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Joe Dassin (Joseph Ira Dassin) wurde am 5. November 1938 als Sohn
des bekannten französischen Filmregisseurs Jules Dassin1)
(1911 2008) in New York City1)
geboren;
seine aus US-amerikanischen Metropole stammende Mutter Béatrice Launer (1913 2005)
war Violinistin in einem
Orchester. Der Großvater Samuel Dassin hatte ukrainisch-jüdische Wurzeln,
verließ mit Ehefrau Berthe seine Heimat Odessa1) und wanderte in "Neue Welt"
aus. Da er bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten kein Englisch sprach und seinen richtigen Namen
nicht verständlich machen konnte, registrierten ihn die Einwanderungsbehörden unter dem Namen
"Dassin", abgeleitet von Odessa. Kurz nach der Geburt des Sohnes Joe zog die Familie nach Los Angeles1), wo Vater Jules zu einem der prominentesten Filmregisseure der 1940er Jahre von Hollywood1) avancierte. Mit seinen beiden Schwestern Richelle (* 28.11.1940 und Julie (* 30.07.1944) verlebte Joe Dassin seine Kindheit in Kalifornien und erst 1949 verließ er mit seiner Familie die USA, da sein Vater aufgrund seiner politischen Überzeugung während der McCarthy-Ära1) wegen der antikommunistischen Politik in den USA nicht mehr arbeiten konnte. Nach einer monatelangen "Wanderschaft" durch verschiedene Länder, die für Joe Dassin den Besuch diverser Gymnasien bedeutete, ließ sich die Familie schließlich 1950 in Paris1) nieder. Joe Dassin, der sich eigentlich mehr für Sport interessierte, schloss in Grenoble1) seine schulische Ausbildung mit dem Abitur ab. 1956 ging er nach der Scheidung seiner Eltern zurück in die USA, besuchte zwischen 1957 und 1963 die "University of Michigan"1), wo er das Studium mit einem "Bachelor of Arts" (1961) sowie einem "Master of Arts" (1963) jeweils in "Anthropologie"1) erfolgreich beendete. Bereits während seines Studiums trat Dassin in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren als Sänger in Folk-Clubs auf und entwickelte eine Vorliebe für Chansons von George Brassens1) (1921 1981). Er lernte einige bekannte Sänger der Pop- und Folk-Szene kennen, wie beispielsweise Pete Seeger1), der ihm einen jungen Mann namens Robert Zimmerman vorstellte den späteren legendären Bob Dylan. Joe Dassin interessierte sich nun immer mehr für Musik, arbeitete jedoch zunächst nach Abschluss des Studiums als Regieassistent und übernahm zudem kleinere Parts in einigen Filmen wie unter der Regie seines Vaters in der nach dem Roman "Topkapi1) (Originaltitel: "The Light of Day") von Eric Ambler1) mit Melina Mercouri, Peter Ustinov und Maximilian Schell entstandenen Komödie "Topkapi"1) (1964) oder in der ebenfalls amüsanten Geschichte "Lady L."1) (1965), in Szene gesetzt von Peter Ustinov nach dem Roman von Romain Gary1) mit Sophia Loren in der Titelrolle, wo er sich als zweiter Polizeiinspektor zeigte. In dem ganz auf Titelheld Eddie Constantine zugeschnittenen Spionage-Abenteuer "Nick Carter Zum Frühstück Blondinen" (1965, "Nick Carter et le trèfle rouge") mimte er den Janos Adler. Während dieser Zeit bekam Dassin Kontakt zum Plattenlabel "CBS Records"1), das in Frankreich als "CBS Disques" firmierte, ihn unter Vertrag nahm und mit ihm im März 1965 mit "Je change un peu de vent", eine Coverversion des Folk-Songs "Freight Train" von Elizabeth Cotten1), die erste Single herausbrachte. Es folgten weitere Titel, mit denen er zwar erste kleine Achtungserfolge erzielte, doch erst durch die Bekanntschaft bzw. Zusammenarbeit mit Jacques Plait (1923 1994), der sein Freund und Produzent werden sollte, kam die Sanges-Karriere von Joe Dassin so richtig in Schwung. Mit Titeln wie"Bip bip" (1965/66), der französischen Version des US-Hits von John D. Loudermilk1) "Road Hog", oder "Siffler sur la colline" (1968), der Coverversion von "Uno tranquillo" des Italieners Riccardo Del Turco, avancierte