Wirken an der
"Metropolitan Opera"
/ Weiteres
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| Der russischer Bassbariton Fjodor Iwanowitsch Schaljapin
(auch Fedor Chaljapin) wurde am 13. Februar 1873 als Sohn
eines Tagelöhners und, wie berichtet wird, Trunkenboldes in dem
Dorf Ometewa
nahe Kasan1)
(damals Russisches Kaiserreich1),
heute Hauptstadt von Tatarstan1))
geboren; Er verbrachte eine recht
unglückliche Kindheit in mehr als ärmlichen Verhältnissen, machte erste sängerische Erfahrungen als
Chorknabe und arbeitete bereits mit 12 Jahren an verschiedensten
Theatern als Statist; zum Lebensunterhalt seiner Familie musste er mit
Gelegenheitsarbeiten beitragen. |
| Mit 16 Jahren verließ er sein
Zuhause und zog mit dem Chor einer Operettentruppe über
Land, als 17-Jähriger erhielt er ohne je
eine entsprechende Ausbildung erhalten zu haben ein Engagement
am "Panajew-Theater" in Sankt Petersburg1), wo er die Bekanntschaft des Tenors und
Vokalpädagogen Dmitri Andrejewitsch Ussatow (1847 1913 → Wikipedia (englisch))
machte, der ihm unentgeltlich Gesangsunterricht gab und ihm ein
Engagement bei einer Operntruppe in Tiflis1) verschaffte.
Dort debütierte Schaljapin 1984 als Oberpriester Ramfis in der Oper "Aida"1) von
Giuseppe Verdi1),
sang zunächst weiter kleinere Partien. Im Folgejahr ging er 1895 an das "Mariinski-Theater"1) in Sankt Petersburg, wo er als Méphistophélès
in dem Welterfolg "Faust"1)
von Charles Gounod1) erstes Aufsehen erregte und das Publikum
mit seiner schönen Stimme, aber auch seinem intensiven, den Rahmen des Gewöhnlichen sprengenden, Spiel
begeisterte. Ein Jahr später wechselte er an die Oper von Nischnij Nowgorod1), kam dann nach
Moskau1), wo seine triumphale Karriere
als Opernsänger begann.
Foto mit freundlicher Genehmigung von
www.cantabile-subito.de Urheber
unbekannt; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei)
siehe hier
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Schaljapin lernte in Moskau den Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow1)
(1844 – 1908) kennen, aus der anfänglichen Bekanntschaft
entwickelte sich eine Freundschaft. Einem glücklichen Umstand
verdankte Schaljapin auch die Förderung durch den Großindustriellen
und Kunstmäzen
Sawwa Iwanowitsch Mamontow1)
(1841 – 1918) sowie durch den berühmten Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow1)
(1873 – 1943), der 1898 das außergewöhnliche Talent
des jungen Mannes erkannte und ihn in die Harmonielehre einführte.
Schaljapin arbeitete hart, lernte die nicht nur die Titelpartie des Boris Godunow1),
sondern die gesamte Partitur der Oper "Boris Godunow"1)
von Modest Mussorgski1)
auswendig und untermauerte seine Studien durch zusätzliche
Informationen, die er bei dem Historiker Wassili Kljutschewski1)
(1841 – 1911) einholte. Mit seiner Interpretation des Bojars1)
Boris Godunow erreichte Schaljapin Weltruhm, prägte eine ganze
Generation und sein Einfluss ist bis in die heutige Zeit spürbar.
1899 wurde der Bassbariton und Freund des Schriftsteller Maxim Gorki1)
Mitglied des berühmten Moskauer "Bolschoi-Theaters"1),
umjubelte Gastspielreisen führten ihn beispielsweise 1901 an die
"Mailänder Scala"1)
sowie 1907 an die New Yorker "Metropolitan
Opera"1), wo er am
26. November 1907 erstmals als Mefistofele (Mephisto) in der
Oper "Mefistofele"1)
von Arrigo Boito1)
auftrat, basierend auf den "Faust"-Dichtungen ("Faust I"1),
"Faust II"1))
von Johann Wolfgang von
Goethe1).
