Heda Vernon etwa um 1910; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888  1929); Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia; Photochemie-Karte Nr. 1345 Hedda Vernon war eine der ersten weiblichen Stars der noch jungen Stummfilm-Szene, das Licht der Welt erblickte sie am 20. Oktober 1889 als Berta Hedwig Lang im französischen Straßburg1) geboren.*) Anfang der 10er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Schauspielerin von der Berliner "Deutsche Bioscop GmbH" für den Film verpflichtet, ihre ersten Auftritte hatte sie 1912 unter der Regie von Emil Albes1) in den Streifen "Die Papierspur"2) und "Die rote Jule". Laut Wikipedia (mehr dazu hier) heiratete sie m Jahre 1913 den Schauspieler und Filmpionier Hubert Moest1) (1877 – 1953), der mit seiner Frau als Protagonistin bis Anfang der 1920er zahlreiche Melodramen und Lustspiele auf die noch stumme Leinwand brachte.
Hedda Vernon, die schon früh die Möglichkeiten des neuen Mediums Kinematographie erkannte, gründete um 1914 in Berlin ihre eigene "Hedda Vernon Film", trat hier in ganz auf sie zugeschnittenen Produktionen wie "Selbstgerichtet oder Die Gelbe Fratze" (1914) oder "Hedda Vernon's Bühnensketch" (1916) auf. Als bemerkenswert ist sicherlich anzusehen, dass die damals bereits 28-jährige Vernon in dem Kriegsdrama "Zofia"1) (1915) mit dem Untertitel "Kriegs-Irrfahrten eines Kindes" als Titelheldin eine vierzehnjährige Grafentochter mimte. "Die anmutige, wirklich meisterhafte Art mit der sich die Künstlerin ihrer Rolle entledigt, gibt dem Filmbilde eine eigenartige Marke und läßt den Beschauer bis zum Ende den Vorgängen der Handlung bis zum Ende mit Interesse folgen." schrieb damals die "Kinematographische Rundschau" (04.07.1915, S. 34).
  
Foto: Hedda Vernon etwa um 1910
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia; Photochemie-Karte Nr. 1345
Angaben zur Lizenz siehe hier
Außer mit ihrem Ehemann als Regisseur, der 1919 die eigene "Moest-Film GmbH" ins Leben gerufen hatte, drehte Hedda Vernon auch mit anderen berühmten Filmemachern, so trat sie schon früh für Harry Piels Sensations- und Abenteuerfilme vor die Kamera, wie 1913 für den Zweiteiler "Menschen und Masken" sowie 1914 für "Die Millionenmine"1), wo sie die verbrecherische Ellen Sandow mimte – jeweils neben Ludwig Trautmann als Detektiv Kelly Brown. Max Obal1), Walter Schmidthässler1), Max Mack1) und Richard Oswald1) waren weitere Regisseure, die Hedda Vernon früh in ihren Filmen besetzten. Mit Max Obal entstand beispielsweise "Der Kampf um das Erbe"2) (1913), die "sensationelle Geschichte um ein Doppeltestament", mit Walter Schmidthässler das Drama "Die Toten leben"1) (1914) und die Komödie "Die Ehe auf Kündigung"2) (1914), mit Max Mack der kurze Streifen "Die Perle"1) (1914) und mit Richard Oswald "Das eiserne Kreuz"2) (1914) – alles Produktionen der Berliner "Vitascope GmbH" bzw. der "Projektions-AG "Union""1) (PAGU), die Hedda Vernon zum Star aufbaute.
Danach folgte die intensive filmische Zusammenarbeit mit Hubert Moest bzw. der "Eiko-Film", in den Jahren 1916 bis 1919 gelangten mitunter mehr als zehn Produktionen mit dem Star Hedda Vernon in die Lichtspielhäuser. Einen ihrer letzten großen Erfolge konnte sie mit Richard Oswalds Drama "Manolescus Memoiren"1) (1920) verbuchen, hier zeigte sie sich als die junge Cäcilie, die den Hochstapler und Edelschurken Manulesco (Conrad Veidt) wieder auf den rechten Weg führt. Die Figur des Titelhelden Georges Manolescu1) (1871 – 1908) war übrigens nicht fiktiv, um 1900 machte sich der Rumäne auch in Berlin einen einschlägigen Namen als raffinierter Hoteldieb.

