Der Tenor Lauritz Melchior wurde am 20. März 1890 als Lauritz Lebrecht Hommel Melchior als jüngster von vier Kindern in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen1) geboren; an diesem Tag erblickte auch der berühmte Tenor Beniamino Gigli (1890 – 1957) das Licht der Welt. Der Vater Jørgen C. Melchior (1845 – 1925) leitete eine Privatschule, nachdem die Mutter bei der Geburt von Lauritz verstarb, stellte er die spätere Kochbuch-Autorin Kristine Marie Jensen1) (1858 – 1923) als Haushälterin/Hauslehrerin ein, die sich um die fünf Halbwaisen, darunter Agnes Melchior (1883 – 1945), kümmerte. Als die Schule, an der Melchior tätig war, 1908 geschlossen wurde, blieb sie Teil der Familie, zog Lauritz wie eine Pflegemutter auf und unterstützte dessen spätere Gesangs-Ausbildung.
Lauritz Melchior 1930; Quelle: Wikimedia Commons aus der Sammlung der "Schwedischen Literaturgesellschaft in Finnland"; Inventarnummer: 168146698436900 (SLSA 1270_34_foto_1277); Lizenz: CC BY 4.0 Bereits als Knabe machte der junge Lauritz in Kopenhagen an der anglikanischen "St. Alban’s Church"1) im Chor mit seinem schönen Knabensopran auf sich aufmerksam, mit 18 Jahren begann er ein Gesangstudium zum Bariton in seiner Geburtsstadt bei Paul Bang an der "Königlichen Opernakademie" ("Operaakademiet"). Sein offizielles Debüt gab er 1913 mit der Partie des jungen Bauern Silvio in der Oper "Der Bajazzo"1) ("Pagliacci") von Ruggero Leoncavallo1) an "Det Kongelige Teater"1) mit Carl Nielsen1) (1865 – 1931) am Dirigentenpult Die nächsten vier Jahre sang er weiterhin Rollen im Bariton-Fachs. Auf Anraten der in zweiter Ehe mit dem  schwedischen Rittergutsbesitzer und Impresario Charles Cahier (Trennung 1933) verheiraten, US-amerikanischen Opernsängerin (Mezzosopran/Alt) Mme. Sara Charles-Cahier1) (1870 – 1951) absolvierte Melchior erneut eine Ausbildung, diesmal zum Tenor.Ab 1917 nahm er für ein Jahr lang Unterricht bei dem dänischen Tenor Vilhelm Herold (1865 – 1937; → Wikipedia (englisch)), der vor allem als Wagner1)-Interpret zwischen 1900 und 1915 internationale Berühmtheit erlangte.
Sein Debüt als Tenor gab Melchior dann am 8. Oktober 1918 mit der Titelpartie des Tannhäuser1) in dem Wagner-Werk "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg"1) – zunächst war er jedoch auch in diesem neuen Fach nicht recht erfolgreich und bei Bedarf übernahm er auch weiterhin Bariton-Partien. 

