Vivien Leigh wurde am 5. November 1913 als Vivian Mary Hartley und Tochter des erfolgreichen, gut situierten Börsenmaklers Ernest Hartley und dessen Ehefrau Gertrude in Darjeeling1) (Indien) geboren. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges schickten die Eltern das erst sechsjährige Mädchen nach England, wo sie acht Jahre lang eine Klosterschule besuchte; 1920 ließen sich auch die Eltern endgültig in Großbritannien nieder. Von 1927 bis 1931 bereiste Vivien mit ihrer Familie Europa, ging in Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich zur Schule. Nach ihrer erneuten Rückkehr nach England nahm sie ab 1932 in London Schauspielunterricht an der "Royal Acadamy of Dramatic Arts"1). Während dieser Zeit lernte sie den Juristen Herbert Leigh Holman kennen und lieben, am 20. Dezember 1932 heiratete das Paar, am 10. Oktober 1933 kam Tochter Suzanne zur Welt.
Ihr Leinwanddebüt gab sie, noch unter ihrem Mädchennamen, mit der winzigen Rolle einer Schülerin in dem Streifen "Things are Looking up" (1935), im gleichen Jahr stand Vivien Leigh an einem Londoner Vororttheater in dem Stück "The Green Sash" von Debonnaire Sylvester und T. P. Wood erstmals auf der Bühne. Nach drei weiteren, eher unbedeutenderen Filmen zeigte sie sich in der Literaturadaption bzw. dem Kostümfilm "Feuer über England"1) (1937, "Fire Over England") an der Seite von Laurence Olivier (1907 – 1989), mit dem sie eine leidenschaftliche Liaison begann. Es folgten der Agentenstreifen "Dunkle Geschäfte"2) (1937, "Dark Journey"), "Storm in a Teacup"3) (1937) nach der Komödie "Sturm im Wasserglas"1) von Bruno Frank1) mit unter anderem Rex Harrison, die Komödie "Der Lausbub aus Amerika"1) (1938, "A Yank at Oxford") mit Robert Taylor und das Drama "Sidewalks of London"3) (1938, auch: "St. Martin’s Lane"), erneut mit Rex Harrison sowie Charles Laughton.
Im Juni 1938 verließ Vivien Leigh ihren Mann und zog mit Laurence Olivier in eine Wohnung in Chelsea1), Tochter Suzanne gab sie in die Obhut ihrer Mutter. Als Olivier im Herbst 1938 für Dreharbeiten nach Hollywood ging, begleitete ihn Vivien Leigh und erhielt mit der Figur der Scarlett O'Hara in dem Südstaatenepos "Vom Winde verweht"1) (1939, "Gone with the Wind") nach dem gleichnamigen Roman1) von Margaret Mitchell1) die Rolle ihres Lebens. Der Film machte die attraktive Schauspielerin mit den ausdrucksstarken Augen  über Nacht auch international bekannt, Vivien Leigh hatte den Durchbruch zum Leinwandidol geschafft und erlangte Weltruhm. Der Produzent des Kassenschlagers, David O. Selznick1), wählte Leigh damals selbst unter mehr als 1.400 Bewerberinnen – darunter auch Stars wie Katharine Hepburn, Joan Crawford und Bette Davis – für die Rolle aus. "Leigh musste Sprechunterricht nehmen, um den Südstaatenakzent zu erlernen. Daneben nahm sie Gesangs- und Ballettstunden, um Stimme und Haltung zu verbessern." notiert Wikipedia.
"Vom Winde verweht" mit Clark Gable als Rhett Butler wurde bei der Oscarverleihung1) am 29. Februar 1940 mit insgesamt zehn "Academy Awards"1) ausgezeichnet, auch Vivien Leigh erhielt die begehrte Trophäe als "Beste Hauptdarstellerin"1). Der als "Bester Hauptdarsteller" nominierte Clark Gabele dagegen ging leer aus und unterlag Robert Donat1) in "Auf Wiedersehen, Mr. Chips"1).  → Filmbeschreibung zu "Vom Winde verweht" innerhalb dieser HP

Vivian Leigh als Scarlett O'Hara zusammen mit Clark Gable
als Rhett Butler in dem Film "Vom Winde verweht"
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Körperschaft: United States Information Service1) (USIS); Datierung: 1939
© ÖNB Wien/USIS; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 33.869:E2)

