Filmografie
Wer kannte ihn nicht, den Mann mit dem gepflegten Vollbart und der Pelzmütze, gewandet in einen schweren Pelzmantel und russische Folklorekleidung, der sich als Ivan Rebroff und "singender Russe" international einen Namen machte. Geboren wurde der Künstler am 31. Juli 1931 als Hans-Rolf Rippert, Sohn des 1897 in Bad Liebenwerda1) geborenen Ingenieurs Rolf Rippert und dessen Ehefrau Luise (* 1896 in Bromberg1)) im Berliner Bezirk Spandau1) geboren; er war der jüngere Bruder des späteren ZDF1)-Sportreporters Horst Rippert1) (1922 – 2013). "Zu seinen Vorfahren gibt es verschiedene, nicht bestätigte Legenden, wonach die Mutter russischer und der Vater jüdisch-russischer Abstammung war." vermerkt Wikipedia.
Ivan Rebroff anlässlich eines Konzerts in "Abbaye de la Cambre" (Brüssel) im September 2006; Urheber: Guywets; Der Urheberrechtsinhaber veröffentlicht dieses Werk als gemeinfrei; dies gilt weltweit. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Aufgewachsen unter anderem in der brandenburgischen Stadt Belzig1) sowie in Halle1) (Saale), war Rippert Mitglied des "Stadtsingechors zu Halle"1), erregte schon früh  mit seiner ungewöhnlichen Stimme Aufmerksamkeit, die aufgrund des Einsatzes der Falsettstimme einen Umfang von mehr als vier Oktaven besaß. Nach der Scheidung seiner Eltern übersiedelte Rippert Anfang der 1950er gemeinsam mit der Mutter in die Bundesrepublik. Ein Fulbright1)-Stipendium ermöglichte ihm,  zwischen 1951 bis 1959  an "Staatlichen Hochschule für Musik"1) in Hamburg ein Gesangsstudium, wobei er sich – gefördert von seinem Lehrer, dem Musikpädagogen und Chorleiter Prof. Adolf Detel1) – dem osteuropäischen Liedgut zuwandte; zudem nahm er Schauspielunterricht.
 
Foto: Ivan Rebroff anlässlich eines Konzerts
in der "Zisterzienserinnenabtei La Cambre"1)
(Region Brüssel-Hauptstadt1)) im September 2006
Urheber: Guywets; Der Urheberrechtsinhaber veröffentlicht
dieses Werk als gemeinfrei; dies gilt weltweit.
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Bereits 1953 gab er sich den Künstlernamen "Ivan Rebroff", 1958 gewann er beim bundesdeutschen Hochschulwettbewerb den 1. Preis, ein Jahr später konnte er einem ersten Preis beim "Internationalen Musikwettbewerb der ARD"1) erringen. Rebroffs Karriere begann als Solist bei verschiedenen Chören, den "Schwarzmeer-Kosaken-Chor"1) und dem "Ural Kosakenchor"1), eine Mitgliedschaft beim "Don Kosaken Chor"1) von Serge Jaroff1) ist "trotz vielfacher dahingehender Angaben zumindest zweifelhaft" notiert Wikipedia. Engagements an der Oper in Gelsenkirchen1) (1960; heute "Musiktheater im Revier"1)) und an den "Städtischen Bühnen Frankfurt"1) (1963–1969) brachten Rebroff zunächst nicht den erwünschten Erfolg, der Durchbruch zum international viel beachteten Star gelang dem Bass-Bariton mit der samtig, tiefen Stimme ab 1968 an dem am Pariser Champs-Élysées1) gelegenen "Théâtre Marigny" mit der Rolle des Milchmanns Tevje in dem Musical "Anatevka"1), einer Figur, mit der er dort in knapp 1.500 Vorstellungen Furore machte und die ihn schlagartig berühmt werden ließ. Der Song aus dem Musical "Wenn ich einmal reich wär" gehörte fortan ebenso zu seinem Repertoire wie zahllose Volksweisen aus dem alten Russland, von denen "Kalinka"1), "Katjuscha"1), "Schwarze Augen"1), "Wolgaschlepper"1), "Moskauer Nächte" und das Lied über "Stenka Rasin"1) wohl die bekannteste sein dürften, aber auch das hebräische Volkslied "Hava Nagila"1) oder das bekannte "Wolgalied"1) aus der Lehár-Operette "Der Zarewitsch)ist"1) sind zu nennen → Diskografie bei Wikipedia.
 