Dassin über Nacht zum Pop-Idol in Frankreich. Seine raue, tiefe Stimme, seine natürliche Eleganz riefen in Frankreich eine wahre "Dassin-Manie" hervor und sein Repertoire von US-amerikanischen Folk-Songs und Country-Music war eine willkommene Neuheit in der französischen Musik-Szene der 1960er Jahre. Zum absoluten Hit geriet die Single "Les Champs-Élysées"1) (1969) mit dem Text von Pierre Delanoë1) und dem Arrangement von Jean Musy1), eine Coverversion des englischsprachigen Songs "Waterloo Road", den die britische Rockband "Jason Crest" ein Jahr zuvor wenig erfolgreich herausgebracht hatte. Allein in Frankreich verkaufte sich die Platte 600.000 Mal die B-Seite "Le chemin de papa" kam beim Publikum ebenfalls gut an und Dassin wurde von der "Académie Charles-Cros"1) für "Les Champs-Élysées" mit dem "Grand Prix du Disque"1) ausgezeichnet. "Die 1970er Jahre wurden das erfolgreichste Jahrzehnt in der Karriere des Sängers. Er veröffentlichte nahezu jährlich ein bis zwei Aufnahmen, die zu populären Verkaufsschlagern wurden, darunter zahlreiche französische Coverversionen angelsächsischer Produktionen, unter anderem den Nr. 1-Hit "L'Amérique" (1970) nach "Yellow River" der Band "Christie"1), "Ma Musique" (1975) nach "Sailing"1) von Rod Stewart1) und den noch heute zu den Klassikern der französischen Musik-Szene zählenden Titel "L'été indien" (1975) nach "Africa" der von Toto Cutugno1) angeführten, italienischen Formation "Albatros" (→ Wikipedia (englisch)). In Deutschland kam der Titel als "Septemberwind" auf den Markt und erlangte auch bei uns ungeheure Popularität. Weitere große Erfolge waren "La fleur aux dents" (1971; aus dem gleichnamigen Album), "Et si tu n'existais pas" (1975) und "Ça va pas changer le monde" (1975) beide aus dem Album "Joe Dassin (Le costume blanc)" "À toi" (1976) und "Le jardin du Luxembourg" (1976) aus dem gleichnamigen Album (→ Wikipedia (englisch)) oder "Dans les yeux d'Émilie" (1977) aus dem Album "Les femmes de ma vie" (→ Wikipedia (englisch))" notiert unter anderem Wikipedia. Anfang der 1970er Jahre nahm Dassin auch in Deutschland erfolgreich Platten auf und konnte 1970 mit der deutschen Version "Oh Champs-Elysées" einen Riesenhit landen. Das Lied, welches er neben Französisch auch noch in Spanisch, Englisch, Italienisch und Japanisch interpretierte, brach alle seine bisherigen Rekorde, geriet zum Verkaufsschlager ohnegleichen und Joe Dassin war in der Folgezeit international ein viel gefragter Künstler. Weitere bekannte Lieder in deutscher Sprache waren "In Versailles in dem großen Garten", "Schöne Grüße an Mama" und "Es gibt Mädchen so zum Träumen", der Version von "La fleur aux dents". In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre gab Dassin den deutschen Markt auf und widmete sich vermehrt spanischsprachigen Aufnahmen, um den südeuropäischen und südamerikanischen Markt zu erschließen.*) Bei unzähligen Fernsehshows und weltweiten Tourneen sang er so unvergessene Titel wie "Le chemin de papa", "La bande a bonnot" (über die "Bonnot-Bande"1)) oder "Le moustique" (→ Wikipedia (englisch)) nach "The Mosquito" der US-amerikanischen Rock-Band "The Doors"1) um nur Einiges zu nennen. Er erhielt unzählige "Goldene Schallplatten"1) und der attraktive Franzose war nicht nur in seinem Heimatland ein Idol. Weltweit wurden rund 50 Millionen Tonträger verkauft, davon 17 Millionen in Frankreich. Seit 18. Januar 1966 in erster Ehe mit der sieben Jahre jüngeren Maryse Massiéra (geborene Grimaldi) verheiratet, steuerte diese zudem seine Karriere bzw. managte ihren Ehemann, organisierte seine Termine und Konzerttourneen. 1967 ging er erfolgreich mit Salvatore Adamo erstmals auf Tournee, es folgten weitere Auftritte, die Dassin neben einer Sommer-Tournee in Frankreich auch nach Kanada und Afrika führten und er schloss das Jahr mit einem grandiosen Konzert im Pariser "Olympia"1) ab; schon zur damaligen Zeit galten Auftritt im "Olympia" als ein Höhepunkt in der Karriere eines Künstlers. 