Heinz Hoppe erblickte am 26. Januar 1924 als zweites von sieben Kindern und Sohn eines Landwirts im heute nordrhein-westfälischen, damals zum "Landkreis Münster"1) gehörenden Saerbeck1) das Licht der Welt, wuchs in der Bauernschaft Middendorf auf.
Während des 2. Weltkrieges wurde der erst 17-Jährige im April 1941 als Soldat eingezogen, kämpfte an der Ostfront und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 – schwer gezeichnet vom Lagerleben in Sibirien1) – heimkehrte. Danach beschloss er, seine schöne Naturstimme ausbilden zu lassen und erhielt an der "Nordwestdeutschen Musikakademie" in Detmold1) (heute: "Hochschule für Musik Detmold"1)) ein Stipendium. Einer seiner Lehrer war unter anderem Prof. Fritz Husler, der den anfänglichen Bariton zum lyrischen Tenor umschulte. Sein Bühnendebüt gab Heinz Hoppe 1953 an den "Städtischen Bühnen in Münster"1) mit der Titelpartie des persischen Königs Xerxes1) in der Oper "Xerxes"1) von Georg Friedrich Händel1).

Heinz Hoppe 1963 (links sitzend, mit ?),
fotografiert von Margot Schaal
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0212019_27)
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Quelle: www.deutschefotothek.de;
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Heinz Hoppe 1963 (links sitzend, mit ?); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0212019_27); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Quelle: www.deutschefotothek.de
Eine weitere Verpflichtung führte ihn 1955 nach Bremen1) an das dortige Theater1), 1957 erhielt er als "1. lyrischer Tenor" ein Engagement an der "Hamburgischen Staatsoper"1), wo er bis 1973 seine künstlerische Heimat fand und in etlichen Aufführungen gefeiert wurde, beispielsweise als der junge Nureddin in "Der Barbier von Bagdad"1) von Peter Cornelius1). In Hamburg wirkte Hoppe unter anderem in zwei Uraufführungen mit, gab am 22. Mai 1960 in der auf dem Drama "Prinz Friedrich von Homburg"1) von Heinrich von Kleist1) basierenden Oper "Der Prinz von Homburg"1) von Hans Werner Henze1) in der Inszenierung von Helmut Käutner1) mit Leopold Ludwig1) am Dirigentenpult den Graf Hohenzollern an der Seite von Toni Blankenheim1) (Prinz Friedrich Artur von Homburg1)) sowie unter anderem Helmuth Melchert1) (Kurfürst von Brandenburg Friedrich Wilhelm,) und Liselotte Fölser2) (Nathalie) → Besetzung1).  Am 16. Juni 1964 fand die Uraufführung des Werks "Der goldene Bock" (Chrysomallos) von Ernst Krenek1) statt, der in der Inszenierung von Egon Monk1) selbst die musikalische Leitung übernahm und Hoppe als der Fürst im Exil zur Besetzung gehörte → krenek.at. Erwähnenswert ist auch die deutschsprachige, von Günther Rennert1) in Szene gesetzte Erstaufführung (27.01.1961) der auf der gleichnamigen Shakespeare-Komödie1) fußenden Oper "A Midsummer Night's Dream"1) ("Ein Sommernachtstraum") von Benjamin Britten1), in der er als der in Hermia verliebte Edelmann Lysander glänzte. Zu seinem Opern-Repertoire in Hamburg zählte unter anderem der Narr in "Boris Godunow"1) von Modest Mussorgski1), der Telemach1) in "Il ritorno d’Ulisse in patria"1) ("Die Heimkehr des Odysseus") von Claudio Monteverdi1) und der Offizier Sylvester von Schaumburg in "Mathis der Maler"1) von Paul Hindemith1), inszeniert von Oscar Fritz Schuh1) mit Hans Schmidt-Isserstedt1) am Dirigentenpult und Hubert Hofmann3) (1933 – 1988) in der Titelpartie des Matthias Grünewald1) (Premiere: 05.02.1967).