 
Lauritz Melchior 1930
Quelle: Wikimedia Commons aus der Sammlung
der "Schwedischen Literaturgesellschaft in Finnland"
Inventarnummer: 168146698436900
(SLSA 1270_34_foto_1277)
Lizenz: CC BY 4.0
Das sollte sich ändern, als er während eines Gastspiels in Großbritannien den berühmten italienischen Erfinder und Rundfunkpionier Guglielmo Marconi1) (1874 – 1937) kennenlernte, der ihm anbot, an einer ersten, weltweiten Radioübertragung teilzunehmen – übrigens gemeinsam mit der legendären Nellie Melba (1861 – 1931). Weitere interessante Kontakte schlossen sich an, Melchior machte die Bekanntschaft des britischen Schriftstellers und leidenschaftlichen Wagner-Verehrers Hugh Walpole1) (1884 – 1941) der den Sänger nicht nur moralisch, sondern auch finanziell unterstützte. Melchior arbeitete erneut weiter an seiner Stimme, perfektionierte diese von 1921 bis 1923 in London bei dem Gesangspädagogen Victor Beigel1) (1870 – 1930), in Berlin bei dem renommierten Musikpädagogen Prof. Ernst Grenzebach1) (1871 – 1936), in München bei der berühmten Sopranistin der "Wiener Hofoper"1) Anna von Mildenburg1) (1872 – 1947) sowie in Bayreuth1) bei dem Kapellmeister Prof. Karl Kittel (1874 – 1945). Nun stellte sich der Erfolg ein, die Witwe des Komponisten Richard Wagner1), Cosima Wagner1) (1837 – 1930) und deren Sohn Siegfried1) (1869 – 1930) interessierten sich für den jungen Sänger, luden ihn 1924 zu den "Bayreuther Festspielen"1) ein und verpflichteten ihn als Siegmund in "Die Walküre"1) sowie für die Titelpartie "Parsifal"1); bis 1931 gab Melchior jeden Sommer Gastspiele in Bayreuth, brillierte in fast allen großen Wagnerschen Heldenrollen; ebenfalls 1924 ein Jahr später debütierte er an der Wiener Staatsoper1).
Sein Ruf als grandioser Wagner-Interpret brachte ihn 1924 an das Londoner "Royal Opera House"1) in Covent Garden1) sowie 1926 an die New Yorker "Metropolitan Opera"1), wo er seit seinem Debüt am 17. Februar 1926 in "Tannhäuser"1) (u. a. mit Maria Jeritza als Elisabeth1) → archives.metopera.org) bis 1950 in den Opern Wagners Triumphe feierte: Die männliche Titelpartie in "Tristan und Isolde"1) gestaltete Melchior dort seit seinem ersten Auftreten in dieser Partie Anfang März 1929 Quellen zufolge mehr als 200 Mal. Anfangs sangen Gertrud Kappel1), Elisabeth Ohms1), Göta Ljungberg (→ Wikipedia (englisch)) und Frida Leider1) die Isolde, zwischen 1935 und 1941 bildete er mit Kirsten Flagstad das unangefochten beste "Tristan und Isolde"-Paar. Danach trat er vornehmlich mit Helen Traubel1) auf, aber auch unter anderem Marjorie Lawrence1) und Astrid Varnay1) waren seine Partnerinnen. Den Siegfried1) in dem Zyklus "Der Ring des Nibelungen"1) ("Die Walküre"/ "Siegfried"/"Götterdämmerung"1)) interpretierte er fast 120 Mal, brillierte als Titelheld in "Parsifal"1) sowie in "Lohengrin"1), mit dem er sich am 2. Februar 1950 an der Seite von Helen Traubel (Elsa von Brabant1)) vom New Yorker Publikum verabschiedete (→ archives.metopera.org). N
ach diesem letzten Auftritt soll er gesagt haben "Jetzt fährt der Schwan den ganzen Weg nach Hause!"; das Archiv der "Mer" weist rund 520 Vorstellungen mit ihm aus → archives.metopera.org (Eingabe "Melchior" bei "Key Word Search").
     
Foto (von l.n.r): Kammersänger Michael Bohnen, Kammersängerin Elisabeth Rethberg (1894 - 1976) und Kammersänger Lauritz Melchior (1890 - 1973) im Februar 1932 während ihrer Überfahrt an Bord des deutschen Ozean-Schnelldampfers "Europa", um an der New Yorker "Metropolitan Opera" aufzutreten. Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 102-13075; Fotograf: Unbekannt / Datierung: Februar 1932 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv  Bild 102-13075 bzw. Wikimedia Commons
Foto (von l.n.r): Kammersänger Michael Bohnen (1887 – 1965),
Kammersängerin Elisabeth Rethberg1) (1894 – 1976) und
Kammersänger Lauritz Melchior im Februar 1932 während
ihrer Überfahrt an Bord des deutschen Ozean-Schnelldampfers "SS Europa"1), auf
dem Weg nach New York City1), um an der "Metropolitan Opera"1) aufzutreten.
Quelle: Deutsches Bundesarchiv1), Digitale Bilddatenbank, Bild 102-13075;
Fotograf: Unbekannt / Datierung: Februar 1932:  Lizenz CC-BY-SA 3.0;
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv  Bild 102-13075 bzw. Wikimedia Commons;
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz: 11.10.2010.
   
Mit seinen Wagner-Glanrollen konnte man ihn, wenn auch eher selten, vor allem in den 1930ern auch an der "Wiener Staatsoper"1) bewundern:
(Fremde Links: Wikipedia; Quelle: archiv.wiener-staatsoper.at)
Obwohl er vornehmlich als Wagner-Interpret reüssierte, vernachlässigte Melchior nicht sein italienisches Repertoire. So beeindruckte er mit seiner kraftvollen Stimme auch in Opern von Giuseppe Verdi1), beispielsweise als ägyptischer Feldherr Radames in "Aida"1) oder mit der Titelpartie in "Otello"1). Weiterhin gab er unter anderem den Jean de Leyde in "Le prophète" ("Der Prophet") von Giacomo Meyerbeer1),  den Florestan in "Fidelio"1) von Ludwig van Beethoven1) oder den böhmischen Fürsten Ottokar in "Der Freischütz"1) von Carl Maria von Weber1). Zu nennen ist beispielsweise zudem der junge Bauer Turridu in "Cavalleria Rusticana"1) von Pietro Mascagni1) sowie die männliche Titelpartie des Samson1) in "Samson et Dalila"1) von Camille Saint-Saëns1)
"Bis heute ist unklar, warum Melchior seine Bühnenkarriere im Februar 1950 abrupt beendete. Berichte, seine Stimme habe deutlich an Strahlkraft verloren, gehen offenbar auf eine gezielte Desinformation des damaligen "Met"-Intendanten Rudolf Bing1) zurück. Die vorletzte "Lohengrin"-Aufführung ist auf Tonträger festgehalten – die Stimme des 59-jährigen Tenors klingt dort frisch und strahlend." vermerkt Wikipedia.

