Wirken an der "Metropolitan Opera" / Weiteres
Der russischer Bassbariton Fjodor Iwanowitsch Schaljapin (auch Fedor Chaljapin) wurde am 13. Februar 1873 als Sohn eines Tagelöhners und, wie berichtet wird, Trunkenboldes in dem Dorf Ometewa nahe Kasan1) (damals Russisches Kaiserreich1), heute Hauptstadt von Tatarstan1)) geboren; Er verbrachte eine recht unglückliche Kindheit in mehr als ärmlichen Verhältnissen, machte erste sängerische Erfahrungen als Chorknabe und arbeitete bereits mit 12 Jahren an verschiedensten Theatern als Statist; zum Lebensunterhalt seiner Familie musste er mit Gelegenheitsarbeiten beitragen.
Mit 16 Jahren verließ er sein Zuhause und zog mit dem Chor einer Operettentruppe über Land, als 17-Jähriger erhielt er – ohne je eine entsprechende Ausbildung erhalten zu haben – ein Engagement am "Panajew-Theater" in Sankt Petersburg1), wo er die Bekanntschaft des Tenors und Vokalpädagogen Dmitri Andrejewitsch Ussatow (1847 – 1913 → Wikipedia (englisch)) machte, der ihm unentgeltlich Gesangsunterricht gab und ihm ein Engagement bei einer Operntruppe in Tiflis1) verschaffte. Dort debütierte Schaljapin 1984 als Oberpriester Ramfis in der Oper "Aida"1) von Giuseppe Verdi1), sang zunächst weiter kleinere Partien. Im  Folgejahr ging er 1895 an das "Mariinski-Theater"1) in Sankt Petersburg, wo er als Méphistophélès in dem Welterfolg "Faust"1) von Charles Gounod1) erstes Aufsehen erregte und das Publikum mit seiner schönen Stimme, aber auch seinem intensiven, den Rahmen des Gewöhnlichen sprengenden, Spiel begeisterte. Ein Jahr später wechselte er an die Oper von Nischnij Nowgorod1), kam dann nach Moskau1), wo seine triumphale Karriere als Opernsänger begann.

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Schaljapin zusammen mit Maxim Gorki (links) Ende des 19. Jahrhunderts; Urheber unbekannt; Quelle: Wikimedia Commons Schaljapin lernte in Moskau den Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow1) (1844 – 1908) kennen, aus der anfänglichen Bekanntschaft entwickelte sich eine Freundschaft. Einem glücklichen Umstand verdankte Schaljapin auch die Förderung durch den Großindustriellen und Kunstmäzen Sawwa Iwanowitsch Mamontow1) (1841 – 1918) sowie durch den berühmten Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow1) (1873 – 1943), der 1898 das außergewöhnliche Talent des jungen Mannes erkannte und ihn in die Harmonielehre einführte. Schaljapin arbeitete hart, lernte die nicht nur die Titelpartie des Boris Godunow1), sondern die gesamte Partitur der Oper "Boris Godunow"1) von Modest Mussorgski1) auswendig und untermauerte seine Studien durch zusätzliche Informationen, die er bei dem Historiker Wassili Kljutschewski1)  (1841 – 1911) einholte. Mit seiner Interpretation des Bojars1) Boris Godunow erreichte Schaljapin Weltruhm, prägte eine ganze Generation und sein Einfluss ist bis in die heutige Zeit spürbar.
1899 wurde der Bassbariton und Freund des Schriftsteller  Maxim Gorki1) Mitglied des berühmten Moskauer "Bolschoi-Theaters"1), umjubelte Gastspielreisen führten ihn beispielsweise 1901 an die "Mailänder Scala"1) sowie 1907 an die New Yorker "Metropolitan Opera"1), wo er am 26. November 1907 erstmals als Mefistofele (Mephisto) in der Oper "Mefistofele"1) von Arrigo Boito1) auftrat, basierend auf den "Faust"-Dichtungen ("Faust I"1), "Faust II"1)) von Johann Wolfgang von Goethe1).

