Filmografie
Henry Fonda wurde am 16. Mai 1905 als Sohn des Druckers William Brace Fonda (1879 – 1935) und dessen Ehefrau Elma Herberta (Jaynes) Fonda (1879 – 1934) in Grand Island1) (Nebraska1)) geboren; der Vater hatte niederländisch-schottische Vorfahren. Um 1906 zog die Familie nach Omaha1), wo der junge Henry später die "Omaha High School" besuchte, ein Journalistik-Studium an der "University of Minnesota"1) schloss sich an, da er zunächst eine Karriere bei der Zeitung anstrebte. 
Henry Fonda Ende November 1942 mit einer Tasche auf der Schulter beim Dienstantritt in der "United States Navy"; Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos) von "UCLA Library Digital Collection"; Urheber: "Los Angeles Times"; Lizenz: CC BY 4.0 Deed Doch aus finanziellen Gründen brach der 20-Jährige die Ausbildung vorzeitig ab, interessierte sich nun für das Theater und bewarb sich beim "Omaha Community Playhouse". Die mit Mutter Herberta befreundete Dorothy Brando (Mutter von Marlon Brando) bestärkte seine Pläne, Schauspieler zu werden, erkannte Fondas Talent und verschaffte ihm erste kleine Rollen. Am "Omaha Community Playhouse" lernte er alles von der Pike auf, betätigte sich nicht nur als Schauspieler sondern auch als Regie-Assistent und Bühnenmaler. 1928 ging Fonda, der später behauptete, er wäre "nie selbst auf die Idee gekommen, Schauspieler zu werden", nach Massachusetts1) und schloss sich den "University Players" an, einer von Hochschul-Absolventen gegründeten Sommertheater-Gruppe mit Sitz in Falmouth1) (Cape Cod1)),  zu der unter anderem Margaret Sullavan1), seine spätere erste Frau gehörte. Auch James Stewart, mit dem ihn später eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte, war Mitglied der Truppe.
Nach der Heirat (1931) mit Margaret Sullavan verließ Fonda die "Players" und folgte seiner Ehefrau nach New York City1); die Ehe war nur von kurzer Dauer und endete bereits 1933 vor dem Scheidungsrichter. Als James Stuart wenig später ebenfalls nach New York City kam, bewohnten sie gemeinsam ein kleines Apartment.
  
Henry Fonda Ende November 1942 mit einer Tasche auf der
Schulter beim Dienstantritt in der "United States Navy"1)
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
von "UCLA Library Digital Collection"; 
Urheber: "Los Angeles Times"1); Lizenz: CC BY 4.0 Deed
Ebenso wie Stewart erhielt auch Fonda Engagements in Broadway1)-Produktionen, ab Ende Oktober 1934 gelang ihm in dem von Marc Connelly1) inszenierten Stück "The Farmer Takes a Wife" von Marc Connelly1) und Frank B. Elser (1885 – 1935), das wiederum auf dem Roman "Rome Haul" von Walter D. Edmonds (1903 – 1998) basierte, mit der Figur des Dan Harrow an der Seite von June Walker (1900 – 1966) endlich der Durchbruch als Charakterdarsteller, was ihm den Weg nach Hollywood ebnete. Erzählt wird die Geschichte des jungen Dan Harrow, der Mitte des 19. Jahrhunderts am Eriekanal1) schuftet, um Geld für den Kauf einer Farm zu beschaffen. Dabei lernt er die schöne Molly Larkins kennen, die auf einem Boot als Köchin arbeitet. Obwohl Harrow Larkins heiraten möchte, hat diese Angst davor, das aufregende Leben am Kanal gegen ein eher eintönigen Lebens auf der Farm einzutauschen.
