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Bereits während ihrer Zeit in München gab Maria Ivogün Gastspiele,
trat unter anderem an der "Wiener Hofoper" auf, der Bühne, wo sie bei ihrem
ersten Vorsingen 1913 einst abgelehnt worden war. Hier erlebte man sie
am 19. September 1920 in der Inszenierung von Wilhelm von Wymétal1) und Dirigent
Bernhard Tittel1)
als Frau Fluth in der von Otto Nicolai1)
nach der Shakespeare-Komödie "The
Merry Wives of Windsor"1) komponierten,
komisch-fantastischen Oper "Die lustigen Weiber von Windsor"1) neben
Karl Norbert4) als Sir John Falstaff1) (→ Besetzung3)),
am 22. Februar 1921 gab sie in Wien erstmals die Gilda, Tochter des Hofnarren Rigoletto (Ernst Fischer;
1887 ?)
in "Rigoletto"1) von Giuseppe Verdi1)
(Spielleitung: Hans Breuer1), Dirigent:
Carl Alwin1);
→ Besetzung3));
zwei weitere Vorstellungen am 22.02.1921 und 11.11.1921 folgten. Am 18.05.1922 und 01.06.1923 trat sie
als Konstanze, Geliebte des Belmonte (Karl Erb1)) in dem Mozart1)-Singspiel
"Die Entführung aus dem Serail"1) mit
Clemens Krauss1) am
Dirigentenpult auf → Besetzung3):
18.05.1922), am 31. Oktober 1922 sang sie die junge Witwe Norina in
der Opera buffa1) "Don Pasquale"1)
von Gaetano Donizetti1),
Woldemar Runge1) inszenierte,
Franz Schalk1) dirigierte,
Richard Mayr1) interpretierte
den reichen, geizigen Junggesellen Don Pasquale → Besetzung3));
fünf weitere Vorstellungen mit Maria Ivogün folgten, zuletzt am 27.05.1923, diesmal
mit Karl Norbert4) in der Titelpartie und Clemens Krauss am Dirigentenpult
→ Besetzung3))
→ siehe auch Maria Ivogün bei archiv.wiener-staatsoper.at
Maria Ivogün 1920
Foto mit freundlicher Genehmigung
der Österreichischen Nationalbibliothek1)
(ÖNB)
Urheber: Atelier Madame d'Ora1)
(18811963); Datierung: 09.10.1920
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer
204328-D)
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Zur Spielzeit 1925/26 folgte sie
Bruno Walter1) nach Berlin und gehörte bis 1932 zum Ensemble der
"Städtischen Oper" (heute "Deutsche
Oper Berlin"1)). Umjubelte Gastspielreisen führten Maria Ivogün unter anderem
neben der "Wiener Hofoper" an die "Mailänder
Scala"1), das Londoner "Royal Opera House"1)
in Covent Garden1) und auch in den USA begeisterte sie
an der "Lyric Opera of Chicago"1)
und der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
ihren Partien Kritiker und Publikum. Einigen Quellen zufolge soll
sie jedoch niemals an der "Met" aufgetreten sein, weil die damalige berühmte Diva und Sopranistin
Amelita Galli-Curci1)
(1882 1963) dies zu verhindern wusste.
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Auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes kehrte Maria Ivogün 1932 der
Opernbühne den Rücken, gab noch zwei Jahre lang Konzerte und Liederabende,
vorwiegend mit Werken von Richard Strauss1) und
Hans Pfitzner1). Es wurden Gerüchte gestreut,
die Sängerin habe sich von der Bühne verabschiedet, weil sie erblindet sei,
eine weitere Geschichte besagt, dass ein schweres Augenleiden sie bewogen
habe, ein Gelübde abzulegen, von der Bühne abzutreten, wenn ihr Augenlicht
gerettet werde.
Bereits ab 1933 arbeitete die gefeierte Künstlerin als Gesangspädagogin unter
anderem studierte Michiko Tanaka1) (1909 1988),
die spätere Ehefrau des Schauspielers Viktor de Kowa bei ihr , nach Ende des 2. Weltkrieges lehrte Maria Ivogün ab 1948 zwei Jahre lang
an der
"Musikhochschule Wien"1) übernahm dann Anfang
Oktober 1950 eine Professur an der Berliner "Hochschule für Musik"
(heute: "Universität der Künste Berlin"1). Dort leitete sie die Gesangsklassen, zu ihren Schülerinnen gehörten
beispielsweise Elisabeth Schwarzkopf
(1915 2006), Rita Streich
(1920 1987), Evelyn Lear1) (1926 2012)
und Renate Holm1)
(1931 2022),
1958 wurde Maria Ivogün in den Ruhestand versetzt und verbrachte ihren
Lebensabend zurückgezogen mit ihrem zweiten Ehemann in der Schweiz. Nach ihrer
Scheidung (1932) von dem Tenor und Kammersänger Karl Erb1)
(1877 1958), den sie 1921 geheiratet hatte, war
sie 1933 eine zweite Ehe mit dem Pianisten und bekannten
Klavierbegleiter
Michael Raucheisen1)
(1889 1984) eingegangen.
Maria Ivogün, die seit 1956 ordentliches Mitglied der Berliner
"Akademie der Künste" war, starb am 3. Oktober 1987 im
Alter von 96 Jahren in ihrem Schweizer Domizil in Beatenberg1)
(Berner
Oberland1)). Die letzte Ruhe fand die
einst gefeierte Opern-Diva und Konzertsängerin an der Seite ihres am 27. Mai 1984 verstorbenen Gatten Michael Raucheisen auf dem "Städtischen
Friedhof" von dessen Geburtsstadt im schwäbischen Rain1) (Bayern) → Foto der
Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Noch zu Ihrem 95. Geburtstag würdigte die "Schwäbische Zeitung"1)
die Künstlerin unter anderem mit den Worten: "
werden Erinnerungen wach
an eine betörend schöne Sopranstimme, ebenso vollendet in der Exaktheit und
der Brillanz ihrer Koloraturen wie in der Feinheit ihres Stilgefühls."
Im Münchener Stadtteil Pasing1) erinnert
seit 1994 die "Maria-Ivogün-Allee" an die
legendäre Sopranistin.
Die Sopranistin Ivogün gilt bis heute als eine der besten und berühmtesten
Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts. In der Zeit zwischen den beiden
Weltkriegen trug sie nicht unwesentlich zum europaweit guten Ruf der
Opernaufführungen in Deutschland bei. Zahlreiche Schallplatteneinspielungen
(u. a. zusammen mit ihrem ersten Ehemann) runden ihre künstlerische Tätigkeit
ab.5)
Portrait Maria Ivogün im November 1965 → Info-Karte Quelle:
Deutsche
Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0163366)
Eigentümer/ © SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Quelle:
www.deutschefotothek.de; Datum: 11.1965
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
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