Filmografie
Nat "King" Cole wurde am 17. März 1919 als Nathaniel Adams Coles in Montgomery1) (Alabama1)) geboren; einige Quellen geben als Geburtsjahr auch 1915, 1916 oder 1917 an. Sein Vater Edward James Coles sen. war Prediger einer Baptisten1)-Kirche und zusammen mit seiner Ehefrau Perlina Adams Coles hatte er mehrere Kinder, von denen jedoch nur fünf das Kindesalter überlebten – unter anderem Edward, genannt "Eddie" (1910 – 1970), Isaac, genannt "Ike" (1927 – 2001), and Lionel Frederick, genannt "Freddy"1) (1931 – 2020), die später ebenfalls als Jazz-Musiker Karriere machten. Als Nathaniel vier Jahre alt war, zog die Familie von Montgomery nach Chicago1), wo sein Vater die Stelle des Pastors (Reverend) an der "First Baptist Church" antrat. Schon früh erlernte er mit Hilfe seiner Mutter als Lehrerin das Klavierspiel und hatte seinen ersten Auftritt mit vier Jahren im Kindergarten; auch seine drei Brüder Ike, Edward und Frankie spielten Klavier und sangen später professionell. 
Nat "King" Cole ca. November 1946 im New Yorker "Paramount Theater"; Urheber/Rechteinhaber: William P. Gottlieb (1917–2006); Quelle: Wikimedia Commons Ab seinem elften Lebensjahr spielte Nathaniel regelmäßig Orgel und Klavier in der Kirche seines Vaters, gründete 1934 an der "Wendell Phillips Academy High School" seine erste Band, die "Rogues of Rhythm", später das Quintett "Royal Dukes".
Bereits 1936 erschienen bei "Decca Records"1) zusammen mit seinem älteren Bruder "Eddie" Edward und dessen Band " Eddie Cole's Solid Swingers" erste Plattenaufnahmen. Zeitgleich spielte Nat "King" Cole als Pianist in verschiedenen Nachtclubs von Los Angeles1), 1939 gründete er dann das legendäre "The King Cole Trio"1) mit dem Gitarristen Oscar Moore1) (1916 – 1981) und Wesley Prince1) (1907 – 1980) am Bass (der 1943 durch Johnny Miller1) (1915 – 1988) ersetzt wurde, da Prince seinen Militärdienst ableisten musste), sowie zunächst dem Schlagzeuger Lee Young1) (1914 – 2008), arbeitete aber später mit Trios ohne Schlagzeugbesetzung. Nat "King" Cole selbst spielte in dieser Formation, die anfangs rein instrumental auftrat,  Klavier und avancierte bald zu einem erfolgreichsten Jazz-Pianisten der 1940er Jahre. 
 
Nat "King" Cole ca. November 1946 im ehemaligen
New Yorker "Paramount Theater" (Manhattan1))
→ "Paramount Building"
Urheber/Rechteinhaber: William P. Gottlieb1) (1917–2006)
Quelle: Wikimedia Commons;
Angaben zur Lizenz (Public Domain1)) siehe hier
Die Musikszene der späten 1930er Jahre wurde von den großen Bigbands dominiert, ein Trio – speziell ohne Schlagzeuger – war zu jener Zeit äußerst ungewöhnlich. Dennoch wurde das "King Cole Trio" rasch populär, erhielt Verträge von anerkannten Night- und Jazzclubs, auch solchen, in denen bisher keine Schwarzen aufgetreten waren. Das Trio unternahm ab 1941 Tourneen durch die gesamte USA und der Erfolg steigerte sich, als Cole auch als Sänger auftrat. Die von dem Plattenlabel "Capitol Records"1) veröffentlichte Albumreihe war äußerst erfolgreich → Titelliste1).
Mit einem seiner ersten Songs "Straighten Up and Fly Right" (→, Wikipedia (englisch)) erreichte er im April 1944 einen 4. Platz in den US-Charts und obwohl sich das Lied mit den Rassenproblemen in den USA auseinander setzte, wurde es ein Millionen-Seller. Nach dem Titel "Route 66"1) schafften Cole und sein Trio dann im November 1946 mit der Nummer "For Sentimental Reasons" (→ Wikipedia (englisch)) die Spitzenposition in den Charts und hielt sich dort 25 Wochen lang. Bereits mit dem von Mel Tormé1) und Robert Wells1) geschaffenen Titel "The Christmas Song"1) feierte er 1946 Erfolge, 1948 folgte die Ballade "Nature Boy"1), im Juni 1950 der Popsong "Mona Lisa"1) oder 1951 "Too Young" (→ Wikipedia (englisch)). Die Liste von Coles Hit-Notierungen reicht bis in das Jahr 1964 und Songs wie "Walkin' My Baby Back Home" (1952), seine Version des "Oscar"1)-nominierten Mario Lanza-Songs "Because You're Mine"1) (1952) aus dem Kino-Musical "Mein Herz singt nur für Dich" (1952, "Because You’re Mine)", die Lieder "Pretend" (1953, → Wikipedia (englisch)), "Tenderly" (1954), "When I Fall In Love" (1956, → Wikipedia (englisch)), "Ramblin' Rose" (1962, → Wikipedia (englisch)) oder "Those Lazy, Hazy, Crazy Days of Summer" (1963, → Wikipedia (englisch)) gehören bis heute zu den unvergessenen Evergreens.
  