Der junge Fjodor Schaljapin zusammen mit
Maxim Gorki (links) Ende des 19. Jahrhunderts
Urheber unbekannt; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei)
siehe hier
Quelle: Wikimedia
Commons
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Unter der musikalischen Leitung von Rodolfo Ferrari (1865 – 1919)
gaben unter anderem
Riccardo Martin1) den Gelehrten Faust1)
und
Geraldine Farrar1)
die Margherita (Margarethe). Weitere 26 Vorstellungen sollten folgen,
zuletzt am 4. Dezember 1925, diesmal mit Beniamino Gigli
(Faust) und
Frances Alda1)
(Margherita) sowie Tullio Serafin1)
am Dirigentenpult.
Da Schaljapin mit den folgenden Nebenrollen an der "Met" unzufrieden
war – 1907/1908 besetzte man ihn als Don Basilio, Musikmeister
von Rosina, in "Il barbiere di Siviglia"1)
("Der Barbier von Sevilla") von Gioachino Rossini1)
und 1908 als Leporello, Diener des Titelhelden Don Giovanni, in "Don Giovanni"1)
von Wolfgang Amadeus Mozart1) –
ging er zunächst zurück nach Europa. 1909 trat er am Pariser
"Théâtre Sarah Bernhardt"
an der
Place du Châtelet1)
auf und riss auch dort mit dem "Boris Godunow" das Publikum zu
Begeisterungsstürmen hin. Mit Beginn des 1. Weltkrieges kehrte
er 1914 nach Russland zurück, konnte erst 1921 wieder eine
Gastspielreise in die Vereinigten Staaten unternehmen, trat am Londoner "Royal Opera House"1)
in Covent Garden1)
auf und wirkte zwischen 1921 und 1929 regelmäßig an der
"Met", an die er am 9. Dezember 1921 als umjubelter
"Boris Godunow" zurückkam.
Er feirte Triumphe mit der Partie des spanischen Königs
Philippe II.1),
Vater des Infanten Don Carlos1),
in "Don Carlo"1)
von Giuseppe Verdi1)
(Musik) mit dem Libretto von Joseph Méry1)
und Camille du Locle1),
basierend auf dem Drama "Don Karlos"1)
von Friedrich Schiller1),
sowie mit der Titelpartie des Don Quichotte in "Don Quichotte"1)
von Jules Massenet1)
(Musik) mit dem Libretto von Henri Cain1),
nach dem Schauspiel "Le chevalier de la longue figure"
von Jacques Le Lorrain (1856 – 1904), wiederum
basierend auf dem Ritterroman "Don Quijote"1)
von Miguel de Cervantes1).
Mit einer seiner "Paraderolle", dem Méphistophélès in Gounods
"Faust"1),
verabschiedete er sich am 20. März 1929 vom New Yorker
Publikum → Übersicht Wirken an der "Met" siehe hier.
Bereits am 24. Februar 1910 faszinierte er bei der Uraufführung
des Werks "Don Quichotte" in
Monte Carlo1)
das Publikum mit der Titelfigur. Die Oper entstand im Auftrag des Operndirektors von Monte Carlo,
Raoul Gunsbourg1). Angeblich
sei der russische Bassist Fjodor Schaljapin, der die Partie des Don Quichotte in der Uraufführung gesungen hat und dem die Oper gewidmet war, in Tränen ausgebrochen, als ihm Massenet Ausschnitte auf dem Klavier vortrug.3)
Fjodor Schaljapin als Don Quichotte
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unbekannt; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
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Der Mann mit der hünenhaften Gestalt und dem dunkel gefärbten,
kraftvollen Bass beherrschte über 60 Partien, neben dem
"Boris Godunow" gehörten der Méphistophélès/Mefistofele
in Gounods "Faust"1)
und Boitos "Mefistofele"1)
zu seinen bevorzugten Interpretationen. Sein weiteres Repertoire (außer dem
genannten) umfasste überwiegend Werke russischerr Komponisten, unter anderem
den …
(Fremde Links: Wikipedia, Wikimedia Commons)
- Antonio Salieri
in "Mozart und
Salieri" von Nikolai Rimski-Korsakow
(Musik/Libretto),
basierend auf dem gleichnamigen Versdrama von Alexander Puschkin,
uraufgeführt am 07.12.1898
am Moskauer "Solodovnikov Theater" mit Wassilij Shkafer (1867–1937)
als Wolfgang Amadeus Mozart
→ Wikipedia (englisch), Szenenfoto
- Assyrische Feldherr Holofernes
in "Judith" von Alexander Serow
(Musik/Libretto) über Judit aus dem
Alten Testament "Buch Judit"
→ Wikipedia (englisch), Rollenfoto
sowie bei www.cantabile-subito.de
- Alte Wanderer in "Rogneda" ( → Wikipedia (englisch))
von Alexander Serow (Musik, mit dem Libretto von
Dmitry Averkiev (1836–1905 → Wikipedia (englisch)),
basierend auf dem Roman "Askolds
Grab" von
Michail Nikolajewitsch Sagoskin und dem Gedicht "Rogneda"
von
Kondrati Fjodorowitsch Rylejew;
übrt
die Fürstentochter Rogneda
und spätere Gattin von
Wladimir dem Großen
- Der später dem Wahnsinn verfallende Müller, Vater von Natascha,
in "Russalka"
von Alexander Dargomyschski
(Musik/Libretto), basierend auf dem Gedicht "Die Nixe" von
Alexander Puschkin
→ Rollenfoto
(1916)
- Zar Iwan IV.
