Wirken (Auszug) / Filmografie |
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Erika Köth erblickte am 15. September 1925 im hessischen
Darmstadt1)
das Licht der Welt. Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, verlor
sie früh ihren Vater und wurde
von einer Tante erzogen. Ihre
Kindheit war geprägt von einer Erkrankung an Kinderlähmung, die sie im Alter von
acht Jahren erlitt und gegen die sie mehrere Jahre ankämpfen musste und
schließlich ihren Kindheitstraum, Balletttänzerin zu werden, begrub. Bevor
sie zu der wie manche Kritiker meinen "vielleicht besten
Koloratur1)-Sopranistin der
Welt" avancierte, begann sie nach einer kaufmännischen Ausbildung
sowie zeitweiligen Dienstverpflichtung in einer Munitionsfabrik ab 1942
ein Gesangsstudium. Zunächst ließ sie sich von zwei Gesangspädagogen unterrichten, später
ab Herbst 1944 in Darmstadt an der
"Akademie
für Tonkunst"1) von Elsa Blank; um das Studium zu finanzieren, sang sie zeitweilig in einem
Tanzorchester. Erste Anerkennung erlangte Erika Köth Ende Dezember 1947 unter 300 Teilnehmenden mit dem 1. Preis im
Fach
"Koloratur-Sopran" (zusammen mit Christa Ludwig1)) bei einem
Gesangswettbewerb des "Hessischen
Rundfunks"1) (damals "Radio
Frankfurt"1)) mit der Arie der Königin der Nacht aus der Mozart-Oper
"Die Zauberflöte". Bereits ein Jahr später
gab sie ihr Bühnendebüt am "Pfalztheater"1) in
Kaiserslautern1) mit der Partie der Philine in der Oper "Mignon"1)
von Ambroise Thomas1).
Ihr Wiener Debüt gab Erika Köth am 22. Dezember 1953 mit ihrer "Paraderolle" der Königin der Nacht in dem Mozart-Werk "Die Zauberflöte"1), an der Seite von Ludwig Hofmann1) (Fürst Sarastro), Julius Patzak1) (Tamino), Teresa Stich-Randall1) (Pamina), Alfred Poell1) (Papageno) und Emmy Loose1) (Papagena) Oscar Fritz Schuh1) inszenierte, Rudolf Moralt1) stand am Dirigentenpult, 35 weitere Vorstellungen mit Erika Köth sollten bis 1960 folgen. In Salzburg trat als Königin der Nacht erstmals 1955 auf, über 270 Mal gestaltete sie im Laufe ihrer Kariere diese Partie, darunter auch 1956 an der "Mailänder Scala"1). Zu ihrem herausragenden Repertoire zählte als Mozart1)-Interpretin darüber hinaus die Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail"1) eine ihrer weiteren berühmten Partien und, neben der Zerlina in "Don Giovanni", die Despina "Così fan tutte"1). Ihre außergewöhnliche Stimme ermöglichten ihr die höchsten Koloraturpartien wie die der Zerbinetta in der Oper "Ariadne auf Naxos"1) von Richard Strauss1), sie brillierte als junge Witwe Norina in "Don Pasquale"1) von Gaetano Donizetti, als Kokotte Musetta in "La Bohème"1) von Giacomo Puccini1), als Sklavin Liù in Puccinis "Turandot"1), mit der Titelpartie in der Donizetti-Oper "Lucia di Lammermoor"1), als Rosine in "Il barbiere di Siviglia" von Gioachino Rossini1) oder als Marzelline, Tochter des Kerkermeisters Rocco, in "Fidelio"1) von Ludwig van Beethoven1). Zu nennen ist auch die Lady Harriet Durham (Martha), Ehrenfräulein der Königin Anne Stuart1) (im Libretto: genannt Anna), in "Martha oder Der Markt zu Richmond"1) von Friedrich von Flotow1), das Bauernmädchen Micaëla in "Carmen"1) von Georges Bizet1), die Olympia sowie Antonia in "Les contes d'Hoffmann"1) ("Hoffmnns Erzählungen") von Jacques Offenbach1), die Sophie in "Der Rosenkavalier"1) von Richard Strauss1) und die Carolina, Tochter des reichen Kaufmanns Geronimo, in "Il