Die "20th Century-Fox"1) bot ihm an, die Rolle des Dan Harrow unter der Regie von Victor  Fleming1) in dem Streifen "Der Farmer will heiraten" (1935, "The Farmer Takes a Wife" auch auf der Leinwand zu übernehmen und damit seinen Bühnenerfolg zu wiederholen. Fonda überzeugte, diesmal mit Janet Gaynor1) als Partnerin, auf Anhieb Kritik und Publikum und erhielt nun die Chance, in den folgenden Jahren für die renommiertesten Regisseure Hollywoods vor der Kamera zu stehen – rasch zählte er zu den auch international gefeierten Stars der Filmszene, zeigte sich in Western und Krimis ebenso wie in Melodramen und Komödien. Beispielsweise drehte Fritz Lang1) mit ihm den Film-Noir1) "Gehetzt"1) (1937, "You Only Live Once"), in dem er als der (Ex-)Sträfling Eddie Taylor bzw. Ehemann der Anwaltssekretärin Joan Graham (Sylvia Sidney1)) ebenso wie diese nach einer dramatischenn Flucht ein tragisches Ende nahm. Als Partner von Bette Davis glänzte Fonda in dem von William Wyler1) nach dem Theaterstück "Jezebel" von Owen Davis1) in Szene gesetzten Gesellschaftsdrama "Jezebel – Die boshafte Lady"1) (1938, "Jezebel") oder gab für Henry King1) in dem Western "Jesse James, Mann ohne Gesetz"1) (1939, "Jesse James") als Frank James1) (1843 – 1915) den älteren Bruder des von Tyrone Power dargestellten Banditen Jesse James1) (1847 – 1882), der mit diesem sowie anderen die berüchtigte "James-Younger-Gang"1) bildete. Diesen Frank James mimte er erneut in Fritz Langs Fortsetzung "Rache für Jesse James"1) (1940, "The Return of Frank James").
  
"Piraten in Alaska"/"Raubfischer in Alaska" (1938, "Spawn of the North"): Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche das Abenteuer am 1. Oktober 2021 auf DVD herausbrachte. "Piraten in Alaska"/"Raubfischer in Alaska" (1938, "Spawn of the North"): Szenenfoto mit Henry Fonda als Jim Kimmerlee; mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche das Abenteuer am 1. Oktober 2021 auf DVD herausbrachte.
"Piraten in Alaska"1)/"Raubfischer in Alaska" (1938, "Spawn of the North"),
gedreht von Henry Hathaway1) nach dem Roman von
Florence Barrett Willoughby (1901–1959) mit Henry Fonda (Foto) als Jim Kimmerlee,
alter Freund des Lachsfischers Tyler Dawson (George Raft1):
Dorothy Lamour als Dawsons Freundin, die Hotel-Betreiberin Nicky Duval
Abbildung DVD-Cover sowie Szenenfoto mit Henry Fonda mit freundlicher Genehmigung
von "Pidax Film", welche das Abenteuer am 1. Oktober 2021 auf DVD herausbrachte.

Fonda wirkte in zahlreichen längst zu Klassikern gewordenen Kinoproduktionen mit, zu nennen ist unter anderem das Biopic "Liebe und Leben des Telefonbauers A. Bell"1) (1939, " The Story of Alexander Graham Bell") über den von Don Ameche dargestellten, britischen Erfinder Alexander Graham Bell1) und seinem Part von Bells Gehilfen Thomas A. Watson1), in einer weiteren Filmbiografie, "Der junge Mr. Lincoln"1) (1939, "Young Mr. Lincoln") basierend auf einer Erzählung des Drehbuch-Autors Lamar Trotti1), verkörperte er unter der Regie von John Ford1) den späteren US-Präsidenten Abraham Lincoln1). Für Ford stand Fonda wiederholt vor der Kamera, so auch als Siedler Gilbert Martin bzw. Ehemann von Lana (Claudette Colbert) für das Abenteuer "Trommeln am Mohawk"1) (1939, "Drums along the Mohawk") und als Tom Joad, der wegen Totschlags vier Jahre im Gefängnis saß und gerade erst auf Bewährung entlassen wurde, für die Adaption "Früchte des Zorns"1) (1940, "The Grapes of Wrath") nach dem mit dem Pulitzer-Preis1) ausgezeichneten, gleichnamigen