Wassiljewitsch, der Schreckliche, in zwei Opern von Nikolai Rimski-Korsakow,
basierend auf der
gleichnamigen historischen Tragödie von Lew Alexandrowitsch Mei
- Bauer Iwan Sussanin
in "Ein Leben für den Zaren"
von
Michail Iwanowitsch Glinka
(Musik),
mit dem Libretto von Baron Jegor Fjodorowitsch von Rosen
→ Rollenfoto
- Waräger Farlaf
in "Ruslan und
Lyudmila" von Michail Iwanowitsch Glinka (Musik),
mit einem Libretto von Nestor Kukolnik und anderen, basierend auf em
gleichnamigen
Gedicht
von Alexander Puschkin
→ Rollenfoto
(1916) / Rollenfoto (1901)
- Tizelpartie in der Uraufführung (13.02.1909 am "Théâtre de Monte-Carlo")
in der Oper "Le vieil Aigle"
von Robert Gunsbourg
- Fürst Gudal in "Der
Dämon" von Anton Grigorjewitsch Rubinstein
(Musik), mit dem Libretto von
Pawel Alexandrowitsch Wiskowatow, basierend auf dem Gedicht
"Demon. Wostotschnaja powest"
("Der Dämon: Eine orientalische Erzählung") von Michail Jurjewitsch Lermonto
→ Rollenskizze (1903)
Dobrynja Nikititsch
in der Uraufführung (14.10.1903 am "Bolshoi-Theater")
der Oper "Dobrinja Nikititsch"
von Alexander Tichonowitsch Gretschaninow
→ Wikipedia (englisch)
- Fürst Galizki, Bruder der mit dem Fürsten Igor verheirateten Fürstin Jaroslawna,
in "Fürst Igor"
von
Alexander Borodin
(Musik/Libretto), basierend auf dem auf dem mittelalterlichen "Igorlied"
- Dossifei, Führer der Altgläubigen in der Offiziellen Urauffürung
(20.11.1911 im "Mariinski-Theater"
in
Sankt Petersburg)
in "Chowanschtschina"
("Die Fürsten Chowanski") von
Modest Mussorgski
→ Rollenfoto (1911)
/
Rollenfoto (1912)
- Bertram, Freund des Herzogs der Normandie Robert, in
"Robert le diable"
("Robert der Teufel")
von
Giacomo Meyerbeer (Musik), mit dem Libretto von Eugène Scribe und
Germain Delavigne
Darüber hinaus begeisterte er mit zahlreichen Volksliedern seiner
russischen Heimat, unter anderem mit "Die Piterskaja entlang"1),
das er weltberühmt machte, das "Lied
der Wolgaschlepper"1), das
ebenfalls durch ihn populär wurde oder die Volkweise über den Donkosaken1)
"Stenka Rasin"1)
nach dem Gedicht von Dmitri Sadownikow1). Einen Sänger wie Schaljapin, der sich das Bild seiner Figuren nach den Vorbildern großer Maler formte, der seinen
"Mephisto" bis ins Detail hinein nach dem berühmten Stich
Wilhelm von Kaulbachs1)
bildete, sich für Kostüm
und Maske Anregungen aus den großen Museen und bei den befreundeten russischen Malern der Jahrhundertwende holte,
der sich für die Vorbereitung auf den
"Boris" mit dem großen russischen Historiker Wassili Klijutschewski1)
tagelang zusammensetzte,
einen solchen Interpreten hatte das stereotypisierte italienische Operntheater (und so war es in der ganzen westlichen Welt
um 1900) noch nicht gesehen. Als Schaljapin Boitos "Mefistofele" im Prolog
bis zum Gürtel nackt auf die Bühne wuchtete (ganz nackt wäre ihm noch lieber gewesen),
das Muskelspiel des mächtigen Körpers durch geschickte Schminktechnik noch hervorgehoben,
da war ein Skandal nahe, der aber in dem immensen Erfolg unterging. Ein Zeugnis aus späterer Zeit gibt uns
Beniamino Gigli, der 1922 zum ersten Mal mit dem Russen an der
"Met" auftrat, eben