Vivian Leigh als Scarlett O'Hara zusammen mit Clark Gable als Rhett Butler in dem Film "Vom Winde verweht"; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (&ÖNB); Körperschaft: United States Information Service (USIS); Datierung: 1939; Copyright &ÖNB Wien/USIS; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 33.869:E2)
In Hollywood wirkte Vivien Leigh noch in dem Melodram "Ihr erster Mann"1) (1940, "Waterloo Bridge") einmal mehr als Partnerin von Robert Taylor mit, anschließend unternahm sie gemeinsam mit Laurence Olivier, den sie nach der Scheidung von Ehemann Leigh Holman am 31. August 1940 heiratete, eine Theatertournee durch die Vereinigten Staaten mit der Shakespeare-Tragödie "Romeo und Julia"1). Im darauffolgenden Jahr spielten Leigh und Olivier das berühmte Liebespaar Lady Hamilton1) und Horatio Nelson1) in Alexander Kordas1) opulentem Historienstreifen "Lord Nelsons letzte Liebe"1) (1941, "That Hamilton Woman").
Nachdem Vivien Leigh es abgelehnt hatte, einen Vertrag in Hollywood zu unterschreiben, stand sie zunächst nicht mehr vor der Kamera, war eine Zeit lang ausschließlich an Londoner Bühnen tätig. Erst in "Cäsar und Cleopatra"1)  (1945, "Caesar and Cleopatra") nach dem Theaterstück von George Bernard Shaw1) erschien sie mit der weiblichen Hauptrolle der Kleopatra1) wieder auf der Leinwand, die Figur des Julius Caesar1) wurde von dem britischen Schauspieler Claude Rains1) (1889 – 1967) verkörpert. Nach der Titelrolle in der von Julien Duvivier1) in Szene gesetzten Literaturverfilmung "Anna Karenina"1) (1948) nach dem gleichnamigen Roman1) von Leo Tolstoi1) mit unter anderem Ralph Richardson als Ehemann Alexej Karenin und Kieron Moore1) als Graf Wronski, begeisterte sie seit der Premiere am 12. Oktober 1949 am "Aldwych Theatre" unter der Regie von Laurence Olivier das Publikum auf der Bühne mit der Rolle der Blanche du Bois in dem Schauspiel "Endstation Sehnsucht"1) ("A Streetcar Named Desire") von Tennessee Williams1). Mit dieser Figur glänzte sie auch in der von Elia Kazan1) inszenierten gleichnamigen Verfilmung (1951) an der Seite des Newcomers Marlon Brando, der wie 1948 in einer Broadway-Produktion den Stanley Kowalski gestaltete. Für ihre darstellerische Leistung wurde Vivien Leigh mit einem zweiten "Oscar" als "Beste Hauptdarstellein ausgezeichnet.
Danach stand Vivien Leigh nur noch selten vor der Kamera, zu dieser Zeit hatte sich ihr Gesundheitszustand bereits verschlechtert, die Schauspielerin litt an Depressionen, war an Tuberkulose erkrankt. Nach der Titelrolle der Karen Stone in José Quinteros Romanze "Der Römische Frühling der Mrs. Stone"1) (1961, "The Roman Spring of Mrs. Stone") nach dem gleichnamigen Roman von Tennessee Williams mit Warren Beatty als Partner, war Vivien Leigh in Stanley Kramers1) Drama "Das Narrenschiff"1) (1965, "Ship of Fools") als alternde amerikanische Dame Mary Treadwell letztmalig auf der Leinwand präsent. In dem nach dem gleichnamigen Roman1) von Katherine Anne Porter1) realisierten Film spielten unter anderem Stars wie Simone Signoret, José Ferrer, Lee Marvin, Oskar Werner und Heinz Rühmann prägnante Rollen.
 
Zwei Jahre später starb Vivian Leigh am 7. Juli 1967 mit nur 53 Jahren in London an den Folgen ihrer Tuberkulose-Erkrankung. Nach der Einäscherung im Londoner "Golders Green Crematorium"1) wurde die Asche ihrer sterblichen Überreste auf dem Teich ihres letzten Wohnsitzes, Tickerage Mill, in der Nähe von Blackboys (Sussex1)) verstreut.
Die Ehe mit Laurence Olivier war 1961 offiziell getrennt worden, bereits seit Mitte der 1950er Jahre hatte sich das Paar auseinandergelebt. Die Beziehung litt unter Oliviers etlichen Affären sowie  Leighs ständigen Depressionen, hinzu kam ihr Alkoholkonsum. Vivian Leigh fand in dem Bühnenschauspieler John Merivale1) einen neuen Partner und wohnte mit ihm unter anderem am "Eaton Square" im Londoner Stadtteil Belgravia1).
Siehe auch prisma.de, Wikipedia (deutsch), Theater- und Filmarbeit bei Wikipedia (englisch)
sowie den Artikel zum 100. Geburtstag von Vivien Leigh "Das Funkeln der grünen Augen"
in "Neue Zürcher Zeitung" vom 5. November 2013
Fotos bei film.virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) film.at, 3) filmdienst.de
    
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Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de (Originaltitel))
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