Roman1) von John Steinbeck1). Für letztgenannte Rolle erhielt Fonda eine "Oscar1)-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller"1), unterlag jedoch bei der Verleihung am m 27. Februar 1941 im "Los Angeles Biltmore Hotel"1) seinem Freund James Stewart in der Komödie "Die Nacht vor der Hochzeit" (1940, "The Philadelphia Story"). Weitere Arbeiten in den 1940ern mit Ford waren der Western "Faustrecht der Prärie"1) (1946, "My Darling Clementine") nach der Biografie "Wyatt Earp", Frontier Marshal" von Stuart N. Lake1), in dem Fonda als Revolverheld Wyatt  Earp in Aktion trat, das Drama "Befehl des Gewissens" (1947, "The Fugitive") nach dem Roman "Die Kraft und die Herrlichkeit"1) ("The Power and the Glory") von Graham Greene1) mit seiner Rolle des sich auf der Flucht befindenden (namenlosen) Priesters und der Kavallerie-Western "Bis zum letzten Mann" (1948, " Fort Apache") nach eine Kurzgeschichte von James Warner Bellah (1899 – 976), in dem sich Fonda als der verbitterte Kavallerieoffizier1) Lieutenant Colonel Owen Thursday, Vater von Philadelphia (Shirley Temple), an der Seite von John Wayne als dessen Gegenspieler Captain Kirby York präsentierte. Nicht zuletzt diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ford ließen den hochgewachsenen, imposanten Mann zu einem der beliebtesten Persönlichkeiten Hollywoods sowie zu einem der großen Charakterdarsteller seiner Generation werden und begründeten sein Image – meist verkörperte Fonda in seinen Filmen das Ideal des anständigen, aufrechten und moralisch integren Amerikaners. Durch seine eindrucksvollen und unaufdringlichen darstellerischen Fähigkeiten gelang ihm am Himmel Hollywoods ein kometenhafter Aufstieg.

Henry Fonda während des 2. Weltkrieges; Quelle: Wikimedia Commons von: James E. Wise, Jr.und Anne Collier Rehill "Stars in Blue: Movie Actors in America's Sea Services" (Annapolis, Naval Institute Press, 1997; S. 33); Urheber: credited als "U.S. Navy photo" Während des 2. Weltkriegs meldete sich Fonda 1942 freiwillig zu einem dreijährigen Dienst in der "United States Navy"1). "Dort diente er unter anderem als Quartiermeister im Range eines Unteroffiziers auf dem Zerstörer "USS Satterlee" und später als Offizier im militärischen Nachrichtendienst im Pazifik. Für seinen Dienst wurde er unter anderem mit der "Bronze Star Medal"1) ausgezeichnet." notiert Wikipedia.  
Nach Rückkehr von seinem Kriegseinsatz setzte Fonda seine Arbeit für das Kino zunächst fort, nach dem Freitod seiner zweiten Ehefrau Frances Ford Seymour Mitte April 1950 verschwand er jedoch für rund fünf Jahre aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, übernahm nur hin und wieder kleine Rollen am Theater. 
Henry Fond war jenseits der 50, als er nach den frühen großen Charakterrollen weitere außergewöhnliche schauspielerische Leistungen ablieferte und auch schon mal in Tragikomödien glänzte, wie einmal mehr unter der Regie von John Ford sowie Mervyn LeRoy1) in "Keine Zeit für Heldentum"1) (1955, "Mister Roberts" nach dem Roman "Mister Roberts" von Thomas Heggen ( 1918 – 1949) bzw. dem darauf basierenden, gleichnamigen Bühnenstück von Heggen und Joshua Logan1) als Leutnant Douglas A. Roberts, der seine Besatzung gegen die Schikanen des engstirnigen, herrischen Schiffskommandanten Morton (James Cagney) verteidigt und täglich Versetzungsanfragen stellt; ein "Laurel Award"1) in der Kategorie "Bester Darsteller in einer Komödie" war 1956 der Lohn für Fondas bemerkenswertes Spiel.