in der Rolle, die 20 Jahre zuvor Caruso gesungen hatte:2)
Anmerkung: Gigli sang den Faust in "Mefistofele"
erstmals an der Seite von Schaljapin am 18. November 1922 unter
der musikalischen Leitung von Roberto Moranzoni (1880–1959) → archives.metopera.org,
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"Ich, der ich zum erstenmal mit ihm auftrat, konnte
mir keine bessere Interpretation des Mephisto vorstellen. Zunächst einmal
war er äußerlich wie dafür geschaffen. Mit seiner hochgewachsenen geschmeidigen Figur, der
halb entblößten Brust und dem grausamen, furchterregenden Ausdruck, den er
seinen beweglichen Zügen lieh, bot er eine geradezu entnervend diabolische Erscheinung.
Seine eigene Rollenauffassung wich in vielem von der traditionellen Interpretation ab,
die ich bisher an der "Met" kennengelernt hatte, und erschien mir viel wahrer und künstlerisch überzeugender. Beim Prolog
im Himmel erschien er zum Beispiel nicht von den Wolken umgeben,
sondern tauchte gewaltig und bedrohlich wie eine taumelnde
Riesenspinne aus der Tiefe aus. Seine langen schwarzen Haare waren zu
einer Skalplocke zusammengedreht, so dass er wirkte, als trüge er
eine japanische Teufelsmaske. Sein Gesang war ebenso herrlich wie sein
Spiel. Die Struktur seiner Stimme war schön, vollkommen in seiner
Klangwiedergabe, berauschend in seinem Umfang und ihrer Kraft und
seine Gesangstechnik war ein staunenswertes Beispiel von
Atembeherrschung, Tonerzeugung und Phrasierung.".2)
Foto bei www.cantabile-subito.de.
Schaljapin als "Méphistophélès" in der Oper
"Faust"1)
von
Charles Gounod1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von www.cantabile-subito.de Urheber
unbekannt; Angaben zur Lizenz (gemeinfrei) siehe hier
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Als die Wirren der Revolution ("Oktoberrevolution"1))
in seiner Heimat begannen, verließ
Schaljapin Russland, trat noch ein letztes Mal 1921 zur Eröffnung der
"Dritten Internationale"1) in Moskau auf und machte dann ab Juni 1922
die französische Hauptstadt Paris1) zu
seinem Lebensmittelpunkt. Er gab die nächsten zehn Jahre weiterhin
regelmäßig Konzerte,
brillierte in großartigen Opernaufführungen an der "Met"
und ging auf ausgedehnte Gastspielreisen.
Beispielsweise sorgte er mit seinem Auftritt am 24. Mai 1927 mit seinem "Méphistophélès" in
Gounods
"Faust"1)
an der
"Wiener Staatsoper"1)
ebenfalls für Aufsehen, unter den Gästen befand
sich kein Geringerer als der berühmte Dramatiker Arthur Schnitzler1). Ab Anfang der 1930er Jahre begann sein
"Stern" zu sinken, seine so phänomenale Karriere endete
schließlich unglücklich auf Provinzbühnen, auf denen er an Vorstellungen, die seiner
nicht würdig
waren, teilnahm. Das Verhältnis zu seinem Herkunftsland Russland war seit längerem
getrübt, hatte er doch gegen die russische Regierung bzw. Sowjetrussland1)
wegen
unerlaubten Nachdrucks seiner Memoiren einen Prozess angestrengt, den
er verlor. Was man ihm jedoch vor allem übel genommen hatte, war sein
Engagement für hungernde russische Emigrantenkinder in Paris. 1928 wurde ihm
die russische Staatsbürgerschaft aberkannt, ebenso wie sein
Ehrentitel "Volkskünstler der
Republik".