matrimonio segreto"1) ("Die heimliche Ehe") von Domenico Cimarosa1). Als Verdi1)-Sängerin glänzte sie mit der Gilda in "Rigoletto"1), mit dem Pagen Oscar in "Un ballo in maschera"1) ("Ein Maskenball") und mit der Kurtisane Violetta Valéry in "La traviata"1). Mit ihren Ausflügen in das Fach der "leichten Muse" wusste sie das Publikum ebenfalls zu erfreuen, so entstand beispielsweise im Juni 1960 mit den "Wiener Philharmonikern"1) unter der musikalischen Leitung von Herbert von Karajan1) eine Gesamtaufnahme der Operette "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1), in der sie das Kammermädchen Adele sang; weiterhin hört man unter anderem Waldemar Kmentt1) (Gabriel von Eisenstein), Hilde Güden1) (dessen Frau Rosalinde) und Regina Resnik1) (Prinz Orlofsk). 1965 kam von "Bertelsmann"1) in der Reihe "Vinyl Collection" die Platte "Erika Köth. Streifzug durch die Operette" auf den Markt, → vinyl.bertelsmann.com. Erika Köth trat an fast allen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern der Welt auf, gab Gastspiele rund um den Globus wie in Rom am "Teatro dell’Opera di Roma"1), in London am "Royal Opera House"1) in Covent Garden1) oder an der "Pariser Opéra"1), präsentierte ihre Gesangskunst in Los Angeles, San Francisco oder Budapest. Ihr Debüt an der New Yorker "Metropolitan Opera"1) blieb ihr 1959 aufgrund einer Erkrankung jedoch verwehrt. 1961 beispielsweise begab sie sich auf eine glanzvolle Tournee durch die ehemalige UDSSR1), bei der sie auch Lieder in russischer Sprache zu Gehör brachte, mit dem Ensemble der "Deutschen Oper Berlin" gastierte sie 1963 in Tokio. Vier Mal wirkte sie bei den "Bayreuther Festspielen"1) mit, sang zwischen 1965 und 1968 den Waldvogel in der Oper "Siegfried"1) von Richard Wagner1) in den Inszenierungen von Wieland Wagner1) mit Wolfgang Windgassen bzw. Ticho Parly3) (1968) in der Titelpartie des Siegfried1). Sie besaß eine hochgelagerte Stimme von beträchtlichem Reiz und einiger Durchschlagskraft, beabsichtigte aber nicht, jene Bereiche auszuloten, die durch Maria Callas gleichzeitig eröffnet wurden, sondern verblieb im Rahmen der deutschen Rollenkonventionen für das Koloraturfach.2) Neben ihrer umfangreichen Bühnentätigkeit wurde Erika Köth durch ihre regelmäßige Mitwirkung bei den Sonntagskonzerten im "Bayerischen Rundfunk"1) zudem einem breiten Publikum bekannt und zu einer der beliebtesten Sängerinnen der Nachkriegszeit. Zudem trat sie in unterhaltsamen Sendungen des Fernsehens auf, unter anderem in "Berlin-Melodie – Vom Zille-Ball zum Jazzlokal" (1963) oder als Gaststar in beliebten TV-Shows wie "Zum Blauen Bock" hier zwischen 1969 und 1984 mehrfach mit deutschem Volksliedgut oder "Dalli Dalli". Auch auf der Leinwand konnte man sie bewundern, in dem von Robert A. Stemmle1) unter anderem mit Vico Torriani gedrehten Schlagerstreifen "Ein Herz voll Musik"1) (1955) tauchte sie mit einer kleinen Nebenrolle auf, in der von Helmut Weiss in Szene gesetzten, musikalischen Romanze "Mein ganzes Herz ist voll Musik"1) (1959) mimte sie an der Seite von Wolf Albach-Retty die musikbegeisterte, junge Organistin Hanna Leitner. Eher untypisch war 1976 ihr Auftreten am "Staatstheater Darmstadt" als Kellnermädchen Lisette in der Lokalposse "Datterich"1) von Ernst Elias Niebergall1), in Szene gesetzt von Robert Stromberger1) mit sich selbst als Particulier Datterich und unter anderem Günter Strack