Rebroff, der fünf Sprachen fließend beherrschte, gehörte rasch zu den gefragten Sängern, absolvierte Tourneen rund um den Globus, gab während seiner über 40-jährigen Karriere mehr als 8.000 Konzerte, war Stargast bei unzähligen Gala-Veranstaltungen. Im Fernsehen geriet der "Einmann-Kosakenchor", wie er von Kritikern tituliert wurde, zum Dauergast, hatte unter anderem Anfang der 1970er Jahre in der ARD mit "Die Ivan-Rebroff-Show"2) (1972–1975) sechs Folgen lang eine eigene Unterhaltungssendung. Knapp 50 "Goldene Schallplatten"1) und eine in Platin für ab 1975 weltweit rund 10 Millionen verkaufte Langspielplatten belegen die Popularität des Künstlers, er bediente das Klischee des Russen schlechthin, obwohl er nach eigenen Aussagen bis Ende der 1980er Jahre nie in Russland gewesen war. Auf seiner ersten Tournee 1988 durch die damalige Sowjetunion1), die er unter die Zeichen "Glasnost und Perestroika"1) stellte, wurde er dann auch dort vom Publikum begeistert gefeiert.
Auch wenn Rebroff die gewünschte, große Karriere auf der Opern-Bühne nicht gelang, übernahm er dennoch Gastrollen in verschiedenen Opern-Werken, sang beispielsweise den Musikmeister Rosinass Don Basilio in "Der Barbier von Sevilla"1) von Gioachino Rossini1) und die Titelpartie in "Boris Godunow"1) von Modest Mussorgski1), zu seinem Operetten-Repertoire zählte auch der Prinz Paul in "Der letzte Walzer" von Oscar Strauss1). Einen Ausflug auf die Leinwand machte er mit der männlichen Hauptrolle in dem ganz auf ihn zugeschnittenen Streifen "Das Lied der Balalaika"3) (1971, "L'homme qui vient de la nuit"), vornehmlich war er jedoch auf dem Bildschirm präsent. So gab er beispielsweise den Philosophen Colline in der TV-Fassung (1962) der Puccini-Oper "La Bohčme"1) neben den Protagonisten Evelyn Lear1) (Midinette Mimi) und Donald Grobe1) (Poet Rodolfo) und den Großaugur Kalchas1) in der von Axel von Ambesser nach der gleichnamigen Opéra-bouffe1) von Jacques Offenbach1) in Szene gesetzten Adaption "Die schöne Helena"2) (EA: 19.01.1975) an der Seite von René Kollo als Prinz Paris1) und Anna Moffo1) als Helena1), Gattin des Königs Menelaos1) (Josef Meinrad). In "Der Zigeunerbaron"2) (EA: 19.04.1976) nach der gleichnamigen Operette1) von Johann Strauss1) glänzte Rebroff unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt1) als der reiche Schweinezüchter und Vater von Arsena (Janet Perry1)) Kálmán Zsupán – Siegfried Jerusalem1) gab den jungen Emigranten Sándor Barinkay, Ellen Shade (→ Wikipedia (englisch)) die Saffi, die musikalische Leitung hatte Kurt Eichhorn1). Zu einer seiner letzte Auftritte im Fernsehen gehörte die TV-Verfilmung "Der Bettelstudent" (1980/81) nach der gleichnamigen Operette1) von Carl Millöcker1), gedreht von Frank de Quell mit polnischen Sängern/Sängerinnen sowie dem Orchester der "Oper Breslau"1) ("Opera Wrocławska") unter der Leitung von Robert Satanowski (1918–1997 → Wikipedia (englisch)), in der Rebroff den Oberst Ollendorf gab; einführende Worte sprach Herbert Prikopa1). Ebenfalls 1981 sah man ihn noch einmal im Kino, in dem am 13. September 1981 beim "Kinderfilmfestival Frankfurt am Main" erstmals gezeigten Spielfilm "Kleiner Mann, was tun?"4) um einen klugen, türkischen Jungen, der den Kampf mit der bundesdeutschen Bürokratie aufnimmt und damit die Abschiebung seiner Familie in die Türkei verhindert, trat er als einer der Beamten in der Berliner Ausländerbehörde in Erscheinung → Übersicht Filmografie.
Als Regisseur versuchte er sich mit eigenen Opern- und Operetteninszenierungen, wie unter anderem 1987 am "Stadttheater Augsburg"1) mit der Operette "Die Dubarry"1) von Carl Millöcker1) in der musikalischen Neubearbeitung von Theo Mackeben1). In Augsburg brillierte er seit der Premiere am 26. Juni 1988 zudem einmal mehr mit der Rolle des Oberst Ollendorf in "Der Bettelstudent".
    