Fjodor Schaljapin ca. 1922, fotografiert von Arnold Genthe1)
(1869-1942)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright);
Quelle: Wikimedia Commons von der
"Arnold Genthe-Collection" der
"Library of Congress" (ID:
LC-G4085-
0408)
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Anfang der 1930er wirkte Schaljapin in Frankreich noch in dem von Georg Wilhelm Pabst1)
nach dem gleichnamigen Roman1) von
Miguel de Cervantes1) in Szene gesetzten Kinofilm
"Don Quichotte"1) (1933)
mit und spielte an der Seite von Dorville (eigentlich Georges-Henri Dodane (18831940); Sancho Pansa) und Renée Valliers
(Dulcinea1))
die Titelrolle des "Ritters von der traurigen Gestalt", interpretierte dabei zudem die
von Jacques Ibert1) komponierten Lieder
"Chansons de Don Quichotte" es war bzw. blieb Schaljapins einziger
Ausflug in die Welt des Filns. Sowohl die französische als auch englischsprachige
Version ("Don Quixote"; mit George Robey als Sancho
Pansa) erschienen am 30. Mai 2006 auf DVD → Wikipedia (englisch);
die deutschspracjige Fassung gilt als verschollen,
Seine Memoiren veröffentlichte Schaljapin 1926 unter dem Titel "Pages
from my Life", die zwei Jahre später als "Mein
Werden" ins Deutsche übertragen wurden. Eine weiteres
Erinnerungsbuch "Maska i duscha" erschien 1932, das
ein Jahr später in Berlin als "Ohne Maske"
herausgeben wurde. Der Musikhistoriker Victor Borovsky brachte 1988 das
Buch "Chaliapin A Critical Biography" auf
den Markt, in dem er die Karriere des einst gefeierten Sängers von dessen
Anfängen in der Provinz bis hin zu seinen triumphalen Erfolgen an den
bedeutendsten Opernhäusern dokumentiert, eine umfangreiche Diskografie
eingeschlossen.
Der legendäre Opernsänger
Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, seit 1898 in erster Ehe mit der italienischen
Primaballerina Iola Tornaghi (1873 1965) verheiratet,
starb am 12. April 1938 mit nur 65 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung
in
Paris1) und wurde
zunächst auf dem dortigen Friedhof "Cimetière des Batignolles"1) beigesetzt. Am 30. Oktober 1984
überführte man Schaljapins sterblichen Überreste von Paris nach Moskau1),
wo er die letzte Ruhe auf dem Friedhof am Nowodewitschi-Kloster1)
("Nowodewitschi-Friedhof"1)),
einer der bekanntesten Ehrenfriedhöfe in Russland, fand.
Posthum war ihm damit doch noch, wenn auch nur eine kleine Rehabilitation
in seiner Heimat zuteil geworden. Mstislaw Rostropowitsch1) schrieb allerdings 1985 in
seinem Artikel "Schaljapins letzte Reise nach Rußland"
("Die Welt"1), Nr. 64, 16.03.1985, S. 18), dass
die Überführung wohl gegen Schaljapins letzten Willen geschehen
sei → Foto des aufwendig gestalteten Grabmals (Abschnitt 10, Reihe 1)
mit einer weißen Marmorstatue des Künstlers bei findagrave.com
und Wikimedia Commons sowie Foto des Kenotaphs1) in Paris bei Wikimedia Commons.
Aus seiner Ehe mit
Iola Tornaghi (18731965) → Foto bei Wikimedia Commons)
gingen sechs Kinder hervor: Igor (18991903), Irina (19001978), Lidiya
(19011975), Boris (19041979), sowie die Zwillinge Fjodor Jr.
und
Taniya (19051993).
Der jüngste Sohn Fjodor Fjodorowitsch Schaljapin1) (1905 1992) machte eine Karriere als
Schauspieler, zunächst im Stummfilm, später im Tonfilm. So wirkte er
unter anderem in der berühmten, mit Sean Connery gedrehten Romanverfilmung
"Der Name der Rose"1) (1986)
als der mörderische, blinde Mönch Jorge de Burgos mit. Boris Schaljapin
war ein bekannter Grafiker, der zwischen 1942 und 1970 für das
"Time Magazine"1) arbeitete → Wikipedia (englisch).