Er.gab unzählige Konzerte rund um den Globus und avancierte zum internationalen Star. Auch in Europa begeisterte er sein Publikum und sang unter anderem in den 1950er Jahren vor Queen Elizabeth II.1). Cole war einer der ersten Schwarzen, der ab 1946 in den USA eine eigene wöchentliche Radio-Show hatte. Die Sendung wurde vier Jahre lang ausgestrahlt, und ab 1956 hatte Nat "King" Cole dann ein Jahr lang bei "NBC"1) mit "The Nat King Cole Show" seine eigene Sendung. Die TV-Show wurde dann trotz guter Einschaltquote abgesetzt, da keine Sponsoren mehr gefunden wurden; man befürchtete wohl Werbeeinbußen aufgrund der Hautfarbe des Stars. Der Künstler lebte in einer Zeit, in der es nicht ganz ungefährlich war, schwarz und gleichzeitig berühmt zu sein und musste trotz seines internationalen Bekanntheitsgrades im Verlaufe seiner Karriere Diskriminierungen hinnehmen. Als er und seine Ehefrau 1949 in dem exklusiven Villenviertel "Hancock Park"1) von Los Angeles1) ein Haus kauften, wurden sie von den Nachbarn daran gehindert, dort einzuziehen. 1956, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, wurde Cole während eines Konzertes in Birmingham1) (Alabama1)) von sechs weißen Männern attackiert. 
Der Musiker musste sich mitunter auch von seinen eigenen schwarzen Landleuten die Kritik gefallen lassen, sich nicht vehementer gegen solche rassistischen Angriffe zur Wehr gesetzt zu haben. Cole selbst lehnte es jedoch immer ab, nur vor "Fans" aufzutreten, da er glaubte, dass die Darstellung seines Talents effektiver sei, als formale Proteste gegen Rassismus.
 