Der junge Fjodor Schaljapin zusammen mit
Maxim Gorki (links) Ende des 19. Jahrhunderts
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Unter der musikalischen Leitung von Rodolfo Ferrari (1865 – 1919) gaben unter anderem Riccardo Martin1) den Gelehrten Faust1) und Geraldine Farrar1) die Margherita (Margarethe). Weitere 26 Vorstellungen sollten folgen, zuletzt am 4. Dezember 1925, diesmal mit Beniamino Gigli (Faust) und Frances Alda1) (Margherita) sowie Tullio Serafin1) am Dirigentenpult.
Da Schaljapin mit den folgenden Nebenrollen an der "Met" unzufrieden war – 1907/1908 besetzte man ihn als Don Basilio, Musikmeister von Rosina, in "Il barbiere di Siviglia"1) ("Der Barbier von Sevilla") von Gioachino Rossini1) und 1908 als Leporello, Diener des Titelhelden Don Giovanni, in "Don Giovanni"1)  von Wolfgang Amadeus Mozart1) – ging er zunächst zurück nach Europa. 1909 trat er am Pariser "Théâtre Sarah Bernhardt" an der Place du Châtelet1) auf und riss auch dort mit dem "Boris Godunow" das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Mit Beginn des 1. Weltkrieges kehrte er 1914 nach Russland zurück, konnte erst 1921 wieder eine Gastspielreise in die Vereinigten Staaten unternehmen, trat am Londoner "Royal Opera  House"1) in Covent Garden1) auf und wirkte zwischen 1921 und 1929 regelmäßig an der "Met", an die er am 9. Dezember 1921 als umjubelter "Boris Godunow" zurückkam.
Er feirte Triumphe mit der Partie des spanischen Königs Philippe II.1), Vater des Infanten Don Carlos1), in "Don Carlo"1) von Giuseppe Verdi1) (Musik) mit dem Libretto von Joseph Méry1) und Camille du Locle1), basierend auf dem Drama "Don Karlos"1) von Friedrich Schiller1), sowie mit der Titelpartie des Don Quichotte in "Don Quichotte"1) von Jules Massenet1) (Musik) mit dem Libretto von Henri Cain1), nach dem Schauspiel "Le chevalier de la longue figure" von Jacques Le Lorrain (1856 – 1904), wiederum basierend auf dem Ritterroman "Don Quijote"1) von Miguel de Cervantes1). Mit einer seiner "Paraderolle", dem Méphistophélès in Gounods "Faust"1), verabschiedete er sich am 20. März 1929 vom New Yorker Publikum → Übersicht Wirken an der "Met" siehe hier.
Bereits am 24. Februar 1910 faszinierte er bei der Uraufführung des Werks "Don Quichotte" in Monte Carlo1) das Publikum mit der Titelfigur. Die Oper entstand im Auftrag des Operndirektors von Monte Carlo, Raoul Gunsbourg1). Angeblich sei der russische Bassist Fjodor Schaljapin, der die Partie des Don Quichotte in der Uraufführung gesungen hat und dem die Oper gewidmet war, in Tränen ausgebrochen, als ihm Massenet Ausschnitte auf dem Klavier vortrug.3)

Fjodor Schaljapin als Don Quichotte
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Schaljapin als Don Quijote
Der Mann mit der hünenhaften Gestalt und dem dunkel gefärbten, kraftvollen Bass beherrschte über 60 Partien, neben dem "Boris Godunow" gehörten der Méphistophélès/Mefistofele in Gounods "Faust"1) und Boitos "Mefistofele"1) zu seinen bevorzugten Interpretationen. Sein weiteres Repertoire (außer dem genannten) umfasste überwiegend Werke russischerr Komponisten, unter anderem den …
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Fjodor Schaljapin (r.) 1913 mit seinen ebenfalls berühmten Kollegen Enrico Caruso (1873–1921) und Titta Ruffo (1877–1953; links), fotografiert von Tadeusz Styka/Tadé Styka (1889–1954); Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Rechteinhaber: ÖNB Wien; Datierung: 1913; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Signatur: Pf 3.591:C (1))