Noch während die Ehe mit Tornaghi bestand, lebte Fjodor Schaljapin mit Marina Petsold (1882 1964) zusammen, einer Witwe,
die bereits zwei Kinder aus ihrer vormaligen Ehe hatte.
Aus dieser Verbindung stammten drei weitere Kinder bzw. Töchter, Marfa (1910 2003),
Marina (1912 2009 → Fotos) und Dasya (1921 1977).
Nach der Scheidung von Iola Tornaghi legalisierte Schaljapin die
Beziehung und heiratete Marina Petsold 1927 in Paris.
Der Künstler ließ sich mehrfach portraitieren, unter anderem von dem Maler Boris Michailowitsch Kustodijew1)
(1878 1927), mit dem ihn eine enge Freundschaft verband
→ Abbildung Gemälde
(Öl auf Leinwand 1921), das im "Theater Museum" in Sankt Petersburg1)
hängt, oder von Boris Dmitrijewitsch Grigorjew1)
(1886 1939)
→ Abbildung Gemälde
(Öl auf Leinwand 1923), welches sich im Pariser "Musée National d'Art Moderne"1)
befindet; → weitere Gemälde bei Wikimedia Commons
Etliche Anekdoten sind von dem Sänger berichtet worden, berühmt
wurde beispielsweise seine Marotte, so zu tun, als entscheide er erst
während des Konzerts, welche Lieder aus seinem überreichen
Repertoire er nun wirklich sang. Statt Programmen wurden kleine
Büchlein an der Kasse verkauft, welche durchnummeriert die Texte des
Repertoires enthielten. Mit dröhnender Stimme rief dann Schaljapin in
den Saal: "Numbaire fortyfive, numbaire fortyfive", und das
Publikum hatte die Gelegenheit den Text Nr. 45 aufzuschlagen und
mitzulesen.2)
Als "Hommage" an den stimmgewaltigsten Bassisten seiner Zeit
wurde das Jahr 1998 von der UNESCO1) zum "Schaljapin-Jahr"
proklamiert.
1999 drehte die französische Filmemacherin Elisabeth Kapnist für das Fernsehen die Dokumentation
"Schaljapin, der Zauberer"4)
("Chaliapin, le magicien") über den russischen Opernsänger;
in Gesprächen mit Fachleuten, mithilfe bisher unveröffentlichten Archivmaterials
und anhand der Lebensgeschichte des Sängers geht der Film der Frage nach, was Schaljapins Darstellungs- und Gesangskunst
so herausragend machte und wo dessen Einflüsse in Europa noch heute zu spüren sind.
Am 13. November 1993 wurde Schaljapin mit einer offiziellen, silbernen
Gedenkmünze von der noch jungen
Russischen Föderation1)
gewürdigt → Foto
bei Wikimedia Commons.
Seit 8. Februar 1960 ist er mit einem "Stern"
(Adr.: 6770 Hollywood Blvd.) auf dem "Hollywood Walk of Fame"1)
in der Kategorie "Musikaufnahmen"1)
("Recording") vertreten → Foto
bei Wikimedia Commons.
Ihm zu Ehren brachte man mehrfach Sonderbriefmarken mit seinem Portrait
heraus, am bekanntesten sind die aus der ehemaligen Sowjetunion1) (1973,
ganz rechts) und aus Bulgarien1) (1970)
mit seinem Konterfei sowie in der Rolle des "Boris Gudonow". |
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Zu den Auszeichnungen, die er zu Lebzeiten erhielt, zählten der "Stern
des Edlen Hauses von Buchara 3. Klasse" (1902), der "Orden des Heiligen Stanislaus"
3. Klasse"1) (1914) und der
französische Verdienstorden der "Légion d’Honneur"1)
("Ehrenlegion") im Range eines "Commandeur" (1934)
→ Wikipedia (englisch).
"Schaljapin gilt vielfach als berühmtester Bassist der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts. Seit 2000 findet/fand jedes Jahr ein "Schaljapin
Operngesangs Festival" auf der Krim1)
(Ukraine1),
im März 2014 widerrechtlich von Russland
annektiert1))
statt." notiert Wikipedia. Zum Touristen-Audflugsziel gehört die nach
ihm benannte "Schaljapin-Grotte" (ehemals
"Golitzyn-Grotte") im Küstenort Nowyj Swit1) auf der Krim, wo er
der Legende nach im Jahr 1912 vor Fürst Lew Golizyn1) (1845 1915;
→ "Krimsekt") gesungen haben soll.