als Drehermeister Dummbach: die Ausstrahlung im ZDF zählte zu einer der letzten Sendungen, in denen man die Künstlerin auf dem Bildschirm bewundern konnte. Während ihrer erfolgreichen Karriere erhielt Erika Köth zahlreiche Auszeichnungen: So wurde sie 1955 in Bayern sowie 1970 vom Berliner Senat zur "Kammersängerin" ernannt, 1959 erhielt sie den "Bayrischen Verdienstorden"1). Sie war Trägerin des "Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse"1) (1975) und des "Großen Bundesverdienstkreuzes", 1982 überreichte man ihr die "Hermann-Löns-Medaille"1) in Gold. Zu ihren weiteren Würdigungen zählte die "Goldene Ehrenmedaille" des "Mozartvereins Darmstadt" und der "Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz"1) (1983). Das Land Baden-Württemberg ernannte sie im Jahre 1985 zur Professorin. Ein "Grand Prix du Disque"1) beweist ihre Beliebtheit in der Öffentlichkeit, außerdem tragen zwei Dahlien-Züchtungen und eine Orchidee ihren Namen. 1978 nahm Erika Köth, die fünf Jahre zuvor von der "Musikhochschule Köln" zur Professorin berufen worden war, mit der Partie der Mimi in "La Bohème"1) von Giacomo Puccini1) nahm sie sowohl in München als auch in Berlin ihren Abschied von der Bühne und wurde einmal mehr frenetisch bejubelt. Mit zahlreichen Konzertabenden, Auftritten im Rundfunk und Fernsehen blieb ihre wunderschöne Stimme jedoch weiterhin präsent. Bis 1988 arbeitete sie als Dozentin an der "Musikhochschule Köln" und "Musikhochschule Mannheim"1), gab Meisterkurse in ihrem Wohnort Neustadt an der Weinstraße1) bzw. gündete (1983)/leitete die "Neustadter Meistersingerkurse", engagierte sich ferner bei August Everdings1) "Singschul" in München. Zu ihren Schülerinnen gehörten unter anderem Anna Maria Kaufmann1) sowie Ruth Frenk1). 1987 war sie Jury-Mitglied des Internationalen Gesangswettbewerbs "Neue Stimmen"1).4) Erika Köth, die seit 1953 (nach anderen Quellen seit 1951) mit dem aus Speyer1) stammenden Regisseur und Schauspieler Ernst Dorn verheiratet war, lebte mit ihm in ihrem Landhaus im pfälzisches Winzerdorf Königsbach an der Weinstraße1), Ortsteil der Stadt Neustadt an der Weinstraße1). Die Künstlerin erlag am 20. Februar 1989 mit nur 63 Jahren nach schwerer Krankheit in Speyer den Folgen ihres Leberkrebsleidens und fand drei Tage später auf dem "Alten Friedhof"1) (Grabstelle: 1 A 121) ihrer Geburtsstadt Darmstadt1) die letzte Ruhe. Die Beisetzungszeremonie führte der Speyerer Bischof Anton Schlembach1) durch, die Trauerrede hielt der vormalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Bernhard Vogel1). → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de. Neben vielen anderen Trauernden kondolierte auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl1) Köths Familie bzw. Witwer Ernst Dorn und schrieb unter andrem: Erika Köth habe" mit ihrer Gesangskunst, die sich durch höchste Musikalität ebenso auszeichnete wie durch technische Vollendung, weit über die Grenzen unseres Landes hinweg Maßstäbe gesetzt. Ihre beispiellosen künstlerischen Erfolge in aller Welt und ihre außerordentliche Beliebtheit verdankte sie nicht allein ihrer großen künstlerischen Präzision, sondern ebenso der natürlichen Musikalität und der Ausstrahlung ihrer liebenswerten Persönlichkeit. Alle, die sich ihr verbunden wussten und die sie mit ihrer Kunst beschenkt hat, werden ihr in Dankbarkeit ein ehrendes Andenken