1972 erwarb Dassin ein Haus auf Tahiti1), nahe der Insel Bora Bora1), wo er sich mit seinem bevorzugten Hobby, dem Fischen, von seinen anstrengenden Tourneen entspannen konnte. Privat waren die nachfolgenden Jahre eher nicht so erfolgreich für den Künstler, am 12. September 1973 starb fünf Tage nach seiner Geburt Sohn Joshua aus der Verbindung mit Maryse, knapp vier Jahre später endete die Ehe am 5. Mai 1977 vor dem Scheidungsrichter. 1978 geriet der eher scheue und wenig Publicity liebende Sänger durch seine Heirat mit Christine Delvaux, die er zwei Jahre zuvor in der Normandie kennengelernt hatte, in die Schlagzeilen. Umgeben von zahlreichen Reportern fand die Hochzeit am 14. Januar 1978 in dem kleinen Dorf Cotignac1) (Provence-Alpes-Côte d’Azur1)) statt, anschließend verschwand das Paar in die Flitterwochen nach Nordamerika. Während seiner nachfolgenden Tournee durch Kanada wurde Sohn Jonathan am 14. September 1978 im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine1) geboren. 1979 gab Joe Dassin sein letztes Konzert im Pariser "Olympia", kurze Zeit später erlitt er zwei Herzinfarkte und während seines Aufenthaltes im Krankenhaus stellten die Ärzte bei dem Künstler Magengeschwüre fest, die ihn veranlassten, alle geplanten Gastspiele abzusagen. Am 22. März 1980 erblickte Dassins zweiter Sohn Julien das Licht der Welt, wenige Wochen später erfolgte die Scheidung von seiner Frau Christine, die das Sorgerecht für die beiden Kinder erhielt. Sie starb am 5. Dezember 1995 mit nur 46 Jahren in der Gemeinde Feucherolles1) an den Folgen einer Atemwegserkrankung. Dassin selbst war nach der Scheidung nur noch wenig Zeit vergönnt, wegen erneuter Herzprobleme musste er in Paris und Los Angeles behandelt werden. Seine letzte Galavorstellung gab er am 11. Juli 1980 in Cannes1), danach flog er mit seinen Söhnen, dem anderthalb Jahre alten Jonathan und dem gerade einmal sechs Monate alten Julien, sowie seiner Mutter und einigen Freunden nach Tahiti, um sich zu erholen. Am Mittwoch, den 20. August 1980 erlitt der 41-jährige Joe Dassin bei einem Mittagessen in einem Restaurant von Papeete1) erneut einen Herzinfarkt, den er nicht mehr überlebte. Sein Leichnam wurde in die USA überführt, die letzte Ruhe fand er auf dem "Hollywood Forever Cemetery"1) (jüdische Beth Olam-Sektion 14) in Hollywood1) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Wohl auch wegen seines frühen Todes gehört der Sänger, Komponist und Schriftsteller Joe Dassin noch heute zu den unvergessenen französischen Künstlern. Schon zu seinen Lebzeiten wurden seine Lieder weltweit millionenfach verkauft und auch Jahrzehnte nach seinem Tod ist seine Stimme in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Dassins Sohn, der Musiker Julien Dassin, widmete seinem Vater 2010 ein Musical mit dem Titel "Il etait une fois Joe Dassin". Zum 40. Todestag Dassins erschien im Oktober 2020 die Hommage/das Album "À toi (Joe Dassin)", auf dem zahlreicher Künstler/-innen, unter anderem Ycare (eigentlich Assane Attyé → Wikipedia (englisch)), Axelle Red1), das Musik-Duo "Les Frangines"1) und Camélia Jordana1), Neuaufnahmen seiner Lieder interpretierten. Am 24 September 2011 wurde in Feucherolles1), wo Dassin zwischen 1975 und 1980 mit seiner Familie lebte, am Eingang des "Centre Culturel" eine von dem Bildhauer Jean-Pierre Sauvegrain geschaffene, 50 cm hohe Bronze-Büste von Joe Dassin enthüllt, gestiftet von einem Fan-Club → Foto bei Wikimedia Commons. |
| Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie) |
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*) Quelle: Wikipedia (abgerufen:
09.01.2026) Fremde Links: 1) Wikipedia |
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