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Siehe auch Wikipedia
(deutsch), Wikipedia
(englisch), operissimo.com
sowie
den Artikel "Der Dämon der Opernbühne" bei oe1.orf.at
Fotos bei Wikimedia Commons,
filmstarpostcards.blogspot.com
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Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) filmdienst.de
Quelle:
2) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer
(Verlag J. B. Metzeler,
Stuttgart 1993, S. 23/24 bzw. S. 20)
3) Wikipedia (abgerufen 21.12.2011)
Lizenz Fotos Fjodor Iwanowitsch Schaljapin: Das Foto wurde vor
mindestens 100 Jahren hergestellt, der Urheber ist unbekannt. Die Schutzdauer für dieses gezeigte Werk
ist vermutlich nach den Maßstäben des deutschen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher vermutlich
gemeinfrei.
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Fjodor Schaljapi an der New Yorker "Metropolitan Opera"
(Fremde Links: Wikipedia; R = Inszenie/Rerunggie)
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Die "Met" weist 109 Vorstellungen mit Fjodor Schaljapin aus → archives.metopera.org.-
- 26,11.190704.12.1929 (26 Vorstellungen): Titelpartie des Mefistofele (Mephisto) in
"Mefistofele"
von Arrigo Boito (Musuk/Libretto), basierend auf den "Faust"-Dichtungen ("Faust
I", "Faust II")
von Johann Wolfgang
von Goethe
- 12.12.190701.02.1908 (7 Vorstellungen): Don Basilio,
Musikmeister von Rosina, dem Mündel von Doktor Bartolo,
in "Il
barbiere di Siviglia" ("Der Barbier von Sevilla")
von Gioachino
Rossini (Musik), mit dem Libretto von
Cesare
Sterbini, basierend auf dem Schauspiel "Le
barbier de Séville" von Pierre
Augustin Caron de Beaumarchais;
R: Eugène Dufriche, Dirigent: Rodolfo Ferrari (18651919) (mit Giuseppe Campanari
(18551927 →: Wikipedia (englisch))
als Barbier Figaro)
- 1. Vorstellung 12.12.1907: u. a. Alessandro Bonci als Graf Almaviva,
Marcella Sembrich als Rosina,
Raffaele Barocchi (18731955) als Doktor Bartolo) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 01.02.1908: u. a. Alessandro Bonci als Graf Almaviva, Marcella Sembrich als Rosina,
Raffaele Barocchi als Doktor Bartolo) → Besetzung
- 23.01.190818.02.1908 (4 Vorstellungen): Leporello, Diener des Don Giovanni, in
"Don Giovanni"
von
Wolfgang Amadeus Mozart (Musik), mit dem Libretto von
Lorenzo Da
Ponte, basierend auf dem Libretto
von Giovanni Bertati
zu "Don Giovanni Tenorio" von Giuseppe Gazzaniga
und Giovanni Valentini
Dirigent: Gustav Mahler
(mit Antonio Scotti als Don
Giovanni)
- 1. Vorstellung 23.01.1908: mit u. a. Emma Eames
als Donna Anna, Tochter des Il
Commendatore/
Der Komtur (Robert Blass; 18671930) und Verlobte des Don Ottavio
(Alessandro
Bonci))
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 18.02.1908: mit u. a. Marion Weed als Donna Anna, Tochter des Il
Commendatore/
Der Komtur (Robert Blass; 18671930) und Verlobte des Don Ottavio (Alessandro Bonci))
→ Besetzung
- 16,.02.1908: "Grand Sunday Night Concert"; Interpret:
"Die beiden Grenadiere" von Robert
Schumann,
Vertonung der Romanze "Die Grenadiere" von
Heinrich Heine
→ Besetzung
- 09.12.192114.03.1929 (28 Vorstellungen): Titelpartie des
russischen Bojars
Boris Godunow in
"Boris Godunow"
von Modest Mussorgski
(Musik/Libretto), nach Motiven des gleichnamigen Dramas von
Alexander Puschkin
- 1. Vorstellung 09.12.1921: Dirigent: Vincenzo Bellezza (18881964)