bewahren." → bundesregierung.de In Darmstadt-Kranichstein1) erinnert seit 2001 der "Erika-Köth-Weg" an die gefeierte Sopranistin. In Königsbach an der Weinstraße1) besaß sie seit den frühen 1960er Jahren einen Weinberg, wohnte ab 1965 im "Kastanienweg", der noch zu ihren Lebzeiten bald darauf in "Erika-Köth-Straße" umbenannt wurde. In Baldham1), einem Gemeindeteil von Vaterstetten1) nahe München1), gibt es die "Erika-Köth-Straße". Einst ließ sie sich dort an der "Wasserburger Landstraße" ein Haus am Wald bauen, beantragte bei der damals zuständigen Gemeinde Zorneding1), die Zufahrtsstraße zum Waldhaus nach ihr zu benennen; dem Antrag wurde 1959 entsprochen. "Die Stiftung zur Förderung der "Semperoper" in Dresden verleiht in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sängerinnen die "Erika-Köth-Kette". Damit wurden bisher Birgit Fandrey5) (1994) und Christiane Hossfeld1) (2001) ausgezeichnet." vermerkt Wikipedia. Am 24. März 2009 ging die "Erika-Köth-Kette", bestehend aus zwölf Medaillons, welche Szenen aus Mozarts "Zauberflöte" darstellen, als Dauerleihgabe an das Wiener "Staatsopernmuseum" in den Räumen im Hanuschhof1); mit 1. September 2014 wurde dieses geschlossen und die Sammlung in das "Theatermuseum"1) eingegliedert. Im Mai 2006 überließ die Familie von Erika Köth deren künstlerischen Nachlass als Dauerleihgabe auf zehn Jahre dem "Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz"1) (LBZ) in Speyer1). "Der Nachlass umfasst neben Persönlichem umfangreiches, vor allem theater- und musikhistorisch wertvolles Bildmaterial, Pressedokumentationen zu ihren Auftritten, Ehrungen, Korrespondenz und Tonträger sowie Zeugnisse der Verehrung von Bewunderern ihrer Kunst. Das LBZ nutzte den Nachlass für eine große Ausstellung, die anlässlich des 85. Geburtstags der Sängerin am 15.09.2010 eröffnet wurde. Rechtzeitig vor dem 90. Geburtstag von Erika Köth haben die Verwandten entschieden, den Nachlass dem LBZ/"Pfälzische Landesbibliothek"1) in Speyer dauerhaft zu überlassen, so dass er nun auch für die wissenschaftliche Erschließ:ung zur Verfügung gestellt werden kann. Anlässlich des runden Geburtstages von Erika Köth präsentiert die Bibliothek eine kleine Vitrinenausstellung im 1. OG im Galeriebereich zum Foyer." (Quelle: lbz.rlp.de; 08.09.2015) "Am 15. September 2025 wäre Erika Köth 100 Jahre alt geworden. In Erinnerung an die großartige Sängerin und Dozentin veranstaltet(e) die "Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim"1) den anlässlich des Jubiläums ins Leben gerufenen "Erika Köth-Wettbewerb", welcher am 18. und 20. Oktober stattfindet und an dem Gesangsstudierende der Hochschule teilnehmen können. Das Finale und die Preisvergabe am 20. Oktober finden um 19:00 Uhr öffentlich im Rittersaal des "Mannheimer Schlosses"1) statt." (Quelle: www.muho-mannheim.de) |
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Siehe auch Wikipedia
(mit Auszug Diskografie), bayreuther-festspiele.de, darmstadt-stadtlexikon.de, operissimo.com, www.leo-bw.de Filmografie bei der Internet Movie Database |
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Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) bayreuther-festspiele.de, 5)
bmlo.lmu.de Quelle: 2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer ( Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 507) 4): Wikipedia |
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