   
Die Statistik Melchiors, die kursiert, ist atemberaubend, auch wenn anzunehmen ist, dass nicht alle Zahlen stimmen (weil manche in zwei Versionen existieren). Sei dem wie es sei: Als Melchior sich am 2. Februar 1950 als "Lohengrin" von der Bühne der "Met" und allen anderen Bühnen für immer verabschiedete, da war der Manager Rudolf Bing heilfroh. Für ihn war Melchior schon 1939, als er zum ersten Mal die "Met" besuchte, nur noch ein wandelndes rotes Plüschsofa als "Tannhäuser", und als Bing sein Regiment antrat, fand er Melchior entsetzlich dick und gealtert (wenn man die Photos vom letzten Lohengrin anschaut, wird man Bing nicht ganz unrecht geben können); ihm war auch ein Dorn im Auge, dass Melchior zu den Proben nicht mehr erschien und erklärte, falls ein Dirigent glaube, ihm noch etwas beibringen zu können, solle er sich bei ihm einen Termin geben lassen (so lautet jedenfalls die Version Bings). Nun aber die Statistik: 106 Mal "Lohengrin", 81 Mal "Parsifal", 144 Mal "Tannhäuser", 223 Mal (!) "Tristan" (den andere kaum zehnmal überstehen), 183 Mal "Siegmund", 128 Mal "Siegfried" in "Siegfried", 107 Mal "Siegfried" in der "Götterdämmerung" – fast 1.000 Wagner-Vorstellungen zusammen. Darüber hinaus ein schmales Repertoire, dennoch breiter, als mancher wohl vermutet, und breiter als das mancher prominenter Wagner-Sänger von heute: 31 Mal "Otello", 25 Mal "Radames", 21 Mal "Canio"
(in "Pagliacci"1)), elf Mal "Jean de Leyde", die Hauptrolle in Meyerbeers "Prophète", neun Mal "Florestan", fünf Mal "Turridu" und drei Mal "Samson".2)
  
Melchior als "Radames"
Lauritz Melchior als …

Melchior als "Siegfried"

Melchior als "Tristan"
… Feldherr Radames in "Aida"1)
von Giuseppe Verdi1)
… Wagner-Held Siegfried1) … Tristan in Wagners
"Tristan und Isolde"1)
Fotos mit freundlicher Genehmigung von www.cantabile-subito.de
Urheberschaft unbekannt; Lizenz: gemeinfrei)
  
Gastspielreisen führten den Tenor im Verlaufe seiner Karriere an alle bedeutenden Opernhäuser weltweit, in Deutschland wurde er neben den "Bayreuther Festspielen"1) an der "Hamburgischen Staatsoper"1), dem "Nationaltheater"1) in München oder der "Berliner Staatsoper"1) umjubelt, ebenso wie an der "Pariser Oper"1), am "Théâtre Royal de la Monnaie"1) in Brüssel1), an der "Mailänder Scala"1), am Londoner "Royal Opera House"1) und an der "Kungliga Operan"1) in Stockholm1). Außer an der New Yorker "Metropolitan Opera"1)  feierte er Triumphe an der "San Francisco Opera"1), in San Francisco, am "Grand Opera House" in Chicago1) oder am "Teatro Colón"1) in Buenos Aires1), wo er zwischen 1931 und 1941 in vier Spielzeiten auftrat. Zahlreiche Schallplatten, die Melchior vornehmlich in den Jahren zwischen 1925 und 1945 einspielte, zeugen noch heute von der enormen Ausdruckskraft des Sängers. Wie schon in den 1940ern unter anderem in populären Rundfunksendungen wie der von Fred Allen1) (1894 – 1956) und dessen Ehefrau Portland Hoffa (1905 – 1990) präsentierten "Fred Allen Show" (1942–1949), setzte er auch nach seinem Abschied von der Opernbühne seine musikalischen Aktivitäten in den USA in beliebten Radio-Formaten oder mit Fernsehauftritten fort, übernahm auch schon mal ein Engagement in einem renommierten Nachtclub.
  