Während seiner erfolgreichen Karriere unternahm Heinz Hoppe zahlreiche Gastspielreisen, die ihn rund um den Globus wie in die USA, Spanien, Belgien und Frankreich führten. Er brillierte unter anderem an den "Städtischen Bühnen Frankfurt"1), an der "Bayerischen Staatsoper"1) in München, am "Teatro Nacional de São Carlos"1) in Lissabon1), an der "Pariser Oper"1), an der "Wiener Staatsoper"1) (16.11.1963: als Jeník/Hans in "Die verkaufte Braut"1) von Bedřich Smetana1) → wiener-staatsoper.at), an der "Königlichen Oper"1) in Kopenhagen1),  am "Théâtre Royal de la Monnaie"1) in Brüssel1) oder am "Teatro Real"1) in Madrid1) ebenso wie an der New Yorker "Metropolitan Opera"1) und an der "Mailänder Scala"1). Hinzu kamen Auftritte beispielsweise bei den "Bregenzer Festspielen"1) (1963 als Leander in "Das brennende Haus"1)), beim "Edinburgh Festival"1) und beim "Glyndebourne Festival Opera"1) – hier zur Spielzeit 1961 als spanischer Edelmann Belmonte in dem Mozart1)-Singspiel "Die Entführung aus dem Serail"1) – Konzert-Aufführungen an den bedeutendsten europäischen Musikzentren. Sein Repertoire war breit gefächert, Hoppe brillierte vor allem mit den großen Mozart-Partien, beeindruckte aber auch in Opern moderner Komponisten, feierte zudem große Erfolge als Operetten-Tenor. ER interpretierte rund 45 große Opernpartien, darüber hinaus Lieder-Zyklen/Oratorien/Kantaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy1), (u. a. "Die erste Walpurgisnacht"1)/das Lied "Auf Flügeln des Gesanges"1)),  Franz Schubert1) (u. a. "Die schöne Müllerin"/"Deutsche Messe"1)) oder Robert Schumann1) (u. a. "Das Paradies und die Peri"1)). Auch mit den Tenor-Partien in "Messe in C-Dur"1) von Ludwig van Beethoven1) und "War Requiem"1) von Benjamin Britten1) beeindruckte er sowohl Kritiker als auch das Publikum. Über 200 Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen von Opern/Operetten-Einspielungen und ein sehr großes Repertoire an Einzelliedern, zu denen auch beliebte Volksweisen zählten, zeugen auf zahlreichen Tonträgern von Hoppes stimmlichen Flexibilität und Präzision. Aus der Vielzahl der Operetten-Einspielungen seien Werke von Franz Lehár1) genannt, so das Lied des jungen Dichters Goethe1) "O Mädchen, mein Mädchen, wie lieb ich dich!" aus "Friederike"1), die weltberühmte Arie des Prinzen Sou-Chong "Dein ist mein ganzen Herz"1) aus "Das Land des Lächelns"1), im Duett mit Anny Schlemm1) das Lied "Fern wie aus vergang’nen Tagen" aus "Wo die Lerche singt"1), das Lied des Niccolò Paganini1) "Gern hab’ ich die Frau’n geküst" aus "Paganini"1) oder die männliche Titelpartie in "Der Graf von Luxemburg"1).  Als Sänger der "leichten Muse" interpretierte er weitere, etliche bekannte Lieder, die zu Evergreens wurden, beispielsweise das Liebeslied des geheimnisvollen Kunstreiters Fedja Palinski alias "Mister X" "Zwei Märchenaugen" aus "Die Zirkusprinzessin"1) von Emmerich Kálmán1), "Ich knüpfte manche zarten Bande" aus "Der Bettelstudent"1) von Carl Millöcker1), das Walzerlied des Achmed Bey "O Rose von Stambul" aus "Die Rose von Stambul"1) von Leo Fall1), "Schenkt man sich Rosen in Tirol" aus "Der Vogelhändler"1) von Carl Zeller1), "Glücklich ist, wer vergisst!"1) aus "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1) (unter anderem im Duett mit Ingeborg Hallstein1)), und, und, und …