 
Foto: Henry Fonda während des 2. Weltkrieges
Quelle: Wikimedia Commons von: James E. Wise, Jr., and Anne Collier Rehill "Stars in Blue:
Movie Actors in America's Sea Services" (Annapolis, Naval Institute Press, 1997; S. 33)
Urheber: credited als "U.S. Navy photo"; Angaben zur Lizenz siehe hier
Seine Darstellung des Peter Besukow, Freund von Andrei Bolkonski (Mel Ferrer), in King Vidors1) opulenten, prominent besetzten Adaption "Krieg und Frieden"1) (1956, "War and Peace") nach dem "gleichnamigen Roman"1) von Leo Tolstoi1) mit Audrey Hepburn als bezaubernde Natascha Rostowa war ebenso brillant wie sein unbescholtener, "Manny" genannter Barmusiker Christopher Emmanuel Balestrero, der in dem von Alfred Hitchcock1) nach dem Roman "The True Story of Christopher Emmanuel Balestrero" von Maxwell Anderson1) gedrehten Film-Noir1)  "Der falsche Mann"1) (1956, "The Wrong Man") unter falschem Verdacht steht.  Glänzend war ohne Zweifel auch seine berühmte Rolle des 8. Geschworenen in dem von Sidney Lumets1) nach dem gleichnamigen Fernsehspiel von Reginald Rose realisierten, aufsehenerregenden (Regie-)Debütfilm bzw. "Oscar"-nominierten Gerichts-Drama "Die 12 Geschworenen"1) (1957, "12 Angry Men"). Fonda wurde 1958 mit dem "British Film Academy Award"1) (BAFTA) als "Bester ausländischer Darsteller"1) geehrt. Nominiert für den "Golden Globe"1) in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller – Drama"1) musste er den Preis am 22. Februar 1958 Alec Guinness in "Die Brücke am Kwai"1) (1957, "The Bridge on the River Kwai") überlassen.
Weitere große Rollen folgten, wie beispielsweise die des Protagonisten bzw. Revolverhelden/Marshal Clay Blaisedell in Edward Dmytryks1) Edel-Western "Warlock"1) (1959) neben Anthony Quinn und Richard Widmark, die Figur des liberalen Professors Robert A. Leffingwell, der in Otto Premingers1) Drama "Sturm über Washington"1) (1962, Advise & Consent) nach dem Roman "Advise and Consent" von Allen Drury1) für den Posten des US-Außenministers vorgeschlagen wird und in Senator Cooley (Charles Laughton) einen Widersacher findet. Fonda gab den Brigade-General Theodore Roosevelt Jr.1) in dem hochkarätig besetzten Kriegsfilm "Der längste Tag"1) (1962, "The Longest Day") über den so genannten "D-Day"1) der "Operation Overlord"1), als Clay Spencer den Ehemann von Olivia (Maureen O’Hara) und Vater von neun Kindern in dem von Delmer Daves1) nach dem Roman von Earl Hamner Jr.1) realisierten Melodram "Sommer der Erwartung"1) (1963, "Spencer's Mountain") und den ebenso wie Joe Cantwell (Cliff Robertson) als Präsidentschafts-Kandidat aufgestellten William Russell in dem Streifen "Der Kandidat"1) (1964, "The Best Man"), gedreht von Franklin J. Schaffner1) nach dem Broadway1)-Stück von Gore Vidal1) (auch Drehbuch). In der Western-Komödie "Nebraska"1) (1965, "The Rounders") tauchte Fonda als Cowboy Howdy Lewis und Kumpel von Ben Jones (Glenn Ford) auf, als Admiral Chester W. Nimitz Sr.1) in dem Kriegsfilm bzw. der Romanverfilmung "Erster Sieg"1) (1965, "In Harm's Way) an der Seite von John Wayne und Kirk Douglas, in dem Episodenfilm/Thriller "Spione unter sich"1) (1965, "The Dirty Game") mimte er im 3. Fall den amerikanischen Agenten Dimitri Koulov. Als der Farmer/Familienvater Meredith, Ehemann von Mary (Joanne Woodward1)), kam er in dem amüsanten Western "Höchster Einsatz in Laredo"1) (1966, "A Big Hand For The Little Lady") daher, in dem Western "Die fünf Vogelfreien"1) (1968, "Firecreek") als kaltblütiger Banden-Chef Bob Larkin, der in dem mutigen Farmer/Sheriff Johnny Cobb (James Stewart) einen Widersacher findet. Nach dem Roman "The Commissioner" von Richard Dougherty (1921 – 1987) entstand unter der Regie von Don Siegel 1) der kritische Polizeifilm "Nur noch 72 Stunden"1) (1967, "Madigan") mit Richard Widmark in der Rolle des Detective Daniel Madigan und seinem Part von Madigans Vorgesetztem, dem mächtigen, korrupten Commissioner Anthony X. Russell.