Verschiedentlich beteiligte er sich an musikalischen Hollywood-Produktionen, in denen er seine Sangeskunst präsentieren konnte, gab sein Leinwanddebüt als der beleibte Opern-Star Mr. Nils Knudsen in dem von Richard Thorpe1) mit Esther Williams und Van Johnson1) gedrehten Streifen "Thrill of a Romance"1) (1945, "Flitterwochen zu dritt"). Unter der Regie von Henry Koster1) folgte die Komödie "Two Sisters from Boston"3) (1946, "Erfüllte Träume"), in der er neben den beiden Protagonistinnen Kathryn Grayson1) und June Allison den Tenor Olaf Olstrom mimte → Wikipedia (englisch). Auch in den weiteren Kinofilmen trat der inzwischen ergraute Melchior meist als der nette, humorvolle "Großvater-Typ" in Erscheinung, so als der gefeierte Opernsänger Richard Herald, dessen Sohn Dick Johnson (Johnny Johnston) sich in der Geschichte "This Time for Keeps"1) (1947, "Bezaubernde Lippen") in den Schwimm-Star Nora Cambaretti (Esther Williams) verliebt und nach einigen Turbulenzen dank Vater Richard mit Nora sein Glück findet, erneut in Szene gesetzt von Richard Thorpe1). Regisseur Richard Whorf1) besetzte Melchior in der amüsanten Story "Luxury Liner"1) (1948, "Liebe an Bord") an der Seite von George Brent1) (Kapitän Jeremy Bradford) und Jane Powell1) (dessen Tochter Polly), wo er als Olaf Eriksen einmal mehr einen Opernsänger spielte. Einen letzten Auftritt hatte er in dem von Norman Taurog1) inszenierten Musikfilm "The Stars Are Singing" (1953, "Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel"), mimte neben Rosemary Clooney1) und Anna Maria Alberghetti1) den einstigen Opernstar Jan Poldi, der inzwischen ein heruntergekommener Alkoholiker ist. Auch in dieser Produktion kamen etliche Gesangsstücke zum Einsatz, Melchior glänzte unter anderem mit der berühmten Arie des Canio "Vesti la giubba" aus der Oper "Pagliacci"1) ("Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo1).
  
1960 gab Melchior anlässlich seines 70. Geburtstages noch einmal ein Konzert und sang in Kopenhagen Partien des Siegmund
aus dem 1. Akt der "Walküre"1), Abschied von seinem Publikum nahm er 1966 als Dirigent der Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus"1) während eines Open-Air-Konzerts in San Francisco. Ein Jahr zuvor hatte zu seinem 75. Geburtstag getreu seiner Devise "Heldentenöre werden nicht geboren – sie werden gemacht", die "Melchior Heldentenor Foundation" gegründet, die es sich zur Aufgabe machte, die Karriere junger Heldentenöre zu unterstützen. Wie die "New York Times" Mitte März 2010 berichtete, stellte die Stiftung ihre Arbeit ein. Die verbleibenden Mittel gingen an die "Metropolitan Opera"1) zur Förderung von Wagner-Sängern.
Foto Lauritz Melchior (Datum ungenannt); dieses Foto von Lauritz Melchior ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection" der US-amerikanischen "Library of Congress", abrufbar unter der digitalen ID ggbain.38949 in der Abteilung für Drucke und Fotografien: gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen; Quelle: Wikimedia Commons Der in seinem Heimatland Dänemark als "Königlicher Kammersänger" ausgezeichnete Lauritz Melchior war für seine enorme Vitalität und Lebenslust – auch was gutes Essen und Trinken anbelangte –  bekannt. In zweiter Ehe heiratete er Ende Mai 1925 die deutsche Filmschauspielerin Anna Maria Hacker (1903 – 1963), die er liebevoll "Kleinchen" nannte; "Kleinchen" stammte aus Bayern und fungierte bis zu ihrem Tod am 20. Februar 1963 als Melchiors Managerin. Nach deren Ableben heiratete Melchior Anfang Juni 1964 noch ein drittes Mal, doch die Ehe mit seiner ehemaligen Sekretärin Mary Markham endete bereits zwei Jahre später vor dem Scheidungsrichter. Seine erste Ehe schloss der Künstler 1915 mit Inger Nathanson, aus der Verbindung gingen zwei Kinder hervor, Tochter Birthe (* 1920) sowie der am 17. September 1917 geborene Sohn Ib Jørgen Melchior († 14.03.2015; → Wikipedia (englisch)), der sich später als Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent einen Namen machte. Die Angaben über Inger Nathanson (auch Inger Nathansen) sind unterschiedlich, einigen Quellen zufolge ließ sich Melchior Ende 1924 oder Anfang 1925 von ihr scheiden, um Anna Maria Hacker zu heiraten, andere Informationen wiederum besagen, dass Melchiors erste Ehefrau 1924 verstorben sei.
 