Fjodor Schaljapin (r.) 1913 mit seinen ebenfalls berühmten Kollegen
Enrico Caruso (1873–1921) und Titta Ruffo1) (1877–1953; links),
fotografiert von Tadeusz Styka/Tadé Styka (1889–1954) → Wikipedia (englisch
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Rechteinhaber: ÖNB Wien; Datierung: 1913; → Info
Bildarchiv Austria (Inventarnummer Signatur: Pf 3.591:C (1))

Darüber hinaus begeisterte er mit zahlreichen Volksliedern seiner russischen Heimat, unter anderem mit "Die Piterskaja entlang"1), das er weltberühmt machte, das "Lied der Wolgaschlepper"1), das ebenfalls durch ihn populär wurde oder die Volkweise über den Donkosaken1) "Stenka Rasin"1) nach dem Gedicht von Dmitri Sadownikow1)Einen Sänger wie Schaljapin, der sich das Bild seiner Figuren nach den Vorbildern großer Maler formte, der seinen "Mephisto" bis ins Detail hinein nach dem berühmten Stich Wilhelm von Kaulbachs1) bildete, sich für Kostüm und Maske Anregungen aus den großen Museen und bei den befreundeten russischen Malern der Jahrhundertwende holte, der sich für die Vorbereitung auf den "Boris" mit dem großen russischen Historiker Wassili Klijutschewski1) tagelang zusammensetzte, einen solchen Interpreten hatte das stereotypisierte italienische Operntheater (und so war es in der ganzen westlichen Welt um 1900) noch nicht gesehen. Als Schaljapin Boitos "Mefistofele" im Prolog bis zum Gürtel nackt auf die Bühne wuchtete (ganz nackt wäre ihm noch lieber gewesen), das Muskelspiel des mächtigen Körpers durch geschickte Schminktechnik noch hervorgehoben, da war ein Skandal nahe, der aber in dem immensen Erfolg unterging. Ein Zeugnis aus späterer Zeit gibt uns Beniamino Gigli, der 1922 zum ersten Mal mit dem Russen an der "Met" auftrat, eben in der Rolle, die 20 Jahre zuvor Caruso gesungen hatte:2) Anmerkung: Gigli sang den Faust in "Mefistofele" erstmals an der Seite von Schaljapin am 18. November 1922 unter der musikalischen Leitung von Roberto Moranzoni (1880–1959) → archives.metopera.org,

Schaljapin als Mephisto "Ich, der ich zum erstenmal mit ihm auftrat, konnte mir keine bessere Interpretation des Mephisto vorstellen. Zunächst einmal war er äußerlich wie dafür geschaffen. Mit seiner hochgewachsenen geschmeidigen Figur, der halb entblößten Brust und dem grausamen, furchterregenden Ausdruck, den er seinen beweglichen Zügen lieh, bot er eine geradezu entnervend diabolische Erscheinung. Seine eigene Rollenauffassung wich in vielem von der traditionellen Interpretation ab, die ich bisher an der "Met" kennengelernt hatte, und erschien mir viel wahrer und künstlerisch überzeugender. Beim Prolog im Himmel erschien er zum Beispiel nicht von den Wolken umgeben, sondern tauchte gewaltig und bedrohlich wie eine taumelnde Riesenspinne aus der Tiefe aus. Seine langen schwarzen Haare waren zu einer Skalplocke zusammengedreht, so dass er wirkte, als trüge er eine japanische Teufelsmaske. Sein Gesang war ebenso herrlich wie sein Spiel. Die Struktur seiner Stimme war schön, vollkommen in seiner Klangwiedergabe, berauschend in seinem Umfang und ihrer Kraft und seine Gesangstechnik war ein staunenswertes Beispiel von Atembeherrschung, Tonerzeugung und Phrasierung.".2)  Foto bei www.cantabile-subito.de.