Hatte er in dem Krimi "Der Frauenmörder von Boston"1) (1968, "The Boston Strangler") als Ermittler John S. Bottomly den von Tony Curtis dargestellten Serien-Mörder Albert DeSalvo1) gejagt, trat Fonda, der sich in Dutzenden von großen US-amerikanischen Western präsentiert hatte, unter der Regie von Sergio Leone1) in dessen berühmten Western-Ballade "Spiel mir das Lied vom Tod"1) (1968, "C'era una volta il West") dann als eiskalter Auftragskiller Frank in Erscheinung, der sich nicht scheut, ganze Familien auszulöschen.
 
In den 1970er Jahren konzentrierte sich Henry Fonda wieder verstärkt auf seine Arbeit am Theater und ging auf ausgedehnte Tourneen durch Amerika. Zwar wirkte er immer wieder in diversen Kinoprodukten mit, konnte aber nicht mehr ganz an die alten, ganz großen Erfolge anknüpfen und war deshalb immer häufiger für das Fernsehen tätig. Zu seinen beachtenswerten Alters-Rollen auf der Leinwand zählte der Sheriff Woodward W. Lopeman und Kontrahent von Bandit Paris Pitman (Kirk Douglas) in dem Western "Zwei dreckige Halunken"1) (1970, "There Was a Crooked Man"), der Familien-Patriarch Henry Stamper bzw. Vater von Hank (Paul Newman) in dem von Newman nach dem Roman "Sometimes a Great Notion" (dt. "Manchmal ein großes Verlangen") von Ken Kesey1) gedrehten Drama "Sie möchten Giganten sein"1) (1971, "Sometimes a Great Notion"), der Anwalt Mark Sawyer und Ehemann von Barbara (Elizabeth Taylor) in dem Drama "Die Rivalin"1) (1973, "Ash Wednesday") oder der alternde Revolverheld Jack Beauregard in dem humorvollen Italowestern "Mein Name ist Nobody"1) (1973, "Il mio nome è Nessuno") mit Terence Hill als das schräge Schlitzohr "Nobody".
In der italienischen Produktion "Mussolini – Die letzten Tage"1) (1974, "Mussolini – Ultimo atto") mit Rod Steiger als italienischer Diktator Benito Mussolini1) verlieh Fonda dem Kardinal Alfredo Ildefonso Schuster1) Kontur, in dem Star-besetzten Kriegsfilm "Schlacht um Midway"1) (1976, "Midway") über die "Schlacht um Midway"1) Anfang Juni 1942, die die Wende im Pazifikkrieg1) einläutete, verkörperte er erneut den Admiral Chester W. Nimitz1). Den Simon Davenport, Chef von Inspektor Harry Calder (George Segal1)), spielte er in dem Thriller "Achterbahn"1) (1977, "Rollercoaster"), den Feuerwehrchef Risley in dem Katastrophenfilm "Stadt in Flammen"1) (1979, "City on Fire") und einen alten Goldsucher in dem Western "Wanda Nevada"1), der von (Regie) und mit Sohn  Peter Fonda1) als der Abenteurer Beaudray "Beau" Demerille sowie Brooke Shields1) als die Waise Wanda Nevada entstand.