Enorme Popularität erlangte der sympathische Tenor durch viele Rundfunkauftritte, auch das Fernsehen trug später zur Beliebtheit des Sängers bei. Man erlebte ihn unter anderem – vor allem mit Operetten-Arien –  in populären Unterhaltungssendungen wie "Der goldene Schuss"1), "Zum Blauen Bock" oder in den Quiz-Formaten von Hans-Joachim Kulenkampff, in der von Peter Frankenfeld entwickelt und auch bis zu dessen Tod von diesem präsentierten Show "Musik ist Trumpf"1) sowie in der von Dieter Thomas Heck1) moderierten Sendung "Melodien für Millionen"1), wo er am 22. November 1986 in der "Freiheitshalle"1) in Hof1) mit dem von Franz Schubert1) vertonten "Heidenröslein"1) ("Sah ein Knab’ ein Röslein stehn") und am 9. Dezember 1990 in der "Stadthalle Cottbus"1) mit "Am Brunnen vor dem Tore"1) aus dem ebenfalls von Schubert geschaffenen Liederzyklus "Winterreise"1) auftrat.
  
Nach Beendigung seines Engagements an der "Hamburgischen Staatsoper" im Jahre 1973 reduzierte der Künstler nach und nach seine Opern-Auftritte auf der Bühne, gab zahlreiche stattdessen Konzerte, beteiligte sich vermehrt an Radio- und Fernsehsendungen oder nahm Platten auf. Von 1976 bis 1989 war er Professor für Sologesang an der "Staatlichen Hochschule für Musik" in Heidelberg-Mannheim und Leiter der dortigen Opernschule (heute: "Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim"1)).
Heinz Hoppe, der bereits 1962 in Anbetracht seiner künstlerischen Leistungen vom "Senat der Freien und Hansestadt Hamburg"1) im Alter von 38 Jahren zum "Hamburger Kammersänger"1) und damit zum damals jüngsten "Kammersänger" der Bundesrepublik Deutschland ernannt worden war, erlag am 7. April 1993 im Alter von 69 Jahren im "Universitätsklinikum"1) in Mannheim1) den Folgen einer Operation (laut einiger Presseberichte an einer Blutvergiftung). Die letzte Ruhe fand der gefeierte Tenor laut Wikipedia auf dem Hamburger "Friedhof Ohlsdorf"1) im anonymen Urnenhain (bei Kapelle 2, Planquadrat W 19). Die Seite knerger.de wiederum weist als Grabstelle den Friedhof in Altlußheim1) aus → Foto bei knerger.de.
In erster Ehe mit der Pianistin Carla Hoppe-Linzen verheiratet, gab er 1974 der Journalistin Claudia Brauckmann das Ja-Wort, mit der er in der Gemeinde Altlußheim am Rhein1) nahe der Stadt Speyer1) lebte; neben seiner Witwe hinterließ er die gemeinsame Tochter Xenia Katinka (* 1975). Aus der ersten Verbindung gingen drei Kinder hervor, ein Foto aus den 1960er Jahren zeigt ihn gemeinsam mit diesen in Hamburg.
Von Joachim Puttkammer1) erschien im Oktober 2008 die Biografie mit dem Titel "Ach ich hab' in meinem Herzen: Der Tenor Heinz Hoppe – Stimme für Millionen". Bereits 1972 veröffentlichte Carla Hoppe-Linzen das Buch "Willst Du Dein Herz mir schenken… Mein Leben mit Heinz Hoppe".
 
Siehe auch Wikipedia
Filmografie bei der Internet Movie Database
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