Schaljapin als "Méphistophélès" in der Oper
"Faust"1) von Charles Gounod1)
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Als die Wirren der Revolution ("Oktoberrevolution"1)) in seiner Heimat begannen, verließ Schaljapin Russland, trat noch ein letztes Mal 1921 zur Eröffnung der "Dritten Internationale"1) in Moskau auf und machte dann ab Juni 1922 die französische Hauptstadt Paris1) zu seinem Lebensmittelpunkt. Er gab die nächsten zehn Jahre weiterhin regelmäßig Konzerte, brillierte in großartigen Opernaufführungen an der "Met" und ging auf ausgedehnte Gastspielreisen. Beispielsweise sorgte er mit seinem Auftritt am 24. Mai 1927 mit seinem "Méphistophélès" in Gounods "Faust"1) an der "Wiener Staatsoper"1) ebenfalls für Aufsehen, unter den Gästen befand sich kein Geringerer als der berühmte Dramatiker Arthur Schnitzler1). Ab Anfang der 1930er Jahre begann sein "Stern" zu sinken, seine so phänomenale Karriere endete schließlich unglücklich auf Provinzbühnen, auf denen er an Vorstellungen, die seiner nicht würdig waren, teilnahm. Das Verhältnis zu seinem Herkunftsland Russland war seit längerem getrübt, hatte er doch gegen die russische Regierung bzw. Sowjetrussland1) wegen unerlaubten Nachdrucks seiner Memoiren einen Prozess angestrengt, den er verlor. Was man ihm jedoch vor allem übel genommen hatte, war sein Engagement für hungernde russische Emigrantenkinder in Paris. 1928 wurde ihm die russische Staatsbürgerschaft aberkannt, ebenso wie sein Ehrentitel "Volkskünstler der Republik".

Fjodor Schaljapin ca. 1922, fotografiert von Arnold Genthe1) (1869-1942)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright); Quelle: Wikimedia Commons von der
"Arnold Genthe-Collection" der "Library of Congress" (ID: LC-G4085- 0408)

Fjodor Schaljapin ca. 1922, fotografiert von Arnold Genthe1) (1869-1942); Lizenz: CC0 1.0; (Verzicht auf das Copyright); Quelle: Wikimedia Commons von der "Arnold Genthe-Collection" der "Library of Congress" (ID: LC-G4085- 0408)
Anfang der 1930er wirkte Schaljapin in Frankreich noch in dem von Georg Wilhelm Pabst1) nach dem gleichnamigen Roman1) von Miguel de Cervantes1) in Szene gesetzten Kinofilm "Don Quichotte"1) (1933) mit und spielte an der Seite von Dorville (eigentlich Georges-Henri Dodane (1883–1940); Sancho Pansa) und Renée Valliers (Dulcinea1)) die Titelrolle des "Ritters von der traurigen Gestalt", interpretierte dabei zudem die von Jacques Ibert1) komponierten Lieder "Chansons de Don Quichotte" – es war bzw. blieb Schaljapins einziger Ausflug in die Welt des Filns. Sowohl die französische als auch englischsprachige Version ("Don Quixote"; mit George Robey als Sancho Pansa) erschienen am 30. Mai 2006 auf DVD → Wikipedia (englisch); die deutschspracjige Fassung gilt als verschollen,
Seine Memoiren veröffentlichte Schaljapin 1926 unter dem Titel "Pages from my Life", die zwei Jahre später als "Mein Werden" ins Deutsche übertragen wurden. Eine weiteres Erinnerungsbuch "Maska i duscha" erschien 1932, das ein Jahr später in Berlin als "Ohne Maske" herausgeben wurde. Der Musikhistoriker Victor Borovsky brachte 1988 das Buch "Chaliapin – A Critical Biography" auf den Markt, in dem er die Karriere des einst gefeierten Sängers von dessen Anfängen in der Provinz bis hin zu seinen triumphalen Erfolgen an den bedeutendsten Opernhäusern dokumentiert, eine umfangreiche Diskografie eingeschlossen.

