eine der bedeutendsten Opern-Aufnahmen der 1950er Jahre angesehen wird.
Zu seinem herausragenden Repertoire zählten, neben den genannten Rollen, beispielsweise der Graf Almaviva in "Der Barbier von Sevilla"1) von Gioachino Rossini1), der Lord Arturo Talbo in "I puritani"1) ("Die Puritaner") von Vincenzo Bellini1), der Fernando in "La favorite"1) ("Die Favoritin") von Gaetano Donizetti1) , die Titelpartie in "Werther"1) von Jules Massenet1), der Pinkerton in "Madama Butterfly" von Giacomo Puccini1) oder der Herzog von Mantua in "Rigoletto"1) von Giuseppe Verdi1). Nur ein Mal wagte er sich an eine Wagner1)-Oper, in einer Inszenierung des österreichisch-amerikanischen Regisseurs Herbert Graf1) gab er im Juni 1964 in Mailand (in italienischer Sprache) den päpstlichen Notar Cola Rienzi in "Rienzi"1) (Dirigent: Hermann Scherchen1)) mit unter anderem Raina Kabaiwanska1) (Rienzis Schwester Irene). Als Verdi-Interpret brillierte er unter anderem mit der Titelpartie in "Il trovatore"1) ("Der Troubadour"), als Alfredo Germont in "La traviata"1), als Mestize Don Alvaro in "La forza del destino"1) ("Die Macht des Schicksals"), als ägyptischer Feldherr Radames in "Aida"1) oder als Fenton in "Falstaff"1) um nur Einiges zu nennen. Anfang der 1960er Jahre begann Di Stefanos Ruhm als Verdi-Tenor zu verblassen, seine Stimme war nicht für "schwere" Partien geeignet. Kritiker warfen ihm vor, seine Stimme übermäßig beansprucht zu haben, was dieser jedoch stets vehement dementierte. 1963 beispielsweise stellten sich Probleme bei einer Vorstellung von "La bohème" am Londoner "Royal Opera House"1) ein er wurde durch einen "Newcomer" ersetzt Luciano Pavarotti (1935 2007). Anfang der 1970er Jahre unternahm er, wie erwähnt, mit Maria Callas die große Konzerttournee, die er jedoch 1974 abrupt abbrechen musste und so diejenigen Kritiker bestätigte, die technische Unvollkommenheit seines Singens bereits auf dem Höhepunkt seiner Karriere gerügt, ihm den baldigen stimmlichen Ruin prophezeit hatten. Auf der anderen Seite steht das Urteil des englischen Experten John Steane (1928 2011; → Wikipedia (englisch)), der Di Stefano eine der besten Tenorstimmen des Jahrhunderts zuschreibt.3) Zur Spielzeit 1966/67 wurde der Tenor vom Berliner "Theater des Westens"1) zu Aufführungen der Lehár1)-Operette "Das Land des Lächelns"1) eingeladen bzw. für die Rolle des Prinzen Sou-Chong verpflichtet und als "Richard Tauber-Nachfolger" vom Berliner Publikum mit frenetischem Beifall bedacht. Die Produktion geriet später mit einer Tournee durch ganz Europa, unter anderem 1967 mit einem Gastspiel am "Theater an der Wien"1), und die USA zudem zu einem internationalen Erfolg. Auch wenn er sich vornehmlich als Opern-Interpret verstand, wirkte in weiteren Lehár-Operetten mit und spielte entsprechende Platten-Aufnahmen mit den daraus bekannten Operetten-Arien ein. Zu nennen sind der Graf Danilo Danilowitsch in "Die lustige Witwe"1) (u. a. 1969 am "Teatro di San Carlo"1) in Neapel1)), der Niccolò Paganini1) in "Paganini"1) oder der Titelheld in "Der Zarewitsch"1), wo er im Dezember 1969 am "Theater des Westens" nicht nur mit dem berühmten "Wolgalied"1) zu begeistern wusste.
Aus seiner im Mai 1949 in New York City geschlossenen, ersten Ehe mit der damaligen Gesangsstudentin Maria Girolami (08.05.1928), Tochter italienischer Einwanderer, hinterließ der Künstler drei gemeinsame Kinder, Sohn Giuseppe Di Stefano jr. (* 1952) sowie die Töchter Luisa (* 1953) sie starb am 19. März 1975 an Leukämie und Floria Di Stefano (* 1957). Die Verbindung wurde 1976 geschieden, Maria Di Stefano verstarb am 3. Mai 2012. (Quelle: giuseppedistefano.it) Eine ausführliche Biografie zu Giuseppe Di Stefano mit einem Vorwort von Luciano Pavarotti erschien von Thomas Semrau unter dem Titel "Alles oder nichts. Giuseppe Di Stefano" (2002). Aus Gesprächen mit Giuseppe Di Stefano, Meinungen von Kollegen und Dirigenten, umfangreichem zeitgenössischem Material, Kritiken der internationalen Presse und persönlichen Erfahrungen entsteht ein Zugang zu Leben und Karriere des einmaligen Künstlers, den die nachfolgende Generation von Tenören mehr oder weniger geschlossen zu ihrem Vorbild erklärt hat. Die Biographie ist reich bebildert und enthält eine detaillierte Chronologie und Diskographie. Eine CD mit seltenen Aufnahmen des Künstlers macht das Buch auch zu einem Hörvergnügen.4) |
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Siehe auch Wikipedia
(deutsch), Wikipedia
(englisch), br-klassik.de sowie die Nachrufe bei spiegel.de und welt.de Fotos bei Wikimedia Commons |
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Fremde Links: 1) Wikipedia Quelle: 2) Jürgen Kesting: "Die Großen Sänger des 20. Jahrhunderts" (Sonderausgabe für Cormoran Verlag München, 1993, S. 677) 3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 344/345) 4) Zitat: residenzverlag.at (Artikel nicht mehr online) |
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