Nat "King" Cole präsentierte sich auch in verschiedenen Filmen auf der Leinwand: Bereits 1941 zeigte er sich kurz als Pianist in dem von (Regie) und mit Orson Welles entstandenen Klassiker "Citizen Kane"1), etliche Auftritte, vornehmlich mit seinem "King Cole Trio"1), sollten in den 1940ern folgen.  in den 1950er Jahren wirkte er unter anderem in Produktionen wie in dem von Fritz Lang1) nach der Erzählung von Vera Caspary1) mit Anne Baxter gedrehten Film noir1) "The Blue Gardenia"1) (1953, "Gardenia – Eine Frau will vergessen"), in dem Musicalfilm "Small Town Girl"1) (1953), in dem Abenteuer "Istanbul"2) (1957) oder in dem Kriegsstreifen "China Gate"3) (1957, "China-Legionär") mit, wo er als Goldie einen ehemaligen Soldaten im Koreakrieg1) mimte, der nun mit seinem Kumpel Sergeant Brock (Gene Barry1)) als Söldner bei der französischen Fremdenlegion1) im Indochinakrieg1) kämpft. Am bekanntesten dürfte wohl seine Darstellung des Jazzkomponisten W. C. Handy1) (1873 – 1958) in dem Biopic "St. Louis Blues"3) (1958) sein, im selben Jahr spielte er den Cy Robbin in dem Melodram "Night of the Quarter"3) (1958, "Erinnerung einer Nacht"). Eein letzter Part war kurz vor seinem Tod die Figur des Bänkelsängers Sunrise Kid, der gemeinsam mit "Professor" Sam the Shade (Stubby Kaye1)) in der von Elliot Silverstein1) mit Jane Fonda1) und Lee Marvin in den Hauptrollen in Szene gesetzten Western-Komödie "Cat Ballou"1) (1965, "Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming") die Ballade/Geschichte von Cat Ballou vorträgt. Darüber hinaus wirkte er in verschiedenen Kurzfilmen mit → Übersicht (Auszug) Filmografie
Sehr oft wurde er für die Titelmelodie eingesetzt, unter anderem in dem Film noir1) "Rattennest"1) (1955, "Kiss Me Deadly") und in dem Bürgerkriegsdrama "Das Land des Regenbaums"1) (1957, "Raintree County") oder es wurden nur seine Songs gespielt, wie in dem Abenteuer "Die Tochter des Kalifen"1) (1954, "The Adventures of Hajji Baba") sowie nach seinem Tod in dem Boxerdrama "Wie ein wilder Stier"1) (1980, "Raging Bull") oder in der Tragikomödie "Garp und wie er die Welt sah"1) (1982, "The World According to Garp"). Ein Teil seiner Filmlieder ist auf der LP "Nat King Cole sings Songs from the Movies" zu finden.
Von vielen wurde Cole's Abwendung als Jazzpianist hin zur populären Musik ab Ende der 1940er Jahre durchaus kritisch bewertet. Doch es war grade seine samtweiche Stimme, die ihm zu weltweitem Ruhm verhalf.
Er verkaufte im Laufe seiner Karriere mehr als 50 Millionen Platten, erhielt 28 "Goldene Schallplatten"1) und war für insgesamt elf "Grammy Awards"1) nominiert, von denen er zwei gewann – "Beste Darbietung eines Top 40 Künstlers" (1960, → Wikipedia) für "Midnight Flyer" in der Kategorie "Pop" sowie posthum den"Lebenswerk"-Grammy, den "Grammy Lifetime Achievement Award"1) (1990). Am 5. März 1963 erhielt er zudem im Rahmen der "Golden Globe"1)-Verleihung einen "Special Achievement Award" für seinen "herausragenden internationalen Beitrag als Musiker und Entertainer". Im Jahre 1960 widmete man ihm zwei "Sterne" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1), einen (6229 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Fernsehen"1) ("Television") und einen (6659 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording").

"Stern" für Nat "King" Cole auf dem
"Hollywood Walk of Fame" (Kategorie "Television")
Urheber des Fotos: © Dietmar Rabich Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

"Stern" für Nat "King" Cole auf dem "Hollywood Walk of Fame" (Kategorie "Television"); Urheber des Fotos: Copyright Dietmar Rabich Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Darüber hinaus wurde er posthum in verschiedene "Ruhmeshallen" aufgenommen, 1985 als einer der ersten in die "Alabama Music Hall of Fame" in Tuscumbia1) und 1993 in die "Alabama Jazz Hall of Fame" in Birmingham1). Weiterhin zu nennen ist die "DownBeat Jazz Hall of Fame" (seit 1997) des US-amerikanischen Jazz-Magazins "DownBeat"1), die "Rock and Roll Hall of Fame"1) in Cleveland1) (seit 2000), die von dem Radio-Entertainer John Rook (1937 – 2016) neu gegründete "Hit Parade Hall of Fame" (seit 2007), die "Latin Songwriters Hall of Fame" in Miami1) (seit 2013) und seit 2020 die "National Rhythm & Blues Hall of Fame" → Wikipedia (englisch)- Die US-amerikanische Post ("United States Postal Service"1)) brachte 1994 eine 29-Cent-Briefmarke mit dem Konterfei des legendären Stars in der Reihe "Popular Singers"" heraus..
  