Der legendäre Opernsänger
Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, seit 1898 in erster Ehe mit der italienischen Primaballerina Iola Tornaghi (1873 – 1965) verheiratet, starb am 12. April 1938 mit nur 65 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung  in Paris1)  und wurde zunächst auf dem dortigen Friedhof "Cimetière des Batignolles"1) beigesetzt. Am 30. Oktober 1984 überführte man Schaljapins sterblichen Überreste von Paris nach Moskau1), wo er die letzte Ruhe auf dem Friedhof am Nowodewitschi-Kloster1) ("Nowodewitschi-Friedhof"1)), einer der bekanntesten Ehrenfriedhöfe in Russland, fand. Posthum war ihm damit doch noch, wenn auch nur eine kleine Rehabilitation in seiner Heimat zuteil geworden. Mstislaw Rostropowitsch1) schrieb allerdings 1985 in seinem Artikel "Schaljapins letzte Reise nach Rußland" ("Die Welt"1), Nr. 64, 16.03.1985, S. 18), dass die Überführung wohl gegen Schaljapins letzten Willen geschehen sei → Foto des aufwendig gestalteten Grabmals (Abschnitt 10, Reihe 1) mit einer weißen Marmorstatue des Künstlers bei findagrave.com und Wikimedia Commons sowie Foto des Kenotaphs1) in Paris bei Wikimedia Commons.
Aus seiner Ehe mit Iola Tornaghi (1873–1965) → Foto bei Wikimedia Commons) gingen sechs Kinder hervor: Igor (1899–1903), Irina (1900–1978), Lidiya (1901–1975), Boris (1904–1979), sowie die Zwillinge Fjodor Jr. und Taniya (1905–1993). Der jüngste Sohn Fjodor Fjodorowitsch Schaljapin1) (1905 – 1992) machte eine Karriere als Schauspieler, zunächst im Stummfilm, später im Tonfilm. So wirkte er unter anderem in der berühmten, mit Sean Connery gedrehten Romanverfilmung "Der Name der Rose"1) (1986) als der mörderische, blinde Mönch Jorge de Burgos mit. Boris Schaljapin war ein bekannter Grafiker, der zwischen 1942 und 1970 für das "Time Magazine"1) arbeitete → Wikipedia (englisch). Noch während die Ehe mit Tornaghi bestand, lebte Fjodor Schaljapin mit Marina Petsold (1882 – 1964) zusammen, einer Witwe, die bereits zwei Kinder aus ihrer vormaligen Ehe hatte. Aus dieser Verbindung stammten drei weitere Kinder bzw. Töchter, Marfa (1910 – 2003), Marina (1912 – 2009 → Fotos) und Dasya (1921 – 1977). Nach der Scheidung von Iola Tornaghi legalisierte Schaljapin die Beziehung und heiratete Marina Petsold 1927 in Paris.
Der Künstler ließ sich mehrfach portraitieren, unter anderem von dem Maler Boris Michailowitsch Kustodijew1) (1878 – 1927), mit dem ihn eine enge Freundschaft verband → Abbildung Gemälde (Öl auf Leinwand 1921), das im "Theater Museum" in Sankt Petersburg1) hängt, oder von Boris Dmitrijewitsch Grigorjew1) (1886 – 1939) → Abbildung Gemälde (Öl auf Leinwand 1923), welches sich im Pariser "Musée National d'Art Moderne"1) befindet; → weitere Gemälde bei Wikimedia Commons
 