Foto: Hedda Vernon vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www,cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Hedda Vernon vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888  1929); Quelle: www.cyranos.ch
Ab Anfang der 1920er Jahre flachte das Interesse der Zuschauer an der Schauspielerin merklich ab, nach ihrer Hauptrolle in dem abenteuerlichen Dreiteiler "Der Reiter ohne Kopf"1) (1922) von und mit Harry Piel, rückte Hedda Vernon in die zweite Reihe und trat in ihren wenigen nachfolgenden Filmen fast nur noch mit Nebenrollen in Erscheinung. Ihren letzten bekannten Auftritt hatte sie, noch einmal unter der Regie ihres Ex-Ehemannes, in "Zwischen zwei Frauen" (1925).
Danach verlor sich (zunächst) die Spur des einst gefeierten Stummfilmstars Hedda Vernon, die während ihrer Karriere in mehr als 60 Produktionen meist mit Hauptrollen das Publikum erfreut hatte.
Bei cyranos.ch wird ausgeführt: "Nach ihrer Filmlaufbahn war sie weiterhin abenteuerlich unterwegs, unter anderem nahm sie mehrmals als Fahrerin beim Klausenrennen teil und soll gar einmal auf dem ersten Platz gelandet sein. Eine Anekdote zu diesem Erfolg ist, dass sich Hedda Vernon nach dem Sieg auf dem Nachhauseweg befand, als sie mit ihrem Fahrzeug rückwärts in ein Zürcher Verkaufsgeschäft fuhr. Sie begründete den Vorfall humorvoll damit, dass die vielen Blumen, die man ihr in den offenen Wagen warf, sie mit ihrem Duft betört hätten." (…) Hedda Vernon war zuerst mit dem Regisseur Hubert Moest1) verheiratet. Danach folgte eine Ehe mit dem Industriellen Günther Gradenwitz von 1920 bis 1933. Nach dessen Tod folgte eine Ehe mit dem Golflehrer Ric Polidoro und zuletzt mit dem Kaufmann Andreas Lacinik. Mit den letztgenannten Ehepartnern lebte sie in Luzern. Offenbar hatte sie auch eine gute Beziehung zu dem Industriejuristen Walther Waldschmidt, von dem sie nach dessen Tod 1932 einen größeren Aktienanteil an dessen Firma "Knorr-Bremse AG" geerbt haben soll. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung Luzern verstarb die Schauspielerin am 10. August 1961 in der medizinischen Klinik in München und wurde in Luzern beigesetzt. Das Grab wurde erst 2014 aufgelöst. Diese Angaben decken sich mit dem Sterbeeintrag der medizinischen Klinik in München."

Bei Wikipedia wird (mit entsprechenden Quellenangaben) ausgeführt: "Die Identität von Vernon ist nicht eindeutig geklärt. Zeitgenössische und spätere Quellen bezeichnen sie als in Straßburg als Tochter eines preußischen Offiziers geboren Ehefrau von Hubert Moest1) oder nennen Hedwig Moest als ihren bürgerlichen Namen. Moest war zwischen dem 7. Februar 1908 und 27. Juni 1919 mit Berta Hedwig Lang (* 20. Oktober 1889 in Straßburg) verheiratet. Nach der Scheidung von Moest heiratete Lang 1920 den Nationalökonomen Günther Gradenwitz (1896 – 1933). In der Heiratsurkunde ist als Ehefrau die Schauspielerin Berta Hedwig Moest geb. Lang eingetragen. Neuere Berichte vertreten auf der Basis einer früheren Version des Wikipedia-Artikels und verschiedener Hinweise die Hypothese, dass es sich bei Vernon um Hedwig Klara Kemp (* 27. Oktober 1888 in Rummelsburg1)  10. August 1961 in München1)) gehandelt habe. Diese sei nie mit Moest verheiratet gewesen. Sie soll 1912 bis 1914 mit einem Arzt aus Kolberg verheiratet gewesen sein, ab 1917 mit dem Schauspieler und Schriftsteller Ernst Hofmann, später mit dem Industriejuristen Walther Waldschmidt ( 1932), einem Herrn Polidoro sowie dem Golflehrer Anjo Lacinik. Sie soll zuletzt im Kanton Luzern1) gelebt haben. Andere Quellen nennen ohne Auflösung des Pseudonyms den 20. Oktober 1886 als Geburtsdatum." (Wikipedia, Stand: 12.02.2021)
Quelle (unter anderem): Wikipedia, cyranos.ch sowie
filmstarpostcards.blogspot.de (englisch)
Fotos bei virtual-history.com
*) Laut Sterbeeintrag der medizinischen Klinik in München bzw. Standesamt München III
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
Lizenz Foto Hedda Vernon (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Stummfilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
  • 1918: Puppchen
  • 1918: Der Peitschenhieb
  • 1918: Fesseln
  • 1918: … der Übel größtes aber ist die Schuld
  • 1918: Mouchy
  • 1918: Das Todesgeheimnis (auch Drehbuch)
  • 1918: Wo ein Wille, ist ein Weg
  • 1919: Der Tod des andern
  • 1919: Der Hampelmann
  • 1919: Taumel
  • 1919: Das große Wagnis
  • 1919: Die Hexe von Norderoog
  • 1919: Galeotto, der große Kuppler
  • 1919: Die Erbin
  • 1919: Alles verkehrt
  • 1919: Jugendliebe
  • 1919: Blondes Gift (verboten)
  • 1919: Seine Beichte
  • 1919: Ut mine Stromtid
  • 1920: Maita
  • 1920: Das Frauenhaus von Brescia → Wikipedia, englisch
  • 1920: Der Schieberkönig
  • 1920: Manolescus Memoiren / Fürst Lahory, der König der Diebe
  • 1920: Der Verächter des Todes
  • 1920: Zu Hilfe!
  • 1920: Lady Godiva
  • 1921: Das Zimmer mit den sieben Türen
    • Teil 1: Der Schatz des Inka
  • 1921: Die keusche Sünderin
  • 1921: Jim Corwey ist tot
  • 1921: Der Reiter ohne Kopf
    • Teil 1: Die Todesfalle
    • Teil 2: Die geheimnisvolle Macht
    • Teil 3: Harry Piels schwerster Sieg
  • 1921: Die Jungfrau vom Kynast
  • 1922: Das fränkische Lied
  • 1923: Die Sonne von St. Moritz
  • 1923: Die närrische Wette des Lord Aldini
  • 1923: Die Frau aus dem Orient
  • 1925: Zwischen zwei Frauen
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