Seinen letzte Leinwand-Triumph feierte Fonda als der emeritierte Universitätsprofessor Norman Thayer und Partner von Katherine Hephburn in der von Mark Rydell1) nach dem Theaterstück "Das Haus am See" (OT "On Golden Pond") von Ernest Thompson1) gefühlvoll in Szene gesetzten Familiengeschichte "Am goldenen See"1) (1981, "On Golden Pond"), stand zudem zum ersten Mal gemeinsam mit Tochter Jane Fonda1) vor der Kamera. Für diese Charakterstudie des verbitterten Rentners Thayer erhielt Fonda endlich die gebührende Anerkennung: Zunächst wurde er am 30. Januar 1982 mit einem "Golden Globe"1) in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller – Drama" ausgezeichnet, am 29. März 1982 folgte im "Dorothy Chandler Pavilion"1) in Los Angeles1) endlich der lange überfällige "Oscar"1) als "Bester Hauptdarsteller"1), den er jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen konnte → Oscarverleihung 1982. Auch Katherine Hephburn gehörte zu den Preisträgerinnen, nahm die begehrte Tropäe in der Kategorie "Beste Hauptdarsllerin"1) in Empfang, Jane Fonda war als "Beste Nebendarstellerin"1) nominiert, musste den Preis jedoch Maureen Stapleton1) in dem Biopic "Reds"1) überlassen→ Übersicht Kinofilme.

Henry Fonda Anfang November 1964
in seinem Haus in Los Angeles (Ausschnitt)
Quelle: Wikimedia Commons
von "UCLA Library Digital Collection"; 
Urheber: "Los Angeles Times"1); Lizenz: CC BY 4.0 Deed

Henry Fonda Anfang November 1964 in seinem Haus in Los Angeles (Ausschnitt); Quelle: Wikimedia Commons von "UCLA Library Digital Collection"; Urheber: "Los Angeles Times"; Lizenz: CC BY 4.0 Deed
Seit den 1950er Jahren zeigte sich Fonda auf dem Bildschirm, mit seiner frühen Rolle des US-Marshal1) Simon Fry konnte er zwischen 1959 und 1961 in der Western-Serie "Der zweite Mann"1) ("The Deputy" beim Fernseh-Publikum punkten. Später übernahm er den Part des Detective Sergeant Chad Smith, Ehemann von Betty (Janet Blair1)) und Vater der drei gemeinsamen Kinder, in der ebenfalls populären Serie "The Smith Family" (1971/72). Vor allem in den 1970er Jahren wirkte er, wie erwähnt, in etlichen TV-Produktionen mit, sei es als Sprecher/Erzähler oder als Darsteller. Beispielsweise sah man ihn als Farmer Carl Tiflin, Ehemann von Ruth (Maureen O'Hara) und Vater von Sohn Jody (Clint Howard1)) in "Das letzte Wort hat Tilby"2) (1973, "The Red Pony"), gedreht nach "The Red Pony" von John Steinbeck1) aus der Kurzgeschichten-Sammlung "Der rote Pony und andere Erzählungen"1). In dem Krimi "Im letzten Moment"3) (1973, "The Alpha Caper") trat er als der Bewährungshelfer Mark Forbe auf, der sich wegen seiner bevorstehenden Pensionierung auf einen Rachefeldzug begibt bzw. einen raffinierten Raubzug plant. Mit dem Fernsehspiel " Collision Course: Truman vs. MacArthur" (1976) wurde der Konflikt zwischen US-Präsident Harry S. Truman1), dargestellt von E. G. Marshall1), und dem von Fonda gespielten General der "United States Army"1) Douglas MacArthur1)  während des Korea-Krieges1) thematisiert, in dem Mehrteiler "Der Preis der Macht"2) (1976, "Captains and the Kings") über eine irisch-amerikanische Familie nach dem Roman "Captains and the Kings" von Taylor :Caldwell1) gehörte er als Senator Enfield Bassett zur Besetzung. Fondas letzte Arbeit für das Fernsehen und zugleich letzter Auftritt vor der Kamera war der Film "Sonnenwende" (1981, " Summer Solstice"). Im Mittelpunkt stand das alte Ehepaar Joshua (Fonda) und Margaret Turner (Myrna Loy), das sich anlässlich ihrer "goldenen Hochzeit" an ihre ersten Begegnungen vor 50 Jahren erinnert → Übersicht TV-Produktionen.