Nat King Cole erlag am 15. Februar 1965 im "Saint John's Health Center" im kalifornischen Santa Monica1) mit nur 47 Jahren den Folgen seiner Lungenkrebs-Erkrankung. Mehr als zehn Jahre zuvor war er 1953 am Magen operiert worden und die Ärzte rieten ihm, das Rauchen aufzugeben – er hatte diese Ratschläge missachtet. Die letzte Ruhe fand er auf dem "Forest Lawn Memorial Park"1) im kalifornischen Glendale1) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Der berühmte Musiker war von 1936 bis 1948 mit der Tänzerin Nadine Robinson verheiratet. Nur sechs Tage nach der Scheidung heiratete er am 28. März 1948 die Sängerin Maria Hawkins Ellington1) (1922 – 2012), die er 1946 bei einer Show kennen gelernt hatte; aus der Verbindung stamm(t)en Tochter Natalie Maria Cole1) (1950 – 2015), die selbst zu einer erfolgreichen Sängerin avancierte, sowie die am 26. September 1961 geborenen Zwillings-Töchter Timolin und Casey. Mitte der 1950er Jahre adoptierte das Paar Carol (17.10.1944 – 19.05.2009), Tochter von Maria Ellingtons Schwester, nachdem beide Elternteile verstorben waren → Wikipedia (englisch); 1959 adoptierten sie dann noch Sohn Nat Kelly (* 1959), der 1995 mit nur 36 Jahren an AIDS1) verstarb.
Eine Reihe von Autoren/Autorinnen haben sich mit dem Künstler Nat "King" Cole beschäftigt: So erschien im März 1996 von John L. Haag das Buch "Nat "King" Cole. All Time Greatest Hits" mit den erfolgreichsten Songs des Stars. James Haskins (1941 – 2005) veröffentlichte zusammen mit Kathleen Benson die Lebensgeschichte des Jazzpianisten und Sängers unter dem Titel "Nat King Cole: A Personal and Professional Biography".
Im April 1993 wurde "Unforgettable. Leben und Geheimnis des Nat King Cole" von Leslie Gourse1) publiziert, das zuvor schon in englischer Sprache erschienen war ("Unforgettable – Life and Mystique of Nat King Cole"). Das Buch rollt die Lebensgeschichte und einzigartige Karriere des legendären Jazzmusikers auf und gewährt auch schon einmal einen "Blick hinter die Kulissen", basierend auf zahlreichen Interviews mit Familienmitgliedern und Freunden des Stars. Daneben macht die Autorin auch den Versuch, den Einfluss von Cole's zweiter Ehefrau Maria Cole aufzuzeigen, die ihren Mann wohl veranlasste, sich mehr der populären Musik zuzuwenden.

Nat "King" Cole 1964 am Klavier
in seinem Domizil in Los Angeles
Quelle: Wikimedia Commons von "UCLA Library Digital Collection";
Urheber: "Los Angeles Times"1); Lizenz: CC BY 4.0 Deed

Nat "King" Cole 1964 am Klavier in seinem Domizil in Los Angeles; Quelle: Wikimedia Commons von "UCLA Library Digital Collection"; Urheber: "Los Angeles Times"; Lizenz: CC BY 4.0 Deed
Von dem US-amerikanischen Jazz-Kritiker, Autor und Produzenten Will Friedwald1) stammt das Werk "Straighten Up and Fly Right: The Life and Music of Nat King Cole" (2020).
1987 erschien auf Video die TV-Dokumentation "Biography – Nat King Cole: Loved in Return", 1988 mit dem 90-minütigen Portrait "The Unforgettable "Nat" King Cole" eine weitere TV-Dokumentation unter anderem mit Beiträgen der Witwe Maria Cole sowie von Bruder Freddy Cole1) und Tochter Natalie Cole1). Aber auch so große, ebenfalls unvergessene Künstler/-innen wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Harry Belafonte, Quincy Jones1), Eartha Kitt oder Oscar Peterson1) kamen zu Wort → IMDb.
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), www.laut.de sowie
den Artikel bei Wikipedia (englisch)
Fotos bei Wikimedia Commons, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de, 3) filmdienst.de
Lizenz Foto Nat "King" Cole (Urheber William P. Gottlieb): Dieses Werk stammt aus der William P. Gottlieb-Sammlung der "Library of Congress. The collection consists of jazz photographs taken from 1938 to 1948 by writer-photographer William P. Gottlieb. In accordance with the wishes of Gottlieb, the photographs in this collection entered into the public domain on February 16, 2010. → Copyright and Other Restrictions.
  
Filme (Auszug)
(als er selbst bzw. dem "The King Cole Trio", wenn nicht anders vermerkt)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia,  fernsehserien.de; R = Regie)
Auftritte in TV-Produktionen → Wikipedia (englisch), unter anderem in
Um zur Seite der Schlagerstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de