Rebroff wusste sein Image stets gut zu vermarkten, auch im vorgerückten Alter blieb der schwergewichtige Wahl-Russe, der in den 1980er Jahren sein Repertoire um den sakralen Bereich erweitert hatte (u. a. "Ich bete an die Macht der Liebe"1)) und mit Kirchenkonzerten in Europa auf Tournee ging, ein gefragter Sänger. In Anlehnung an "Die drei Tenöre"1) (Plácido Domingo1), Luciano Pavarotti und José Carreras1)) trat Rebroff bisweilen mit Gunther Emmerlich1) und Günter Wewel1) als "Die drei Bässe" auf. Noch mit über 70 Jahren stand er auf der Bühne, absolvierte 2006 seine letzte Europa-Tournee, sein letztes Konzert gab er am 7. Dezember 2007 in der Wiener "Votivkirche"1).
Über den Privatmensch Ivan Rebroff ist wenig bekannt, er lebte in
Zell-Weierbach1), heute Stadtteil von Offenburg1), sowie auf seinem Anwesen "Burg Weilstein", einem kleinen Jagdschloss zwischen Treisberg1) und Hunoldstal1), heute Ortsteile von Schmitten im Taunus1), wo er in einem elitär-rustikalen Ambuiente etliche prominente Gäste beherbergte → www.fnp.de. Seit etlichen Jahren machte er zudem die griechische Sporaden-Insel Skopelos1) zu seiner Wahl-Heimat, deren Einwohner ihn bereits 1991 anlässlich seines 60. Geburtstages zum Ehrenbürger ernannten.
Für Schlagzeilen sorgte Rebroff 1994 durch seinen Rechtsstreit gegen die "Molkerei Müller"1) wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Das Unternehmen hatte in einem Werbespot mit einer als Kosake1) verkleideten Figur der Eindruck erweckt, es sei Rebroff, der für die Produkte der Firma werbe. Eine tatsächlie Mitwirkung des Sängers war zuvor an unterschiedlichen Honorarvorstellungen gescheitert. Die Klage des Kümstler war erfolgreich, in einem Urteil sprach ihm das "Oberlandesgericht Karlsruhe"1) 1988 eine Entschädigung bzw. nachträgliche Zahlung von Lizenzgebühren in Höhe von 155.000 D-Mark zu.
   
Ivan Rebroff, der vor allem in den 1970er und 1980er Jahren zu den populären Operetten- und Musical-Interpreten jener Ära zählte sowie als eingefleischter Junggeselle galt, starb am 27. Februar 2008 im Alter von 76 Jahren nach längerer Krankheit in einer Klinik in Frankfurt am Main1) an multiplen Organversagen bzw. Herzstillstand; seit längerer Zeit litt er an Diabetes.
1985 würdigte man den Künstler in Anerkennung seiner Verdienste um die Völkerverständigung zwischen Ost und West mit dem "Bundesverdienstkreuz am Bande"1).
Laut Medienberichten ging Reebroffs Millionenvermögen gemäß des Testamentes nicht an seinen damals noch lebenden Bruder Horst Rippert1) (1922 – 2013), sondern an seine langjährige Managerin Irma Weber. Die Asche seiner sterblichen Überreste sei im Ägäischen Meer in der Nähe der Insel Skopelos verstreut worden → presseportal.de, abendblatt.de, findagrave.com.
   
Ehemalige Webpräsenz www.ivan-rebroff.de bei web.archive.org
Siehe auch Wikipedia (mit Diskografie), wiev1.orf.at sowie
die Nachrufe bei www.sueddeutsche.de und www.welt.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsesehrien.de, 3) wunschliste.de
   
Filme
(TV-Produktionen, wenn nicht anders vermerkt)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, fernsehserien.de, filmportal.de; R = Regie)
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