Bis ins hohe Alter blieb Fonda als Schauspieler aktiv, sein Lebenswerk würdigte man am 31. März 1981 mit einem "Ehrenoscar"1) für sein Lebenswerk, überreicht von Robert Redford. Bereits 1973 erhielt er den italienischen "David di Donatello"1) für sein Lebenswerk, gefolgt von dem "AFI Life Achievement Award"1) (1978) des "American Film Institute"1) sowie dem "Cecil B. DeMille Award"1) (1980), ebenfalls für das Lebenswerk. Den "Golden Apple Award"1), mit dem solche Künstler geehrt werden, die sich in der Zusammenarbeit als besonders kooperativ erwiesen haben, verlieh man ihm 1981. Ein ihm schon am 8. Februar 1960 gewidmeter "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (1601 Vine Street) erinnert noch heute an den Schauspieler, der in der Filmszene nachhaltige Spuren hinterließ  → Übersicht der Auszeichnungen (Auszug) bei Wikipedia sowie bei der "Internet Movie Database".
  
Als Henry Fonda am 12. August 1982 im Alter von 77 Jahren in Los Angeles1) seinem Herzleiden erlag, ging mit ihm ein Stück Filmgeschichte, nahm eine der Hollywood-Größen Abschied für immer – wenngleich er mit seinen über 80 Kinofilmen auch heute noch in den Herzen seiner Fans fortlebt. Er hatte verfügt, dass keine öffentliche Beisetzung stattfinden sollte, sein Leichnam wurde eingeäschert → findagrave.com.
"Henry Fonda gilt als einer der bedeutendsten Schauspieler der Filmgeschichte. Er wurde im Lauf der Jahrzehnte zu einer amerikanischen Ikone, die von seinen Landsleuten in beispielloser Weise verehrt wurde. Durch seine eindringliche Darstellung moralisch unfehlbarer Männer, die stets verantwortungsvoll handelten, verkörperte er die amerikanischen Tugenden in ihrer reinsten Form. Mehrmals stellte er amerikanische Präsidenten dar. Fonda räumte allerdings ein, dass es unmöglich sei, in der Realität ein ebenso ehrenhaftes Leben wie seine Leinwandcharaktere zu führen. Bei Kritik und Publikum hat sich Henry Fonda eine einzigartige Reputation erworben. Der schlanke, aristokratisch wirkende, auch im Alter attraktive Schauspieler mit den auffällig blauen Augen war für seine naturalistische Darstellungsweise bekannt. Er spielte betont schnörkellos und zurückgenommen und überzeugte durch die außergewöhnliche Intensität seiner Rollengestaltungen. Fonda hielt wenig von der psychologisierenden Schauspielmethode des "Method Acting"1), die der Schauspiellehrer Lee Strasberg1) propagierte und als deren herausragendster Vertreter Marlon Brando gilt. Strasberg hingegen bezeichnete Fonda als "den besten "Method Actor" von uns allen"."notiert Wikipedia. Der Filmregisseur und Filmkritiker Hans-Christoph Blumenberg1) schrieb in seinem Nachruf "Ein Mann des Volkes" in DIE ZEIT (20.02.1982) unter anderem: "Er war ein amerikanischer Held, aber keiner von der lautstarken Art: kein neureicher Demagoge wie Ronald Reagan, sondern ein Mann der unbeugsamen Vernunft, ein liberaler Demokrat. In seinen berühmtesten Rollen stand er für einen amerikanischen Traum, der in Vergessenheit zu geraten droht: den Traum von der Gerechtigkeit für alle."