(mit u. a. a. Raymonde Delaunois (18851984 → Wikipedia
(englisch)) als Godunows Sohn
Fjodor,
Angelo Badà (18761941 → Wikipedia
(englisch))
als Fürst Wassili Iwanowitsch
Schuiski,
Orville Harrold (18771933 → Wikipedia
(englisch))
als Mönch Grigori Otrepjew (der falsche Dmitri),
Jeanne Gordon (18851952 → Wikipedia
(englisch))
als Marina
Mnischek, Tochter des Woiwoden von Sandomir)
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 14.03.1929:(mit u. a. a. Thalia Sabanieeva
(18891963 → Wikipedia
(englisch)) als
Godunows Sohn Fjodor,
Angelo Badà als Fürst Wassili Iwanowitsch
Schuiski,
Armand Tokatyan (18941960 → Wikipedia
(englisch))
als Mönch Grigori Otrepjew (der falsche Dmitri),
Julia Claussen als Marina
Mnischek, Tochter des Woiwoden von Sandomir)
→ Besetzung
- 02.12.192226.04.1923: Der spanische König Philippe
II./Filippo II., Vater des Infanten Don
Carlos/Don Carlo
in "Don
Carlo" / "Don Carlos" von Giuseppe Verdi (Musik), mit dem Libretto von
Joseph Méry und
Camille du
Locle,
basierend auf dem Drama "Don Karlos" von
Friedrich Schiller;
in der Inszenierung von Samuel Thewman († 22.03.1940),
Dirigent: Gennaro Papi (18861941 → Wikipedia (englisch))
(mit
Giovanni Martinelli als Don
Carlo)
- 02.12.1922: mit u. a. Frances Peralta (18831933 → Wikipedia
(englisch)) als Élisabeth de
Valois/Elisabetta di Valois,
Jeanne Gordon (18861952 → Wikipedia
(englisch)) als Élisabeth Hofdame Prinzessin Eboli)
→ Besetzung
- 13.12.1922: mit u. a. Frances Peralta als Élisabeth de
Valois/Elisabetta di Valois,
Jeanne Gordon
als Élisabeth Hofdame Prinzessin Eboli) → Besetzung
- 26.04.1923: mit u. a. Rosa Ponselle als Élisabeth de Valois/Elisabetta di Valois,
Marion Telva (18971962 → Wikipedia
(englisch)) als Élisabeth Hofdame Prinzessin Eboli) → Besetzung
- 19.12.192520.03.1929 (21 Vorstellungen): Méphistophélès (Mephisto) in
"Faust" von
Charles Gounod (Musik),
mit dem Libretto von Jules Barbier und
Michel Carré, basierend auf
Goethes
"Faust I"
- 1. Vorstellung 19.12.1925: Dirigent: Louis Hasselmans (18781957 → Wikipedia
(englisch))
(mit Mario Chamlee (18921966 → Wikipedia
(englisch)) als der Gelehrte
Faust,
u. a. Queena Mario (18961951 → Wikipedia
(englisch)) als Marguerite (Margarethe))
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 20.03.1929: Dirigent: Louis Hasselmans (mit
Giacomo Lauri-Volpi als der Gelehrte Faust,
u. a. Mary Lewis (19001941 → Wikipedia
(englisch)) als Marguerite (Margarethe))
→ Besetzung
- 03.04.192621.12.1926 (9 Vorstellungen): Titelpartie des Don Quichotte in
"Don Quichotte" von
Jules Massenet (Musik),
mit dem Libretto von Henri
Cain, basierend auf auf dem Schauspiel "Le chevalier de la longue figure"
von Jacques Le
Lorrain (18561904),
wiederum basierend auf dem Ritterroman "Don Quijote" von
Miguel de Cervantes
- 1. Vorstellung 03.04.1926: R: Samuel Thewman († 22.03.1940), Dirigent: Louis Hasselmans
(18781957 → Wikipedia
(engl.))
(mit u. a. Giuseppe De Luca als
Sancho Panza, Knappe des Don Quichotte, und Florence Easton als
die schöne Dulcinée)
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 21.12.1926: Dirigent: Louis Hasselmans (mit u. a. Giuseppe De Luca als Sancho Panza,
Knappe des Don Quichotte, und Marion Telva (18971962 → Wikipedia
(englisch)) als die schöne Dulcinée)
→ Besetzung
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