Etliche Anekdoten sind von dem Sänger berichtet worden, berühmt wurde beispielsweise seine Marotte, so zu tun, als entscheide er erst während des Konzerts, welche Lieder aus seinem überreichen Repertoire er nun wirklich sang. Statt Programmen wurden kleine Büchlein an der Kasse verkauft, welche durchnummeriert die Texte des Repertoires enthielten. Mit dröhnender Stimme rief dann Schaljapin in den Saal: "Numbaire fortyfive, numbaire fortyfive", und das Publikum hatte die Gelegenheit den Text Nr. 45 aufzuschlagen und mitzulesen.2)

Als "Hommage" an den stimmgewaltigsten Bassisten seiner Zeit wurde das Jahr 1998 von der UNESCO1) zum "Schaljapin-Jahr" proklamiert. 1999 drehte die französische Filmemacherin Elisabeth Kapnist für das Fernsehen die Dokumentation "Schaljapin, der Zauberer"4) ("Chaliapin, le magicien") über den russischen Opernsänger; in Gesprächen mit Fachleuten, mithilfe bisher unveröffentlichten Archivmaterials und anhand der Lebensgeschichte des Sängers geht der Film der Frage nach, was Schaljapins Darstellungs- und Gesangskunst so herausragend machte und wo dessen Einflüsse in Europa noch heute zu spüren sind.
Am 13. November 1993 wurde Schaljapin mit einer offiziellen, silbernen Gedenkmünze von der noch jungen Russischen Föderation1) gewürdigt → Foto bei Wikimedia Commons.
Seit 8. Februar 1960 ist er mit einem "Stern" (Adr.: 6770 Hollywood Blvd.) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording") vertreten → Foto bei Wikimedia Commons.
Ihm zu Ehren brachte man mehrfach Sonderbriefmarken mit seinem Portrait heraus, am bekanntesten sind die aus der ehemaligen Sowjetunion1) (1973, ganz rechts) und aus Bulgarien1) (1970) mit seinem Konterfei sowie in der Rolle des "Boris Gudonow".
Schaljapin-Briefmarke01 Schaljapin-Briefmarke02
Zu den Auszeichnungen, die er zu Lebzeiten erhielt, zählten der "Stern des Edlen Hauses von Buchara 3. Klasse" (1902), der "Orden des Heiligen Stanislaus" 3. Klasse"1) (1914) und der französische Verdienstorden der "Légion d’Honneur"1) ("Ehrenlegion") im Range eines "Commandeur" (1934) → Wikipedia (englisch).
"Schaljapin gilt vielfach als berühmtester Bassist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit 2000 findet/fand jedes Jahr ein "Schaljapin Operngesangs Festival" auf der Krim1) (Ukraine1), im März 2014 widerrechtlich von Russland annektiert1)) statt." notiert Wikipedia. Zum Touristen-Audflugsziel gehört die nach ihm benannte "Schaljapin-Grotte" (ehemals "Golitzyn-Grotte") im Küstenort Nowyj Swit1) auf der Krim, wo er der Legende nach im Jahr 1912 vor Fürst Lew Golizyn1) (1845 – 1915; → "Krimsekt") gesungen haben soll.
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch), operissimo.com sowie
den Artikel "Der Dämon der Opernbühne" bei oe1.orf.at
Fotos bei Wikimedia Commons, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) filmdienst.de
Quelle:
2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 23/24 bzw. S. 20)
3) Wikipedia (abgerufen 21.12.2011)
Lizenz Fotos Fjodor Iwanowitsch Schaljapin: Das Foto wurde vor mindestens 100 Jahren hergestellt, der Urheber ist unbekannt. Die Schutzdauer für dieses gezeigte Werk ist vermutlich nach den Maßstäben des deutschen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher vermutlich gemeinfrei.
Fjodor Schaljapi an der New Yorker "Metropolitan Opera"
(Fremde Links: Wikipedia; R = Inszenie/Rerunggie)
Die "Met" weist 109 Vorstellungen mit Fjodor Schaljapin aus → archives.metopera.org.-
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