Henry Fondas Ende 1931 geschlossene Ehe mit Schauspielkollegin Margaret Sullavan1) (1911 – 1960) zerbrach bereits nach wenigen Monaten und wurde 1933 offiziell getrennt. Mitte September 1936 trat der Star mit  Frances Ford Seymour4) (1908 – 1950; verwitwete Brokaw4)) vor den Traualtar, mit der er die gemeinsamen Kinder Jane Fonda1) (* 1937) und Peter Fonda1) (1940 – 2019) hatte, die ebenfalls gefeierte Hollywood-Stars wurden; Berühmtheit erlangte Peter Fonda mit dem Kultfilm "Easy Rider" (1969). Auch Enkelin Bridget Fonda1), Tochter von Peter Fonda, und Enkel Troy Garity aus Jane Fondas Ehe mit dem Politiker Tom Hayden1) setzten die Schauspieler-Tradition erfolgreich fort. Frances Seymour Brokaw Fonda nahm sich am 14. April 1950 wegen der Affäre Fondas mit einer wesentlich jüngeren Frau das Leben bzw. nachdem er ihr drei Monate zuvor die Scheidung angekündigt hatte, um Susan Blanchard4) (* 1928) zu heiraten. Ende des selben Jahres ehelichte der Schauspieler am 27. Dezember 1950 seine Geliebte Susan Blanchard, von der er sich trotz der gemeinsam adoptierten Tochter Amy (' 1953) im Mai 1956 scheiden ließ; Susan Blanchard wurde übrigens im September 1999 (in vierter Ehe) die Frau von Hollywood-Star Richard Widmark. Anfang März 1957 ging der Schauspieler mit der italienischen Gräfin Afdera Franchetti4) (* 1931) die vierte Verbindung ein, die offizielle Trennung erfolgte im Januar 1961. Fondas fünfte und letzte Ehefrau Shirlee Mae Adams (Heirat 03.12.1965) war bis zum Tod an seiner Seite.
Die Verhältnis Fondas zu seinen Kindern Jane und Peter soll nicht immer einfach bzw. schwierig gewesen sein, da er als emotional distanziert galt, sie seinen Erwartungen nur schwer gerecht werden konnten und beide stets im Schatten eines übermächtigen, oft abwesenden Vaters standen. In seiner Seine Autobiografie "Don't Tell Dad. A Memoir" (1998) beschreibt Peter Fonda auch, dass er sich nie sicher war, was sein Vater für ihn empfand.
Die von von dem französischen Filmemacher Charles-Antoine de Rouvre gedrehte und erstmals am 26. November 2023 bei ARTE ausgestrahlte Dokumentation "Fonda – Anatomie eines Hollywood-Clans"5) ("Les Fonda") beleuchtet auch den Generationenkonflikt innerhalb der Schauspielerdynastie Fonda. "Die Dokumentation gibt Einblick in das Leben einer Familie, die Kinogeschichte schrieb. Die Geschichte einer Schauspielerfamilie spiegelt dabei auch den gesellschaftlichen Wandel und die Umbrüche in der Traumfabrik Hollywood wider. Ausschnitte aus Filmen, in denen die Fondas spielten, treten dabei in Resonanz zu ihren Lebensgeschichten." notiert programm.ard.de.
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch), deutschlandfunk.de
Fotos bei Wikimedia Commons, virtual-history.com, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links: 1)  Wikipedia (deutsch), 2) wunschliste.de, 3) filmdienst.de, 4) Wikipedia (englisch), 5) fernsehserien.de
Lizenz Foto Henry Fonda: Dieses Bild ist das Werk eines Seemanns oder Angestellten der U.S. Navy, das im Verlauf seiner offiziellen Arbeit erstellt wurde. Als ein Werk der Regierung der Vereinigten Staaten ist diese Datei gemeinfrei.
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Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Wikipedia (englisch)
(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de (Originaltitel), fernsehserien.de; R = Regie)
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