Foto Lauritz Melchior (Datum ungenannt)
Dieses Foto von Lauritz Melchior ist Bestandteil der "George Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen "Library of Congress"1), abrufbar unter der digitalen
ID ggbain.38949 in der Abteilung für Drucke und Fotografien → Info.
Gemäß der Bibliothek gibt es keine Copyright-Restriktionen.
→ Rights and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia Commons
Zu den großen "Leidenschaften" des Tenors zählte die Jagd, in den 1930ern erwarb er im heutigen brandenburgischen Chossewitz1) (heute Ortsteil der Stadt Friedland1))  ein etwa 100 Hektar großes Gut und ließ das Gebäude zu seinem Jagdsitz umbauen, den er jedoch mit Ausbruch des 2. Weltkrieges aufgab, da er die "braunen Machthaber" bzw. das Nazi-Regime1) hasste. Zu DDR-Zeiten wurde das Anwesen enteignet, nach der so genannten "Wende"1) verlangten Melchiors Erben den Besitz zurück, scheiterten mit ihren Klagen jedoch vor drei deutschen Gerichten, zuletzt 1998 vor dem "Bundesgerichtshof"1) (BGH) in Karlsruhe1); heute befindet sich das "Herrenhaus Chossewitz" in Privatbesitz → spiegel.de, alleburgen.de.
Melchior ließ sich mit seiner Familie ganz in den USA nieder und erhielt später auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Der "große Däne", wie Cosima Wagner1) ihn bezeichnet haben soll, starb am 18. März 1973  – zwei Tage vor seinem 83. Geburtstag – an den Folgen einer Krebserkrankung im kalifornischen Santa Monica1). Die letzte Ruhe fand der 1960 mit dem "Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland"1) ausgezeichnete legendäre Sänger neben seiner zweiten Ehefrau auf dem "Assistensfriedhof"1) ("Assistens Kirkegård") im Kopenhagener Stadtteil N
ørrebro findagrave.com, knerger.de, Wikimedia Commons (Grabplatte).
Bereits am 23. September 1936 verlieh ihm der dänische König Christian X.1) die Verdienstmedaille "Ingenio et arti"1). Zudem war er Träger des "Dannebrogordens"1) (1933: "Ehrenzeichen"1), 1945: "Kommandeur"1)), des"Orden al Mérito de Chile" im Range eines "Ritters" sowie Kommandeur II. Klasse ("Komturkreuz") des "Suomen Valkoisen Ruusun ritarikunta"1) ("Finnische Orden der Weiß:en Rose"). Seit 8. Februar 1960 besaß auch Melchior  einen "Stern" (Adr.: 1718 Vine Street) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording"). Zu Ehren des größten Heldententenors seiner Zeit wurde die seit 2010 meist alle drei Jahre im dänischen Aalborg1) stattfindende "Lauritz Melchior International Singing Competition" (LMISC) benannt, die bis zu deren Abdankung (2024) unter der Schirmherrschaft von Königin Margrethe II.1) stand. Der Gesangswettbewerb hat das Ziel, die besten Nachwuchssänger/-innen der Wagner-Szene weltweit zu entdecken und zu fördern → lmisc.dk.
  
Von der Sopranistin und Gesangspädagogin Shirlee Emmons (1923–2010; → Wikipedia (englisch)) kam 1999 die Biografie "Tristanissimo – The Authorized Biogrphy of Heroic Tenor Lauritz Melchior" auf den Markt; historische Abbildungen und eine von Hans Hamsen zusammengestellte, umfangreiche Diskografie runden die Dokumentation über den Jahrhundert-Tenor ab. Melchiors Sohn Ib Melchior veröffentlichte 2003 das Buch "Lauritz Melchior: The Golden Years of Bayreuth".
Siehe auch Wikipedia, (deutsch), Wikipedia (englisch) sowie
(in rnglisch) cantabile-subito.de
Die ehemalige "The Lauritz Melchior Homepage" bei web.archive.org
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons 
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) filmdienst.de
Quelle: 2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 156)
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